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Rezensionen verfasst von
Lord Madrigal

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Nymphetamine
Nymphetamine
Preis: EUR 13,41

4.0 von 5 Sternen Alte Klasse im neuen Gewandt, 12. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Nymphetamine (Audio CD)
Am 04.11.2004 kaufte ich mir bei einem großen Elektrofachmarkt dieses Album. Es war mein Erstes der britischen Metal Combo. Seit dem Tage sind die Silberlinge von Daniel Davey und Co. Stammgäste in meinem CD-Spieler. Und ja, ich bin bis heute ein großer Anhänger der Band.

Wie bereits auf den beiden Vorgängern, "Damnation and a day" sowie "Bitter Suites to Succubi", bewegen sich die Engländer auch auf dem 2004er Release weiterhin weg vom rohen Black Metal. Die Ära der Monotonie im Genre des Schwarz-Metall war zusammen mit dem 20ten Jahrhundert gegen Ende der 90er Jahre untergegangen.
Folglich öffneten sich viele Black Metal Bands neuen Einflüssen um nicht zu stagnieren, woraufhin ihnen nicht seltend der Ausverkauf bzw. Kommerz vorgeworfen wurde.
Unbeeindruckt von diesen Anschuldigungen begeben sich die sechs Herren um Dani Filth anno 2004 wieder in die Parkgate Studios in Sussex, England.

Der rein Instrumentale Opener, fast schon ein Ritual der Band, wirkt pompös aber trotzdem einfach gestrickt. Nach 1:41 Minuten kommt der direkte Übergang zu Song Numero 2. "Gilded C**t" prescht brachial aus den Boxen, schon fast im Death Metal Stil. Der Song zeigt eine bisher nicht bekannte Seite der britischen Finsterheimer. Mit gut 4 Minuten ist er kürzer als die meisten Stücke der vergangenen Tage, trotzdem ist er massiv und absolut hörenswert.
Nachfolgender Erguß hört auf den, wie ich finde, kreativen Namen "Nemesis (Black is my heart)". Mein persönlicher Liebling des Albums und einer meiner Favoriten der Bandgeschichte. Wuchtige Drums und treibende Gitarren eröffnen das Stück. Geprägt wird der Song von vielen Rhytmuswechseln und dem genialen Chorus. Sollte man als Metal-Fanatiker gehört haben.
Die beiden anschließenden Tracks drosseln das Tempo wieder etwas. Speziell "Absinthe with Faust" versprüht ein besonderes, mystisches Flair.
Der Titeltrack hingegen ballert gleich nach Beginn richtig los. In knapp 10 Minuten Spielzeit serviert uns die Wiege des Drecks alles was das Metal-Herz begehrt. Peitschende Riffings, ein von Frauengesang begleiteter Chorus und ein keifender Dani am Mikro, perfekt!
Ebenfalls hervorzuheben, das bereits zuvor veröffentlichte "Medusa & Hemlock". Der Track bleibt immer straight und schnörkellos, vereint grandiose Insrumentalarbeit und gigantische Vocals.
Die Nachfolger "Coffin Fodder" sowie "English Fire" sind melodisch konstruiert, bleiben aber auch nach mehrmaligen Hören nicht haften.
Dieser Farblosigkeit wird vom bombastischen "Filthy little secret" ein jähes Ende gesetzt. Selbst ein Gitarrensolo segelt dem Konsumenten hier in den Gehörkanal. Auch die Hook-Lines sind griffig und laden zur Luftgitarre ein.
"Swansong for a raven" und "Mother of Abominations" sind wesentlich poetischer und voluminöser. Speziell auf Ersterem sticht ein perfekt arrangiertes Piano hervor.
Den Abschluss bildet "Nymphetamine FIX", was strenggenommen der Mittelteil des Titeltracks darstellt, in welchem Liv Kristine und Dani sich ein Duett liefern.

Kurzum: Eine gut arrangiete Platte, welche wohl am ehesten im Black/Goth Metal anzusiedeln ist. Verehrer der späteren Werke der Band können bedenkenlos zugreifen. Wer hier auf knallharten Schwarz-Metall hofft, irrt. Ich besitze diesen Silberling jetzt seit fast 10 Jahren und die Magie ist immernoch greifbar. Einige Songs schippern in der Belanglosigkeit, deshalb nur 4 Sterne. Aber jeder dieser Sterne ist absolut verdient! Wer also eine Symbiose von "Immortal" und "Tristania" hören möchte sollte mal ein Ohr riskieren...

Stay hard - stay heavy


Wintersun
Wintersun
Preis: EUR 22,61

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stark, stärker, WINTERSUN!, 21. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Wintersun (Audio CD)
Es gibt nicht viele Alben, die ich ohne lange zu überlegen als eines ohne Schwachstelle titulieren würde. Eines von eben diesen Werken hat der Finne Jari Mäenpää im Jahre 2004 auf den Markt gefeuert. Unmittelbar nach seinem Ausstieg aus der ebenfalls aus Finnland stammenden Metal-Band "Ensiferum" startete dieser seine Solo-Karriere als "Wintersun".
Das gleichnamige Debutalbum orientiert sich schon sehr stark am Stil seiner Ex-Truppe und fällt wohl am ehesten in das Genre Melodic Death Metal mit Folklore Einflüssen.

Von einem Debutalbum erwartet man im Regelfall keine perfekt arrangierten Instrumente, kein ausgereiftes Songwriting und hier und da mal das ein oder andere Manko oder technische Fehler. Mit derartigen Dingen braucht man Jari nicht zu konfrontieren denn sowas existiert auf "Wintersun" schlichtweg nicht.
Es lässt sich nicht verbergen, dass der Gute schon massiv Erfahrung im Metal-Business sammeln konnte. Und das Erlernte setzt er genial ein.
Bereits der Opener und mit abstand kürzeste Song "Beyond the dark Sun" gibt die Marschroute deutlich vor. Straighte Riffs, aggressive Vocals, die auf keinen Fall künstlich hasserfüllt klingen, und peitschende Drums.
Eine Steigerung bekommt der Hörer im zweiten Geniestreich geboten. "Winter Madness" ist wesentlich wütender und brachialer als sein Vorläufer. Der Chorus setzt dem Lied die Krone auf. Was dort für eine Spannung aufgebaut und aufrecht erhalten wird ist eine Sensation.
Einen Tempowechsel bringt "Sleeping Stars" mit sich. Ein Tritt auf die Bremse kommt nach einer derartigen Hochgeschwindigkeitsnummer immer gut an. Der Song wirkt melancholisch und wehmütig ohne dabei auf die Tränendrüse zu drücken und einschläfernd zu wirken.
"Battle against Time" drückt wieder ordentlich auf das rechte Pedal und macht da weiter wo "Winter Madness" aufhörte. Jari leistet auf dem Stück richtig gute Gesangsarbeit denn seine Vocals bewegen sich im ersten Drittel nahe an der Perfektion. Der Wechsel zwischen Strophe und Chorus ist verdammt gut arrangiert.
Direkt anknüpfen kann der Fünfer namens "Death and the Healing". Die Geschwindigkeit wurde etwas gedrosselt und der Hymnenfaktor nach oben geschraubt. Dieser Song lädt, vor allem im Refrain, zum mitgröhlen ein. Auch textlich hat der Song Tiefgang und regt zum Nachdenken an. Aber das sollte nach dem Hören der Scheibe erledigt werden. Denn es geht hammerhart weiter im Programm.
"Starchild" hält der Finne jetzt für uns bereit. Mein Favorit! Ein unglaublich komplexer Titel mit vielen Facetten und zahlreichen Rythmuswechseln. Allein die Stimmlage von Jari variiert auf dem Track so stark, wie andere Künstler es auf ganzen Alben nicht schaffen. Und auch instrumental wird alles geboten.
Anschließend schicken uns die Nordlichter auf einen Trip in die Death Metal Sparte. "Beautiful Death" entführt uns auf den Todesstreifen. Sägende Gitarren und brutale Screams. Geile Nummer!
Die längste Nummer zum Schluss. "Sadness and Hate" setzt den epischen Schlusspunkt. Hier werden nochmal die letzten 7 Titel kombiniert und auf den Hörer abgefeuert. Dieser Song wird trotz 10 Minuten Spielzeit niemals langweilig.

Dieses Album gehört in absolut jede gut sortierte Metal-Sammlung. Was "Wintersun" uns hier servieren ist einfach weltklasse. Jeder Song eine Granate nahezu ohne Schwächen. Wenn die Band dieses Niveau halten kann, haben wir noch viel Freude an den Finnen. Hut ab, Jari!

Stay hard - Stay heavy


The Manticore and Other Horrors
The Manticore and Other Horrors
Preis: EUR 11,97

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zurück in die Zukunft?, 21. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: The Manticore and Other Horrors (Audio CD)
Nachdem sich das 2010er Output "Darkly, darkly Venus Aversa" wieder deutlich an den Ursprüngen der Briten orientiert hat, schippern die Mannen um Daniel Davey jetzt wieder weg von den Wurzeln in ein bislang noch unbekanntes Gewässer. Keine Frage, der neue Meilenstein, genannt "The Manticore & other Horrors", kommt frisch und spritzig daher und zeigt einmal mehr, dass sich Cradle of Filth immer wieder neu erfinden können ohne dabei massiv an Niveau oder Seriösität einzubüßen.

Musikalisch bewegen sich die finsteren Gesellen ja nun schon seit Jahren nahe an der Perfektion. Und Trotzdem klingt das aktuelle Werk wieder etwas reifer und besser inszeniert als alles bisher Dagewesene. Über die gesamte Spieldauer der Platte fällt auf, dass es mehr Gitarrensolos gibt als auf anderen Cradle-Alben was der Scheibe fast schon eine Heavy-Metal-Touch verleiht. Diese Tatsache steht der Band außerordentlich gut zu Gesicht.
Nachdem fast schon obligatorischen Intro ballern die Herren dann auch ziemlich zügig los. "The Abhorrent" heißt Song numero Uno und dieser lässt im Anfangsriffing erstmal gut Dampf ab bevor er seinen Rythmus findet welcher stets wiederkehrt in den knapp 6 Minuten. Gutes Stück ohne Zweifel.
Der Titeltrack "Manticore" stellt ein weiteres Highlight des Silberlings dar. Alles in Allem ein ziemlich verrückter und bunter Song mit vielen Einflüssen und Arrangements aus diversen Spaten. Der Nachfolger "Frost on her Pilow" konnte bereits bevor der Veröffentlichung des Albums auf der Homepage der Band probegehört werden. Dieser Song wurde nicht zu unrecht von Dani & Co. als Leckerli für uns ausgelegt. Defintiv ein Must-hear!
Ferner ist "Siding with Titans" hervorzuheben. Nein, dieser Song handelt textlich nicht von Olli Kahn.. Und trotzdem ist er Weltklasse. Tiefe Riffs sägen permanent durch das Unterholz, untermalt von einem dichten Klangteppich erzeugt vom Keyboard und verziert von Dani`s spektakulären Stimme.
Mein Favorit ist jedoch "Succumb to This". Es ist auch gleichzeitig der einizige Song mit weiblicher Background-Stimme. Ein perfekter Chorus und geniale Rythmusgitarren heben dieses Stück weit nach oben. Kommt zumindest ansatzweise an Cradle-Klassiker der 90er ran wie z.B. "Beneath the howling Stars" oder "Dusk & her Embrace".
Abgerundet wird das Langeisen in typischer Cradle-Marnier mit einem feinen akustischen Outro namens "Sinfonia".

Es gibt für diesen Erguß der Engländer nur 4 von 5 möglichen Sternen, weil dieses Werk an Alben wie beispielsweise "Midian", "Cruelty..." und "Dusk..." gemessen werden wird und da kommt es bei aller Liebe nicht ran. Mit Black Metal hat "The Manticore" nichts mehr zu tun und das ist für mich eindeutig ein Wehrmutstropfen. Dieses Album ist ohne Zweifel gut und auch definitiv den Kauf wert - aber die Richtung in welche die Band sich bewegt gefällt mir nicht.

Stay hard - stay heavy


The Lord Of Steel
The Lord Of Steel
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Back to the roots, 26. November 2012
Rezension bezieht sich auf: The Lord Of Steel (Audio CD)
Anno 2012 trumpfen die Herren um Frontsau Eric Adams endlich mal wieder mit neuem Stoff auf! Und das wurde auch Zeit. Die vielen klassischen Elemente welche ja auf dem Vorläufer "Gods of War" noch sehr zahlreich vertreten waren, finden auf dem aktuellen Opus der Metal-Kings glücklicherweise keinen Platz. Man besinnt sich wieder lediglich auf den Kern des Heavy Metals ohne Schnörkel. Das ist die wohl größte Veränderung gegenüber den letzten beiden Alben.

Die Produktion, vor allem von Joey`s Bass, ist nicht unbedingt das gelbe vom Ei. Das soll dann aber auch schon das einizige Manko auf dem ansonsten starken Silberling sein. In gewohnter Marnier feuert das Quartet eine Hymne nach der nächsten ab. Bereits der Opener und Titelsong "The Lord of Steel" gibt die Marschroute vor. Beginnend mit einem klasse Riffing walzt sich der Song seinen Weg frei. Schöner Refrain und gutes Soli. Allgemein hat man den Eindruck, dass Gittarist Karl Logan auf diesem Album mehr Freiheiten eingeräumt wurden. Kamen die letzten Songs doch eher ohne Gitarrensolo aus, so wird auf diesem Langeisen fast jeder Song mit einem ausgestattet. Das kommt gut an.
"Manowarriors" und "Born in a Grave" knüpfen nahtlos am Opener an und haben überhaupt kein Problem das vorgegebene Niveau zu halten. Erst Song numero 4 "Righteous Glory" drosselt das Tempo etwas was der Platte jedoch keinen Abbruch tut sondern eher eine willkommene Abwechselung darstellt.
"Touch the Sky" könnte fast eine Pop-Nummer von Take That sein wenn die Gitarren wegfallen würden. Aber dieses Stück macht unheimlich Laune und stellt zusammen mit "Born in a Grave" und "El Gringo" meiner Meinung nach den stärksten Song der Scheibe. Das sechste Meisterwerk der Mannen um Joey DeMaio hört auf den Titel "Black List". Eine verdammt groovige Nummer bei der vor allem die Gitarren schwer wie Blei aus den Boxen feuern. Hab ich in der Form noch nicht von Manowar gehört, sehr gelungen.

"Hail, Kill and die" ist einfach nur überflüssig und fast eine Beleidung des Manowar-Klassikers "Hail and Kill". Sowas hätte man sich schenken können. "Expandable" und "Annihilation" sind gut aber gehen auf dem Album einfach unter weil der Höhepunkt fehlt. Das Schlusslicht stellt die Ballade "The Kingdom of Steel". Hmm, okay aber muss man nicht gehört haben. Das Flair fehlt und für eine Ballade ist das schon ein Muss.

Im Großen und Ganzen ist das Album absolut gelungen. Lediglich die Produktion ist etwas auf der Strecke gebleiben aber einem guten Heavy Metal Silberling tut sowas keinen Abbruch. Wer also auf straighten und lupenreinen True Metal steht, muss im Besitz dieser Scheibe sein.

Stay Hard - Stay Heavy


Vempire
Vempire
Preis: EUR 22,46

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Supreme Vampyric Evil, 25. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Vempire (Audio CD)
Angesichts der Tatsache, dass dieses Album, laut eigener Aussage der britischen Kultkombo, nur eine halbherzige Produktion gewesen sei, ist das Ergebnis doch mehr als nur eine halbe Sache. Aufgrund des Zerwürfnisses mit ihrem damaligen Label nahm die Band nur ein Jahr nach dem Debütalbum diesen Silberling auf, da der Vertrag mit Vorlage der Scheibe als erfüllt zu den Akten gelegt werden konnte. Jaa, auch im Metalbusiness gibt es Bürokratie und Schikane.

Musikalisch werden weitesgehend die Wege von "The Principal..." beschritten. Komplett übernommen vom Jungfern-Werk haben Dani & Co. den Song "The Forest whispers my Name". Kann man mal machen zumal wenn es sich bei dem guten Stück um ein solches Sahnetörtchen handelt.
Eine kleine Änderung gibt es Seitens der Produktion. Diese kommt auf "VEmpire" wesentlich druckvoller und technisch einwandfreier daher als noch ein Jahr zuvor.
Textlich lassen sich die finsteren Herren wieder über das Thema des Vampirismus aus. Dies verleiht der Platte eine düstere jedoch nicht beklemmende Atmosphäre.

Mein persönlicher Topfavorit der Scheibe ist "Queen of Winter, throned". Man, was für ein Opus haben uns Cradle da wieder beschert? In großzügigen 10 Minuten beschenken uns die Grafen mit allem was das Herz begehrt. Von der diabolisch gesprochenen Einleitung über einen markerschütternden Chorus bis hin zum von Frauengesang begleiteten Finale. Einfach großer Sport dieser Song. Seit Jahren in meinen Cradle Top 5.
Ansonsten bietet das Langeisen mit "The Rape and Ruin of Angels" noch ein weiteres Highlight. Ebenfalls mit Überlänge und klasse eingesetzten Arrangements.

Definitiv ein sauberes Album welches nur zu empfehlen ist. Da es nur 6 Stücke beinhaltet und wir gerne mehr gehabt hätten, gibt es nur 4 Sterne. Aber das was Angeboten wird ist solide und gut umgesetzt. Und letztendlich ist der Kauf allein durch Song Numero 3 zu rechtfertigen. Wer also auf die frühen Werke der Band steht sollte diese Album nicht missen.

Stay hard - stay heavy


Doedskvad
Doedskvad
Preis: EUR 18,77

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen True norwegian Black Metal, 21. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Doedskvad (Audio CD)
Teufel sein Dank ist Hoest, seines Zeichens Mastermind und einzig beständiges Mitglied der Band "Taake" , bei der Komposition seiner Songs einfallsreicher als bei der Auswahl der Namen der Lieder. So hören die Stücke von "...Doedskvad" auf Part I bis Part VII. Zu deutsch übersetzt heißt der Bandname Nebel. Gewählt von Hoest als Tribut an die Nebelbänke die stetig seine Heimatstadt Bergen in Norwegen umgeben. Aber auch musikalisch lässt sich eine Verbindung zum Namen herstellen.
Genau wie der Nebel uns an trüben Herbsttagen ummantelt, so tut dies auch die Musik von "Taake" nach dem Drücken der Play-Taste vom CD-Spieler. Bereits in den ersten Sekunden vergisst man alles um sich herum und versinkt in den dichten Nebelschwaden Norwegens. Getragen von der glasklaren Produktion der Musik und dem druckvollen Rythmus der Gitarren sowie dem stampfenden Drumming. Ein ächzender Hoest gibt stets den Weg vor und beweist einmal mehr, dass er zur Sperrspitze der Black Metal-Shouter gehört. Irre Stimme mit hoher Wiedererkennung und absolut kranker Spannbreite.

Jeder Song hat eine markante Hookline die immer wiederkehrt von Anfang bis Ende. Trotzdem werden im Laufe der Lieder des Öfteren Rythmuswechsel vorgenommen was teilweise an "Immortal" erinnert. Auch in technischer Hinsicht können "Taake" dem Großen Bruder aus Bergen durchaus nacheifern.
Textlich lässt sich Hoest fast ausschließlich über die Natur Skandinaviens aus und verzichtet auf primitive Satansgebete was ansonsten Im Black Metal immer wieder gerne aufgegriffen wird. Verfasst sind alle Lyrics in einem alten norwegischen Dialekt.
Texte und Musik gehen bei allen Stücken auf diesem Longplayer eine Symbiose ein und das wirkt sich absolut positiv auf die gesamte Platte aus. Man höre sich nur mal die letzten 2 Minuten von Part II an. Einfach nur perfekt. Und das ist nur ein Beispiel.

Meiner Meinung nach eine der meist unterschätzten Bands der Black Metal Szene. Was die Norweger hier auf Silber pressen verdient höchste Anerkennung und braucht keinen Vergleich mit großen Namen zu scheuen. Wer also auf straighten Black Metal mit Rythmus und ohne Schnörkel steht, der braucht dieses Album in seiner Sammlung!

Stay hard - stay heavy


The Principle of Evil Made Flesh
The Principle of Evil Made Flesh
Wird angeboten von Positive srl
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Fundament des Erfolges, 21. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: The Principle of Evil Made Flesh (Audio CD)
Bevor es zu der Veröffentlichung des ersten Langspielers kommen konnte, musste sich das Besatzungskarussell erstmal kräftig drehen. Das furiose Debüt der britischen Grafen um Daniel Davey wurde dann im Jahre 1994 bei Cacophonous Records produziert. Und eben dieses Werk sorgte in der Szene für mächtig Aufsehen. Nicht nur weil die Band die bis dato eng gesteckten Grenzen des Genres Black Metal überschritten, sondern vor allem aufgrund ihres beachtlichen Talents.
Da es in den frühen 90ern eben üblich war, so evil wie möglich zu wirken, schminkten auch die Mannen der "Wiege des Drecks" ihre Fratzen im bekannten Panda-Look. Dies wurde im Laufe der Bandgeschichte dann eher nebensächlich.

Musikalisch wird die Marschrichtung bereits hier deutlich. Facettenreicher Black Metal mit gotischen Elementen, Keyboardeinsatz und Frauenstimmen als Backgroundvocals. Textlich ist markant, dass die Kombo bzw. Dani sich eines sehr anspruchsvollen Englischs bedient, welches überwiegend in alten Gedichten Verwendung fand.
In Anbetracht des Releasedatums ist die technische Finesse und das handwerkliche Können der Protagonisten absolut erstaunlich. Natürlich ist das Klangbild noch roh im Vergleich zu späteren Werken der Band, aber die Konkurrenten aus dem hohen Norden holzten sich damals wesentlich grobmotorischer durch ihre Songs.
Stücke wie "The Forest whispers my name", "The black godess rises" und auch "Summer dying fast" gelten heute als Klassiker und werden auf fast jedem Konzert gespielt.

Dieses Langeisen versprüht permanent eine greifbare Atmosphäre welche den Hörer ins kalte und nebelige Südengland entführt und dort durch die schmalen Gassen des Nachts entlangschlendern lässt. Die Magie und Mystik ist in jedem Stück gefangen und bereit den Konsumenten zu verzaubern. Verpackt wird das alles in mächtigen Gitarrenwänden umschnürrt von ballernden Drums und einer Stimme die keine größere Spannbreite haben kann.

Fazit: Solider Black Metal mit gotischen Einlagen, zahlreichen Facetten und guter Instrumentalarbeit. Sicherlich noch etwas roh in der Produktion aber definitiv ein gewaltiges Statement. Jeder Fan von anspruchsvollem Black Metal sollte diesen Silberling sein Eigen nennen.

Stay hard - stay heavy


Damned in Black
Damned in Black
Preis: EUR 19,33

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine verdammt graue Maus, 3. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Damned in Black (Audio CD)
Niemals würde ich dieses Langeisen der norwegischen Dauerbrenner als Flop bezeichnen, aber das Niveau vom Vorgänger kann bei aller Liebe nicht gehalten werden. Instrumental leisten Immortal wiedermal Großes, doch die Songs bieten einfach keinen Grip. Es bleibt nichts hängen auch nach mehreren Durchläufen verschwindet das Gehörte schnell wieder aus den grauen Zellen. Und das ist einer der größten Unterschiede zu "At the Heart of Winter". Die kalten Riffs welche auf allen älteren Werken noch allgegenwärtig waren existieren auf "Damned in Black" nur noch sehr vereinzelt.

Lieder wie "Wrath from above" oder auch der Titeltrack haben 4 Sterne verdient, aber alle anderen Stücke dümpeln in der Belanglosigkeit herum und kommen lange nicht an das bisher Veröffentlichte Material der Band ran.
Die Messlatte lag hoch das war allen klar, aber auch Immortal war das nicht fremd und "Damned in Black" kann den hohen Ansprüchen meiner Meinung nach einfach nicht gerecht werden.
Es ist bei weitem kein mieses Album. Jedoch in Anbetracht des Vorläufers UND des Nachfolgers geht es unter zwischen zwei Meisterwerken.

Wer also ein richtig gelungenes Black Metal Album von Immortal sucht, sollte eher zu "At the Heart of Winter" oder "Sons of northern Darkness" greifen. Sorry Immortal, aber das war nicht eure beste Leistung.

Stay hard - stay heavy


At the Heart of Winter
At the Heart of Winter
Preis: EUR 13,73

5.0 von 5 Sternen Der vertonte Winter, 3. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: At the Heart of Winter (Audio CD)
Nachdem publik wurde, dass Demonaz aufgrund seiner schweren Armverletzung nie wieder Gitarre spielen wird, hatten die meisten Black Metal Fans große Sorge um Norwegens Kultband. Diese Sorgen konnten aber im Jahre 1999 abgelegt werden, denn Abbath und Horgh prügelten "At the Heart of Winter" mal eben kurzer Hand zu zweit ein. Demonaz wirkte jedoch noch im Songwriting mit. Der auf dem Vorgänger eingeschlagene Kurs wurde um 180° gedreht - wieder weg vom Death Metal Richtung Schwarzmetall.

Geboten wird dem Hörer der vertonte Winter. Bereits das erste Riff vom Opener "Withstand the Fall of Time" verbreitet Monotonie und Kälte. Dieser Song brennt sich sofort im Gehörkanal fest dank klasse Gitarrenarbeit und Erdbebendrums. Mühelos kann der zweite Geniestreich der Bergener sich dem Niveau anpassen. Mit gut sechs Minuten stellt "Solarfall" den kürzesten Song der Platte dar. Aber in der kürze liegt in diesem Fall eindeutig die Würze. Das Wechselspiel der druckvollen Elemente und der ruhigen Passagen wird von Abbath und Horgh in bester Marnier umgesetzt. Auch hier setzen Immortal markante Riffs ein gepaart mit knackigen Drums.

Das ganze Album wird durchzogen von perfekt inszenierter Instrumentalarbeit. Nicht umsonst sind die Norweger die Besten im Black Metal Metier an ihren Werkzeugen.
Dies wird einmal mehr klar auf dem genialen "Where dark and light don`t differ". Die Kälte der tiefen skandinavischen Wälder schleicht sich langsam aus dem Boxen und legt sich wie ein Schleier über den Hörer. Übermannt von den eiskalten Riffings ist der Konsument gnadenlos der Genialität des Songs ausgesetzt. Dieses Stück vereint alle Stärken der Band und gehört sicherlich zum Besten was Immortal im Petto haben.
Trotz des hohen Niveaus welches vorgelegt wurde, hat der Titeltrack kein Problem dieses zu halten. Mit einem Intro von 2 Minuten startet der Kracher und drückt dann nach der Einleitung übelst auf das rechte Pedal. Genau wie sein Vorläüfer zählt auch dieser Song zum Vorzeigestück der Band.

Wer auf klaren und druckvollen Black Metal steht, kann bei "At the Heart of Winter" ohne Bedenken zugreifen. Die Fans der älteren Werke ala "Pure Holocaust" sollten erstmal probehören. Für mich zählt das 99er Release der Norweger Urgesteine zu den besten Black Metal Alben der 90er Jahre (zusammen mit "Storm of the Lights bane" von Dissection und "In the Nightside Eclipse" von Emperor).
Dieses Album wird definitiv den eisigen Winter Nordeuropas in Euer Wohnzimmer bringen - auch im August, versprochen!

Stay hard - stay heavy


Somberlain
Somberlain
Preis: EUR 18,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Euronymous wäre stolz gewesen, 1. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Somberlain (Audio CD)
Als die Band um Jon Nödtveidt 1993 den Deal mit No Fashion Records klar machte, wurde unmittelbar danach ein Meisterwerk des Extreme Metals auf die Menschheit losgelassen. Gewidmet wurde dieser Meilenstein der kurz zuvor ermordeten Szene-Ikone "Euronymous" von den Black Metal Veteranen Mayhem.

Gleich zu Beginn des Silberlings beschenkt uns die schwedische Metalschmiede mit einem der besten Stücke ihrer Bandgeschichte und darüber hinaus so zeimlich das genialste, was der Black Metal zu bieten hat. "Black Horizons" bietet schnelle Passagen mit Blastbeats, sägende Gitarrenriffs und einen geilen Refrain. Ein Song wie er besser kaum sein kann.
Nahtlos anknüpfen kann der Titeltrack "The Somblerlain". Auch hier verwöhnt uns die Kombo aus Strömstad mit genialem Gitarrenspiel und donnernden Drums veredelt von Nödtveidts Organ. Dieser Track ist jedem Fan von melodiösen Black/Death Metal zu empfehlen.
Weitere Highlights auf der Platte sind "A Land forlorn". Klasse Song mit geilem Rythmus und der typischen Priese Dissection-Magie. Das Tempo wurde hier etwas gedrosselt was nicht zuletzt durch den rein akustischen Vorläufer "Crimson Towers" noch stärker zur Geltung kommt. Aber das macht auch den Charme der Scheibe aus. Das permanente Wechselspiel der Geschwindigkeit. Nie wieder ist der Band dies so gut gelungen wie auf dem `93er Release.
Insgesamt sind 3 Akustiksongs auf dem Langeisen von denen "Feathers Fell" den wohl prominentesten stellt. Aber auch das bereits zuvor als EP veröffentlichte "Into infinite Obscurity" kann sich hören lassen.
Des Weiteren lässt sich das ebenfalls schon als EP bekannte "The Grief Prophecy" hervorheben. In knackigen 3 Minuten verpacken die finsteren Gesellen alles was es braucht um ein perfekten Song zu erschaffen. Definitiv ein Dissection-Klassiker!

Fazit: Ein absolut gelungenes Album. Für mich zählt es zum Pflichtprogramm der Black Metal Geschichte. Wer wirklich mitreden will kommt an "The Somberlain" nicht vorbei.

Stay hard - stay heavy


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