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Rezensionen verfasst von
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien)
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   

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Wird angeboten von Patronenbob
Preis: EUR 25,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Top-Service, Top-Qualität, 13. August 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Nach zahlreichen Warnungen vor günstigen oder nachbefüllten Tonerpatronen habe ich es wg. der vielen positiven Rezensionen doch einmal mit der Hainberger-Patrone versucht. Die Preisunterschiede sind einfach zu groß (70 EUR das Samsung-Original für 1500 Seiten vs. 26 EUR Hainberger für 2500 Seiten. Also für ein Fünftel der Druckkosten/Seite!). Und es war ein voller Erfolg. Der Austausch der Patronen ist simpel, obwohl ich zwei linke Hände habe. Einen kleinen "Schock" konnte ich über die supernette Hotline schnell lösen - die Patrone passte nicht, weil ich vergessen hatte, eine Plastik-Schutzkappe vorne abzuziehen. Sofort nach Einlegen erkennt der Drucker (mein Modell ist der Samsung SCX 3200) die Patrone automatisch und druckt weiter. Wer hier woanders mehr Geld bezahlt, ist wirklich selber Schuld.


Kein Titel verfügbar

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein imperialer Engländer zum Zeitgeist 1891, 28. November 2009
Gut, dass es in diesem Buch um das englische Reich und nicht um das deutsche geht, denn sonst müsste es wahrscheinlich wegen Kriegsverherrlichung verboten werden. Auf jeden Fall würde der Autor als ganz schlimmer Nazi in den Medien zerrissen und heute tot geschwiegen. Und auch die Freimaurerlogen würden ihn nicht stolz als einen ihrer berühmten Mitglieder listen. Zu allem Überfluss prangten auf Kiplings alten Büchern auch noch Hakenkreuze, allerdings eher, weil sie - wie später von Hitler - der indischen Symbolik entnommen waren, wo sie einst uralte positive Kräfte darstellten.

Aber hier geht es eben um das englische Weltreich auf seinem Höhepunkt, Kolonien wurden erobert, Sklaverei und Zwangsarbeit waren Grundlage des Systems, Völkermord und Landraub waren staatliches Prinzip. Das Buch erschien 1891. Mit dem Inhalt will ich's kurz machen und auch gleich das Ende vorwegnehmen, weil ich denke, dass es ohnehin nicht viel vergibt: Der junge Engländer Dick arbeitet an der britischen Front im Sudan, kämpft und kehrt nach Kriegsende nach London zurück, wo er sich mehr oder weniger langweilt und dann als Folge seiner Kriegsverletzung plötzlich erblindet ("Das Licht erlosch"). Doch Dick hegt keinen Gram gegen den Krieg, nein, es ist grad umgekehrt. Als letzte sinngebende Handlung seines Lebens fährt er schließlich blind wieder an die Front der neu aufflackernden Kolonialisierungskriege und lässt sich dort durch Feindeskugel erlegen. Kipling schließt mit dem pathostriefenden Satz: "Sein Glück hatte bis zuletzt gehalten, bis zu der letzen Gnade einer freundlichen Kugel durch den Kopf."

Selbstverständlich ist Kipling ein hervorragender Autor und die ganze Geschichte sprachlich und stilistisch perfekt (meine Übersetzung ist die von Leopold Rosenzweig). Die Frage ist nur, ob man so etwas lesen will - mir war die Botschaft des Buches einfach zu platt. Man kann da seitenlange Interpretationen über die zahlreichen Bilder und Rollen schreiben, über Waisenkinder, die Melancholie oder gar die Frage, "Wo war Moses, als das Licht erlosch?" - womit der Bogen zum Alten Testament geschlagen ist und möglicherweise gar zum biblischen Lichtbringer/Luzifer, oder was immer der Altmeister mit der Symbolik gemeint hat. Letztlich treten alle Lebensinhalte wie Liebe, Beruf, Familie, Heim und Heimat in den Schatten, wenn es um den Krieg geht. Der Krieg wird zum Selbstzweck, zum Lebensziel, und seine Legitimation in keiner Weise hinterfragt. Vielmehr wird mit stumpfer Kriegsbegeisterung gejubelt, als es endlich wieder an die Front geht.

Vielleicht ist der Mehrwert dieses Bandes die Vermittlung des Zeitgeistes von 1891. Und noch immer zieht das angloamerikanische System Jahr für Jahr seine Kriege durch - in den letzten 100 Jahren gab es kaum ein Jahr, wo die erleuchteten Militärs nicht im Einsatz waren. Das britische Kolonialreich ist zwar trotz aller Opfer kollabiert, aber dafür hat ja das mosaische USrael das Licht übernommen.


Ein Jahr auf Mallorca: Reise in den Alltag (HERDER spektrum)
Ein Jahr auf Mallorca: Reise in den Alltag (HERDER spektrum)
von Marie Roth
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auswandern nach Mallorca?, 28. November 2009
Rund 2 Millionen Deutsche verbringen jedes Jahr ihren Urlaub auf Mallorca, 70.000 haben dort bereits ihr festes Domizil. Die Autorin hat insgesamt sieben Jahre auf der Insel gelebt und ihre Erfahrungen in diesem autobiografischen Buch zusammengefasst. Den Zeitraum hat sie auf ein Jahr gestrafft, wodurch das Tempo gesteigert ist. Es passiert also Schlag auf Schlag etwas, und zu meiner Freude ist auch der Sprachstil exzellent, so dass das Lesen sehr vergnüglich ist. Roth erzählt von den typischen Schwierigkeiten eines jeden Auswanderers, wenn man sich in einer neuen Kultur, Sprache, Arbeitswelt und Freundeskreis zurechtfinden muss, und das bei meist desaströser Finanzlage. Sie vermittelt gut die speziellen Eigenarten der Mallorquiner, die Geschichte, Gesellschaft, "Alemannisierung" der Insel, aber auch Landschaft, Freundschaften und eine zarte Romanze. Insgesamt ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild. Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die auf die Balearen übersiedeln wollen oder die als Touristen an Hintergrundinformationen aus erster Hand interessiert sind.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 7, 2011 11:18 PM CET


Träume
Träume
von Gasparo Giudice
  Taschenbuch

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kafkaeske Fragmente, 16. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Träume (Taschenbuch)
1990 hat Gaspare Guidice diesen kleinen Band unter dem Titel "sogni" herausgegeben. Er enthält Traumerzählungen Kafkas aus Tagebüchern und Briefen etwa aus dem Zeitraum 1909-1920. Kafka litt unter Schlaflosigkeit, wachte mehrfach pro Nacht auf, und schrieb seine Erinnerungen nieder. Kafkas Traumwelt war sehr intensiv, kurios und surreal, sie enthielt Elemente der Erotik, des Theaters, der Angst, Reisen und Alltag, und tatsächlich könnten viele Träume ihn zu Szenen in seinen bekannten Werken inspiriert haben.

Es ist dies jedoch ein Band voller Bruchstücke, viele Träume sind nur Bilder, eine kurze Situation, die er oft nur teilweise erinnert. Sie sind skurril, aber auch ohne jeden Zusammenhang, ohne Handlung. Wenn schon Kafka selbst nichts damit anfangen konnte, was soll der Leser tun? Die Zitate sind zeitlich gemischt, was den Bezug zur Biographie/ realen Leben erschwert. Interpretationen enthält der Band ausdrücklich nicht, aber einige Träume sind mit biographischer Information hinterlegt - leider in einem Anhang, so dass ständiges Blättern erforderlich ist.

Eingefleischte Kafka-Fans werden hier eine Ergänzung zum Gesamtwerk finden, mich hat es jedoch nicht sehr beeindruckt. Kafkas ausgearbeitete Werke lohnen das Lesen weit mehr. Die Traumzitate wären besser eingebettet im Rahmen einer Biographie, in einem größeren Rahmen mit mehr Hintergrund, wo sie ein entscheidendes Quentchen mehr Information z.B. in den Beziehungen zu Felice Bauer und Milean Jesenská liefern könnten. Aber einfach so aneinander gereiht stehen sie zu abstrakt im Raum.


Jenseits von Afrika
Jenseits von Afrika
DVD ~ Meryl Streep
Preis: EUR 4,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gewaltig, aber nicht ausgereizt, 8. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Jenseits von Afrika (DVD)
Nach dem Lesen der beeindruckenden Biografie über Aufbau und Niedergang der kenianischen Kaffeeplantage 1913-1931habe ich mir auch den Film nochmals zu Gemüte geführt. Ergebnis: Der Film, den ich als Spitzenwerk in Erinnerung hatte, ist zwar gelungen mit gewaltigen Bildern aus der Wildnis Afrikas, doch er bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück. Vielleicht ist es das klassische Problem, dass die umfangreiche Gedankenwelt Blixens im Film gar nicht darstellbar ist. Wo Meryl Streep vielleicht einmal einen Moment nachdenklich-gelangweilt schaut, da schreibt Blixen 10 Seiten über Wildnis und Zivilisation, Schwarz und Weiß, Leben und Tod.

Buch wie Film weichen von der Realität ab. Blixen meist durch simple Unterlassung, so werden die gesamte Beziehung zu ihrem Mann, ihre Syphilis-Erkrankung, aber auch die Affaire mit Denys Finch Hatton mit keinem Wort erwähnt. Der Film greift diese Elemente auf und stellt die Beziehungen sogar in das Zentrum der gesamten Handlung bis zum bitteren Ende, wobei er hier fiktiv einiges dazubastelt. Denn Finch Hatton war längst tot, als die Farm verkauft wurde, und die Beziehung war gebrochen, bevor er starb. Der Film bedient sich also noch mehr als das Buch der dichterischen Freiheit.

Von der Besetzung her hätte ich nach dem Buch eher Robert Redford in der Rolle ihres Mannes erwartet, der verarmte Baron und Lebemann, der gern das Geld anderer Leute ausgibt und sich bei den Huren von Nairobi die Syphilis holt. Finch Hatton dagegen beschrieb Blixen als zurückhaltend und gar nicht eingebildet, tiefsinniger, mit beginnender Glatze. Dem entspricht eher Klaus M.Brandauer. Meryl Streep schließlich verkörpert eine verhaltene Überheblichkeit, die zwar zum Zeitgeist der Kolonien und zu Hollywood passen mag, die aber im Buch so gar nicht zu spüren ist.

Zeitlich hatte ich den Film viel länger in Erinnerung - woher sind mir nur die Szenen von der Heuschreckenplage im Kopf? Er kommt mir massiv gekürzt vor, aber eine längere Version habe ich nirgends gesehen. 30 Minuten länger hätte vielen Szenen die entscheidenden Sekunden mehr gegeben, die sie m.E. gebraucht hätten. Die Geschichte hat das Zeug zum Epos à la "Vom Winde verweht", aber da kommt der Film nicht heran.


Disteln für Hagen: Bestandsaufnahme der deutschen Seele
Disteln für Hagen: Bestandsaufnahme der deutschen Seele
von Joachim Fernau
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die andere Interpretation der Nibelungen, 6. November 2009
Die Nibelungensage fasziniert mich schon seit Jahren. In vielen Varianten nacherzählt und interpretiert, ich habe bislang so 200 größere Werke dazu gezählt.

Nun, Fernau, einer meiner Lieblingsautoren, hat eine weitere geschrieben - eine Interpretation. Und sie ist ein wenig gewagt, denn Fernau macht daraus gleichzeitig eine "Bestandsaufnahme der deutschen Seele". Nun wissen wir, dass die deutsche Geschichte seit Ende des 2.Weltkriegs von den Siegern - die u.a. von Fernau in Halleluja ihr Fett wegkriegen - von 2000 Jahren auf 12 reduziert wurde. Ein Nachdenken über die deutsche Seele, wenn nicht per sé unterwürfig, ist daher von vornherein problematisch.

Ich sehe allerdings eher den Versuch problematisch, im Nibelungenlied überhaupt eine deutsche Seele zu suchen, denn ich bin nicht davon überzeugt, dass der unbekannte Autor irgendwann im 12.Jahrhundert überhaupt diesen Anspruch gehabt hat. Mit dem Hinweis auf die "Nibelungentreue" stellte sich der deutsche Kaiser hinter Österreich - und ging damit unter, so wie Hagen vom sicheren Untergang wissend seinem König an den Hunnenhof folgte.

Fernau macht sich erst an Siegfried ran, den schönen, allzu perfekten Krieger, der dafür gehasst und von seinen Neidern hinterrücks ermordet wird - passend zur Dolchstoßlegende. Doch dann vollzieht Fernau plötzlich eine Wende, er demontiert Siegfried zu einem "hirnlosen Raufbold" und Draufgänger ohne Titelanspruch und er sympathisiert zusehends mit Hagen - seiner unverbrüchlichen, aufrechten Königstreue, seinen konservativen Werten und der düsteren Konsequenz, mit der er seine Werte vertritt, selbst wenn sie den eigenen Tod bedeuten. Ist das die deutsche Seele? Ist sie heute anders, besser, schlechter? Ich weiß es nicht. Fernau würde die heutige Gesellschaft sicher eher mit dem jungen Siegfried gleichsetzen, die aus reiner Blödheit wieder dem Untergang entgegen geht, nur dass sie es diesmal nicht vorher merkt.

Sicher ist, dass Fernaus Faible für Hagen einmalig ist in der gesamten Nibelungenliteratur. Die gesamte Diskussion um die deutsche Seele ist aber nur ein winziger Teil dieses Buches, denn eigentlich arbeitet sich Fernau tief in das Lied an sich vor und interpretiert die verschiedenen Rollen und Beweggründe in vielerlei Hinsicht. Er geht zu den Ursprüngen, der Edda-Sage, der Thidrek-Sage und dem hunnischen Atli-Lied, bei denen sich der Nibelungenautor offensichtlich bedient hat, und Fernau deckt Widersprüche auf, wo der Nibelungenautor die historischen Puzzleteile nicht ganz sauber neu zusammengesetzt hat. Ich sehe das Buch als einen zentralen Beitrag zur Nibelungenliteratur, nicht zuletzt auch deshalb, weil es wieder im erfrischenden Stil Fernaus geschrieben ist. Fernau verzettelt sich nicht, sondern er bleibt knackig am Ball und unterhält den Leser.

Das Buch richtet sich an Leser, die das Nibelungenlied schon kennen, denn es setzt die Kenntnis der Geschichte voraus und deckt natürlich die Spannungselemente auf. Wem das Original zu anstrengend ist, dem empfehle ich als leichtverdaulichere Prosa-Fassung den Nibelungen-Roman.


Afrika - dunkel lockende Welt
Afrika - dunkel lockende Welt
von Tania Blixen
  Gebundene Ausgabe

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Flucht nach Afrika, 6. November 2009
17 Jahre lang hat die dänische Schriftstellerin und (angeheiratete) Baronin Karen Christence von Blixen-Finecke unter oft sehr widrigen Umständen ihre Kaffeeplantage in Kenia in der Nähe von Nairobi geführt, 1913-1931. Nach mehreren Missernten - die Plantage lag für die Kaffeesorte zu hoch, und für eine Umwandlung fehlte das Geld - musste sie schließlich verkaufen.

Der Schreibstil ist berauschend, und die Bilder gewaltig. Blixen beschreibt Land und Leute, Wildnis und Zivilisation, Weiße und Schwarze, Naturkatastrophen, Großwildjagd und vielerlei Begebenheiten auf der Farm. Ich lese naturgemäß recht schnell, aber dieses Buch habe ich Zeile für Zeile aufgesogen. Blixen war eine hochinteressante, gebildete Frau, die über viele Dinge des Lebens philosophiert hat.

Ein tiefer Drang nach Freiheit und Wildkeit durchzieht dieses Buch, was allerldings zu relativieren ist, betrachtet man etwa die feudalen Verhältnisse in der Kolonie und die Unterdrückung der Eingeborenen, die das halbe Jahr Zwangsarbeit für die Grundbesitzer leisten mussten. Blixen trauert einmal zwei Giraffen nach, die in einen deutschen Zoo sollen, schießt aber selbst laufend Großwild und zwingt wilde Bullen zu Arbeitsochsen. Ihr Untergang am Ende sind letztlich die Schulden, denn selbst im tiefen Afrika konnte die Aussteigerin der Schuldsklaverei nicht entkommen.

Erst im Nachwort wurden mir gewisse Dinge bewusst, denn Blixen hat Dinge ausgelassen und einiges geschönt. Ihr Mann, mit dem sie die Farm gegründet hat, wird praktisch nicht erwähnt, die Biografie beginnt erst nach der Scheidung 1920. Auch über ihre Syphilis-Erkrankung verliert sie kein Wort, obwohl das der Grund für ihre wiederholten Reisen nach Europa war. Die Liebesbeziehung zur dem Großwildjäger Denys Finch Hatton, durch die sie immerhin zwei Fehlgeburten hatte, ist auf eine Freundschaft reduziert. Und selbst die Brände, Schulden und Missernten werden erst zum Ende hin angesprochen. Das ganze Buch durchzieht eine Schwermut, die es sehr tiefsinnig machen, aber deren Ursachen sie selbst wenig aufdeckt.

Ich werde mir auch die Verfilmung nochmals zu Gemüte führen, die dem Buch sehr gerecht wird. Der Film ("Jenseits von Afrika") bringt viele Episoden auf eine Linie, die im Buch mit zeitlichen Sprüngen erzählt werden.


Die Schatzgräber. Eine unterhaltsame Geschichte aus Spanien.
Die Schatzgräber. Eine unterhaltsame Geschichte aus Spanien.
von LUDWIG. BRINKMANN
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Amüsante Posse in Südspanien, 7. Oktober 2009
Der Autor Ludwig Brinkmann ist ein deutscher Ingenieur, der in den 1920er Jahren die Welt für Bergbauprojekte durchreist hat. Eine gewisse Affinität zu Gold und Silber ist bei ihm also vorhanden. Die Schatzgräber-Geschichte stammt aus dem Jahr 1928 und spielt in einem Dorf in Südspanien, in dem ein deutscher Professor und sein Freund einen Schatz heben wollen. Doch schon bald zeigt sich, dass in diesem Dorf wohl jeder jeden betrügt - nichts und niemand ist so, wie er scheint, doch irgendwie gleicht sich damit alles aus. Die Gleichung gerät nur aus dem Gleichgewicht, als überraschend doch ein Schatz auftaucht. Am Ende eskaliert alles in einer kuriosen Gerichtsverhandlung, und ein verrückter Wildwestheld spielt auch noch mit.

Sprache und Stil sind auf Höchstniveau und eine Freude zu lesen, wenngleich man sich 1928 noch mehr Zeit für Beschreibungen genommen hat. Die Story würde heute schneller geschrieben, und wahrscheinlich wesentlich härter. Dieses Buch kommt noch ohne Tote aus, obwohl es eine Reihe Versuche dazu gibt. Konstruktion und die Entflechtung zum Ende hin sind ausgeklügelt und gelungen. Die Schatzsuche an sich ist fast nebensächlich, im Mittelpunkt stehen hier die vielfältigen Beziehungen und Heimlichkeiten aller Beteiligten. Die Geschichte hat viel von einer guten Theaterposse, es ließe sich sicher gut ein Drehbuch daraus stricken. Nachdem ich es zu Beginn weglegen wollte, bin ich froh, es zuende gelesen zu haben - darum als kleine Warnung abgerundete 3,5 Sterne.


Sie kamen bis Konstantinopel (Historische Romane Von Zabern)
Sie kamen bis Konstantinopel (Historische Romane Von Zabern)
von Frank S. Becker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,90

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Chaos bis Kontantinopel, 2. Oktober 2009
Drei Schicksale erfährt der Leser hier, die um das Jahr 640 an den drei Ecken der damaligen bekannten Welt beginnen, und alle machen sich auf den Weg nach Konstantinopel. Der irische Mönch Patricius wandert von Irland los, der Moslem Daud aus dem Morgenland, und die junge Griechin Pelagia aus Karthago. Wieder und wieder kreuzen sich ihre Wege, bis alles zum Schluss in der Schlacht um Konstantinopel 674 kulminiert. Das war der erste große Angriff des Islam auf das christliche Europa.

Mit der Schlacht um Konstantinopel in der Zeit des "dunklen", da wenig dokumentierten Mittelalters hat Becker einen interessanten Hintergrund gewählt. Viele beschriebene, oft recht blutige Begebenheiten beruhen auf Tatsachen, wie er im sehr informativen Anhang erläutert. Leider hat mich die Geschichte selbst nicht mitgerissen, zu klischeehaft und gesichtslos sind die Charaktere, die Handlungsstränge zu weit auseinander und oft sprunghaft, die Zusammenhänge konstruiert. Der Roman ist sehr actionlastig, Gedankenwelt und Persönlichkeit der Agierenden kommen zu kurz.

Nun gibt es bei historischen Romanen einen nicht unerheblichen Wettbewerb. Der Weg von Patricius hat mich z.B. an Noah Gordons "Medicus" erinnert, oder der von Daud an Karl Mays "Durch die Wüste". Neben vielerlei Abenteuern treffen auch hier Christentum und Islam aufeinander. Im Vergleich zum Stil und Tiefgang dieser Werke komme ich bei diesem Buch auf 3 Sterne.


Mensch, Papa!: Vater werden - Das letzte Abenteuer. Ein Mann erzählt
Mensch, Papa!: Vater werden - Das letzte Abenteuer. Ein Mann erzählt
von Kester Schlenz
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurzweiliges Schwangerschaftsbuch für Männer (und Frauen), 6. Januar 2009
"Papa werden ist nicht schwer, Papa sein dagegen sehr", heißt es ja bekanntlich. Nach Lektüre dieses Buches werden aber auch ängstliche Väter wieder ruhiger schlafen können. Schlenz beginnt mit dem Schwangerschaftstest und erzählt etwa die Hälfte des Buches von der Vorbereitung bis zur Geburt. Die zweite Hälfte handelt dann von den ersten beiden Jahren mit seinem Sohn.

Die großen Vorteile des Buches im Überblick:
* Schlenz schreibt aus Männersicht. Das Buch wurde mir begeistert von einem jungen Papa empfohlen und ich kann es auch nur weiterempfehlen. Männersicht ist nicht Machosicht, Schlenz ist einer der "modernen, neuen Väter".
* Durch diese Sicht wird insbesondere ein dämliches Thema ausgelassen: Das Aussehen der Frau. Gerade amerikanische Autorinnen beschäftigen sich geradezu krankhaft damit, dass und wie sich das Aussehen der Frau ändert, ob die Haare noch schön glänzen und wie oft man während der Schwangerschaft zur Maniküre gehen soll. Das hat übrigens auch meine Frau genervt, weshalb sie Schlenz Buch als eines der besseren empfand.
* Schlenz gibt keine Ratschläge, sondern erzählt offen von Ängsten, Problemen und Konflikten und wie er und seine Frau sie gelöst haben (von den vielen schönen Dingen erzählt er natürlich auch). Auch beim Intimbereich hält er dabei kein Blatt vor dem Mund.
* Der Stil ist flott und recht witzig.

Schwangerschaft und die Folgezeit sind bei den beiden ohne nennenswerte medizinischen Komplikationen abgelaufen, der Leser erfährt hier also das gesunde "Basispaket Kind", bei dem man schon oft genug an die physischen und psychischem Grenzen kommt.

Angesichts der vielen mittelmäßigen Bücher zum Thema gebe ich mal 5 Sterne (weitere Rez. kommen noch). Inzwischen gibt es die Fortsetzung: "Bleib locker, Papa!" mit weiteren Anekdoten, die aber schlechtere Kritiken bekommen hat.


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