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Rezensionen verfasst von
Ananasfighter89

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Kids
Kids
DVD ~ Leo Fitzpatrick
Wird angeboten von Digitalmediasoftware Germany Schnellversand
Preis: EUR 19,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Halb so wild..., 15. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Kids (DVD)
Zunächst mal etwas zu den vorangegangen Rezensionen und Diskussionen:
Ich war 15 als ich den Film zum ersten mal sah und ich kann nicht sagen das er mich besonders negativ oder sonst irgendwie beeinflusst hätte. Safer Sex wurde schon damals in der Schule rauf und runter gebetet, weswegen ich den Film auch nicht als "die große Abschreckung" empfand. Und zu der Sprache... Teilweise haben heutzutage die Kinder in Kindergärten(!) heftigere Ausdrücke drauf als die in dem Film und da sollte man mal über die Eltern sprechen und nicht immer nur übers Fernsehen. Aber genug davon.

Der Film zeigt einfach einen Tag im Leben von ein paar(!) Teenagern die im New York der 90er leben und deren Alltag aus nichts tun, Drogenkonsum, mit Kumpels abhängen und offenbar jede Menge Sex besteht. Wirkt anfangs ziemlich übertrieben, ist aber gar nicht so abwegig.
Im Vordergrund stehen dabei der 17-jährige Telly, dessen Hobby es ist jüngere, meist 12-13 jährige Mädchen die Jungfräulichkeit zu nehmen in dem er sie zuerst mit viel Liebesblabla rumkriegt um nach dem vollzogenen Akt nie wieder aufzutauchen, und Jenny die bisher nur mit Telly Sex hatte und bei der Ärztin erfährt das sie HIV positiv ist, was natürlich heißt das Telly infiziert sein muss. Der Film besteht nun aus zwei Handlungssträngen die immer wieder aufeinander prallen. Zum einen der Alltag von Telly und wie er versucht die nächste rumzukriegen und zum anderen Jenny's Suche nach Telly.
Der Film gibt dokumentarisch den Alltag dieser Jugendlichen wieder, weswegen so mancher Dialog nicht viel Sinn beeinhaltet und auch einige Längen entstehen. Übertreibungen gibt auch sehr viele, so sind wirken fast alle beteiligten selbst für DAS Alter übermäßig Hormongesteuert.
Zur Sprache (und da komm ich gleich zur Synchronisation): Zunächst mal ist es zu loben, das in der deutschen Übersetzung versucht wurde, so nah wie möglich am Original zu bleiben. Jeder der mal einen Film im englischen Original gesehen hat, weiß das die Amis mit dem Wort F*ck nicht gerade zimperlich umgehen. Auf Deutsch wirkt das ganze natürlich viel heftiger, weil deutsche insgesamt weniger fluchen. Dennoch würde ich es empfehlen sich den Film auf englisch anzusehen, weil er im Original einfach authentischer ist.

Insgesamt ist "Kids" ein Film der durch so manche Übertreibung und sehr genaue Darstellung von Drogenmissbrauch, Sex, etc. auf viele schockierend wirkt und sicherlich massiv polarisiert.
Ein netter Film, den man sich mal ansehen kann, wenn man nicht zu zart besaitet ist und auch die nötige Reife besitzt um zu wissen das nicht alle Jugendlichen so sind, wie sie hier dargestellt werden.
Eigentlich reicht es wenn man den Film einmal im Fernsehen gesehen hat. Der Kauf lohnt sich nur wenn man sich das englische Original ansehen möchte.


The Sound of the Smiths
The Sound of the Smiths
Preis: EUR 13,98

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Smiths. Die Urväter des Britpop und Indierock!, 13. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: The Sound of the Smiths (Audio CD)
Wow. Wenn ich ehrlich bin, vor einer Woche kannte ich diese Band nur vom Namen her. Mit dem Namen Morrissey konnte ich auch nur wenig anfangen. Erst in den letzten Tagen habe ich mich richtig mit der Band, die vom NME noch vor den Beatles zur besten Band aller Zeiten gewählt wurde, auseinander gesetzt. Dabei fiel mir auf das die Band in ihrer fünfjährigen Schaffensphase sämtliche Stilmittel verwendete die heute von unzähligen Bands wieder aufgenommen werden. Zum Beispiel Morrisseys melancholischen, "langgezogenen" (sorry, kanns nicht besser ausdrücken) Gesang und vor allen Dingen das melodiöse, geniale Gitarrenspiel von John Marr. Was heute bei den ganzen Indiebands gang und gebe ist war in den 80er Jahren noch etwas völlig neues. Kein Wunder also das die Band bis heute (gerade in Großbrittannien) absoluten Kultstatus genießt.
Ich selber bin eigentlich nicht so der Fan von "Indie" und "Britpop" und kann mit den Sachen die heutzutage unter dem Namen verkauft werden wenig bis gar nichts anfangen. Da trifft es sich gut das The Smiths immer noch etwa 1000 mal besser als der heutige Chartbrei sind. Das Original ist halt am besten.
Die vorliegende Compilation ist vollgepackt mit vielen der besten Songs der Band. Die erste CD beeinhaltet unter anderem Singles und Hammersongs wie "Hand In Glove", "This Charming Man", "Still Ill", "How Soon Is Now", etc. Auf der zweiten (die ich sogar noch besser finde) befinden sich eher B-Seiten und unveröffentlichtes Material wie die Live-Versionen von "Handsome Devil", "Meat Is Murder" oder die Demo-Version von "Pretty Girls Make Graves".
Für Fans die alles haben vielleicht nicht so interessant, weil es von The Smiths schon unzählige Best-Ofs und was nicht alles gibt, doch für Neueinsteiger und vor allem für die die denken der heutige Britpop sei alles, ist diese Compilation mehr als nur empfehlenswert.


Wilmas Rainbow Ep
Wilmas Rainbow Ep
Wird angeboten von Giant Entertainment
Preis: EUR 19,07

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sammlerstück!!!, 8. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Wilmas Rainbow Ep (Audio CD)
Diese EP ist wirklich für jeden Helmetfan absolut empfehlenswert!

Zum einen wäre da der Titeltrack "Wilma's Rainbow", der reinhaut wie Sau und das leicht bluesige, auf Banjo(?) vorgetragene "Sam Hell" (beide vom Album "Betty").
So richtig interessant wird die EP aber erst durch die 5 Livetracks.
Sinatra, FBLA II, Tic, Just Another Victim und In The Meantime aus dem Jahr 1994 sind enthalten. Dabei zeigen Helmet was für ne geile Liveband sie waren und auch heute noch sind. Ich selber durfte mich dieses Jahr selbst von ihren Fähigkeiten auf der Bühne überzeugen und kann nur sagen das ich noch nie solche Nackenschmerzen hatte ;). Von der Heiserkeit und dem fiepen im Ohr ganz zu schweigen.

Fazit: Gerade die Livesongs sind einfach nur geil (vor allen Dingen Sinatra, was für eine Atmosphäre) und da es recht schwer ist an Livematerial von Helmet zu kommen kann ich diese EP nur wärmstens empfehlen.


Revenge Destroys Everything
Revenge Destroys Everything
Preis: EUR 0,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brett! Wie gewohnt., 8. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Revenge Destroys Everything (MP3-Download)
Dieses 2007 für den Film-Soundtrack von TATUA aufgenommene Stück ist, wie von Page Hamilton gewohnt, mal wieder ein ordentlicher Helmet Brecher. Zur Abwechslung wirds in der Mitte mal etwas ruhiger, was nicht unbedingt typisch für Helmet ist, dem Song aber was besonderes verleiht. 5 Sterne.

Hoffentlich dauerts bis zum nächsten Album nicht mehr so lange (angeblich hat Page für 2009 eins versprochen). Kanns kaum noch erwarten.


From the Muddy Banks of the Wishkah
From the Muddy Banks of the Wishkah
Wird angeboten von hifi-media-store
Preis: EUR 8,00

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Live After Death., 11. April 2009
Was für Zeiten...
Es war 1996. Ich war 7 Jahre alt und das einzige was damals aus meinen Lautsprechern (von einem Kassettenrekorder) kam, waren Kinderhörspiele aber keineswegs Rockmusik. Ich spielte damals noch viel und hatte keine größeren Sorgen. Mein musikalisches Wissen dass ich damals hatte baute auf Songs auf die man so nebenbei mal im Radio hörte ohne wirklich drauf zu achten, weswegen mir Musik auch ziemlich egal war. Allerdings befand sich meine größere Schwester zu der Zeit mitten in der Pubertät, dementsprechende Verhaltensweisen hatte sie entwickelt, z.B. sehr laut Musik hören. So kam es, dass eines Tages aus dem Zimmer neben mir lauter Krach rüber dröhnte. Es hörte sich ungewohnt, plärrend, bassig und... gut, überraschend gut an. Weil ich den Krach irgendwann richtig mochte, entschloss ich mich meiner Schwester mal einen Besuch abzustatten. Wie ich es zu der Zeit gewohnt war flog mir ein freundliches "RAUS AUS MEINEM ZIMMER" entgegen (auf pubertärisch heißt das soviel wie "Hallo liebstes Brüderchen, was kann ich für dich tun?"). Ich fragte sie über die Musik die sie so hörte. Sie meinte nur: "Nirvana. Der Sänger von denen ist schon tot. Hab gelesen das sollen die besten Gitarristen der Welt gewesen sein.". Davon beeindruckt bat ich sie mir die CD auszuleihen, da allerdings mein Kassettenrekorder eben jenes Format nicht abzuspielen vermochte, nahm sie mir einen Teil der CD auf Kassette auf (die ich heute immer noch habe). Von da an war nichts mehr wie vorher. Nirvana's "The Muddy Banks of the Wishkah" lief bei mir rauf und runter. Ich sollte lernen das es ein Live-Auftritt war und es auch Studio-Aufnahmen dieser Band gab. Das Genre nannte meine Schwester ganz allgemein "Rock" (obwohl ich nicht verstand was das denn mit Felsen zu tun haben sollte). Jahre später schenkte mir meine Schwester zu Weihnachten auch noch die "Nevermind" (wofür ich ihr noch immer dankbar bin), mit deren glattpoliertem Sound ich aber zunächst nicht fertig wurde. Zu gerne mochte ich, den rauen schmutzigen harten Livesound dieser Truppe. Für mich waren, und sind immer noch, die kaputten verrauchten Garagenfreaks, die echten Nirvana, welche den Grunge verkörperten und nicht irgend so eine Popgroup.
Inzwischen sind einige Jahre ins Land gezogen. Ich bin (zumindest einigermaßen) erwachsen geworden und habe mittlerweile schon viele Sachen erlebt und viel Musik gehört und vieles vergangenes vergessen. Aber dieses Live-Album von Nirvana, was es bei mir auslöste und was ich dazu erlebte werde ich nicht vergessen. Zu lebendig fühle ich mich wenn Kurt Cobain "School" anschlägt, was zweifelsfrei auch daran liegt das die ganze Band viel enthusiastischer und lebensfreudiger klingt als auf all ihren Studioplatten, die von einer gewissen Melancholie geprägt sind. Cobains Stimme kommt auch viel besser rüber und das die meisten Stücke schneller gespielt werden sehe ich überhaupt nicht als Nachteil. Selbst das die Produktion teilweise dumpf und dreckig ist stört keineswegs. Wen das stört, der hat mit Verlaub weder Grunge, Punk noch Rock n' Roll verstanden. Faszinierend finde ich immer noch die Tatsache das Nirvana allgemein ihre Songs viel besser wiedergeben konnten als im Studio. Als Beispiel sei da mal "Aneurysm" genannt, im Studio "nett", Live "Umwerfend!!!", genauso wie "Spank Thru" (Nirvanas erstem Song überhaupt). Kinder, das ist Rock n' Roll!
Insgesamt kriegt man aus jeder Epoche Nirvanas was geboten und man hört es auch ziemlich deutlich. Sämtliche Songs aus der Nevermind-Phase klingen etwas glatter gemischt, während alle Bleach-Songs verf*ckt rau rüberkommen. Besonderes Hörerlebnis stellen natürlich die In Utero-Songs dar, weil die Band zu der Zeit mit einem zweiten Gitarristen (Pat Smear) am Start war. Nirvana mit zwei Gitarristen blasen einen um, am besten äußert sich das bei "Heart Shaped Box", wobei ich diese Version immer noch für die gelungenste Interpretation halte. Unglaublich diese Atmosphäre! Traurig ist es dennoch wenn man sich ganz genau auf Kurts Gitarre konzentriert, weil man dann hört, wie sehr die Drogenabhängigkeit zu der Zeit sein Gitarrenspiel beeinflusst hatte. Sämtliche große Hits sind vorhanden, was mit "School" nicht besser anfangen könnte endet schließlich mit dem Opener Nirvanas erster Platte "Blew". Und irgendwie stimmt das positiv. Jedes Ende ist der Anfang für etwas neues. Und das ist auch der Sinn dieser Platte. Wo "Unplugged" noch eine Art Requiem für Cobain darstellte, stimmt "Muddy Banks of the Wishkah" froh und optimistisch. Man fühlt sich einfach lebendig. Ob das im Sinne von Cobain war wird wohl keiner sagen können aber im Sinne des Rock n' Rolls ist es auf jeden Fall.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 17, 2009 3:20 PM MEST


MTV Unplugged
MTV Unplugged
Preis: EUR 5,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gewaltig, schön und schockierend zugleich., 10. April 2009
Rezension bezieht sich auf: MTV Unplugged (Audio CD)
Anfang der 90er gab es die von MTV arrangierten Unplugged-Konzerte wie Sand am Meer. Kein Wunder das auch Nirvana gefragt wurden ob sie denn ihre Songs "ohne doppelten Boden" performen wollten. Kurt Cobain ließ nach einigem Hickhack schließlich überreden. Dave Grohl meinte dazu, dass die Bandmitglieder viele Unpplugeds von anderen Bands gesehen hätten und ihnen missfiel das die Künstler so täten als wären es Rockkonzerte wie im Madison Square Garden. Kein Wunder also das Nirvana es anders machen wollten und deswegen deutlich ruhiger agierten als man es eigentlich von ihnen gewohnt war. Leiser und viel gefühlvoller interpretierte die Band ihre Songs. Dabei setzten sie nicht auf ihr Standartprogramm aus sonstigen Nirvana-Konzerten, sondern spielten viel mehr Songs die sie eigentlich nicht in ihrem gewohnten Repertoire hatten wie "Something in the Way" oder "Polly" welche sich aber perfekt für Akustikinterpretationen eigneten. Daneben wurde auch viel gecovert. The Vaselines, David Bowie, The Meat Puppets und Lead Belly gehörten dazu.
Das Konzert an sich ist wenn man es sich anhört und vor allem anschaut, ziemlich schockierend und traurig, weil man sehr deutlich spürt und sieht, das Cobain sehr fertig und kaputt wirkte. Er wippt auf seinem Stuhl rum, guckt verloren in eine Ecke und kann seine Gitarre kaum noch richtig bedienen, wenn er gleichzeitig singen muss. Songs wie "Pennyroyal Tea" und "Dumb" wirken da schon fast wie eine Art Kapitulation und das dieser Mensch tatsächlich am Rande des Abgrunds stand wurde dann leider nur ein paar Monate später auf tragischste Weise deutlich. Vielleicht ist es gerade diese Zerbrechlichkeit die dieses Konzert ausmacht und es zu dem mittlerweile legendären Auftritt gemacht hat. Nirvana erschufen mit ihrer Musik eine Atmosphäre die zwar bedrückend aber auch ungemein schön ist. Besonders herausragende Stücke sind "About a Girl", "The Man Who Sold the World", "Dumb", "Plateau", "Oh Me", "Lake of Fire", "All Apologies" und "Where Did You Sleep Last Night?". Bei letzterem schreit Kurt gegen Ende sämtlichen Schmerz heraus, was das Konzert eindrucksvoll abschließt.
Das ganze Album ist wie eine Art Requiem für Cobain. Es zeigt auch zu was diese Band fähig war, denn die Atmosphäre die hier erzeugt wurde ist selbst heute noch spürbar und sucht seinesgleichen. So bildet die Aufnahme dieses Unplugged-Konzert den Abschluss der viel zu kurzen Schaffenszeit Nirvanas.


In Utero
In Utero
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Höhepunkt in der Schaffensphase Nirvanas., 8. April 2009
Rezension bezieht sich auf: In Utero (Audio CD)
Eine riesige Welle hatte das Erdbeben "Nevermind" verursacht. Dermaßen groß das selbst ihr Schöpfer Kurt Cobain nicht mehr mit ihr fertig wurde. War anfangs mit der Veröffentlichung von "Bleach" sein Ziel gewesen unbedingt Rockstar zu werden, wollte er mit "In Utero" möglichst schnell von diesem Status wieder weg. Nicht umsonst klingt die 93er-Veröffentlichung viel rauer, teilweise härter und verstörender sowie viel weniger poppig als der Vorgänger. Ein kleines bisschen Back to the Roots wenn man so will nur das Nirvana im Vergleich zu "Bleach" deutlich gereift waren. Schließlich hatte man mit Dave Grohl (inzwischen Foo Fighter-Frontmann) ja auch noch einen Drummer der was von seinem Fach verstand. Auch wenn eine Abkehr vom poppigen "Nevermind"-Sound offensichtlich ist hat Cobain es sich nicht nehmen lassen Melodien zu komponieren die schlicht und einfach unvergesslich sind, was allerdings dazu führte das auch "In Utero" ein sehr großes (für Kurt offenbar immer noch ZU großes) Publikum fand, welches das Album als weiteren Meilenstein feierten. Da half nicht mal die raue, zerstörerische Produktion von Steve Albini die besonders auf den Livesound der Band abzielte, was man auch an Kurts Gesang merkt der sich auf diesem Album auf dem Höhepunkt befand. So lässt sich sagen das "In Utero" das bessere Grunge-Album darstellte und mit Sicherheit auch die Band Nirvana noch besser wiedergab als das glattgebügelte "Nevermind". Gerade deswegen ist "In Utero" als der Höhepunkt von Nirvanas Schaffen anzusehen, da es den dreckigen, verschmutzten Gitarrenrock und gleichzeitig zutiefst betrübende Balladen enthält, den die Band immer ausmachte und der hier perfektioniert wurde.
Es fängt an mit "Serve the Servants", einem hässlichen Alternative-Song der die musizierte Langeweile darstellt, allerdings keineswegs langweilig ist. "Scentless Apprentice" ist ein heftiger wie verstörender Song, der textlich auf Patrick Süskinds "Das Parfüm" basiert. Eine bessere Vertonung für dieses Buch gibt es wohl kaum, vor allem weil Cobain im Refrain wie ein besessener schreit. "Heart Shaped Box" klingt nur im ersten Moment etwas ungewohnt stellt sich aber als Riesenhit heraus und ist nicht umsonst (auch wegen dem genialen Video) einer geworden. "Rape Me" steht musikalisch ganz in der Tradition zu "Smell Like Teen Spirit", rockt allerdings konsequenter und ist das nächste gewaltige Highlight auf dem Album. "Frances Farmer Will Have Her Revenge on Seattle" ist ebenfalls durch die sägenden Gitarren ein fetzender Rocker. "Dumb" stellt eine der traurigsten Balladenartigen Songs die es wohl gibt dar. Ein fast schon naiver Text verbunden mit einfühlsamer Musik, verstärkt durch ein Cello. "Very Ape" ist ein rhythmischer Rocker wie man sie schon von "Bleach" kannte. "Milk It" klingt schlicht und einfach ungesund und ist neben "Scentless Apprentice" einer der verstörendsten aber gerade deshalb besonders aufregendsten Nummern. "Pennyroyal Tea" ist musikalisch wie textlich eine Kapitulation und ebenfalls eine der herausragendsten Nummern die Cobain je schrieb, besonders traurig wird der Song wenn man seinen späteren Selbstmord mit in Betrachtung zieht. "Radio Friendly Unit Shifter" besteht fast nur aus Feedback und anderen Gitarrengeräuschen. "Tourette's" kann man als eine Persiflage auf sämtliche Rockbands und ihren Konzerten sehen. Und "All Apologies" ist eine der fantastischsten Kompositionen die Cobain je hinbekam. Ein Song der durch seine Lyrics und die feine Musik zum nachdenken anregt. Nach 20 Minuten Stille folgt schließlich "Gallons of Rubbing Alcohol Flow Through the Strip", eine Jam Session bei welcher nichts unbedingt Sinn haben muss trotzdem durch Atmosphäre überzeugen kann.
"In Utero" ist das letzte Album einer Band die so viel in der Musikwelt veränderte das sie daran zerbrach. Schon vor Cobains Tod war Nirvana angeblich aufgelöst nicht zuletzt wegen der Drogenprobleme Kurt's die er bis zum Ende nie bewältigen konnte. Vielleicht konnte man deswegen danach auch nichts mehr erwarten, weil Kurt ausgebrannt war (er bekam es auf Konzerten nicht mal mehr hin, gleichzeitig zu singen und Gitarre zu spielen, weswegen ein zweiter Gitarrist angeschafft werden musste). Jedenfalls bleibt "In Utero" das wahrscheinlich beste Album Nirvanas und stellt auf schockierende aber auch auf ungemein schöne Weise die Band so dar wie sie nunmal war.


Incesticide
Incesticide
Preis: EUR 7,97

4.0 von 5 Sternen Abwechslungsreicher Überblick auf die Facetten dieser Band., 8. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Incesticide (Audio CD)
Das vorangegangene Album "Nevermind" stellte für Nirvanas damaligem Label Geffen einen Überraschungserfolg dar, dessen Ausmaß so gigantisch war das man, um die Fans die sehnsüchtig ein nächstes Album erwarteten, bei der Stange zu halten, nur ein Jahr später "Incesticide" rausbrachte. Diese Platte enthält B-Seiten, unveröffentlichte Tracks, Demos und verschiedene Cover aus insgesamt 4 Jahren. Man kriegt Songs aus der Prä-Während-Post-"Bleach"-Ära geboten und auch welche die um die Zeit um "Nevermind" aufgenommen wurden. Dabei hört man die Wurzeln Nirvanas, die natürlich durchaus im Punk liegen sehr gut raus, allerdings auch die des 70's-Rock.
Beispielsweise Punksongs wie das Vaselines-Cover "Molly's Lips" oder "Son of a Gun" aber auch die New Wave-Version von "Polly" zeigen wo Nirvana herkommen. Andere Songs wie "Dive", "Sliver", "Been a Son" und "Aneurysm" sind dagegen die Nirvana typischen Midtempo-Hits die nicht umsonst auch öfter auf Konzerten gespielt wurden. Insgesamt ist die CD sehr abwechslungreich geraten und ist (natürlich) viel rauer als "Nevermind". So haben die um 1988-1989 entstandenen "Beeswax", "Mexican Seafood", "Hairspray Queen", "Aero Zeppelin" und "Big Long Now" Bleachcharakter und geben Nirvana in ihrer Frühphase wieder, zum Teil sehr verstörend, allerdings fallen sie nicht sonderlich ab.
Obwohl die vorhandenen Soundelemente sehr unterschiedlich ausfallen und das Album typischen Compilationcharakter hat, kommt dennoch eine gewisse Atmosphäre auf, die irgendwie nur Nirvana zustande bringt.
"Incesticide" sind die rauen, ungeschliffenen Nirvana, die das poppige von "Nevermind" noch nicht verkörpern und deswegen sicherlich nicht so Massenkompatibel sind, allerdings die Band authentischer darstellen. So ist das Album vielleicht nicht die erste Wahl für jemanden der Nirvana kennenlernen möchte, aber dennoch ein relevantes und nicht minder wertvolles Dokument dieser Band.


Nevermind
Nevermind
Preis: EUR 20,38

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meilenstein oder doch überbewertet?, 7. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Nevermind (Audio CD)
Nevermind, Nirvanas zweites Album, läutete endgültig eine neue Zeit ein. Klassische Gitarrenarbeit, affektierter Gesang und überkünstliche Produktionen, jeglicher Pop- und Metalbands gehörten der Vergangenheit an. Die 90er waren das Jahrzehnt des schmutzigen, schwermütigen Rocks und der lyrischen Aufarbeitung gesellschaftlicher Probleme. Natürlich gab es etliche Interpreten, die einfach nur auf den Zug aufsprangen den Nirvana in Gang gesetzt hatten um kommerziellen Erfolg verbuchen zu können. Zumindest konnte man sich bei Nirvana sicher sein etwas hundertprozentig ehrliches zu bekommen. Beeinflusst von Bands wie Led Zeppelin und anderen Rockbands aus den 70ern, schrieb Kurt Cobain sein eigenes Verständnis von Rock und Punkmusik nieder und setzte es in teils harte und verstörende Songs und teils sanfte und melancholische Stücke um. Bei Nevermind veränderte sich der Stil Nirvanas im Vergleich zum äußerst rauen Vorgänger "Bleach" maßgeblich, was zum einen daran lag das Kurt sich mehr (oder auch weniger) Gedanken um Texte machte. Er bastelte sich aus eigenen vorher entstandenen Gedichten Texte zusammen und gab ihnen einen ganz eigenen Sinn welchem den meisten unverständlich blieb. Aber auch musikalisch veränderte sich die Band ein wenig. Kurt, der die Pixies verehrte, hatte schon immer seine eigene Vision von der Vermischung des Punk mit Pop. Auf Nevermind setzte er das um und man hört es zweifelsfrei, schließlich sind Lieder wie "Teen Spirit" oder "Come as You Are" absolute Ohrwürmer und haben zugleich eine gewaltige Atmosphäre die einen nicht so schnell loslässt. Zu düster und rau für die Allgemeinheit ist das Album auf keinen Fall, was auch den riesigen Erfolg verständlich macht. Was Kurt und die ganze Band allerdings massiv störte war aber die Produktion von Butch Vig und der Mix von Andy Wallace. Dieser war so glatt, dass das Album tatsächlich ein wenig an Intensität und Härte verlor. Mit Sicherheit auch der Hauptkritikpunkt am ganzen Album. Ansonsten gibts nicht viel zu mäkeln, denn das Songmaterial weiß zu überzeugen, Kurts Versuch eine poppige Richtung einzuschlagen kann man als geglückt bezeichnen, ohne dass das Album wie eine reine langweilige Popplatte wirkt.
Insgesamt ist die Platte sehr melancholisch-aggressiv ausgefallen. Bestes Beispiel ist natürlich der Opener "Smells Like Teen Spirit", der sich hervorragend in ruhigen Momenten in der Strophe und lauten Momenten im Refrain abwechselt, für die damalige Zeit noch nicht so typisch. "In Bloom" ist dann ein (bewusst) häßlich wirkender Song der durch groovende Riffs überzeugt. "Come as You Are" hat eine unglaubliche Wasserartige Atmosphäre und zieht einen in den Bann. "Breed" ist hat ein fieses Riff verstärkt durch extreme Verzerrung des Basses und kann als Punksong angesehen werden. "Lithium" ist ein weiterer Hit wie die ersten drei Lieder und ist alleine vom Selbstzweifelnden Text her schon eine Hymne. "Polly" handelt von einem vergewaltigten Mädchen und ist eine sehr traurige und stille Ballade. "Territorial Pissings" ist wieder ein sehr harter Punksong mit extrem verzerrter Gitarre. Dagegen ist "Drain You" einer dieser Nirvana typischen Rocksong, welcher absoluten Hitcharakter hat und einen verstörenden Mittelteil aufweisen kann. Auch "Lounge Act" ist ein Midtempostück mit einer eingängigen Bassline, allerdings kommt Kurt gesanglich hier nicht immer hin. "Stay Away" ist für Nivana-Verhältnisse ein echter Aufräumer zählt gerade deswegen zu den Highlights des Albums. "On a Plain" ist nochmal ein letzter leichtfüßiger Rocksong, der zum träumen einlädt. "Something in the Way" ist das schwerste und melancholischste Stück auf dem Album mit dem zurückhaltenden Gesang, den schleppenden Akustikgitarren und dem Cello im Refrain. Den Abschluss findet das Album aber erst 20 Minuten nach "Something in the Way", nämlich in dem sinnlosen, zerstörerischen "Endless, Nameless" was nicht als ernstzunehmender Song verstanden werden sollte. Vielmehr ist es das Nirvana typische bewusste Krachmachen, welches mit Zerstörung der Instrumente endet. Sehr verstörend aber dennoch irgendwie passend.
Am Ende bleibt die Frage: Ist Nirvanas "Nevermind" tatsächlich der viel titulierte Meilenstein in der Musikgeschichte? Eins der wichtigsten Alben ist es auf jeden Fall und auch der musikalische Wert kann sehr hoch eingeschätzt werden, selbst wenn Kurt Cobain das Rad nicht unbedingt neu erfunden hat und er auch (Technisch gesehen) nicht der beste Gitarrist war. So bleibt zu sagen das Nevermind für den damaligen Mainstream etwas neues war und Nirvana (ob sie wollten oder nicht) die musikalische Welt damals wie heute stark beeinflusst haben.


Smells Like Teen Spirit
Smells Like Teen Spirit
Wird angeboten von Music-CD-Connect-ccm_Germany
Preis: EUR 23,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie ein Tsunami, der die 80er wegspülte..., 7. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Smells Like Teen Spirit (Audio CD)
Mit "Smells Like Teen Spirit" schafften Nirvana nicht nur ihren kommerziellen Durchbruch (natürlich auch weil sich das zugehörige Album "Nevermind" hervorragend verkaufte), sondern erschufen ein Monster welches sie selbst nicht mehr unter Kontrolle hatten. Plötzlich kamen sie aus allen Löchern, die frustrierten Jugendlichen welche mit dem Mauerfall und dem damit verbundenem politischen Wechsel, dem damals herrschenden Golfkrieg und der Gesellschaft, die zwischen extrem reich und aufgetakelt und Arm und Hoffnungslos schwankte, nicht mehr zurechtkamen. Nirvana war der Aufschrei für diese Jugend, die Chance der ganzen angestauten Frustration ein Ventil zu geben. Die meisten nahmen diesen Song als Anlass dafür eine Kein-Bock-Einstellung zu rechtfertigen und verstanden ihn als Partysong. Ganz zum Ärger für Kurt Cobain, der mit seiner Musik die Leute zum politischen Interesse ermuntern wollte und eben nicht alles als Hoffnungslos darstellen wollte. Kurt war es dann auch irgendwann leid den Song auf Konzerten zu spielen, weil die Menge immer und immer wieder nur "Smells Like Teen Spirit" verlangte, sich darauf fokussierte und weder die Botschaft dahinter noch den Sinn der ganzen Band verstanden. Außerdem sah Kurt auf den Konzerten nur die Leute am härtesten zu diesem Song abgehen, die er eigentlich verachtete: Prolls und Machos.
Nirvana bekamen wegen Nevermind und wegen Smells Like Teen Spirit einen Berühmtheitsstatus und Erfolg mit dem sie nicht fertig wurden, am allerwenigsten offensichtlich Kurt Cobain.

Smells Like Teen Spirit war für die 90er revolutionär, allein schon wegen dem Songaufbau. Die sog. Stop-and-Go-Methode, bei welchem der Song in den Strophen ruhig kommt um im Refrain Gesanglich wie Instrumental zu explodieren. Sowas gab es im Mainstream vorher nur sehr selten und sollte daraufhin für die Musik der 90er besonders wichtig werden. Der Song ist auch wegen der glatten Produktion ein sehr eingängiges Stück Musik und auch wenn es Kurt vielleicht geärgert hat so ist es doch leicht verständlich das die Leute dazu Party machen wollten.

Die desweiteren enthaltenen Stücke "Even in His Youth" und "Aneurysm" sind dagegen rauer produziert und geben die typischen Nirvana besser wieder. Beide Songs sind als Raritäten zu sehen, da sie in diesen Version nicht wieder veröffentlicht wurden (außer Aneurysm auf "With the Lights Out"). Ersteres ist ein guter Nirvana-Song der aber trotzdem B-Seiten-Charakter hat. Aneurysm ist ebenfalls ein starker Song der aber in der Live-Version (z.B. "Muddy Banks of the Wishkah") noch besser wirkt.

Diese Single bietet einen Teil davon was die gesamte musikalische Welt damals bewegt hat. Ein schöner nostalgischer Blick in die Vergangenheit, der wohl auch erlaubt sein darf, selbst wenn Cobain selber den riesigen Erfolg leider nicht so einfach hinnehmen konnte.


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