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Rezensionen verfasst von
Björn Gillmann

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Die ersten Tage von Berlin: Der Sound der Wende
Die ersten Tage von Berlin: Der Sound der Wende
von Ulrich Gutmair
  Broschiert
Preis: EUR 17,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Vergeblicher Versuch einer literarischen Zeitmaschine, 5. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der vielversprechende Untertitel weckte sofort mein Interesse und schürte die Erwartungen, dass ich mich förmlich in das Berlin der (Nach)Wendezeit versetzen lassen würde und die Zeit nun wenigstens im Kopfkino erleben könnte. Insgeheim hoffte ich auch, dass ich genauere Infos zur Musik von damals bekäme, um vielleicht doch noch eigene Erinnerungen hervorkramen zu können. Wer diese Erwartungen teilt und ebenso versuchen will, einer verpassten Zeit zumindest für die Dauer eines Buches hinterherzulaufen, wird enttäuscht werden.
Es handelt sich natürlich um ein informatives Buch und nicht um eine Zeitmaschine, dennoch wird man den Eindruck nicht los, dass der Autor selbst einen historischen Rundumschlag in seinem Buch versucht. Besonders die erste Hälfte der Lektüre ist geprägt von langatmigen historischen Exkursen zur Kolonialisierung Nordamerikas, zur Judenverfolgung im Dritten Reich und zur Gründerzeit, deren Bezüge zum Berlin der Jahre 1989-1995 oft nicht erkennbar, an den Haaren herbeigezogen oder für die Entwicklung in der Wendezeit absolut unbrauchbar sind. Auch die Wahl des inoffiziellen Protagonisten, der Obdachlose Kiosknachbar, der im Stile einer Reportage das Buch eröffnet, dann zur Randerscheinung wird und letztendlich am Ende die Geschichte abschließt, ist meiner Meinung nach für einen neutralen Beobachter nicht zu verstehen und dient hier lediglich der journalistischen Formgebung des Textes.
Auch sprachlich kann das Werk nicht überzeugen. Umständliche Syntax lässt häufig lange Sätze entstehen, die das Weiterlesen zumindest in den o.g. langatmigen Passagen erheblich erschweren. Auch die zahlreichen Tipp- und Grammatikfehler erreichten längst meine Toleranzgrenze und werfen die Frage auf, ob das Werk überhaupt einem Lektorat unterzogen wurde.
Immerhin liefert das Buch ein paar nette Illustrationen aus der Zeit sowie einige Namen von Fotografen und Künstlern, von denen man sich einen Bildband aus der Zeit wünschen würde, um weitere Sounds aus den Jahren der Wende aufzunehmen.


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