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Rezensionen verfasst von
Diethelm Thom
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Eine gute Schule. Roman
Eine gute Schule. Roman
von Richard Yates
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3.0 von 5 Sternen Oberfläche als Programm, 16. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Eine gute Schule. Roman (Gebundene Ausgabe)
In seinem Nachwort dankt der Autor seinem Vater, den er schon in seiner Jugend verlor, dafür, dass er ihm in den Kriegsjahren den Besuch einer kleinen Privatschule, der Dorset Academy, ermöglicht hatte. Er präzisiert auch, in welchem Sinne dies für ihn eine gute Schule war: "Sie half mir durch die schlimmsten Momente meiner Adoleszenz, wie nur wenige andere Schulen es vermocht hätten, und sie hat mich die Grundzüge meines Gewerbes gelehrt." (231).

Er kommt in der Tat in einem erbarmenswürdigen Zustand an die Schule: als ein Nobody, verschwitzt, linkisch, lernschwach, unpopulär. Unbarmherzig wird er einem brutalen Initiationsritual unterworfen, lernt dann aber peu à peu, sich besser zu behaupten. Nicht zuletzt dadurch, dass er an der Schulzeitung mitarbeiten darf, wo er unerwartete Qualitäten entwickelt und schließlich die Redaktion übernimmt. In vielen Situationen mit den Mitschülern und Lehrern und Gesprächen mit den anderen Mitarbeitern an der Zeitung lernt er nicht nur, was angemessenes Verhalten ist, sondern auch, wie man die Schulereignisse angemessen stilistisch auf den Punkt bringt. Gleichzeitig offenbart sich sein schriftstellerisches Talent darin, mit welcher Schärfe und welchem Einfühlungsvermögen er die Ereignisse und die Personen um sich herum wahrnimmt.

In der Art der Schilderung erkennen wir die Handschrift Yates' aus seinen anderen, berühmteren Romanen wieder: Er lässt das Spotlight seiner Aufmerksamkeit in Wiederholungen objektiv und distanziert über eine bestimmte Anzahl von Personen und Gruppen schweifen – auch er selbst ist nur eine der Gestalten, über die immer mal wieder berichtet wird. Mit wenigen Strichen kennzeichnet er dabei die Personen und Schicksale in ihrer Entwicklung und Besonderheit, auch in ihren seelischen Nöten, die überwiegend die typischen Nöte von Heranwachsenden sind. Aber er bleibt absichtlich an der Oberfläche, vielleicht aus der Lebenserfahrung heraus, dass ja alles gutgegangen ist. Damit gelingt ihm so etwas wie ein abgeklärtes, fiktionales Erinnerungsbuch – das wird spätestens gegen Ende klar, wo er nicht nur seinem Vater dankt, sondern auch Informationen über das weitere Schicksal einiger Protagonisten gibt.

Dieses Buch zwischen Fiktion und Andenken an eine gelungene Sozialisation kann man als solches würdigen und schätzen. Aber indem Yates bewusst auf der Oberfläche des Geschehens bleibt, liegt auch die Gefahr der Oberflächlichkeit nahe. Ich glaube nicht, dass einem eins der Schicksale lange im Gedächtnis bleiben wird. Zur Verdeutlichung erinnere ich an das Buch über einen anderen Privatschüler, etwa aus der gleichen Ära: Holden Caulfield aus Salingers "Fänger im Roggen". Man mag Salingers Buch mögen oder nicht, auf jeden Fall hat er sich viel tiefer auf die Abgründe seines Helden eingelassen und eine unvergessliche Gestalt geschaffen.


Oral-B TriZone 2500 Black Elektrische Zahnbürste mit gratis Reiseetui
Oral-B TriZone 2500 Black Elektrische Zahnbürste mit gratis Reiseetui
Preis: EUR 64,15

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Reinigungseigenschaften ohne weiteren technischen Schnickschnack, 14. September 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Die Trizone 2500 wird mit einer kleinen Ladestation, einem Reiseetui aus durchsichtigem Plastik, sowie einem Trizone Bürstenaufsatz geliefert.

Nach einer Erstaufladezeit von ca. 24 Stunden ist die Bürste einsatzbereit. Mit 8.800 Seitwärtsbewegungen und 40.000 Pulsationen pro Minute erreicht der Trizone Aufsatz hervorragende Reinigungsergebnisse. Die Trizone 2500 weist damit die gleichen technischen Kerneigenschaften auf wie die Trizone 6200, bei ungefähr halbem Preis.

Das wichtigste bei einer elektrischen Zahnbürste ist nach meinem Ermessen das Putzergebnis – und das ist bei der Trizone 2500 erstklassig. Auch ist die Handhabung der Bürste einfach und intuitiv. Sie verfügt über zwei verschiedene Reinigungsmodi: Reinigen (voreingestellt) und Zahnfleischschutz. Man wird mit einem roten Licht vor zu starkem Aufdrücken gewarnt; nach jeweils 30 Sekunden gibt es eine kurze, nach zwei Minuten eine etwas längere Unterbrechung in den Pulsationen, um dem Benutzer für die empfohlene Putzzeit eine Einschätzung zu geben. Auch diese vorgenannten Eigenschaften sind mit denen der Trizone 6200 deckungsgleich.

Die wesentlichen Unterschiede zur Trizone 6200 bestehen in der fehlenden Bluetooth-Funktion und einem geringeren Lieferumfang (bei der 6200 befinden sich drei weitere Bürstenaufsätze, eine Basisstation mit Bürstenbox und ein Smart Guide Timer zusätzlich in der Box und die Bürste verfügt über insgesamt fünf Reinigungsprogramme). Der Griff der 2500 ist außerdem ein wenig kleiner als der bei der 6200. Zwar gefällt mir persönlich der größerer Griff und die damit verbundene Haptik, dafür eignet sich die kompaktere 2500 besser für Reisen – auch weil der Akku (vermutlich wegen der fehlenden Bluetooth Funktion) merklich länger hält. Wem es auf das Wesentliche einer elektrischen Zahnbürste – den Reinigungseigenschaften – ankommt, liegt mit dieser Bürste nicht falsch; das Preis-Leistungsverhältnis ist bei der Trizone 2500 aus meiner Sicht sehr gut!


AmazonBasics Dual-USB-Kfz-Ladegerät, für Apple- und Android-Geräte, 4,0 A
AmazonBasics Dual-USB-Kfz-Ladegerät, für Apple- und Android-Geräte, 4,0 A

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf die Spannung kommt es an!, 13. September 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Einen USB-Ladeadapter für den Zigarettenzünderanschluß im Auto kann man ohne Not als ,glanzloses Produkt` bezeichnen. Es gilt, eine grundlegende Funktion zu erfüllen: Im Auto verwendete Geräte, wie Navi, Smartphone, MP3 Player usw. mit Strom zu versorgen bzw. diese aufzuladen. Die meisten, günstigen, USB Adapter haben allerdings einen Haken: Die gelieferte Spannung liegt oft nur zwischen 0,5 und 1,0 Ampere und reicht damit in manchen Fällen (Navigationsgerät) noch nicht einmal aus, den Energieabfluß auszugleichen. Hier punktet - bei ebenfalls günstigem Preis - der AmazonBasics Adapter. Ganze 2,1 Ampere Spannung stehen zur Verfügung. Dieses Merkmal bringt den Nutzen des Adapters auf den Punkt. Im Test haben wir zur gleichen Zeit ein iPad Air und ein iPhone 5c an den Adapter angeschlossen. Das iPad war zu Beginn 100%, das iPhone 50% geladen, das iPad wurde mit Google Maps als Navi benutzt. Nach ca. 25min war das iPhone bei 100%; das iPad zeigte lange Zeit weiter 100% an, am Ende der Fahrt waren es 98%. Bei Anschluß nur des iPads und in Navi Nutzung, lädt sich der Akku nach kurzer Zeit vollständig auf und verbleibt bei 100%.


Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch. Roman
Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch. Roman
von Alexander Solschenizyn
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Nahezu glücklich, 8. September 2014
"Schuchow schlief ein, restlos zufrieden. Der Tag war für ihn heute sehr erfolgreich verlaufen: Er war dem Arrest entgangen, seine Brigade hatte nicht zur Sozkolonie gemusst, mittags hatte er sich einen Extrabrei organisiert, das Mauern war ihm von der Hand gegangen, beim Filzen hatten sie ihn nicht mit dem Sägeblatt erwischt, er hatte sich bei Zesar etwas verdient und Tabak gekauft. Und er war nicht krank geworden, hatte sich wieder erholt. – Der Tag war vergangen, durch nichts getrübt, nahezu glücklich." So endet der Roman, der einen Tag des Gefangenen Schuchow im Stalinschen Gulag beschreibt.

Nahezu glücklich im Gulag? Der Leser ist perplex. Will der Erzähler die Situation verniedlichen? Unmöglich! Solschenizyn hat den Lesern als einer der ersten die Augen geöffnet für die Wirklichkeit in den Stalinschen Gulags. Also will er den Leser doch eher irritieren mit dieser Darstellung von "Glück" im Unglück. Schuchow und seine Mitgefangenen nehmen die unmenschlichen Härten des Lagerlebens fraglos und fatalistisch hin. Dabei spielt es für den Protagonisten schon keine Rolle mehr, dass er willkürlich und auf einen falschen Verdacht hin verurteilt wurde. Ob er nach abgesessenen 10 Jahren endlich zu seiner Familie zurückkehren kann? Eher unwahrscheinlich, sagt er sich, wahrscheinlicher ist eine nachfolgende Verbannung. Ist diese "positive" Sichtweise des Negativen vielleicht die wirksamste Methode, um zu überleben und dem Leser ein ungefähres Gefühl von der Lagerwirklichkeit zu geben?

Der Erzähler verfolgt den Tagesablauf Schuchows minutiös und protokollarisch, die Schilderung seiner Maurerarbeit geht beispielsweise über 14 Seiten hinweg. Ebenso werden häufig seine Gedanken protokolliert, aber es gibt kaum gedankliche Vertiefungen, Erzählungen über die Schicksale anderer Gefangener oder Studien über die Psychen der oft schikanösen Aufseher – wie in Dostojewskis "Aufzeichnungen aus einem Totenhaus", sondern Schuchow ist fast immer nur mit dem Nächstliegenden beschäftigt. Als langjähriger Insasse kennt er die Lagerhierarchie genauestens und ebenso alle Tricks, um kleine Vergünstigungen zu erreichen.

Das alles zu lesen ist schon in mancher Hinsicht eine Zumutung. Am Ende erfüllt den heutigen Leser weniger die Empörung über die Stalinschen Straflager, – das ist inzwischen gut bekannt und vielfach belegt -, als Betroffenheit über die Beschaffenheit der menschlichen Natur. Der Mensch ist anscheinend tendenziell immer entweder Opfer oder Täter und oft auch irgendetwas dazwischen, ein Wesen mit unausrottbaren Verhaltensmustern und einem ebenso unausrottbarem Überlebenswillen. Der ist so stark, dass selbst die unmenschlichsten Lebensbedingungen noch als Normalität erscheinen können.


Undine geht. Das Gebell. Ein Wildermuth. Drei Erzählungen.
Undine geht. Das Gebell. Ein Wildermuth. Drei Erzählungen.
von Ingeborg Bachmann
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Die Wahrheit als gemeinsames Thema, 5. September 2014
Jede dieser drei Erzählungen ist auf eine besondere Weise schön und nachdenkenswert, ihr gemeinsames Thema ist die Wahrheit.

Die älteste Geschichte ist aus dem Jahr 1962: "Undine geht". Die Meerjungfrau Undine richtet eine Tirade an die Männer, in der sie zwischen Hass und Liebe hin- und hergerissen ist. Sie zieht sich am Ende enttäuscht und einsam in ihr Element, das Wasser, zurück. Mit den Männern teilt sie die gleiche Sehnsucht nach der absoluten Wahrheit, die in ihrem Fall die absolute Liebe ist. Sie kann den Männern nicht vergeben, dass ihnen der Mut fehlt, ganz in diesem Geist zu leben. Stattdessen bevorzugen sie einen pragmatischen Kompromiss mit Frauen, die ihnen ermöglichen, im Leben zu funktionieren, indem sie sich in einer bequemen Lebenslüge einrichten.

In der längsten Erzählung, "Ein Wildermuth" von 1970, kommt ein ganz ähnliches Motiv vor. Wildermuth ist ein hoher Richter, der von klein auf dazu erzogen wurde, sich immer an die Wahrheit zu halten. Was sich wie eine prinzipientreue Pädagogik ausgab, gestaltet sich in seinem Leben immer mehr zum Problem. Er erkennt die Schwierigkeit, - nicht nur als Richter - die Wahrheit überhaupt zu fassen zu kriegen. Einmal erwähnt er eine kurze, sexuelle Begegnung mit einer Kellnerin, in der er so etwas wie eine Offenbarung ihrer gegenseitigen körperlichen Wahrheit erlebte. Aber diese Begegnung war eine Ausnahme, er heiratet stattdessen standesgemäß eine Gerda, die ihm dann mit ihrer "Blumensprache" auf die Nerven geht. Am Schluss sehnt sich Wildermuth in die stumme Natur und in die Märchenwirklichkeit hinein, um der wirklichen Wahrheit inne zu werden.

In der Geschichte "Das Gebell" von 1972 zeigt die allwissende Erzählerin, wie die Angst vor der Wahrheit eine alte Frau in den Irrsinn treibt. Die Frau will nicht wahrhaben, wie egoistisch und lieblos ihr berühmter und erfolgreicher Sohn in Wahrheit ist, bis stellvertretend ein anderes Wesen in ihr sich gegen diesen Sohn aufbäumt. Ist die Erzählerin in allen drei Geschichten stilistisch jeweils auf eine besondere Art von einer traumhaften Sicherheit, so zieht diese letzte den Leser noch dazu durch ihre große Verhaltenheit in den Bann. Sie bleibt fast ganz innerhalb des Horizontes der beteiligten Personen und alarmiert den Leser lediglich durch einige knappe Andeutungen, dass etwas an den Interpretationen der Wirklichkeit nicht stimmen kann.

Der Ton der drei Geschichten zeugt von einem intensiven Erkenntnisdrang und existentiellen Ernst und zeigt die Autorin als große Stilistin.


Braun ST 570 Haarglätter / Glätteisen Satin Hair 5 Multistyler mit Iontec
Braun ST 570 Haarglätter / Glätteisen Satin Hair 5 Multistyler mit Iontec
Preis: EUR 52,79

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Glätteeisen top, Lockenstab flop, 1. September 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Das Glätteeisen BRAUN Satin Hair 5 ist ein Glätteeisen und Lockenstab in einem Gerät. Das Besondere ist eine sogenannte IONTEC Funktion. Das ist eine Ionen-Düse, aus der aktive Ionen strömen, die so für einen glatten und frizz-freien Style sorgen. Die Ionen sollen jedes einzelne Haar umhüllen und so die Feuchtigkeitsbalance wieder herstellen.

Es gibt drei Stufen der Temperatur: I für dünnes Haar, II für normales Haar und III für voluminöses Haar und professionellen Einsatz. Originalton meine Tochter:

Ich habe für meinen langen Bob zuerst die glättende Funktion ausprobiert und war sehr zufrieden. Das Gerät heizt sehr schnell auf, ist augenblicklich heiß genug, um zu beginnen. Also keine Warterei. Ich habe Stufe II benutzt und das Haar in größeren Strähnen als empfohlen geglättet. Das Haar wurde schön glänzend und glatt gestylt. Das hat angenehmerweise den ganzen Tag gehalten, ich musste nicht noch einmal nachglätten.

Das Lockendrehen hat mir dagegen weniger gefallen. Zunächst soll dafür die Stufe III eingeschaltet werden, und zwar unabhängig vom Haartyp. Da ich einen normalen Haartyp habe, empfand ich das als zu heiß. Dann soll die Haarsträhne eingelegt werden und das Haar zweimal um das Gerät gedreht werden. Das hat bei mir nicht geklappt, das Haar rutscht weg und richtig viel Zeit hat man auch nicht, da das Haar im (zu) heißen Gerät liegt. Also habe ich die Strähne mit der andern Hand um das Gerät gedreht und festgehalten. Das geht ganz gut, da es außen nicht heiß ist (im Gegensatz zu manchen Lockenstäben aus Keramik). Allerdings finde ich das Lockenergebnis etwas dürftig. Mir konnte keine erkennbare Locke gelingen. Das Haar bekommt zwar etwas Volumen und wird beaching-wuschelig, aber eben nicht lockig.

Damit kann ich das Gerät zum Glätten sehr empfehlen, für die Locken weniger.


Land, Land: Erinnerungen
Land, Land: Erinnerungen
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Einer, der es besser wusste, 1. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Land, Land: Erinnerungen (Kindle Edition)
"Land, Land", rief früher der Schiffsjunge aus dem Mastkorb, wenn endlich das ersehnte Land in Sicht war. Diese Metapher fiel Sandor Marai ein, als er 1948 ruhelos durch Budapest streifte und darüber nachgrübelte, was er tun konnte, um seine Situation zu verbessern. Vor einigen Jahren hatte er Paris wieder besucht, die Stadt seiner Jugend, hatte dort seinen Erinnerungen nachgespürt und die deprimierenden Veränderungen ebenso erspürt. Er hatte eingesehen, dass er nicht bleiben konnte, sondern dass die einzige Heimat für ihn seine Sprache, das isolierte Ungarisch war, dass er also nach Ungarn zurückkehren musste. Dort wurde indessen das geistige Klima für einen Schriftsteller wie ihn, dem Bürger und Humanisten, immer unerträglicher. Jetzt dominierte nicht nur die "Gewalt" der Kommunisten, sondern auch ihre "Dummheit" (310) – er hätte nur noch für die Schublade schreiben können, aber auch sein Schweigen wurde von den Machthabern schon als verdächtig eingestuft. Was tun? War der humanistische Schriftsteller nicht immer auf der Suche nach seinem Ich, nach dem Menschen als Möglichkeit? War dies nicht das oberste Ziel, das sich plötzlich wie Neuland vor ihm zeigte und dass es unter allen Umständen zu erreichen galt? So wurde ihm klar, dass er emigrieren musste, was zu der Zeit gerade noch möglich war.

Das Buch der Erinnerungen setzt 1944 ein, als die russischen Soldaten in dem Dorf auftauchten, in das sich Marai und seine Frau vor den deutschen Besatzern geflüchtet hatten. Wir hören die Stimme des Romanciers, der die russischen Sieger als einen Überfall unverständlicher, unberechenbarer, oft brutaler Horden erlebt. Marai erinnert in diesen Schilderungen geradezu an Dostojewski, der über seine Verbannung nach Sibirien berichtet und seine angeborene Beobachtungsgabe dazu nutzt, die bedrohliche Umwelt lebendig zu machen. Wir hören gleichzeitig die Stimme des Essayisten, der unablässig darüber reflektiert, inwiefern und warum die russische Mentalität von der westlichen so unterschiedlich ist. Mir scheinen diese Ausführungen die stärksten in dem Buch zu sein.

Der größere Teil des Buches befasst sich dann mit den Jahren der zunehmenden Unfreiheit unter den Kommunisten. Der Ton ist monologisch-grüblerisch, und gewinnt eine existentielle Härte dadurch, dass hier ein Schriftsteller, der noch die Gediegenheit des Bürgertums und den Glanz einer gehobenen Kultur erlebt hatte, es jetzt mit der Schäbigkeit, dem Hass, der Kleinkariertheit der neuen Verhältnisse und der zynischen Korruptheit der neuen Machthaber zu tun bekam.

Diese Rezension schreibe ich zur Zeit des Ukraine-Konflikts. Man hätte den westlichen Politikern gewünscht, sich die Erkenntnisse eines Marai über die russische Mentalität und Politik rechtzeitig zunutze zu machen. Ebenso hätte man den deutschen Studenten und Schriftstellern dieses Buch zur Lektüre gewünscht, als es 1972 erschien. Stattdessen war man im Westen mit einer historisch ahnungslosen und blinden Wiederauflage des (Vulgär-)Marxismus beschäftigt, bis Marai hier Ende der 90er Jahre seine Renaissance erlebte. Wie auch immer – es lohnt sich nach wie vor, die intensiven Schilderungen und klugen Reflexionen eines so gebildeten und vom Leben hart mitgenommenen Zeitzeugen nachzuverfolgen.


Oral-B Trizone 6200 Elektrische Premium Zahnbürste mit gratis Smart Guide und Bluetooth
Oral-B Trizone 6200 Elektrische Premium Zahnbürste mit gratis Smart Guide und Bluetooth
Preis: EUR 115,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gute Putzeigenschaften und viele technischen Spielereien, die Spaß machen und zum Putzen motivieren, 31. August 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Die Oral-B Trizone 6200 wird im Set zusammen mit mehreren Bürsten, einer Basis- und Ladestation, einem Reiseetui sowie einer digitalen Stoppuhr - dem sogenannten Smart Guide - geliefert. Inbetriebnahme der Bürste (nach fast 26 Stunden Erstaufladung) und der Smart-Guide-Uhr ist sehr einfach und problemlos ohne Lesen der Bedienungsanleitung möglich. Insgesamt fünf verschiedene Reinigungsprogramme stehen zur Verfügung: Normal (voreingestellt), Tiefenreinigung, Sensitiv, Zahnfleischschutz und Aufhellen; das Wechseln zwischen diesen Programmen ist sehr einfach über einen Knopf am Bürstengriff möglich.

Im Vergleich zu meiner alten Philips Sonicare aus dem Jahr 2006, ist der Griff der Oral-B Trizone 6200 ein wenig größer und damit für mich haptisch angenehmer ausgefallen. Das Reinigungsergebnis bei zwei Minuten Putzzeit fällt bei der Trizone wesentlich besser aus, nicht zuletzt, weil der Bürstenaufsatz aus drei beweglichen Teilen besteht.

Den Smart Guide kann man mit einer Haltevorrichtung leicht an der Wand befestigen; sobald die Bürste eingeschaltet wird, läuft auf dem Smart Guide - durch Bluetooth mit der Bürste verbunden - die Zeit (in 30 Sekunden-Vierteln) mit. Drückt man zu stark auf, gibt es optische Warnungen an Bürste und Smart Guide. Besonders für Kinder ist der Smart Guide ein schönes Extra, mit dessen Hilfe sich die Putzdisziplin mit ein wenig Spaß aufrechterhalten lässt.

Wer es mag, kann auch eine (kostenlose) App für Apple und Android auf sein Smartphone laden. Die Verbindung mit dem Smartphone erfolgt dann ebenfalls per Bluetooth. Mit der App werden nicht nur alle Funktionen des Smart Guide geliefert, sondern noch einiges mehr: während des Putzens läuft im unteren Teil des Bildschirms eine Art Tickertape mit Nachrichten mit, außerdem gibt es zwischendurch aufmunternde Anfeuerungen oder Warnungen. Am Ende fordert die App dann noch zu weiteren Aktivitäten auf: Zungenreinigung, Zahnseideneinsatz, Gurgeln mit Mundspülung. Hier drängt sich doch ein wenig der Verdacht des Cross-Sellings für andere Oral-B-Produkte auf, auch wenn natürlich die Mundhygiene dadurch gefördert wird. Die App verfügt zu guter Letzt über eine kleine Statistikfunktion. Sicherlich eine Spielerei, allerdings auch hier mit einem gewissen Motivationselement.

Insgesamt bin ich mit den Putzeigenschaften der Bürste sehr zufrieden - ich habe in diesem Sinne bisher keine bessere Zahnbürste besessen. Auch gefallen mir die technischen Spielereien, die natürlich Geschmacksache -und im Sinne der eigentlichen Funktion einer Zahnbürste verzichtbar- sind. Preislich befindet sich die Bürste sowohl in der Anschaffung als auch bei den Ersatzbürsten am oberen Ende der Schmerzgrenze - allein aus diesem Grund ,nur` vier von fünf möglichen Sternen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 1, 2014 10:44 PM MEST


Duracraft Luftentfeuchter 20 L, DDE020E2
Duracraft Luftentfeuchter 20 L, DDE020E2
Preis: EUR 239,00

4.0 von 5 Sternen Leistungsstark und robust, 31. August 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Dieser Luftentfeuchter ist noch etwas leistungsfähiger als der letzte von Duracraft (DD-TEC16E). Schaffte der nur 16 l in 24 Stunden, so zieht der 20E in der gleichen Zeit 20 l aus der feuchten Luft heraus. Man kann diese Angaben allerdings nur schwer überprüfen. Dafür brauchte man eine vergleichbare hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme im Raum. Es ist aber unverkennbar, dass der Apparat ausgesprochen leistungsfähig ist. Wenn unser großer Raum und offene Flur im Keller, in dem er steht, schon ziemlich geringe Feuchtigkeitswerte aufzeigen (zwischen 50 und 60%), dann holt er doch noch einmal in 12 Stunden mehrere Liter Wasser heraus. Das Wasseraufnahmegefäß fasst 3,3 l, das läuft dann relativ schnell voll.

Man braucht wohl nicht mehr viel dazu zu sagen, dass ein Luftentfeuchter in feuchten Räumen unverzichtbare Dienste leistet. Wenn wir aus dem Sommerurlaub zurückkommen und es zu Hause schwülwarm war, dann gibt es leicht den unverkennbaren müffeligen Kellergeruch, der sich hartnäckig in den Klamotten und Büchern fängt, die hier auch deponiert sind. Lüften allein bringt es in feuchtwarmen Sommern auch nicht, also muss ein Luftentfeuchter her, und zwar einer von einer ähnlichen Robustheit und Kompaktheit wie der 20E.

Er ist noch mal etwas schwerer als der 16E, nämlich fast 15 kg ohne Verpackung (weist aber - nebenbei bemerkt - etwas weniger Wattleistung auf, nämlich 340 statt 410 Watt wie beim 16E). Das Gewicht ist schon beachtlich, es trägt aber auch dazu bei, dass das Gerät keine unangenehmen Vibrationsgeräusche von sich gibt. Wenn hier in einigen Rezensionen behauptet wird, das Gerät sei leise, so kann ich dem nicht zustimmen. Wenn sowohl der Kompressor als auch der Ventilator bei der aktiven Entfeuchtung laufen, dann gibt es ein gleichmäßig starkes Rauschen, das ich nicht gerne in einem Wohn- oder Schlafzimmer hätte. Leider sind in der (sonst gut verständlichen) Bedienanleitung keine technischen Daten angegeben, also auch keine Dezibelangaben (einige Angaben finden sich am Gerät, wenn man den Wasserbehälter herausnimmt). Als relativ leise und erträglich kann man vielleicht den Ventilator bezeichnen, wenn der alleine läuft, nachdem sich der Kompressor automatisch ausgeschaltet hat.

Das Gerät ist formschön und hat auch erfreulicher Weise oben einen Henkel zum Anfassen, aber man wird es wegen seiner Größe von 64,5x37x32 cm und seines Gewichts eher nicht erhöht stellen. Auf dem Boden ist es wegen des Henkelgriffs und kleiner Laufräder aber gut zu manövrieren.

Wir hatten vorher einen durchaus akzeptablen älteren Luftentfeuchter in dem Raum. Als deutlichen Fortschritt gegenüber diesem betrachte ich bei dem Duracraft 20E a) seine höhere Leistungsfähigkeit und b) die Tatsache, dass man bei ihm die zu erreichende Luftfeuchtigkeit exakt einstellen kann. 50 bis 60% sind ideale Werte für einen Raum - man kann das Gerät bis auf 40% einstellen. Ein Wasserabfluss durch einen Schlauch ist vorgesehen, in unserem Raum aber nicht möglich. Man kann entweder den Dauerbetrieb wählen, wobei sich das Gerät ausschaltet, wenn die gewünschte Luftfeuchtigkeit erreicht ist, oder man kann die Laufdauer per Timer einstellen (3, 6 oder 12 Stunden). Die Bedienung ist sehr einfach, man kann kaum etwas falsch machen, es handelt sich um einige wenige übersichtliche Knöpfe.

Was ich nicht ideal finde, ist, dass die Abluft einem aus einer relativ kleinen Öffnung direkt ins Gesicht strömt, wenn man vor dem Entfeuchter steht und an den Knöpfen hantiert, während die feuchte Luft durch die hintere Seite angesaugt wird - es wäre auch umgekehrt möglich - und m.E. sinnvoller. - Trotz der geäußerten kritischen Punkte ist dieses Gerät aus meiner Sicht insgesamt durchaus leistungsstark und solide.


Der letzte Sommer, Großdruck
Der letzte Sommer, Großdruck
von Ricarda Huch
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Federleicht und revolutionär, 25. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Sommer, Großdruck (Taschenbuch)
Es handelt sich um eine federleichte längere Erzählung, die im vorrevolutionären Russland spielt. Der willensstarke Lju, der zu der Gruppe der Revolutionäre zählt, ist Sekretär bei dem Gouverneur Jegor von R. geworden und erwirbt rasch das Vertrauen, ja die Liebe aller Familienangehörigen. Lju selbst erkennt und schätzt diese Leute in ihrer persönlichen Eigenart.

Es ist eine längere Erzählung in Briefen. Die Briefe kommen wie aus einer fernen, unbeschwerten Zeit daher geweht. Die beiden heranwachsenden Mädchen verlieben sich - auf unterschiedliche Art - in Lju mit seiner starken Persönlichkeit. Der Sohn, ein charmanter Student, sympathisiert sogar mit Ljus revolutionären Überzeugungen, über die sie offen diskutieren. Die Briefe der Familie quellen über von Übermut, Unbeschwertheit und schönem Witz.

Und doch kann einen die Erzählung, die so leicht daher kommt, mehr und mehr beunruhigen. Denn Lju verfolgt - so wird allmählich klar - bei aller Zuneigung zu der Familie anscheinend unbeirrbar sein Ziel, den Gouverneur umzubringen. Der hat eine Universität wegen studentischer politischer Umtriebe schließen lassen, die Revolutionäre wollen mit seiner Ermordung ein Zeichen setzen.

Diese Spannung liegt also wie ein Beben unter der heilen Welt, die sich in den Briefen spiegelt. Kühl und unnachsichtig kann Lju gleichzeitig diese Familie charakterisieren. Er analysiert, dass "die Familie etwas kindlich Harmloses" hat, dass gleichwohl "diesem Wesen maßloser Hochmut zugrunde liegt." (13). Und es ist unverkennbar, dass die Autorin mit dieser Figur sympathisiert.

Man darf wohl persönliche Züge Ricarda Huchs in dieser Gestalt wiedererkennen, die sich als Historikerin von Leopold Ranke einmal so absetzte: "Ich glaubte, die wirkliche Welt sei viel wilder, grausamer, böser und gemeiner, und doch auch wieder viel schöner." Sie stellte ihr Gefühl, die Liebe zu den Menschen über jede Theorie und Ideologie, brachte aber ebenso ihr Bekenntnis zur revolutionären Veränderung und zu Revolutionären wie Bakunin oder Garibaldi in Biografien zum Ausdruck. Wenn Ricarda Huch die Erzählung nicht 1910, sondern in der stalinistischen Ära geschrieben hätte, wäre sie vermutlich nicht mehr so unbeschwert ausgefallen. Aber bevor man über das Werk aus dem besserwisserischen geschichtlichen Rückblick urteilt, sollte man sich daran erinnern, dass diese Haltung sie auch dazu befähigte, sich später unbeirrbar gegen die Hurra-Politik im ersten Weltkrieg und später ebenso gegen die Nazis zu stellen.


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