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Rezensionen verfasst von
R.S.

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Terra Islamica: Auf der Suche nach der Welt meines Vaters
Terra Islamica: Auf der Suche nach der Welt meines Vaters
von Aatish Taseer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Äußerst interessanter Einblick in die Islamische Welt, 1. März 2010
Aatish Taseer ist der Sohn einer indischen Journalistin und eines pakistanischen Politikers und Geschäftsmannes, der hauptsächlich in England lebt. Zerrissen zwischen den Welten macht er sich auf die Suche nach der islamischen Welt seines Vaters. Was macht den wesentlichen Unterschied zwischen seiner Lebensauffassung und derjenigen des Islam auf, dem er durch Geburt angehört.

Das Buch ist die Beschreibung der Eindrücke die Taseer auf seiner Reise durch die islamische Welt gewinnen konnten, immer wieder aber widmet er ganze Kapitel der Erzählung seiner eigenen Biographie.

Als ich das Buch in der Hand hielt, wollte ich es schon wieder zurück in das Bücherregal stellen, ehe mich die Überlegung an meinen eigenen Vorurteilen über den Islam zu arbeiten dazu brachte es doch zu lesen. Und es war eine gute Entscheidung, wenngleich ich bald bemerkte, dass vieles gar nicht so sehr Vorurteile, sondern durchaus vernünftige kritische Beschäftigung mit dem Islam entspringt. Taseer schönt nichts, sondern beschreibt seine Erlebnisse, die auch sehr kritische Blicke erlauben. Bald wird klar, dass es kein einheitliches Bild des Islam geben kann, dass es aber dennoch gewisse Bilder gibt die wir uns vor Augen halten müssen, wenn wir über dieses Weltbild nachdenken und diskutieren.

Ich habe es keinen Moment bereut, das Buch nicht in das Regal zurückgestellt zu haben und so kann ich jedem der ein bisschen mehr über die aktuellen Verhältnisse in den islamischen Staaten erfahren will dieses Buch ans Herz legen.


The Spirit Never Dies
The Spirit Never Dies
Preis: EUR 8,99

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sehr durchwachsenes Album, 5. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: The Spirit Never Dies (MP3-Download)
Das neue - zumindest in Österreich - ganz groß promotete Album des Falken kann nicht halten, was es versprochen hat. Und in Wirklichkeit darf man sich darüber auch nicht wundern, denn Falco wird einen guten Grund gehabt haben die Songs nicht zu veröffentlichen. Dabei muss man aber festhalten, dass der Song "The Spirit Never Dies" wirklich gut ist.

Insgesamt befinden sich sieben bisher unveröffentlichte Lieder auf dem Album. Zusätzlich wurden die beiden Jeannys, Que Pasa Hombre, Poison (beide auf "Verdammt wir leben noch" bereits veröffentlicht) und eine zweite Version von "The Spirit Never Dies" dazugepackt, so dass man auf insgesamt zwölf Lieder kommt.

Kommen wir also zu den neuen Liedern:

* Return to Forever: ein Skandal das überhaupt zu veröffentlichen, denn bei diesem Stück ist eindeutig warum der Falke es im Keller vergraben hat. Es macht einen unfertigen Eindruck und Falco steuert nur ein paar wenige Töne bei.
* Nuevo Africana: Kann man sich durchaus anhören, bestimmt kein extremer Reißer aber gefällig.
* Sweet Symphony: Geht so. Wenn man es öfters hört ist es gar nicht so schlecht.
* Kissing in the Kremlin: Wohl ein Versuch den Kommissar nochmals auferstehen zu lassen. Sehr starke Anlehnung an den Stil Falcos auf dem Album Einzelhaft. Die Backgrounds sind ein bisschen nervig, sonst wirklich interessant.
* Dada Love: Klassischer Falco-Rap. Wie der Titel schon sagt versucht sich Falco hier am Dadaismus. Erinnert entfernt an Kraftwerk (Tour de France, Autobahn), aber mit Falco-typischen Elementen.
* Forever: Kann nicht überzeugen. Ein bisschen symphonische Klänge und das war es; ob Falco überhaupt einen Ton beigesteuert hat bleibt offen. Wie schon der einleitende Song nicht typisch Falco. Wäre auch besser im Keller geblieben.
* Und natürlich The Spirit Never Dies: Bestimmt der beste der neuen Songs. Hat mir schon gefallen als er auf Ö3 das erste Mal gespielt wurde.


Odinn's Child (Viking Trilogy)
Odinn's Child (Viking Trilogy)
von Tim Severin
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,10

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exzellenter Blick in verschiedene Kulturen zur ersten Jahrtausendwende, 3. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Odinn's Child (Viking Trilogy) (Taschenbuch)
Thorgils, der Icherzähler der Geschichte, kommt als Kind eines Grönländers und einer Irin zur Welt. Von seinem Vater erbt er den Drang immer neue Plätze zu entdecken von seiner Mutter die Fähigkeiten eines Sehers. Im ersten Band der Trilogie erzählt er die Geschichte seiner Jugend und seiner vielfältigen Ausbildung (nordisch, christlich und keltisch).

Wenngleich der Rückentext des Buches lautstark verkündet ""Viking - Odinn's Child" gives historical novel writing a new dimension." so erinnert das Buch doch an die Mittelaltererzählungen von Bernard Cornwell (Artus, Agincourt, Alfred, etc.). Dies ist ausschließlich als Kompliment gemeint und darf keinesfalls als Plagiatsvorwurf verstanden werden. Es ist eben ein ähnlicher Erzählstil in einer ähnlichen Umgebung.

Die vielen Personen sind größtenteils liebevoll gezeichnet, die Persönlichkeits-Entwicklung die Thorgils durchmacht ist angesichts der Umstände glaubhaft und gut dargestellt. Ähnlich wie Cornwell bleibt auch Severin nie an der Oberfläche und versucht immer mehrere Seiten zu beleuchten. Legt Cornwell viel Wert auf Schlachtszenen, so finden sich diese hier deutlich weniger drastisch beschrieben - was aber nicht heißen soll, dass Severin hier die Augen vor den Grauen abwenden würde.

Wo Licht ist ist auch Schatten. Auf den ersten hundert Seiten fürchtete ich eine Fehlentscheidung getroffen zu haben, das Buch wollte einfach nicht in Gang kommen. Vor allem die ersten Seiten waren ein bisschen mühsam. Severin lässt seinen Erzähler Dinge erzählen, die als Hintergrund wichtig sein mögen, die aber nicht in die Geschichte passen wollen, sondern teilweise den Eindruck erwecken, dass Severin zeigen möchte, dass er sich mit dem Thema befasst hat. Auch danach dauert es noch eine ganze Weile, bis der Leser sich auf den Protagonisten einlassen kann und wirklich tief in die Geschichte gezogen wird.

Und dennoch halte ich das Buch für ein wirklich herausragendes Werk im Bereich der historischen Erzählungen, denn ab der zweiten Hälfte taucht man wirklich tief in die Welt des Mittelalters ein. Cornwell erspart usn üblicherweise die Details über die Jugend seiner Helden und hat damit doch nur zu einem gewissen Grade Recht, denn Severins Zugang gibt der Person noch mehr Hintergrund auf Kosten der Spannung.

Für all jene die Cornwells Romane mögen ist dies eine klare Empfehlung.


Burning Land
Burning Land
von Bernard Cornwell
  Taschenbuch

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Teil 5 der Saxon Stories, 16. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Burning Land (Taschenbuch)
Mit The Burning Land legt Cornwell den lange erwarteten fünften Teil seiner Saxon Stories rund um das England Alfred des Großen und den Wikingerinvasionen vor. Dieser Teil beginnt mit einer weiteren Invasion, dieses Mal ist es Harald der Wikinger nach Wessex führt und wieder ist es der Icherzähler Uhtred der den Sachsen einen großen Sieg bringt. Aber bald darauf lässt er sich von einer Intrige Bischofs Asser hinreißen und wird gegenüber Alfred eidbrüchig. Er zieht nach Norden in Richtung seiner Heimat Bebbanburg und schließt sich den Wikingern seines Ziehbruders an.

Im Wesentlichen schließt das Buch sauber an den vorhergehenden Teil an. Kleine Änderungen findet man im Erzählstil, da Uhtred nun das eine oder andere Mal aus der ausschließlich rückblickenden Erzählung auch einen Blick darauf erlaubt, dass er im hohen Alter seine Erlebnisse aufschreibt (ähnlich dem Erzähler in den Artus-Erzählungen). Die Erzählung der Schlachtszenen ist vielleicht nicht mehr ganz so intensiv wie in einigen seiner früheren Bücher, es ist aber dennoch nichts für einen schwachen Magen. Im Mittelteil erlaubt er sich einige Seiten die in Stil und Dramatik nicht so recht in das Buch passen wollen. Dieser Teil ist wohl der insgesamt schwächste Teil der Chronik.

Insgesamt aber liegt dennoch ein lesenswertes Buch vor und ich freue mich auch bereits auf den nächsten Teil aus der Serie.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 12, 2010 3:01 PM CET


Das verlorene Symbol: Thriller
Das verlorene Symbol: Thriller
von Dan Brown
  Gebundene Ausgabe

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Pageturner mit schlechtem Schluss, 12. November 2009
Robert Langdon ist wieder im Einsatz. Dieses Mal wird er von einem Unbekannten, unter dem Vorwand für einen seiner besten Freunde einen Vortrag für dessen Freimaurerloge zu halten, nach Washington, D.C. gelockt. Schon sehr schnell wird ihm klar, dass es um etwas ganz Anderes geht - die rechte Hand seines Freundes liegt nämlich mitten im Kapitol und er soll die Pforte zu einem geheimen Portal öffnen.

Das Buch liest sich wie alle Werke Dan Browns sehr leicht und schnell. Es ist wie üblich ein wahrer Pageturner, sprachlich keine hohe Qualität und seine Figuren sind durch die Bank flach und klischeehaft. Das verzeiht man aber üblicherweise gerne, weil eben die Spannung im Vordergrund steht.

Dieses Mal aber hat er beim Schluss in meinen Augen ziemlich versagt. Das hat sich zugegeben schon früh angekündigt als er sich darauf einließ die Noetik als Wissenschaft einzuführen. Und um diese sehr eigene Wissenschaft irgendwie mit dem Stoff der Freimaurer zu verweben, lässt er sich auf Schlussfolgerungen ein, die mühsam zu erzählen sind. Aber der Schluss ist überhaupt einfach zu weit vom Spannungshöhepunkt entfernt. Es bleibt kaum mehr Spannung übrig für die letzten hundert Seiten und das in einem Buch das ausschließlich von Spannung lebt. Könnte man für die ersten 80% noch argumentieren, dass dem Thrill jede andere literarische Qualität unterzuordnen und daher die volle Bewertung angebracht sei, so wird justament diese Argumentation durch das Ende des Buches vollkommen zerstört.


Garden of Beasts.
Garden of Beasts.
von Jeffery Deaver
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,06

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein politischer Mord in Nazideutschland, 29. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Garden of Beasts. (Taschenbuch)
Deaver setzt seinen Roman in die Zeit um die Olympischen Spiele 1936 in Deutschland. Ein amerikanischer Buttonman (Auftragskiller) soll im Auftrag des US-Geheimdienstes den hochrangigen Nazi Reinhard Ernst öffentlichkeitswirksam erschießen. Dazu wird er mit dem amerikanischen Olympiateam nach Deutschland geschafft und trifft dort auf ein Problem nach dem anderen.

Der Roman ist typisch für Deaver erzählt, er springt oft zwischen den verschiedenen Protagonisten und erzählt deren Geschichte. Interessanterweise schafft er es die drei Hauptfiguren mehr oder weniger sympathisch erscheinen zu lassen. Einerseits den amerikanischen Killer, dessen persönlicher Hintergrund und der Wunsch sich mit diesem Mord ein für alle Mal eine neue gewaltfreie Existenz zu schaffen, ihn durchaus sympathisch macht. Andererseits das potentielle Opfer, der durchaus menschlich geschildert wird und der in den Wirren und Intrigen der deutschen Naziführung es auch nicht immer leicht hat - dessen Unmenschlichkeit zwar die ganze Zeit spürbar ist, aber erst sehr spät im Buch in seiner unglaublichen Grausamkeit spürbar wird. Last not least den deutschen Kriminalkommissar, der an dem Fall dran ist, ein Mensch der seinen Job ordentlich machen will, ansonsten aber nirgendwo mit dem Regime anstreifen will, der aber dennoch wo es geht geschundenen und gedemütigten Menschen zu helfen versucht und das Naziregime aus tiefster Überzeugung verachtet.

Insgesamt schafft Deaver sicherlich einen interessanten Blick auf die Menschen dieser Zeit zu zeigen und aufzuzeigen, dass längst nicht alle Menschen in einer Diktatur hinter dieser stehen müssen. Was ein bisschen unangenehm aufstößt ist die Tatsache, dass Deaver immer wieder versucht die deutsche Sprache einzubauen, dabei aber klar wird, dass er keine Ahnung davon hat. Das wird z.B. erkennbar wenn man liest, dass er jeden Deutschen permanent das Wort "Ach" in den Mund legt, andererseits, wenn er von wörtlicher Übersetzung faselt, die nicht funktioniere, und gerade dabei Beispiele nimmt, die ausnahmsweise auch "literally translated" verständlich bleiben.

Sieht man von dieser Schwäche ab, hat man es mit einem ordentlichen Thriller zu tun, der eine Zeit beleuchtet die für viele noch immer tabu ist. Anders als Vaterland von Robert Harris wird die Zeit aber wesentlich weniger trist und düster geschildert. Man merkt zwar immer und überall, dass die Menschen Angst haben und verunsichert sind und Deaver schildert dies auch sehr eindringlich und glaubwürdig, Harris' Roman ruft aber deutlich mehr Beklemmung hervor.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 18, 2009 6:28 PM CET


Der Schatten des Windes. Roman
Der Schatten des Windes. Roman
von Carlos Ruiz Zafón
  Taschenbuch

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbare Literatur, 24. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Windes. Roman (Taschenbuch)
Zafón schlüpft - als Icherzähler - in die Rolle eines Mannes dessen Leben von einem Buch begleitet wird. Als Zehnjährigen nimmt ihn sein Vater zu einer geheimen Versammlung (genannt Friedhof der Vergessenen Bücher) mit, wo er sich für ein Buch entscheiden muss, für das er zukünftig die Alleinverantwortung übernehmen will. Aus einer schier unendlichen Auswahl entscheidet er sich für "Der Schatten des Windes" eines unbekannten spanischen Autors das in Paris verlegt wurde. Ein ganz besonderes Buch wie man im Lauf des Textes noch bemerken wird.

Das Buch ist wunderbar geschrieben, sprachlich ist es sicherlich bei den großen Romanciers anzusetzen. Eine Behauptung die natürlich nur dann Bestand hat, wenn so wie hier, der Übersetzer auch wirklich gute Arbeit geleistet hat. Zafón gelingt es in einem zunächst ereignislosen Buch Spannung aufzubauen. Vor allem aber durch sein sprachliches Können fesselt er den Leser an das Buch.

Ein Buch das ich gerne bereit bin in die großen zeitgenössischen Bücher einzureihen. Das Buch zu lesen machte von der ersten bis zur letzten Seite Spaß. Vergleichbar ist es mit dem ebenfalls großartigen Buch Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier. Eine ganz klare Empfehlung dafür meinerseits.


Der Waffenhändler
Der Waffenhändler
von Hugh Laurie
  Gebundene Ausgabe

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hugh Laurie als Autor?, 20. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Waffenhändler (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch erschien in einer früheren Auflage unter dem Titel "Bockmist"

Hugh Laurie als Autor?, diese Frage stellte ich mir als ich dieses Buch sah. Und natürlich musste ich es lesen, immerhin habe ich Laurie schon in Blackadder geschätzt und als House ist er ja wohl auch eine Ikone geworden.

Laurie probiert etwas Ungewöhnliches und schreibt ein Buch über einen Menschen der in ein Spiel der Geheimdienste und Waffenhändler hineingezogen wird. Soweit noch nicht ungewöhnlich. Aber er schreibt vor allem im Stil einer Stand-Up-Comedy, zumindest über Teile des Buches. Am Anfang besonders häufig am Ende schwächer werdend.

Insgesamt ordnet er letztlich alles dem Ziel unter lustig zu sein, doch manchmal verliert er sich dann doch wieder in Beschreibung von gar nicht so lustigen Szenen und man hat das Gefühl "jetzt wäre es aber wirklich an der Zeit, wieder für mehr Spaß zu sorgen" und spätestens dann findet er wieder den roten Faden. Kurz zusammengefasst könnte man es als nicht Fisch nicht Fleisch bezeichnen, Laurie hatte nicht den Mut sich auf die Konsequenz eines Terry Pratchett oder Douglas Adams einzulassen, aber es ist durchaus ein Buch das man lesen sollte.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 15, 2010 12:58 AM CET


Bockmist
Bockmist
von Hugh Laurie
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hugh Laurie als Autor?, 20. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Bockmist (Taschenbuch)
Dieses Buch erschien in einer neuen Auflage unter dem Titel "Der Waffenhändler"

Hugh Laurie als Autor?, diese Frage stellte ich mir als ich dieses Buch sah. Und natürlich musste ich es lesen, immerhin habe ich Laurie schon in Blackadder geschätzt und als House ist er ja wohl auch eine Ikone geworden.

Laurie probiert etwas Ungewöhnliches und schreibt ein Buch über einen Menschen der in ein Spiel der Geheimdienste und Waffenhändler hineingezogen wird. Soweit noch nicht ungewöhnlich. Aber er schreibt vor allem im Stil einer Stand-Up-Comedy, zumindest über Teile des Buches. Am Anfang besonders häufig am Ende schwächer werdend.

Insgesamt ordnet er letztlich alles dem Ziel unter lustig zu sein, doch manchmal verliert er sich dann doch wieder in Beschreibung von gar nicht so lustigen Szenen und man hat das Gefühl "jetzt wäre es aber wirklich an der Zeit, wieder für mehr Spaß zu sorgen" und spätestens dann findet er wieder den roten Faden. Kurz zusammengefasst könnte man es als nicht Fisch nicht Fleisch bezeichnen, Laurie hatte nicht den Mut sich auf die Konsequenz eines Terry Pratchett oder Douglas Adams einzulassen, aber es ist durchaus ein Buch das man lesen sollte.


Das Zeichen des Sieges
Das Zeichen des Sieges
von Bernard Cornwell
  Gebundene Ausgabe

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Schlacht um Azincourt, 6. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Zeichen des Sieges (Gebundene Ausgabe)
Wie bereits in der Trilogie um Thomas Hookton (Der Bogenschütze, Der Wanderer, Der Erzfeind) begibt sich Cornwell in den Hundertjährigen Krieg um einen Bogenschützen zu begleiten. Ging es in der erwähnten Trilogie um die Ereignisse zu Beginn des Krieges (das erste Ereignis dieser Serie datiert 1342) so dreht sich hier alles um die Invasion unter Heinrich V. die in der Schlacht um Azincourt im Jahre 1415 gipfelte. Wie schon in der Schlacht von Crécy die in der genannten Trilogie beschrieben wird, steht eine englische Minderheit einer französischen Übermacht gegenüber. Doch die englischen Bogenschützen entscheiden die Schlacht. Soweit zum allgemeinen Setup.

Die Geschichte folgt Nick Hook der nachdem er einen Priester geschlagen hat zum Outlaw wird und sich nach Frankreich verdingt. Dort übersteht er den Untergang von Soissons und bringt die Kunde über die wahren Gründe bis zu Heinrich V. der ihn einem seiner engsten Vertrauten unterstellt. Hook arbeitet sich langsam aber sicher in der Hierarchie hoch und wird bald zum Anführer einer Gruppe von Bogenschützen, die mehrfach dem größten französischen Feldherrn gegenübersteht.

Das Buch ist in guter alter Cornwell-Manier geschrieben. Sehr lebhafte Schilderungen der Personen aber auch der Schlachtszenen zeichneten Cornwell schon immer aus. Seine hingebungsvolle Recherche macht ihn zu einem der wichtigsten zeitgenössischen Autoren historischer Romane. Und so kann man das Buch sicherlich wieder jedem nahelegen der Geschichtsunterricht lieber in interessante Geschichten verpackt genießen möchte.
Und dennoch habe ich von Cornwell schon besseres gelesen. Der Schluss wirkt eilig hingeschmiert, um noch rechtzeitig fertig zu werden. Die Personenzeichnungen hat Cornwell schon besser und glaubhafter gemacht und vor allem ließ er diesmal nicht so viele zynische Kommentare einfließen wie in seinen großen Werken der Arthur- bzw. Alfred-Reihe.


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