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Dr. Paul Versaeg "filmfan" (München)
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Panasonic Akku für Profi-Haarschneidemaschine ER-1610 / ER-160 / ER-1611, Typ WER160L2504
Panasonic Akku für Profi-Haarschneidemaschine ER-1610 / ER-160 / ER-1611, Typ WER160L2504
Preis: EUR 20,18

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anleitung zum Akkutausch, 17. Januar 2015
Wieder ist Dr. Paul Versaeg in geheimer Mission unterwegs, seinen Feldzug gegen die geplante Obsoleszenz zu führen.

Leider muß sich Panasonic (frivolerweise Erfinder des NiMH-Akkus namens "Eneloop") vorhalten lassen, auch im neuesten Haarschneider die geplante Obsoleszenz voranzutreiben. Warum? Weil keineswegs reguläre NiMH-Mignonzellen oder gar sogenannte LSDs (also solche mit extrem geringer Selbstentladung wie die Eneloop) verbaut sind, sondern eine recht spezielle Bauform mit einem Stift je Seite, etwa 1.2mm im Durchmesser. Diese Stifte rasten in Federzungen ein und stellen den Kontakt her. Ein Umbau auf reguläre Zellen ist möglich, aber nicht ganz trivial, da es mit einem Verbiegen der Federzungen nicht unbedingt getan ist: Das Risiko von Wackelkontakte und damit Frust ist gegeben.

Wie kommt man nun an die Akkus, wenn man sie austauschen will? Prinzipiell nach der im Handbuch beschriebenen Vorgehensweise. Die größte Hürde ist hier die schwarze Abdeckkappe aus Kunststoff, die durch recht starkes, doppelseitiges Klebeband mit dem silbernen Deckel verbunden ist, in dem sich die Schraube vom Schnittlängenrad befindet. Entgegen anderslautender Aussagen ist auch das silberne Teil aus Kunststoff (nicht etwa Alu) und kann bei zu energischen Hebelversuchen beschädigt werden.

Ich rate zu einem Erhitzen des ganzen Geräts im Backofen (50°C sollten genügen), um den Kleber genug zu erweichen, damit die schwarze Kappe mit einem Kunststoffspatel geduldig abgehebelt werden kann. Gröbere Naturen kümmern sich gar nicht um die Dekoration, denn dieser schwarze Deckel ist kein funktionales Teil.

Weiter geht es mit den zwei silbernen, metrischen Zylinderkopfschrauben unter dem Scherkopf, die den Rast- bzw. Federmechanismus für den Scherkopf halten. Diesen bekommt man in der Schnittlänge 2mm am leichtesten entfernt. Anschließend die Schraube am Ladesteckergehäuse entfernen, das Ladesteckergehäuse (Aufschrift "Panasonic ER-1611, Made in Japan" usw.) kann nun nach hinten/unten abgezogen werden. Dann die zwei Gummikappen am gummierten Unterteil mit einer Nadel o. Ä. entfernen. Darunter kommen zwei schwarze Blechschrauben zum Vorschein, die ebenfalls entfernt werden müssen.

Anschließend die Gehäusehälften vorsichtiges auseinanderhebeln und gleichzeitig das silbernen Oberteil mit der schwarzen Aufnahme für die Scherkämme nach oben abziehen. Bei diesem Vorgang bitte darauf achten, daß das Schnittlängenrad festgehalten wird, denn darunter befindet sich eine Blattfeder für den Rastmechanismus und eine Spiralfeder, die das mechanische Spiel bei der Schnittlängeneinstellung aufnimmt. Es kommen zwei weitere Schrauben zum Vorschein. Hier handelt es sich ebenfalls um die schwarzen Blechschrauben, die schon unter den Gummikappen verwendet wurden.

Nun kann man vorsichtig die 0.8mm Stellung anfahren und das Schnittlängenrad entfernen. In dieser Stellung ist die Feder (weitestgehend) entspannt und kann herausgenommen werden, dito die Blattfeder. Bitte hier die Einbauorte merken (Fotos helfen), insbesonderer des Hebelmechanismus für die Schnittlängenverstellung. Für einen Bastler ist das weitestgehend selbsterklärend, der unbedarfte Schrauber könnte länger brauchen.

Im letzten Schritt können die Gehäusehälften getrennt werden und das Akkufach liegt frei. Hier fällt der Blick auch gleich auf die spezielle Bauform mit den 1.2mm-Stiften an beiden Seiten, die in die Federzungen einrasten. Da baugleiche Ersatzakkus obszön teuer sind, rate ich dazu, entweder am Minuspol regulärer Eneloops ein 1.2mm-Drähtchen aufzulöten und die Federzungen für den Pluspol einfach soweit zu verbiegen, daß sie einen zuverlässigen Kontakt herstellen oder gleich beide Federzungen entsprechend zu modifizieren. Idealerweise müßte man eine Spiralfeder auflöten, so, wie man sie in Taschenlampen oder anderen Batteriefächern findet - nur leider muß das Gerät dann noch weiter zerlegt werden, weil die entstehende Hitze den Plastikhaltern schaden würde. Eine weitere Alternative wären Akkus mit Lötfahnen.

Ich überlasse es dem persönlichen Basteltrieb, welcher Lösungsweg hier beschritten wird.

Die Akkus liegen übrigens beide(!) mit dem Pluspol zur Unterseite des Geräts, wer es anders macht, riskiert einen Kurzschluß. Auch soll nicht unerwähnt bleiben, daß zumindest mein ER-1610 ganz ohne Akkus, d. h. in reinem Netzbetrieb nicht funktionieren will. Schade.

Der Zusammenbau erfolgt prinzipiell in entgegengesetzter Reihenfolge, wobei auf bewegliche Teile ein Tröpfchen Silikonfett gegeben werden kann. Zugegeben, die Geschichte ist weit frickeliger, als das technisch und vom Bauraum her hätte sein müssen, daher muß ich dem hier rezensierten Produkt einen Punkt abziehen. Aus Protest.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 1, 2015 5:15 PM CET


Panasonic ER-1611 Profi-Haarschneidemaschine
Panasonic ER-1611 Profi-Haarschneidemaschine
Preis: EUR 121,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anleitung zum Akkuwechsel, 17. Januar 2015
Wieder ist Dr. Paul Versaeg in geheimer Mission unterwegs, seinen Feldzug gegen die geplante Obsoleszenz zu führen.

Doch alles der Reihe nach: Beim hier rezensierten ER-1611 handelt es sich um den (weitestgehend) baugleichen Nachfolger des schon fast legendären ER-1610. Beide besitzen sie im Gegensatz zur windigen Konkurrenz einen bärenstarken Linearmotor, der bis zum letzten Elektron in den Akkus wirklich jede Matte, ob auf dem Kopf, im Gesicht oder sonstwo den Garaus macht. Über das Rändelrad ist die Schnittlänge am unverwüstlichen Scherkopf in Schritten zu 0.8-1.1-1.4-1.7-2.0mm einstellbar, nimmt man die Aufsätze dazu, kann man den über die Zinkenlänge vorgegebenen Startwert von 3/4mm, 5/9mm und 12/15mm noch mit dem Rändelrad feinjustieren. Wer einen Trick anwendet und das Gerät umdreht, d. h. mit dem beweglichen, schwarzen statt dem feststehenden silbernen Messerblock zur Haut, kann sogar noch knapper als 0.8mm abschneiden, riskiert aber u. U. eine Verletzung.

Beim ER-1611 hat Panasonic außerdem das Flehen seiner Kundschaft erhört und das klobige, schwere Trafoladegerät mit seinem sehr unüblichen Stecker und der noch unüblicheren Betriebsspannung von 2.4V (und einem guten Ampere Ladestrom) in Rente geschickt. Die Nachfolge tritt das WER1611K7664 an, ein etwas kompakteres Mehrbereichsnetzteil (HURRA!) das bei 100-240V und damit auch im Auslandsurlaub funktioniert. Wer seinen ER-1610 nachrüsten will: Das Teil paßt auch da (trotz der höheren Spannungsangabe von 3.6V), reißt aber ein ordentliches Loch in die Urlaubskasse. I. d. T. dauert es auch nur eine gute Stunde, bis der ER-1611 einsatzbereit ist.

Die tadellose Schnittleistung ohne Ziepen, Ziehen oder Steckenbleiben und die perfekte Verarbeitung haben meine Vorredner ja schon zur Genüge gelobt - ich möchte hier trotzdem die etwas verwirrende Lichtorgel unter dem Starttaster zur Betriebsartenanzeige kritisieren:

Warum muß da eine LED rot leuchten, wenn geladen wird und blinken, wenn das Ladeende erkannt wird? Warum leuchtet eine weitere LED grün, wenn die Akkus leer werden und blinkt dann, wenn es ernst wird? Die zweifarbige Leuchtdiode wurde bereits erfunden. M. M. n. soll die rot leuchten, wenn geladen wird und anschließend auf grünes Dauerlicht umschalten. Gerne darf sie auch rot blinken um ein baldiges Zuneigegehen der Kapazität anzuzeigen. OK, zugegeben: Lamento auf hohem Niveau.

So, und nun geht es ans Eingemachte: Leider muß sich Panasonic (frivolerweise Erfinder des NiMH-Akkus namens "Eneloop") vorhalten lassen, auch im neuesten Haarschneider die geplante Obsoleszenz voranzutreiben. Warum? Weil keineswegs reguläre NiMH-Mignonzellen oder gar sogenannte LSDs (also solche mit extrem geringer Selbstentladung wie die Eneloop) verbaut sind, sondern eine recht spezielle Bauform mit einem Stift je Seite, etwa 1.2mm im Durchmesser. Diese Stifte rasten in Federzungen ein und stellen den Kontakt her. Ein Umbau auf reguläre Zellen ist möglich, aber nicht ganz trivial, da es mit einem Verbiegen der Federzungen nicht unbedingt getan ist: Das Risiko von Wackelkontakte und damit Frust ist gegeben.

Wie kommt man nun an die Akkus, wenn man sie austauschen will? Prinzipiell nach der im Handbuch beschriebenen Vorgehensweise. Die größte Hürde ist hier die schwarze Abdeckkappe aus Kunststoff, die durch recht starkes, doppelseitiges Klebeband mit dem silbernen Deckel verbunden ist, in dem sich die Schraube vom Schnittlängenrad befindet. Entgegen anderslautender Aussagen ist auch das silberne Teil aus Kunststoff (nicht etwa Alu) und kann bei zu energischen Hebelversuchen beschädigt werden.

Ich rate zu einem Erhitzen des ganzen Geräts im Backofen (50°C sollten genügen), um den Kleber genug zu erweichen, damit die schwarze Kappe mit einem Kunststoffspatel geduldig abgehebelt werden kann. Gröbere Naturen kümmern sich gar nicht um die Dekoration, denn dieser schwarze Deckel ist kein funktionales Teil.

Weiter geht es mit den zwei silbernen, metrischen Zylinderkopfschrauben unter dem Scherkopf, die den Rast- bzw. Federmechanismus für den Scherkopf halten. Diesen bekommt man in der Schnittlänge 2mm am leichtesten entfernt. Anschließend die Schraube am Ladesteckergehäuse entfernen, das Ladesteckergehäuse (Aufschrift "Panasonic ER-1611, Made in Japan" usw.) kann nun nach hinten/unten abgezogen werden. Dann die zwei Gummikappen am gummierten Unterteil mit einer Nadel o. Ä. entfernen. Darunter kommen zwei schwarze Blechschrauben zum Vorschein, die ebenfalls entfernt werden müssen.

Anschließend die Gehäusehälften vorsichtiges auseinanderhebeln und gleichzeitig das silbernen Oberteil mit der schwarzen Aufnahme für die Scherkämme nach oben abziehen. Bei diesem Vorgang bitte darauf achten, daß das Schnittlängenrad festgehalten wird, denn darunter befindet sich eine Blattfeder für den Rastmechanismus und eine Spiralfeder, die das mechanische Spiel bei der Schnittlängeneinstellung aufnimmt. Es kommen zwei weitere Schrauben zum Vorschein. Hier handelt es sich ebenfalls um die schwarzen Blechschrauben, die schon unter den Gummikappen verwendet wurden.

Nun kann man vorsichtig die 0.8mm Stellung anfahren und das Schnittlängenrad entfernen. In dieser Stellung ist die Feder (weitestgehend) entspannt und kann herausgenommen werden, dito die Blattfeder. Bitte hier die Einbauorte merken (Fotos helfen), insbesonderer des Hebelmechanismus für die Schnittlängenverstellung. Für einen Bastler ist das weitestgehend selbsterklärend, der unbedarfte Schrauber könnte länger brauchen.

Im letzten Schritt können die Gehäusehälften getrennt werden und das Akkufach liegt frei. Hier fällt der Blick auch gleich auf die spezielle Bauform mit den 1.2mm-Stiften an beiden Seiten, die in die Federzungen einrasten. Da baugleiche Ersatzakkus obszön teuer sind, rate ich dazu, entweder am Minuspol regulärer Eneloops ein 1.2mm-Drähtchen aufzulöten und die Federzungen für den Pluspol einfach soweit zu verbiegen, daß sie einen zuverlässigen Kontakt herstellen oder gleich beide Federzungen entsprechend zu modifizieren. Idealerweise müßte man eine Spiralfeder auflöten, so, wie man sie in Taschenlampen oder anderen Batteriefächern findet - nur leider muß das Gerät dann noch weiter zerlegt werden, weil die entstehende Hitze den Plastikhaltern schaden würde. Eine weitere Alternative wären Akkus mit Lötfahnen.

Ich überlasse es dem persönlichen Basteltrieb, welcher Lösungsweg hier beschritten wird.

Die Akkus liegen übrigens beide(!) mit dem Pluspol zur Unterseite des Geräts, wer es anders macht, riskiert einen Kurzschluß. Auch soll nicht unerwähnt bleiben, daß zumindest mein ER-1610 ganz ohne Akkus, d. h. in reinem Netzbetrieb nicht funktionieren will. Schade.

Der Zusammenbau erfolgt prinzipiell in entgegengesetzter Reihenfolge, wobei auf bewegliche Teile ein Tröpfchen Silikonfett gegeben werden kann. Zugegeben, die Geschichte ist weit frickeliger, als das technisch und vom Bauraum her hätte sein müssen, daher muß ich dem ansich tadellosen Gerät einen Punkt abziehen. Mein ER-1610 ist seit seinem Kauf anno 2009 (damals gut 10€ teurer als der gegenwärtige Preis) im annähernd täglichen Betrieb an Bart- und Kopfhaaren und beginnt nun in Sachen Laufzeit langsam etwas zu schwächeln. Das ist ein wirklich gutes Zeugnis für die NiCd-Akkus, die bei meiner heutigen Zerlegung zum Vorschein kamen. Im neuen Modell dürfte die NiMH-Variante zum Einsatz gekommen sein, die man durchaus bis zur Selbstabschaltung des Geräts nutzen kann, ohne Schäden befürchten zu müssen.

Der einzige Nachteil ist hier, daß das Gerät dann nach Netzbetrieb verlangt, was aber dank des langen Zuleitungskabels, dessen Stecker in die Ladeschale aber auch den Haarschneider paßt, ohne Probleme möglich ist.

Falls man bei Panasonic zuhört, hier meine Wunschliste:
- Bitte entsorgt die kryptische Lichtorgel. Rot/Grün für Laden/Ladeende und Rot blinkend für Kapazitätsende reicht.
- Eine dermaßen fest aufgeklebte Abdeckkappe ist eine Frechheit.
- Technisch gibt es keinerlei Notwendigkeit, ausnahmslos alle Schrauben zu entfernen, die das Gerät zusammenhalten, um an das Akkufach zu kommen. Das geht über ein vierfach verschraubtes Rückteil viel leichter.
- Wir haben hier einen Haarschneider für Profis vor uns. Profis wollen nicht einen zweistelligen Eurobetrag für spezielle Ersatzakkus zahlen und dann zwei Stunden mit investigativer Schrauberei verbringen oder Ausgaben für eine Reparatur beim Kundendienst riskieren (vermutlich zum halben Neupreis), währenddessen der Apparat zudem nicht nutzbar ist.
- Warum nur wieder eine Extrawurst beim Akkutyp? Immerhin passen die Maße zur Mignon-Bauform - die zwei Pins sind herzlich überflüssig.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 31, 2015 7:47 PM CET


Yongnuo YN-560 II Speedlite Blitzgerät für Canon/Nikon DSLR Kamera
Yongnuo YN-560 II Speedlite Blitzgerät für Canon/Nikon DSLR Kamera
Wird angeboten von 3C4U
Preis: EUR 52,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Preiswert? Billig? Minderwertig?, 11. Januar 2015
Liebe Strobisten!

Vorweg: Ich besitze seit Jahren das Vorgängermodell des hier rezensierten Blitzgeräts und bin hochzufrieden. Weder die Lebensdauer noch die Funktion gaben irgendwelchen Grund zur Kritik. Mangels LCD ist die präzise Einstellung von Teilleistungen (1/1 bis 1/128, dazu Drittelstufen) auf der Lichtorgel des Modell I allerdings immer eine kleine Lotterie und der Trend geht ja (neben Nikon SB-600 Blitzgerät für Nikon SLR-Digitalkameras, Metz MB 50 AF-1 Canon Blitzgerät, jedoch für Nikon) klar zum Viertblitz.

Die Features sind vielversprechend: Strobomodus (bis 100Hz, was ich zwar nicht brauche, aber im Vergleich zum I für eine verbesserte Elektronik spricht), gut ablesbares, grün hinterleuchtetes Text-LCD (statt Dot-Matrix-Pixelwahnsinn wie bei einigen Nikon-Modellen), eine Akkuüberwachung (d. h. nicht einfach Fehlfunktion bei niedrigem Ladestand, sondern definierte Verhältnisse) und thermisch stabile Funktion auch bei Blitzorgien auf 100%, wo diverse, weit teure Konkurrenzprodukte oft die Hosen herunterlassen und pausieren müssen oder gar schmelzen.

Diese Erwartungen wurden erfüllt. Nicht erfüllt hat sich die Erwartung, daß der YN560-II wie sein Vorgänger ein zwar pragmatischer, aber durchweg solider Blitz wäre. Erklärung folgt:

Der YongNuo YN560-I hatte ein richtig stabiles Plastikgehäuse, satt drehenden Blitzkopf, nachgiebige, rutschfeste Silikongummitasten, einen stabilen Standfuß und die - im Vergleich mit Nikons SB-600 und insbesondere dem schauerlichen Metz 50 AF-1 wirklich _bombensichere_ Akkuklappe.

Der Deckel, das leidige Thema: Die zweiteilige Lösung mit Metallscharnier incl. Kurzschlußbrücken und Kunststoffschieber ist vom Prinzip her schlichtweg genial. Beim Metz 50 AF-1 handelt es sich hier um ein festes Teil, d. h. die nur eingespritzten Metalllaschen, die die Akkus in Reihe schalten sollen, werden ständig auf Scherung belastet und irgendwann bricht die Spritzgußnase ab (eigene, leidvolle Erfahrung) und man muß den Akkufachdeckel tauschen. Das wäre eigentlich nur ein Teil für wenige Cent, wenn - ja wenn man dafür
nicht das komplette Gehäuse zerlegen müßte, um das Scharnier einzurasten.

Federstege wie z. B. bei Uhrenarmbändern wurden in Zirndorf wohl nicht erfunden.

Nikon hat mit dem SB-600 übrigens auch seine Hausaufgaben gemacht und verwendet einen ähnlichen Mechanismus wie YongNuo (egal, wer da jetzt bei wem abgeschaut hat).

Jedoch:

1. Das Modell II sieht auf den ersten Blick identisch aus, es gibt jedoch subtile und weniger subtile Unterschiede. So wackelt der Akkudeckel und klemmt, wenn man ihn normal-reflexartig bis zum Anschlag herunterdrückt, hält und zuschieben will. Weil er zu stark nachgibt und dann die Rundung vom Deckel mit dem Gehäuse kollidiert. Man muß also mit dem Daumen etwas nachgeben und die Führungen irgendwie einhaken. Das liegt nicht an der Klappe selbst (habe sie vom Modell I testweise umgebaut), sondern an den Passungen und dem kleinen Plastikquader neben dem Polaritätsaufkleber, der als Anschlag für den Deckel dienen soll.

Damit gleitet der Kunststoffanteil der Klappe, nicht mehr bündig in die Schienen am Rand des Fachs. Qualitätsschwankungen? Man könnte den YN560-II nun innen am Deckel mit einer (selbstklebenden Alu-)Folie ausdistanzieren, um die Klappe gerinfügig höher zu legen, wenn sie beim Schließen hakt. Aber Fräsen, Feilen und "Pimp my Strobistenblitz" bei Neuware mit Gewährleistung?

2. Der Blitzkopf läßt sich sehr schwer kippen und rotieren (so extrem, daß ich zuerst dachte, es gäbe diese Schwenkfunktion gar nicht mehr), drunter verbiegt sich das Gehäuse und es tut sich im Bereich der Rotationsfuge ein ordentlicher Spalt auf.

3. Die Weitwinkel-Streuscheibe läßt sich recht frickelig und nur mit unangenehm hohem Kraftaufwand herausziehen (daß dabei die Reflektorkarte gleich mitkommt, ist wohl systemimanent und daher verzeihlich) - aber wenigstens entgraten hätte man das Ding ja können. Ganz akribische Naturen werden die Warze vom Rastmechanismus ein wenig abschleifen. Dann gehts deutlich leichter.

4. Die Tasten sind nun recht billig wirkende, harte Kunststoffklötzchen mit Platinenkontakt darunter. Immerhin löst der Testblitzknopf etwas leichter aus, war beim Modell I quasi das K.O. für (Flash)Lightpainting. Beim Blitzen tut es übrigens einen recht hohlen Knackser, etwa so, wie wenn ein Maiskorn in einem Schuhkarton aufpoppt. Hörte sich beim Vorgänger irgendwie vertrauenerweckender an.

5. Nervende Piepstöne lassen sich glücklicherweise unterdrücken, Blitz(teil)leistungen werden für jeden Modus (M - Vollmanuell, S1 - optischer Tochterblitz, S2 - optischer Tochterblitz mit Vorblitzunterdrückung) einzeln gespeichert (HURRA!), ganz im Gegensatz zum diesbezüglich vergeßlichen Metz und es gibt eine leicht deaktivierbare Energiesparfunktion, für die man sich bei den alteingesessenen Konkurrenten mühsam durch Untermenüs hangeln muß. Leider bedeutet "Auto-Standby: Aus" eben nicht "GANZ AUS", sodaß sich der YN dann doch irgendwann schlafen legt und manuell AM GERÄT(!) wieder aufgeweckt werden will. Der Testblitzknopf am Funksender reicht da nicht. Nervt, insbesondere, wenn der Blitz irgendwo an der Decke klebt.

6. Ah, ja - und der Blitzstandfuß war früher aus Polycarbonat, jetzt sieht mir das eher nach ABS aus. Das Material außen vor, denn leider: So schlecht gespritzt, daß man den Schuh vom YN nur mit Mühe hineinpressen kann, der Metz 50 AF-1 gleitet ohne Gewalt gar nicht hinein und vermutlich nur mit Sprengstoff wieder heraus.

Klar kann man das mit einem Dremelfräser, Schlüsselfeile usw. hinfrickeln - ich habe ja auch die Arretierungsbohrung am alten Blitzfuß etwas aufgeweitet, damit der SB-600 und der 50 AF-1 von diesem Zubehör ebenfalls profitieren, aber irgendwie ist mir nach 30 Minuten Befassung mit den Passungen bzw. der Abwesenheit derselben die Lust vergangen.

Das bei einem Nachfolgeprodukt eines chinesischen Billigprodukts. Es geht also immer auch *NOCH* billiger, für mich jetzt entschieden *zu* billig, womit wir bei der Überschrift zum Test wären.

Fazit: Mit 2. kann ich leben. Mit 3. kann ich leben. Mit 4. kann ich leben. mit 5. kann ich leben. Zu 6. kauft man sich zähneknirschend einen Nikon AS-19 für einen einstelligen Betrag oder verwendet einen Coldshoeadapter fürs Stativ. Aber 1. läßt auch ausgesprochenen Pragmatikern und Billigheimern den Kamm schwellen. Drei Sterne für den YN560-I, deswegen nur derer zwei für das Nachfolgemodell.

Schade eigentlich, ein Jammer sogar. Denn gerne würde ich 70 statt gut 50 Euro zahlen, wenn ich dafür die alte Hardware mit neuer Elektronik und dem schicken Display kriegte. Die gegenwärtigen 4 1/2 Amazonsternchen kann ich also nur vor dem Hintergrund des extrem günstigen Preises nachvollziehen und der Tatsache, daß der YN560 konkurrenzlos in Sachen Strobisterei ist.

Nachtrag: Offenbar gibt es von der Serie II mehrere Revisionen. Eine überarbeitete (s. auch Blitz Blitzgerät YONGNUO YN560 II neues Modell mit LCD Display und besseren Bedientasten für Canon 1D 1DS EOS 5D 60D 50D 40D 30D 20D 10D 1000D 600D 500D 450D 400D 350D - Nikon D80 D7000 D3100 D5000 D90 D40 D60 D300 D200 D100 D1 D2 D3 - Panasonic Lumix D...) mit roter Displaybeleuchtung und die "alte" Variante mit grünem Display, die ich in die Hände bekam (und nach einigem Grübeln umtauschte).

Da ich trotz Allem ein YongNuo-Fan bin, werde ich mein Glück wohl nochmals mit der neueren Revision versuchen und meine Kritik ggfs. anpassen, so ich Opfer eines Montagsmodell gewesen sein sollte.

Erlauben Sie ein kurzes Statement zum kaum teureren Yongnuo YN560-III Blitzgerät für Canon/Nikon/Pentax/Olympus Kamera mit integriertem Funkauslöser zur Auslösung mit Yongnuo RF-602 oder RF-603? OK: Wer die RF-602/3-Funkauslöser hat oder sich anschaffen will, der kann durchaus mit dem dritten Remake der 560er Familie spekulieren. Allen Anderen empfehle ich den Typ II und eine Ladung Ojecoco H-430 TX/RX vom cotswoldphoto-Ebay-Shop. Die Dinger sind vielseitiger, günstiger, robuster und haben mich noch nie im Stich gelassen. Im TechPhotoBlog TPB #64 werden sie vorgestellt und auf die Eignung für drahtlose Hochgeschwindigkeitsblitzdingserei eingegangen.

Frohes Blitzen!


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Preis: EUR 68,79

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Hammer!, 11. Januar 2015
Vorweg: Ich bin Werkzeugfetischist und auch für Produkte von Stahlwille nicht zu geizig. Wer schon viel Zeit und Geld mit Flohmarkt-, Schießbuden- und Baumarktschrott verplempert hat, Samstagabend noch schnell einen Ersatz für die rundgedrehte Pozidrive-Spitze besorgen mußte oder sich über die angeblich unkaputtbaren Bits vom Messeschreier geärgert hat, der dürfte mein Bruder (oder meine Schwester) im Geiste sein.

Jemand, der sich diesen Satz anschafft, weiß, wofür er ihn benötigt. Keine Lasergravur, kein Feen- pardon! Diamantstaub, kein Schlangenöl, keine tollen Marketingfeatures, kein Nervpotential, sondern ein ultimativ verläßliches Werkzeug.

Die Weras haben eine schwarze, gehärtete Spitze (weit abseits der TiN-Dekoration von irgendwelchem Chinaschrott) und einen sechskantigen, verwindungssteifen, verchromten Schaft mit vergrößertem Ansatz um per Ring- oder Gabelschlüssel enorme Lösemomente ohne Einbußen bei der Andrückkraft hinnehmen zu müssen. S. auch die Erklärung zur Rückschubkraft bzw. dem Fachbegriff "cam-out", die letztlich die Erfindung des Torx-Profils nach sich zog.

Alle Werkzeuge (unter Ausnahme des kleinsten Schlitzprofils) sind mit einer im Heft eingelassenen Schlagkappe ausgerüstet und der Hersteller ermutigt explizit dazu, sie auch zu benutzen.

Wer also "Problemfälle" hat, eine schon leicht ausgenudelte Kreuzschlitz oder gar Flachschlitzschraube entfernen möchte, gibt ihr vorher einen ordentlichen Schlag auf den Kopf, der die Spitze des Werkzeugs formschlüssig verbindet und löst sie unter konstantem Druck von oben mit dem seitlich angesetzten Ringschlüssel. Dabei geht es weder um Glück, noch ist der Prozeß eine Lotterie, sondern der Erfolg in 99.99% der Fälle garantiert.

Dabei ist allein schon die Maßhaltigkeit, mit der die Philips-Spitze in einen passenden Schraubenkopf einrastet, eine Offenbarung. Da wackelt nichts, da gibt nichts nach, das schafft Vertrauen.

Die zwei Torx-Schlüssel (gängige Größen: TX20 und TX25) sind unzerstörbar und laufen jedem Bit den Rang ab. Damit (und dank des ergonomischen, benzin-, öl- und lösungsmittelfesten, wegrollsicheren Griffs mit Weichzonen) kann zumindest ich in Hartholz jeden Hals einer Spax glatt abreißen. Und mehr Drehmoment ist nun wirklich nicht zu nötig, oder?

Im Fazit bekommt man für den Preis wirklich konkurrenzlos viel Leistung und annähernd jeder - vom Heimwerker bis zum Profi - dürfte der Versuchung erliegen, sein Sammelsurium an zusammengekauften und schon reichlich mitgenommenen Schraubendrehern gegen die 900er Serie von Wera zu ersetzen.

Hier wirklich volle fünf Punkte für ein tadelloses Produkt des deutschen Herstellers. Ob "Made in Czech Rep." nun abschreckt, die zwei Racks so überaus nützlich sind und ob man den Satz auch in weniger Karton hätte verpacken können, überlasse ich dem individuellen Geschmack. Zu Abwertung führen diese Beobachtung jedenfalls nicht.


Steckschlüssel-Garnitur 1/4?-Vierkant, 22-teilig STAHLWILLE
Steckschlüssel-Garnitur 1/4?-Vierkant, 22-teilig STAHLWILLE
Wird angeboten von SVH Handels-GmbH
Preis: EUR 195,35

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nah dran am idealen Werkzeug, 11. Januar 2015
Wer schon viel Zeit und Geld mit Flohmarkt-, Schießbuden- und Baumarktschrottwerkzeug verplempert hat, Samstagabend noch schnell einen Ersatz für die geplatzte Stecknuß besorgen mußte, der dürfte mein Bruder (oder meine Schwester) im Geiste sein.

Wohlgemerkt: Die Garnitur ist extrem - ja, ich möchte fast sagen OBSZÖN teuer. Daher wird jeder, der bei Werkzeug Hoffmann nicht Firmenkunde ist und satte Preisnachlässe abräumt, bei so einer Anschaffung heftig schlucken. Die, wie ich hinzufügen möchte, im Übrigen für den Gelegenheitsschrauber ohne Werkzeugfetisch auch vollkommen unnötig ist. Da täten es ein Wera Tool-Check PLUS, 39-teilig, 05056490001 für weniger als ein Drittel des Anschaffungspreises definitiv auch und man hat noch Geld für einen Wera Big Pack 900 Schraubendrehersatz Kraftform - Schraubmeißel und Rack, 15-teilig, 05133285001 übrig, legt sich noch den 6-kant-Winkelschraubendreher-Satz mit Haltekugel, verchromt 9 GARANT zusätzlich in den Werkzeugkasten und ist viele viele Jahre glücklich.

Natürlich, das nur am Rande, gibt es derartige Angebote auch von anderen Anbietern - die obigen Empfehlungen haben sich bei mir im harten Allagseinsatz bewährt.

Wer braucht also die Stahlwille-Qualität?

- Der, der nicht aufs Geld schauen muß und sich das bestmögliche Produkt leisten kann.

- Der, der neben der Funktionalität auch einen Handschmeichler erwerben will. Das leicht seidenmatte, ultrakratzfeste Finish der Materialien ist unübertroffen.

- Der, der für Problemfälle eine sehr schlanke, sehr leichte, präzise arbeitende feinverzahnte Knarre und ultimativ belastbare Stecknüsse benötigt, um z. B. in Sacklöchern zu arbeiten, wo andere Produkte wegen ihres Außendurchmessers passen müssen.

- Der, der sein Werkzeug mit Öl, Fett, Bremsflüssigkeit, Verdünnung und Alkohol in Kontakt bringt und keine Lust hat, daß sich die Handgriffe dabei in eine klebrige Masse verwandeln.

- Der, dessen Zeit für eine Ersatzanschaffung mehr kostet, als der Preis für das hier diskutierte Set.

- Der, der auch nach Jahren noch Ersatzteile für sein Werkzeug bekommen möchte (das Innenleben der Knarre ist natürlich austauschbar).

- Der, der hohe - ja höchste Dreh- bzw. Lösemomente übertragen muß, die weit außerhalb der Spezifikation für die entsprechenden Verbindungen und Querschnitte liegen - denn DIN 3122/3123, DIN 3124 bzw. DIN 3120 erreicht man auch mit entsprechend dickwandigem - bitte verzeihen Sie den Jargonausdruck - chinesischem Weicheisen, auch P*mmelstahl genannt.

Genug des Lobs. Wo viel Licht ist, ist allerdings auch viel Schatten.

Im sicher 10-jährigen Einsatz habe ich mein Stahlwille Werkzeug definiv nicht geschont und vielleicht auch überstrapaziert. Deswegen sind die Außensechskantbits durch extreme Drehmomente inzwischen auch schon in sich etwas verdreht, die Spitzen aber immer noch maßhaltig. Da hätte vielleicht ein etwas kürzerer Sechskant eine bessere Figur gemacht. Auch greift in Ausnahmefällen die Knarre nicht mehr sauber und überspringt mit fiesem Geräusch einen Zahn. Ob das nun eine erlahmte Feder ist, die Sperrklinke oder gar der Ratschenring, könnte man nur durch Zerlegung erfahren. Gegenwärtig besteht aber noch kein Handlungsbedarf.

Nichts gegen den Stahlblechkasten - der Kunststoffeinsatz für das Werkzeug ist zwar maßhaltig, aber trotzdem ein recht dünnes Spritzguß- bzw. Tiefziehteil aus ABS und wirkt ein bißchen billig. Anderswo ist inzwischen derselbe Satz mit Schaumeinlagen aber Kunststoffverschluß erhältlich - wie auch immer es beliebt. In meinem Satz gab es im Deckel übrigens noch eine zusätzliche Schaumstoffeinlage, die in der Produktabbildung nicht gezeigt ist. Die ist relevant, denn ohne sie klappern die Einzelteile im Kasten nervtötend herum.

Außerdem kann ich nicht nachvollziehen, wieso man der Garnitur nicht gleich die Surface-Drive-Kontur spendiert hat (wie sowas aussieht: 6-kant-Einsatz 3/8? Surface Drive 10 mm GARANT) und warum die Quick-Release-Ausführung (Knarre umschaltbar, 1/4? mit Auswerfer, QuickRelease STAHLWILLE) nochmal extra kostet.

Aber vermutlich ist das die Sonderzubehörpolitik, die wir auch schon von Premiumautomobilen her kennen.

Es bleibt im Fazit ein leicht zwiespältiges Bild, der Pragmatiker kauft Garant und Wera, vielleicht Knipex. So gerne ich volle fünf Sterne geben würde - die Meßlatte bei einem solchen Produkt liegt hoch. Zu hoch für diese Steckschlüsselgarnitur.

Erfolgreiches und verletzungsfreies Schrauben!


Drift Helmkamera HD Ghost, 10-005-00
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Preis: EUR 267,23

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wohltuende Alternative zum Marktführer, die leider unter Qualitätsschwankungen leidet, 14. November 2014
Hallo!

Zur Zeit ist die Drift HD Ghost als Ausläufer für kleines Geld zu haben, ganz im Gegenteil zu aktuellen Modellen des großen Konkurrenten mit seiner schier unüberschaubaren Zahl an Varianten und Aufgüssen (exemplarisch sei die GoPro Actionkamera Hero3+ White-Silver-Black Edition genannt, wo man sich ziemlich tief einfuchsen muß, um überhaupt zu verstehen, wo die Schwächen liegen und welches Modell zu Anwendungszweck paßt.

Ich möchte also den z. T. sehr kritischen Rezensionen meine Eigene zur Seite stellen und die Gretchenfrage beantworten: Warum sollte jemand die Drift HD Ghost (oder ihren Nachfolger, die Drift Helmkamera Ghost-S, 10-007-00 kaufen?

- Weil sie ohne nervtötendes Polykarbonatgehäuse den Witterungseinflüssen sehr gut trotzt (wasserdicht bis 3m, Fallhöhe bis 2m),

- weil sie eine rotierbare Fronteinheit (Fixfokus 0.5m bis Unendlich, Frontlinse separat für kleines Geld als E-Teil) hat, mit der die sonst recht frickelige Justage der Horizontlinie signifikant vereinfacht wird,

- weil der leicht austauschbare LiPo-Akku (1700mAh, auf 100% aufgeladen innerhalb einer guten Stunde an meinen Smartphonelader) wirklich lange durchhält,

- weil im Lieferumfang eine bidirektionale Fernbedienung ist, die den Benutzer mit ihren vier LEDs nie im Unklaren über den aktuellen Betriebsmodus läßt (rotes Hochfrequenz-Panikblinklicht: weniger als 15% im Akku, 1x rot: Foto, rotes Blinklicht: Videoaufnahme, blaues Blinklicht: Kamera hat Signal der Fernbedienung empfangen, grünes Blinklicht: Standby Videomodus, gelbes Blinklicht: Standby Fotomodus, lila Blinklicht: Standby Zeitraffermodus, cyanfarbenes Blinklicht: Standby Fotoburstmodus),

- weil es am gummierten Metallgehäuse ein zölliges Standardstativgewinde (mit Rasterung, austauschbar) für Eigenkonstruktionen gibt,

- weil eine Klinkenbuchse (3.5mm) für externe Mikrofone eingebaut ist,

- weil sich das Gerät am PC über eine USB-A-auf-Mini-A-Verbindung (Kabel dabei) ohne irgendwelche Software als Massenspeichermedium anmeldet und damit die Notwendigkeit entfällt, ständig an der uSDHC-Speicherkarte (max. 32GB) herumzufummeln und

- (HEUREKA!) weil ein Farb-LCD mit 5cm Diagonalen (Displayabdeckung aus kratzresistentem Echtglas) schon mit eingebaut ist.

Keine zusätzliche Smartphoneapp, kein WiFi, kein Bluetooth - einfach auf den Monitor gucken und die Blickrichtung einstellen. Kostet bei GoPro natürlich extra, für den Mehrpreis darf man dann den "Teletubbie-Look" ertragen und geht das Risiko ein, in harter Endurogangart das weit aufragende Gerät einfach vom Helm zu rasieren.

Zu den Modi: 1080p mit 90°/127°/170° und 25/30fps, 960p mit 170° und 25/30/48fps, 720p mit 170° und 25/30/50/60fps, WVGA mit 170° und 25/30/50/60/100/120fps. Der kundige Leser erkennt aus den Daten zwanglos, daß es da keinen optischen (sondern nur einen nutzlosen digitalen Zoom) gibt und stattdessen einfach nur Pixel des Sony-CMOS-Sensors zusammengeschaltet werden, um aus den rund 11MP, mit denen die HD Ghost fotografieren kann, etwas Videotaugliches zu machen.

Damit muß ebenfalls klar sein, daß das 170°-Material bei schlechten Lichtbedingungen (seit Firmware 2.4.4.0 vom 10.7.2014 gibt es Modi mit erhöhter Datenrate, "Normal", "Vivid" und "Low Light") ganz anders rauscht als 90° (ersteres zwar immer noch deutlich aber sichtbar weniger, wegen der größeren "Makropixel").

Zeitlupe (d. h. höhere Bildraten) bei Helmkameras werden ohnehin weit überbewertet, 120fps korreliert mit einer Belichtungszeit von längstens 1/120s, das wird bei kleinen Sensoren und wenig Licht schon knapp, will man nicht den Verstärker rauschträchtig aufdrehen. Die weitestgehend baugleiche Drift Helmkamera Ghost-S, 10-007-00 kann übrigens auch bei 720p noch 120fps und bei 960p 60 statt 48 Bilder/s, man zahlt allerdings fast 100€ Aufpreis und akzeptiert eine ca. 30 Minuten geringere Akkukapazität. Wie es auch immer beliebt.

Viel wichtiger: Schon auf 720p mit 170° Blickwinkel und erhöhter Datenrate ist das Bild wirklich kristallklar und scharf, ohne sichtbaren Rolling-Shutter-Effekt (wo mir bei diversem, oft sogar professionellem GoPro-Material schon flau im Magen wurde) und H.264-Artefaktmatsche, die man von anderen "Full HD"-Kameras so kennt. Vielleicht ein Bißchen zu kühl (=blaustichig) im Weißabgleich. Kein hektisches Pumpen bei Helligkeitsschwankungen übrigens, Belichtungskorrektur von -2EV bis +2EV, Mikrofonlevel dreistufig einstellbar, ohne externes Mikro allerdings starke Windgeräusche.

Mit 105x52x33mm^3 und 167g (ich habe 155g gemessen, incl. Akku) ist das Gerät vielleicht etwas größer (Zugeständnis an den LCD-Monitor) und schwerer (Metallgehäuse) als die Konkurrenz - ob der mitgelieferte Brillenbandhalter das zuverlässig managen kann, sei dahingestellt.

Den anderswo berichteten "Designfehler" (hintere Gehäusekappe wird in den Batteriefachdeckel eingeschraubt, dessen Verriegelungsnase offenbar abriß oder aufschnappte und so die Wasserdichtigkeit kompromittierte) konnte ich nicht nachvollziehen, muß aber zugeben, daß die umlaufende Gummidichtung Sorgfalt verlangt. Das Teil einfach irgendwie reinzuwürgen führt unweigerlich zum Super-GAU. Auch die mit "Corning Gorilla-Glass" beworbene LCD-Abdeckung hat bei mir bis dato überlebt. Klar: Auch Glas ist nicht unzerstörbar. Angeblich hängt sich das Gerät gelegentlich auf (im Test nicht beobachtet), wenn Akkuextraktion nicht hilft, sollte man einen "Master-Reset" versuchen: Links/Rechts/Menü-Knöpfe gleichzeitig drücken, halten, dann Gerät mit dem "Action/Play/Record/Select"-Knopf einschalten. So ca. 20s ausharren oder zumindest, bis das Preview angezeigt wird. Fertig.

Kurz zur Software: Selbsterklärend, über die vier Tasten ("Menu", "Links", "Rechts", "Action") intuitiv und ohne Handbuch zu bedienen. Speicherplätze A, B, C, D, für viele (nicht alle!) Einstellungen zum schnellen Umschalten. Da bleibt beim Pragmatiker kein Wunsch offen.

Mit im Paket: Eine Option namens "Videotagging" (Aufnahme eines Zeitintervalls [T-t;T;T+t] bei einstellbarer Distanz t um den Triggerzeitpunkt T), m. M. n. eine famose Option, wenn man entsprechende Fahrsituationen ohne viel Streß festhalten will. Da entfällt hinterher viel Schnittarbeit. Gelegentlich hört man Kritiken, daß Drift sich doch lieber auf die _letzten_ t Sekunden vor dem Tastendruck beschränken sollte, aber man kann es wohl nicht jedem Recht machen.

Es gibt eine Smartphone und iOS-App, die eine Untermenge der Funktionen der HD Ghost über WiFi (ohne Verschlüsselung, ID mit drei Ziffern) steuern kann. Hier werden allerdings nur die Bildraten 25 und 30fps unterstützt und es kommt (zumindest an meinem SEMC Xperia Active) gelegentlich zu Störungen, Rucklern und Asynchronitäten. Preview funktioniert aber - besser noch, wenn man die Fernbedienungsunterstützung deaktiviert hat.

Die Fernbedienung (350mAh LiPo, nicht trivial austauschbar) selbst ist klasse, zwei Knöpfe für alle relevanten Funktionen, Klettband fürs Handgelenk, USB-Mini-A-Ladebuchse. Achtung: Abgedichtet, aber NICHT wasserdicht. Schwimmen gehen sollte man damit daher nicht.

So, und jetzt zu Frage, warum man die Drift HD Ghost *NICHT* kaufen sollte:

Bei einem von mir getesteten Modell funktionierte der "Menu"-Taster oft nicht oder unzuverlässig. D. h. man drückt, bis der Mikrokontakt unter seiner Gummiarmierung "Klick" sagt und es tut sich nichts. Drückt man dann noch stärker und fast schon mit etwas Gewalt, funktioniert es dann. Der "Rechts"-Taster fühlt sich im Betätigungsverhalten noch anders an, da gibt es gar kein hörbares Geräusch - aber dafür einwandfreie Funktion.

Der sehr engagierte und blitzschnell reagierende Drift-Kundendienst mutmaßte: "[...] The camera buttons can be quite stiff at first, although do ease up through use, and shouldn't cause you any troubles. If you find the button unusually hard to press and not react, functioning the camera as intended, then this does indicate an issue with the camera's button. [...]". Prima! Da hat also jemand mein Support-Ticket sinnentnehmend gelesen und mitgedacht. Auch nicht selbstverständlich heutzutage.

Ob dann tatsächlich ausgetauscht wird und ob das Resultat befriedigender ausfällt, darf möglicherweise bezweifelt werden.

Denn ein weiteres, baugleiches Gerät, das ich zu Vergleichzwecken heranzog, kam schon mit ein paar merkwürdig öligen Tropfen auf dem Gehäuse aus der unangetasteten Verkaufsverpackung. Hmmm. An weiteren Unterschieden stach sofort ins Auge, daß speziell bei Weitwinkelfotos (da wird der ganze Sensor und auch das ganze Objektiv ausgenutzt) die Kamera die Hosen runterlassen mußte: Es zeigte sich unter identischen Aufnahmebedingungen bei #2 ein Weißabgleichsproblem in Form eines Grün-/Gelbstichs, das Bild geriet außerdem etwas warmtoniger.

OK, das kann in der Nachbearbeitung korrigiert werden. Ein echtes Problem waren jedoch die deutlichen Kompressionsartefakte und auffällige Unschärfe in der linken oberen, der linken unteren und der rechten unteren Bildecke, allenfalls rechts oben konnte im Bezug zu Modell #1 Gleichstand attestiert werden, auch im für Videos relevanten Mittenbereich Schwächen bei #2. Insgesamt schien #2 in allen Bildwinkeln (170°, 127° und 90°) und sogar in reduzierter Betrachtungsauflösung unschärfer zu sein. Objektiv dejustiert?

Sehr ärgerlich außerdem: Eine Schwäche in der Firmware, die im Fotomodus beim Umschalten der Bildwinkel nicht das Vorschaubild anpaßt. Soll heißen: Geht man von 170° auf 90°, steht in der Infoleiste durchaus die korrekte Zahl, das Bild steht aber nach wie vor auf Superweitwinkel. Die (Foto)Aufnahme erfolgt aber tatsächlich bei 90°. Investigatives Probieren führte zur Erkenntnis: Wechselt man in den Videomodus und dort den Bildwinkel, dann wieder zurück in den Fotomodus, dann klappts.

Es verdichten sich also die Befürchtungen, daß Drift mit seinen kleineren Serien offenbar die Produktionsprozesse nicht unter Kontrolle hat. Dazu paßt die Geschichte eines Bekannten, dessen HD Ghost nicht mehr laden wollte, egal welchen Akku er einsetzte. Im Display hieß es "Charging...", jedoch wurde der Akku auch nach Stunden nie voll. Drei Reklamationsrunden inclusive.

Abschließend: Natürlich gibt es allerlei Haltevorrichtungen (z. T. sogar im Lieferumfang des Basispakets), die man auch von anderen POV- bzw. Actioncams kennt, 3M-Klebepads, Rohrschellen (auch RAM-Mounts mit Stativschraube funktionieren hervorragend!), Brust- und Schultergurte, Brillenbandadapter, etc. Vorteil hier: Bei der "Universal Mount" via Stativadapter/-gewinde ist eine gerasterte Drehung um die Mittenachse möglich, trotzdem sitzt die Kamera stabil. Davon können Sony HDR-AZ1 und HDR-AS30V nur träumen - ohne Zusatzgehäuse heißt die Option: Pfusch mit Klebeband oder Kabelbinder.

Maximierer vermissen evtl. einen etwas modifizierten hinteren Gehäusedeckel mit gelochter Rändelschraube, durch die man einen Schlüsselring nebst Sicherheitskordel fädeln kann. Denn _noch sicherer_ ist eben sicherer als nur sicher.

Fazit: Es bleibt ein zwiespältiges Bild. Pragmatiker und Glückspilze können das Ding durchaus kaufen - als wohltuende Alternative zu dem, was der Marktführer schon vor etlichen Jahren gekonnt und gesollt hätte. Drei volle Sterne Abzug für vermeidbare Qualitätsschwankungen ("Made in China"), Firmwarebugs, die fehlende Anbringungsmöglichkeit einer Sicherheitskordel, die störrische Smartphone-App und ein (zumindest am Helm und für meinen Geschmack) etwas zu hohes Gewicht. Leider.

Sturz und unfallfreie Fahrt und allzeit gelungene Aufnahmen!


Revoltec Alu-Line III EX307 Festplatte Gehäuse (8,9 cm (3,5 Zoll), SATA, USB 3.0)
Revoltec Alu-Line III EX307 Festplatte Gehäuse (8,9 cm (3,5 Zoll), SATA, USB 3.0)
Wird angeboten von okluge
Preis: EUR 25,78

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Gehäuse für Pragmatiker!, 8. November 2014
Liebe Computerfreunde!

In meiner doch recht vernichtenden Rezension zum Fantec DB-ALU3-6G Festplattengehäuse (8,9 cm (3,5 Zoll), SATA III, USB 3.0) schwarz kritisierte ich in erster Linie den windigen Montagerahmen für die 3.5"-Festplatte, die nicht gerade bombensichere Befestigung der Controllerplatine und die Befestigung der hinteren Abdeckblende, die, da sie leider das ganze Konstrukt zusammenhält, den womöglich harten Alltagsbetrieb nicht lange mitmacht.

Wie ist es nun mit dem hier diskutierten Revoltec Alu-Line III EX307 Festplattegehäuse? Vorweg muß ich sagen, daß mir Alternativen wie der ICY BOX IB-368StU3-B HDD Wechselrahmen fuer 8,9cm (augenscheinlich ein Klon des obigen Fantec DB-ALU3-6G), die Raidsonic Icy Box IB-366StU3-B USB 3.0 Gehäuse für 8,9 cm (3,5 Zoll) Festplatte schwarz (schon im gehobenen Preissegment), die ICY BOX IB-351StU3S-B HDD Gehaeuse USB3.0 fuer 8,9 (etwas frickelig im Zusammenbau und m. M. n. das Geld für ein mobiles Gehäuse nicht wert, da die neuen Platten ohnehin nicht so heiß werden, als daß ich das Risiko in Kauf nehmen würde, daß jeder Spritzer und jedes bißchen Dreck sofort seinen Weg ins großzügig gelochte Blech findet) und freilich das Icy Box IB-328/U3SEB Festplattengehäuse (8,9 cm (3,5 Zoll) SATA, USB 3.0) (bei dem Preis nur für wirklich liquide Ästhetiker und vielleicht 20TB-Festplatten interessant, damit die Relation zwischen Inhalt und Verpackung in halbwegs erträglichen Grenzen bleibt) wohlbekannt sind.

Beim aufgerufenen Tarif für das EX307 sind also Abstriche zu machen. Doch sind diese Abstriche praxisrelevant? Urteilen Sie selbst:

Das Alu-Line III besteht aus einer rechteckigen, gebürsteten und schwarz-matt eloxierten Aluschale mit Revoltec-Logo und -schriftzug, in die eine Art "Kunststoffschublade" eingeschoben wird. Die Befestigung erfolgt an der (zur besseren Durchlüftung geschlitzten) Front über zwei Führungsschlitze und seitlich am Heck über zwei schwarze Senkkopfschrauben. Da diese Schrauben sich in entsprechenden Kegeln der Aluschale abstützen, besteht kein Risiko, daß die Kontruktion auseinanderfliegt.

Die ausreichend stabile Kunststoffschublade nimmt von oben eine 3.5"-S-ATA-Festplatte auf, die unten 4-fach verschraubt wird und ist vorne (an der geschlitzten Frontplatte) mit einer blauen, nicht übermäßig aufdringlichen Aktivitäts-LED ausgestattet. Maßhaltigkeit und ausreichend Montageplatz ist gegeben, die Platte rastet ohne großen Kraftaufwand in der Controllerplatine ein. Diese ist nach unten ordentlich verschaubt und stützt sich nach hinten mit einem Weißblech zur Gehäuserückwand ab, wohl auch aus Abschirmungsgründen. Da wackelt nichts, weder die USB-3-Buchse, noch der 12V-Hohlstecker oder der (etwas zierliche) Betriebsschalter.

Nett: Es ist jeweils eine Ersatzschraube (d. h. 1x HDD, 1x Gehäuse) dabei, falls mal was verloren geht.

Ein voll gekapseltes, nicht aufschraubbares Steckerschaltnetzteil (Ktec, China, 100-240V, 0.6A primärseitig und 12V, 2A sekundärseitig) mit Knickschutz und etwa 150cm langer, isolierter, mit Ferritkern funkentstörter Zuleitung (2x0.5mm^2) nebst Niederspannungsstecker ist im Lieferumfang, genauso wie eine (recht nutzlose) "Buchstütze", um das Revoltec hochkant zu stellen. Gehäusefüße suchte ich allerdings vergebens, es werden also die selbstklebenden Filzdinger aus dem Baumarkt tun müssen.

Auch ein ausreichend flexible USB-3-Kabel (1m) ist dabei, der Betrieb an USB-2 mit entsprechenden Kabel unter Leistungseinbuße möglich. Aprospos "Leistung": Ich konnte nicht umhin, mit einem Tevion Stromkosten-Meßgerät die Leistungsaufnahme zu testen. Als da wäre: Steckernetzteil am (leeren) Gehäuse angeschlossen, Funktionsschalter auf "Aus": 0.17W. Stromschalter auf "Ein": 2.75W. Die endgültigen Betriebsdaten hängen natürlich von der Art der verbauten Festplatte ab und tun in einer Rezension zum externen Gehäuse nichts zu Sache. Fazit hier: Der Standbyverbrauch ist gering bis moderat.

Hat man alles erfolgreich zusammengebaut, wackelt und klappert erfreulicherweise nichts, alles bleibt an seinem Platz. Die 2TB Hitachi Deskstar DS5SAD200, die ich im Gehäuse testete, startet erst, wenn eine USB-Verbindung besteht und geht brav in den Stromsparmodus, so ich das entsprechende Kommando auslöse. Im Betrieb kein nervtötendes Brummen - trotz der Lüftungsschlitze in der Front scheint das Gehäuse akustisch einigermaßen entkoppelt zu sein.

Win7x64 erkennt ein "USB3.0-Device" und weist der auf der Platte enthaltenen NTFS-Partition auch brav einen Laufwerksbuchstaben zu. Die Kopierorgie zur Ermittlung der Transferleistung endete dann unglaublicherweise in einem Systemcrash nebst Reboot. Das gibt es unter Win7 wirklich selten. Dazu muß man wissen: Die Platte wurde in einem anderen externen Gehäuse (ein mittlererweile nicht mehr produziertes und an Controllerdefekt verschiedenen Revoltec Alu Book Edition II, external Case 3,5" in rot, USB 2.0 & SATA) formatiert und benutzt. Es ist daher nicht auszuschließen, daß schon hier irgendetwas Unerfreuliches passiert ist.

Trotzdem sollten User, die eine etwas merkwürdige Konfiguration (z. B. 512-Byte-Sektoremulation, übergroße FAT32-Partitionen, etc.) haben und ihre Festplatte "wie gehabt" benutzen wollen, vorgewarnt sein.

Ich habe die Platte einfach neu (schnell)formatiert und danach keinerlei Auffälligkeiten erlebt. Im 48-Stunden-Dauerbetrieb und nach 2TB Datentransfer zeigte sich keine merkliche oder gar besorgniserregende Erwärmung, die Transferraten der Hitachi werden einigermaßen ausgereizt. Auch Kompatibilität zu WinXP ist gegeben, falls das von Interesse sein sollte.

Mir ist natürlich klar, daß ich für den Preis kein atombombensicheres Ganzmetallgehäuse erwarten kann - aber im Vergleich mit dem o. g. Fantec schneidet das Revoltec Alu-Line III EX307 deutlich besser ab. Verdiente 4 von 5 Sterne in dieser Preisklasse. Das eine Sternchen Abzug ist der Kunststoffschublade geschuldet (kostet ein Blechbiegeteil wirklich so viel mehr?) und dem etwas fragilen Schalterchen. Weniger pingelige Naturen könnten durchaus volle Punktzahl geben, denn...:

Ein weiterer Pluspunkt ist die exzellente Kundenarbeit der LISTAN GmbH & Co. KG in 21509 Glinde, die die Gewährleistung für die Revoltec-Marke übernehmen. Konkret hatte man mir den Neupreis meines Alu Book II innerhalb der Gewährleistungsperiode anstandslos erstattet, da die Serie ausgelaufen war. Das ist insofern erstaunlich, da sich der Kunde normalerweise an den Verkäufer wenden muß, dieser aber in meinem Fall insolvent war.

Unterm Strich haben wir hier also ein wirklich brauchbares, ausreichend stabiles und funktionssicheres No-Nonsense-Gehäuse für Pragmatiker vor uns, die weder überteuerten Bling-Bling noch windigen Plastikramsch wollen. Kaufempfehlung!


Fantec DB-ALU3-6G Festplattengehäuse (8,9 cm (3,5 Zoll), SATA III, USB 3.0) schwarz
Fantec DB-ALU3-6G Festplattengehäuse (8,9 cm (3,5 Zoll), SATA III, USB 3.0) schwarz
Wird angeboten von IT Datentechnik
Preis: EUR 25,09

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zuviel erwartet?, 30. Oktober 2014
Zugegeben, vielleicht bin ich ein Maximierer. Und Maximierer haben es bekanntlich schwer. Warum bekommt das externe Fantec DB-ALU3-6G Festplattengehäuse also nur zwei Punkte?

Nicht wegen des gelegentlich kritisierten Mangels in der Betriebsanleitung, die verschweigt, daß man zum Zerlegen des Gehäuses die zwei schwarzen Kreuzschlitzschrauben in der hinteren Blende lösen muß. Denn das ist nun wirklich naheliegend. Auch nicht wegen des 12V/2A-Steckernetzteils mit etwas kurzem Zuleitungskabel, das hinsichtlich vieler Biegezyklen nicht gerade großes Vertrauen erweckt. Die vier (beigepackten) Befestigungsschrauben mit ca. 5mm Kopfdurchmesser für die 3.5"-Festplatte sind ebenfalls so speziell nicht, daß eine Abwertung gerechtfertigt wäre - in vielen USB-Gehäusen (z. B. dem nur noch gebraucht erhältlichen Revoltec Alu Book Edition II) werden genau diese verwendet. Sogar mit dem ziemlich fragilen Kunststoffrähmchen (die Bezeichnung "Rahmen" wäre extrem geschmeichelt) kann man sich irgendwie abfinden. Denn ist die Festplatte erst einmal drin, dann ist das Ensemble steif genug.

Was aber gar nicht geht:

- Beim (ich zitiere wörtlich) "robusten Aluminiumgehäuse" handelt es sich um ein stranggepreßtes Profil, ohne jegliche Führungsschienen zu denen kein Teil der Festplatte irgendwie Kontakt hat. Wegen des Kunststoffrahmens erfolgt die Kühlung also durch reine Konvektion (haha!) innerhalb und außerhalb des gänzlich ohne Schlitze ausgestatteten und nahezu luftdichten Gehäuses. Heiße Scheiben verbaut man also tunlichst nicht, zumal auch die Kontrolle z. B. durch Handauflegen von Außen kein belastbares Ergebnis liefert.

- Bei der 2T Hitachi Deskstar DS5SAD200, die ich einbauen wollte, fluchtet der S-ATA-Stecker nicht mit der zugehörigen Buchse auf dem Platinchen auf der Rückseite des Einbaurahmens. Erst mit ein wenig drücken, schieben und biegen konnte ich die Platte in die gewünschte Position bugsieren.

- Der S-ATA/USB-Controller sitzt auf einer Leiterplatte, die seitlich mit zwei winzigen Schräubchen mit dem Kunststoffrahmen verbunden ist. Keine Zugentlastung, kein Metallwinkel, keine sonstige Abstützung. Viele Steckzyklen des recht hart einrastenden USB-3-Steckers traue ich der Lötverbindung also nicht zu, die die entsprechende Buchse in Position hält. Dito die Stromversorgungsbuchse und der (in der Blende leicht schief sitzende) Ein-Aus-Schalter. Auch hier macht es Revoltec mit dem Alu Book besser, ein - pardon - wirklich geiler Kippschalter Marke Marquardt.

- Die hintere Blende wird mit den zwei eingangs schon erwähnten Kreuzschlitzschrauben am Halterahmen (eingespritzte Muttern mit metrischem Gewinde) befestigt. Allerdings handelt es sich hier um (übrigens nie auf irgendwelchen Abbildungen gezeigte) Senkkopfschrauben(!) die sich an einem winzigen Kunststoffgrat festhalten müssen. Bringt man hier zuviel Drehmoment auf oder bleibt an der hinteren Blende hängen, reißt die Schraube ein Loch in die Blende und das Gehäuse fällt irreparabel auseinander. Ein reguläres Durchgangsloch mit Linsenkopfschraube nach DIN 7985/ISO 7045 - wegen mir auch gerne schwarz verzinkt - wäre wohl gegen die Designabteilung gegangen. Dieselbe Lotterie übrigens auch an der Frontblende. Sehr ärgerlich.

Was nebenbei noch auffällt:

ROHS-konforme Lötstellen (bleifrei). Das 12V/2A-Schaltsteckernetzteil mit etwa 75cm Niederspannungskabel (2xPVC-isolierte Litze, 0.5mm^2) verströmt leichtem Chinageruch. Die Frontblende (Kunststoff, Hochglanz, mit Schutzfolie) ist auf der Rückseite mit Moosgummi beklebt. Das soll wohl der Geräuschdämmung dienen. Nett gemeint, aber komplett wirkungslos. Den Löwenanteil erledigt der Körperschall des schwarz eloxierten, matt gebürsteten Alugehäuses.

Sehr flache, vorgestanzte Gehäusefüße zum selbst aufkleben sind enthalten. Die zwei Kunststoffschienchen zur schraubenlosen Befestigung der Festplatte wirken noch weniger vertrauenerweckend als der sich schon bei geringster Krafteinwirkung verwindende Halterahmen und sollten wohl besser ungenutzt in der Verpackung bleiben. Zwei Faltblätter zum Zusammenbau und zur Benutzung sind im Karton, der (mit Ausnahme von zwei Ziploctütchen und einer Hülle für das Alugehäuse) erfreulicherweise auf Kunststoffmüll verzichtet und auch von einem Normalsterblichen geöffnet und auch wieder bestückt und verschlossen werden kann.

Zur Funktion (Erkennung von Festplatten >=2TB, Stromverbrauch, Erwärmung, Energiesparfunktionen, Kompatibilität mit WinXP/Vista/7/8) kann ich keine Auffälligkeiten berichten, auch die Transferraten der Hitachi werden einigermaßen ausgereizt. Wer das Gehäuse mit einem USB-2.0- statt dem ca. 75cm langen USB-3.0-Kabel an seinem PC betreiben will, kann auch das (natürlich mit Leistungseinbuße) tun.

Mir ist klar, daß ich für den Preis kein atombombensicheres Ganzmetallgehäuse erwarten kann - was sich Fantec aber hier leistet, ist allerdings deutlich über meiner Schmerzgrenze. Zur Veranschaulichung: Will man auf ca. 2TB kommen, verschlingt das Gehäuse immerhin gut 20% des Gesamtpreises (2TB WD Green WD20EZRX 2TB SATAIII). Hoffen wir, das Revoltec mit dem Alu-Line III EX307 seine Hausaufgaben besser gemacht hat, denn nach Rückgabe des hier rezensierten Artikels werde ich mein Glück mal damit versuchen. Lesson learned.


Casio Collection Unisex-Armbanduhr Digital Quarz W-800H-1AVES
Casio Collection Unisex-Armbanduhr Digital Quarz W-800H-1AVES
Wird angeboten von GPN UHREN
Preis: EUR 29,88

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Des Watchmodders liebstes Kind, 17. August 2014
Komische Wortneuschöpfung: "Watchmodder", oder? Aber keine Sorge, ich erkläre umgehend.

An meinen Geländemotorrädern hatte ich neben dem Digitaltacho (KTM Enduro) oder sogar als einziges Anzeigeinstrument (Vollcrosser) immer eine Casio Damen-Armbanduhr Baby-G Digital Quarz Resin BG-169G-4ER - in quietschrosa, meiner fahrerischen Kompetenz zu 100% angemessen. Irgendwann, nach Jahren des problemlosen Betriebs und zwei Batteriewechseln verstarb das gute Stück dann an einem Vibrationsschaden, das Display ging immer mal wieder aus.

Zeit also, mich nach einem Ersatz umzusehen. In die nähere Wahl kamen das hier rezensierte Modell, der preiswerteste Klassiker, eine Casio Collection Herren-Armbanduhr Digital Quarz F-91W und die schon etwas besser abgedichtete und ausgestattete Casio Collection Herren-Armbanduhr Digital Quarz W-59-1VQES.

Meine Entscheidung traf ich dann zugunsten der W-800H-1AVES, weil sie
a) etwas größer ist,
b) große, deutlich ablesbare Stundenziffern hat,
c) ein vollständiges Datum anzeigt,
d) nicht den mehrfach belegten, batteriefressenden Lichtknopf hat,
e) mit "zehn Jahren Laufzeit mit einer Batterie" (übrigens eine weithin verbreitete und billig nachzukaufende CR2025) beworben wird und schließlich
f) mit 10 Bar Überdruck geprüft wurde - im Gegensatz zur W-59-1VQES (5 Bar) oder der F-91W (3 Bar). Das sollte einem Hochdruckwascher halbwegs Paroli bieten können.

Ich schreibe hier extra "10 Bar Überdruck", weil das gerne damit verwechselte Marketingversprechen "bis 100 Meter Tauchtiefe" wohl illusorisch ist. Die Casio ist keine Tauchuhr und schon beim Kopfsprung in flaches Wasser entstehen Drücke, die die Dichtungen von Billiguhren überfordern können.

Die Einstellung der Funktionen dürfte für jeden, der schon irgendwann einmal eine Casio-Uhr besessen hat, ohne die (beigelegte und mehrsprachige) Anleitung möglich sein. Etwas störend ist die auf einem dedizierten Knopf plazierte 12-24-Stundenumschaltung, hätte man komplett einsparen und in die Einstellmodi legen können. Zudem stellt man nicht unabsichtlich hin und her, wundert sich dann am Nachmittag über das "P". Denn am Vormittag zeigt die Uhr _kein_ gewohntes "A" an, sondern einfach nichts. Das natürlich eine Marginalie.

Ebenfalls muß dem Käufer klar sein, daß er hier keine Uhr mit kratzfestem Mineralglas auf dem LCD kauft, sondern eben Polycarbonat (PC), vermutlich auch nicht kratzfest beschichtet. Das ist übrigens bei der F-91W auch so, auch wenn die Amazon-Beschreibung zur Casio Collection Herren-Armbanduhr Digital Quarz F-91W irreführenderweise "Glas: Mineralglas" verspricht. Aber, hey: Auch die Abdeckungen der Frontscheinwerfer heutiger Automobile sind aus PC, die halten auch jahrelang, ohne zu verkratzen oder verspröden und erblinden auch nicht.

Zum Armband will ich nicht viele Worte verlieren, es ist schmiegsam und dürfte seinen Zweck ausreichend lange erfüllen. Ersatz gibt es als Original direkt vom Hersteller: Casio Ersatzband Uhrenarmband Resin W-800HG-9AVH W-800H-1AVH - allerdings ungefähr zum halben Anschaffungspreis des hier diskutierten Modells. Wer will, nimmt stattdessen schwarzes Leder (mit Metalldorn an der Schließe im Gegensatz zur Kunststoffausführung der W-800H-1AVES) oder Edelstahl.

Die Tatsache, daß man das Armband tauschen kann, ließ mich hellhörig werden - was uns zurück zum Thema "Watchmodding" bringt: Tatsächlich ist das Armband ganz klassisch mit zwei Nadelfedern im Korpus der Armbanduhr angebracht. Das verbessert das Tragegefühl und der Armbandtausch geht von hinten über eine Aussparung mit kleinem Uhrmacherschraubendreher leicht von der Hand: Einfach in die Nut der Nadelfeder eingreifen, sie nach innen schieben und das Armband aushaken. Vorsicht, damit die kleine Feder nicht davonschießt und verlorengeht.

Ich habe das neue Armband gleich in die Verpackungsbox zurückgetan (eine sehr funktionale Pappschachtel ohne viel Plastikmüll drumrum, nur ein Tütchen für die Uhr und etwas Schaumstoff fürs Armband) und werde sie wohl im Neuzustand via Amazon an andere Casio-Kunden verkaufen. Warum? Weil sich die W-800H-1AVES mit einem Klett- statt Armband um das Lenkerprallpolster ganz hervorragend als Motocrossuhr eignet, z. B. um die Nettofahrzeit (per Stoppfunktion) im Auge zu behalten oder den serienmäßigen Tacho zu ergänzen, der oft nicht gleichzeitig Uhrzeit und Geschwindigkeit anzeigen kann.

Daß die gute Baby-G so lange treu ihren Dienst getan hat, spricht für die Qualität von Casio und ich hoffe, die W-800H-1AVES tut es ihr nach. Was bleibt noch zu sagen? Ja, das Schwestermodell, die W-800HG-9AVES ("9" statt "1") hat hat ein bernsteinfarbenes Display und ist in einer anderen Farbe beleuchtet (die "1" eher grünlich), beide besitzen sie einen mit 4 Kreuzschlitzschrauben verschraubten Edelstahlboden, der sich mit einem Pico Finish Phillips-Schraubendreher.261 PF PH 00x60 perfekt und streßfrei öffnen läßt. Keine Minitorx- oder sonstige Spezialwerkzeuge erforderlich.

1/2 Punkt Abzug gibt es für den unnötigen Knopf zum Umstellen des Uhrzeitformat und nochmals 1/2 für das Kunststoffglas. Sobald Langzeiterfahrungen im Offroadeinsatz vorliegen, werde ich sie selbstverständlich umgehend nachreichen.

Alles Gute!


Braun Oral-B Professional Care 3000 elektrische Zahnbürste (Standard Edition)
Braun Oral-B Professional Care 3000 elektrische Zahnbürste (Standard Edition)
Wird angeboten von PreisCompany Deutschland
Preis: EUR 87,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Des Kaisers neue Kleider, 13. August 2014
Hallo, liebe Mundpfleger!

Nun also wieder ein neuer Aufguß der schon hinlänglich bekannten Oral-B Serie. Die von mir zur Braun Oral-B Professional Care 500 elektrische Zahnbürste gemachten Angaben sind weiterhin zutreffend, hier also nun eher eine "Management Summary":

Ein regelmäßiges Ärgernis ist bei allen Akkumodellen der fest eingebaute und nicht ohne detailliertes Wissen zerstörungsfrei auswechselbare NiMH-Akku, der bei täglicher Benutzung im zahnärztlich empfohlenen Umfang (2-3x, jeweils 2-5 Minuten) schon nach etwa 2 Jahren deutliche Kapazitätsdefizite zeigt. Dabei handelt es sich NICHT um robuste LSD-Zellen mit Lötfahnen (wie z. B. die Sanyo Eneloop) sondern eine NiMH-Sonderbauform der Größe "4/5AA", die gegenüber alten Modellen (4/5A) nochmals und sinnloserweise in der Baugröße (und Kapazität) verringert wurde.

Für den Auslandsreisenden ist das Basismodell ebenfalls nicht verwendbar, da dessen induktive Ladestation auf 220-230V fixiert ist und nachweislich bei 110V nicht funktioniert. Eine Braun Oral-B Reiseladestation Mini Typ 4729 (bzw. Google-Suche nach "67040052" & "oral-b") ist auf folgende Handstücke festgelegt: 3718, 3719, 3728, 4715, 4717, 4729, 4733, 4736 D 15/17/18/19er Serie D10511 OC 18er Serie S 18er Serie (Sonic Complete).

Eine konstruktiv wirklich leicht vermeidbare Unzulänglichkeit beginnt erst bei längerem Gebrauch und etlichen verschlissenen Putzköpfen wirklich zu nerven: Die Zahnbürst sifft. Das Problem ist der Putzkopf, der auf halber Strecke ein kleines Löchlein mit Blick auf eine Edelstahlfeder und ein Schwingungsgewicht aufweist und die fehlende Dichtung zwischen der Antriebsschaufel und dem Stutzen des Putzkopfs (dort, wo man die lustigen Farbringe anbringen kann): Dort tropft Putzflüssigkeit heraus und rinnt am Handgerät herab. Also besser über dem Waschbecken putzen!

Laden/Selbstentladung: Neuere Modelle der Oral-B-Serie (diejenigen die mit der Ladezustands-LED blinken können, die eine blaue oder gelbe statt grüne LED haben) erzeugen ein deutlich vernehmbares "Tickern" im Ruhezustand (d. h. ausgeschaltet und nicht auf dem Ladeteil). Aus naheliegenden Gründen muß man unterstellen, daß dort, wo Geräusche entstehen auch (unnötigerweise) Strom fließt. Strom, der den eingebauten Akku kontinuierlich entlädt und zusätzliche Ladezyklen aufzwingt. "Der Spannungswandler", sagt Braun/Oral-B. "Unfug!", sage ich.

Bei der doch recht länglichen Ladezeit (ich zitiere aus der Oral-B 500 BDA: "[...] Ein kompletter Ladevorgang dauert mindestens 18 Stunden und ermöglicht Ihnen eine Nutzung von bis zu einer Woche bei täglichem Putzen (zweimal pro Tag für 2 Minuten) [...]") muß unterstellt werden, daß eine ungeregelte Konstantstromladung erfolgt, die Zeit vergeudet und den Akku unnötig streßt. Und: "Bis zu einer Woche" bei 2x2Minuten! Einerseits wieder weiche Werbeaussagen zu praktisch nicht erreichbaren Idealwerten, andererseits: Schon mal zwei Minuten die Zähne geputzt (30 Sekunden je Quadrant!) und dabei ein sauberes Ergebnis erzielt?

Die Übersetzung lautet: Bei normaler Nutzung alle drei Tage für 24h an den Lader. IM NEUZUSTAND!

Verschleiß: Die (originalen) Putzköpfe halten bei bestimmungsgemäßer Anwendung relativ lang - ich benutze meist die Braun Oral-B Precision Clean Aufsteckbürsten, 8er Pack +2, die im Stückpreis am günstigsten ausfallen - und liefern ein ordentliches Putzergebnis. Guter Rat: Die kostengünstigen Nachbauten sind enttäuschend und taugen allesamt nichts. Zum Handgerät: Der Antrieb (DC-Motor mit Metallzahnrädchen, Nylon- oder Delringetriebe, Metallexzenter, Metallschaufel) hält erwiesenermaßen mindestens einen fünfmaligen Akkutausch durch, und wird nach einiger Zeit etwas laut - was dem Putzergebnis keinen Abbruch tut und mit etwas zähem Silikonfett wieder gebändigt werden kann. Irgendwann werden - nach über einem Jahrzehnt - die Gummidichtungen spröde und rissig, die Weichzonen beginnen zu kleben. Wer dann nicht neu investieren kann oder will, wird sich aus Einzelteilen möglicherweise einen "Frankenstein" bauen, die Hardware ist seit anno dunnemal kompatibel.

Mein zwei-Sterne-Fazit: Es gibt derzeit definitiv keine Zahnbürste die besser putzt, insbesondere in Problemzonen. Jeder, der den Umstieg von einer manuellen Zahnbürste wagte, hat mir das bestätigt. Wer allerdings nicht der Wegwerfgesellschaft (teure Bürstenköpfe aus Kunststoff und nicht auswechselbare Akkus im Handteil) angehören will, sollte sich den Kauf gründlich überlegen. Außerdem kommt man nicht umhin, auf mehrtägigen Auslandsaufenthalten außerhalb von 230V-Ländern weiterhin manuellen Zahnbürsten den Vorzug zu geben oder in einen Lader zu investieren, der den Anschaffungspreis annähernd verdoppelt.

Um nicht ein Opfer von "Planned Obsolescence" zu werden (diese Taktik werfe ich Braun/Oral-B durchaus vor, die aggressiv mit B-Promis im Fernsehen wirbt, nutzlose Gimmicks wie eine nur unzureichend funktionierende "Andruckkontrolle", LCD-Display oder Fantastillionen an 3D-Schwingungen hineinbastelt, aber seit Jahrzehnten auf der alten Wegwerftechnik beharrt), hier eine kurze Anleitung, nach der jeder halbwegs handwerklich begabte Schrauber mit etwas Löterfahrung für wenig Geld und innerhalb einer knappen Stunde jeder schlappen Bürste wieder zu neuer Kraft verhelfen kann.

Die Langfassung bitte meiner Rezension zur Braun Oral-B Professional Care 500 elektrische Zahnbürste entnehmen.

Werkzeuge: Schwächelndes Handgerät, Ladestation mit Nocke, Ersatzakku (4/5AA) mit Fahnen oder angelöteten Drähtchen, Feinlötkolben, Lötzinn, Entlötsaugpumpe oder -litze, Pinzette, kleiner Schraubendreher, Geduld.

1. Handgerät reinigen, insbesondere im Bereich der blauen Dichtfugen.
2. Chromring am Kopf zur Antriebsschaufel hin abhebeln.
3. Die Vertiefung für die Ladenocke mit dem "Recyclingtool" unter kontinuierlichem Druck im Gegenuhrzeigersinn(!) um etwa 90° drehen. VORSICHT: Federbelastung in Längsrichtung!
4. Den Bajonettverschluß langsam(!) freigeben, dabei Achtung auf die Kupferlackdrähtchen. Das Innenleben durch Druck auf die Spitze aus der Plastikumhüllung schieben.
5. On-/Off-Metallbügel an den Drehpunkten aushängen.
6. Anschlüsse für den Motor mit Entlötsaugpumpe/Entlötlitze oder Pinzette und Geduld an der Platine ablöten.
7. Akkuhalter mit Elektronikplatine vom Motor trennen, dafür die seitlichen Rastnasen eindrücken.
8. Vorsichtig die Kupferlackdrähte aus dem Drahthalter aushaken.
9. Akkufahnen auslöten/lösen und den Akku z. B. mit einem Schraubendreher zur Fußseite des Halters durchschieben.
10. Lötfahnen des neuen Akkus (4/5AA) passend machen oder Drähtchen anlöten.
11. Akku wieder einlöten, dabei Polung beachten.
12. Getriebeteile mit Silikonfett einfetten, die Schritte 5.-7. umgekehrt durchführen.
13. Optional: Zum Test die Vertiefung am Gerätefuß in die Ladenocke des Laders einsetzen, LED muß aufleuchten. Die Bürste starten.
14. Schritte 2.-4. in umgekehrter Reihenfolge ausführen.

Fertig. Danke, Oral-B für diese simple Prozedur!


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