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Idefix

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Emerson, Lake & Palmer
Emerson, Lake & Palmer
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 22,90

31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lucky Men, 19. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Emerson, Lake & Palmer (Audio CD)
Vorwort
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Beim bekannten Isle of Wight-Festival im August 1970 debütierten Emerson, Lake & Palmer (ELP) zum ersten Mal vor einem grossen Publikum (davor hatten sie nur einen einzigen Auftritt!). Das Festival gilt als grösstes Konzert in UK überhaupt, mit 600'000 Besuchern sogar mehr als Woodstock.
Die Legende besagt, dass die Jungs sich mit Jimi Hendrix (der auch am Festival war) zusammentun wollten, das Projekt hätte "HELP" geheissen, aber Jimi starb bekanntlich 3 Wochen nach dem Festival im September, und damit blieb es bei der Supergroup "ELP" und ihrem gleichnamigen Debüt im November 1970.
1. The Barbarian
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Das erste Lied ist ein echter Instrumental-Bombastrocker, vielleicht der lauteste Kracher den die Gruppe je aufnahm. Das ruhigere aber schnelle Mittelstück ist eine Adaption des "Barbaro Allegro" vom ungarischen Komponisten Bela Bartok. Und am Ende wird wieder draufgehauen was das Zeugs hält, das Schlagzeugspiel ist hier absolute spitzenklasse.
2. Take a Pebble
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Nach der turbulenten Eröffnung verzaubert die ellenlange Ballade die Zuhörer und verführt sie mit ruhigen Gitarren- & Pianopassagen in andere Welten um sie gegen Ende mit heftigerem Spiel wieder runterzuholen. Der melancholische Stil erinnert sehr an das epochale Debütalbum von King Crimson, wo Greg Lake 1 Jahr zuvor debütierte.

3. Knife Edge
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Das Erste radiotaugliche Bombaststück, wurde auch häufig auf Konzerten gespielt. Auch hier handelt es sich um eine Adaption eines klassischen Stückes, Leos Janacek's "Sinfonietta" wird neu eingespielt. Mit eingem genialen Ende
4. The Three Fates
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Keith Emerson virtuoses Tastenspielstück, beim erstmaligen hinhören vielleicht nicht so beindruckend, ist ein Instrumental bestehend aus 3 Teilen. Beginnend mit einem dominanten Orgelsolo, darauf folgend ein schönes Klavierspiel à la ELP, und beendet durch ein erstaunliches Schlussstück aus einer Mischung Boogie Woogie und Samba (!?)
5. Tank
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Der erste Teil dieses Instrumentals fängt mit einem harmonischen Konkurenzspiel zwischen Keyboard/Gitarre gegen Schlagzeug, und zeigt wie mit welcher Perfektion die Band das instrumentale Zusammenspiel beherrschte. Das Mittelstück besteht nur aus Schlagzeug, Carl Palmer demonstiert was er alles drauf hatte und gleitet sauber in das ausfädelnde Endstück hinüber. Kein Wunder wurde Carl damals von mehreren Magazinen oft als bester Drummer gekürt.
6. Lucky Man
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Das Schlussstück ist die erste Single von ELP und ihr bekannteste Lied überhaupt. Greg Lake's Ballade hat eine wunderschöne Melodie zum mitsingen und mitsummen, aber einen traurigen Text; Es handelt von einem vom Glück gesegneten Mann der alles Reichtum hatte, und um auch Ruhm und Ehre zu haben ging er in den Krieg. Auch Ruhm und Ehre hatte er dann, ein Kugel traf ihn, aber alles Reichtum konnt ihn nicht mehr retten. Ein Antikriegslied vielleicht?
Schlusswort
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Als eine der ersten Progressiv Art-Rockbands hatten Emerson Lake & Palmer mit dem Debüt von Anfang an ihren eigenen Bombastsound, ein perfektes Zusammenspiel der Instrumente und kristallklaren kraftvoller Sound, welcher damals auch heute nicht verstaubt rüberkommt. Das Album klingt sogar viel frischer als die eigenen späteren ELP-Alben Ende der 70er Jahren mit Orchesterstütze.
Die Fans dankten mit einem 5. Platz in den UK-Charts


Friends/20/20
Friends/20/20
Preis: EUR 10,99

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei verschmähte Perlen auf einem Album vereint, 19. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Friends/20/20 (Audio CD)
Friends (1968)
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Die Musik wandelt sich in Amerika, psychedelicher und härterer Rock flammt auf, neue Gruppen in diesem Musikstil dominieren die Charts, wie die Doors oder Jimi Hendrix Experience. Dieses Album der Beach Boys passt eigentlich gar nicht in diese rebellische Zeit, es ist viel zu "lieb und brav". Nicht verwunderlich deshalb, dass "Friends" das erste Beach Boys Album ist, welches sich nicht in die US-Top 100 plazierte (UK immerhin Platz 13). Das heisst nun nicht, dass das Album schlecht ist, es ist einfach untypisch für die Beach-Boys, weder Surf- noch "Pet Sound". Es ist eher liebliche "positive Musik" in einer gewaltätigen Zeit der Strassendemos und Revolutionen, eine Art softe "Good Vibrations" Noch hat hier Beach-Boys Kopf Brian Wilson die Fäden in der Hand, aber langsam macht sich seine psychische Krankheitbemerkbar aus der er sich erst Jahrzehnte später wieder erholt, nichtsdestotrotz ist es Brian Wilsons persönliches Lieblingsalbum, was etwas heissen will!
Für mich ist dieses Album aufladend in traurigen und düsteren Zeiten, am Ende fühlt man sich einfach wieder besser...
1) Meant for you
Eine schöne Ouverture zum Album, einfach gehalten mit Orgel und Piano, schöne Fugue-Harmonien. Ein kurzes Intro welches in den Musikstil des Albums einstimmt.
2) Friends
Einfache Melodie und etwas banaler Text über ihre Freundschaften. Im ersten Moment ungewöhnlicher 3/4 Takt, aber später schön zum mitsummen. Als Single veröffentlicht, landete es auf dem schlechtesten Platz seit Surfing USA (1962), harte Zeiten damals.
3) Wake the world
Ode an an die Schönheit von Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Man kann sich den Tageswechsel und die auftauchenden Sternen im Himmel richtig vorstellen.... Eine der wenigen Al Jardine-Brian Wilson Kollaborationen.
4) Be in the morning
Spätestens nach diesem Lied, schaut man auf der CD-Hülle ob man wirklich ein Beach-Boys Album gekauft hat. Etwas banale Melodie und leichte Harmonie-Dissonanzen, etwas gewohnheitsbedürftig, aber nicht wirklich schlecht.
5) When a man needs a woman
Das Lied handelt von Brian Wilson erstem "Sohn" (noch im Mutterbauch), überrachenderweise wurde eine Tochter geboren, Carnie Wilson (später bekannt im Trio "Wilson Phillips" ;-). Vorfreude einen werdenden Vaters?
6) Passing by
Halbinstrumentalisches Musikstück, ursprünglich mit Worten konzipiert, aber schlussendlich nur mit Harmonien bestückt.
7) Anna Lee, the healer
Die sehr dezente Instrumentierung zeigt, dass man auch mit wenig Mitteln unterhaltsame Musik machen kann. Man sagt, Sänger Mike Love hätte das Lied geschrieben... es handelt von einer Masseuse mit magischen Händen, die er in Indien kennengelernt hat
8) Little bird
In diesem Album kommenen die übrigen Beach Boys langsam aus dem Schatten von Hitmaschine Brian Wilson und tragen mit eigenen Lieder auch zum Gelingen bei. Dies ist das erste von Dennis Wilson komponierte Stück, es ist überraschend schön und fragril, denn niemand hatte geahnt dass er überhaupt Lieder schreiben konnte...

9) Be still
Sehr dezent gehaltenes Lied. Orgel und Gesang. Das zweite Stück von Drummer Dennis, mit einem rauhen und doch zerbrechlichen Gesang... den Fans blieb seine bluesige Stimme als Leadsänger oft verwehrt.
10) Busy doin nothin.
Eine "Bossanova" in einem Beach-Boys Album, wer hätte das gedacht. I'm Grunde geht es im Text darum wie man Brian's Haus in Bel-Air am besten erreicht.. und womit er sich dort den ganzen Tag beschäftigt, eben, busy doing nothing. Nun gut, ansonsten ist die Musik unterhaltsam.
11) Diamond head
Das zweite Insrumental im Album (wie beim Album "Pet Sounds"). Wohl das komplexeste Stück auf "Friends", mit hawaiianischem Hintergrund und Wasserwellen. Vielleicht wollte man andeuten, dass hier eine ehemalige Surf-Group spielt, aber nur entfernt.
12) Transendental meditation
Trotz des irreführenden Titels ist dies die härteste Nummer auf dem Album "Friends", wäre auf dem nächsten Album "20/20" besser aufgehoben gewesen. Nachdem die vorhergehenden Lieder mit ihrer Lieblichkeit und den Harmonien die "Vibrationen" positiv gestimmt haben, betrüben die absichtlichen Dissonanzen hier etwas, und man möchte gerne weiterschalten, ein Durchhänger am Schluss.

20/20 (1969)
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Der ungewöhnliche Name dieses Albums bedeuten einfach bloss, dass es ihr zwangzigstes Album von zwanzig Pflichtalbem bei Capitol ist, und sie somit frei waren, anderswo zu signieren. Das nächste Album "Sunflower" erschien dann auch beim eigens gegründeten Musikverlag "Brother Records". 20/20 ist ein vollkommender Gegensatz zu "Friends", es enthält Surfmusik, und es wird auch wieder gerockt. Es ist im Gegensatz zu "Friends" für ein breiteres Publikum verdaulich. Die Fans dankten es mit
einer besseren Platzierung, trotzdem die Boys waren in den Staaten "out", nur in Grossbritannien konnten sie sich mit einem dritten Platz gut behaupten.
13) Do it again
War ein Sommerhit von 1968, wenigstens in Grossbritannien, wo es die Charts toppte. Starkes nostalgisches Surflied welches zum Standard in den Beach-Boys Kompilationen vertreten ist.
14) I can hear music
Auch dieses Lied war ein kleiner Hit und in vielen Best-of Alben zu finden, aus der Feder von Phil Spector und von Carl Wilson engelhaft gesungen.
15) Blue birds over the mountain
Die dritte single aus diesem Album konnte sich nicht wie erhofft platzieren, ungewöhnlicher Sound für Beach Boys, aber man freundet sich schnell mit der einfachen Melodie an, fast ein Kinderlied.
16) Be with me
Dennis Wilsons erster Beitrag zu diesem Album, langatmig mit Orchester, irgendwie psychedelisch-harmonisch.
17) All I want to do
Harter Rock'n Roll von Drummer Dennis Wilson, die Musik erinnert ein wenig an eine Mischung von "Lady Madonna" mit "Revolution" (Beatles). Trotzdem, auch nach mehrerem durchspielen ist für mich die Melodie weder sehr einprägsam noch viel aussagend.
18) The nearest faraway Place
Das einzige instrumentale Stück auf diesem Album, einfühlsam und träumerisch. Geschrieben vom sechsten Beach Boy Bruce Johnson, welcher in den Tourneen die Stelle von Brian Wilson übernahm.
19) Cotton fields
Ein Folk-Song, jahrzehte zuvor von Huddie Ledbetter geschrieben, und von Beach Boy "Al Jardine" neu arrangiert. Auch wer Folk nicht mag, kann sich mit dieser Interpretation gut anfreunden. Es erschien als Single und erreichte die UK-Topten, während es im eigenen Country-Land USA nicht in die Top 100 schaffte, schade eigentlich, es ist gut gelungen.
20) I went to sleep
Dieses Lied entstand während den "Friends"-Sessions und gehört auch eher zum anderen Album anstelle vom Stück "Transdentetial Meditation". Der Text ähnelt auch an Nr.10, also womit sich Brian Wilson den lieben Tag herumschlägt. Liebliche Melodie und wunderschöne Harmonien.
21) Time to get alone
Die Harmonien setzten sich auf dieses Lied fort, unterstreicht vom Leadgesang Carl Wilsons. Schöne Melodie.
22) Never learn not to love
Die Legende sagt, dass Massenmörder Manson das Stück mit seinem (noch)-Freund Dennis Wilson mitgeschrieben haben soll, bevor er den Mord an Polanski-Ehefrau Sharon Tate befehligte, niemand weiss wirklich ob was wahres dran ist. Auf jeden Fall ist das Stück düster und traurig, also weiterschalten.
23) Our prayer
Wäre eigentlich das Eröffnungsstück für das legendäre (unveröffentlichte) "Smile" Album. Ein Gebet, ohne Instrumente, nur Harmonien... fast gregorianisch. Erst 2004 veröffentlichte Brian Wilson sein "Smile" Solo-Album, so wie es hätte sein sollen.
24) Cabinessence
Auch dieses Stück gehörte ursprünglich zum "Smile" Album. Teilweise unglaublicher Gesang. Legänder ist der Ausbruch von Sänger Mike Love, welcher sich zuerst weigerte seinen Gesangspart «Over and over the crow cries uncover the cornfield» zu singen, «Was zum Teufel soll das bedeuten?» motzte er, nur um sich dann mit Smile-Texter VanDyke Parks anzufeinden und dann damit das "Smile"-Projekt in die Versenkung lenkte.
Bonus Tracks
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25) Break away
Ein Klassiker, starker Sound und toller harmonischer Gesang, schade dass sich diese Single nie gut platzieren konnte, verdient wäre es gewesen.
26) Celebrate the news
B-Seite von "Break away", fängt schwach an... wird aber gegen Schluss immer besser
27) We're together again
Wurde nie veröffentlich, hätte hervorragend zu "Friends" gepasst
28) Walk on by
Ein Tribut an Songschreiber Burt Bacharach, leider nur ein Fragment
29) Old folks at home / ol man river
Eine alte Folknummer, aber im Beach-Boys-Sound, noch in roher Fassung


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