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Beiträge von Melissa Gling
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Rezensionen verfasst von
Melissa Gling "Kulturjunkie"
(REAL NAME)   

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Die Spur der Tränen
Die Spur der Tränen
von Mark Neustädter
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannend, kreativ, faszinierend, 14. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Spur der Tränen (Broschiert)
KLAPPENTEXT Die fünfjährige Ann-Kathrin verschwindet spurlos. Zwei Jahre später stellt die Polizei die Suche ein. Zur selben Zeit wird dem Vater ein Glas Honig zugesandt. Sind darin die Tränen seiner Tochter konserviert? Eine irrsinnige Vermutung – trotzdem mach sich der Journalist Fritz Zweiheiliger auf die Suche nach dem Mädchen. Er folgt der Spur des Honigs nach Nordspanien und muss sehr bald erkennen: Nur wenn er das Mädchen findet, kann auch er sein Leben retten.

MEINE ERWARTUNGEN Es war eine Weile her, dass ich einen Thriller gelesen hatte. Ich bin ein kleiner Angsthase und hoffte, es würde nicht zu eklig oder gruselig werden.

MEINE EINDRÜCKE Ein wenig habe ich es ja schon bei meinen Lese-Updates durchklingen lassen: es beginnt stark, die Spannung bleibt dann eher auf einem niedrigeren Level und zieht dann ab der Hälfte ordentlich an.

Mark Neustädter alias Oliver Kern kombiniert in Die Spur der Tränen geschickt klassische Krimielemente mit neuen Ideen. So ist der Journalist Zweiheiliger eine eher typische Ermittlerfigur: ein gebrochener Mann, der schwer an seiner Vergangenheit zu knabbern hat und eigentlich nicht mehr ermitteln sollte. Angetrieben von einer fixen Idee plagt er seinen Geist und seinen Körper bis zum Äußersten, immer in der Hoffnung auf Erlösung – für sich und das verschwundene Mädchen.

Neu ist die Idee des Settings. Asturien ist eine spanische Berglandschaft: ungastlich und dennoch faszinierend. Hier leben eigenbrötlerische Menschen, jeder kennt jeden und Geheimnisse werden gerne mit ins Grab genommen. Klar, dass es hier schwer ist zu erforschen, was vor zwei Jahren mit Ann-Kathrin passiert ist. Und obwohl Zweiheiliger durchaus auf stereotype Figuren trifft, gelingt es Neustädter die Begegnungen so spannend zu gestalten, dass der Leser nicht das Gefühl bekommt, er habe das alles irgendwo schon einmal gesehen.
Auch die Idee mit dem Honig, der eine Schlüsselrolle in dem Fall einnimmt, ist neu und gleichzeitig sehr aktuell. Das Bienensterben ist ein wichtiges Thema in der Wissenschaft und beeinflusst den Menschen mehr, als dieser zuweilen wahr haben will.
Die Spannung steigert sich langsam und die letzten 100 Seiten sind absolut fesselnd. Der Showdown ist ein echter Thriller, so schrecklich, dass ich hoffe, es wird niemals verfilmt.

Besonders brilliant ist der Schreibstil des Autors. Anfangs war ich mir noch unsicher, ob mir der Präsens mit der Ich-Erzählperspektive gefallen wird. Meistens geht das für mich ja schief, weil ich mich dann nicht richtig in die Geschichte einfühlen kann. Aber Neustädter hat einen sehr intensiven, bildlichen und realistischen Stil, der einen einfach in die Geschichte einsaugt. Und wenngleich ich Zweiheiligers Aktionen nicht immer gutheißen konnte, seine Gedanken und Gefühle waren mir so nahe, dass ich Mitgefühl hatte. Ich fieberte mit und hoffte, dass er seine Erlösung findet.

Es gibt aber einen Punkt Abzug. Es werden nicht alle Fragen mit absoluter Sicherheit beantwortet. Es bleibt ein Rest Spekulation und Fiktion zurück, was vermutlich nicht jedem Leser gefallen wird. Ich selbst hatte anderes erhofft und bin erst nach einem Gespräch mit dem Autor zufrieden.

FAZIT Die Spur der Tränen ist eine Mischung aus Thriller und Krimi. Zugkraft sind der eigenwillige Protagonist Zweiheiliger und der Schreibstil des Autors. In Kombination mit der kreativen Story hat man hier wirklich viel Lesespaß und Spannung. Die Romane von Mark Neustädter bzw. Oliver Kern sollte man definitiv näher im Auge behalten!


Apfelblütenzauber: Roman
Apfelblütenzauber: Roman
von Gabriella Engelmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Feelgood-Roman, 14. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Apfelblütenzauber: Roman (Taschenbuch)
INHALT Leonie lebt nun seit sechs Jahren in Hamburg zusammen mit ihren beiden Freundinnen Nina und Stella in der alten Stadtvilla. Sie hat sich ihr Leben eingerichtet und fühlt sich wohl. Doch dann beginnen sich ihre Eltern im Alten Land merkwürdig zu benehmen und auch das Leben in der Stadtvilla scheint bedroht. Ob Leonie alles wieder ins rechte Lot bringen kann?

MEINE ERWARTUNGEN Ich habe aus diesem Genre bereits Inselzauber und Inselsommer gelesen. Beides leichte Romane mit Humor, Charme und einer nicht zu vorhersehbaren Geschichte. Das erhoffte ich mir von Apfelblütenzauber nun auch.

MEINE EINDRÜCKE Apfelblütenzauber setzt sechs Jahre nach Eine Villa zum Verlieben ein. Diesen Roman habe ich nicht gelesen und ein Glück ist es auch nicht zwingend notwendig, um mit den Charakteren im Buch zurechtzukommen. Das Wissenswerte bindet die Autorin in den Roman ein.

Es dreht sich alles um Leonie, aus deren Sicht die Geschichte auch erzählt wird. Eine Frau mittleren Alters, die nach einigen Turbulenzen nun ein gemütliches und glückliches Leben in Hamburg führt. Doch nach und nach scheint das zu bröckeln. Erst machen die Eltern im Alten Land Probleme, dann verliert sie ihren Job und auch das Leben in der Villa scheint bedroht. Also atmet Leonie einmal tief durch und versucht alles wieder zurechtzurücken.

Gabriella Engelmann schafft es immer wieder, aus einem scheinbaren simplen Plot mehr als nur eine unterhaltsame Geschichte zu machen. Klischees und vorherhsehbare Handlungen wirft sie einfach über Bord und schreibt ihre ganz eigene Version von einer Romanze. Das ist wohltuend und für jemanden wie mich, der solchen Romanen immer skeptisch gegenübersteht, eine willkommene Ablenkung. Tatsächlich konnte ich mich einfach in die Geschichte hineinfallen lassen, mit Leonie mitleiden, grübeln und ihr Leben neu gestalten.

Sicherlich kann man kritisieren, dass sich alles zu sehr in Wohlgefallen auflöst und die Schwierigkeiten eigentlich hausgemacht sind, aber das passiert alles ohne viel Drama, dass ich es als Leser gerne angenommen habe. Vielmehr schwelgte ich in dem schönen Flair aus Frankreich und Altem Land und fühlte mich fast ein wenig wie im Urlaub. Auf jeden Fall habe ich bem Lesen immer eine Auszeit von meinem Alltag genommen. Kritiker sagen, dass nichts passiert und die eigentliche Handlung – Leonies Neugestaltung ihres Lebens – in den Hintergrund gerät. Tatsächlich ist der Roman ziemlich unaufgeregt und plätschert eher vor sich hin. Es ist ein bisschen, als würde man selbst Teil der Geschichte und erlebt einfach mit, wie die eigene Freundin ihre Leben meistert. Und die ist auch keine Dramaqueen. Ein Glück. Diese überzeichneten Geschichten und Filme sind mir oft zu künstlich.

Sprachlich bleibt Engelmann ebenso sanft und feinfühlig ohne klischeehaft oder dramenhaft zu werden. Die 400 Seiten lasen sich schnell und ich habe mich zu keiner Zeit gelangweilt. Die Geschichte wirkte auch nicht in die Länge gezogen.

FAZIT Sicherlich darf man bei Apfelblütenzauber keinen Plot mit raffiniertem Wendungen und spannungsgeladenen Momenten erwarten. Aber wer zu so einem Buch greift, der will das auch gar nicht. Gabriella Engelmann ist für mich die bessere Nora Roberts: du weißt immer, was du bekommst, es ist dabei aber nie stereotyp, zu vorhersehbar oder langweilig. Es ist wunderbare Unterhaltung, Ablenkung vom Alltag und ein Herzenswärmer. Wer solche Lektüre mag, sollte sich das Buch näher ansehen. Es steht zurecht auf den Bestsellerlisten.


Wir in drei Worten: Roman
Wir in drei Worten: Roman
von Mhairi McFarlane
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

4.0 von 5 Sternen Humorvoll, sympathisch, liebevoll, 14. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Wir in drei Worten: Roman (Taschenbuch)
INHALT Rachel und Ben waren zu Unizeiten die besten Freunde. Sie verstanden sich auf Anhieb und nichts konnte sie auseinander bringen. Doch kurz vor ihrem Abschluss geschah genau das. Zehn Jahre später begegnen sie sich unverhofft wieder – können sie ihre Freundschaft wieder aufleben lassen?

MEINE EINDRÜCKE Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, in dem aus der Ich-Perspektive von Rachel eine für die Freundschaft zu Ben typische Szene geschildert wird. Danach springt die Geschichte zehn Jahre weiter.
Rachel erzählt immer noch. Sie ist mit ihrer Jugendliebe Rhys verlobt, die Beziehung scheint aber an einem kritischen Punkt. Scheinbar aus einer Laune heraus trennt sich Rachel dann auch von ihm und steht plötzlich allein da.

Mir war Rachel von Anfang an sympathisch. Ich konnte ihre Gedanken, Zweifel, Gefühle und Wünsche immer gut nachvollziehen, manchmal befand ich mich gar selbst schon einmal in einer ähnlichen Situation. Und wenn man darüber hinwegsieht, dass ihr Freundeskreis unrealistisch (aber für einen Roman oder Film klischeehaft) eine bunte Mischung aus ganz unterschiedlichen Charakteren ist – dann ist auch das sympathisch. Denn im Grunde eint sie alle die Freundschaft und der Zusammenhalt ist ganz selbstverständlich sehr groß.
Ben war in seiner Jugend ein Frauenheld. Ganz stereotyp mit einem weichen, klugen Kern. Er macht eigentlich nichts falsch. Und so verhält er sich auch Rachel gegenüber für mich immer nachvollziehbar. Bis auf eine Schlüsselszene relativ am Ende im Roman.

Aber darüber konnte ich dann schon hinwegsehen. Denn mit ihrem leicht lesbaren, natürlichen Schreibstil führt die Autorin den Leser ganz sanft durch die Geschichte. So fliegen die Seiten nur so dahin. Es ist leichte Kost, gute Unterhaltung. Denn die Handlung nimmt kaum unerwartete Wendungen und dennoch wirken sie nicht gar so platt, dass ich mich als Leser unterfordert oder auf den Arm genommen fühlte. So findet der Roman dann auch ein erwartungsmäßiges Ende.

FAZIT Man darf bei Wir in drei Worten (warum auch immer dieser Titel…) keine neue Story erwarten. Der Vergleich auf dem Buchdeckel mit Zwei an einem Tag passt gut – wenngleich jener facettenreicher war. Wir in drei Worten ist leichte Unterhaltung. Ein schöner Roman mit Humor, Drama und der richtigen Portion Romantik. Die richtige Urlaubslektüre für den Strand also. Da stören dann auch keine Stereotypen und vorhersehbaren Wendungen mehr. Dennoch ziehe ich genau dafür einen Punkt ab.


Vielleicht mag ich dich morgen: Roman
Vielleicht mag ich dich morgen: Roman
von Mhairi McFarlane
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Unterhaltsam, wenig überraschend, unlogisch, 14. Juni 2015
INHALT Anna war als junges Mädchen dick und hässlich. Sie wurde in der Schule gemobbt, was seinen grausamen Höhepunkt auf einer Schulparty fand. 15 Jahre später ist Anna nicht mehr wiederzuerkennen – auch für ihren damaligen Schulschwarm James nicht. Sie begegnen sich und James weiß nicht, dass er Anna schon kennt. Ist das ihre Chance auf eine gemeinsame Zukunft?

MEINE EINDRÜCKE Ich hatte mit Absicht den Klappentext ignoriert, weil ich ahnte, dass er mir zuviel von der Geschichte vorwegnehmen würde. Eigentlich war diese Befürchtung unbegründet, da die Story sehr simpel gestrickt ist.

Doch auch Wir in drei Worten war in seiner Handlung nichts Neues, allerdings ein wenig raffinierter. Die Geschichte von Vielleicht mag ich dich morgen zieht sich schon in den ersten Kapitel ein wenig in die Länge, macht unnötige Schleifen und kommt recht spät zum Höhepunkt. Das alles wäre nicht weiter schlimm, wenn der Rest stimmt.

Der Schreibstil ist leicht zu lesen, natürlich und unauffällig. Der Humor ist in diesem Roman etwas dezenter gestreut, aber zum Glück noch da. Ich mag etwas Sarkasmus ja sehr gerne. Die Schwachstelle des Romans liegt für mich bei den Charakteren, genauer bei Anna.

Sicherlich hat die Figur eine schwere Kindheit gehabt, was sie nachhaltig sehr geprägt hat. Allerdings verhält sie sich gegenüber James ziemlich unlogisch. Das fällt zwischendurch nicht so sehr auf – sie freut sich, dass er sie nicht erkennt und fängt im Grunde noch einmal neu an. Doch dann kommt die zu erwartende Erkenntnis und plötzlich dreht sich alles um 180 Grad. Dass das James nicht versteht, ist klar, aber ich als Leser habe das auch nicht mehr nachvollziehen können. James dagegen benimmt sich im Rahmen seines Charakters stets konsequent. Er hat sich vom Jugendlichen zum Erwachsenen verändert und verhält sich immer so, wie man es erwarten würde. Ob man das nun mag oder nicht, spielt dann eine untergeordnete Rolle.

FAZIT Leider konnte mich Vielleicht mag ich dich morgen nicht richtig überzeugen. Es ist kein schlechter Roman – er lässt sich leicht lesen und die Geschichte ist meistens recht unterhaltsam. Aber spätestens ab dem Wendepunkt macht Anna mit ihrem Verhalten alles kaputt. Ich konnte es nicht mehr nachvollziehen und verlor das Interesse und jeglich Empathie. Dies ist leider kein Roman, den ich von der Autorin empfehlen würde. Da war Wir in drei Worten schöner.


Der Himmel über Berkeley Park: Roman
Der Himmel über Berkeley Park: Roman
von Amy Forster
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Gemütlich, romantisch, undramatisch, 11. April 2015
KLAPPENTEXT Auf dem britischen Landsitz Berkeley Park begegnen sich zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: das englische Dienstmädchen Ella, immer darauf bedacht, beherrscht und korrekt zu bleiben, und die deutsche Adlige Auguste, die mit ihren Eskapaden das altehrwürdige Haus auf den Kopf stellt. Beide Frauen kämpfen in einer Zeit, in der Europa auf den Ersten Weltkrieg zusteuert, auf unterschiedliche Arten um ihr Glück. Doch eine Gemeinsamkeit wird die zwei für immer verbinden: die Liebe zu Augustes Ehemann Rhys.

MEINE ERWARTUNGEN Der Klappentext versprach mir ein Drama wie es im Bilderbuch steht. Eine Dreiecksbeziehung über die Standesgrenzen hinaus, in einem Land kurz vor dem Krieg. Das klang prickelnd. Dann noch die Ankündung, es sei wie Downton Abbey – ich freute mich sehr aufs Lesen!

MEINE EINDRÜCKE Zu Beginn fühlte ich mich wirklich an Downton Abbey erinnert. Das große Anwesen mit den unterschiedlichen Charakteren darin, die Sprache. So langsam, wie sich eine Welt ohne Elektrizität, fließendes Wasser und Autos (das war Anfang des 20. Jahrhunderts gerade erst alles im Kommen) fortbewegt, so gemächlich beginnt auch der Roman. Das war sehr angenehm, da es dem Leser Zeit gibt, sich an die ihm fremden Lebensumstände zu gewöhnen.

Aber das ist auch der große Schwachpunkt des Romans: das Erzähltempo bleibt die 480 Seiten lang so gemächlich. Es war beinahe langweilig. Denn die im Klappentext angesprochenen Eskapaden von Auguste waren für die damalige Zeit zwar skandalös, aber mir erschloss sich die Motivation dahinter nicht bzw. nicht früh genug. Warum Auguste ist wie sie ist, was sie sich vom Leben wünscht, das ist der Autorin leider nicht gelungen richtig zu vermitteln.
Bei Ella ist es schon einfacher. Sie scheint einfacher gestrickt, ihre Lebensumstände sind klar umrissen und darin fügt sie sich vollkommen ein. Sie verhält sich auch so, wie man es von einem Dienstmädchen erwarten würde. Die Geschichte wird zum größten Teil aus ihrer Sicht geschildert. Hier fehlte nur ein fließender Übergang, wann und wie sie ihre Liebe zu Rhys entdeckt.
Es gab für mich genau eine spannende Stelle in dem Buch: von Seite 442 bis Seite 452. Danach verlor sich der Roman leider wieder in Vorhersehbarkeiten und Belanglosem.

FAZIT Es ist kein schlechter Roman, aber mir fehlten Spannung und richtiges Drama. Vieles erschien vorhersehbar und aufgesetzt. Der Autorin ist es leider nicht gelungen, mir Emotionen zu vermitteln und die Charaktere näher zu bringen. Dennoch konnte ich gut in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg eintauchen, weil Amy Forster sich viel Mühe mit den Beschreibungen gegeben hat. Das hat Spaß gemacht. Wer keine Aufregung mag, sondern sich einfach von einer Geschichte treiben lassen möchte (zum Beispiel am Strand im Urlaub), der trifft mit Der Himmel über Berkeley Park eine gute Wahl.


Hat sich die Wende überhaupt gelohnt?: Der große Vergleich DDR - EU (Satte Tiere)
Hat sich die Wende überhaupt gelohnt?: Der große Vergleich DDR - EU (Satte Tiere)
von Bernd Zeller
  Broschiert
Preis: EUR 8,95

3.0 von 5 Sternen kein Buch, das man am Stück lesen kann, 28. März 2015
KLAPPENTEXT Ist die Entwicklung vom Gesellschaftssystem der DDR zu dem der EU eine Verbesserung? Aber ja! Nur ganz anders, als Sie in ihrer Gutgläubigkeit vielleicht vermuten mögen. Folgen Sie dem erfahrenen Satiriker, unnachgiebigen Kritiker und boshaften Karikaturisten Bernd Zeller beim großen Systemvergleich. Ob Toilettenpapier oder Parlament, ob Autos oder Überwachung, ob Geld oder Prominente – für jedes Vergleichskriterium gibt es einen Punktsieger. (…)

MEINE EINDRÜCKE Der Anfang startet gut. Eine Einleitung stimmt den Leser auf den Vergleich ein, die Leselust steigt. Anhand der Inhaltsangabe kann man sich schon einen Überblick davon verschaffen, welch unterschiedliche Themen Bernd Zeller besprechen wird. Wie dem Klappentext zu entnehmen, sind das mal mehr mal weniger ernst gemeinte Sujets.

Und das beschreibt auch eigentlich ganz gut meine Eindrücke: es ist mal mehr mal weniger gut. Dass Bernd Zeller ein angesehener Satiriker ist, das will schon seine Kurzbiografie versichern. Dennoch: satirisch über Klopapier zu schreiben, mag zwar eine Kunst und Herausforderung sein, amüsant fand ich es nicht. Es wirkte auf mich mehr wie ein hilfloser Versuch, das vielleicht doch eher ernste Thema aufzulockern.

Interessant waren die Vergleiche streckenweise dennoch. Das betraf vor allem die politischen und gesellschaftlichen Themen. Wer selbst in der DDR gelebt hat oder dort einmal zu Besuch hat, wird vieles vermutlich noch besser nachvollziehen und beurteilen können. Ich war zum Mauerfall erst etwa fünf Jahre alt und meine Eltern weit im Westen verwurzelt – Verwandtschaft gab es in der DDR keine, deshalb fuhren wir auch nie dorthin. Aus diesem Grund kann ich auch nicht beurteilen, ob Bernd Zellers Einschätzungen richtig oder gar willkürlich sind. Da er aber wohl selbst im Osten gelebt hat, nehme ich mal an, dass es zumindest seine persönliche Meinung ist.

FAZIT Insgesamt kein schlechtes Buch, aber leider nicht so unterhaltsam, wie ich gehofft hatte. Ich kann auch nicht empfehlen, das Buch an einem Stück zu lesen – das ermüdet schnell und die Satire reizt dann eher bis zum Unverständnis. Sicherlich ist das Buch ein möglicher Einstieg für ein Gespräch über “Damals”, um zu schwelgen, zu lachen und zu diskutieren. Ich werde das Buch einer Kollegin geben, die in der DDR aufgewachsen ist und sie einmal fragen, wie sie das alles erlebt hat.


Die Seiten der Welt: Roman (Fischer FJB (allgemein))
Die Seiten der Welt: Roman (Fischer FJB (allgemein))
von Kai Meyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für Buchliebhaber, 28. März 2015
KLAPPENTEXT Furia Salamandra Faerfax lebt in einer Welt der Bücher. Der Landsitz ihrer Ahnen birgt eine unendliche Bibliothek. In ihren Tiefen ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch. Mit ihm will sie die Magie der Worte entfesseln. Noch weiß sie nicht, in welch tödlicher Gefahr sie schwebt. Denn Furias Familie wird von mächtigen Feinden bedroht – und die trachten auch ihr nach dem Leben. Der Kampf gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher beginnt…

MEINE EINDRÜCKE Zu Beginn der Geschichte begleitet der Leser Furia in ihrer besonderen Welt. Hier erwarten ihn viele kleine, wunderbare Details, die das Herz eines Buchliebhabers höher schlagen lassen. Lebendige Möbel und Buchstaben, fliegende Origami-Vögel und eine unendliche Bibliothek voller Bücher.
Auch Furia kann sich keine bessere Welt vorstellen und entsprechend groß ist ihr Schock, als ihr Vater bei einem Abenteuer stirbt. Nun muss sie seinen Platz einnehmen und sein Vorhaben zu Ende führen. Dass sie sich und ihren kleinen Bruder Pip dabei in tödliche Gefahr bringt, bemerkt Furia zu spät. Jetzt heißt es kämpfen!

Ohne zu viel von der Handlung vorweg zu nehmen, möchte ich dennoch erst einmal ein bisschen schwärmen: Kai Meyer ist für mich einer der besten Geschichtenerzähler, die ich kenne. Schon auf den ersten Seiten spürt man, dass er sich eine komplette Welt ausgedacht hat, die bis in die letzte Argumentationskette erklärt ist – ohne sie dem Leser darzulegen. Auf den ersten hunderten Seiten war ich entzückt und lachte bei den neuen Ideen, die auftauchten: von Libropolis und seinen eigentümlichen Einwohnern, den Seelenbüchern und letztendlich auch von den Hauptfiguren.
Dabei verliert sich Kai Meyer nicht in detaillierten Beschreibungen, die nicht enden wollen. Vielmehr gelingt es ihn mit wenigen Worten eine ganze Welt vor dem inneren Auge des Lesers entstehen zu lassen. Die Fantasie, die ihn zu dieser Geschichte beflügelt hat, springt quasi auf den Leser über, der mit seiner Fantasie sich die Welt in seinen Farben ausmalt.

Die Charaktere sind alle sehr individuell skizziert. Sie haben zwar nicht alle eine besonders detaillierte Vergangenheit, aber für ihre Funktion in der Geschichte war das vollkommen ausreichend. Und so bleibt immerhin noch Platz zum Träumen. Ich mochte im Übrigen Finnian und Isis am liebsten. Warum auch immer.

Die Geschichte, die der Autor um Furia und ihre Gefährten erzählt, ist spannend, unvorhersehbar und für mich einmalig. Vergleichbares habe ich noch nicht gelesen. Besonders im Mittelteil schreitet sie schnell voran, so dass die über 500 Seiten gar nicht auffallen. Lediglich das Ende tröpfelte dann ein wenig aus und war mir schlussendlich auch ein wenig zu lieblich. Das ist aber Geschmackssache.

Es gibt für mich zwei kleine Haken: ich musste eine sehr wichtige Stelle dreimal lesen, bis ich den Inhalt verstanden hatte. Offenbar war für mich die Idee darin so verknotet, dass ich es nicht auf Anhieb begriffen hatte. Die daraus sich entwickelten Folgen waren für mich manchmal auch nicht ganz nachvollziehbar, aber ich hab sie dann gerne angenommen.
Das andere sind die Wendungen in dem Buch, die mit Furia zusammenhingen. Manchmal fand sie die Lösungen so schnell, dass ich mich im Nachhinein fragte: woher wusste sie das auf einmal? Aber ehrlich gesagt: beide Haken fallen nicht so sehr ins Gewicht, dass es mir das Buch schlecht gemacht hätte. Denn: hätte sich Kai Meyer mit dem Lösungsweg mehr Zeit gelassen, hätten wir mindestens eine Trilogie bekommen. Da finde ich einen alleinstehenden Band doch erfrischender.

FAZIT Wer Bücher liebt, dem gefällt dieses Buch bestimmt. Wer Kai Meyer mag, der liebt dieses Buch. Jedem, der ein wenig für Fantasy und Bücher übrig hat, würde ich das Buch empfehlen. Es ist für mich einmalig, etwas Besonderes und definitiv ein Buch, dass ich mehrmals lesen würde. Allein wegen der Welt, die Kai Meyer dort erschaffen hat: darin möchte ich gerne wieder eintauchen. Aber auch die Charaktere sind mir alle auf ihre Art ans Herz gewachsen. Daher kann ich auch über die zwei kleinen Kritikpunkte hinwegsehen. Das Gesamtwerk ist einfach zu gut.


Nacht aus Rauch und Nebel: Band 2
Nacht aus Rauch und Nebel: Band 2
von Mechthild Gläser
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

4.0 von 5 Sternen Eine gelugene Dystopie, 28. März 2015
KLAPPENTEXT Ein Freund, der nicht mehr mit ihr spricht, ein Vater, der seine Regierungsgeschäfte als Fürst von Eisenheim mehr schlecht als recht erledigt, und eine gesichtlose Macht, die die Existenz ihrer neuen heimat bedroht: Floras Leben verlief schon mal reibungsloser. Doch je tiefer sie in die Geheimnisse dieser Welt der Träumenden eintaucht, desto hartnäckiger setzt sich der Gedanke fest, dass Flora selbst verantwortlich ist für all diesen Schlamassel. Kann es sein, dass sie sich mit ihrem ärgsten Feind verbünden muss, um den Untergang der Stadt zu verhindern?

MEINE ERWARTUNGEN Ich mochte "Stadt aus Trug und Schatten" sehr, auch beim zweiten Lesen. Ich war sehr gespannt darauf, wie Floras Geschichte weitergeht. Denn immerhin endet der erste Band nicht mit einem Cliffhanger, so dass ich erwartete, dass etwas Neues begonnen werden muss.

MEINE EINDRÜCKE Die Geschichte setzt mit einem Prolog ein, der einige Fragen beim Leser aufweist. Sehr geschickt von der Autorin gemacht, denn danach geht es erst einmal eher ruhig voran.

Tatsächlich deuten sich auf den ersten Seiten einige Probleme in der Traumwelt an, die Flora zwar beunruhigen, für die sie aber keine Lösung parat hat. Nach und nach werden in die Handlung kleinere Rückverweise auf den ersten Band eingeflochten, so dass der Leser, der den ersten Band nicht direkt davor gelesen hat, die wichtigsten Details noch einmal serviert bekommt. Dennoch halte ich es für besser, wenn man die beiden Bücher zeitlich nah nacheinander liest. Das gibt ein besseres Gesamtbild.

An "Nacht aus Rauch und Nebel" habe ich nur wenig zu kritisieren. Die volle Punktzahl bekommt es aber nicht. Denn in der Mitte geht mir die Geschichte zu langsam voran. Die Fragen und Probleme, die zu Anfang aufgeworfen werden, schweben lange ungelöst im Raum bis sie überhaupt mal konzentriert angegangen werden. Warum hat mir das Buch dennoch gut gefallen?

Auch hier brilliert Mechthild Gläser für mich mit einem tollen Schreibstil, einer spannenden Idee und ausgefeilten Charakteren. Einzig Marian habe ich bis zum Schluss nicht immer ganz verstanden. Seine Zwiespälte werden nicht ausreichend beleuchtet, obwohl sie sehr interessant sind. Immer hatte ich das Gefühl, dass viel mehr dahintersteckt, als der Leser erfährt. Das liegt natürlich auch daran, dass Flora die Geschichte erzählt und so nur wiedergeben kann, was sie von Marian wahrnimmt.
Und dennoch ist das letzte Drittel so spannend und unvorhersehbar, dass ich viel Spaß beim Lesen hatte. Die Geschichte bekommt ein passendes Ende, die Figuren handeln entsprechend ihres Charakters stets logisch und die Fantasie, die Mechthild Gläser hier einbringt, ist wirklich toll.

FAZIT Ich habe keine Vergleiche zu irgendwelchen anderen Geschichten ziehen können. Mir gefällt die Dilogie insgesamt sehr gut. Der zweite Band erhält einen Punkt weniger als der erste, da sich der Mittelteil ein klein wenig zieht. Ich kann diese Bücher jedem empfehlen, der abenteuerliche Geschichten, eine interessante Traumwelt und sympathische Charaktere sucht.


So finster, so kalt: Roman
So finster, so kalt: Roman
von Diana Menschig
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenig Überraschungen aber großes Lesevergnügen, 28. März 2015
Rezension bezieht sich auf: So finster, so kalt: Roman (Taschenbuch)
INHALT Nach dem Tod ihrer Großmutter findet Merle im Nachlass ein historisches Dokument. Darin erzählt ein gewisser Hans von merkwürdigen Ereignissen rund um seine Schwester Greta. Doch warum hat Merles Großmutter dieses Dokument? Hat es etwas mit ihrem alten Haus zu tun? Als schließlich aus der Ortschaft Kinder verschwinden und Merle schreckliche Alpträume plagen, beschließt sie der Sache auf den Grund zu gehen.

MEINE ERWARTUNGEN Ich hatte viele gute Rezensionen zu diesem Buch gelesen und nachdem mir Daniele Winterfeld Der geheime Name so gut gefallen hatte, war ich neugierig auf eine weitere Märchenadaptation für Erwachsene.

MEINE EINDRÜCKE Nach einem Rezept zu Lebkuchenmännlein (die eine Schlüsselrolle in dem Roman haben) startet der Roman recht spannend. Der Leser begleitet drei Kinder, wie sie – gegen alle Ermahnungen – in den Verbotenen Garten schleichen. Das Mädchen Ronja fühlt sich auch sogleich unbehaglich, obwohl ja nur ein alter Baum zu sehen ist. Doch sie werden beobachtet, da ist sich Ronja sicher. Dann wechselt die Geschichte zu Merle, aus deren Perspektive eine ganze Weile lang erzählt wird. Merle ist Anfang 40, Rechtsanwältin in Hamburg und sehr mit dem irdischen Leben verwurzelt. Für sie gibt es eigentlich nur noch die Arbeit. Umso mehr schockiert sie die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter, die im Schwarzwald lebt. Zudem plagen sie seit einigen Tagen Albträume.

Die Großmutter war in ihrem Dorf als Märchenerzählerin bekannt. So verwundert es Merle auch nicht, als sie im Nachlass ein historisches Dokument findet, dessen Inhalt entfernt an Hänsel und Gretel erinnert. Denn Oma Mago hat auch Märchenforschung betrieben. Merle findet zudem heraus, dass ihre Großmutter wohl eine Verbindung zwischen dem Hans aus dem Dokument und ihrer Familie sah. Und so beschließt Merle, Ahnenforschung zu betreiben. Bis plötzlich Kinder verschwinden…

Lange Zeit bleibt der Roman recht wage. Es ist zwar spannend, wie Merle nach und nach versucht zu enträtseln, ob das Dokument echt ist, ob es eine Verbindung zu dem Märchen Hänsel und Gretel hat und ob es wirklich auch eine Verbindung zu ihrer Familie gibt. Bei der Suche unterstützt sie Jakob Wolff, Germanist und Angestellter der Univerität Freiburg. Zwischen den beiden entspinnt sich eine knisternde Beziehung, die gefährlich zu werden scheint, als Jakob sich merkwürdig verhält. Und dennoch zieht die Handlung nur sehr langsam an. Die Erzählung wechselt immer mal wieder zu Hans aus dem Dokument. Interessant und spannend ist das aber nur so lange, bis man sich auf das Mystische eingelassen hat. Dann lässt die kribbelnde Anspannung etwas nach.

Es kommen noch weitere Charaktere hinzu, die alle eine wichtige Position im Roman einnehmen. Jeder von ihnen ist so unterschiedlich, dass man sie schnell auseinander halten kann. Später wechselt ab und zu die Erzählperspektive. Das machte mich beim ersten Mal stutzig, passt aber gut in die Handlung und treibt die Geschichte voran.

Es gibt eigentlich nur einen Makel: So gruselig spannend wie Der geheime Name ist der Roman von Diana Menschig nicht. Denn hat man sich einmal auf das Märchenhafte in der Geschichte eingelassen, gibt es nur noch wenig Überraschungen. Es ist interessant, aber die Spannung steigert sich dadurch kaum noch.

FAZIT Ein gutes Buch, das ich gerne gelesen habe. Es passt perfekt in die trübe Jahreszeit, ist spannend und unterhaltsam. Das Märchenhafte in der Geschichte ist gut herausgearbeitet. Aber hat man als Leser einmal akzeptiert, dass es in der Realität auch Märchenhaftes geben kann, birgt der Roman nur noch wenig Überraschungen und Spannungssteigerung. Es ist dadurch für mich weniger ein Thriller als eher ein spannendes, gut geschriebenes Buch. Lesenswert ist es auf jeden Fall!


Das verbotene Eden 1: Erwachen (Knaur TB)
Das verbotene Eden 1: Erwachen (Knaur TB)
von Thomas Thiemeyer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen einer der besten deutschen Autoren!, 28. März 2015
KLAPPENTEXT Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Ein Virus verwandelte Männer und Frauen in erbitterte Feinde. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der Wildnis ein neues Leben angefangen. Nichts scheint tödlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David…

MEINE EINDRÜCKE Witzigerweise beginnt der Roman mit einer Art Vorwort, datiert auf den 31. März 2015. Die Katastrophe steht also kurz bevor…

Thomas Thiemeyer beginnt seine Erzählung mit Juna. Eine unerschütterliche Kriegerin, die die Männer hasst und mit dem Arrangement, dass die beiden Geschlechter geschlossen haben, nicht einverstanden ist. Sie will, dass sich die Frauen gegen die Männer behaupten.
In regelmäßigen Abständen wechselt die Perspektive zu David. Das komplette Gegenteil zu Juna, wie es scheint. Ein junger Mönch, der noch nie eine Frau gesehen hat und heimlich verbotene Liebesgeschichten liest. Während Juna den Hass zwischen den Geschlechtern verinnerlicht hat, scheint David weltoffener und skeptischer zu sein – was er natürlich niemandem sagen darf, wenn ihm sein Leben lieb ist.

Schon mit wenigen Seiten gelingt es dem Autor mit seinen Charakteren und ihren Lebensumständen eine ganz eigene, vollständige Welt zu erschaffen. Der Leser bekommt die wichtigsten Begebenheiten erzählt und kann so sofort tief hinabtauchen. Dabei wird es nie langweilig. In einem angenehmen Rhythmus von Spannung und ruhigeren Phasen -in denen es aber unterschwellig auch brodelt- bleibt die Geschichte immer interessant. Ein besonderes Highlight war für mich die Liebe zu den Büchern:

“Alles, was auf modernen Datenträgern gespeichert worden war, war unwiderruflich verloren. (…) Blieben nur die Bücher. Ohne sie wäre die Vergangenheit ein großes schwarzes Loch.”

Ich möchte von der Handlung nichts vorweg nehmen. Der Klappentext deutet das Drama schon an, aber auch die Welt, in der David und Juna leben, verändert sich. Thomas Thiemeyer ist es gelungen, Wendungen, Überraschungen und spannende Höhepunkte über das ganze Buch hinweg zu verteilen, so dass Lust und Neugierde auf den Folgeband geweckt wurden, aber keine Fragen zu den Personen offen bleiben. Eine gelungene Mischung, wie ich finde.

FAZIT Wer Dystopien mag, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Eine gut durchdachte, fiktive Welt mit vielschichtigen, interessanten Charakteren eingebettet in eine konstant spannende und interessante Handlung. Der erste Band ist in sich ein stückweit abgeschlossen, macht aber dennoch Lust auf mehr.


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