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Beiträge von zeilensprung
Hilfreiche Bewertungen: 12984
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Rezensionen verfasst von zeilensprung
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5.0 von 5 Sternen
Eine Hommage!, 1. November 2007
Vor zwei Jahren erschien Peter Andreas wunderbarer Band über die letzten Ruhestätten großer Dichter. Auf ganz ähnliche Weise hat er nun die Gräber berühmter Frauen mit seiner Kamera eingefangen. Entstanden ist ein sehr stilles Buch mit wunderschönen Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Ruhestätten in ganz Europa. Dazu gehört jeweils ein kurzer Text der Toten, der sich mit dem Sterben, Tod und Vergänglichkeit auseinandersetzt. In chronologischer Reihenfolge reicht die Bandbreite des Buches von Hildegard von Bingen bis Hildegard Knef, über sechzig Grabstätten sind in diesem Buch abgebildet. Im Anhang findet man ein alphabetisches Register mit den Lebensdaten, sowie Hinweisen auf die abgebildeten Friedhöfe sowie Quellennachweise für die Text dieser Frauen, die allesamt in ihrem Leben großartiges geleistet haben. Das man sie nicht vergisst und ihrer auf seine Art gedenkt, ist das Anliegen des sehr stillen und schönen Buches. Ein besonderes Buch für den November, aber auch eine Anregung, bei den nächsten Besichtigungstouren einmal wieder einen Friedhof zu besuchen, die oftmals viele Geschichten erzählen können!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Mutmachend!, 1. November 2007
Hans-Rudolf Weiß ist ärztlicher Direktor der Katharina Schroth Asklepios-Klinik in Bad Sobernheim, die mit konservativem Behandlungsansatz überregional bekannt ist und als anerkanntes Fachzentrum gilt. Für Patienten und Angehörige hat er einen sehr anschaulichen und zugleich mutmachenden Ratgeber veröffentlicht, der den großen Informationsbedarf, der mit der Diagnose dieser Erkrankung entsteht, stillt. Schnell wird dem Leser klar, dass eine Skoliose kein Todesurteil ist und man mit dieser Erkrankung gut leben kann. Er stellt alle Behandlungsmöglichkeiten vor und zeigt ihre Vor- und Nachteile, aber auch ihre Grenzen auf. Er räumt gleichzeitig mit einigen Mythen auf und - das ist das Wichtigste - er stellt den Patienten in den Mittelpunkt und macht Mut! Ich empfehle dieses Buch mit Nachdruck allen Skoliose-Patienten, vor allem denen, die sich nach dem ersten Blick auf diversen Internet-Patientenseiten am liebsten von einer Brücke stürzen würden. Das Buch von Hans-Rudolf Weiß zeigt viele Möglichkeiten auf, die Krankheit anzunehmen und zu behandeln.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Vier Generationen und ihre afrikanischen Wurzeln!, 27. Oktober 2007
Im neunzehnten Jahrhundert war es in hochadeligen Kreisen eine Weile durchaus Mode und gehörte beinahe zum guten Ton, sich einen "Hausmohren" zu halten. Da bildete das Haus der Hohenzollern keine Ausnahme. Der Bruder des preußischen Königs, Albrecht, erhielt auf einer Reise durch Ägypten 1843 einen nubischen Jungen als Geschenk. Er erhielt den Namen Gustav Sabac el Cher und machte an dessen Hof eine beachtliche Karriere. Er stieg zum Silberverwalter auf und gründete in Berlin eine Familie, die bis heute in Deutschland lebt. Der Sohn Gustav wurde ein bekannter Musiker und trotz im dritten Reich erlittener Repressalien fühlten sich die Mitglieder der Sabac el Chers hierzulande zu Hause! Ein Gemälde mit dem Titel "Preußisches Liebesglück" gab den Anstoß zu diesem Buch und einer Fernsehdokumentation, die in diesem Herbst auf Arte ausgestrahlt werden wird. Der Kunsthistoriker Gorch Pieken und die Autorin Cornelia Kruse vollziehen in diesem Buch eine sehr ungewöhnliche Familiengeschichte nach, die viele typisch-deutsche Tugenden auf sich vereint: Fleiß, Pflichtbewusstsein und Anpassungsfähigkeit sind auch bei den vier Generationen der Sabac el Chers der Schlüssel zu einem erfolgreichen und selbstbestimmten Leben. Ungewöhnlich starke und integere Persönlichkeiten finden sich im Stammbaum der Sabac el Chers, die hier dokumentiert worden sind. Die Autoren vollziehen außerdem auf sehr spannende Art die Reise des Prinzen, die August schließlich zu Albrecht führte, mit seinem großen Gefolge nach. Dabei wird deutlich, mit welchem Selbstverständnis die adelige Gesellschaft seinerzeit reiste und wie sie über Afrika dachte. Welche Schmerzen der erst siebenjährige Junge vor Heimweh wohl erlitten haben muss und wie wenig darüber nachgedacht wurde, wie ein Kind wohl einen solchen Kulturschock erlebt, spricht wohl für sich. Gorch Pieken und Cornelia Kruse ist eine sehr anschauliche und interessant bebilderte Familienbiographie gelungen, die eine etwas andere deutsche Familie beschreibt!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Hausbuch zur Weihnachtszeit, das alle Sinne anspricht!, 27. Oktober 2007
Das Autorinnen-Team Regina Bestle-Körfer und Annemarie Stollenwerk ist seit vielen Jahren ein Garant für qualität- und gehaltvolle Kinder-Beschäftigungs-Literatur. Die Texte sprechen stets alle Sinne an und animieren Kinder und ihre Bezugspersonen, ihre Umgebung, die Jahreszeiten und ihre Feste lustvoll zu erfahren und kennen zu lernen. Nun haben die beiden Autorinnen ein wunderschönes Weihnachtsbuch veröffentlicht, das vom Illustrator M. Döring mit sehr witzigen und hübschen Zeichnungen versehen wurde. Die vielen Geschichten, Gedichte, Anregungen und Lieder begleiten Familien, sowie Kindergartengruppen und Grundschulklassen durch eine Adventszeit voller Geheimnisse. Denn in diesem Buch können Kinder viel über weihnachtliche Bräuche in aller Welt erfahren. Wer ist Sinterklaas und der "zwarte Piet", warum stellen die Kinder in Skandinavien eine Schüssel mit Haferbrei vor die Tür und warum bringt in Italien eine Hexe die Geschenke? Alle diese Fragen werden in diesem Buch beantwortet, darüber hinaus finden sich lustige Lieder, Rezepte für Vanillekekse und andere Leckerbissen und Wissenswertes über die Tiere, die im Winter draußen leben. Die Texte des Buches sind sehr sorgfältig verfasst und von einer ansteckenden Fröhlichkeit! Man spürt bei diesem Buch, das beide Autorinnen sich lange intensiv mit der Thematik auseinander gesetzt haben, um wirklich etwas Neues auf dem nahezu unüberschaubaren "Weihnachtsmarkt" zu bieten. Viele Weihnachtsanthologien wirken ein wenig angestaubt, in vielen findet man die immer gleichen Gedichte und Geschichten. Das ist bei diesem Buch wohltuend anders! Eine wirkliche Fundgrube für Kinder und Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen, ein Hausbuch, das Lieblingsbuch-Charakter hat und viele Anregungen für eine frohe und reiche Adventszeit mit Kindern bereithält!
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Auch schön!, 21. Oktober 2007
Möglichkeiten, im Dezember die Wartezeit zu verkürzen, gibt es in rauhen Mengen. Dieser Adventskalender geht eher den umgekehrten Weg. Denn er soll eher für Ruheinseln in hektischen Zeiten sorgen. Vierundzwanzig verschiedene Sonnentor-Tees sorgen für Anregung oder Entspannung, je nach Sorte. Hier ist für jeden (Tee)Geschmack das Richtige dabei und so ist eine wirklich pfiffige Geschenkidee entstanden, mit der man mit kleinem Aufwand ganz sicher ein Lächeln auf das Gesicht der gestressten Schwiegermutter oder Nachbarin zaubern kann. Natürlich kann man sich auch vierundzwanzig Mal selbst verwöhnen, denn allein das bewusste Zubereiten der Tees schafft schon einen Augenblick des Luftholens, etwas, was man allzu oft vergisst, wenn man sich im üblichen Dezembertrubel befindet. Sicher kann man trefflich darüber streiten, ob man all diese Adventskalender wirklich braucht. Aber ob man Weihnachten mag oder nicht, ob man jung ist oder alt -- der Dezember ist nun einmal ein sehr dunkler Monat. Warum sollte man dann nicht zu den verschiedenen und in diesem Fall auch noch gesunden Helfern greifen, um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen...
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43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Anspruchsvoll-wundervoll!, 21. Oktober 2007
Das kleine Hörbuch-Label Uccello hat bereits für einige Überraschungen gesorgt. Auf der HR-Hörbuchbestenliste tauchen die bayerischen Produktionen immer öfter auf. Nun ist eine Adventskalender-CD mit "24 akustischen Überraschungen" entstanden, die ich Familien mit größeren Kindergartenkindern und Grundschulkindern wärmstens empfehlen möchte. Diese CD besticht einmal durch die optische Gestaltung, die als besondere Überraschung statt Booklet einen kleinen Adventskalender mit vierundzwanzig Wörtern enthält, die am Ende der Adventszeit ein Gedicht ergeben. Vor allem aber ist die Textauswahl eine wirkliche Überraschung: Hier finden die kleinen und großen Hörer Legenden, Gedichte, Lieder, bekannte Märchen und unbekannte Geschichten, die auf ganz unterschiedliche Weise das Wesentliche an Weihnachten transportieren. Viele dieser Geschichten - auch die Legenden - findet man nicht in jeder zweiten Weihnachtsanthologie, sie sind anspruchsvoll und doch kindgerecht. Mit Rosemarie Fendel und Johannes Steck konnten u.a. zwei Sprecher gewonnen werden, deren Stimmen so einprägsam und einfühlsam sind, das sie den schönen Geschichten noch eine zusätzliche Qualität geben. Sehr gut gefallen haben mir zudem die Lieder und Gedichte, die witzig und zugleich stimmungsvoll sind. Dieser Begleiter durch die schönste Zeit des Jahres verkürzt den Kleinen die Wartezeit aufs Schönste und kann auch den Großen in der üblichen Dezemberhast noch einmal den Sinn des Weihnachtsfestes vergegenwärtigen! Ein echter Geheimtipp!
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43 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Mhmmm!!!, 21. Oktober 2007
Sicher, man zuckt erst mal zusammen, wenn man bei diesem Kalender den Preis sieht, gibt es doch gewöhnliche Schokoladen-Adventskalender auch schon für einen Euro beim Discounter. Dafür bekommt man allerdings ein Kalender-Motiv, das einem jegliche Feststimmung vermiest und Schokolade, die so süß ist, das man nach dem zweiten Türchen morgens das Öffnen lieber vergisst... Bei den Coppenrath-Adventskalendern bekommt man zwar für die Hälfte des Preises des Oetinger-Adventskalenders ein wesentlich hübscheres Design, aber die Schokolade schmeckt ebenfalls nicht besonders. Oetinger hat sich bei der Auswahl der Schokolade auf Feodora besonnen, eine wirkliche Qualitätsschokolade, die nicht so süß ist und hervorragend schmeckt. Jedes Täfelchen ist liebevoll mit einem Pettersson und Findus-Motiv bedruckt und so geht der Preis des Kalenders schon in Ordnung. Außerdem ist das Motiv ein echtes Wimmelbild, so dass man abends vor dem Einschlafen lange suchen muss, bis man das Türchen gefunden hat, das man am nächsten Morgen öffnen kann, zumindest in der ersten Dezember-Hälfte. Der Pettersson und Findus-Adventskalender ist also genau das Richtige für große und kleine Kinder, er verkürzt die Wartezeit aufŽs Christkind zwar gehaltvoll -- ist aber in jedem Fall vierundzwanzig kleine Sünden wert!
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Anmut ja -- Verzauberung wohl kaum..., 19. Oktober 2007
Der frisch aus der Taufe gehobene Thiele-Verlag startet gleich mit einem ehrgeizigen Projekt: "Lesende Frauen - Ein Journal für Leserinnen". Auf diesen Band habe ich lange gewartet und war wirklich gespannt, hatte ihn im Geiste bereits auf meiner Weihnachtsliste für alle lesenden Freundinnen. Nun ist das Buch erschienen und ich bin ziemlich enttäuscht. Zugegebenermaßen sieht man sich an den in letzter Zeit so oft reproduzierten Bildern und Gemälden von Leserinnen ein wenig satt. Nachdem "Frauen, die lesen sind gefährlich" von Stefan Bollmann erschien und zu einem Longseller wurde, gibt es Darstellungen aus der Kunst, die in Lektüre versunkene Damen darstellen, zuhauf auf Postkarten und Kalendern, auch Lese-Verführer haben derzeit Konjunktur, ein Journal mit Platz für eigene Notizen aber ist - hierzulande jedenfalls - neu. Das Buch ist in der Tat sehr anmutig aufbereitet, für eine Verzauberung aber hat es nicht gereicht. Es ist im Grunde genommen eine Anhäufung von Lese-Listen, die jedoch nicht näher erläutert werden. Man findet jeweils die "Schönsten Bücher für ein Wochenende", "Klassiker, die man lesen sollte" oder "Bücher mit dem gewissen Etwas". Bei dieser Auswahl und Einteilung hat sich die Autorin scheinbar an ihrem eigenen Geschmack orientiert. Natürlich sind Lese-Empfehlungen stets subjektiv, doch dann möchte ich eigentlich wissen, warum mir etwas empfohlen wird. Auch die Seiten für die eigenen Eintragungen haben mich wenig überzeugt. "Bücher, die ich in den nächsten Urlaub mitnehmen möchte" oder "Bücher, die ich gerne verschenke", bzw. leere Seiten mit Überschriften wie "Träumerei" braucht man nicht wirklich. Ein Lesetagebuch ist dieses Buch also auch nicht, da dazu wiederum zu wenig Platz in diesem Buch ist und man durch die Überschriften quasi zu einer Einteilung "gezwungen" wird, die den eigenen Vorlieben oder Gewohnheiten nicht entspricht. Es ist wohl wirklich vor allem ein Geschenk-Buch. Schön gemacht ist es ja, aber es ist weder wirklich praktisch noch ernsthaft inspirierend, trotz der auf den ersten Seiten gesammelten Zitate, die alle eine Lanze für das Buch brechen - schade!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Vergnügliche Zeitreise unter den Brigitte-Baum!, 18. Oktober 2007
Auch am Weihnachtsfest geht der Zeitgeist nicht vorbei! Eine neue Reihe aus dem Herder-Verlag nimmt den Leser mit auf eine vergnügliche Reise in die Advents- und Weihnachtszeit vergangener Jahrzehnte. Die Achtziger Jahre erscheinen im Rückblick meist als das Jahrzehnt mit den meisten Geschmacksverirrungen, doch zumindest was das Weihnachtsfest betrifft, kann man das nicht unbedingt feststellen. Wie der Titel des Buches schon sagt: Lametta ist out und Deutschlands Frauenzeitschrift Nr. 1 sorgt für die Revolution an deutschen Christbäumen. Mit anderen Worten: Weihnachten wird als Deko-Fest schlechthin aus der Taufe gehoben. Doch auch anderes prägte das Fest in den Achtzigern. Das Fest wird erstmals auch als zunehmendes Kommerz-Kitsch-Fest kritisch diskutiert... Dennoch merkt man dem Autor Robin Alexander seine grundsätzliche Liebe zu Weihnachten an. Hier nähert sich jemand mit Augenzwinkern, Distanz und genau der richtigen Portion Wehmut dem Weihnachtsfest seiner Kindheit und Jugendzeit in den Achtziger Jahren. Ein witziges Geschenk für Zeitgenossen, die sich ebenfalls gerne an die Achtziger Jahre erinnern!
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56 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
LARP, eine mysteriöse Privatschule und ein sympathischer Ermittler!, 17. Oktober 2007
Krimi-Leser werden in der Regel mit den Jahren anspruchsvoller. Egal ob mit oder ohne Lokalkolorit, mit viel oder wenig Blut oder ob mit Ermittlern, die eigentlich wichtiger sind als die geschilderten Verbrechen -- Einen Kriminalroman zu finden, der nicht nur glänzend unterhält, sondern auch eine Geschichte erzählt, an die man sich noch ein Weilchen erinnert, wird mit zunehmender Leseerfahrung nicht gerade leichter. Die Autorin Elisabeth Herrmann ist seit Gisa Klönne für mich die beste Entdeckung in der deutschen Krimi-Landschaft. Ihr Buch "Die 7. Stunde" ist nach "Das Kindermädchen" der zweite Roman um den glücklosen Anwalt Joachim Vernau, der mit seiner (platonischen) langjährigen Freundin Marie-Luise in Berlin eine Kanzlei führt. Da diese kurz vor der Insolvenz steht, kommt das Angebot einer alten Schulfreundin Marie-Luises zur rechten Zeit. Vernau soll an einer elitären Privatschule eine Rechts-AG leiten. Doch bereits in der ersten Unterrichtsstunde bemerkt er, das seine Schüler etwas vor ihm verbergen wollen. Schnell kommt er dahinter, das eine Mitschülerin sich das Leben nahm und alle mehr darüber wissen, als sie preisgeben wollen. Auch die Schulleitung mauert. Doch Vernau bekommt heraus, dass der Tod der Schülerin etwas mit Rollenspielen zu tun hat, die eine weitaus größere Macht auf die Gruppe haben, als er denkt. Aber sind die LARP-Spiele wirklich der Grund für die subtilen Drohungen, die sich auch Vernau ausgesetzt sieht? Oder ist der Schlüssel doch eher woanders zu suchen? Die Welt der Fantasy-Rollenspieler einmal in einem Kriminalroman zu thematisieren, ist schon alleine bemerkenswert. Denn auf viele junge Menschen üben diese Spiele einen großen Reiz aus und die meisten Eltern wissen einfach viel zu wenig darüber. Elisabeth Herrmann hat sehr gründlich recherchiert und geht mit Sachverstand und fair mit diesem Thema um. Noch wichtiger ist aber, dass sie nicht nur eine spannende und ungewöhnliche Geschichte erzählt, sondern wie lebendig ihre Figuren bei der Lektüre werden. Joachim Vernau und seine besonnene Art muss ein reales Vorbild haben, ich glaube, sonst wäre es kaum möglich, ihn dem Leser so nahe kommen zu lassen... Das gilt auch für die unterschiedlichen Charaktere der Rechts-AG und die sehr undurchsichtige Konrektorin der Herbert-Breitenbach-Schule. Alles in allem gilt es hier einen Kriminalroman zu loben, der sehr ausgewogen Spannung und Gesellschaftskritik ohne Holzhammer transportiert. Ein echtes Lesevergnügen!
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