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Beiträge von zeilensprung
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Rezensionen verfasst von zeilensprung
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101 von 112 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
"Ein Buch ist ein Sprengsatz, um die Fantasie freizusetzen...", 11. September 2008
...diesen Satz ruft die Queen empört aus, nachdem man ihre Lektüre, die sie auf dem Weg zur Parlamentseröffnung heimlich in der Kutsche las und zwischen den Polstern versteckte, versehentlich für eine Bombe hielt. Dies ist nur einer von vielen ironisch-heiteren Höhepunkten in einer beißend-komischen Liebeserklärung an das Lesen. Alan Bennett hat sich "Die souveräne Leserin" ausgedacht und beglückt die Leser mit einer Hommage an das Buch. Die englische Königin, wie wir sie alle zu kennen glauben: Diszipliniert, freundlich und gewandt im SmallTalk über alle unverfänglichen Themen dieser Erde, versagt sie sich persönliche Vorlieben und Hobbies, um niemanden auszuschließen. Eines Nachmittags folgt sie ihren verwöhnten Hunden in einen bislang nur sehr selten besuchten Teil ihres Schlosses und entdeckt einen altersschwachen Bus, der als mobile Bibliothek ihre Bediensteten mit Lektüre versorgt. Mit der ihr zur zweiten Haut gewordenen Höflichkeit verlässt sie diesen Bus erst wieder, nachdem sie sich ein Buch ausgesucht hat. Dabei berät sie ein Küchenjunge, der sich bestens in der Literatur auskennt. Als die Queen eine Woche später das Buch zurückbringt, ist auch Norman wieder da und empfiehlt ihr weitere Lektüre. Elizabeth lässt sich auf das Abenteuer ein und findet Gefallen an den Texten, die Norman für sie aussucht und wird zu einer eifrigen und kritischen Leserin. Doch das bringt für den in Konventionen erstarrten Hof Komplikationen mit sich. Nicht nur, dass die Queen plötzlich nur noch mit einem Auge repräsentiert (das andere gebraucht sie für ihre Lektüre) und sich nachlässiger kleidet. Sie verwickelt nun auch alle Gesprächspartner in manchmal arg peinliche Gespräche über die Literatur und wünscht plötzlich Autoren zu treffen, mit denen sie dann doch nicht so viel anzufangen weiß. Und das ist nur der Anfang... "Die souveräne Leserin", erschienen in der wunderschönen "Salto"-Reihe des Wagenbach Verlages, ist eine echte Leseperle. Hier kommen Literaturliebhaber in den Genuss einer heiter-spritzigen Betrachtung über die Sprengkraft der Literatur und in ein Kabinettstückchen typisch englischen Humors. Ein Volltreffer!
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54 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Tildas Haus im Winterkleid!, 9. September 2008
Weihnachten kommt ja bekanntlich immer sehr plötzlich. Alle, die schon jetzt die große Deko-Orgie im Hinterkopf haben, bzw. gerne Selbstgemachtes verschenken, können schon jetzt in dem sehr schönen Buch "Tildas Winterwelt" schwelgen und sich Anregungen holen. Tone Finnanger hat einen ganz eigenen Stil, nah am dänischen Landhausstil und doch ganz eigen, vor allem aber mit Wiedererkennungseffekt. Wieder kann man mit diesem Buch durch alle Zimmer ihres Hauses wandern, das nun im Winterkleid wunderschön erstrahlt. Im Wohnraum dominieren braun, beige und ein helles Rosa, die Küche zeigt sich im klassischen rot-weiß. Und überall sind die typischen Tilda-Stoffengel zu sehen - in trauter Eintracht mit skandinavischen Spitztüten aus Stoff, selbstgenähten Muffins und vielen anderen nützlichen und dekorativen Accessoires. Mit genauen Schritt-für-Schritt - Anleitungen bekommen auch Nähanfänger ein Kissen oder einen Baumanhänger hin. Sogar wenn man gar nichts nachmachen möchte oder kann -- das Buch ist dennoch ein echter Augenschmaus! Man kann sich selbst bei spätsommerlichen Temperaturen schon mal ein bisschen auf die kurzen Tage und langen Nächte der vorweihnachtlichen Zeit freuen und hat mit diesem Buch fast so etwas wie die bei Astrid Lindgrens Madita beschriebene Dose: An diesem Buch und in seinen Seiten kann man so lange schnuppern, bis endlich wirklich wieder Weihnachten ist...
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61 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Außergewöhnlich gut!, 4. September 2008
Sebastian Fitzeks erster Thriller "Die Therapie" schlug bei Erscheinen ein wie die sprichwörtliche Bombe. Das Tolle daran war, dass hier kein quasi vom Verlag nominiertes Buch die Bestenlisten stürmte, sondern sich die Klasse Fitzeks tatsächlich unter Lesern herumsprach. Seither erschienen zwei weitere Bücher aus der Feder des 1971 geborenen Schriftstellers, die zwar spannend waren, aber es mit dem Erstling doch nicht so recht aufnehmen konnten. Allen Skeptikern, die vielleicht gar unkten, der Autor möge sein Pulver bereits verschossen haben, sei nun "Der Seelenbrecher" empfohlen. Vielleicht nicht unbedingt "ans Herz gelegt", denn dieses Buch aus dem Zwischenreich menschlicher Grausamkeit ist schon ohne allzu große Beteiligung des Lesers die Steigerung des Thrillers. Mitnichten geht es blutig zu, seine außergewöhnliche Spannung bezieht dieser Kriminalroman aus dem "Echtzeit-Faktor", den der Leser hier hautnah erfährt. Im Verlauf eines 23. Dezember erleben zwei Studenten ein ungewöhnliches Psychiatrie-Projekt. Sie lesen eine Patientenakte, die sich eines Falles annimmt, der sich ebenfalls an einem 23.12. hinter den Mauern einer exklusiven Privatklinik ereignete. Dorthin gelangt "Der Seelenbrecher", ein Täter, der seine weiblichen Opfer auf höchst perfide Weise in einen psychischen Schockzustand versetzt. In dieser klaustrophobischen Atmosphäre kämpfen die in der Klinik verbliebenen Menschen einen ungleichen Kampf mit dem Täter. Gleichzeitig mit dem Leser sind auch die beiden Studenten mit den mehr als verstörenden Ereignissen in der Klinik durch die Lektüre der Akte konfrontiert. Das Schreckliche daran: Sie können aus diesem Projekt nicht mehr aussteigen... Sebastian Fitzeks Buch jagt dem Leser so manchen Schauer über den Rücken und entführt ihn in Gegenden der menschlichen Seele, die nahezu ungeheuerlich erscheinen. Ihm gelingt es, alle in der temporeich erzählten Story geknüpften Handlungsfäden zu überraschenden und schlüssigen Enden zu führen. Am besten liest man dieses Buch an einem hellen und freundlichen Ort, um sich zwischendurch immer wieder vergewissern zu können, dass der Schauplatz des Geschehens nichts mit der eigenen Realität zu tun hat. Einen höheren Spannungsfaktor könnte man vermutlich kaum aushalten. Ein Krimihighlight, um das ich jeden Leser, der das Buch noch nicht kennt, glatt beneide!
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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Sinti-Alltag!, 2. September 2008
Noch immer leben deutsche Sinti wie Fremde im eigenen Land. Inzwischen würde sich hierzulande - außer aus dem ganz rechten Lager - niemand mehr eine diskriminierende Äußerung zu jüdischen Mitbürgern erlauben. Das Wort "Zigeuner" und alle damit verbundenen, sich hartnäckig haltenden Vorurteile bleiben jedoch salonfähig. Mehr oder weniger unerkannt und vor allem fernab jeder in den Köpfen verankerter Zigeunerromantik, wächst inzwischen die dritte Generation deutscher Sinti nach dem Porajmos (das Romanes-Wort für die Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma im "Dritten Reich") heran. Dotschy Reinhardt, Jahrgang 1975, ist eine von ihnen. Sie lebt als Jazzmusikerin mit dem Swingmusiker David Rose in Berlin, wuchs in Ravensburg auf und geht sehr selbstbewusst ihren Weg. In ihrem Buch "Gypsy" gewährt sie den Lesern einen Einblick in ihre große Sinti-Familie und in ihren Alltag als Musikerin. Ihre Großmutter, Jahrgang 1934, und die Brüche in ihrer Biographie waren für Dotschy Antrieb, sich schriftstellerisch mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinander zu setzen. Das ist entwaffnend ehrlich, oft unbequem und entlarvend. Seit dem frühen Mittelalter im süddeutschen Raum ansässig, hat die Familie Reinhardt bis heute mit Vorurteilen zu kämpfen, bleiben sie isoliert, obwohl sie - wie die meisten Sinti - sesshaft sind. Bis heute wird den meisten Sinti eine völlige Assimilation verweigert - und von vielen Vertretern der jungen Generation auch gar nicht mehr gewünscht. Desto größer ist der Zusammenhalt in den großen Familien, der Zusammenhalt durch die eigene Sprache, das Romanes, das lediglich eine gesprochene und keine Schriftsprache ist. Hat die Elterngeneration Dotschy Reinhardts vor allem den Wunsch, möglichst unauffällig unter Nicht-Sinti zu leben, stehen Vertreter der jungen Generation sehr zu den Traditionen ihres Volkes und nehmen geringere Bildungschancen und damit die Beschränkung auf einige, wenige Berufszweige nicht mehr klaglos hin. Mit dem festen Willen, Musikerin zu werden und dank eines beneidenswerten Rückhalts in ihrer Familie, verfolgt Dotschy Reinhardt ihr ehrgeiziges Ziel. Inzwischen Anfang dreißig und als Musikerin sehr erfolgreich, ist sie noch immer dem täglichen Antiziganismus ausgesetzt. Ihr Buch - so würde ich es mir sehr wünschen - mag vielleicht dazu beitragen, dass die große Kluft zwischen Sinti und Nicht-Sinti etwas kleiner wird. Auch wenn das durch viele ungeschriebene Traditionen zusammengehaltene Gemeinschaftsleben der großen Sinti-Familien letztendlich dem Leser fremd bleibt -- man wird bei der Lektüre so oft mit den eigenen Vorurteilen und Nichtwissen konfrontiert, dass man vielleicht künftig einen neuen Blick und eine größere Sensibilität entwickelt. Dotschy Reinhardt ist eine sehr beeindruckende und kluge Persönlichkeit, ihrem Buch sind viele Leser zu wünschen!
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50 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Von wegen, 1. September 2008
... und trotzdem sieht alles ganz anders aus. Die liebevollen und detailgetreuen Jahreszeiten-Wimmelbücher sind mittlerweile zu Klassikern für Kleine avanciert. Das besondere an den Büchern Rotraut Susanne Berners ist, dass sie immer wieder die gleichen Szenarien im Wechsel der Jahreszeiten dargestellt hat. Da ist das Feld zu sehen, ein großes Wohnhaus, eine Straßenszene mit Geschäften und einem großen Kulturzentrum und viele weitere sich in jedem Buch verändernde Dorfansichten. Nun also Wimmlingen bei Nacht. Erneut überzeugen die vielen Kleinigkeiten, die bei großen und kleinen Erzählern die Fantasie anregen. Im Kulturzentrum gibt es eine Lesenacht, im Haus wird gefeiert, im Park gibt es ein großes Sommerfest. Die Bewohner sind in abendlich-nächtlichen Aktionen zu beobachten. Im Vergleich zu den Wimmelbilderbüchern Ali Mitgutschs wirken die Bilder Rotraut Susanne Berners aufgeräumt, klar und übersichtlich. Und doch kann man sich in ihren schönen Zeichnungen verlieren. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Für Kinder ab zwei Jahren unbedingt empfohlen!
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41 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Einstieg in die Bullerbü-Welt!, 27. August 2008
Jedes Kind kennt Bullerbü, das vielleicht kleinste Dorf Schwedens, das aus nur drei Höfen besteht. Die Welt des Mittelhofs, Südhofs und Nordhofs und die dort lebenden Kinder verkörpern so eine Art "verlorenes Paradies". In einer Welt ohne Fernseher, Playstation und Computer verleben Lisa und ihre Geschwister Lasse und Bosse mit den Nachbarskindern Britta und Inga und Ole und Kerstin eine herrliche Kinderzeit. Die langen Sommerferien, die zu ausgedehnten Spielen in der Natur und in den Scheunen einladen und die Feste, die das einfache und arbeitsreiche Landleben unterbrechen wurden von Astrid Lindgren so kindgerecht geschildert, dass sie inzwischen ganzen Generationen von Lesern ans Herz gewachsen sind. Während sich die drei Bullerbü-Bände, die es auch als Sammelband zu kaufen gibt, doch eher an Schulkinder wenden, hat Astrid Lindgren auch drei Bullerbü-Bilderbücher verfasst, die einen leichten Einstieg schon für Drei- bis Vierjährige ermöglichen. Diese von Ilon Wikland illustrierten Bände sind nun in diesem sehr hübschen Sammelband vereint. Wir erleben die Kinder bei einem "Kindertag in Bullerbü", bei dem sie es Oles kleiner Schwester Kerstin besonders nett machen möchten. Besonders stimmungsvoll geht es auch hier in der Weihnachtszeit zu, wenn wir den Kindern beim Pfefferkuchen backen, Baum aussuchen und beim fröhlichen Tanz um den Tannenbaum zuschauen können. Die Bilder von Ilon Wikland, die das Werk Astrid Lindgrens mit sehr liebevollem Pinselstrich auch optisch erfahrbar machen, wachsen Groß und Klein genauso ans Herz wie die inzwischen zu Klassikern gewordenen Geschichten. Ein Muss für jede Kinderbibliothek!
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Die Flügel der Fantasie..., 24. August 2008
...befördern den Leser dieser zauberhaften Sommergeschichte auf die Insel Sardinien. Man spürt die rauhe Schönheit der Insel, ihren Duft nach Lavendel und Rosmarin und wird angerührt von ihren Bewohnern, die diese zarte Geschichte bevölkern. Das Mädchen - gleichzeitig die Ich-Erzählerin - lebt dort mit ihrem Großvater und ihren jüngeren Schwestern und der Mutter, die, seit dem der Vater das Vermögen der Familie verjubelt hat, resigniert und traurig kaum mehr einen Schritt vor die Tür setzt, in recht bedrückenden Verhältnissen. Trotzdem sind sie glücklich, denn sie genießen diesen einmaligen Ort und die Freundschaft zur Nachbarin, eine ungewöhnliche und unkonventionelle Persönlichkeit. Madame, die Nachbarin, könnte ein Leben in Saus und Braus führen, wenn sie endlich ihr Grundstück verkaufen würde. Doch sie weigert sich, führt lieber ihr baufälliges und altes Hotel mit den acht Zimmern ohne Strom. Sie ist immer für ihre Nachbarn da, bereitet köstliche Speisen zu und träumt von Paris. Zugleich ist sie jedoch unglücklich, da sie sich immer wieder in die falschen Männer verliebt und glaubt, niemals den Richtigen zu finden... Wie schon in ihrem ersten Buch "Die Frau im Mond" beherrscht Milena Agus die Kunst der Leichtigkeit perfekt. Sie erzählt in kurzen Abschnitten so traumgleich und schwebend, dass die Geschichte sich wie auf sanften Schwingen von einem überraschenden Höhepunkt zum nächsten bewegt. Dabei verführt sie mit stimmungsvoll-sinnlichen Bildern und rührt den Leser an mit den Flügeln ihrer Fantasie! Ein sehr schönes Buch!
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56 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein fliegender Geschichten-Teppich!, 21. August 2008
Rafik Schami ist seit über 35 Jahren in Deutschland zu Hause. Seine syrischen Wurzeln und seine Kindheit in Damaskus hat er aber stets im Herzen. In seine Erzählungen und Romane fließen stets Elemente aus beiden Erzähltraditionen ein. Das macht seine orientalisch inspirierte Dichtkunst so einzigartig. Auch sein neues Buch "Das Geheimnis des Kalligraphen" funktioniert wie ein fliegender Teppich. Rund um die eigentliche Romanhandlung erzählt Schami mit Fabulierlust "von Hölzchen auf Stöckchen", lässt ganze Generationen von verrückten Onkeln, übergewichtigen Nachbarinnen und ganze Gassen mit fliegenden Händlern vor dem geistigen Auge des Lesers vorüberziehen. Dabei verliert er seinen roten Erzählfaden jedoch niemals aus den Augen. Damaskus in den Fünfziger Jahren: Nura, die Frau des Kalligraphen Hamid, flieht gemeinsam mit dem Christen Salman aus ihrem bedrückenden Eheleben. Denn ihr Mann hat schon lange das Interesse an ihr verloren. Dies gilt allein einer Reformierung der arabischen Schrift. Damit macht sich Hamid allerdings zum Mittelpunkt einer politischen Verschwörung. Wer zieht wirklich die Fäden? Und welche Wahrheit ist die Richtige? Wie in das Gassengewirr einer orientalischen Altstadt dringt der Leser in diesem Buch in die Geheimnisse der Kalligraphie ein. Zwischen kostbarem Papier, geheimen Tintenmixturen und uraltem, nur mündlich weitergegebenen Wissen um die Schrift entsteht nebenbei ein dramatischer Liebesreigen. Auch in seinem neuen Buch entwickelt Rafik Schami ein großartiges Panorama aus unvergesslichen Figuren und unzähligen kleinen Geschichten, die sich mühelos in die Haupthandlung einfügen. Farbig, sinnlich und voller Fantasie erzählt Rafik Schamit von Geburt und Tod, Liebe und Verrat. Wundervolles Kopfkino!
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ikea kann nur Fleischklößchen...., 20. August 2008
...dabei erschöpft sich die Geschichtenwelt Astrid Lindgrens und die schwedische Küche durchaus nicht in den bekannten Standards. Astrid Lindgrens Bücher sind voll mit sinnlichen Beschreibungen von Picknicks, Festessen und alltäglichen Gerichten wie Pfannkuchen und Reisbrei. Die gefüllten Weihnachtskörbe, die die Bullerbü-Kinder und Madita und Lisabeth den alten Zugehfrauen bringen, enthalten seitenweise süße und herzhafte Herrlichkeiten. Die Küche ist stets auch den Jahreszeiten angepasst und das Konservieren der Sommerfrüchte und die Zubereitung von Weihnachtswürsten wird immer wieder beschrieben. Unvergessen und zeitlos hat das Essen in ihren Geschichten einen immensen Stellenwert. Mamke Schrag und Andreas Wagener unternehmen eine kulinarische Reise durch das umfangreiche Werk Lindgrens und stellen in diesem wunderschönen Buch die Rezepte aus den Büchern vor. Dabei begegnen wir Michel aus Lönneberga, besuchen Birkenlund, sitzen in der Krachmacherstraße am Esstisch und essen Fisch auf Saltkrokan, in Bullerbü wird gepicknickt und in der Villa Kunterbunt die große Gastfreundschaft Pippi Langstrumpfs genossen. Neben Fisch und Fleischspezialitäten sind es vor allem die vielen Torten und Kuchen, die nicht nur den Kinderhelden schmecken. Manche selbstgemachte Wurst und die Süßspeisen sind gewiss nichts für Kalorienzähler, aber das Essen erfüllt ja auch nicht nur den Zweck des Sattmachens, es geht vor allem um Genuss und Geselligkeit. Denn bei den Feiern ließ man sich noch nie lumpen und stellte alles auf die Tische, was Birkenlund, Katthult und die anderen Haushalte zu bieten hatte! Mit vielen Textstellen und Illustrationen von Björn Berg, Ilon Wikland und Katrin Engelking ist ein herrliches Begleitbuch mit praktischem Nutzen erschienen, dass vor allem den großen Fans der unvergessenen schwedischen Autorin Freude macht!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Reiseskizzen aus Worten!, 8. August 2008
Im Jahr 1954 erschien ein Roman, der über Nacht zum Welterfolg wurde: "Bonjour Tristesse" von der erst achtzehnjährigen, südfranzösischen Fabrikantentochter Francoise Sagan. Noch im selben Jahr veröffentlichte sie - die über Nacht zum Mittelpunkt der Pariser Happy-Few avancierte - in der "Elle" drei Reisereportagen: Neapel, Capri und Venedig nahm sie in ihren sehr frischen Texten etwas näher unter die Lupe, ein paar Jahre später kam noch ein Artikel über New York dazu. Diese Texte liegen nun erstmals in deutscher Sprache vor und es ist wirklich auch heute noch ein Genuss, diese Texte zu lesen. Francoise Sagan vermittelt mit ihrer sehr pointierten Sprache Stimmungen und Farben, beschreibt ihre eigenen Eindrücke und Beobachtungen treffsicher, souverän und eloquent. Die Texte vermitteln Sehnsucht, die Lust an Entdeckungen und einen unverstellten Blick auf einzigartige Schönheit. Der Artikel über New York beleuchtet jedoch auch die Schattenseiten, die sich in den Nächten offenbaren... Umso erstaunlicher muten diese Texte an, wenn man sich das Alter der Autorin vergegenwärtigt. Dem Verlag "Schirmer Graf" sei Dank für dieses wunderschöne, bibliophile Bändchen, dem ein Vorwort des Sohnes der 2004 verstorbenen Autorin vorangestellt ist. Das Buch enthält zudem einige sehr anmutige Fotos der Autorin und ihrer Reiseziele. Ein sehr schönes Buch!
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