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zeilensprung

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Der Geschmack von Apfelkernen: Roman
Der Geschmack von Apfelkernen: Roman
von Katharina Hagena
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

130 von 144 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein altes Haus und der Duft der Erinnerung!, 2. April 2008
Der Titel "Der Geschmack von Apfelkernen" und der wunderbare Einband lassen den Leser schon hoffen: Auf eine Erzählung, die man förmlich riechen und schmecken kann.
Und genau dieses Versprechen wird eingelöst:
Der Debütroman der knapp 40-jährigen Autorin Katharina Hagena ist ein Ausflug in das Reich der Erinnerungen der Protagonistin Iris, die stets getragen werden von Düften und Gerüchen, von optischen Deja-Vus und blitzartig aufflammenden Vergangenheitsfetzen.

Iris hat das Haus ihrer Großmutter Bertha geerbt. Nach dem Begräbnis bleibt sie für einige Tage in Bootshaven, irgendwo in Norddeutschland.
Auf dem alten Hof verbrachte Iris gemeinsam mit ihrer Mutter Christa stets die Ferien. Bis zu einem Augusttag, an dem ihre zwei Jahre ältere Cousine Rosmarie auf tragische Weise ums Leben kam.
Sie nimmt wieder eine geistige Verbindung mit den Menschen auf, die einst in diesem Haus lebten.
Ihre Großmutter Bertha und ihre jung verstorbene Schwester Anna wuchsen dort bereits auf. Bertha heiratete Hinnerk, einen schwierigen und wütenden Mann, mit dem sie schließlich drei Töchter bekam.
Es sind vor allem die Frauen der Familie, die auch Iris prägten:
Ihre Tanten Harriet und Inga, ihre Mutter, ihre Cousine Rosmarie und deren beste Freundin Mira. Aber diese Frauensolidarität ist empfindlich aus dem Gleichgewicht geraten, als Iris, Mira und Rosmarie ihren letzten gemeinsamen Sommer dort verlebten...

Iris ist inzwischen erwachsen. Der Tod der Großmutter hat alle noch einmal nach Bootshaven geführt. Sie weiß nicht, was sie mit ihrem Haus anfangen soll. So streicht sie eine Woche durch die Umgebung, das weitläufige Gartengrundstück, öffnet Schränke und Truhen und trifft Max wieder, den jüngeren Bruder von Mira, den die Mädchen damals nur am Rande wahrnahmen.

Und irgendwann wird Iris sich entscheiden...

"Der Geschmack von Apfelkernen" ist ein wunderbares Buch voller Tiefgang. Ruhig und kraftvoll entwickelt sich diese Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen, lebt von lebendig geschilderten Stimmungen und Wahrnehmungen.
Katharina Hagena haucht nicht nur den drei Frauengenerationen der Deelswaters/Lünschens Leben ein. Das lange unbewohnt gebliebene Haus erwacht bei den Erinnerungen von Iris zu neuem Leben, auch die Abwesenden und die Toten. Verdrängtes und Vergessenes gerät wieder an die Oberfläche und findet im Verlauf der Geschichte wie in einem großen Puzzle genau den richtigen Platz.
Dieses Buch sollte man sich nicht entgehen lassen!


Ein fliehendes Pferd
Ein fliehendes Pferd
DVD ~ Ulrich Noethen
Preis: EUR 6,97

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glänzend gespielt!, 30. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Ein fliehendes Pferd (DVD)
"Ein fliehendes Pferd" ist ein unglaublich packender und dicht erzählter Film, der vor allem durch die schauspielerische Leistung überzeugt. Hier spielt keiner den anderen an die Wand und doch ist jeder für sich so präsent und authentisch, dass der Zuschauer noch lange an die sehr unterschiedlichen Charaktere dieses Films denken muss und darüber staunt, wie einmalig doch das Zusammenspiel aller Darsteller hier funktioniert hat.

Helmut Halm - gespielt von Ulrich Noethen - ist Gymnasiallehrer. Er will seine Ruhe haben, sich erholen, weder sich noch seine Beziehung zu seiner Frau - Katja Riemann, so erotisch und schön wie nie zuvor - in Frage stellen. So würde er sich auch am liebsten unsichtbar machen, als er in dem etwas distanzlosen und lauten Klaus Buch - Ulrich Tukur in einer wirklichen Glanzrolle - seinen alten Schulfreund erkennt.
Und es kommt, wie es kommen muss: Klaus Buch und seine sehr viel jüngere Freundin Hel drängen auf ein Wiedersehen.
Sabine freut sich über die Abwechslung, Helmut bleibt verschlossen und unfreundlich.
In den kommenden Tagen windet Helmut sich: Es ist für ihn kaum erträglich, von Klaus und Hel dauernd mit seiner Mittelmäßigkeit konfrontiert zu werden. Zumal Sabine Gefallen zu finden scheint an der allzu durchsichtigen Lebensfreude von Klaus.
Wider Willen konfrontiert das Wiedersehen die beiden Paare mit Auseinandersetzungen, zu Berichtigungen und Standortbestimmungen...

Mich hat vor allem die Darstellung des kraftmeiernden Klaus Buch fasziniert. Hier weidet sich ein armes Würstchen an einem vermeintlich Schwächeren und Wehrloseren und hat Freude an der Bloßstellung seines spießigen Freundes. In einer anderen geistigen Liga spielt sich eigentlich nichts anderes ab, als die übliche "Mein Haus, mein Auto, meine Geliebte"-Angeberei.
Nur ist der Effekt ein ganz anderer, als Klaus Buch ahnt...

Als ich vor vielen Jahren die Novelle von Martin Walser las, konnte ich wenig mit der Larmoyanz beider Männer anfangen.
Bei dem Film war das ganz anders!
Die Darstellung, die zeitweise Kammerspiel-Charakter hat, macht diesen Stoff zu einem sehr nachvollziehbaren, hochspannenden Drama!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 19, 2008 11:07 PM MEST


Das Kindermädchen
Das Kindermädchen
von Elisabeth Herrmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

46 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überzeugend!, 28. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Taschenbuch)
Bei Elisabeth Herrmann habe ich das Pferd sozusagen von hinten aufgezäumt. Im Herbst las ich ihren Kriminalroman "Die siebte Stunde", in der der nicht gerade erfolgsverwöhnte Anwalt Joachim Vernau einen komplizierten Fall an einer Elite-Schule aufklärt. Dabei gab es immer wieder Rückblicke auf eine Zeit, in der eben jener Joachim Vernau einst in den feinsten Berliner Kreisen verkehrte.
In ihrem Vorgänger-Buch "Das Kindermädchen" erzählt Elisabeth Herrmann diese Geschichte:

Joachim Vernau steht kurz vor der Verlobung mit Sigrun Zernikow. Eine aufstrebende Politikerin aus alter, angesehener Berliner Familie. Seit Jahren verdient er sich die Sporen bei Sigruns Vater in dessen Kanzlei. Zwar werden ihm diese Familienbande manches Mal ein wenig eng - zumal da noch die Patriarchin und Großmutter von Sigrun ist, die ihn immer wieder daran erinnert, eigentlich nicht standesgemäß zu sein - doch im Prinzip ist er schon froh, dass er sich um schnöde Finanzen keine Gedanken mehr machen muss.
Eines Tages steht eine alte, russisch sprechende Dame im Büro von Joachim und verlangt eine Unterschrift von Utz.
Joachim hätte diesen Vorfall schnell vergessen, würde er nicht einige Tage später in der Zeitung vom Tod dieser Frau - einer ukrainischen Zwangsarbeiterin - erfahren.
Seine Nachforschungen, in die er seine alte Kollegin Marie-Louise einbindet, konfrontieren ihn mit der familiären Vergangenheit der Zernikows, die nicht nur eine Leiche im Keller zu haben scheinen.
Schnell spürt er, wie die Reihen sich vor ihm schließen und beginnt nun erst recht in diesem Sumpf herum zu stochern...

Elisabeth Herrmann schreibt absolut überzeugend!
Ihre Kriminalromane leben nicht nur durch die Ermittler wider Willen Joachim und Marie-Louise, sondern vor allem durch ihre mit Bedacht ausgewählten Handlungsstränge. Flott geschrieben entwickeln ihre Kriminalromane eine Dynamik, die dem Leser auch jeweils ein Thema nahebringen, die nicht unbedingt zum Standard-Repertoire der Kriminalliteratur gehören.
In diesem Kriminalroman verwebt sie Millieu-Studie, Geschichtsstunde und eine Reihe von lebendigen Charakteren zu einer lesenswerten und spannenden
Story!
Und sie nährt die Hoffnung auf ein literarisches Wiedersehen mit Joachim und Marie-Louise!


LURCH Flexi Royal Marienburg
LURCH Flexi Royal Marienburg

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die macht echt was her!, 27. März 2008
Rezension bezieht sich auf: LURCH Flexi Royal Marienburg (Haushaltswaren)
Ich backe sehr gerne. Jedoch hatte ich bisher das Problem, das meine Kuchen zwar geschmeckt, aber nie wirklich schön ausgesehen haben.
Mit dieser tollen Silikon-Form kann ich jetzt auch endlich angeben!
Denn die kleinen Kuchen machen wirklich was her!

Man braucht jedoch ein wenig Übung: Zwar gibt es im beiliegenden Rezeptheft einige Rezepte, man kann aber auch ein Rührkuchen-Rezept für eine 26er Kranzform problemlos darin backen. Unverzichtbar dabei: Der Schaschlickspieß für die Garprobe und ein sicheres Händchen, wenn man den Kuchen aus dem Ofen zieht. Wenn er nämlich noch nicht fertig gebacken ist, kann durch die flexible Form durchaus das eine oder andere Malheur passieren. Spätestens beim dritten Versuch klappt aber auch das reibungslos und umso leichter geht das Lösen aus der Form! Angenehm auch, das man diese Form nur beim ersten Mal einölen muss, jedes weitere Hantieren mit Backpinsel und Paniermehl ist unnötig.

Alleine schon mit Puderzucker bestäubt ist jeder Kuchen aus dieser Form eine Augenweide. Für weitere Verzierungen mit essbaren Blüten, Zuckerguss oder Schokoladenschrift bieten sich die Zinnen und Türmchen natürlich ebenfalls an! Auf alle Fälle ist diese Form eine sehr lohnende Investition, da die in ihr gebackenen Kuchen sich auch wunderbar als Geschenke eignen.


Das Ende des Alphabets: Roman
Das Ende des Alphabets: Roman
von Charles Scott Richardson
  Gebundene Ausgabe

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ganz stille Liebesgeschichte!, 25. März 2008
Ambrose Zephyr bekommt eine niederschmetternde Diagnose: Ein Monat bleibt dem Mittfünfziger noch.
Da er von Kindesbeinen an von Alphabet-Spielereien fasziniert ist, schlussfolgert er, dass ihm noch einmal das ganze Alphabet bleibt und er gemeinsam mit seiner Frau und großen Liebe Zipper noch einmal - alphabetisch geordnet - die Orte ihrer Liebe bereisen kann.
Zeit zu verlieren haben die beiden nicht und machen sich gleich auf den Weg: Amsterdam, Berlin, Chartres und Deauville...
Aber was passiert mit dem Buchstaben E? Paris dauert noch zu lange, aber der Eiffelturm beginnt mit E...
Und bis zum V, für Verzweiflung ist auch noch Zeit...

Ganz neu ist die Idee des Autors Charles Scott Richardson nicht: Eric Emmanuel Schmitt hat seine zu Herzen gehende Erzählung "Oscar und die Dame in Rosa" nach einem ähnlichen Prinzip gestaltet. (Dort musste ein Lebenstag ein ganzes Lebensjahrzehnt ersetzen).
Mit Eric Emmanuel Schmitts Büchern lässt sich diese zarte Liebesgeschichte ohne Happy End auch vergleichen.
Es ist ein ganz stilles, manchmal traumgleiches Buch.

Hier erleben zwei verzweifelte Menschen, deren gemeinsame Zeit zu Ende geht, das größte Abenteuer ihres Lebens.

Und das zu lesen, erfüllt den Leser mit einem ganz warmen Gefühl.
Hier lernt man zwei ungewöhnliche Menschen kennen, die miteinander bis zum Schluss eine tiefe Liebe teilen.
Statt Dinge zu regeln, die bei einem plötzlich sichtbaren Ende des Weges nun einmal zu regeln sind, schließen die beiden ihre Umwelt aus um noch einmal eine Welt kennen zu lernen, bzw. wieder zu sehen, die sich ihnen nun noch einmal ganz neu zeigt.

Charles Scott Richardson ist mit "Das Ende des Alphabets" eines jener schönen, leisen Bücher gelungen, das trotz nur weniger Seiten und bei aller unprätentiösen Flüchtigkeit haften bleibt!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 19, 2008 11:42 PM MEST


Eine beflügelte Ungeduld. Eine Biographie
Eine beflügelte Ungeduld. Eine Biographie
von Dominique Laure Miermont
  Gebundene Ausgabe

25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der "verödete Engel" (Thomas Mann), 23. März 2008
Annemarie Schwarzenbach war bis vor einigen Jahren so gut wie vergessen. Inzwischen ist fast ihr komplettes literarisches und journalistisches Werk wieder lieferbar und ihr kurzes und tragisches Leben bereits von mehreren Biographen erzählt worden.

Die Klaus Mann-Kennerin Dominique L. Miermont hat nun bereits die zweite Annemarie Schwarzenbach-Biographie veröffentlicht und entstanden ist ein sehr lesenswerter, ausführlicher und sehr akribisch untermauerter Lebensabriss des "verödeten Engels" (Thomas Mann über Annemarie Schwarzenbach).

Annemarie Schwarzenbach war eine Frau mit vielen Privilegien und Talenten und zugleich eine wirklich tragische Gestalt:
Mit nur vierunddreißig Jahren starb sie nach einem Fahrradunfall, nachdem sie mehr als zehn Jahre verzweifelt auf der Suche nach einem Lebenssinn war und gegen eine starke und zerstörerische Drogensucht ankämpfte.
Annemarie Schwarzenbach wuchs in einer militärisch geprägten Schweizer Industriellen-Familie auf. Die Mutter, eine herrische und dominante Frau, spielte eine sehr ungute Rolle in Annemaries Entwicklung.
So bemühte sich die androgyne Schönheit Annemarie immer wieder, ihrem Einfluss zu entkommen. Sie studierte in Paris und Berlin und lernte dort Erika und Klaus Mann kennen.
Sie verliebte sich unsterblich in Erika Mann, die dies nicht im selben Maße erwiderte. Noch unheilvoller waren jedoch die Konflikte mit ihrer Mutter, die den Kontakt zur Familie Mann nicht duldete und vor allem eine völlig andere politische Meinung als die 1933 emigrierte Familie Mann vertrat.
Annemarie entzog sich fortan auf ausgiebigen Reisen diesen schwierigen Auseinandersetzungen, bei denen sie Tagebuch führte und Reportagen schrieb, die ihren journalistischen Ruf begründeten und sie auch einer breiten Zeitungsleserschaft bekannt machten.
Sie kehrte jedoch immer wieder in ihre Heimat zurück, vor allem nach Sils, wo sie einen Bauernhof mietete, der zur Begegnungsstätte ihrer vielen Freunde und zum Zufluchtsort für sie selbst wurde.

Annemaries Verfall jedoch schreitet von Entzug zu Entzug voran. Depressive Phasen und manische Schreib-Phasen wechselten sich ab. Bald konnte sie zudem die Reisestrapazen kaum noch aushalten, auf einer gemeinsamen Reise mit Ella Maillart nach Afghanistan im Jahr 1939 musste sie sich vorzeitig von ihrer Reisepartnerin trennen. Im darauf folgenden Jahr endete eine Reise in die USA mit einer Flucht aus einer Nervenheilanstalt.
Ihre letzte große Reise in das Herz Afrikas erlebte sie jedoch noch einmal in großer Klarheit, traf dort auch noch einmal ihren Mann, einen französischen Diplomaten...

Annemarie Schwarzenbachs allzu kurzes Leben hat mit Dominique L. Miermont eine sehr sorgfältige Biographin gefunden.
Sie versteht es, die vielen Brüche in ihrer Biographie und die ewige Suche nach einem sinnvollen Leben für den Leser anschaulich und faszinierend darzustellen.

Vor dem geistigen Auge des Lesers entsteht auch noch einmal das umfangreiche Beziehungsgeflecht der "verlorenen Generation". Denn Annemarie Schwarzenbach fungierte im Kreis rund um Erika Manns Kabarett "Pfeffermühle" und um die jüngere Generation emigrierter Schriftsteller rund um Klaus Mann auch als stets helfende Freundin, immer auf der Suche nach Anerkennung und Zuwendung.

Eine hochinteressante, äusserst lesenswerte Biographie!


Kitsch + Küche: 130 Rezepte aus aller Welt
Kitsch + Küche: 130 Rezepte aus aller Welt
von Eva M Nitsche
  Gebundene Ausgabe

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für alle Sinne!, 17. März 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Lieben Sie Fliegenpilzabbildungen und Matrioschkas? Glitzernde Gondeln aus Venedig und opulent gülden gerahmte Heiligenbilder? Blumenstoffe a la Frida Kahlo und ein Geschirr, bei dem kein Teil zum anderen passt?
Dann ist dieses Kochbuch wie gemacht für Sie!
Denn hier regiert die pure Lebensfreude, bunt und prall, witzig und liebevoll.

Fünfzehn Freundinnen - und ich bin mir ziemlich sicher, dass
diese Damen alle mehr Wert auf das berühmte "Herz in XL als auf den Designerfummel in S" legen - haben ihre Lieblingsrezepte zusammen getragen. Und da es sich bei diesem Freundinnenkreis um eine mulitkulturelle Truppe aus fünfzehn Ländern handelt, kann man mit diesem Buch auch kulinarisch auf Reisen gehen.
Die Rezepte sind nicht wirklich ausgefallen: Hier findet man viele Nationalgerichte, von der Linzer-Torte bis zum
Borschtsch. Aber alle Rezepte sind so wunderschön mit eben kitschig-skurrilen Alltagsdingen in Szene gesetzt, dass man am liebsten gleich den eigenen Freundeskreis zusammen trommeln und ein üppiges Mahl kochen möchte.

Das Buch macht eben vor allem Lust: Auf gutes Essen und Geselligkeit, aber auch auf etwas andere Tischdekorationen. Denn statt gediegenem weißen Tischtuch und Omas Tafelsilber, lädt dieses Buch eher zu einer bunt geschmückten Tafel mit angekatschtem Keramikgeschirr aus diversen Mittelmeerurlauben, Kräutertöpfen statt Rosengesteck und nicht zuletzt Fröhlichkeit statt Tischkonversation ein.

Man sollte schon wissen, wem man ein solches Buch schenkt, oder es am besten gleich selbst behalten.
Für alle, die sich nach einem langen Winter aber vor allem nach Farbe sehnen, in der Küche und in ihren Beziehungen, ist dieses Buch aber eine wahre Wonne für alle Sinne!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 9, 2008 4:47 PM MEST


Lesen. Ohne Worte
Lesen. Ohne Worte
von Rainer Griese
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,56

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Skurriles und Kitschig-Schönes!, 13. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Lesen. Ohne Worte (Gebundene Ausgabe)
Auf lesende Menschen üben Leser-Abbildungen eine große Faszination aus.
So haben Bücher mit eben solchen Bildern derzeit Konjunktur.
Rainer Griese hat einen hübschen Mini-Bildband vorgelegt, der den Begriff des Lesers in der Kunst bewusst weit fasst.
Denn er hat keine Angst vor Kitsch und Skurrilem und gerade das macht den Reiz dieses kleinen, quadratischen Buches aus.

Gugelhupf-Formen mit einer lesenden Figurine, lesende Gartenzwerge, der Herr, der auf Elke Heidenreichs Tisch steht, wenn sie ihre Fernsehsendung "Lesen" moderiert, Putten, die in Lektüre vertieft zu sein scheinen: Das lesende Kuriositäten-Kabinett ist hier vollständig versammelt.

Ich hatte Freude beim Blättern und erinnerte mich eines eigenen schrecklichen Engels, den ich aber eben auch nicht wegschmeißen kann, weil er ein Buch in Händen hält... der hätte noch gut mit hinein gepasst.
Rainer Griese hat ein sehr geschultes Auge bewiesen bei diesen so unterschiedlichen Fotografien, die ebenso Vielfalt ausstrahlen wie eine gut geordnete Bibliothek.

Ein Buch für die Momente, in denen man sich einfach mal zurücklehnen möchte und ein Buch, das garantiert beim Betrachter ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.
Es hat schon unwichtigere Bücher gegeben!


Geliebte Jane
Geliebte Jane
DVD ~ Anne Hathaway
Preis: EUR 4,97

54 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebevoll-detaillierte Bilderpracht!, 12. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Geliebte Jane (DVD)
Sollte Jane Austen tatsächlich ihren Romanfiguren so ähnlich gewesen sein? Diese Frage drängt sich nach diesem Film auf.
Zwei Stunden gutes (Heim)Kino garantiert "Geliebte Jane" in jedem Fall.
Das liegt natürlich an Anne Hathaway, die diesem Film eine ganz eigene Note gibt. Geistreich, sprühend und agil gibt sie die britische Schriftstellerin, die am Ende dieses Films eine folgenreiche Entscheidung trifft...

Im Mittelpunkt dieses Films steht die Beziehung zwischen Jane Austen und Tom Lefroy, die sich langsam entwickelt und schließlich an den wirtschaftlichen Umständen scheitert. Tom Lefroy ist finanziell von einem Onkel abhängig, der Jane ablehnt und seinen Neffen gerne mit einer anderen Frau verheiratet sähe.
Jane fehlt in letzter Konsequenz der Mut zu einer ungewissen Zukunft und so bleibt sie schließlich unverheiratet.

Manchmal hat man fast das Gefühl, dieser Film sei ein Abziehbild der jüngeren Austen-Verfilmungen. Gleichzeitig macht das den Charme aus.
Hier handelt es sich um opulentes Bilderkino:
Schöne Cottages, in Kerzenlicht getauchte Ballsääle, hübsche Kleider, züchtige Jungmädchen-Schönheit, Lesungen vor versammelter Familie am Kamin. Das Auge kann schwelgen.

Zugleich erfährt man nicht wirklich viel über Jane Austen, da dieser Film ausschließlich den Fokus auf die scheiternde und unerfüllte Beziehung zu Tom Lefroy richtet.
Dennoch: Der Austen-Freund kommt durchaus auf seine Kosten.

Sicher kein wichtiger Film, aber es wäre doch schade, wenn man ihn verpassen würde.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 21, 2008 12:10 PM CET


Die Leiden eines Amerikaners
Die Leiden eines Amerikaners
von Siri Hustvedt
  Gebundene Ausgabe

40 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Behutsam und magisch!, 11. März 2008
Das neue Buch der amerikanischen Schriftstellerin Siri Hustvedt ist nicht ganz leicht zu lesen. Man braucht schon einen freien Kopf und vor allem etwas Zeit, da die vielen gesponnenen Gedanken manchmal nur so sacht angerissen werden, dass sie sich schnell verflüchtigen können, wenn man nicht konzentriert bei der Sache ist.
Gleichzeitig ist "Die Leiden eines Amerikaners" aber auch ein ganz wundervolles Buch, dass den Leser mit sehr tiefgründigen, manchmal verstörenden und immer anrührenden Gedankenbildern sättigt.
Und es ist eine Seelenreise, die den Leser dem Protagonisten sehr nahe bringen.

Fortwährend sah ich bei der Lektüre die Bilder der Autorin vor mir: Eine wahre Schönheit, langjährige Ehefrau des Schriftstellers Paul Auster, die Zerbrechlichkeit und Stärke zugleich ausstrahlt.
Vielleicht erschien mir das Buch auch darum so authentisch, weil ich bei Erik Davidson, dem Ich-Erzähler dieses Buches genau den gleichen Eindruck hatte.

Siri Hustvedts Familienroman beginnt an einem sehr kalten Januartag: Erik und seine Schwester sind gemeinsam ins Elternhaus zurück gekehrt, um die Habseligkeiten ihres verstorbenen Vaters zu sichten. Dabei stoßen sie auf Aufzeichnungen, die der Vater über viele Jahre machte und die eine Reihe von Geheimnissen enthüllen, die die erwachsenen Kinder verstören.
Viel ist von der Familie auch nicht mehr übrig:
Erik ist geschieden, arbeitet als Psychiater und ist sehr einsam.
Seine Schwester Inga und ihre Tochter Sonia wirken nach dem Tod des Mannes und Vaters ebenfalls verloren und sie alle sind von einer Stimmung umgeben, die zugleich Aufbruch aber auch Angst bedeutet.

Erik verliebt sich in seine Mieterin, bekommt allerdings nur zu ihrer fünfjährigen Tochter einen richtigen Draht. Inga wiederum wird mit sehr unangenehmen Enthüllungen über ihre schwierige Ehe mit einem gefeierten Autor konfrontiert. Und Sonia, ihre Tochter, wird erwachsen und ist zugleich von den Ereignissen des 11. September 2001 traumatisiert.

"Die Leiden eines Amerikaners" ist auch eine Reise in die blinden Flecken der Seele. Ein Buch, das einerseits sehr intime Einblicke eröffnet, andererseits dabei im Ungefähren bleibt. So wird das Buch niemals aufdringlich.

Ein wirklich magisches Buch, leise und behutsam erzählte Literatur!


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