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Rezensionen verfasst von
Martin Resch "makarresh" (Hamburg)
(REAL NAME)   

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The White Album
The White Album
Preis: EUR 20,14

104 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The White Album - Dokument einer zefallenden Band, 24. August 2007
Rezension bezieht sich auf: The White Album (Audio CD)
Als die Beatles mit der Arbeit am "Weißen Album" begannen, hatten sie schon aufgehört, eine richtige Band zu sein. Sie hatten die anstrengenden Tourneen aufgegeben und jeder der Fab Four ging seinen eigenen Interessen nach. Selten fanden sich alle vier Musiker gleichzeitig im Studio ein, es bildeten sich zufällige Arbeitsgemeinschaften, machmal war auch der jeweilige Autor eines Songs mit George Martin allein im Studio.
Langsam zeichnete sich das Ende der Beatles ab, Ringo Starr verließ sogar für kurze Zeit die Band, weil er sich nur noch als das fünfte Rad am Wagen fühlte, konnte jedoch mit Blumen und Bitten zur Rückkehr überredet werden und lieferte mit "Don't Pass Me By" seinen ersten Beitrag als Songwriter. Das Team Lennon/McCartney zerfällt hier sichtlich, es gab des öfteren Unstimmigkeiten über die Richtung, die die Band einschlagen sollte und über die ständige Anwesenheit von Lennons neuer Liebe Yoko Ono im Studio, die auch viel Einfluß auf das Album nahm.
Die entstandene Freiheit nutzte vor allem George Harrison, der sich hier mit vier ausgezeichneten Beiträgen ("While My Guitar Gently Weeps" mit einem Gitarrensolo von Eric Clapton, "Piggies", einer wunderschönen Psychedelicnummer, "Long, Long, Long" und "Savoy Truffle") empfiehlt.
Im Gegensatz zum Vorgänger "Sgt. Pepper" gibt es auf dem "Weißen Album" kein einendes Konzept, es ist eine Sammlung einzelner Songs, bei denen die Stilvielfalt erstaunlich ist. Es gibt die klassischen Rocknummern ("Back In The USSR", eine sehr gelungene Persiflage auf den Frohsinns - Patriotismus der US - Konkurrenz The Beach Boys, "Why Don't We Do It In The Road", "Everybody's Got Something To Hide Except Me And My Monkey"), Psychedelisches ("Glass Onion", "Piggies"), Blues ("Yer Blues"), Country ("Rocky Raccoon", "Don't Pass Me By"), Folk ("Blackbird", "Mother Nature's Son") usw.
Die Vielfalt auf dem Album ist bis heute der Hauptgrund, warum es seine Faszination nicht eingebüßt hat und es wohl auch nie wird. Das "Weiße Album" zeigt die Beatles zwar nicht mehr als einheitliche Band, dafür aber als vier virtuose Einzelkönner, die ihre zahlreichen Einflüsse verarbeitet haben und etwas Eigenes daraus entstehen lassen. Neben einigen der besten Beatles - Songs, wie Lennons Geniestreiche "Dear Prudence", "Happiness Is A Warm Gun", "I'm So Tired", "Julia", "Sexy Sadie", eine Abrechnung mit Maharishi Mahesh Yogi, der sich nicht nur in spiritueller Absicht an die Schauspielerin Sharon Tate herangemacht hatte sowie der langsamen Version des Klassikers "Revolution", McCartneys "Rocky Raccoon", "Blackbird" oder "Mother Natures Son" findet sich hier auch einiges Absonderliche, das es wohl nicht auf das Album geschafft hätte, wäre dem Produzenten George Martin nicht seine bis dahin absolute Autorität entzogen worden (er mußte sich mit einer eher beratenden Funktion begnügen, die Beatles produzierten zum großen Teil selbst), so die von Lennons neuentdeckter Liebe zur Avantgarde inspirierte Tondbandschnipselcollage "Revolution No. 9" oder "Wild Honey Pie", das klingt, als hätte sich eine betrunkene Schülerband ins Studio geschlichen, was allerdings wieder den legendären Sinn der Beatles für den reinen Unsinn zeigt.
Nebenbei wird noch die immer wichtiger werdende jamaikanische Musik geehrt (in "Ob - La - Di, Ob - La - Da" (nigerianisch für "Life Goes On"),
ein munterer kleiner Song, den John Lennon nicht ausstehen konnte und den jeder aufrichtige Musikkritiker haßt und als Beweis für Paul McCartneys angebliche Oberflächlichkeit anführt, trotzdem eines der bekanntesten Beatles - Stücke) und Heavy Metal erfunden (mit "Helter Skelter", eine Trotzreaktion McCartneys auf "I Can See For Miles" von The Who, den der Melody Maker zum lautesten und härtesten Song aller Zeiten erklärt hatte. Paul meinte, der lauteste Song der Welt müßte von den Beatles stammen und schrieb dieses Stück, das in seiner Urfassung 24 Minuten lang war und Ringo am Ende zu der Bemerkung "I got blisters on my fingers!" (Ich hab Blasen an den Fingern.) hinreißt.).
Wenn das Album dann mit dem hübschen Schlaflied "Good Night" endet, ist man heute noch beeindruckt von der Kreativität, die die Beatles noch als schon zerfallende Band an den Tag legten.
"The Beatles" ist eines der der wenigen Alben, das man 1000 Mal hören kann und das trotzdem niemals langweilig wird.
Kommentar Kommentare (19) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 25, 2014 6:33 PM CET


Wiedersehen in Howards End. SZ-Bibliothek Band 8
Wiedersehen in Howards End. SZ-Bibliothek Band 8
von Edward M. Forster
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Schöner Gesellschaftsroman mit kleinen Längen, 23. August 2007
Der Schriftsteller Edward M. Forster ist bekannt für seine ruhige, gemessene Art zu erzählen. Sensationelle Begebenheiten und dramatische Szenen sind nicht seine Sache, er erhebt nie seine Stimme über die gewöhnliche Lautstärke und erachtet es nie für nötig, seine Überzeugungen plakativ herauszustellen.
Trotzdem oder gerade deswegen bleibt dem Leser die leise aber eindringliche Stimme des Autors, dessen Hauptanliegen es immer war, steife Moralvorstellungen und festgefahrene Weltsichten aufzulösen, umso deutlicher in Gedächtnis. Forster, ein überzeugter Demokrat, der selbst seine Erhebung in den Adelsstand ablehnte, bekämpfte leise, aber beharrlich den überheblichen Geist vor allem der Upper Class des Großbritannien zu Zeit des Empire und sein Werk hat bis heute viele Bewunderer behalten.
"Wiedersehen in Howards End" erschien im Jahr 1910 und ist neben "Zimmer mit Aussicht" und "Reise nach Indien" Forsters bekanntester Roman. Im Mittelpunkt des Buches stehen zwei gegensätzliche Familien, die progressiv - romantischen Schlegels und die nüchtern - konservativen Wilcox'. Paul, der jüngste Wilcox - Sohn verliebt sich in Helen Schlegel, die von ihrem idealistischen Vater zu eigenständigem, fortschrittlichem Denken erzogen wurde. Zwar währt die gegenseitige Anziehung nicht lange, zu unterschiedlich sind die Ansichten der beiden, doch kreuzen sich die Wege der beiden Familien in den folgenden Jahren immer wieder.
Nach dem Tod seiner Frau, für die das Landhaus der Familie Wilcox in der nähe des Dorfes Howards End große emotionale Bedeutung hatte, freundet sich Henry, das Oberhaupt der konservativen Familie, mit Helens Schwester Margret an, die er schließlich gegen den Widerstand seiner Familie heiratet.
Bald kommt es zum Eklat, als die nach einem Aufenthalt in Deutschland schwanger zurückkehrende Helen von ihrer Schwester im Landhaus der Familie aufgenommen wird. Das Haus in Howards End wird zu einem Mikrokosmos von Intrigen, verletzten Gefühlen und des Mißtrauens, bis es schließlich zur Versöhnung der gegensätzlichen Familien kommt.
Die Figuren des Romans sind scharf und symbolhaft gezeichnet und stellen parabelhaft die britische Gesellschaft der Zeit vor dem 1. Weltkrieg dar, so der Standesdünkel der Wilcox - Familie oder der praktisch nutzlose Idealismus der Schlegels, der sich vor allem in der vergeblichen Förderung des armen, aber intelligenten und strebsamen Leonard Bast äußert.
Der Autor richtet nicht über seine Figuren, sondern überläßt dem Leser das Urteil.
Trotz einiger kleiner Längen ein sehr schönes, wegen der sprachlichen Virtuosität und der gut geratenen Übersetzung mit großem Genuß zu lesendes Buch.


Citizen Kane
Citizen Kane
DVD ~ Joseph Cotten

11 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Citizen Kane - Ein unsterblicher Geniestreich, 22. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Citizen Kane (DVD)
Orson Welles war ein Künstler, der es verstand, viel Wirbel zu erzeugen. Mit seinem Hörspiel "Krieg der Welten" beschwor er 1938 eine Massenpanik herauf, sein erster abendfüllender Kinofilm "Citizen Kane" ließ den Zeitungsmagnaten William Randolph Hearst, bekannt als Erfinder der Boulevardpresse, Sturm laufen, weil er in der Hauptfigur ein wenig schmeichelhaftes Portrait seiner selbst erkannte. Dem Film blieb, großenteils wegen Hearsts Kampagne, der Erfolg an der Kinokasse verwehrt, schaffte es überhaupt nur wegen der euphorischen Kritiken ins Kino und erwies sich als Flop, der dem Studio RKO einen Verlust von 150 000 Dollar einbrachte. Erst als "Citizen Kane" in den 50er Jahren erneut in die Kinos kam, stellte sich der berechtigte Erfolg ein und bis heute gilt der Film als ein maßgebliches Meisterwerk der Filmgeschichte, der in sämtlichen Ranglisten immer ganz weit oben zu finden ist.
Schon der Anfang ist ungewöhnlich, der Film beginnt mit dem Tod der Hauptfigur. In seinem riesigen Märchenschloß Xanadu stirbt der Zeitungsmagnat Charles Foster Kane (Orson Welles) als einsamer und verbitterter Mann, sein letztes Wort ist "Rosebud" (Rosenknospe).
In einem realistischen Wochenschaubericht wird das Leben und die Karriere des aus armen Verhältnissen stammenden Kane beleuchtet, der in 50 Jahren ein Imperium aus 37 Zeitungen, Immobilien, Firmen und Verlagen aufgebaut hat. Die öffentliche Meinung über ihn, der stets mit den Größen der Weltpolitik (um eine Verbindung zur Realität herzustellen, werden Aufnahmen von Kane mit Theodore Roosevelt bzw. Adolf Hitler gezeigt) verkehrte, ist stark gespalten, sein Ziehvater Walter Parks Thatcher sieht ihn als Kommunisten, die Führer der Gewerkschaften bezeichnen ihn als Faschisten. Er selbst sagt von sich: "Ich war, bin und werde immer nur eines sein: Amerikaner" (ursprünglich sollte der Film "American" heißen). Dem Bericht fehlt noch der geeignete "Aufhänger", also wird der Reporter Jerry Thompson (Alan Ladd) auf Recherche geschickt, um die Bedeutung von Kanes rätselhaftem letzten Wort herauszufinden. Nacheinander besucht Thompson Menschen, die Kanes Leben geprägt haben und beginnt mit dem Tagebuch seines Vormundes Thatcher.
Zwischen Kane und Thatcher besteht von Anfang an ein gespanntes, beinahe haßerfülltes Verhältnis. Als die arme Familie Kane durch Zufall reich wird (ein von einem Schuldner überlassener wertloser Bergstollen erweist sich als unerschöpfliche Goldmine) überläßt Mrs. Kane (Agnes Moorehead verströmt die mütterliche Liebe eines Eiszapfens) die Erziehung ihres Sohnes dem Bankier Thatcher. Der junge Charles weigert sich zunächst, seine Eltern zu verlassen, attakiert Thatcher sogar mit seinem Schlitten, fügt sich aber schließlich scheinbar in sein Schicksal, um sofort mit einer lebenslangen Rebellion gegen seinen Vormund zu beginnen (Thatchter: "Was willst du sein?", Kane: "Alles, was Sie hassen.") Als Kane mit 25 Jahren schließlich frei über sein Vermögen verfügen kann, zeigt er sich nicht im Geringsten interessiert an Goldminen, Ölquellen und Grundstücken, sondern beschließt, eine Zeitung herauszugeben.
Er übernimmt den maroden "New York Enquirer" (der Reporter führt das nächste Interview mit Kanes Geschäftsführer und Finanzberater Bernstein, der einzigen durchweg positiv gezeichneten Figur des Films) und krempelt nach dem Motto "Eine größere Schlagzeile macht auch die Nachricht größer" die seriöse Zeitung zu einem reißerischen Revolverblatt um, wodurch der "Enqiurer" zur auflagenstärksten Zeitung der Stadt wird. Kane beginnt, wahllos antike Statuen zu sammeln und heiratet Emily Monroe Norton, die Nichte des amerikanischen Präsidenten, den er in seinen Zeitungen immer wieder als Betrüger und Verbrecher bezeichnet (Emily: "Er ist nun einmal der Prädident, Charles, und nicht du.", Kane: "Das ist ein Fehler, der demnächst korrigiert werden muß").
Der Reporter besucht nun Kanes langjährigen Freund Jebediah Leland (Joseph Cotten), der in einem Altenheim lebt und von Kanes Familienleben und seinen politischen Ambitionen berichtet. Das Ehepaar lebt sich immer mehr auseinander (dargestellt wird dies in einer genialen Szene, in dem das Paar sich am Frühstückstisch unterhält. Durch verschiedene Kostüme und Make - Up werden in einer Szene Gespräche über mehrere Jahre hinweg gezeigt, auch der Frühstückstisch wird immer länger, wodurch das Paar weiter auseinanderrückt). Kane kandidiert für den Posten des Gouverneurs und überzieht seinen Konkurrenten Jim Gettys mit einer beispiellosen Schmutzkampagne. Dieser rächt sich, indem er eine Affäre Kanes mit der arbeits - und talentlosen Sängerin Susan Alexander (Susan: "Ich kenne kaum jemanden.", Kane: "Ich kenne zu viele Leute. Ich glaube, wir sind beide allein.") aufdeckt und damit Kanes politische Ambitionen und seine Ehe zerstört. Über diesen Mißerfolg zerstreiten sich Leland und Kane und reden jahrelang nicht miteinander.
Nachdem seine Frau und sein Sohn bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind, heiratet Kane Susan Alexander (der Reporter führt das nächste Interview mit der verarmten und alkoholabhängigen Sängerin), die er zum Opernstar aufbauen will. Er läßt für seine Frau eigens ein Opernhaus in Chicago bauen, ihr erster Auftritt gerät jedoch zum Debakel, der Applaus ist spärlich, die Kritiken vernichtend. Es folgt ein letztes Zusammentreffen mit Leland, der Theaterkritiker bei Kanes Zeitung ist. Der ist über einem vernichtenden Verriß betrunken eingeschlafen, Kane schreibt ihn in Lelands Sinne zuende (Leland: "Er wollte mir beweisen, daß er unbestechlich ist.") und feuert ihn. Susan weigert sich, weiter aufzutreten, wird von Kane jedoch dazu gezwungen, bis sie einen erfolglosen Selbstmordversuch begeht. Kane beginnt mit dem Bau seines Märchenschlosses Xanadu, das er mit unzähligen Erinnerungsstücken aus seinem Leben und einer riesigen Menge antiker Statuen vollstellt. Susan fühlt sich in dem gigantischen Bau völlig isoliert, das Paar lebt sich immer mehr auseinander, nach einem schweren Streit verläßt Susan ihrem Mann. Der zerstört außer sich vor Wut ihr Zimmer, findet schließlich eine kleine Schneekugel, die ihn an den Tag erinnert, an dem er seine Eltern verlassen mußte.
Der letzte Interviewpartner ist Kanes Butler Raymond, der als einziger dabei war, als der Zeitungsmagnat starb. Auch dieser ist nicht in der Lage, das Rätsel um "Rosebud" zu lösen, vermutet allerdings, daß es sich um etwas handelte, was Kane verloren hatte oder nicht bekommen konnte, womit er der Wahrheit sehr nah kommt. Mit dem Resümé "Ich glaube nicht, daß ein Wort ein ganzes Leben erklären kann. "Rosebud" ist nur ein Stein aus einem Puzzlespiel, ein verlorener Stein." gibt der Reporter schließlich die Recherche auf. Xanadu wird ausgeräumt und in der letzten Einstellung erfährt schließlich der Zuschauer (und nur der) des Rätsels Lösung.
"Citizen Kane" ist von der ersten bis zur letzten Szene ein Meisterwerk, Orson Welles war, wie ein Großteil der weiteren Besetzung, völlig neu im Filmgenre und machte seine mangelnde Erfahrung durch Experimentierfreude wett. So entstanden Kameraeinstellungen, die Schule machen sollten, z. B. die Untersicht (dominante Figuren wie Kane oder Leland werden oft von einer auf dem Boden platzierten Kamera gefilmt, während schwächere Charaktere wie Susan Alexander häufig von oben aufgenommen wurden, was den Eindruck von Unterlegenheit bei der Figur erzeugt. Nur nach Susans Selbstmordversuch ist Kane selbst in einer solchen Einstellung zu sehen). Auf Großaufnahmen von Gesichtern wird größtenteils verzichtet, um die Distanz zu den Charakteren zu wahren. Welles arbeitete in diesem Film viel mit Spiegelungen und langen Einstellungen, die es ermöglichten, Szenen wie im Theater durchzuspielen und ohne Zwischenschnitt zu filmen.
Auch in der Maskentechnik setzte "Citizen Kane" Maßstäbe. So wurde der 24 - jährige Welles durch aufwändiges Make - Up in einen alten Mann verwandelt, auch andere Figuren wie Susan oder Leland "altern" hier sehr realistisch.
Die chronologische Anordnung der Szenen ist in diesem Film ungewöhnlich und machte Schule (ein gutes Beispiel ist Quentin Tarantino), Welles ließ diverse Aufnahmen (so einige "Paparazzi - Filme" während der Wochenschau - Reportage) mit der Handkamera drehen, um einen realistischen Effekt zu erzielen.
Die Schauspieler sind durch die Bank ausgezeichnet, allen voran zeigt Welles selbst eine großartige Leistung als Kane, nur Joseph Cotten als "alter" Leland bewegt sich noch ein bißchen zu jugendlich durch sein Altersheim.
Dem Film blieb zunächst der große Erfolg versagt, was zu einem Teil an der völlig neuartigen Machart von "Citizen Kane" lag, andererseits an der Medienkampagne, des exzentrischen Zeitungsmagnaten William Randolph Hearst, der für die Hauptfigur deutlich Pate stand (auch sein Reichtum stammt von einer Goldmine, er war der Erfinder des Boulevardjournalismus, seine politischen Ambitionen wurden durch eine Affäre mit einer Schauspielerin zerstört, er erbaute sich ein riesiges schloßartiges Anwesen, das unter dem Namen "Hearst - Castle" bekannt ist usw.).
Nach dem finanziellen Debakel, das der Film war, hatte Orson Welles nie wieder die künstlerische Freiheit, einen so experimentellen Film zu drehen. Somit bleibt "Citizen Kane" das einzige wirklich unter völliger künstlerischer Kontrolle entstandene Werk eines der größten Genies der Filmgeschichte.
Der einzige Kritikpunkt bei dieser DVD - Ausgabe: Leider gibt es so gut wie keine Extras.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 20, 2008 4:40 PM MEST


The Velvet Underground and Nico
The Velvet Underground and Nico
Preis: EUR 10,42

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Avantgarde rockt - Das Debüt der Velvets, 21. August 2007
Rezension bezieht sich auf: The Velvet Underground and Nico (Audio CD)
Als "The Velvet Underground & Nico" erschien, wollte zunächst keiner etwas von dem Album wissen, Radiostationen und Plattengeschäfte strichen es aus ihrem Programm, da die Texte, die Lou Reed oder Nico zu der für damalige Hörgewohnheiten extrem schräge Musik sangen, zum großen Teil von Drogenmißbrauch, Sadomasochismus (schon der Bandname stammt aus einem Buch über S/M) und Prostitiution sangen. Das Album mit der abziehbahren Banane auf dem Cover (heute ein wertvolles Sammlerstück) erreichte gerade einmal Platz 171 in den US - Charts und war finanziell eine Pleite.
Heute gilt "The Velvet Underground & Nico" als eines der besten und einflußreichsten Alben der Pop - Geschichte, Vorbild für unzählige Bands der 80er und 90er Jahre und Geburtsstunde des Avantgarde - Kunst - Rock.
Das Album wurde komplett von Andy Warhol produziert, der auch das Coverbild entwarf, völlig neuartig war der Einsatz von John Cales elektrischer Viola, die viele Song auf der Platte entscheidend prägt, das monotone Schlagzeug - Spiel von Mo Tucker und die teilweise extrem deutlichen Texte über damalige Tabuthemen wie sexuelle Besessenheit ("Venus In Furs", "Venus im Pelz" von Leopold von Sacher - Masoch stand hier überdeutlich Pate) oder Drogensucht ("Waiting For The Man", "Heroin"). Den Gesang teilen sich Lou Reed, dessen schneidende Stimme stets unter die Haut geht und die beim New Yorker Off - Publikum damals sehr beliebte Nico (alias Christa Päffgen), was dem Mastermind Reed gar nicht recht war. Er konnte die musikalisch nicht gerade übertalentierte Nico nicht ausstehen, was ihn aber nicht davon abhielt, später eine Affäre mit ihr zu beginnen. Trotzdem sind die drei Songs, bei denen das Ex - Model am Mikro steht ("Femme Fatale, eine Hommage auf die Stilikone Edie Sedgwick, "All Tomorrows Parties", ein in Grunde recht oberflächlicher Song über ein Mädchen, das nicht weiß, was sie zur Party anziehen soll und "I'll Be You Mirror") Höhepunkte des Albums und Nicos düsteres Timbre ergänzt sich hervorragend mit Reeds markanter Stimme.
Das Debütalbum der Velvets beleuchtet eindringlich das Leben in der Großstadt und deren Underground - Szene, schuf ein ganzes Genre und beeinflußte entscheidend viele weitere Bands mit seiner musikalischen und textlichen Neuartigkeit.
Nach 40 Jahren immer noch eines der schönsten und größten Kunstwerke über die Abrgünde der menschlichen Seele.


Die Stimmen von Marrakesch. SZ-Bibliothek Band 7
Die Stimmen von Marrakesch. SZ-Bibliothek Band 7
von Elias Canetti
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das Fernweh macht., 18. August 2007
Elias Canettis "Die Stimmen von Marrakesch" erschien 1968 und ist ein Höhepunkt der modernen Reiseliteratur. Das Buch ist weniger ein reiner Reisebericht, vielmehr eine Sammlung von Erinnerungsstücken und Skizzen die Canetti auf einer Reise in die marokkanische Großstadt in den 50er Jahren in Begleitung eines britischen Filmteams (auch gegenüber den Einheimischen gibt sich der gebürtige Bulgare als Engländer aus, gibt sich jedoch den Bewohnern der Mellah, des jüdischen Viertels, auch als Jude zu erkennen) aufgezeichnet hatte.
Die einzelnen Abschnitte sind voneinander unabhängige Begebenheiten und Anekdoten, in die jedoch zeitweise Verweise oder Übergänge eingeflochten sind, die den Zusammenhang herstellen.
Canetti beschreibt sehr eindringlich das Leben in der fremdartigen Großstadt, fängt sehr bildhaft den Charme Marrakeshs ein. In 14 kurzen Kapiteln bringt er dem Leser die exotisch bis obskur anmutenden Handelsgepflogenheiten und Tradtionen einer fremden Kultur nah. Besonders angetan scheint er vom Eindruck eines Kamelmarkts gleich zu Anfang des Buches, entdeckt viel Menschliches im Verhalten der Tiere und ist schockiert, als er erfährt, daß die Kamele zum Schlachten bestimmt sind. Großen Eindruck üben auch die Erzähler auf den Märkten auf ihn aus, die allein mit der Macht ihrer Stimmen ein großes Publikum zu fesseln vermögen. Ein etwas längeres Kapitel widmet der dem Leben in der Mellah, dem Viertel der Juden, mit denen er sich, trotz aller Fremdheit, sehr identifiziert.
"Die Stimmen von Marrakesh" ist insofern ein sehr gutes Buch, weil Canetti sich hier jeder Wertung entzieht, nicht krampfhaft zu verstehen sucht und sich nie in intellektuellen Verklausulierungen verliert. Er läßt ganz einfach die Bilder sprechen, was nie seine Wirkung verfehlt, der Leser wird unweigerlich in die exotische und faszinierende Welt von Marrakesch hineingezogen.
Der einzige Nachteil an diesem Buch: Es ist mit 110 Seiten viel zu kurz.


Time Out of Mind
Time Out of Mind
Preis: EUR 5,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Düster - triumphales Comeback, 17. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Time Out of Mind (Audio CD)
Bis 1997 war Bob Dylans Bilanz der 90er Jahre nicht gerade berauschend. Er hatte mit "Under The Red Sky" ein recht unausgeglichenes Album herausgebracht und sich dann auf "Good As I Been To You" und "World Gone Wrong" als Wahrer der Folk - Tradition gezeigt. Beide Platten sind zwar ausgezeichnet (die Kritik fand sie weniger toll und verhöhnte Dylans "Einfallslosigkeit"), Dylan betätigte sich darauf allerdings "nur" als Interpret, neue Songs vom Meister gab es jahrelang nicht.
Keiner hatte ihn mehr auf der Rechnung, als "Time Out Of Mind" erschien. Das Album katapultierte His Bobness wieder auf seinen angestammten Platz ganz oben im Rock - Pantheon, machte ihn mit einen Schlag von abgehalfterten Fossil aus den 60ern zum coolen alten Mann und bescherte dem Meister drei Grammys und ein von niemandem erwartetes Comeback.
Düster und verzweifelt ist der Grundton aller Songs auf "Time Out Of Mind", Dylan wirft hier nie mit den von ihm gewohnten Metaphern um sich, gibt den Orakeldeutern keine Chance, in den Songs nach versteckten Botschaften zu suchen und redet von ihm selten gehörten Klartext. "Time Out Of Mind" ist ein Album über die Sinnlosigkeit der Liebe, zu der es doch keine Alternative geben kann, karg intrumentiert und produziert, wie Dylans große Meisterwerke aus den 60er Jahren.
Einen besseren Einstieg in dieses Album als "Love Sick" kann es kaum geben. Zu einer wimmernden Orgel und zaghaft einsetzenden Intrumenten krächzt Dylan Zeilen wie "I'm sick of love/I wish I never met you". Einsamkeit, Verrinnen der Zeit, gebrochenes Herz und nirgends ein Ausweg. Ein phantastischer Song.
Weiter geht es mit dem chaotisch rumpelnden "Dirt Road Blues", His Bobness gibt den einsamen Landstreicher auf der schmutzigen Landstrasse auf der aussichtslosen Suche nach Geborgenheit.
"Standing In The Doorway" spinnt den Faden weiter, ein trauriger, balladesker Endzeit - Song über Vergänglichkeit und Ausweglosigkeit, "I got no place to turn/I got nothing left to burn". Wunderbar melancholisch.
"Million Miles" ist ein todtrauriges Stück über den vergeblichen Versuch, sich nahe zu sein, der Sänger scheint bereits aufgegeben zu haben, wiederholt stoisch immer wieder "I'm tryin' to get closer, but I'm still a million miles away"
"Tryin' To Get To Heaven" ist das musikalisch schönste Stück auf "Time Out Of Mind", für diese Platte ungewohnt eingängig und läßt den Hörer bei aller Verzweiflung einen Silberstreif erahnen.
"'Til I Fell In Love With You" ist eine Abrechnung mit einer gescheiterten Beziehung, erreicht zwar nicht das Niveau von Dylans großen Haß - Songs wie "Idiot Wind", doch der Meister knurrt sich virtuos durch einen seiner aggressivsten Texte.
In "Not Dark Yet" hat der Sänger den Kampf aufgegeben, ein lyrisch simpler, unprätentiöser Song über das Fügen ins Unvermeideliche, mutlose Melodie, Worte ohne Trost. Dunkler geht es kaum, bei aller Einfachheit einer von Dylans besten Songs.
"Cold Irons Bound" erzählt die Geschichte einer manischen, hoffnungslosen, unerwiderten Liebe, Dylan ist die gequälte Kreatur in der Todeszelle, kein Ausweg, nirgends.
Mit "To Make You Feel My Love" heben sich die dunklen Wolken etwas. His Bobness ist hier der glühende Liebhaber, der sich vor Treueschwüren überschlägt. Der freundlichste und erfolgreichste Song auf "Time Out Of Mind" (die Coverversionen von Garth Brooks und Billy Joel brachten Dylan ein hübsches Sümmchen ein). Kann man fast bei der Hochzeit spielen lassen.
"Can't Wait" ist wieder pure Verzweiflung. Zu einem langsamen, schleppenden Blues schildert der Sänger seine vergeblichen, zunehmend manischen Versuche, das Herz einer Frau zu erweichen.
Den Abschluß bildet "Highlands", eines der für Dylan typischen Langgedichte. Eine unwiderstehliche Talking - Blues - Meditation über den langen, mühevollen Weg zur Geborgenheit. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
"Time Out Of Mind" ist eines von Dylans sperrigsten Alben. Oberflächlich betrachtet eine sehr eintönige, von Depression und Todesahnung geprägte Platte, die ihre ganze Bandbreite der Kreativität erst bei eingehender Beschäftigung offenbart. Dylans bestes und einheitlichstes Album seit "Desire".
Der König ist zurück auf dem Thron.


Exile on Main Street
Exile on Main Street
Wird angeboten von Bridge_RecordsDE
Preis: EUR 14,90

41 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Stones im Exil - Essentielles aus Keiths Keller, 16. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Exile on Main Street (Audio CD)
Die Rolling Stones hatten in den Jahren 1968 - 1972 einen einmaligen Lauf. Trotz zahlreicher Schwierigkeiten (der erzwungene Ausstieg von Ex - Bandchef Brian Jones, der kurz danach unter mysteriösen Umständen starb, die Katastrophe von Altamont, der lange Rechtsstreit mit Ex - Manager Allen Klein, zahlreiche Zusammenstöße mit den Behörden usw.) entstanden nacheinander vier Alben, die stets an vorderster Stelle genannt werden, wenn es um die Zusammenstellung der besten Platten aller Zeiten geht. Nach "Beggars Banquet", "Let It Bleed" und "Sticky Fingers" bildet "Exile On Main Street" den grandiosen Abschluß der "Big Four".
Anfang der 70er hatten die Stones aufgrund der exorbitanten Forderungen der britischen Steuerbehörde ihre Wohnsitze nach Südfrankreich verlegt und nach dem Auslaufen ihres Plattenvertrags mit der DECCA ihr eigenes Label, "Rolling Stones Records" mit der berühmten Zunge als Logo, gegründet. Die erste Veröffentlichung, "Sticky Fingers" von 1971 wurde von der Kritik hochgelobt und brachte die finanziell klammen Stones (die Rechte an sämtlichen Stones - Songs bis zu diesem Zeitpunkt lagen bei der DECCA) wieder auf Vordermann. Ein Jahr später erschien der nächste Klassiker. "Exile On Main Street" entstand zum größten Teil im feuchtkalten Untergeschoß von Keith Richards' Villa Nellcote, den Strom für das Equipment zog man sich illegal von einer Stromleitung, die durch den Villenpark führte.
Als das Album schließlich erschien, wußte man zunächst nicht viel damit anzufangen, die Kritik konnte sich nicht mit dem rauhen, unfertig wirkenden Produktionsstil anfreunden, auch fehlten hier die herausstechenden Hitsingles, die frühere Stones - Alben geprägt hatten (einzig "Tumbling Dice" schaffte es auf Platz 5 der US - Charts). Heute gilt gerade die rohe Produktion als stilprägend, die durchgehend ausgezeichnete Qualität des Songmaterials und die auf dem Album herrschende kraftvolle Stimmung sicherten "Exile" seinen verdienten Platz ganz oben in den All - Time - Charts und für viele ist es das beste Rock - Album aller Zeiten.
Was auch immer in Keiths Keller passierte, nie zuvor und nie danach zeigten die Rolling Stones derartige Kreativität, wenn es um das Vermischen von Stilen zu etwas ganz Neuem ging, sämtliche Einflüsse, die die Band jemals geprägt hatten, vermengen sich hier zu einer brodelnden Mixtur, "Exile On Main Street" ist das bunteste, chaotischste und wildeste Album, das die Stones jemals gemacht haben und erst nach mehrmaligen Anhören offenbart es seine ganze Magie.
Es beginnt mit "Rocks Off", einer lärmenden Rocknummer, deren Text von Paranoia und sexueller Vesagensangst geprägt ist. Ein sperriger, hochklassiger Opener.
Der nächste Klassiker ist "Tumbling Dice", die einzige Nummer von "Exile" die eine Top - Ten - Postion erreichte, ein unwiderstehliches Gemisch aus Rock, Funk, Blues und Soul mit Gospel - Chor. Die Nummer schwillt zu einer gewaltigen "Wall of Sound" an, um schließlich in einem langen Fade - Out zu verglühen. Unübertrefflich.
"Sweet Virginia" ist im Grunde feinster Country - Rock, wieder jedoch werden sämtliche Einflüsse anderer amerikanischer Musik zusammengekocht. Die Nummer wurde stilprägend für nachfolgende "Alt - Country" - Musiker, einer der ersten "Americana" - Songs, und das von einer urbritschen Band.
"Torn And Frayed" ist ein selbstironischer Blick in den Spiegel, in dem die Stones sich selbst als abgehalfterte Band karikieren und speziell Keiths Drogenabhängigkeit eine exponierte Rolle spielt.
"Sweet Black Angel" kommt als perkussive Nummer mit Karibik - Flair daher, im Kern ist es allerdings ein politischer Protestsong. Es geht um die schwarze Bürgerrechtlerin Angela Davis, die zu dieser Zeit im Gefängnis saß und zur Symbolfigur für die Behandlung politischer Gefangener wurde.
"Loving Cup" ist einer der wenigen Songs, die schon vor den Aufnahmesessions entstanden. Die Stones spielten ihn schon 1969 beim Hyde - Park - Konzert, bei dem der neue Gitarrist Mick Taylor einfgeührt wurde. Wieder ein Mix aus Rock und Gospel, geprägt von Nicky Hopkins' wilden Piano - Läufen, der Text voller Liebeshunger und Angst vor dem Versagen, ein energiegeladenes Angstlied.
"Happy" ist die zweite Singleauskopplung von "Exile". Geprägt wird die Nummer (Keith Richards am Mikro) von dessen ungewöhnlich gutem Gesang. Der Song wurde eine Art Markenzeichen für Keith und hat noch heute seinen festen Platz im Konzertrepertoire.
"Ventilator Blues" ist ein Credit an den Aufnahmeort, Keiths feuchten, stickigen Keller, in dem laut Mick Taylor nur ein einzger Ventilator etwas Linderung schuf. Ein um ein bleischweres Riff herum gebauter Blues, der direkt aus dem schwülen Mississippi - Delta zu kommen scheint, geprägt von Mick Jaggers schleppendem Gesang und einem famosen Solo des Gitarren - Virtuosen Taylor, dem technisch besten Gitarristen, den die Stones je hatten.
"Let It Loose" ist wieder ein Mix aus sämtlichen Stilen, die die Stones draufhatten, eine Gospel - Nummer mit mexikanischen Bläsern, mit zwei genialen Gastsängerinnen (Shirley Goodman und Tammi Lynn), tiefschwarz, innig und hingebungsvoll.
"All Down The Line" ist der typischste Stones - Song auf diesem Album. Auch dieser Song entstand schon 1969, fand in einer von Keith und Mick Taylor gnadenlos vorangetriebenen Version seinen Platz auf "Exile" und gehört zu den ewigen Favoriten im Live - Repertoire der Stones.
"Stop Breaking Down" stammt ursprünglich vom geliebten Blues - Genie Robert Johnson, die Stones machen jedoch eine komplett eigene Nummer daraus. Genial hier das Zusammenspiel von Taylors Bottleneck - Gitarre und Mick Jaggers Harmonika.
"Shine A Light" ist Mick Jaggers großer Auftritt, einer der stärksten Stones - Songs überhaupt, der während der letzten Tourneen einen festen Platz im Programm hatte. Die Band ist in Hochform, der Frontmann zieht alle Register, ein genialer Mix aus Southern Soul und Gospel.
Mit "Soul Survivor" endet das Album genauso energiegeladen, wie es beginnt. Wieder duellieren sich die beiden Gitarristen auf höchsten Niveau und spielen doch genial zusammen, während Jagger unwiderstehlich die Vokale in die Länge zieht.
"Exile On Main Street" wird nicht duch den großen Superhit geprägt, es ist ein Album voller phantastischer Songs, ein absoluter Höhpunkt in der Discographie der Stones und eine der wichtigsten und einflußreichsten Platten der Rockgeschichte, das seine Sperrigkeit nach mehrmaligem Anhören verliert.
Eine Plattensammlung ohne dieses Album ist keine.
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Stadt aus Glas. SZ-Bibliothek Band 6
Stadt aus Glas. SZ-Bibliothek Band 6
von Joachim A. Frank
  Gebundene Ausgabe

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannender Selbstfindungstrip, 14. August 2007
Paul Auster gehört zu den produktivsten und erfolgreichsten Schriftstellern der jüngeren Autorengeneration der USA. Nach einem Studium der Anglistik und der vergleichenden Literaturwissenschaft lebte er einige Zeit in Frankreich, wo er mit den Werken u. a. Sartres und Mallarmés in Berührung kam. Seit seiner Rückkehr in die USA hat Auster in beinahe jedem Spektrum der Literatur von sich reden gemacht. Den Durchbruch zum Weltruhm verschaffte ihn seine "New York" - Trilogie, deren erster Band das hier besprochene "Stadt aus Glas" ist. Alle drei Teile sind im Stil des klassischen Kriminalromans geschrieben, die im Mittelpunkt stehenden Ermittler werden durch ihre Recherchen nach den Hintergründen der Kriminalfälle zunehmend zu Bessenen auf der Suche nach der eigenen Identität.
"Stadt aus Glas" erzählt die Geschichte des heruntergekommenen Kriminalautors Daniel Quinn. Nach dem Unfalltod seiner Frau und seines Sohnes isoliert er sich völlig von seiner Umwelt und schreibt für seinen Lebensunterhalt jährlich einen Kriminalroman unter Pseudonym. In seiner Zurückgezogenheit wird Quinn durch Anrufe einer unbekannten Person gestört, die sich nicht davon abbringen läßt, daß er in Wirklichkeit der Privatdetektiv Paul Auster ist. Der unbekannte gibt sich schließlich als Peter Stillman ("das ist nicht mein richtiger Name") aus und beauftragt Quinn damit, seinen Vater, ebenfalls Peter Stillman, nach dessen Entlassung aus der Psychiatrie zu beschatten. Quinn nimmt schließlich den Namen Auster an und übernimmt den Fall. Er folgt dem scheinbar noch immer geistig verwirrten Stillman kreuz und quer durch New York, kann sich auf dessen Handlungen jedoch keinen Reim machen, bis der Religionsforscher, der seinen Sohn neun Jahre lang in Dunkelheit und ohne Zuwendung gefangen gehalten hatte, spurlos verschwindet. Stillmans Suche wird zu einem rätselhaften, bizarren Selbstfindungstrip durch die Stadt und durch diverse Querverweise auf mit seiner Suche zusammenhängenden Werken der Weltliteratur.
Virtuos spielt der Autor hier mit dem Genre des Kriminalromans, legt immer wieder flasche Spuren aus, um den Leser wiederholt ins Leere laufen zu lassen. Die Rolle von Tätern und Opfern, Verfolgern und Verfolgten, kehren sich um, das Sammeln von Informationen, rationale Analyse und logische Schlußfolgerungen ermöglichen keinen Zugang zur rätselhaften Wirklichkeit. Auster bietet keine Lösungen an, sondern überläßt es dem Leser, sich aus der chaotischen, von Zufällen bestimmten Welt dieses Romans seinen eigenen Reim zu machen.
Ein sehr spannendes, sprachlich hochklassiges und hintergründiges Buch, dessen ganzer Ideenreichtum sich nach einmaligem Lesen bei weitem nicht offenbart.


Lucia di Lammermoor (Ga)
Lucia di Lammermoor (Ga)
Wird angeboten von BestSellerRecordshop
Preis: EUR 10,48

24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der erste Streich der Großen Vier, 13. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Lucia di Lammermoor (Ga) (Audio CD)
Zusammen mit Vincenzo Bellini und Gioacchino Rossini bildet Gaetano Donizetti das Dreigestirn der großen Belcanto - Komponisten, deren Werke sich zu ihrer Zeit einer unglaublichen Popularität erfreuten und die grüblerischen Hüter der "ernsthaften Musik", ganz besonders Schumann und Wagner, immer wieder auf die Palme brachten. Donizetti wurde als Sohn sehr einfacher Leute am 29. November 1797 in Bergamo geboren, bereits 1818 ging seine erste Oper über die Bühne. Unermüdlich reiste der junge Komponist in der Welt herum, schrieb Oper auf Oper (am Ende seiner 27 - jährigen Karriere waren es an die 70), und wurde zu einem der berühmtesten Komponisten seiner Zeit. Bei diesem ungeheuren Ausstoß von Werken versteht es sich von selbst, daß nicht jede Oper den Gipfel der Schaffenskraft bedeutet und viele von Donizettis Bühnenwerken werden heute nicht mehr aufgeführt, der Komponist bediente sich, wie der große Kollege Rossini, gern bei sich selbst, wenn es eine Lücke in der Partitur zu füllen galt, er besaß allerdings die Gabe der großen Melodie wie kaum ein anderer und wenn er sich richtig ins Zeug legte, wie bei "L'elisir d'amore" oder eben bei "Lucia di Lammermoor" gelangen ihm unvergängliche Meisterstücke, die noch heute zu recht auf jeder Bühne der Welt vertreten sind.
Mit "Lucia di Lammermoor" erreichte Donizetti seinen Höhepunkt auf dem Gebiet der dramatischen Oper. Als Vorlage diente Walter Scotts "The Bride Of Lammermoor", einem der in der Romantik ungemein beliebten Schauerromane. Der Librettist Salvatore Cammarano entnahm dem Buch die dramatischsten und bühnenwirksamsten Szenen und so entstand ein Textbuch voller blutiger Ereignisse, schauerlicher Begebenheiten, unstillbarer Leidenschaften und unnachgiebiger Rachgier, im Mittelpunkt eine Liebe, die selbst den Tod nicht fürchtet. Vieles an diesem Libretto wirkt heute sehr klischeehaft und wegen des Buches dürfte die Oper wohl kaum die Jahrhunderte überdauert haben. Doch Donizettis Musik sicherte der Oper die Unsterblichkeit. Nahezu überwältigend ist der Melodienreichtum von "Lucia di Lammermoor", die drei Hauptpartien Lucia, Egdardo und Enrico gehören zum Reiz - und Anspruchsvollsten, was das italienische Fach einem ambitionierten Sänger zu bieten hat und einige Szenen, wie Lucias Wahnsinnsarie oder das Schlußbild, verfehlen noch heute nicht ihre unbestreitbare Wirkung.
Die Uraufführung am 26. September 1835 war ein riesiger Erfolg und bedeutete für Donizetti den endgültigen Durchbruch, schnell verbreitete sich das Werk auf den Bühnen der Welt. Als diese Aufnahme 1953 entstand, hatte "Lucia di Lammermoor" jedoch ihren guten Ruf restlos eingebüßt, die Oper galt als Spielball für eitle Koloratursoprane, die zwar mit ihrer stimmlichen Brillanz zu glänzen verstanden, die dramatischen Anforderungen jedoch nicht erfüllen konnten. Das änderte sich mit dem Entstehen dieser Einspielung und dem Auftritt des Phänomens Maria Callas grundsätzlich.
Im Gegensatz zu den singenden Spieldosen, die über lange Zeit für die Hauptpartie dieser Oper prädestiniert schienen, besaß die Callas schon in frühen Jahren eine einzigartige Stimme, die diese Aufnahme entscheidend prägt. Zwar besaß sie die nötige ausgefeilte Technik, um die immensen Koloraturanforderungen dieser Partie zu bewältigen, was ihr hier spielend gelingt, doch die wirkliche Sensation ist hier ihre Ausgestaltung der sonst etwas oberflächlich wirkenden Rolle, das Eingehen auf den Text und die Situation der Szenen, keine Phrase wird leichthin einfach weggesungen, jedes Wort unterlegt die Callas mit Bedeutung und findet instinktiv stets den richtigen Ton. Diese Aufnahme entstand 1953, als sie noch ganz am Anfang ihrer grandiosen Karriere stand und als ihre Stimme noch keinerlei Spur von Überbeanspruchung zeigte, so daß man hier eine stimmlich makellose und gestalterisch hervorragende Lucia geboten bekommt, die noch nach über 50 Jahren und zahlreichen weiteren Aufnahmen nichts von ihrer Faszination verloren hat.
Für die Partie des Edgardo, Lucias verbotenem Liebhaber, wurde im jungen Giuseppe di Stefano die ideale Besetzung gefunden. Er nutzt seine Chance und vollbringt eine grandiose gesangliche Leistung, beherrscht nicht nur das heldische Schmettern, sondern auch die sensible Phrasierung in den Liebesszenen, vermag auch mal, einen Gang zurückzunehmen (für Tenöre immer eine Überwindung) und sich ins Ensemble einzugliedern. Auch für di Stefano bedeutete diese Aufnahme den Startschuß zur Weltkarriere, für lange Zeit galten Maria Callas und er seither als das Traumpaar der Opernbühne.
Der Dritte im Bunde ist Tito Gobbi als Lucias böser Bruder Enrico. Ähnlich der Callas war er nicht nur an stimmlichen Glanzpunkten interessiert und besaß eine unverkennbare, ungeheuer ausdrucksstarke Stimme, gepaart mit großer darstellerischer Intelligenz, die ihn vor allem bei der Darstellung der klassischen Bösewichter der Opernbühne (Scarpia, Amonasro, Jago) davor bewahrte, einen weiten Bogen um Klischees zu machen. Gesanglich ist er ausgezeichnet, wobei seine Stimme in höheren Passagen stets etwas zum Wackeln neigte, was aber nicht weiter ins Gewicht fällt. Auch hier gelingt ihm eine ungewöhnlich differenzierte Darstellung des ansonsten recht stur wirkenden Lord von Lammermoor, leider wurde seine Partie etwas gekürzt.
Dirigent ist hier der große Callas - Förderer Tullio Serafin, der sich, wie für ihn üblich, niemals zum Star am Pult aufspielt, sondern das Orchester mit großem Verständnis für Donizettis Intention und viel Gefühl für das Bühnengeschehen und die Bedürfnisse seiner Sänger leitet.
Das Gespann Callas - di Stefano - Gobbi - Serafin fand sich in dieser "Lucia" - Aufnahme zum ersten Mal zusammen, und die außerordentliche Qualität dieser Einspielung bewirte noch einige weitere, grandiose Opernaufnahmen, von denen noch heute keine ihre Mustergültigkeit eingebüßt hat.
Noch ein Wort zur Klangqualität: Natürlich war 1953 an Stereo - Qualität noch nicht zu denken, und auch gegenüber dem Klangbild der "Tosca" - Aufnahme aus dem gleichen Jahr ergeben sich einige Differenzen. Das Grundrauschen wurde zwar herausgefiltert, dafür klingen an einigen Stellen die Sängerstimmen jetzt etwas dumpf.
Trotz dieses kleinem Makels: Diese Lucia muß man gehört haben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 5, 2013 10:56 AM MEST


Revolver
Revolver
Wird angeboten von XXAXX
Preis: EUR 12,00

37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Meisterstück der Fab Four, 12. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Revolver (Audio CD)
Musikalisch gesehen war das Jahr 1966 ein extrem Gutes. Bob Dylan veröffentlichte sein Meisterwerk "Blonde On Blonde", die Beach Boys brachten das legendäre "Pet Sounds" heraus und die Beatles erreichten mit "Revolver" den Gipfel ihrer Kreativität. Die Entwicklung, die bereits auf dem Vorgänger "Rubber Soul" zu hören war, setzte sich bei den Aufnahmen zu "Revolver" fort. Die Beatles verwendeten mehr Zeit auf die Entwicklung des Sounds und ließen sich, allen voran George Harrison, der hier gleich drei hervorragende Beiträge liefert, von fremden Musikstilen beeinflussen. John Lennon bezeichete "Revolver" als das "Acid Album" der Beatles, in der Tat waren bei der Entstehung der Platte eine ganze Menge bewußtseinserweiternder Drogen im Spiel, auch dies ist deutlich hörbar. "Revolver" markiert den Höhepunkt und gleichzeitig das Ende einer Ära, es ist das letzte Album, auf dem alle vier Beatles mit vereinten Kräften beteiligt waren und das erste, auf dem sich die individuellen Songwriter Freiraum schafften. Bereits auf dem nächsten Album "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" machen sich die ersten Auflösungstendenzen in dieser einzigartigen Band bemerkbar. Auf "Revolver" jedoch bekommt man jedoch noch einmal alles zu hören, was die Beatles so einmalig macht.
George Harrisons "Taxman" macht den Anfang, über einem treibenden Beat singt Harrison einen ätzend satirischen Text über die britische Steuerpolitik (der extreme finanzielle Erfolg britischer Bands hatte den königlichen Fiskus auf den Plan gerufen) und beschimpft die einstigen Premierminister Wilson und Heath als Steuereintreiber. Ein starker Auftakt.
"Eleanor Rigby" ist ein absoluter Meisterstreich von Paul McCartney. Keiner der Beatles spielte bei diesem Song ein Instrument, Produzent George Martin schrieb ein Arrangement für ein Streicheroktett, darüber erzählt Paul die traurige Geschichte der bemitleidenswerten Eleanor, die nach einer Hochzeit den Reis in der Kirche aufliest und findet eindringliche Bilder, die die Ausmaße der menschlichen Einsamkeit schildern. Trotz des tragischen Themas stieg die Single sofort auf Platz 2 der britischen Charts ein und hielt vier Wochen lang die Spitze.
"I'm Only Sleeping" ist ein famoser Alleingang von John Lennon und laut George Harrison der erste Song, bei dem die Beatles ein rückwärts abgespieltes Instrument (in diesem Fall bei einem Gitarrensolo) verwendeten. Der sarkastische Text erinnert ein wenig an "Dandy", bzw. "Dedicated Follower Of Fashion" von den Kinks, Lennon beschreibt darin jedoch sein eigenes gelangweiltes Luxusleben in der Londoner Vorstadt, ein gnadenlos kritisches Selbstportrait.
"Love To You" ist der zweite Harrison - Beitrag. Die Sitar, Harrisons neues Lieblingsinstrument, hat hier zum ersten mal die Ehre, das Leadinstrument eines Beatles - Songs zu sein, ferner holte man noch den Tabla - Spieler Anil Bhagwat ins Studio. Der erste Bealtes - Song mit wirklich orientalischer Atmosphäre, der viele andere Bands beeinflussen sollte.
Es folgt "Here, There And Everywhere", wieder ein klassischer McCartney - Ohrwurm, ganz klar von Brian Wilson, dem genialen Songwriter der Beach Boys, beeinflußt und eines der schönsten Liebeslieder der Beatles.
"Yellow Submarine" ist einer dieser Songs, die jeder schon mal gehört hat. Inzwischen über 40 Jahre alt, ist er noch immer in jedem Fußballstadion verteten. Geschrieben als Gesangsbeitrag für Ringo scheint es vor Drogenanspielungen nur so zu wimmeln, so knallbunt kommt der Text daher. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um ein simples Kinderlied, das immerhin die Inspiration für den genialen gleichnamigen Zeichentrickfilm war.
"She Said She Said" ist wieder ein eindeutiges Lennon - Gewächs, John setzt sich hier mit seinen LSD - Erfahrungen auseinander, inspiriert von einem Gespräch mit dem Schauspieler Peter Fonda, in dem der Satz "... I know how it feels to be dead" fiel. Ziemlich harter Stoff mit grandiosem Sound.
"Good Day Sunshine", wieder von McCartney, ist eine Hommage an die klassische britische Music - Hall, ein Gute - Laune - Lied mit unbeschwertem Text, wie es nur Paul hinbekommt.
"And Your Bird Can Sing" ist zwar einer der mitreißendsten Songs auf dem Album, inhaltlich geht es jedoch wieder um Lennons Erfahrungen mit LSD. Der Song besitzt eine unverkennbare Gitarrenline und gehört zu den besten Lennon - Songs der Beatles - Zeit, auch wenn John sein Werk später als "Schrott" bezeichnete.
Gleich darauf zeigt McCartney mit "For No One", was für ein hervorragender Songwriter in ihm steckt, der Song hat ein sehr kompliziertes Arrangement und es gibt ein kurzes Hornsolo, was noch keiner anderen Band eingefallen war.
"Doctor Robert" ist eine Hommage an einen New Yorker Arzt, der prominente Patienten immer bereitwillig mit den gewünschten Drogen versorgte, gemeint ist Dr. Robert Freyman, ein bekannter Promi - Mediziner.
"I Want To Tell You" von George Harrison besticht durch einen für die Bealtes ungewöhnlich schwermütigen Text und komplizierten Harmoniewechseln.
"Got To Get You Into My Life" ist noch einmal allerfeinster McCartney, musikalische deutlich von Motown inspiriert und mit großer Bläsersektion augenommen. Paul nimmt hier skeptsch Stellung zur neuen Modedroge LSD, die er zu dem Zeitpunkt noch nicht probiert hatte.
Das Album endet mit "Tomorrow Never Knows", einer der härtesten und eindeutigsten Drogensongs der Beatles, Lennon nahm zu dieser Zeit intensiv LSD und beschäftigte sich mit dessen bewußstseinerweiternder Wirkung. Lennons Stimme wird hier technisch verfremdet, um die Toneffekte zu erzielen wurden zufällig abgespielte Bandschlaufen aufgenommen. Das Ergebnis ist eines der ersten psychedelischen Meisterwerke.
Das Album zeigt die Beatles auf dem Höhepunkt ihrer Inspiration, als sie noch als Band mit vereinten Kräften an einem Strang zogen. Schon kurz nach den Aufnahmen hörten sie auf, Konzerte zu geben und der langsame Trennungsprozeß setzte ein. Hier gibt es noch einmal die wohl einflußreichste (und für viele beste) Band aller Zeiten zu ihrer größten Zeit zu hören.
Für jeden Musikliebhaber unverzichtbar.


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