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Fodderstompf (Düsseldorf)

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Terrorismus-Lügen: Wie die Stasi im Untergrund agierte
Terrorismus-Lügen: Wie die Stasi im Untergrund agierte
von Regine Igel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

13 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unsachlich, hysterisch - eine Zumutung, 20. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Machwerk ist eine absolute Zumutung, ich wußte beim Lesen
nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Die Autorin ist dem
von ihr gewählten Stoff in keiner Weise gewachsen, die von ihr
"ausgewerteten" Quellen kann sie mangels Sachkunde nicht korrekt
einordnen oder bewerten, die von ihr aufgestellten Behauptungen
kann sie an keiner einzigen Stelle belegen - dieses Machwerk ist
eine einzige Katastrophe.
Die Autorin belässt es durchweg bei Andeutungen, verschwörungs-
seligem Geraune, dreisten Unterstellungen, ohne irgendwo
konkret zu werden. Will man an irgendeiner Stelle zupacken,
fasst man nur in heiße, oder besser lauwarme Luft. Die Kern-
these, nämlich eine "dauerhafte (...) Steuerung des deutschen
und internationalen Terrorismus (...) von Anfang an durch die
Stasi" (S.7), kann die Autorin nirgends belegen.
RAF-Terroristen, die von der HVA observiert werden, erhalten
behördenintern Kenn-Nummern? Das "könnte ein Indiz für IM-
Tätigkeit sein" (S.53). Auslagen und entstandene Kosten in
HVA-Kassenbüchern werden zu "ausgezahlten Summen" (S.111) an
die Observationsobjekte.
Der Jargon, dessen sich die Autorin bedient, spricht dabei für
sich, kein Wunder, daß die "Junge Freiheit" begeistert von dem
Machwerk ist: da ist es "aufschlussreich", daß Personen "aus
einer jüdisch-kommunistischen Familie" stammen (S.112), da
agiert der "ägyptisch-jüdische Kommunist" Curiel (S.135), da
hat eine Person "möglicherweise [sic] antifaschistische, wenn
nicht kommunistische Familienwurzeln", stammt also aus einer
"möglicherweise [sic] kommunistischen Familie" und lebt zudem
(hört hört!) "in einem Haus mit unklarer Finanzierung" (S.222).
Da mutiert der MfS-Informant Kurras zum "Schläfer" (S.241),
der die "Militanz anzuheizen" hatte (S.19), da ist die RAF-
Strategie "reine SED-Linie" (S.56) bzw. "Stasi-Linie pur"
(S.91), die Friedensbewegung "Element einer sowjetischen
Langzeitstrategie" (S.59), und auch die ominöse Miltärorgani-
sation der DKP wird wieder bemüht (eine Organisation, die so
geheim war, dass niemand je von ihr gehört hat oder Mitglied
in ihr war...). Zum Schluß "steuert" das MfS auch noch die
westdeutsche Neonaziszene und steckt wohl auch hinter dem
Oktoberfestattentat (S.261) - drunter tuts Frau Igel nicht.
Vollends bizarr wirkt es denn nur noch, wenn sie die
INPOL-Dateien (S.184ff) der westdeutschen Polizei (Nachfragen,
ob es sich bei kontrollierten Personen um gesuchte Terroristen
handeln könnte) für TATSÄCHLICHE Bewegungsmuster der Gesuchten
hält - dass so auch Tote wiederauferstanden sein sollen? Für
die Autorin ein Hinweis, dass man uns etwas verheimlicht!!!

Nein, dies ist ein Buch, das in seiner Hysterie und Unsach-
lichkeit nur ärgerlich ist. Die Autorin sollte nicht über Themen
schreiben, denen sie nicht gewachsen ist. Ich habe das Buch in die
Mülltonne geworfen, und dort gehört es auch hin.


Joseph Goebbels: Biographie
Joseph Goebbels: Biographie
von Peter Longerich
  Gebundene Ausgabe

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Finger weg, 21. November 2012
Um dieses Buch sollte jeder, der sich über die Zeit des deutschen
Faschismus informieren möchte, einen weiten Bogen machen.
Schlagworte und Floskeln des NS-Jargons werden unkommentiert
übernommen, zeitgeschichtliche, gesellschaftliche oder gar
wirtschaftliche Hintergründe kaum geliefert. Erklärt oder
verdeutlicht wird nichts, geboten wird eine bloße Abfolge
zusammenhangloser Ereignisse, es bleibt ein Zerrbild der
damaligen Zustände.
Geschrieben wird fast ohne jede innere Distanz aus der Perspektive
des Regimes und seines Protagonisten, abstoßend wirkt es dann
nur noch, wenn sich der Autor z.B. bei der Schilderung der
"Isidor"-Rufmordkampagne (S.102-104) deutlich amüsiert.
So geht es dann weiter: Goebbels liefert im Wahlkampf "stimmungs-
volle Reportagen" (S.213), das Hoffen auf den Bruch der Anti-
Hitler-Koalition wird als "in gewisser Weise realistisch"
bewertet.
Wenn der Autor die NS-Betriebszellen als "Arbeitnehmerorgani-
sation der NSDAP" bezeichnet, den NS-Totenkult "Trauerarbeit"
nennt, dann handelt es sich nicht um ärgerliche Stilblüten,
sondern der Autor meint es so.
Völlig lächerlich als Historiker macht sich der Autor auf
S.675, wo er von der "mangelnden Autonomieentwicklung des
2-3jährigen" Goebbels fantasiert. Dass der Autor Goebbels eine
"schwere nazißtische Persönlichkeitsstörung" bescheinigt, ist
da nur folgerichtig. Belege? Unnötig, der Autor hat sich mit
ihm bekannten Psychotherapeuten darüber unterhalten.

Fazit: Finger weg. Lesen Sie sich einfach das gleichnamige
Kapitel "Fazit" am Ende dieses Machwerkes durch, dort finden
Sie die Zusammenfassung dessen, um was es dem Autor ging.
Es ist ein peinliches Buch, das der Autor sich und uns
besser erspart hätte.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 12, 2013 12:56 AM CET


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