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Themistokeles

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Elbenthal-Saga: Die Hüterin Midgards
Elbenthal-Saga: Die Hüterin Midgards
von Ivo Pala
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Die Elbenthalsaga ~ Die Hüterin Midgards, 4. Juni 2012
Die alten germanischen Göttersagen fand ich schon immer durchaus spannender als die der griechischen oder der römischen Mythenwelt. Ebenso wie die alten deutschen Heldensagen, wie das Nibelungenlied, mich schon immer fasziniert haben.

Mit der Elbenthal-Saga, die unter anderem schon durch den Titel ihres ersten Bandes "Die Hüterin Midgards" erkennen lässt, dass sie in der Nähe der germanischen Mythenwelt angesiedelt ist, bringt Ivo Pala viele dieser daher bekannten Charaktere in einem neuen Gewand in eine spannende Geschichte ein.

Kennt man sich mit der germanischen Mythenwelt ein wenig aus, dann begegnen einem in diesem Roman sehr schnell bekannte Namen und auch Geschöpfe, die aber dank Pala nicht wie ein Abklatsch ihrer Vorbilder wirken, sondern einen ganz eigenen, neuen Charakter bilden, der sich jeweils gelungen in Palas Welt einfügt.

Die Idee hinter Elbenthal gefällt mir richtig gut, auch wenn man diesem Band schnell anmerkt, dass er zunächst zur Einführung in die Reihe dient, obwohl ihm eindeutig auch nicht an Spannung fehlt, er aber auch einen stark einleitenden Charakter hat. Insbesondere die Art Elfen, wie sie von Pala entwickelt wurde, ist etwas besonderes, da sie eine sehr gute Mischung zwischen der traditionellen Darstellung und der modernen Welt bilden.

Svenya als Protagonistin war mir im Grunde genommen auch recht sympathisch, auch wenn ich sie in manchen Situationen nicht wirklich verstanden habe. jedoch gelingt es sehr gut, dass die wichtigen Personen um die Protagonistin herum, wie auch sie selbst, nicht nur flache Geschöpfe sind, die rein auf dem Papier existieren, sondern, dass sie alle einen eigenen Charakter entwickelt haben, der sie real wirken lässt und der hoffentlich in den folgenden Bänden noch weiter ausgebaut wird, so dass man an ihnen noch weiter Facetten erkennen kann.

Das Buch bietet einem neben den üblichen Spannung erzeugenden Geschehnissen, wie neuen und vollkommen fremden Erlebnissen, wie auch Gefahrensituationen vor allen Dingen auch noch einiges an Gefühl, was ich zunächst nicht so sehr erwartet hätte und außerdem noch besonders schöne Intrigen.

Insgesamt ein sehr gelungener Auftakt zu einer Reihe, von der ich mir erhoffe, dass sie ihre Qualität beibehalten kann und der eindeutig auch nicht nur für jugendliche geeignet ist, sondern bei dem auch der erwachsenen Leser Spaß haben kann.


Die Reliquien von Lissabon
Die Reliquien von Lissabon
von Jörgen Bracker
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Reliquien von Lissabon, 4. Juni 2012
Die Geschichte rund um Klaus Störtebecker ist in Deutschland zumindest in dessen Norden sehr bekannt und auch in vielen anderen Teilen Deutschlands ist zumindest sein Name so bekannt, dass man damit eine Geschichte verbindet, auch wenn man sie nicht kennt. In der Bruderschaft der Vitalienbrüder, der Störtebecker angehörte, waren jedoch noch weitaus mehr Männer aktiv, die sich durch ihre Taten auf See einen Namen gemacht haben, wie Gödecke Michels, dessen Gefangennahme zu den Geschehnissen geführt hat, die in diesem Roman auf fiktive Weise erzählt werden. Bei ihm und seinen Männern soll sich eine Reliquie befunden haben, die ursprünglich aus Lissabon stammt, sowie ihm ein Gelöbnis abgenommen worden, dass sie eines Tages nahe Lissabon eine Kirche zu Ehren dieser Reliquie errichten würden.

Nach ihrer Hinrichtung macht sich der Hamburger Ratsherr Nikolaus Schoke auf den Weg die Reliquien wieder zurück nach Lissabon zu bringen und gerät dadurch in ein großes Abenteuer, das er so nie erwartet hätte.

Mit vielen auch durch geschichtliche Fakten belegten Personen und Geschehnissen erzählt Jörgen Bracker in diesem Roman eine spannende Geschichte rund um das Vermächtnis Störtebeckers und Gödecke Michels sowie der Seefahrt. Es ist nicht nur beeindruckend auf welche spannende, atmosphärische und authentische Weise es Jörgen Bracker schafft einem einen Teil unserer Geschichte näher zu bringen, sondern auch, wie viel man dabei über die Seefahrt und vor allen Dingen das Segeln erfährt und lernt. Angenehm in den Text und die Geschichte eingebunden wird von verschiedensten Segelmanövern und folglich auch dazu notwendigen nautischen Begriffen, Schiffsteilen und Handgriffen berichtet. Dies geschieht auf eine Weise, dass man alles auch ohne größere Kenntnisse in diesem Bereich nachvollziehen kann und es Spaß macht, diese Szenen zu lesen.

Und obwohl Jörgen Bracker von der Geschichte berichtet, hat er einen Stil gefunden, in dem die Geschichte gut und leicht zu lesen ist, es gleichzeitig aber auch schafft den Geist der damaligen zeit einzufangen, spannend zu sein und das obwohl auch historische Fakten wiedergegeben werden.

Ein Ehrlich spannendes, atmosphärisches und auch historisch sehr fundiertes Buch, das sich natürlich zur Erhaltung der Spannung an manchen Ecken der Geschichte eine kreative Freiheit herausnimmt, dabei aber einfach toll zu lesen ist und einen, wenn man sich auf diesen historischen Stoff einlassen mag, der Zeit der großen Seefahrer näher bringt.


Als die schwarzen Feen kamen
Als die schwarzen Feen kamen
von Anika Beer
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Als die schwarzen Feen kamen, 4. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Als die schwarzen Feen kamen (Broschiert)
Ich habe schon lange keinen Roman mehr gelesen, der eine solch düstere und ausgeprägte Atmosphäre hatte, wie "Als die schwarzen Feen" kamen, denn durch den ganzen Roman zieht sich ein gewisses Gefühl von dunkler Trauer und auch Einsamkeit, das man den ganzen Roman hindurch sehr deutlich spürt und welches nur ab und an von einem leichten Schimmer der Hoffnung durchbrochen wird.

Doch gerade auch diese Atmosphäre hat das Buch für mich zu etwas besonderem gemacht, da man die schwarzen Feen und ihre Bedrohlichkeit, wie allein schon ihre Anwesenheit regelrecht gespürt hat. Allein die Idee, dass in jedem Schatten eines Menschen eine Kreatur lebt, die in gewissem Maß aus den eigenen negativen Gedanken entstanden ist und von diesen genährt wird, wie auch die schwarzen Feen, die eine dieser Kreaturen sind, fand ich einfach irgendwie gruselig schön und sehr stimmig. Insbesondere, da jede Kreatur, abhängig von ihrem Menschen, anders aussieht, so wie ja auch jeder Mensch von seinen Erfahrungen und Gedanken ganz anders ist. Des Weiteren sehr gut dahinter finde ich, dass der Großteil der Menschen von ihrer Kreatur auch einfach gar nichts mitbekommt, sieh nicht sehen kann und ganz arglos weiterlebt.

Vor allen Dingen war jedoch auch Maries Charakter sehr schön und hat mir gut gefallen, da sie alle ihre Gefühle bis an die Oberfläche getragen hat, man ihre Trauer über verletzende Handlungen, ihre Verzweiflung, ihre Wut, aber auch ihre Hoffnung und Freude gespürt hat und das alles aus den Situationen heraus einfach so verständlich war und man sich selbst einfach denken musst, dass es einem genau in dem Augenblick auch so gegangen wäre. Der neben ihr die Geschichte dominierende Gabriel hat mir durch seine mysteriöse Art auch sehr gefallen, da sie unter anderem auch die Spannung stark gesteigert hat, die innerhalb des Romans, auch in alltäglichen Situationen, immer unterschwellig vorhanden und zu spüren, jedoch nicht sehr direkt war.

Neben dem Fantasy-Anteil des Romans fand ich vor allen Dingen auch sehr interessant und gut umgesetzt, dass so viele reale und teilweise alltägliche Probleme mit angesprochen wurden und aufgetaucht sind und sich Marie nicht nur mit den Feen auseinandersetzen musste, sondern auch mit Zerwürfnissen zwischen Freunden, den ersten Partnern bzw. der Partnersuche und auch den kleineren oder manchmal größeren Problemen unter anderem mit den Eltern. Dadurch wurde der Roman noch auf eine Ebene gehoben, die in ihrer Deutung ein Stück aussagekräftiger ist, denn durch die düstere Atmosphäre bedingt, merkt man einfach, wie schwer das Leben für einen aussehen kann, dass man aber nie die Hoffnung dabei verlieren sollte.

Insgesamt ein Roman, der in meinen Augen vor allen Dingen über seine düstere Atmosphäre und seine wunderschöne Idee hinter den Schattenkreaturen lebt, aber ein wenig zu früh zu Ende gegangen ist, da mir der Abschluss zu abgehackt vorgekommen ist, da vieles offen im Raum stehen gelassen wurde und einem doch noch einige Fragen bleiben, deren Klärung noch schön gewesen wäre.


Verkehrt!
Verkehrt!
von Thorsten Nesch
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

4.0 von 5 Sternen Verkehrt!, 4. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Verkehrt! (Taschenbuch)
Viele fragen sich, wie es wohl wäre dem anderen Geschlecht anzugehören und wie dann wohl manche Dinge wären. Für einen Tag mal kurz zu tauschen, um dies auszuprobieren und danach wie gewohnt weiter zu leben, würden wohl die meisten mal ausprobieren. Was macht man jedoch, wenn die ganze Sache unbeabsichtigt passiert und man plötzlich in dem Körper von jemand anderem tauscht, der zum einen vom anderen Geschlecht ist und zum anderen nicht unbedingt jemand, den man gern mag, da er unhygienisch, arrogant oder ähnliches ist?!

Genau das passiert Elisabeth, Tochter aus reichem Haus, mit Frank, dem unhygienischsten Typen der ganzen Klasse, bei einem Versuch im Physikunterricht. Wie erschrocken die beiden zunächst sind, ist einfach klasse dargestellt, da man sich selbst gut vorstellen kann, die sie sich zunächst fühlen. Jedoch findet dann ein für den Leser sehr verständlicher Meinungswechsel bei Frank statt, denn warum sollte er wieder zurücktauschen wollen, so wie Elisabeth, denn ihn hat es deutlich besser getroffen in seinem neuen Körper.

Es ist richtig interessant dargestellt, wie unterschiedlich die Leben der beiden sind, denn von Kapitel zu Kapitel wechselt die Perspektive zwischen den beiden Ich-Erzählern Frank und Elisabeth und es ist einfach sehr gelungen, wie die beiden ihre Probleme mit ihrem neuen Leben kennenlernen, ihre Gefühle dazu äußern und versuchen sie zu bewältigen oder wie sie in Franks Fall, langsam immer mehr Vorteile sehen und versuchen diese zu nutzen und welche Einfälle sie dabei so haben. Auch die Änderungen des Verhaltens durch den Wechsel und die Reaktionen ihrer Umgebung der beiden sind auch einfach nur grandios witzig erzählt, wobei der Humor in diesem Roman vor allen Dingen durch die Dialoge erzeugt wird.

Des Weiteren macht es auch einfach Spaß, mitzuerleben, wie die beiden mit dem Leben des jeweils anderen zu kämpfen haben, besonders, wenn sie plötzlich Dinge können müsste, die sie in ihrem Leben noch nie gemacht haben und bei welchen Aktionen von ihnen ihre Umgebung trotz komischen Verhaltens ganz anders reagiert, als man erwartet hätte.

Nebenher bleibt natürlich immer noch hintergründig die Spannung erhalten, ob Elisabeth es noch schaffen wird Frank, der so schon ganz zufrieden ist, davon zu überzeugen die Körper wieder zurückzutauschen.

Eindeutig eine turbulent witzige Geschichte, die durch ihren Humor nicht nur für Jugendliche ausgelegt ist, sondern auch Erwachsenen Spaß machen kann, wobei man dann natürlich die Pubertären Probleme der Protagonisten vielleicht nicht mehr ganz so verständlich sind.


Mörderisches Wiedersehen: Ein Leah & Louis Krimi
Mörderisches Wiedersehen: Ein Leah & Louis Krimi
von Olivia Meltz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mörderisches Wiedersehen ~ Ein Leah und Louis Krimi, 4. Juni 2012
Detektivgeschichten haben mich schon immer fasziniert, da Detektive meist ganz allein durch ihr Können auf die Lösung eines Falls kommen müssen und nicht die ausgereiften Hilfsmöglichkeiten der Polizei nutzen können. Auch heute mag ich Krimis mit Detektiven als Ermittlern immer noch deutlich lieber, als wenn es rein Polizisten sind, die dem Fall nachgehen. Mit Leah und Louis ist den Autoren dieses Romans, denn es handelt sich bei Olivia Meltz um eine Autorenduo, auf jeden Fall ein sehr tolles und sympathisches Detektivteam gelungen, da sie zum einen sehr gut harmonieren und zum anderen aber auch sehr unterschiedlich sind.

Der Fall, in dem die beiden in diesem Roman ermitteln, holt die beiden aus dem typischen Alltagstrott eines Detektivs, nämlich untreue Ehepartner in flagranti zu erwischen und der Untreue zu überführen. Ein erfolgreicher Architekt ist spurlos verschwunden und seine Frau ist davon überzeugt, dass dieses Verschwinden nicht freiwilliger Natur ist. Ein chloroformgetränktes Tuch in ihrem Flur legt diesen Schluss auch sehr nah und da sie der Polizei nicht wirklich traut, betraut sie Leah und Louis mit dem Fall.

Auch wenn man ab einem gewissen Punkt der Handlung schon sehr leicht ahnen kann, worum es in dem Fall wirklich geht und was der Hintergrund der Tat ist, tut das der Geschichte keinen so großen Abbruch. Das ist darin begründet, dass aufgrund der charakterlichen Eigenschaften der Protagonisten Leah und Louis die Geschichte einen sehr eigene Charakter entwickelt und besonders einfach von den Gesprächen und Erlebnissen der beiden geprägt wird und durch welche die Spannung irgendwie trotzdem man vieles schon innerlich weiß, am Laufen gehalten wird. Von daher macht es trotz mancher kleiner Schwächen einfach Spaß der Geschichte zu folgen, da die Atmosphäre eine ganz besondere ist. Das Problem an dem Fall und seiner leichten Lösbarkeit liegt darin, dass der Kriminalfall in ähnlicher Form schon des öfteren Verwendung gefunden hat und man daher sehr leicht durchschauen konnte worauf es hinauslaufen könnte und dass dann nicht einmal die Überraschung kommt, dass es doch ganz anders war. Jedoch wurde er an sich sehr schön verpackt, was bisher nicht bei jeder Variante vorgekommen ist, die ich in diesem Fallverlauf kennengelernt habe. In manchen Situationen ist es leider auch so, dass doch manche Begebenheiten sehr zufällig wirken und das schon manchmal zu zufällig, als das man sie noch glauben könnte, was jedoch nur in geringem Maß stört.

Und auch wenn der Fall leicht zu lösen war, freu ich mich schon auf den nächsten Fall von Leah und Louis, da mir die beiden mit ihren kleinen Macken und Sticheleien untereinander einfach sympathisch geworden sind, in der Hoffnung, dass dann auch der Fall ein wenig anspruchsvoller sein wird.


Die toten Frauen von Juárez: Roman
Die toten Frauen von Juárez: Roman
von Sam Hawken
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

2.0 von 5 Sternen Die toten Frauen von Juárez, 4. Juni 2012
Sam Hawken bedient sich bei seiner Geschichte vor allem den Titel betreffen, einer realen Begebenheit, nämlich dem Verschwinden hunderter Frauen aus der Stadt Ciudad Juárez. Erwartet man jetzt jedoch, dass das Buch sich tiefergehend mit dem Thema beschäftigt, liegt man gänzlich falsch.

Auch der im Klappentext angesprochene Boxer Kelly Courter nimmt keine so große Rolle ein, wie man zunächst vermuten könnte, stattdessen taucht ein weiterer Charakter auf, der ebenso relevant ist, der Polizist Sevilla, den man sogar besser kennenlernt, als Kelly Courter selbst.

Zudem zeigt einem der Roman auf, wie übel einen das Konsumieren von etwaigen Drogen hinrichten kann, insbesondere sehr deutlich und in gewisser Weise auch ekelerregend, bei den härteren Vertretern. Doch das ist lange noch nicht alles, denn sollte diese Darstellung, die der Roman einem gibt, der Wahrheit entsprechen, wie es im mexikanischen Rechts- und Polizeisystem zugeht, dann wäre dieser Zustand mehr als katastrophal. Zum einen wären dann brutalste Foltermethoden, die im Roman nur zu genau dargestellt werden, an der Tagesordnung. Wie zudem auch als tödliche Unfälle getarnte Morde durch die Hand der Polizisten Gang und Gebe. Zum anderen wäre das gesamte System außerdem ein reinster Moloch aus Verderben, Drogen, Vergewaltigung, Gewalt und Mord.

Das Bild, dass der Autor zeichnet, ist extrem düster, verdorben und abstoßend und allein die Vorstellung, dass solche Zustände eventuell irgendwo real existieren, klingt einfach verrückt, da sie so katastrophal wären. Insbesondere auch, wie die Charaktere in dieser Umgebung dargestellt wurden und wie abstoßend sie auf mich wirkten. Mich hat jedoch nicht diese blutige und brutale Darstellung der Umstände am meisten gestört, sondern vor allen Dingen, dass so extrem viel an der äußeren Verpackung des Romans etwas vollkommen anderes erwarten lässt, als einem geboten wird, denn die toten Frauen spielen keine sehr große Rolle und auch Kelly Courters Rolle weicht einfach zu stark ab. Außerdem waren mir beide Protagonisten, wenn auch gut dargestellt, einfach nur unsympathisch und haben mich extrem abgestoßen und daher in keinem Fall Figuren zur Identifikation. Dazu kommt noch, dass viele Sätze auf Spanisch sind und diese nie übersetz werden, so dass man sich deren Bedeutung, bei Unkenntnis der spanischen Sprache, nur irgendwie versuchen kann zu denken, was den Lesespaß an vielen Stellen stark eindämmt.

Insgesamt ein seltsamer Roman, den man vielleicht mögen kann, wenn man an ihn ohne große Erwartungen rangeht, die der Titel einem eingeben könnte und zudem der spanischen Sprache mächtig ist, der jedoch eindeutig einfach nicht meins war.


Namiko und das Flüstern
Namiko und das Flüstern
von Andreas Séché
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Namiko und das Flüstern, 4. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Namiko und das Flüstern (Gebundene Ausgabe)
In vielen kleinen Dingen ist Japan ein Land, das sich ziemlich von den westlichen Ländern unterscheidet und trotzdem gibt es noch einige Gemeinsamkeiten zwischen den Japanern und uns und zudem können wir extrem viel von ihnen und ihren Einstellungen sowie ihrer Kultur lernen.

Namiko schafft es auf eine ganz wundervolle Weise einem Japan näher zu bringen, indem sie einem genau die ruhigen Aspekte der japanischen Kultur näher bringt, wie die der japanischen Gärten und der Aussagen, wie man in der Gartenkunst durch gestalterische Maßnahmen oder bestimmte Pflanzen erzeugen kann. Zudem auch die Entstehung und genaue Bedeutung der japanischen Schriftzeichen und durch welche kulturellen Aspekte sich jedes der Schriftzeichen so entwickelt hat, wie es heute ausschaut.

Durch diese vielen kleinen stillen Aspekte der japanischen Kultur zeigt Namiko einem direkt auf, wie intim diese sein können und wie besonders, denn nicht umsonst drücken Japaner durch vollkommene Stille die größte Begeisterung aus. Vor allen Dingen das Flüstern, welches zum einen leise und zum anderen meist eine sehr intime Handlung ist, hat für Namiko eine besondere Bedeutung.

Zwischen dem Protagonisten und Namiko entwickelt sich eine immer inniger Beziehung, da Namiko ihn immer mehr fasziniert und ihm zeigt, dass sie etwas ganz besonderes ist, wie auch ihre Sicht auf die Welt und die Wesen in ihr.

Während man Namiko und dem Erzähler folgt, kann man nebenbei einiges über und für sein eigenes Leben lernen, denn Namiko kann einem mit ihrer Philosophie noch einiges beibringen und regt einem zum Nachdenken und Reflektieren an. Vor allen Dingen jedoch schafft es die Geschichte einen durch ihre Atmosphäre tief im Inneren zu bewegen, sowohl durch dei Freude, als auch durch die Ruhe und ab und an auch durch die Trauer, die sie ausstrahlt. So stark, wie dieser Effekt bei diesem Roman ausgeprägt ist, habe ich es für mich auch noch nie bei einem Roman empfunden, da er mich noch eine sehr lange Zeit stark bewegt hat und ich immer wieder an ihn und die Geschichte die er mir erzählt hat denken muss, so dass ich ihn immer noch sehr positiv in Gedanken habe.

Mir fällt es jedoch auch sehr schwer wirklich in Worte zu fassen, was diese Buch in mir an Gedanken und Empfindungen ausgelöst hat, da es doch sehr viele waren und ich immer wieder, auch im Nachhinein etwas neues in der Geschichte finden kann und sie immer wieder lesen würde, da es einfach so wundervoll ist und man ihm kaum in einer Beschreibung gerecht werden kann. Man muss es einfach selbst lesen und selbst empfinden, wie das Buch auf einen wirkt.


Berlin Werwolf: Blutsbrüder
Berlin Werwolf: Blutsbrüder
von Rainer Stenzenberger
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Berlin Werwolf: Blutsbrüder, 4. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Berlin Werwolf: Blutsbrüder (Broschiert)
Viele Fantasy-Kreaturen in modernen in jüngerer Zeit entstandenen Romanen sind dazu verdammt worden ihren altbekannten, natürlichen Charakter zu verleugnen und zum sympathischen mysteriösen, meist Teenager, oder ähnlichem zu werden, der der Menschheit nur Gutes will und in den sich das nette Mädchen von nebenan unsterblich verliebt.

Gero von Sarnau ist zwar ein Werwolf in einem Roman der jüngeren Zeit, trotzt aber diesem Klischee in so gut wie allen Punkten, denn er ist eine typischer Werwolf und darf in diesem Roman auch einfach blutrünstig und wie es einem Werwolf gebührt auch mal böse und animalisch sein. Zudem wiederspricht er auch als Mann dem Kerl, der seinem Mädchen treu zur Seite steht.

Gerade die Werwolfdarstellung, bei der Gero nicht mehr wie eine Mensch denken kann, sich seine Wahrnehmung ins tierische verschiebt und eindeutig klar erkennbar ist, dass er als Werwolf in vielen Belangen unberechenbar ist, hat Rainer Stenzenberger enorm gut dargestellt. Vor allem, wenn der tierische Anteil so gereizt wird, dass Gero in einen Blutrausch verfällt.

Jedoch wird die Geschichte nicht unbedingt von Geros Dasein als Werwolf getragen, sondern vor allen Dingen von den einzelnen Charakteren, die neben Gero auftreten und zu ihm in einem nahen Verhältnis stehen, wie seine besten Freunde, auch mit ihm zusammen als das Kleeblatt zu bezeichnen. Denn das Kleeblatt um Gero und seine Freunde ist extrem gut charakterisiert, so dass man sich richtig gut vorstellen kann, dass die vier im realen Leben in Berlin ihr Unwesen treiben. Insbesondere auch, da jeder aus dem Kleeblatt einige Fehler, Makel und Macken hat, die realistisch wirken und nicht, wie in anderen Romanen abgehoben oder seltsam sind.

Die Spannung resultiert vor allen Dingen aus zwei Begebenheiten, denn zum einen sind die Freunde ziemlich pleite und planen einen großen Coup, um an Geld zu kommen und zum anderen taucht in Berlin der Werwolfjäger de Fortesquieue auf, der Gero das Leben schwer macht und zudem auch noch den Plan der Kleeblatts in Punkto Geld stark gefährdet.

Allgemein plätschert die Handlung gefühlt aber eher so dahin und die Beziehung der vier Freunde zueinander und auch, wie sie mit den Situationen, in die sie geraten, steht deutlich im Vordergrund. Jedoch macht das den Roman eindeutig nicht langweilig. Der Fokus dabei liegt natürlich auf Gero und seinen kleinen Eskapaden, vor allen Dingen die Frauenwelt betreffend, machen die ganze Geschichte noch ein ganzes Stück amüsanter, da Gero vor so gut wie keiner Frau halt macht, wobei auch aus der Kleeblattzusammensetzung ein ganz besonderer Humor resultiert.

Mit diesem Roman hat Rainer Stenzenberger ein Werk geschaffen, dass ganz anders ist, als viele Romane im Fantasy-Bereich, das aber auch gerade dadurch richtig gut und irgendwie was Besonderes geworden ist.


Schattenfehde
Schattenfehde
von Alf Leue
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

5.0 von 5 Sternen Schattenfehde, 4. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Schattenfehde (Taschenbuch)
Alf Leue hat ein ganz besonderes Talent dafür einen real historischen Stoff glaubhaft mit spannenden fiktionalen Elementen zu einer Geschichte zu verknüpfen und einem dadurch auch die Historie näher zu bringen.

In "Schattenfehde" verbindet er gekonnt die historische Fehde zwischen dem Mainzer Kurfürsten und Erzbischhof Diether von Ysenburg mit dem Grafen Adolph von Nassau mit der Geschichte von Berthold Graychen, der von seltsamen Visionen heimgesucht wird. Berthold versteht diese Visionen nicht und kennt auch ihren Ursprung nicht, jedoch wird er wegen diesen von der Inquisition der katholischen Kirche verfolgt.

Das Besondere an diesem Roman sind zum einen die Charaktere und zum anderen die Atmosphäre.

Bei Leues Charakteren, vor allen Dingen den fiktionalen, ist es so, dass diese kaum fiktional wirken und man sie von den realen historischen Personen kaum unterscheiden kann. Man entdeckt immer wieder neue Seiten an ihnen und ihre Handlungen wirken nicht schwarz oder weiß, so dass man sie direkt in gut und böse unterteilen könnte. Jede Handlung eines Charakters hat aus seiner Position heraus logische Motive, die für ihn die Handlung gut und sinnvoll macht, auch wenn es aus anderer Perspektive eine negative Folge haben wird. Dadurch wirken die Charaktere einfach so extrem real und menschlich, wie ich es bisher bei kaum einem anderen Autor finden konnte.

Unterstützt wird das ganze durch die Atmosphäre im Roman, da man sich Bertholds Situation, die Situation zwischen den Fürsten und auch die umgebenden mittelalterlichen Gegebenheiten einfach anhand der Beschreibungen so gut vorstellen kann, dass man sich direkt in die Zeit in die Szenen hineinversetzt fühlt und auch sofort mit allem mitfühlt. Zudem wirken Bertholds Visionen in keinem Fall lächerlich oder überzogen und abgehoben, sondern fügen sich nahtlos und sehr stimmig in die reale Welt der Geschichte ein und wirken wenn eher wie eine Art absonderliche Träume.

Jedoch handelt es sich bei dem Roman nicht unbedingt um ein Werk für einfach so nebenbei, denn bedingt durch die historischen Fakten um die politischen Verstrickungen und die Fehde, sowie die dazugehörigen Machtspielchen, muss man an einigen Stellen schon sehr genau lesen, was aber dem Lesevergnügen an sich keinen Abbruch tut.

Insgesamt ein Roman, bei dem ich begeistert bin, wie spannend und fließend man eine solche Geschichte mit so wundervoll gestalteten Charakteren erzählen kann und es schafft darin noch so viele historische Fakten einzuarbeiten und dies selbst für Geschichtsmuffel interessant zu gestalten.


Wir zwei allein: Roman
Wir zwei allein: Roman
von Matthias Nawrat
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wir zwei allein, 4. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Wir zwei allein: Roman (Gebundene Ausgabe)
Zunächst hat man bei diesem Buch den Eindruck, dass es klar ist, was der Roman einem sagen will, jedoch nur solange man nicht über den Klappentext hinausgelesen und den Roman angefangen hat, denn ab diesem Punkt kann man sich nur noch wundern.

Die angekündigte Liebesgeschichte war in meinen Augen mehr als seltsam dargestellt, denn nicht nur, dass die beiden den Eindruck erwecken, dass sie nicht wirklich großes Interesse an einer Beziehung, auch miteinander, haben beziehungsweise die Meinung dazu sehr starken Schwankungen unterworfen zu sein scheint, sie scheinen auch noch sich selbst extrem fremd zu sein.

Außerdem sind beide Charaktere sehr speziell und wirken auf mich, als seien sie psychisch recht labil. Der Erzähler zum einen scheint eindeutig eine Persönlichkeitsstörung zu haben, die es ihm unmöglich macht ein normales Leben zu führen, da er sehr selten wirklich Kontakt zu seiner Umwelt und anderen Menschen pflegt, eigentlich gar nicht in der Lage scheint, diese zu pflegen. Er hat keine wirklichen Freunde und wirkt zudem nicht wirklich wie der Klügste, sondern als würde er geistig ein wenig hinterherhinken. Zum anderen ist da Theres, die ab einem gewissen Punkt der Geschichte glasklar an einer irgendwie gearteten depressiven Störung zu leiden scheint und auf mich noch seltsamer und weltfremder wirkte als der Erzähler, wenn das denn überhaupt noch möglich war.

Durch diese psychischen Eigenarten konnte ich mich allein schon nicht mehr mit den Charakteren identifizieren, nicht mal mehr im Entferntesten und es fiel mir ehrlich schwer in der Geschichte mehr zu sehen, als eine sehr seltsame Handlung, die auch durch die sehr bildhafte und oftmals metaphorische Sprache nicht besser wurde, sondern wenn dann noch abgehobener, weil die Psychosen noch deutlicher zu Tage traten.

Neben diesen für mich schon wenig positiven Punkten, aus denen einzig wirklich angenehm die Beschreibungen der Landschaft und Umgebung, in welcher die beiden leben, heraussticht, irritierte und störte mich am meisten eine für mich seltsame Anspielung auf den bzw. ein Vergleiche mit dem Indianerstamm der Irokesen, der für mich vollkommen deplaziert wirkte und gar keinen Sinn machte.

Auch wenn ich bei Debütautoren ungern so hart bewerte, da es nun mal ihr erstes Werk ist, kann ich an dieser Stelle nur sagen, dass ich von diesem Autoren kein weiteres Werk in die Hand nehmen wollen würde, da man in meinen Augen schon einen recht speziellen Geschmack haben muss, um dem Buch wirklich etwas abgewinnen zu können.


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