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Rezensionen verfasst von
Wendra

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Eden - Das verbotene Haus (erotischer Liebesroman): Eden-Reihe
Eden - Das verbotene Haus (erotischer Liebesroman): Eden-Reihe
Preis: EUR 2,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ja, bitte mehr!, 21. November 2014
Viel hatte ich mir von dem Buch nicht versprochen, aber ich wurde positiv überrascht. Eine sympathische, neugierige, leicht verhuschte Protagonistin, interessante Charaktere, ein bisschen Hintergrundstory und ein schönes Setting.
Die erotischen Szenen waren nicht zu aufgesetzt oder plump.
Einzig mit dem Schreibstil habe ich gehadert. Gerade zu Anfang ist er für meinen Geschmack etwas unbeholfen. Es gibt seltsame Formulierungen und viele überflüssige Sätze, die dem Lesefluß nicht gut getan haben. Aber so ab Mitte des Buches gibt sich das und der Stil wird homogener und flüssiger.

Das Cover ist übrigens sehr schön ... Nur deswegen habe ich überhaupt in das Buch reingeschaut.
Ich empfehle "Eden" gerne weiter!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 21, 2014 10:55 PM CET


Sehnsüchtig - Verfallen (Part 1)
Sehnsüchtig - Verfallen (Part 1)
Preis: EUR 2,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Explizit, aber leider ohne Prickeln, 21. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mir die Bücher zugelegt, weil die Rezensionen vielversprechend klangen und auch brav gelesen.
Aber die »Sehnsüchtig«-Reihe ist leider nicht meins. Das liegt zum Einen an den Protagonisten - wieder mal erfolgreiche, gutaussehende, reiche Geschäftsleute, die sich enthemmt an an gestylten, sexy, selbstbewussten Frauen austoben, die gesellschaftlich ein Stückchen tiefer stehen. Zieht man die materielle Hülle von den Personen ab, bleiben eher langweilige Charaktere, die nichts Besonderes an sich haben - abgesehen von ihrem Sexualtrieb, den sie oft und gerne ausleben. Es sei ihnen gegönnt.

Maron ist mir unsympathisch. Nirgendwo spüre ich Herz oder Wärme, auch in den Passagen, in denen ihre Beziehung zu ihrer Schwester und ihre Verpflichtung, sich um diese zu kümmern, geschildert wird, habe ich das Gefühl, dass es einfach nur runtererzählt wird. Einerseits macht sie sich nichts aus Shoppen und materiellem Kram, andererseits lässt sie sich aber schnell und gerne beeindrucken. Diese »Ich will kein Geld ausgeben, um mir schöne Dinge zu kaufen«-Attitüde nehme ich ihr nicht ab, sorry. Sie ist mir zu erfahren und zu abgebrüht, als dass sie mir ans Herz wachsen könnte. Nichts gegen Frauen, die wissen, was sie wollen. aber es macht keinen Spaß, diese zu begleiten.

Tja, es wird gesagt, dass es ein erotischer Roman ist. Für mich ist es ein Sex-Roman, ein geschriebener Porno. Zwischen Sex und Erotik gibt es meiner Meinung nach einen Unterschied. Zweiteres findet auch unter Haut statt und dreht sich nicht ausschließlichem körperliche Befriedigung.

Mir fehlt hier das gewisse Prickeln, das feine Knistern und die nicht greifbare, aber spürbare »Tiefe« zwischen den Akteuren, die eine gut geschilderte erotische Szene unterschwellig begleiten. Hier werden Kopulationen geschildert, recht sachlich und detailliert.
Das ist sicher erregend, aber nach der dritten Szene brauche zumindest ich eine Pause und muss ein Buch aufschlagen, dessen Stil nicht ganz so nüchtern und dokumentarisch ist.
Die sich aufbauende Beziehung zwischen Gideon und Marin ist nicht meines; sie wirkt ein bisschen aufgepfropft. Gleiches gilt für die Küchenphilosophie, mit der Marons kontrollbestimmtes Verhalten und ihr mangelndes Vertrauen gegenüber den Brüdern erklärt wird.
Das Buch wurde offenbar korrigiert, vielleicht auch lektoriert. Jedenfalls ist es angenehm fehlerfrei und wirkt sehr professionell. Der Schreibstil ist wie gesagt nicht mein Ding; für meinen Geschmack zu nüchtern und ohne den gewissen Funken Magie, den ein guter Text ausmacht.

Die Bücher sind interessant zu lesen und auf jeden Fall unterhaltsam, wenn man Spaß daran hat, verschiedenste Spielarten der Kopulation zu verfolgen, aber im Endeffekt haben mich die Bände leider kalt gelassen. Schade …

Aber die Cover, die sich von Band zu Band leicht verändern und so die sich steigernde Beziehung zwischen den beiden Protas andeuten, möchte ich unbedingt lobend erwähnen. Da steckt Konzept hinter und endlich mal kein »Cover-Creator«.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 2, 2014 8:24 PM CET


Straight White Male: Roman
Straight White Male: Roman
Preis: EUR 13,99

5.0 von 5 Sternen Ein herrlicher Dreckskerl!, 24. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Straight White Male: Roman (Kindle Edition)
"Kill Your Friends" und "Music From Big Pink" kannte ich bereits und fand beide sehr, ähm, erfrischend.
"Straight White Male" ist im Schriftsteller-Milieu angesiedelt und der Protagonist ein arrogantes, egoistisches, dennoch einnehmendes A...loch.
Ich liebe diesen melancholischen Zynismus, den trockenen Humor, der das Buch durchzieht, die feinsinnigen, manchmal verletzenden Beobachtungen aus Männersicht. Die Unterschiede zwischen den Staaten und Great Britain werden herrlich lebendig rübergebracht. John Niven ist ein guter Erzähler und seine Charaktere - weit davon entfernt, Helden zu sein - begleitet man immer gerne auf ihren Lebensabschnitt zwischen Himmel und Hölle.
"Straight White Male" ist im Gegensatz zu "Music from Big Pink" oder "Kill Your Friends" ein echter fiktiver Roman mit wohltuendem Ausgang; der Charakter verändert sich im Laufe des Buches. Aber die Kapriolen bis dorthin und der Einblick in die Welt der Schriftstellerei sind wirklich lesenswert!

Wer ambivalente Charaktere mag, z.B. "Richard Sharpe" von B. Cornwell, die Bücher von Philipp Roth, Jonathan Franzen oder Nick Hornby, sollte John Niven unbedingt eine Chance geben.


I Forget Where We Were
I Forget Where We Were
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie ein tiefer Atemzug, 24. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: I Forget Where We Were (MP3-Download)
Inspiriert durch einen Artikel in einem Musik-Mag, habe ich mir beide Alben von Ben Howard zugelegt, obwohl ich mehr im Progressive-Genre zuhause bin.
Keine Frage, das Debut "Every Kingdom" ist sehr eingängig und liefert viel radiotaugliches Material. Beim ersten Durchhören bleibt vieles hängen -.
Aber dennoch gebe ich "I Forget Where We Were" den Vorzug. Die Songs brauchen vielleicht länger, bis sie zünden, aber je öfter man sie hört, desto nachhaltiger wirken sie.
Es ist sehr mutig von Ben Howard, sich vom Mainstream weg zu bewegen und ein Album zu veröffentlichen, dessen Songs alle Zeit bekommen, sich zu entwickeln, auch wenn es mal 7 Minuten braucht. Mehr alternatives Geraune als poppiges Getöse, tiefe musikalische Atemzüge, viel Slide- und Akustikgitarre und eine Stimme, die im Vergleich zum Debut wesentlich charaktervoller und aufwühlender scheint, obwohl - oder weil - weniger stimmliche Kapriolen wie z.B. zu Beginn von "The Wolves" zu finden sind. Gesanglich hat Ben Howard mehr glaubhafte Tiefe gefunden und diesen gewissen Crisp, der mir auf dem Debut noch gefehlt hat, und als Gitarrist ist er eh speziell (er hat diese interessante Greiftechnik - Gitarristen: googelt mal "Ben Howard Jools Howard" ...)
Auf seinem Debut hat mich Ben Howard mich noch ein bisschen an Dan Smith von Bastille erinnert; mittlerweile besitzt seine Stimme mehr unique Sound.
"I Forget Where We Were" bringt eine angenehme herbstliche Melancholie und geruhsamen harmonischen Anspruch mit viel Hintergrund-Spannung mit sich, es ist kein kenn-ich-schon-Pop-Gedudel. Bei mir läuft das Album derzeit mehrmals am Tag durc und es züngelt an meinem Gehör, wenn ihr versteht ....
Ben Howard ist noch recht jung, oder? Bin mal gespannt, wo er in fünf oder zehn Jahren steht. Der Typ ist ein Vollblut-Musiker.

Meine Faves:
"Rivers in Your Mouth" - lässig und treibend zugleich
"In Dreams" - radiotaugliche 3:33 und sehr eingängig
"End of the Affair" - vor allem die zweite Hälfte ist grandios; der Vergleich mit Archive und Dave Pen liegt nahe. Dieser Sog ist mein persönliches Highlight des Albums, weil geradezu progressiv zum Ende hin.

Das Album ist keine Hüpfmusik, mit der einem das Bügeln leichter fällt. In einer anderen Rezension wurde "I Forget Where We Were" mit Michael Schultes "The Arising" vergeichen; ich glaube, ebensogut könnte man Äpfel mit Birnen vergleichen oder einen Sprinter mit einem Marathonläufer.

Das Album ist jetzt nicht DER große Wurf, aber es hebt sich dermaßen wohltuend vom Singer/Songwriter-Klischee ab, dass man es einfach mögen muss. Und allein für die Chzupe, nicht die Erwartungen der Fan-Gemeinde zu bedienen, hat er schon mal vier Sterne verdient. Der fünfte ist für "End of the Affair" :-)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 31, 2014 11:46 PM CET


Tango für einen Hund: Roman
Tango für einen Hund: Roman
Preis: EUR 15,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltsamer Road-Kurzfilm, 14. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Tango für einen Hund: Roman (Kindle Edition)
Drei Tage ist der 17-jährige Ernesto mit seinem argentinischen Onkel Alfonso und dem riesigen, löwenherzigen Hütehund Astor in Norddeutschland unterwegs, um die beiden exotischen Gäste - zunächst widerwillig - zu ihrem Bestimmungsort zu eskortieren: Eine Rassehundeausstellung in Bad Diepenhövel. Dass das nicht ohne Hindernisse abgeht liegt auf der Hand. Ernesto muss eigentlich Sozialstunden ableisten und wird vom »Trenchcoat-Mann« Herrn Kramer verfolgt, er ist, wie es sich für einen 17-Jährigen gehört, unglücklich verliebt und findet seine Eltern seltsam, er hat ziemlichen Respekt vor dem »Riesenköter« und schleppt ein halbes ausgestopftes Krokodil als Glücksbringer mit sich herum. Natürlich wartet die Reise mit allerhand skurrilen, geheimnisvollen und auch surrealen Begegnungen auf und nicht alles wird aufgeklärt.

Die Geschichte wird aus der Sicht Ernestos erzählt, dem filmaffinen angehenden Regisseur, dessen erklärtes Ziel es ist, an der Filmhochschule angenommen zu werden. Dafür muss er einen selbstgerechten Film einreichen und Ernesto hat sich Argentinien als Thema ausgesucht. Leider blieb es auch dabei, dieser Strang der Geschichte wird nicht weiter verfolgt - es sei denn, man nimmt Ernests Erzählung der Begebenheiten als eben jenen Roadmovie. Ernestos Sprache ist erfrischend, witzig, locker und gleitet auch in gefühlvollen Momenten niemals ins Kitschige ab. Es macht großen Spaß, dem flapsigen Jugendlichen auf seinem kurzen Abenteuer durch die norddeutsche Pampa zu folgen.
Der Stil hat bei mir eine Menge Kopfkino ausgelöst, die Umgebung, die die drei Protagonisten durchqueren, war immer bildhaft präsent beim Lesen.

Wäre dieser Erzählst nicht gewesen, hätte ich das Buch womöglich nicht zu Ende gelesen. Die Begegnungen mit den norddeutschen Originalen reihen sich wie Perlen an der Schnur aneinander. Die Leute kommen und verschwinden bald darauf wieder; weiter geht die Reise. Dabei waren die Nebencharaktere so interessant, dass ich wirklich gern mehr von ihnen gelesen hätte. Auch der Einbau der Dialekte hat mir gut gefallen, obwohl ich nicht alles auf Anhieb ins Hochdeutsche übersetzen konnte.
Die Abenteuer sind eigentlich eher belanglos und das richtige Roadmovie-Feeling wie z.B. bei Tschick oder Thelma & Louise wollte sich bei mir nicht einstellen. In der Mitte wurde die Handlung spürbar ruhiger und ich habe mich schwergetan mit dem Lesen. Einzig Ernestos Erzähl- und Denkweise hat mich animiert, weiterzulesen.

Natürlich wäre ein Reiseroman kein Reiseroman, wenn der Held nicht verändert an seinem Ziel ankommt. Ernestos Wandlung war für mich nicht ganz nachvollziehbar; ich würde jetzt nicht sagen, dass er über die Maßen über sich hinausgewachsen ist, seine persönlichen Grenzen ausgelotet oder gar überschritten hat. Eigentlich haben ihn die Ereignisse vorwärtsgeschoben. Lediglich seine Einstellung zum Leben hat sich gewandelt, er hat an Selbstbewusstsein gewonnen.

Der Roman lebt vom Schreibstil und den Charakteren, die Geschichte selber kommt zu kurz für meinen Geschmack. Astor als Grund für die Reise erschien mir, als ich das Ende erreicht hatte, wie ein vorgeschobener Grund, um die Protagonisten auf den Weg zu schicken, und spielte gegen Ende eine immer kleinere Rolle, bis … ach, das wäre jetzt spoilern. Lest selber!
Als Leser fühlte ich mich ein bisschen betrogen, weil viele Fäden ausgelegt, aber dann einfach nicht weiter verfolgt wurden - seien es die skurrilen Charaktere, der Herr Kramer, der Wolf, die etwas surrenden Begebenheiten oder sogar Alfonso selber, für den diese Hundeausstellung zunächst eine unglaublich wichtige Sache ist, nur um das Erreichen seines Ziels dann doch Ernie zu überlassen. Da hätte er ja gleich in Argentinien bleiben, den Hund allein losschicken und die deutschen Verwandten mit der Durchführung seiner Mission beauftragen können.

Mein Fazit: Zwiegespalten.
Großartige Sprache, flüssiger, ungewöhnlicher Schreibstil, tolle Figuren, keine Frage! Es macht riesigen Spaß, die Geschichte aus Ernies Sicht zu verfolgen.
Das Buch war extrem positiv; es geschieht nichts wirklich Böses oder wahrhaft narbenhinterlassendes Dramatisches. Skurrilität hat Vorrang. Immer wieder wird auf Che hingewiesen, auf lateinamerikanische oder filmische Kultur, die Charaktere sind allesamt Unikate; dazu die norddeutsche Landschaft - Tango für einen Hund ist ein bunter, unterhaltsamer Roman in ungewöhnlicher Sprache, er ist keinesfalls oberflächlich, aber er geht auch nicht wirklich unter die Haut, wie es Tschick, In die Wildnis, Amy on the Summer Road oder Der Hndertjährige … getan haben.
Die Handlung selber hat mich ein wenig unbefriedigt zurückgelassen. Insgesamt ist der Roman kein wirklich rasantes Roadmovie mit Höhepunkten und wilden Wendungen, eher eine Landpartie mit innerer Einkehr, ein kleiner Entwicklungsroman, der es nicht ganz geschafft hat, mich zu überzeugen.
Dennoch werde ich ihn wegen des Schreibstils und der Erzählperspektive weiter empfehlen. Ob die Handlung den Leser überzeugt ist ja immer auch eine rein persönliche Sache …


A Fair Dream Gone Mad
A Fair Dream Gone Mad
Preis: EUR 7,89

5.0 von 5 Sternen Beeindruckendes Debüt, 25. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: A Fair Dream Gone Mad (MP3-Download)
Das Album erinnert nicht nur vom Titel an Katatonia, aber ich liebe es! In the Silence haben ein wirklich beeindruckendes Debüt auf den Markt geworfen, das trotz der nicht zu überhörenden Ähnlichkeit zum Vorbild große Eigenständigkeit besitzt. Es geht etwas mehr nach vorne, ist eingängiger und der Gesang gefällt mir persönlich auch besser. Das Songwriting ist exquisit - eine schöne kleine Prog-Perle mit ordentlich Gitarre.
Auf die nächsten Alben bin ich wirklich gespannt!


Krähenmann
Krähenmann
von Corina Bomann
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein wirklicher spannender Jugendkrimi, 24. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Krähenmann (Broschiert)
Ich hatte das Glück, über Lovelybooks ein Exemplar des Jugendkrimis “Der Krähenmann” zu bekommen und an der Leserunde teilzunehmen. Das war mein erstes Buch der Autorin Corina Bomann und es las sich wirklich schnell.

Achtung: Die nachfolgende Rezension enthält einige Spoiler!

Zunächste einmal finde ich die gesamte Buchgestaltung sehr gelungen. Das Cover ist matt gedruckt, nur der Titel hat ein Hochglanzfinish bekommen; der Buchblock selber ist rot angeschnitten. Insgesamt macht der Roman einen für ein Taschenbuch sehr hochwertigen Eindruck.

Kurzbeschreibung:
Die 16-Jährige Waise kommt dank eines Stipendiums an das Eliteinternat Rotensand und findet direkt am ersten Tag einen toten Spatz auf ihrem Kopfkissen. Kurz darauf wird eine Schülerin ermordet aufgefunden; der Täter hat ihr Krähenflügel an den Rücken genäht. Alles deutet auf einen Rachemord hin, dessen Ursache in der Vergangenheit liegt und in die die Clique um die fiese Melanie verwickelt ist.
Zusammen mit Alex macht Clara sich daran, den Mörder zu entlarven …

Mein persönlicher Eindruck:
Der Schreibstil ist sehr angenehm schnörkellos und knapp gehalten. Nirgendwo kommt man aus dem Lesefluß raus oder stolpert über Bandwurmsätze. Perfekt für ein Jugendbuch.
Ich hatte großen Spaß, mal einen Thriller aus der Sicht einer jüngeren Heldin zu erleben. Klar kommt einem immer wieder das abgeklärte Erwachsenen-Denken dazwischen, aber für die Zielgruppe dürfte der Roman richtig gut funktionieren. Er hat alle Elemente, die man sich von einem Teenie-Thriller wünscht: Thrill, nicht zuviel Brutalität, eine zarte Lovestory, Zickenkrieg und natürlich eine Internatsstory.
Das Buch folgt dem klassischen Whodunit-Krimimuster: Im Prolog werden die Ereignisse aus der Sicht eines Opfers in Gang gesetzt, danach häufen sich die Geschehnisse und die Hinweise, bis es zum Finale kommt.
Miträtseln ist erlaubt. Es werden eine Menge Fragen aufgeworfen und lose Fäden gelegt, die dazu animieren, weiterzulesen. Warum tote Spatzen? Was hat es mit dem leeren Westflügel auf sich? (Garantiert spielt der noch eine Rolle!) Wieso werden den Opfern Krähenflügel an den Schultern befestigt? Wie kommt der Täter an die Opfer heran? Warum ausgerechnet diese Mädchen? Wie wird sich der Konflikt Melanie-Carla entwickeln? Wird Carla herausfinden, wer der Mörder ist? Und – ganz wichtig! – kriegen Carla und Alex sich? :-)
Leider dürfte es ziemlich unmöglich sein, die Verbindung zwischen Täter und Opfer herzustellen (wer das Buch bis zum Ende liest, wird verstehen, warum.

Der Fall wird natürlich befriedigend geklärt, aber es gibt eine schöne Überleitung zum nächsten Band (keine Angst, das Buch ist in sich abgeschlossen), die neugierig macht. ich denke, dass der »Krähenmann« der Auftakt zu einer spannenden, soliden, leicht nostalgisch angehauchten Jugend-Krimi-Reihe rund um Clara und das Internat sein wird.

Es gibt einige Punkte, die für mich nicht ganz schlüssig gelöst waren. So fand ich Melanie und ihre Clique als Mobberinnen eher lasch. Echtes Mobbing hat wohl ganz andere »Qualitäten«. Die Tat, die die Vier begangen haben sollten, konnte ich ihnen dann ehrlich gesagt nicht so ganz abnehmen.
Auch dass das Schlüsselopfer deswegen einen so üblen Selbstmord beging, wurde mir nicht schlüssig vermittelt.

Sehr gut fand ich die Passagen aus Sicht des Täters, der nicht einfach nur böse war, sondern selbst litt. Sein »Zeichen«, die Krähenflügel, waren eine hübsch perfide Botschaft, ebenso die toten Vögel. Ich schwankte ständig zwischen »Der arme Kerl!« und »Was für ein kranker Psycho!«. Ein schöner ambivalenter Charakter, von dem ich mir gern mehr gewünscht hätte.

Mit Clara als Heldin kam ich nicht ganz so gut klar. Sie war mir zu selbstmitleidig als Waise und in ihrem Handeln und Verhalten nicht ganz so kernig und abgeklärt, wie das Buch mir weismachen wollte. Schwarze Kleidung und ein Waisenhaus machen eben doch noch keinen starken Charakter. Im letzten Viertels des Buches stellte sich zudem heraus, dass ihre Eltern durchaus das Schulgeld für das Internat hätten bezahlen können. Da es sicher einen Nachlass für die Tochter gab, war unverständlich warum sie ein Stipendium brauchte. Als Waise gehört man nicht automatisch zur Unterschicht.
Das ist zugegebenermaßen Meckern auf hohem Niveau …

Die Lovestory zwischen Clara und Alex entwickelt sehr angenehm und zart. Die beiden sind schon ein süßes Paar. Auch die anderen Beziehungen, Konflikte und beginnenden Freundschaften sind sehr lebendig und interessant erzählt.

Fazit:
4 von 5 Punkten.
Ein klasse Pageturner für Jugendliche, der weniger auf blutige Gore-Effekte als auf Spannung und klassische Miträtselei setzt und sich mit jedem Kapitel steigert: Ein Buch, das man aktiv lesen kann. Das Internat als Handlungsort mag zwar das Rad nicht neu erfinden, aber ich mag solche Geschichten, da sich eine Menge Charaktere und Geschichten an einem Punkt konzentrieren – ein idealer kleiner Schmelztiegel.
Ich bin sicher, die LeserInnen werden es lieben und empfehle es gerne weiter.


MC Blutige Engel (Krimi 9)
MC Blutige Engel (Krimi 9)
Preis: EUR 5,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse Milieukrimi, 21. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: MC Blutige Engel (Krimi 9) (Kindle Edition)
Die Geschichte um die kriminellen Machenschaften einer Motorradgang und die Bauherren eines Einkaufscenters war wirklich gut und unterhaltsam geschrieben. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen: schnörkellos, auf den Punkt gebracht und Kopfkinoerzeugend. Hinzu kommt das realistische, abwechslungsreiche Setting und die unterschiedlichen, teils schrulligen Charaktere.
Ich sag mal, da versteht jemand sein Handwerk.
Die "Blutigen Engel" lehnen sich natürlich stark an OMCG-Gruppierungen wie den Hells Angels oder Bandidos an und auch ihre Machenschaften entsprechen der Realität. Das Reporter-Drumherum hat einen netten kleinen Einblick geliefert und auch alles andere - von der Stiernacken-Kleingartenkolonie bis zu den Wohnsilos - hat die Geschichte sehr lebendig gemacht.
Die Charaktere sind allesamt gut gelungen, sie hatten ihre Eigenheiten und ließen sich gut voneinander unterscheiden. Zu viele Personen waren es meiner Meinung nach nicht.
Auch das leicht bittere Ende fand ich durchaus passend.
Ich bin keine Aachenerin, für solche dürfte der Krimi mit Sicherheit noch mehr Reiz haben.

Einziges Manko: Der ziemlich lasche Titel und das langweilige Cover sind leider absolut nicht geeignet, Leser zu gewinnen. Ich habe es durch Zufall entdeckt, nachdem ich gerade zwei Sachbücher zum OMCG-Thema gelesen hatte, und wollte erst die Finger davon lassen.
Jetzt aber: Empfehlung für alle, die einen gut geschriebenen deutschen Milieukrimi lesen wollen!


Sandkasten-Groupie
Sandkasten-Groupie
Preis: EUR 3,00

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 21. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sandkasten-Groupie (Kindle Edition)
Bereits mit dem Einstieg in das Buch - ein Interview mit Nic - wusste ich, dass das Buch ein Griff ins Klo für mich war. Selten einen solchen Schmarrn gelesen, sorry. Es fehlte nur noch, dass die Intervierwerin über den armen Kerl herfällt und ihm die Klamotten vom leib reißt. Stlistisch war das eine Kreuzung aus BRAVO und Liebesschmonzette, aber kein Interview.

Leider hielt sich der negative Eindruck der weiteren Lektüre.
Ewig lange wird man mit Erzählpassagen gelangweilt. Wie chaotisch, hübsch und liebenswert Mia ist, muss dem Leser mehrfach mitgeteilt werden, damit er es auch ja kapiert, der Dumme.
Show, don't tell scheint immer noch nicht bei jedem Indie-Autor angekommen zu sein.
Es gibt übrigens eine Menge Telling, Telling, Telling und wenig Geschehen, sehr viel seichtes Alltagsgeplänkel (Mädels gehen Pizza essen, kernige Oma versteckt ihre Zichten - ganz herzallerliebst -, Mädels reden über Jungs, Jungs über Mädels, Rockstars führen Rockstar-Gespräche) und noch mehr Charakter-Klischees.
Sobald eine Person auftaucht oder ihren Mund aufmacht, wird sie von noch mehr Telling begleitet. Hinzu kommen plötzliche Perspektivwechsel, die ein paar Sätze lang anhalten, dann wird wieder zum Hauptcharakter gewechselt.

Das Rockstar-Dasein entspricht dem, was die Durchschnittsfrau sich so vorstellt. Irgendwie sind die Jungs ständig auf Tour und ununterbrochen im Studio, danach gibt's Party, Alkohol und Frauen ohne Ende. Dass das nicht der Realität entspricht, dürfte Jedem/Jeder klar sein, der/die selber MusikerIn ist (Punkmusiker und Mötley Crüe mal ausgenommen :-)), aber egal.

Zusätzlich trüben holprige Formulierungen, klischeehafte Beschreibungen und eine Menge Grammatikfehler das Lesevergnügen. Ein Lektorat oder wenigstens Korrektorat hat offenbar nicht stattgefunden.
Guter Schreibstil fehlt dem Buch leider völlig, da wurde einfach munter drauflosgetippt und -schwadroniert.

Eigentlich wird schon auf den ersten Seiten klar, wohin die Reise geht. Nic will ja gar nicht als Rockstar auf Tour sein, sondern lieber zu Hause sitzen. Mia will auch lieber zu Hause sitzen. Beide lieben sich. Nicht sehr spannend.
ich habe nach einem Viertels des Buches aufgegeben und es von meinem Kindle gelöscht. Mich störte sowohl das schlechte Handwerk als auch die belanglose Story und das sich ständig wiederholende Telling.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 24, 2014 12:08 PM MEST


Federmappe Gusti Leder nature Mäppchen Schlamperrolle Stiftemappe Griffelmappe Uni Büro Lederaccessoire Alltag Vintage P6
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Wird angeboten von Gusti Leder
Preis: EUR 13,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr schönes Produkt, 17. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe das Federmäppchen als Verstau-Utensil für meinen Skizzenkram gekauft.
Die üblichen Schlamperetuis tun den empfindlichen Fallminenstiften, Kohle- und Grafitstiften nicht gut und die Knetradierer verschmutzen.
Die üblichen Künstler-Rolletuis z.B. von Derwent sind mir wiederum zu groß, um sie immer dabei haben zu können, außerdem lässt sich der Anspitz-und-Radier-Kleinkram nur schlecht darin verstauen.
Das Gusti-Mäppchen hingegen ist perfekt, da hat mal jemand mitgedacht. Meine 6, 7 Lieblingszeichenstifte und 2 Radierstifte passen rein und in der Reißverschlusstasche sind Ersatzmine, Radierer und diverse Anspitzer sicher untergebracht. Instegsamt bietet es Platz für 17 Stifte und z.B. ein Lineal, die Schlaufen sind aus breitem Gummiband und halten die Sttifte gut fest.

Das Material: sehr angenehm duftendes Büffelleder, wesentlich wertiger als die Ziegenlederprodukte und dicker, ohne steif zu wirken. Absolut wunderschöne Haptik, von der man nur schwer die Finger lassen kann.
Büffellederprodukte gehören sowieso zu meinen Favoriten; das wertige Leder wird nicht hart und hält eine Menge aus, wenn man es entsprechend pflegt, und es fasst sich sehr weich und angenehm an.
Das Lederbändchen ist kein dünner Riemen, bei man befürchten muss, dass er demnächst reißt, sondern besteht ebenfalls aus Büffelleder und macht einen stabilen Eindruck.
Die Nähte und Kanten sehen sehr gut aus, der Reißverschluss zickt nicht. Innen ist es mit Wildleder ausgeschlagen - nicht diese billige Fusselversion, sondern ordentliche Qualität.
Farblich ist mein Etui etwas dunkler als auf dem Bild.

Zusammen mit einem dicken Skizzenbuch in A5 ist das Mäppchen jetzt immer dabei. Beides passt in jede Tasche und jeden Rucksack.
Für den Preis eine absolute Empfehlung und für meine Zwecke genau das, wonach ich seit Jahren gesucht habe.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 8, 2014 2:14 PM MEST


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