Profil für Marcus Banker > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Marcus Banker
Top-Rezensenten Rang: 1.920
Hilfreiche Bewertungen: 755

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Marcus Banker (Frankfurt/Main)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11
pixel
Lernen mit Big Data: Die Zukunft der Bildung
Lernen mit Big Data: Die Zukunft der Bildung
von Viktor Mayer-Schönberger
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Big Data im Bildungswesen – Einblicke in den Zusammenhang von Bildungstechnologie und Bildungseffizienz, 20. August 2014
Längst ist klar, dass Daten und das Sammeln von Daten unsere Welt bewegen. Die einen sprechen angsterfüllt von Datenkraken, die sich unersättlich unserer Daten bemächtigen. Andere loben die immensen Chancen, die sich aus der Sammlung von Daten für den Einzelnen oder ganze Nationen, ja die ganze Welt ergeben. Und wie so oft – so denke ich – liegt die Wahrheit doch wieder einmal irgendwo zwischen den beiden Polen von übertrieben positivem „Himmelhochjauchzend“ und dem negativmalerischen „Zu-Tode-Betrübt“.

Um ein Gesamtbild der Lage – Chancen und Risiken der neuen „Datenwelt“ – zu bekommen, widme ich mich dem Forschungsgegenstand „Big Data“ derzeit immer wieder. Dabei bin auf dieses Buch gestoßen. Es beleuchtet das Thema „Big Data im Bildungswesen“ und förderte dabei für mich manch überraschende Erkenntnis zutage. Wenn beispielsweise das Sammeln und die statistische Auswertung von Daten den Zusammenhang von Lernerfolg von Studenten und den angewendeten Lehrverfahren verstehen helfen, dann darf man sich davon sicher neue Erkenntnisse erhoffen.
Das Buch zeigt am Beispiel Big Data in der Bildung sehr gut, wie tief greifend die Veränderungen für Gesellschaft und Wirtschaft durch die immer intensivere Nutzung von Daten auf dem Bildungssektor sein könnten. Dabei sprechen die Autoren gar von einem „Epochenwandel“ (S. 14). Und nach der Lektüre dieses Buchs kann man sich tatsächlich gut vorstellen: Gerade auf dem Bildungssektor wird der Umgang mit den so genannten „Neuen Medien“ in Kombination mit datenmaterialbasierten Erkenntnissen der Menschheit neue, positive Entwicklungspotenziale erschließen. Schnell wird von einer „Revolution“ gesprochen. Hier sehe ich tatsächlich zumindest vielversprechende Möglichkeiten – und Gefahren.

Das Buch arbeitet zunächst die positiven Möglichkeiten heraus, die sich aus der Nutzung von Big Data auf dem Feld eines umgestalteten Lehrens und Lernens ergeben. So lernte ich beispielsweise neue Lehr- und Lernmethoden kennen, die auch den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten von Lernenden entgegenkommen. Oder ich las mit großem Interesse von neuen Plattformen und technischen Möglichkeiten. Sie bieten einerseits den Lernstoff gut aufbereitet dar. Andererseits wird dort der Lernerfolg immer wieder überprüft und die Lehrangebote an den individuellen Lernfortschritt und die „Lernvorlieben“ angepasst. Doch auch die Gefahren von Datensammlung und Datenauswertung im Bildungswesen werden sehr einleuchtend dargestellt und in den Gesamtzusammenhang gestellt. Gerade die Problematik datengestützter und wahrscheinlichkeitsbasierter Vorhersagen von Lernerfolgen, die beispielsweise dazu genutzt werden könnten, über die Zugangsberechtigung zu Universitäten und anderen Bildungsinstitutionen zu entscheiden, muss im Blick behalten werden.

Die Autoren zeigen an Beispielen, wie in der Wissenschaft bereits mit neuen Lehr- und Lernmethoden in Schule und Hochschule experimentiert wird. Dabei wurde mich sehr gut deutlich: Spannende Zeiten für das Bildungssystem dürften es werden. Und wenn die Gestalter dieser Veränderungen bei allen Chancen auch die Risiken im Auge behalten, kann sich hieraus vielleicht wirklich Positives für den Einzelnen entwickeln. –

Mein Gesamturteil: Potenzial und Gefahren des Big Data im Bereich des Bildungswesens werden hier sehr differenziert analysiert, um darauf auch mögliche Zukunftsszenarien aufzubauen. Die Autoren bieten eine fundierte Orientierungshilfe für die digitale Datenwelt. Sie zeigen Neuerungen und Entwicklungen und diskutieren bereits vorhandene oder mögliche Auswirkungen auf die Bildungswelt von heute und morgen. Lehrpädagogik und Lernpsychologie müssen unter den Vorzeichen der hier beschriebenen Entwicklungen sicherlich in Teilen neu geschrieben werden. Ob diese Entwicklungen eine Revolution des Bildungswesens bedeuten, kann man jetzt noch nicht absehen. Dass ein interessanter Wandel im Bildungssystem möglich und in Teilen nötig ist, wird keiner bestreiten.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 5, 2014 8:38 AM MEST


Unterfordert: Diagnose Boreout - Wenn Langeweile krank macht
Unterfordert: Diagnose Boreout - Wenn Langeweile krank macht
Preis: EUR 13,99

5.0 von 5 Sternen Diagnose, Beschreibung, Ursachen und Bekämpfung des Boreout – Ratgeber für ein sinnerfülltes Arbeiten, 31. Juli 2014
Höchstwahrscheinlich gibt es kaum mehr jemanden, der das Burnout-Syndrom dem Namen nach nicht kennt: das Phänomen, dass jemand aufgrund einer überfordernden Arbeitsüberlastung und zu großem Stress emotional und geistig erschöpft und schließlich krank wird. Und bekannt ist auch, dass dieser Begriff umstritten ist – die einen sehen darin eine richtige Krankheit, die anderen verstehen das Burnout-Syndrom als Lebensbewältigungsproblem. So oder so ist unbestritten, dass der (wirtschaftliche wie menschliche) Schaden immens ist. Nun setzen zwei Autoren aus der Wirtschaft dem aus der Psychologie stammenden Begriff des Burnouts die Bezeichnung Boreout entgegen. Gemeint ist damit ein Zustand, der sich aus einer permanenten UNTERforderung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ergibt – mit bedeutenden negativen Konsequenzen für den Einzelnen wie für das jeweilige Unternehmen.

P. Rothlin und R. Werder stellen die Elemente des Boreouts vor: Unterforderung, Desinteresse und Langeweile. Alle Elemente und ihre Wirkungsweise werden detailliert erklärt und damit ihre Bedeutung für das Zustandekommen eines Boreout-Zustands verdeutlicht.
In einem zweiten Schritt gehen die Autoren der Frage auf den Grund, wie ein Boreout entsteht und welche (manchmal schleichenden) Prozesse schließlich in einem ausgewachsenen Zustand lähmender Langeweile inklusive Vermeidungs- und Verschleierungsstrategien gipfelt.
In einem weiteren, größeren Kapitel werden Wege beschrieben, wie Boreout-Zustände entstehen und auf welchem Nährboden (z. B. subtile Mobbingformen und Leitungsfehler) solche Fälle besonders gut gedeihen. Auch werden detailliert die verschiedensten Strategien erläutert, mit denen Betroffene frustriert ihren Zustand der Langeweile verstecken und – innerlich haben sie längst gekündigt – versuchen, aus dem Zustand der Langeweile und des Unausgelastet-Seins Kapital für sich zu schlagen. Sie tun so, als hätten sie jede Menge zu tun – und manövrieren sich immer tiefer in die Spirale aus Frust und Langeweile. Kapitel um Kapitel wird deutlich, in welchem Paradox sich Menschen befinden, die sich einerseits unterfordert fühlen (und es auch sind) und sich andrerseits mit der Zeit Strategien überlegen, wie dieser Zustand vertuscht werden kann, statt ihn aktiv zu ändern. Die Folge sind unterschiedliche Symptome, die den Einzelnen quälen und je nach Stadium unterschiedlich ausgeprägt sind.

Den beiden Autoren gelingt es sehr gut, die enge Beziehung zwischen dem Burnout- und dem Boreout-Syndrom herauszuarbeiten. Dabei machen Sie sehr nachvollziehbar darauf aufmerksam, dass unterschiedliche Gründe (im einen Fall Überforderung im anderen Fall das Gegenteil) letztendlich zu denselben Symptomen und ähnlich negativen Effekten für den Einzelnen und das Unternehmen führen. Sehr gut finde ich, dass es den Autoren gelingt, Wege aus dieser Boreout-Falle aufzuzeigen. Sie beschreiben, was der Einzelne tun kann, um nicht in einen lähmenden und destruktiven Zustand zu geraten, der sich selbst und dem Unternehmen schadet. (Hierbei kommt vor allem der Eigenverantwortung und Selbstbeobachtung des Einzelnen eine hohe Bedeutung zu.) Insgesamt ergänzen die Herren Rothlin und Werder die akribisch Zustandsbeschreibung und Ursachenforschung durch eindeutige Ratschläge, wie Betroffene aus der Sackgasse kommen – oder gar nicht erst in sie hineingeraten. (Eine Checkliste hilft bei der Einschätzung des eigenen Risikos.) Insgesamt entsteht so ein sehr breites Gesamtbild mit konkreter Hilfestellung zur Vermeidung und Tipps für ein gesundes Belastungsmaß und sinnerfülltes Arbeiten.

Mein Bewertungsergebnis: Philippe Rothlin und Peter R. Werder stellen ihr Konzept des Boreout-Syndroms sehr einleuchtend dar. Ihnen gelingt es, Entstehungsgründe, Symptome aber auch Gegenstrategien nachvollziehbar und praxisnah zu erklären. Sowohl Arbeitsnehmer als auch Unternehmen bzw. ihre Führungskräfte erhalten meiner Meinung nach dadurch eine sehr gute Grundlage zur Gefährdungsbeurteilung und das Handwerkszeug für Gegenstrategien. Für mich ist dies ein wertvolles Buch zu einem spannenden Thema. Daher meine Fünfsterne-Empfehlung.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 5, 2014 8:46 AM MEST


Warum gehen Seifenblasen im Regen nicht kaputt: ... und 125 weitere spannende Fragen des Alltags
Warum gehen Seifenblasen im Regen nicht kaputt: ... und 125 weitere spannende Fragen des Alltags
von Anna Müller
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Antworten auf interessante Fragen des Alltags. Lehrreich für Alt und Jung, 30. Juli 2014
Die ARD/WDR-Wissenssendung Kopfball hat mich immer begeistert. Immer wieder fasziniert es mich, dass man dort Antworten auf Fragen findet, die mich seit Jahren interessieren. Deswegen treibe ich mich auch immer wieder auf der Homepage zur Sendung herum und stöbere in der Welt der Alltagsfragen – mit oft überraschendem Ergebnis. Mit großem Vergnügen habe ich mich jetzt dem Buch zu dieser Sendung gewidmet. Gerade da die Sendung jetzt bis September in die Sommerpause geht, ist das für mich ein würdiger Ersatz.

Das Buch kümmert sich um die Beantwortung vieler kurioser Fragen aus dem Reich von Natur, Wissenschaft und Technik sowie Alltag. Dabei geht es um mehr als um die Frage, warum ein Marmeladentoast immer auf die beschmierte Seite fällt (wenngleich: auch solche Fragen werden beantwortet …). Grundlage der Antworten sind selbst durchgeführte Experimente (im Studio und auf der Straße), Expertenbefragungen oder auch Umfragen. Die Fragen werden in diesem Buch jeweils unter verschiedenen Rubriken systematisch gesammelt und beantwortet: Essen und Trinken; Naturphänomene; Der menschliche Körper; Die Welt der Tiere; In der Luft; Fragen des Alltags; Ausnahmesituation; Zeit für Action; Freizeitfragen; Ein Stuntman erzählt; Prominente fragen und zu guter Letzt: Allerlei Kurioses.
Alle Fragen werden kurz und bündig auf ein bis zwei (höchstens drei) Seiten erklärt. Für mich haben sich durch die Beantwortung tatsächlich viele Fragen gelöst, die ich (Familie oder Freunde) mir immer mal wieder gestellt hatte(n). Man mag es kaum glauben, dass ein paar Buchseiten einem so viel interessantes Wissen erschließen.

Hier eine unsortierte Auswahl der Fragen, deren Beantwortung mich immer interessiert hat und bei der ich in diesem Kopfballbuch fündig geworden bin:

- Warum knistert ein Holzfeuer (und warum knistert ein Lagerfeuer oft viel mehr als ein Kaminfeuer)?
- Warum schillert Schinkenaufschnitt manchmal in bunten Farben?
- Bleiben gepikste Eier beim Kochen eher heil als ungepikste? Und: Legen weiße Hühner weiße Eier und braune Hühner braune?
- Wie unterscheiden sich Obst und Gemüse?
- Warum reibt man sich die Augen, wenn man müde ist?
- Kann man vorschlafen? Warum bewegt man sich im Schlaf?
- Welches Tier ist für den Menschen am gefährlichsten? (Mit einer sehr erstaunlichen Antwort!)
- Ist das Anfahren mit quietschenden Reifen wirklich schneller als ein konventioneller Start?
- Warum nicken Tauben immer mit dem Kopf?
- Wodurch entstehen die typischen Geräusche beim Wasserkochen?
- Kann ein gewöhnlicher Passagier im Notfall ein Verkehrsflugzeug allein nach Anweisungen aus dem Tower landen?

Und schließlich die Frage, die dem Buch den Titel gab und die auch ich mir tatsächlich immer wieder gestellt habe:

- Warum gehen Seifenblasen im Regen nicht kaputt? (U. v. m.)

Mein Bewertungsergebnis: Dieses Buch bietet eine Sammlung vieler Kuriositäten. Es widmet sich den großen und kleinen Rätseln des Alltags und gibt Antworten auf spannende Fragen, die man – ich jedenfalls – in der Schule nicht bekommen hat. Und dazu gehört auch endlich die Antwort auf die Frage, wer eigentlich zuerst da war: Das Huhn oder das Ei?? (S. 94/95)
Ich bin echt dankbar dafür, dass ich so einige meiner persönlichen Fragen endlich mal endgültig klären konnte! Für mich war die Lektüre des Buchs auch eine gute Möglichkeit, mich auf Warum-Fragen von Kindern vorzubereiten, auf die man (obwohl inzwischen erwachsen) selbst bisher nie eine Antwort gefunden hat. Gerade jetzt, wo die Sendung bis September in Sommerpause ist, ist dieses Buch meiner Meinung nach für Kopfball-Fans eine gute Möglichkeit die Zeit zu überbrücken. So habe ich gerne Neues erfahren und einige Fragen aus der Kindheit – und dem Erwachsenenalter – endgültig klären können …


#wir: Wie die Digitalisierung unseren Alltag verändert
#wir: Wie die Digitalisierung unseren Alltag verändert
von Oliver Dziemba
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen sehr gute Darstellung und kritische Analyse der Digitalisierungswelt in Gegenwart und Zukunft, 29. Juli 2014
Seit Längerem befasse ich mich immer wieder mit dem Thema "Digitalisierung (in) unserer Gesellschaft. Weil ich mir eine fundierte Meinung darüber bilden möchte, wie die Digitalisierung aller möglichen Bereiche des Lebens zu bewerten sind, lese ich Zeitschriftenartikel, Internetblogs und Bücher wie dieses.

Die Autoren Oliver Dziemba und Eike Wenzel machen in "'Wir. Wie die Digitalisierung unseren Alltag verändert" noch einmal sehr gut deutlich, dass die Digitalisierung der Welt viel intensiver ist, als wir oft annehmen. Längst sind neben "Digitalisierungsriesen" wie Google neue Unternehmen getreten. Auch sie sammeln auf die eine oder andere Weise Kundendaten, verwerten sie und verdienen damit Milliarden. Doch nicht nur bekannte Software- und Hardwaregiganten arbeiten am Ausbau der Data-Mining-Technologien. Überall werden Marketing und Vertrieb der Gegenwart von Unternehmen durch digitale Medien betrieben. Dieses Buch zeigt, welche positiven Möglichkeiten damit für Unternehmen wie Verbraucher verbunden sind und wo durchaus Risiken für den Einzelnen lauern.

Die beiden Autoren verbinden die Darstellung des gegenwärtigen Stands der Digitalisierung mit dem kühnen Blick auf Zukunftsszenarien. Ich finde, dass sie es sehr gut verstehen, die positiven Aspekte der Entwicklungen darzustellen und trotzdem auch auf die Gefahren hinzuweisen. Oberste Priorität hat für sie die "digitale Selbstbestimmung" des Einzelnen. Wer digitale Dienste nutzt, so die Autoren, soll dies mit wachem Verstand tun. Dies gilt auch – und immer mehr – für die Nutzung von Smartphones und Tablets, die den mobilen Zugang zum Internet ermöglichen. Gerade die Nutzung von Apps, die mit GPS-Ortung arbeiten, ist ein zweischneidiges Schwert, bei dem Chancen und Risiken gleichermaßen offenbar werden. Einerseits können Unternehmen/Geschäfte/Restaurants durch GPS-Ortung vieler Apps auf Angebote in einem Laden aufmerksam machen, in dessen Nähe man sich befindet. Damit lassen sich neue Kunden finden. Gleichzeitig: Was könnten Unternehmen damit gewinnen, wenn sie wissen, wo sich Menschen gerade aufhalten, welche Geschäfte sie betreten, wie ihr Einkaufsverhalten aussieht …? Und gleichzeitig: Was können Kunden damit verlieren?
Neben der Darstellung solcher Problemfelder und der Beantwortung verschiedenster Fragen fand ich vor allem die Darstellung neuester Trends interessant. Sie entwickeln sich nicht nur im Bereich des Fernsehens, sondern auch und vor allem bei der Verschmelzung von digitaler Welt und Mensch und dem medizinischen Nutzen neuer Entwicklungen. Dies geschieht beispielsweise durch den Einbau von Sensoren zur Überwachung des menschlichen Körpers oder durch den Einbau digitaler Funktionen in Brillen oder Kleidungsstücke. Auch die Trends hin zum "smarten" Haus oder zur "smarten" Wohnung, deren Funktionieren (z. B. Licht und Heizung) immer mehr durch Sensoren gesteuert werden, wirken auf mich – zumindest als Zukunftsmusik – interessant. Möglicherweise finden neue Formen der Datingportale (z. B. durch Apps, die anzeigen, wo gerade ein Single mit Partnerwunsch lebt oder einkauft) ebenfalls Kunden.

Während man einerseits gespannt sein darf, welche Entwicklungen noch kommen werden, denke ich andererseits, dass so mancher "Trend" sich überhaupt erst entwickeln muss … und so manche dieser Zukunftsszenarien sich möglicherweise auch als Rohrkrepierer erweisen. Auch hier gilt es also, nicht auf jeden Zug aufzuspringen und – als aufgeklärter selbstbestimmter Konsument – sich selbst ein Bild vom Entwicklungsstand und den Vor- und Nachteilen solcher "Erfindungen" zu machen. Dieses Buch ist meiner Meinung nach eine gute Grundlage, um sich für die Beurteilung und Einordnung neuer Digitalisierungstrends durch Informationen zu rüsten. Eine kritische Bemerkung teile ich mit einem anderen Rezensenten: Quellenangaben, welche die wichtigsten Aussagen belegen und weiterführende Literaturhinweise hätten dem Buch gutgetan. Ich würde empfehlen, hier bei einer möglichen Zweitauflage des Buchs nachzubessern. Insgesamt aber bin ich mit der Struktur, dem Inhalt und dem Erkenntnisgewinn für mich sehr zufrieden.

Mein Bewertungsergebnis: Mich hat das '#Wir'-Buch wieder ein Stückchen weiter gebracht. Es stellt den Stand digitaler Technik dar. Die Autoren wagen den Blick in die Zukunft und prognostizieren mögliche Trends. Chancen und Risiken der Digitalisierung unserer Welt werden sehr gut nachvollziehbar analysiert. Damit hält man eine kritische Analyse der digitalen Technikmöglichkeiten in der Hand. Mir half die Darstellung durch die beiden Autoren dabei, mich weiter kritisch über die Möglichkeiten digitaler Entwicklungen zu informieren und mich als mündigen Kunden auf diesem Wissensgebiet weiterzuentwickeln.


Duden Das große Fremdwörterbuch, m. CD-ROM
Duden Das große Fremdwörterbuch, m. CD-ROM

4.0 von 5 Sternen gigantisch guter Klassiker – muss bei Viel- und Gerne-Schreibern am Schreibtisch stehen, 29. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Muss man über den bekannten Klassiker überhaupt noch viele Worte verlieren? Eigentlich nicht. Und trotzdem möchte ich es heute tun, weil er zusammen mit seinen kleinen und großen DUDEN-Brüdern und -Schwestern schon seit fast ewigen Zeiten begleitet.

Richtig gut finde ich an dem großen Fremdwörterbuch in der Ausgabe von 2000 noch nie ein Wort nicht gefunden hätte. Sprich: Es hat bisher noch ALLE Wörter gefunden. Obwohl es jetzt doch schon 14 Jahre alt ist, hat es mich noch nie im Stich gelassen. Allerdings – auch das sei erwähnt – hat es jetzt an den Seitenrändern schon auch einen leichten Gelbstich angesetzt. Bei meinem eigentlich viel älteren Grammatikduden von 1984 (!) ist das nicht der Fall, obwohl er doch viel älter ist. Möglicherweise hat man hier anderes Papier eingesetzt – und tatsächlich ist das Papier des großen Fremdwörter-DUDEN aus viel dünnerem Material. Trotzdem: auf Machart und Inhalt kommt es mir schließlich an und ein ohnehin abgegriffenes Wörterbuch muss bei mir keinen Schönheitspreis gewinnen.

Zum Inhalt und zur Struktur muss ich gar nicht viel sagen. Schließlich greift der DUDEN auch hier auf Altbewährtes zurück. Eine ausführliche Einleitung führt in die Struktur des Buchs ein, gibt aber auch allgemeine Hinweise zum Buch, zu diversen Abkürzungen und verwendeten Symbolen sowie zu Aussprache, Lautschrift, Rechtschreibung. Und auch ein kleiner Aufsatz zur "Geschichte und Funktion des Fremdworts" wurde dem alphabetisch geordneten Fremdwörterverzeichnis vorangestellt. Wie gesagt, verzeichnet der große Fremdwörterduden alle (mir) nur denkbaren Fremdwörter. Zusätzlich zu den unterschiedlichen Bedeutungserklärungen liefert er, wie es sich für ein Wörterbuch dieser Klasse gehört, Ausspracheinformationen in Lautschrift sowie Informationen zur Wortherkunft etc.

Sehr gut finde ich am großen Fremdwörter-DUDEN, dass er am Ende des Buchs noch ein ausführliches Verzeichnis von Wörtern und ihren Fremdwortentsprechungen gibt. Damit hat man sozusagen einen Thesaurus (Deutsch – Fremdwort). Mit seiner Hilfe lassen sich (in erster Linie deutsche) Wörter in Fremdwörter "übersetzen", um Texten einen zusätzlichen Schliff zu geben oder mit Bedeutungsnuancen zu versehen. Auch wenn mir die Fremdwörteritis in manchen Texten suspekt ist, weil sich hinter manchen "klugschreiberischen Worthülsen" Wortgeklingel statt Substanz versteckt, denke ich doch, dass es in manchen Fällen ratsam ist, sich eines Fremdworts zu bedienen. Auch für solche Fälle ist man mit dem "großen Fremdwörterbuch" bestens gewappnet. Daher für mich ein weiteres Kaufargument (und auch in Zeiten des Internets, wo sich vieles googeln lässt, für Leute, die viel schreiben hilfreich bis unerlässlich!).

Fazit: Der Klassiker der Wörterbücher hat mich auch im Fall "Das große Fremdwörterbuch" überzeugt. Es leistet zuverlässig seinen Dienst und findet jedes noch so ungewöhnliche Fremdwort. Die Worterklärungen sind durchweg verständlich, die Qualität des Einbands und der Seiten langlebig, wenn auch die Seiten mit der Zeit leider etwas gelbstichig geworden sind (dafür ein Stern Abzug). Sehr gut finde ich die "Umkehrfunktion" des Wörterbuchs. Mithilfe eines Registers findet man zu vielen Wörtern die Fremdwortentsprechung. So lässt sich so mancher Text noch etwas präziser oder "wissenschaftlicher" formulieren. Also: gute äußere wie innere Qualität zu einem angemessenen Preis. Meiner Meinung nach müssen Viel- und Gerneschreiber dieses Wörterbuch am Schreibtisch stehen haben.


Frag immer erst: warum: Wie Top-Firmen und Führungskräfte zum Erfolg inspirieren
Frag immer erst: warum: Wie Top-Firmen und Führungskräfte zum Erfolg inspirieren
von Simon Sinek
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Denkanstöße für Beruf und Privatleben; Thema: nachhaltige Inspiration statt kurzfristiger Motivation, 25. Juli 2014
Der Autor zeigt in diesem Buch, dass Unternehmen, die Motive ihres Handelns definieren und kennen müssen, um langfristig Erfolg zu haben. Simons Sineks Grundthese nach sind nur die Unternehmer/Geschäftsleute erfolgreich, die wissen, warum sie etwas tun; weil sie dadurch ihr Handeln auf das zugrundeliegende Ziel ausrichten können. Das 'Warum' ist demnach die allem zugrunde liegende Annahme, aus der sich Erfolg speist.

Die Frage nach dem 'Warum' bindet Sinek eng an den Begriffen 'Vision' und vor allem 'Inspiration". Inspiration ist nach seiner Definition etwas Langanhaltendes, etwas, das Menschen langfristig überzeugt. Damit unterscheidet sich inspirierendes Handeln unter dem Vorzeichen des 'Warum' von kurzfristigen Manipulations- oder Überredungsstrategien. Wer sich und anderen glaubhaft vermitteln und nachvollziehbar machen kann, warum er etwas tut, der schafft nach Sineks Überzeugung eine sinnliche, persönliche Erfahrung beim Einzelnen. Und er verknüpft damit das eigene Produkt / die eigene Meinung mit dem Herzen der Menschen. Kurz: Wer sich und anderen die Sinnfrage "Wozu tue ich etwas" beantwortet, kann auf seiner Grundlage erfolgreiche Entscheidungen treffen. Er findet eine Strategie, die überzeugt, und schafft nachhaltige Bindung. (Tatsächlich wäre vielleicht die Übersetzung in "Frag immer erst: wozu?" deutlicher gewesen, um zu zeigen, worum es dem Autor geht.)

Simon Sinek geht sein Thema unter sehr vielen verschiedenen Perspektiven an und gibt viele Beispiele, um seine These(n) zu veranschaulichen. Nach und nach wurde auch mir beim Lesen deutlich, auf wie vielen Feldern und wie oft bei Entscheidungen die Frage nach dem "Warum" zentral für langfristigen Erfolg ist. In einem kleinen Rundumschlag gelingt dem Autor eine luzide Darstellung seines Themas. Dabei berührt er intensiv vor allem menschliche Themen, die im Geschäftsleben eine große Rolle spielen: Vertrauen, Charisma, Kommunikation, Motivation, Entscheidung, Inspiration. Ich halte dies für eine intelligente Darstellung und vor allem Verschaltung zentraler Aspekte, die letztlich unter dem Leitsatz "Frag immer erst: Warum?" zusammengeführt werden. Gerade aus der Darstellung des Interaktionsgefüges von Leitkompetenzen ein "Erfolgsrezept" zu destillieren, macht meiner Meinung nach die Stärke dieses Buchs aus. Mich hat die Darstellung zusammen mit der Analyse und den Beispielen aus Politik und Wirtschaft überzeugt. Eine Handlungsanleitung mit solcher Überzeugungskraft lese ich nicht alle Tage.

Bis auf wenige Zeichnungen sucht der Leser nach Schaubildern oder Tabellen vergebens. Ich habe dies als Kritikpunkt in anderen Rezensionen gelesen. Mir persönlich fehlen speziell in diesem Buch keine Schaubilder, da dieser Text von seinem fast schon philosophischen Inhalt lebt. Dies kann meiner Meinung nach kein "Zahlenbuch" sein, weil es ein Thema argumentativ aufbaut und meiner Meinung nach auch nur verbal darstellen kann. Der Autor spricht über Haltungsfragen und Werte und baut seine Argumente Kapitel um Kapitel auf. Die Veranschaulichung seiner Überzeugung überlässt Sinek den anschaulichen Beispielen, die er gibt. Mir hat das genügt.

Das außergewöhnliche an diesem Buch ist für mich, dass sein Inhalt sowohl für das Berufs- wie Privatleben anwendbar ist. Damit hebt es sich von Büchern ab, die eher dem Motto geschuldet sind "Beruflich Profi, Privat Amateur". Die Frage nach dem 'Warum', also nach der Zielsetzung des eigenen Handelns, scheint auch mir zentral zu sein, wenn man im Beruf wie im Privatleben Entscheidungen trifft und andere überzeugen will. Für mich ist dies ein sehr hilfreicher Leitfaden, der dabei genauso hilft, berufliche Strategien zu entwerfen, wie private Ziele zu formulieren und Entscheidungen zu treffen.

Mein Gesamtergebnis: "Frag immer erst: Warum?" ist nach meinem Eindruck ein Buch, das sowohl für den Privatgebrauch als auch für das berufliche Fortkommen wertvoll sein kann. Es ist ein wertvoller Beitrag für Menschen, die darauf setzen (im Beruf wie im Privatleben) nachhaltig zu überzeugen – von sich, von ihren Produkten, von ihren Meinungen und Haltungen. Wer also Denkanstöße für die eigene Entscheidungsfindung sucht, liegt beim Kauf dieses Buchs meiner Meinung nach richtig.


Vorsicht, Vermittler!: Die fiesen Tricks von Finanzberatern und Versicherungsvertretern
Vorsicht, Vermittler!: Die fiesen Tricks von Finanzberatern und Versicherungsvertretern
von Jens Hagen
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kritische, differenzierte und qualitativ hochwertige Analysen, Interviews und Darstellungen, 25. Juni 2014
"Vorsicht Vermittler" handelt von provisionslüsternen Beratern, die statt des Wohls des Kunden nur den eigenen Vorteil im Blick haben. Natürlich gibt es auch andere! Davon bin ich aus eigener Erfahrung überzeugt. Leider gibt es allerdings genügend "schwarze Schafe". Auf diese aufmerksam zu machen und ausdrücklich zu warnen, ist eindeutig das Ziel dieses Buchs. Die Autoren geben in verschiedenen Aufsätzen viele Beispiele aus der Finanzberatungspraxis und lassen in Kapiteln und Interviews Bankberater und Versicherungsvertreter von den negativen Seiten ihres Alltags erzählen. Gleichzeitig geben Autoren und Experten interessante Tipps, wie man sich als Kunde vor dubiosen Finanz- und Versicherungsprodukten schützt.

Die Mischung aus darstellenden Teilen, Interviews mit Experten aus der Finanzbranche und dem Finanzjournalismus und die verschiedenen problematisierenden Aufsätze zu den unterschiedlichen Themen halte ich für gelungen. Der Insiderblick zusammen mit Analysen von außen geben eine sehr fundierte Zusammenschau der negativen Aspekte der Branche. Dabei überwiegen ganz eindeutig die kritischen Stimmen. Allerdings halte ich die Darstellung insgesamt für differenziert und nicht banal tendenziös. Entsprechend der insgesamt kritischen Haltung finden sich einige Beiträge "linksgerichteter" Politiker und Verbraucherschützer sowie von Journalisten des Handelsblatts. Insgesamt sehe ich darin einen Gegenpol zu den schönredenden Hochglanzprospekten von Banken oder Schönmalereien von Versicherungsvertretern, denen ich teilweise auch schon begegnet bin. Da die Wahrheit wie so oft meist in der Mitte liegt, freue ich mich über einen kritischen Beitrag wie diesen. Sehr gut finde ich, dass neben den Darstellungs- und Analysekapiteln immer wieder auch sehr handfeste Tipps an (potenzielle) Kunden gegeben werden. (So zum Beispiel wie sie seröse von unseriöser Beratung unterscheiden und wie man den richtigen Berater findet.)

Ich finde, wir sollten mündigere Bürger in Finanzdingen werden. Dazu gehört es, sich einen guten Wissensgrundstock anzueignen. Bücher wie dieses leisten einen sehr guten Beitrag dazu, sich über die Welt der Finanzen und Versicherungen von kundigen Autoren informieren zu lassen. Dass man natürlich nicht alle Banker und Versicherer über einen (negativen) Kamm scheren darf, sollte jedem Menschen klar sein. Doch auch darum muss es gehen: die Spreu vom Weizen trennen zu können – Scharlatane der Finanzberatung sollten also vom Markt verschwinden.

Insgesamt wird in diesem Buch sehr eingängig dargestellt, wie groß die Gefahr ist, dass scheinbar unabhängige Berater zu Verkäufern werden und wie viele Menschen als Vermittler von Finanzdienstleistungen aller Art auf verschiedenste Art mitverdienen – sei es als Telefonverkäufer, Adressengeber/Adressenhändler, Tippgeber, Werbeagent, Vermittler, Makler etc. … Die Branche scheint unübersichtlich groß zu sein. Doch das Buch zeigt auch, dass es auch sie durchaus gibt: die seriösen, unabhängigen Berater, Versicherungsberater, Fachanwälte und Steuerberater oder Verbraucherschützer. Doch wie findet man sie? Ich denke, das Buch liefert auch hier handfeste Ratschläge für Kunden.

Mein Gesamturteil: Die Kapitel und Beiträge dieses Buchs geben einen guten Einblick in die Strukturen sowie in das Funktionieren der Finanzberatungs- und Versicherungsbranche. Trotz durchaus überwiegend kritischem Blick ist meiner Meinung nach ein insgesamt differenziertes Bild der Branche entstanden, das für Kunden interessant ist. Neben den Darstellungs- und Analyseteilen finden sich außerdem viele handfeste Tipps, wie sich Kunden vor unliebsamen Überraschungen schützen und unseriöse Produkte und "Berater" von seriösen unterscheiden lernen. Meiner Meinung nach ist das einen Kauf wert.


Warum Kugelschreiber tödlicher sind als Blitze: Verblüffende Statistiken über die Gefahren und Risiken unseres Lebens
Warum Kugelschreiber tödlicher sind als Blitze: Verblüffende Statistiken über die Gefahren und Risiken unseres Lebens
von Cord Balthasar
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen verblüffende Erkenntnisse … humorvolle Statistikauswertungen als kurzweiliges Vergnügen, 2. Juni 2014
Sonst bin ich wahrlich nicht der größte Statistik-Fan. Doch die Kuriositäten, die die beiden Autoren hier aus verschiedenen Statistiken herausgearbeitet haben, waren es wert, aus Zahlen gelesen zu werden. Es ist wirklich verblüffend, zu sehen, wie sehr unsere Ängste vor den einen Dingen oft unbegründet sind, während wir vor den – statistisch gesehen – viel wahrscheinlicher eintreffenden Gefahren gar nichts wissen oder sie nicht ins Kalkül ziehen. So haben beispielsweise laut Statistik offenbar rund 15 Prozent der Menschen Flugangst und bekanntlich raucht deswegen so mancher Passagier gerne zur Beruhigung vor dem Flug noch eine Zigarette. Nun könnte man sich allerdings Folgendes vor Augen halten, nämlich dass 1. das Risiko bei einem Flugzeugabsturz zu Tode zu kommen bei 1:3.360.000 liegt, während 2. das Todesrisiko für Raucher bei 1:210 liegt (S. 9).

Langsam aber sicher stapfen die beiden Autoren durch das Leben von uns Menschen und werten alle möglichen und unmöglichen Wahrscheinlichkeiten für den Unbill in unserem Leben aus. Sie beginnen bei der Geburt und arbeiten sich von dort über die Themen 'Jugend', 'Arbeit', 'Familie', 'Freizeit', 'Reisen' etc. vor bis zum Lebensabend des Menschen. Sie fragen, in welchem Bundesland, die meisten Fremdgeher(innen) unterwegs sind, worüber sich deutsche Eheleute am ehesten streiten, welche Körperteile bei Arbeitsunfällen am ehesten lädiert werden, in welchen Städten es sich am gefährlichsten lebt und warum es möglicherweise für einen Mann ziemlich klug sein könnte, in einer Zeitung eine Partnerschaftsanzeige mit folgendem Inhalt zu schalten: "Vermögender, berufstätiger Er sucht katholische Sie aus behütetem Elternhaus. Hausfrau mit geringem Einkommen erwünscht." (S. 94)

Mir hat gefallen, dass alle Statistikergebnisse zu tragischen Ereignissen unseres Lebens mit einer gehörigen Portion Humor vorgetragen oder kommentiert werden. Auf diese Weise bekommen die teilweise kuriosen Informationen eine zusätzliche Würze. Lobenswert ist die Mischung der Auswertung statistischen Materials mit der humorvollen Darstellung. Aus allem möglichen Zahlenmaterial werden "Unglücksformeln" und "Pechsträhnenwahrscheinlichkeiten" konstruiert. Immer wird das alles auch mit einem Sahnehäubchen aus Humor garniert. Den Autoren ist es gelungen, aus Zahlen und Fakten interessante Wissensgeschichten zusammenzubauen, die sich angenehm lesen. Dadurch wurde die Lektüre für mich zum kurzweiligen Vergnügen.

Mein Bewertungsergebnis: Dieses Taschenbuch führt oft sehr humorvoll, manchmal ironisch und immer mal wieder sarkastisch durch die statistisch wahrscheinlichen und unwahrscheinlichen Irrungen und Wirrungen unseres Lebens. Mit der passenden Ironie erfahren wir: wo wir am ehesten woran sterben; wo wir am unglücklichsten sind; wo wir am besten unser Geld in den Sand setzen; dass Sport tatsächlich oft (Selbst-)Mord ist; welche Berufe besonders gefährlich sind; bei welchen Paarkonstellationen die Scheidungsrate warum am höchsten ist … Dieses wilde Sammelsurium an Lebenserkenntnissen, herausgelesen aus Statistiken, bescherte mir einen interessanten Sonntaglesenachmittag. Wer es mit Fassung und Humor zu tragen versteht, wird an den Erkenntnissen dieses Buchs wie ich seine wahre Freude haben.


Digitales Verderben: Wie Pornografie uns und unsere Kinder verändert
Digitales Verderben: Wie Pornografie uns und unsere Kinder verändert
von Anne Sophie Wöhrle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über die Pornografisierung von Sexualität und ihren Einfluss auf Kinder, Jugendliche und Erziehung, 28. Mai 2014
Die Autorin Anne Sophie und Christoph Wöhrle treten ein in die Welt der Pornografie und beleuchten sie differenziert und kritisch. Dabei beschreiben sie, wie diese Welt aussieht, wie sie sich verändert und was sie mit Menschen (vor allem Jugendlichen und auch Kindern) macht, die sich in ihr bewegen. Die Darstellung ist eine Mischung aus diskutierenden Kapiteln und Reportageteilen. Das Kapitel (eine Liste) "Was man tun kann" sowie eine Linkliste und ausführliche Literaturhinweise runden den Band ab.

Entsprechend dem Untertitel von "Digitales Verderben" geht es der Autorin und dem Autor darum, zu zeigen, "wie Pornografie uns und unsere Kinder verändert". Einen sehr großen Stellenwert hat dabei die Darstellung der Verbindung zwischen virtueller und realer Welt. Internet und Smartphones – so die Beobachtung der Autorin und des Autors – gewährleisten eine fast grenzenlose Verfügbarkeit von Pornografie für jedermann. Privat und für sich oder auch öffentlich und in Gruppen (z. B. auf dem Schulhof) konsumieren Jugendliche Pornos. Und dies, so eine der Thesen, habe Einfluss auf die sexuelle Sozialisierung von Kindern und Jugendlichen. Dieser Einfluss von Internet-Pornos auf junge Menschen hat laut den Autoren Sophie und Wöhrle Folgen. Diese versuchen die beiden auf Grundlage wissenschaftlicher Studien und eigener journalistischer Recherchen darzustellen und zu diskutieren.

Ich halte die Herangehensweise an das Thema für gelungen. Die erörternden Kapitel sind mit wissenschaftlichem Material angereichert. Dort werden Bücher und Studien diskutiert und in einen Zusammenhang gestellt, zu Thesen verdichtet und mit einem Fazit abgeschlossen. Die Reportageteile steigen direkt ein in das Thema. Dort sprechen die Autorin und der Autor mit "Betroffenen" – Pornokonsumenten, wie Pornoproduzenten (wobei hier der Übergang inzwischen oft fließend ist, will man dem Buch glauben): junge Pornokonsumenten auf der einen Seite, ein erfahrener Pornoproduzent auf der anderen. Einerseits ordnen Positionen wie die des Professors Neil Postman aber auch ganz aktuell diskutierte Arbeiten von Soziologen, Sozialpädagogen, Kommunikationswissenschaftlern und Psychologen das Thema wissenschaftlich ein und geben dem Buch sein argumentatives Fundament. Indem dann (junge) Menschen zu Wort kommen, die Pornos konsumieren oder produzieren, kann man sozusagen "direkt" in ihre Köpfe schauen. Sie sprechen darüber, was sie denken und was sie fühlen. Gerade die Mischung aus Diskussion wissenschaftlicher Befunde und Reportage schafft ein ausgewogenes Verhältnis aus distanzierter Beschreibung und direkter Darstellung.
Sowohl in den diskutierenden Darstellungsteilen als auch in den Reportagekapiteln wird deutlich, dass es nicht DEN Menschen gibt, der mit Pornos zu tun hat. Es sind Menschen jeden Alters und aller Schichten, wobei der Anteil der Männer (bisher?) weitaus größer ist, die Pornos konsumieren. Auch scheint es wiederum – beruhigenderweise – viele Menschen zu geben, die den Unterschied zwischen Porno-Sex und Sex in der realen Welt kennen. Trotzdem: Es besteht die Gefahr, gerade bei jungen Menschen, dass ihre Vorstellung von Sex durch ihren Pornografiekonsum beeinflusst wird. Diese "Pornografisierung von Sexualität" hat viele Gesichter: vom erniedrigenden/fehlgeleiteten Umgang mit Sexualpartnern und einer falschen Erwartungshaltung bis hin zur (Internet/Pornografie-)Sexsucht. Die Autoren zeigen diese Gefahren in allen Facetten.

Mein Bewertungsergebnis: Diese Auseinandersetzung mit der Frage, was die schier grenzenlosen Konsummöglichkeiten von Pornografie mit uns und jungen Menschen machen, halte ich für sehr gelungen. Sie gibt Menschen, die mit jungen Leuten zu tun haben viel hilfreichen Input, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich halte das für einen wichtigen Beitrag zum verantwortlichen Umgang mit Medienkompetenz. Der etwas reißerische Titel sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei diesem Buch um eine differenzierte Darstellung des Themas handelt. Diskussion wissenschaftlicher Erkenntnisse und journalistischer Darstellung gehen dabei Hand in Hand. So ist ein sehr lesenswertes Buch entstanden, das zeigt, wie Pornografie junge Menschen, uns und unsere Gesellschaft beeinflusst und was wir dagegen tun können. Eltern, Lehrer/innen und Sozialarbeiter/innen, die mit jugendlichen zu tun haben, profitieren von dieser Lektüre sicher ungemein.


Fit mit Minibands & Superbands: Die perfekten Übungen für zu Hause und unterwegs
Fit mit Minibands & Superbands: Die perfekten Übungen für zu Hause und unterwegs
DVD ~ Patrick Herzog
Preis: EUR 15,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intensiver Powertrainingsallrounder: Ausdauer- und Schnelligkeits- sowie Krafttraining für alle möglichen Körperbereiche, 2. Mai 2014
Vor einigen Jahren habe ich bereits eine Golf-DVD besprochen, die auf der Basis des US-amerikanischen Fitnessexperten Mark Verstegen ein sehr interessantes Trainings- und Fitnessprogramm zeigt. Er nennt es "Core performance". Wenn man sich im Internet ein bisschen umschaut, sieht man schnell, dass er dieses Core-performance-Programm variiert auf die Disziplinen American Football, Fußball, Basketball und eben Golf zugeschnitten hat.
Da wohl schon Jürgen Klinsmann mit diesem Programm seine Jungs für die WM 2006 vorbereitet hatte, war ich darauf aufmerksam geworden und hatte mich mit dem Golftraining beschäftigt. Jetzt wagte ich mich tatsächlich einmal an die Bänder. Und herausgekommen ist: ein ungewöhnliches aber hocheffektives funktionelles Training für alle denkbaren Körperregionen von Rücken und Schulter, über Arme und Bauch bis hin zu den Beinen. Was den einen neue sportliche (Höchst-)Leistung bringt, sorgt bei mir zu Schweißperlen, Trainingsfreude durch Abwechslung sowie tatsächlich nach ein paar Wochen zu mehr Fitness. Klar, skeptisch ist man als Mann da schon, zumal ich bisher die Thera-Band-Akrobatik eher als Softprogramm für "abnehmwillige" Frauen betrachtet habe. Nun denn, so manches Experiment lohnt sich und räumt mit eigenen Vorurteilen auf …

Die DVD führt in das Training mit Bändern sehr gut ein. Einzelübungen und das Full-Body-Workout als Gesamtprogramm sind eine ideale Voraussetzung, um sich mit den Bändern vertraut zu machen. Schnell wurde beim Trainieren klar, wie vielseitig und fordernd dieses Training ist. Die Einteilung des Trainings in einzelne Körperregionen bei den Einzelübungen ist zum Kennenlernen sehr sinnvoll. Dabei kommen sowohl Fitness-Anfänger als auch Vollblutsportler auf ihre Kosten. Sie können mit unterschiedlich starken Bändern trainieren, die Zahl der Sätze variieren, die Dauer der Übungen ihrem Fitnesszustand anpassen … Die ergänzenden Aufwärm- und Stretchingübungen machen das gesamte Programm für mich zur runden Sache.

Interessant finde ich an diesem Training mit den Mini-Superbändern erstens, dass man ohne teures Material auskommt (die Bänder sind schon für ein paar wenige Euro in allen möglichen Variationen und Bandstärken in guter Qualität zu bekommen). Zweitens kann man das Training ohne viel Platzbedarf zu Hause oder auch sehr unkompliziert unterwegs praktizieren. Das ist gerade auch für Geschäftsreisende interessant, die sich abends im Hotelzimmer noch ein bisschen bewegen möchten, ohne noch in den Fitnessraum zu müssen. Die Bänder können im Taschenformat überallhin mitgenommen werden. Und wenn man das Programm ein paar Mal "durchgeübt" hat, kann man schnell darauf aufbauen, sein Training aus den Einzelübungen selbst zusammenbauen und/oder sich ein interessantes Zirkeltraining aufbauen.

Ich bin vorsichtig mit Lobeshymnen bei Rezensionen. Trotzdem: Männer der Schöpfung, die beim Anblick des Covers glauben sollten, das Trainieren mit Bändern sei eine Sonderbarkeit für "Weicheier", darf sich von seinen Vorurteilen gleich verabschieden. Wer diese 50 Übungen und das so genannte "Full-Body-Workout" regelmäßig absolviert, wird erst einmal richtig verwundert sein. Dieses Training ist richtig, RICHTIG anstrengend. Muskeln und "Pumpe" kommen mehr in Schwung, als man das bei purem Zusehen glauben sollte. Besonders vorteilhaft finde ich, dass man damit Kraft, Ausdauer und Körperflexibilität trainieren kann, wenn man unterschiedliche Bänder und Übungen kombiniert. Dieses intensive funktionelle Powertraining für alle nur denkbaren Körperregionen war für mich etwas ganz Neues. Was auf der DVD zunächst eher leicht aussieht, entpuppt sich schnell als eisenharte Fitnessmaschine auf DVD. Dass ein Training mit flexiblen Bändern so vielseitig sein kann, hätte ich nicht gedacht. Ich kann nur empfehlen: ausprobieren.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11