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Graf Zahl

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Johanna Schopenhauer
Johanna Schopenhauer
von Ulrike Bergmann
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Vertane Gelegenheit, 18. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Johanna Schopenhauer (Taschenbuch)
Was hätte dies für ein Buch werden können! Eine Frau und Mutter, die mit ihrem präpotenten Charakter erst ihren Mann (vermutlich) in den Selbstmord treibt und anschließend immer wieder versucht, ihre beiden Kinder zu vereinnahmen, was bei der Tochter gelingt, aber beim sich emanzipierenden Sohn scheitert. Die ihr vom Mann ererbtes Vermögen so schnell und so gründlich auf großem Fuße durchbringt, daß sie das letzte Lebensjahrzehnt von Almosen leben muß (der Weimarer Großherzog machte ihre kleine Rente davon abhängig, daß sie niemals nach Weimar zurückkehren möge!)

Was hätte dies für ein spannendes Buch werden können! Stattdessen macht Ulrike Bergmann nur eine lustlose Aneinanderreihung von Satzcollagen und Kommentierungen über die ach so große Schriftstellerin, große Salonière und große Frau.
Dabei war sie dies alles drei nicht wirklich, wenn man sie mit Zeitgenossinnen vergleicht: Während etwa Benedikte Naubert, die im Unterschied zu J.S. WIRKLICH eine große Schriftstellerin war [Vorbild für Walter Scott!], nahezu vergessen ist. Während Henriette Herz, die im Unterschied zu J.S. WIRKLICH eine große Salonière war, heute kaum noch Beachtung findet. Während Sibylle von Mertens-Schaafhausen*[Lit.s.unten], die ihren großen Reichtum selbstlos mit Ihren Freundinnen teilte (darunter Adele Schopenhauer), WIRKLICH ein Vorbild als 'Grand Dame' war.

Bei Johanna S. ist alles im Leben nur purer Egoismus, und wer ihr im Weg ist, wird entweder kleingemacht, wie die eigene Tochter, oder wo das nicht klappt, geflissentlich übergangen, wie der eigene Sohn. Natürlich kann man, wenn man unbedingt will, darin auch das Vorbild einer "emanzipierten Frau" vom Beginn des 19.Jhs. sehen. Doch unter allen Frauen in dieser historischen Epoche ist sie die unsympatischste, nur übertroffen noch von Bettina von Arnim, bei der zu ähnlicher Egozentrik obendrein noch die Lügenmärchen dazu kamen. Es ist schon unbegreiflich, wie hier in diesem Buch aus dieser selbstzentrierten Frau fast eine Märtyrerin stilisiert wird.

Was den Sohn Arthur angeht, so werden in diesem Buch nur die üblichen Platitüden (ewiger Frauenfeind, ewiger Geizhals, ewiger Pessimist) wiederholt, welche schon Arthur Hübscher vor über 40 Jahren Schritt für Schritt widerlegt hatte. Wie sagte schon der alte Goethe: "Kinderchen, der wächst uns allen noch einmal über den Kopf." Große Geister ziehen nun mal den Neid an wie Motten das Licht. In unserer heutigen, Genie-Kult ablehnenden, alles betont gleichmachenden Zeit sowieso. Die Autorin dieses Buches ist da leider keine Ausnahme.

Was die Tochter Adele angeht, so wird das lebenslange ausbeuterische Verhalten Johannas - immerhin brachte sie auch Adeles Erbteil fast komplett durch und verhinderte durch ihre klammernde Mutterbindung Eheglück und Selbstbestimmung Adeles, was diese selbst nach Johannas Tod bitter beklagte - in diesem Buch bagatellisiert oder den in entscheidenden Punkten ganz übergangen.

Kurzum, es werden von Ulrike Bergmann fast nur die "Schokoladenseiten" gezeigt: Natürlich KONNTE Johanna, wenn sie wollte, bezaubernd erscheinen. "Gebildet" war sie auch, zumindest für die damaligen Verhältnisse. Und wo sie sich Vorteile versprach, etwa beim Anhimmeln Goethes, konnte sie auch klug berechnend handeln: etwa indem sie Goethes Ehefrau Christiane als erste Frau in Weimar zum Tee einlud, als jene noch von allen geschnitten wurde - 'per Mariam ad Jesum' erreichte Johanna so auch ihr Ziel, nämlich Goethe in ihr Haus zu lotsen.
Aber daß die lebenslange pure Egozentrik Johannas, der zentrale Schlüssel zu ihrem Charakter, in diesem Buch fast völlig untergeht, ist das größte Manko dieser Arbeit.

Ulrike Bergmann wußte wohl genau, warum sie dies Buch eine "Romanbiographie" und nicht seriös eine "Biographie" nannte - es enthält eben viel mehr (Hinzu-)Dichtung als Wahrheit !!!

Ich rate daher vom Kauf dieser Lobhudelei zwischen zwei Buchdeckeln ab. Wer sich ein originales Bild machen will von Johanna, sollte gleich zu den lesenswerten Originalquellen greifen - vor allem dem Briefwechsel der Familie Schopenhauer (dtv Taschenbuch**), der nur daran krankt, daß einseitig fast alle Briefe Johannas von ihren beiden Kindern aufbewahrt und fast alle von jenen an sie gerichteten von Johanna vernichtet wurden.
Und wer den Roman "Gabriele" (auch günstig bei dtv***) liest, kann schnell beurteilen, ob bzw. wie wenig Johanna als Schriftstellerin taugte - besonders im Vergleich mit anderen Autorinnen ihrer Zeit.

Dieses Buch wird dem - unter psychologischen Aspekten durchaus interessanten - Leben von Johanna Schopenhauer nicht gerecht. Denn ein ganzheitliches, korrektes Bild dieser historischen Person gibt es leider nicht her; zuviel ist von der Gegenwart her hineinprojiziert und von den damaligen Fakten ausgeblendet worden.

* Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens
** Die Schopenhauers
*** Gabriele. Ein Roman.


Goethe und die Frauen. Aus dem Leben des vom Eros leidenschaftlich Bewegten
Goethe und die Frauen. Aus dem Leben des vom Eros leidenschaftlich Bewegten
von Georg E. Viebahn
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Informativ - aber ein Plagiat, 22. Februar 2010
Der pensionierte Ministerialbeamte Georg Viebahn gibt hier seinem Goethe-Hobby freien Lauf und versammelt eine illustre und nahezu vollständige Runde jener Frauen, die Goethe (wie es im Untertitel heißt) 'vom Eros leidenschaftlich bewegt' haben.
Jeder Dame ist ein Kapitel von 8-22 Seiten gewidmet. Das Paperback im A5 Format (dazu 'Buch' zu sagen, wäre geschmeichelt) liest sich zügig und flüssig, obwohl der Schreibstil oft Brüche aufweist: einige Kapitel sind sehr oberflächlich, andere gehen mehr in die Tiefe. Bei diesem ausufernden Thema können 370 Seiten natürlich nur eine Einführung sein; aber das Ziel wird erreicht - man wird neugierig auf mehr.

So ging es auch mir: nachdem ich es durchgelesen hatte, war ich neugierig, einige Aspekte in weiterführender Lektüre zu vertiefen. Besonders angetan hatte es mir das Kapitel über Ulrike von Levetzow, Goethes letzte Liebe in Marienbad. Dazu besorgte ich mir das Werk von Johann Urzidil 'Goethe in Böhmen'. Und dann die große Überraschung: fast das gesamte, 17-seitige Ulrike-Kapitel bei Viebahn ist eine nahezu wortwörtliche, absatzweise Abschrift aus dem Buch von Urzidil!!

So was ist mir noch nicht vorgekommen! Daß jemand sein Buch absatzweise aus anderen Büchern zusammenstellt, das kennt man ja (dafür gibt es den Ausdruck 'konzeln', nach den Büchern von Gerhard Konzelmann). Daß aber ein GANZES Kapitel KOMPLETT und lückenlos aus einem anderen Buch abgeschrieben ist, das ist mir neu. Noch dazu aus einem Standardwerk, nicht einmal aus einem 'entfernten' Buch eines Philologen des 19.Jh. o.ä.; so daß jedem unbedarften Tiefer-Leser wie mir das Abkupfern sofort ins Auge springen muß.

Kein Zitat und kein Hinweis macht auf das Plagiat aufmerksam - wie überhaupt jegliche Anmerkungen und Zitatnachweise im ganzen Buch konsequent fehlen(!!). Lediglich eine Literaturliste mit nur 29 Titeln gibt es am Schluß, darunter sind aber überwiegend allgemeine Standardwerke, etwa Eckermann und W.Bode (das o.g. Buch von Urzidil ist übrigens auch darunter).

Jetzt wollte ich es genauer wissen. Könnte das der Grund für den 'uneinheitlichen' Schreibstil sein? Und natürlich vermutet man: Einmal Plagiator,... - Was aber würde sich besser zum Abkupfern eignen als die ausufernde, unübertroffene, leider unvollendete, mehrbändige Goethe-Biographie von Wilhelm Bode? Der Verdacht wurde bestätigt: auch daraus waren ganze Partien (zu den Jugendfreundinnen und den Italienerinnen) fast wortwörtlich abgeschrieben.

Zu erwähnen ist, daß W.Bode (+1922) und Urzidil (+1970) schon seit langem tot sind. Aber darf man sie deswegen ohne jeglichen Hinweis über lange Strecken seitenweise abschreiben?

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Warum ich trotzdem ZWEI Punkte gebe? Wegen der VOLLSTÄNDIGKEIT. In den meisten Büchern finden sich nur einige, aber eben nicht ALLE Frauenliebschaften um Goethe, sogar in jenen, die dies versprechen, z.B. in der verbreiteten rororo-Monographie 'Frauen um Goethe' von Astrid Seele.

Das heißt, hier findet man, in Kurzübersichten, in EINEM Buch nicht nur die acht 'einschlägigen' Frauen (Käthchen, Friederike, Lili, die beiden Charlotte, Christiane, Marianne und Ulrike), sondern auch jene unbekannteren, die seinerzeit AUCH eine zeitlang Goethes "Eros leidenschaftlich bewegt" haben, wie etwa Maximiliane von LaRoche, Maddalena Riggi ('die schöne Mailänderin') oder Sylvie Ziegesar.
Fraglich ist, ob zu dieser Gruppe wirklich auch die drei Herzoginnen von Weimar gehören (Anna Amalia vielleicht noch, aber doch kaum Louise und Maria Pawlowna), und wohl schon gar nicht Bettina Brentano, die Goethe als nervig empfand - und ihr bald das Haus verbot. Aber diese Kapitel kann man ja überspringen.

Natürlich FEHLEN die Frauen, die Goethe NICHT 'leidenschaftlich bewegt' haben, aber mit denen er trotzdem viel Umgang hatte: die Hofdamen aus Weimar (Frau von Göchhausen, der wir den 'Urfaust' verdanken; oder die Gräfinnen Egloffstein), die Gesellschaftsdamen (Johanna Schopenhauer), und die Ehefrauen der Freunde (Charlotte von Schiller, Caroline Herder). Für diese Frauen müßte man dann andere Bücher heranziehen, z.B. 'Alt-Weimars Abend'.

Den zweiten Punkt gebe ich, weil zu jeder Dame ein Bildnis beigegeben ist, so daß man sich langes Suchen in anderen Büchern erspart. (Wenngleich einige nicht brauchbar sind: etwa eine Rückansicht-Zeichnung von Lili Schönemann, oder nur ein Scherenschnitt von Charlotte von Stein).

FAZIT: Im ganzen macht das Buch den Eindruck, daß der Autor und Goetheliebhaber nebenher während seiner Ministerialtätigkeit seitenweise Abschnitte aus einschlägigen Standardwerken exzerpiert hat, wohl weil er für sich selber eine VOLLSTÄNDIGE Übersicht erstellen wollte, was die Literatur - wie oben gesagt - nicht hergab.
Das ist ja ein prima Gedanke, und Exzerpieren ist auch für den Eigengebrauch legitim. Aber dann daraus ein eigenes Buch zu machen, ohne jegliche Zitierkenntlichmachung, das ist schon etwas dreist. Hier zeigt sich, daß Verleger und Lektor auch eine Verantwortung haben, der sie hier nicht nachgekommen sind.


Der Mythos eines Völkermordes - eine kritische Betrachtung der Lepsiusdokumente sowie der deutschen Rolle in Geschichte und Gegenwart der "Armenischen Frage"
Der Mythos eines Völkermordes - eine kritische Betrachtung der Lepsiusdokumente sowie der deutschen Rolle in Geschichte und Gegenwart der "Armenischen Frage"
von Cem Özgönül
  Broschiert
Preis: EUR 19,80

51 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unbedingt lesenswert - Revisionismus AT ITS BEST, 6. Dezember 2006
Wenige Neuveröffentlichungen der letzten 20 Jahre lohnen sich so sehr wie dieses, um die (pseudo-)wissenschaftschaftliche Dokumentation der kleinen, aber einflussreichen weil lautstarken Gruppe von Genozid-Leugnern von argumentativen Standpunkt kennenzulernen.

Ausgangspunkt ist der türkische Völkermord an den Armeniern und die berühmten "Lepsius-Dokumente". Zu diesem Thema ist dieses Buch ein wichtiger Mosaikstein und unbedingt lesenswert!

Daß Lepsius seinerzeit in deutsch-exkulpierender Absicht die Originale des deutschen Auswärtigen Amtes gekürzt und teilweise umgestellt hat, ist in der Forschung ja schon sein langem bekannt und daher absolut nichts Neues. Neu ist aber, wie hier deswegen der gesamten Darstellung des Völkermords durch Lepsius die Glaubwürdigkeit insgesamt abgesprochen wird.

Es ist schon wirklich bewundernswert, wie hier hier auf über 300 Seiten historische Dokumente umgedeutet, verdreht, teilnegiert oder bestritten werden, alles mit (scheinbar) wissenschaftlichem Anstrich. Dies ist Sophistik auf allerhöchstem Niveau!!!!

Wie mit selektiven Zitaten, pars pro toto-Argumentation, unvollständigen Argumentationsketten usw. klug gearbeitet werden kann, kann man sehr gut an diesem Buch lernen.

Daneben sollte man Schopenhauers "Eristische Dialektik oder Die Kunst recht zu behalten" legen, und jeder Leser wird das eben Gesagte sehr leicht selbst nachvollziehen können und mir nachmachen können, wie ich dieses Buch selbst mit großem Gewinn (und manchmal augenzwinkernd: "Das kannte Arthur auch schon") gelesen habe.

Leider setzt diese Art der gewinnbringenden Lektüre eine gewisse Vorkenntnis des Themas voraus, ein ahnungsloser Leser hat nichts davon, da er die Selektiv-Argumentation und die anderen argumentativen Kniffe schlecht nachvollziehen kann (daher 1 Punkt Abzug).

FAZIT: Als Einstiegswerk in die Materie ist dieses Buch wegen der einseitigen Information leider nicht geeignet, trotz der hervorragenden Argumentation. Nichtsdestotrotz gehört es in jeden Bücherschrank eines an Zeitgeschichte Interessierten, direkt neben die Werke von anderen prominenten Autoren, wie Fred Leuchter und David Irving. (Letzere schreiben zwar über ein dreißig Jahre späteres Thema, die Rhetorikmittel sind aber oft dieselben.)

4 Punkte für die lehrreiche Argumentationstechnik, nicht für den Informationsgehalt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 17, 2013 9:26 AM MEST


Lexikon der Attentate: Berühmte Verschwörungen, Komplotte und Anschläge. Von Alexander I. bis Helmut Zilk.
Lexikon der Attentate: Berühmte Verschwörungen, Komplotte und Anschläge. Von Alexander I. bis Helmut Zilk.
von Katja Doubek
  Taschenbuch

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Oberflächlicher Schnellschuß, teilweise falsch!, 21. Juni 2006
Heutzutage scheint es Mode zu sein, daß zu jedem beliebigen Thema ein sogenanntes "LEXIKON" auf dem Markt sein muss. Ob das mit der penetranten Ordnungsliebe (Ordnungswut) von uns Deutschen allgemein zusammenhängt oder nur den Verlegern die Taschen füllen soll, sei dahingestellt. Immerhin werden solche Bücher gut verkauft, also muß eine Nachfrage dafür bestehen.

Hier geht es um ein spannendes Thema: Attentate! Spätestens seit Julius Caesar ein Dauerbrenner der Weltgeschichte. Natürlich haben die meisten Attentate nichts miteinander zu tun, da Ursachen und Attentäter doch zu verschieden sind, aber interessant ist eine Übersicht zum Thema allemal, und sei es nur, daß man Arten der Durchführung (nicht Ursachen s.o.) der Attentate vergleicht. Dann sieht man auch, wie oft der Zufall zum Gelingen oder Mißlingen zu Hilfe kam.

Dieser Schnellschuß hier wäre allerdings besser unterblieben! Viel zu oberflächlich werden die einzelnen Ereignisse "abgehakt". Der Stil der 1/2- bis 6seitigen Artikel ist stark schwankend: mal stenografisch, mal episch, mal prägnant, mal schwafelnd - im ganzen aber extrem uneinheitlich. Ein durchgehender "roter Faden" unter dem die Attentate abgehandelt werden (was einen Vergleich erleichtern würde) ist nicht erkennbar.

Vollständigkeit ist nicht angestebt. Trotzdem ufert das Thema aus, da unterschiedslos "Attentate" und "Politische opportune Morde" vermengt werden. Die Tötung Zar Alexanders III. durch Sprengstoffbombe (1881) ist eben doch etwas grundsätzlich anderes als die standrechtliche Erschießung der Zarenfamilie Nikolaus' II. während der Internierung (1918), die hier beide als "Attentat" verstanden werden. (Warum wird dann aber nur Nikolaus II. gebracht, nicht jedoch Ludwig XVI. ?)

Dafür überwiegt der Eindruck von großer Eile, zu häufig sind offensichtliche Flüchtigkeitsfehler. Und dieser Eindruck, das ganze Buch sei hastig während nur einer Woche unter Abgabedruck "runtergeschrieben" worden, will leider auch nach Seite 350 nicht verfliegen.

Glücklicher- und korrekterweise sind nach jedem Artikel die Quellen angegeben. Wer sich nun stichprobenartig die Mühe des Nachprüfens macht, kann sehen, wieviel von dort nicht nur abgeschrieben, sondern auch --- weggelassen wurde!! Daß aus diesen Quellen absatzweise abgeschrieben wurde (z.T. von der Autorin leicht umformuliert), mag auch der Grund für den sehr uneinheitlichen Stil dieses "Lexikons" sein. Und daß die Autorin in diese Quellen nur "reingeschnuppert" hat, wird beim Quellenvergleich leider auch allzu oft deutlich.

Schlimm wird es aber, wenn mitunter absolute Geschichtsverdrehungen als Fakten gebracht werden. Nur ein besonders eklatantes Beispiel: zum Stichwort "Cicero" heißt es auf S.55 : "... und so verbannte Kaiser Claudius den scharfzüngigen Cicero 59 v.Chr." (kein Kommentar!!!) Hier hört die Kurzweiligkeit des Schmökerns auf, und das Ärgernis beginnt.

Wer also ein interessantes Buch zum Thema "Historische Attentate" sucht, und nicht nur zusammenhanglose Extrakte aus diversen Büchern/Zeitungsartikeln bekommen will, bei denen dank falschen Abschreibens und mangels eigener Autorenrecherche selbst das Schmökern keinen rechten Spaß mehr macht, der sollte lieber auf Alexander Demandt oder Jörg von Uthmann zurückgreifen und dieses Schnellschreibsel links liegenlassen.


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