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Rezensionen verfasst von
Jens Vocker

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PS - Geschichten ums Auto (4 DVDs)
PS - Geschichten ums Auto (4 DVDs)
DVD ~ Günter Pfitzmann
Wird angeboten von lobigo
Preis: EUR 59,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alptraum Amalfi, 20. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: PS - Geschichten ums Auto (4 DVDs) (DVD)
Wer sich für das Alltagsleben und den Zeitgeist der bundesdeutschen 70er Jahre interessiert, der kommt an einigen Fernsehserien nicht vorbei. Dazu zählen "Einmal im Leben" (mit dem Thema Hausbau), "Alle Jahre wieder" (mit dem Thema Winterurlaub) und eben "PS - Geschichten ums Auto" - mit dem Thema Autokauf. Die acht Folgen "rund ums Autohaus" wurden 1975 und 1976 in der ARD ausgestrahlt und basieren auf Drehbüchern des renommierten Autors Robert Stromberger (verstorben 2009), dem wir auch TV-Klassiker wie „Die Unverbesserlichen“ oder „Tod eines Schülers“ verdanken.

In „PS“ verknüpften Stromberger und Regisseur Claus Peter Witt mehrere Haupt- und Nebenhandlungen in eleganter Weise zu einer ebenso spannenden wie amüsanten Unterhaltungsserie, in deren Mittelpunkt das Darmstädter Autohaus Neubert steht. Als der Seniorchef stirbt, übernimmt der Junior das Ruder und hat ganze andere Vorstellungen von der Führung eines modernen Autohauses, was zu Konflikten mit der Prokuristin Mettler führt. Währenddessen lässt sich Familienvater Schmitting von dem gewieften Autoverkäufer Schöllcke zum Kauf einer gelben Amalfi-Limousine überreden, die er sich eigentlich gar nicht leisten kann und die meist in der Werkstatt stehen wird.

Der fiktive Amalfi (aus Fiat-, VW-, BMW- und Mercedes-Teilen zusammengebaut) ist das verbindende Element der Serie, die trotz ihrer zahlreichen Handlungsstränge nie überladen oder unübersichtlich wirkt. Dies ist nicht zuletzt ein Verdienst der vorzüglichen Besetzung, die bis in die Nebenrollen mit überaus versierten Darstellern aufwarten kann. Mit dabei sind solche Hochkaräter wie Günter Pfitzmann als Autohaus-Chef, Gerd Baltus als schwer geprüfter Amalfi-Käufer, Liane Hielscher als Prokuristin, Jürgen Scheller als Autoverkäufer mit der Silberzunge oder Benno Sterzenbach und Karl-Heinz Hess als konkurrierende Werkstatt-Meister. Grandios: Kultstar Herbert Fux als Automechaniker 100 km hinter Innsbruck!

Wer (wie der Schreiber dieser Zeilen) in den Seventies aufgewachsen ist, erfreut sich natürlich besonders am speziellen Flair dieser Ära – und wundert sich im Nachhinein über so manches. Waren die Verträge des Autohauses Neubert mit all ihren trickreichen Spezialklauseln (der Kunde zahlt alles!) wirklich nicht sittenwidrig? Wurden unverheiratete berufstätige 40jährige Frauen wirklich als „das Fräulein Mettler“ bezeichnet? Galten die ekligen Fettkoteletten der Herren wirklich nicht als sittenwidrig und verkehrsgefährdend?

Die weiteren Staffeln "Brodzinski" (1978) und "Feuerreiter" (1979) fallen in der Qualität leider deutlich ab.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 29, 2013 8:06 AM MEST


Die 2 - Komplette Serie [8 DVDs]
Die 2 - Komplette Serie [8 DVDs]
DVD ~ Roger Moore
Preis: EUR 36,99

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mir schwellt da eine Frage im Gebeiß, euer Lordschuft..., 24. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die 2 - Komplette Serie [8 DVDs] (DVD)
... und zwar die Frage, wie es passieren konnte, dass im deutschen Fernsehen jemals dieser wahrhaft psychedelische Trash versendet wurde? "Die 2" avancierte zu einem Mythos der deutschen Popkultur und ruft bei denen, die damals in sehr viel jüngeren Jahren vor der Glotze saßen (wie dem Schreiber dieser Zeilen) nostalgische Gefühle hervor. Wie Nachgeborene auf die Serie reagieren, ist schwer einzuschätzen, denn die inhaltliche und darstellerische Qualität von "Die 2" ist jenseits des Kultfaktors eher bescheiden.

Auch Darsteller wie Roger Moore oder Tony Curtis dürften bei der U35-Generation nicht mehr allzu bekannt sein. Damals standen Roger und Tony aber hoch im Kurs, wobei es mit Tonys Karriere nach "Die 2" steil bergab ging, während Roger ab 1973 als James Bond so richtig durchstartete. Curtis (als amerikanischer Multimillionär Danny Wilde) hat die Serie offensichtlich genauso ernst genommen, wie man sie nehmen konnte: nämlich gar nicht. Mit seiner bizarr überdrehten Darstellung scheint er Wilde weniger zu spielen als zu parodieren (interessanterweise ergraut er sichtlich während der Laufzeit der Serie), während Moore (als englischer Lord Brett Sinclair) das tut, was er eigentlich immer tut: er gibt den steifen Schönling mit der ironisch hochgezogenen Augenbraue.

Wilde und Sinclair untersuchen Kriminalfälle, die man mit ein wenig gutem Willen als äußerst seltsam bezeichnen kann und die in der Regel schlicht gaga sind. Die einzelnen Folgen spielen entweder im britischen Hinterland oder an der Cote d’Azur oder in einer der spektakulär psychedelischen Innenkulissen, die in knallbunten Seventies-Farben absaufen. Ob der Produktionsdesigner von seinem LSD-Trip jemals in die Realität zurückgefunden hat, ist nicht bekannt. Auch die fetten Koteletten der Protagonisten und Moores blonde Föhnmatte tragen zum Zeitkolorit bei und sorgen heute für Frohsinn und Erheiterung – ganz zu schweigen von den modischen Verirrungen der weiblichen Protagonisten. Die Damen wurden gerüchterweise alle von den Les Humphries Singers ausgeliehen.

Gegenüber den meist leichtgeschürzten Damen spielen Moore und Curtis ihre geballten Playboy-Qualitäten aus und sind alles in allem das, was pubertierende Pickelbuben damals gern gewesen wären: gutaussehende, sprücheklopfende Flachleger, die in heißen Schüsseln durchs Land gondeln. Moore fährt im gelben Aston Martin DBS vor (mit Rechtslenkung), während Curtis einen Ferrari Dino 246 pilotiert. Dazu gibt’s dann noch die majestätische Titelmelodie von Bond-Komponist John Barry und – vor allem – eine deutsche Synchronisation, die die Dialoge in die Höhen eines wahnhaften Nonsens’ liftet („Rede du, sonst schlag ich dir ne Falte in die Peristaltik“).
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 8, 2013 12:33 PM MEST


Der Schakal
Der Schakal
DVD ~ Edward Fox
Preis: EUR 3,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fox vs. France, 1. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Schakal (DVD)
Mit diesem perfekten, brillanten und außerordentlich spannenden Film hat Altmeister Fred Zinnemann die Genrereferenz geschaffen. Jeder Politthriller muss sich an "Der Schakal" messen lassen und bleibt dabei - meiner bescheidenen Meinung nach - chancenlos. Die Handlung des Films ist relativ schnell erzählt: Rechtsextremistische französische Ex-Militärs heuern 1962 für teures Geld einen Auftragskiller - den "Schakal" - an, um den bestens bewachten Staatspräsidenten De Gaulle töten zu lassen. Als die Sicherheitsbehörden von dem Plan erfahren, wird Kommissar Lebel auf den ominösen Schakal angesetzt. Lebel gelingt es zwar, den Killer immer weiter einzukreisen, doch dieser, hochintelligent und bestens vorbereitet, ist dem Geheimdienst und der Polizei immer einen Schritt voraus.

Bemerkenswert konzentriert und schnörkellos entwickelt Zinnemann seine Adaption des legendären Forsyth-Romans (erschienen 1971) und verzichtet dabei dankenswerterweise auf all jene Elemente, die uns heutige Thriller in der Regel als spannungsfördernd andrehen wollen: a) pompöse Actionszenen mit jeder Menge Special Effects, b) endlose Schießereien, c) pathetisch überzeichnete Superschurken, d) ausgedehnte Folterszenen, e) einen penetrant hämmernden Actionfilm-Soundtrack, f) eine ausgewalzte Finalsequenz, während der sich Held und Schurke eine Viertelstunde lang gegenseitig beharken.

Auf derlei Genrestandards muss Zinnemann hier nie zurückgreifen. Die Szenen sind kurz, verdichtet, konzentriert und darauf ausgerichtet, uns mit den nötigen Informationen zu versorgen und die Handlung voranzutreiben. Selbstzweckhafte Action gibt es keine. Der Angriff auf den Wagen de Gaulles und das finale Duell zwischen dem Kommissar und dem Schakal dauern beispielsweise nur Sekunden. Allerdings nimmt sich der Regisseur viel Zeit, um uns mit den Vorbereitungen und Aktionen des Schakals und den Ermittlungen Lebels vertraut zu machen.

Dies fördert die Identifikation mit den beiden Figuren und sorgt - eine besonders perfide Qualität des Films - dafür, dass wir auch dem Schakal widerwillig wünschen, dass sein Plan doch bitte gelingen möge. Der intelligente, effektive, charmante, gutaussehende Killer wird nach und nach zur Identifikationsfigur - ebenso wie sein Gegner Lebel, ein sympathischer, hart arbeitender, leicht übergewichtiger Polizeibeamter in mittleren Jahren, der zwar skurril wirkt, aber im entscheidenden Moment genauso effektiv und clever ist wie der Schakal. Es ist ein Duell zweier ebenbürtiger Gegner.

Der charismatische Edward Fox fasziniert in der Rolle des mörderischen Schakals, der mehr als einmal gefährliche Mitwisser eiskalt aus dem Weg räumt. Michel Lonsdale brilliert als tapsiger, leicht schüchterner Kommissar, der gleichwohl mit knallharter Konsequenz seine Ermittlungen vorantreibt. Alle Darsteller spielen bemerkenswert zurückgenommen und authentisch, und Zinnemann hat ein Ensemble überragender Nebendarsteller zusammengestellt, die auch kleinere Rollen außergewöhnlich markant gestalten. Hervorzuheben sind Alan Badel als Minister, Delphine Seyrig als kurzzeitige Geliebte des Schakals sowie Cyril Cusack als Waffenschmied. (Bei letzterem liegt übrigens eine Zeitschrift mit John-F.-Kennedy-Cover auf dem Wohnzimmertisch, was die Frage aufwirft, ob auch JFK-Killer Lee Harvey Oswald seinerzeit bei Cusack Kunde war.)

Für Fred Zinnmemanns Meisterwerk kann es nur eine uneingeschränkte Empfehlung geben - verbunden mit einer Warnung vor dem gleichnamigen Willis-Film von 1997, den man sich besser ersparen sollte.


Miss Marple Edition (Agatha Christie Collection) [4 DVDs]
Miss Marple Edition (Agatha Christie Collection) [4 DVDs]
DVD ~ Margaret Rutherford
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 11,08

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Magic Margaret, 21. November 2012
Wo Miss Marple auftaucht, ist ein Erdosselter, Erstochener, Erhängter, Erschossener, Vergifteter nicht weit. Da die Polizei (in Gestalt des penetrant ignoranten Inspektors Craddock) aber nie Ermittlungsbedarf sieht, startet Miss Marple ihre eigenen Ermittlungen - stets unterstützt vom Bibliothekar Mr. Stringer, der als Anwärter für die Tapferkeitsmedallie leider nicht in Frage kommt.

Die vier Miss-Marple-Filme (1961-1964) gehören längst zum allgemeinen Kult(ur)gut und überzeugen durch ihre atmosphärische Dichte und die cleveren Krimiplots aus der Feder von Crime-Queen Agatha Christie (ausgenommen "Mörder Ahoi", der inhaltlich dann auch etwas abfällt). Von George Pollock souverän und stimmungsvoll inszeniert, präsentieren alle vier SW-Filme ein schräges Panoptikum britischer Exzentriker, die von so vorzüglichen Darstellern wie Robert Morley, James Robertson Justice oder Lionel Jeffries dargestellt werden. Das geniale, bestens bekannte Miss-Marple-Thema von Komponist Ron Goodwin ist unübertroffen.

Dominiert werden alle vier Filme natürlich von der einzigartigen Margaret Rutherford, die in der Marple-Rolle Filmgeschichte schrieb und alle Nachfolgerinnen blaß aussehen lässt. Rutherford dampft als vikorianisches Schlachtschiff durch die Plots und sorgt für zeitlos brillantes Amüsement.

Dass die Bildqualität dieser fünf Jahrzehnte alten Produktionen mit aktuellen Hochglanzfilmen nicht mithalten kann, ist ebenso klar wie bedeutungslos. Denn keiner der heutigen 150-Millionen-Dollar-Filme kann den menschgewordenden Spezialeffekt Rutherford bieten.

Man mag bedauern, dass damals nicht noch mehr Marple-Filme produziert werden. Andererseits wurde so jener Qualitätsabfall vermieden, der bei nahezu allen Filmserien zu bemerken und zu beklagen ist. Wer das Duo Marple/Stringer ein letztes Mal in Aktion sehen will, kann nach dem etwas bizarren Poirot-Film "Die Morde des Herrn ABC" (1965) Ausschau halten, wo das Duo einen letzten Cameo-Auftritt hat.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 8, 2013 12:41 PM MEST


Roland, Ritter Ungestüm 1
Roland, Ritter Ungestüm 1
von François Craenhals
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alte Rittersleut, 15. Oktober 2012
Mehr als 20 Jahre, nachdem in Deutschland die letzten Roland-Alben erschienen waren, startete Cross Cult mit diesem Band eine Gesamtausgabe der klassischen frankobelgischen Ritterserie. In vorbildlicher Aufmachung präsentiert Cross Cult pro Band jeweils drei Alben und einen informativen redaktionellen Beitrag von Volker Haman. Die wunderschönen, farbenprächtigen Zeichnungen von Meister Craenhals kommen auf dem matten Papier hervorragend zur Geltung, zumal sie vom Verlag auch noch aufwändig restauriert wurden.

Eine vorbildliche Edition dieser schönen alten Serie, welche hoffentlich auch Neu-Leser anzieht. Der erste Band enthält mit "Der schwarze Prinz" und "Die Wölfe von Rotteck" zudem gleich zwei der besten, packendsten, atmosphärisch dichtesten Alben der Serie, in denen Craenhals meisterhaft und in prachtvollen Zeichnungen den (fiktiven) Mittelalter-Kosmos von "Roland" heraufbeschwört. Unbedingte Kaufempfehlung.


Das blaue Palais Teil 1 - 5 [3 DVDs]
Das blaue Palais Teil 1 - 5 [3 DVDs]
DVD ~ Dieter Laser
Wird angeboten von Online-Versand-Grafenau GmbH
Preis: EUR 18,59

80 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eurovideo publiziert digitalisierte Videos, 11. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Palais Teil 1 - 5 [3 DVDs] (DVD)
Die Freude über die lang ersehnten Palais-DVDs währte leider nur kurz - denn nach nur wenigen Sekunden wurde klar, dass Eurovideo hier keineswegs technisch gereinigte Filme auf den Markt wirft. Unverschämterweise werden uns vielmehr unscharfe, grieselige VHS-Rips präsentiert.

Dass man bei TV-Material aus den 70er Jahren keine BluRay-Qualität erwarten darf, ist wohl jedem klar. Es gibt aber unzählige Beispiele dafür, dass man auch ältere Fernsehserien technisch durchaus auffrischen kann.

Hier wurde bedauerlicherweise die Chance verpasst, Rainer Erlers einzigartigen TV-Klassiker in einer würdigen Form zu präsentieren (auch Bonusmaterial existiert keins). Dass ein Publisher im Jahr 2012 überhaupt noch digitalisierte Videos veröffentlicht, ist ein Unding und ruft bloß Kopfschütteln und Ärger hervor.

Bei der Wahl zur lieblosesten DVD-Publikation des Jahres 2012 dürfte Eurovideo mit dieser DVD-Box ganz klar die Favoritenrolle inne haben.

Zwei Sterne gibt's nur wegen der genialen Serie selbst.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 7, 2015 3:22 PM MEST


Captain America - The First Avenger [Blu-ray + DVD]
Captain America - The First Avenger [Blu-ray + DVD]
DVD ~ Sebastian Stan
Wird angeboten von SchwanHM
Preis: EUR 17,89

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Indiana Jones 4,5, 16. September 2012
Wenn sich Hänflinge, die bei den Mädels keinen Schlag haben, in kraftstrotzende Helden in Strumpfhosen verwandeln, sind wir im Superhelden-Kosmos. Da sollte man lieber nicht allzuviel Wert auf einen gesunden Realitätsbezug oder auf eine originelle Story-Konzeption legen.

Diese Filme sind Variationen des Immergleichen und in diesem Rahmen mal mehr und mal weniger unterhaltsam. "Captain America" verlegt die übliche Handlung in die 40er Jahre, wo der übliche Hänfling zum üblichen Superhelden mutiert. Das schöne nostalgische Setting und das coole Retro-SF-Design trösten dabei über die nicht eben aufregende Handlung hinweg, in der Captain America, ein eher tumb wirkender Superpatriot, einen Nazi-Schurken mit Teufelsfratze zur Strecke bringt. (Interessanterweise ist in dem Film nicht ein einziges Hakenkreuz zu sehen.)

Das alles ist spaßig, leidlich unterhaltsam und mit den üblichen Trickeffekten und Actionszenen garniert. Die Filmemacher haben sich ganz offensichtlich nicht zuletzt an "Jäger des verlorenen Schatzes" orientiert, der allerdings in der Charakterzeichnung und den Dialogen weitaus origineller und prägnanter war. Darsteller von der Güteklasse eines Tommy Lee Jones, Hugo Weaving oder Samuel L. Jackson wirken mit, bleiben aber eher eine nette Dreingabe, als dass sie den Film substantiell aufwerten könnten.

Man hat schon schlechtere Superhelden-Filme gesehen als "Captain America". Allerdings sollte man eher zu "Watchmen" greifen, wenn einem daran gelegen ist, einen hochklassigen Film zum Thema "historische Avengers" zu betrachten.


Jenseits des Protokolls
Jenseits des Protokolls
von Bettina Wulff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das Mädel aus Großburgwedel, 15. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
Man sollte nur Bücher bewerten, die man auch gelesen hat. In diesem speziellen Fall ist es einem erwachsenen Menschen aber nicht zuzumuten, 224 Seiten lang durch das Seelenleben der Autorin (besser bekannt als Tattoo-Betty) zu waten. Hier greift die Genfer Konvention, die Folter und unmenschliche Behandlung strikt verbietet.

Daher ist es erlaubt, das literarische Schaffen von Betsy W. (irrtümlicherweise auch als "Lady Viktoria" bekannt) auf der Basis einer 18seitigen Leseprobe zu bewerten, die uns tiefe Einblicke in die Persönlichkeit und die stilistischen Fähigkeiten der Autorin gewährt. Eindeutig stellt sie klar, dass sie KEINE luxusverliebte, publicitygeile Karrieretussi ist, die sich im Lotterbett eines farblosen Langeweilers zum Pseudo-Promi hochgeschlafen hat. Wem dieser absolut abwegige Verdacht gekommen sein sollte, der wird hier schnell eines besseren belehrt, denn: "Nein so ticke ich nicht."

Dass Betty auch sonst nicht ganz richtig tickt und sich womöglich viel zu wichtig nimmt, soll hier aber nicht behauptet werden - wegen drohender Unterlassungsklagen. Dass sie in peinlicher Weise mit pseudo-hippem Jugendjargon jongliert ("Beuteschema"), darf aber schon gesagt werden, ohne dass juristische Schritte der Autorin (bzw. Co-Autorin) Wulff zu befürchten sind.

Im Rahmen einer gigantischen PR-Offensive hat unser Großburgwedler Durchschnittsmädel deutlich gemacht, dass es sich bei ihr um eine "ziemlich normale Frau" handelt, der Publicitysucht zuwider ist. Vor diesem Hintergrund bleibt der Shitstorm, der über sie hereingebrochen ist, unverständlich. Trost finden kann Betsy (die übrigens NIE als "Lady Viktoria" gearbeitet hat, um dies ein für allemal klarzustellen) eventuell in den starken Armen ihres Verflossenen Tom, dem Rettungsschwimmer mit dem strammen Body ("Ich war ziemlich schnell schwerstverliebt"). Oder zusammen mit Carsten und Vroni auf der Finca. Oder beim Sortieren der Bankauszüge. Wird "Ehrensold" eigentlich monatlich oder jährlich überwiesen?

Und was sagt der Gatte zu alldem? Er fragt sich vermutlich: "Wie kann sich eine junge Frau in einen Mann wie Christian Wulff verlieben?" Ja, wie nur?


Kir Royal - 25 Jahre-Edition (Jubiläums-Edition, 3 Discs + CD)
Kir Royal - 25 Jahre-Edition (Jubiläums-Edition, 3 Discs + CD)
DVD ~ Franz Xaver Kroetz
Preis: EUR 21,52

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sternstunde des deutschen Fernsehens, 14. September 2012
Helmut Dietls legendäre Schickeria-Serie ist nach 2 1/2 Jahrzehnten noch immer der Maßstab, wenn es um intelligente TV-Unterhaltung geht. "Kir Royal" bietet überragende Qualität auf jeder Ebene und zeigt uns - in Zeiten der allumfassenden, flächendeckenden TV-Verblödung -, wie gut Fernsehen tatsächlich sein kann.

"Kir Royal" ist als ätzende Gesellschafts-Satire von zeitloser Qualität und könnte so oder so ähnlich auch zu anderen Zeiten und an anderen Orten spielen - denn nicht nur die Münchner Bussi-Gesellschaft der 80er Jahre wird von Niedertracht und Gemeinheit, von Geltungssucht, Doppelzüngigkeit und Amoral beherrscht. Indem Dietl aber diesen ihm bestens bekannten Mikrokosmos überaus glaubhaft in Szene setzt, verleiht er seiner Serie eine universale, überzeitliche Gültigkeit.

Figuren wie den Provinzfabrikanten Haffenloher ("Ich scheiß Dich zu mit meinem Geld!") oder den ebenso großspurigen wie unterfinanzierten "Konsul" Dürkheimer ("Das Volk sieht nichts!") wird es immer und überall geben. Sie gehören zur "menschlichen Komödie", an der wir alle teilhaben, und erinnern uns in ihren Schwächen vielleicht auch ein wenig an uns selbst - traurige, letztlich gescheiterte Gernegroße, die verzweifelt um Anerkennung kämpfen und mehr sein wollen, als sie sind.

All dies wird uns von einem Darsteller-Ensemble präsentiert, dessen Gesamtleistung schlichtweg phänomenal und in der deutschen TV-Geschichte wohl auch einmalig ist. Namen wie Mario Adorf, Curt Bois, Boy Gobert, Marianne Hoppe, Paul Hubschmid, Udo Kier, Diether Krebs, Ruth-Maria Kubitschek, Harald Leipnitz, Karl Lieffen, Georg Marischka, Fritz Muliar, Charles Regnier, Erni Singerl oder Hanns Zischler sind zu nennen, aber die Liste könnte problemlos erweitert werden. Jeder von ihnen bereichert die Serie - unter vorzüglicher Regie und mit brillanten Dialogen - durch eine erstklassig Charakterstudie. Die meisten Figuren sind überzeichnet, aber eben nur soweit, dass sie noch glaubhaft und realistisch wirken.

Im Zentrum steht natürlich der grandiose Franz Xaver Kroetz als "Baby Schimmerlos", dem kein Trick zu schmutzig ist, um eine gute Schlagzeile zu produzieren. Allerdings wird er in Sachen Amoral und Niedertracht immer wieder um Längen von denen geschlagen, die er porträtiert - was ihn letztlich sympathisch macht. Wer Kroetz mit seinem Nachfolger Bully Herbig aus dem völlig missglückten Kinofilm "Zettl" vergleicht, kann übrigens eine interessante Entdeckung machen: Bully spielt lustig, ist aber unkomisch, Kroetz spielt unkomisch, ist aber lustig.


Zettl
Zettl
DVD ~ Michael Bully Herbig
Preis: EUR 4,99

29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Katastrophe, 12. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Zettl (DVD)
Zu "Zettl" - der inoffiziellen "Kir Royal"-Fortsetzung - wurde von zahlreichen Kritikern und Amazon-Rezensenten eigentlich alles gesagt, was über den Film zu sagen ist. Bei dieser vorgeblichen Satire handelt sich, um es noch einmal auf den Punkt zu bringen, um eine komplette Katastrophe von A bis Z. Der Streifen versagt in fundamentaler Weise, die dümmlich überzeichneten Charaktere sind bestürzend witzlos, alle Szenen, Dialoge, Pointen funktionieren nicht.

Wer Helmut Dietls legendäre TV-Serien kennt, weiß, wie grandios er war, als er früher sein ureigenstes Biotop, die Münchner Szene, satirisch auf's Korn nahm - stets in Zusammenarbeit mit dem brillanten Autor Patrick Süskind. Im fremden Berlin scheitert er, nun mit Co-Autor Benjamin von Stuckrad-Barre, völlig und präsentiert statt echter Charaktere schwachsinnige Pappkameraden.

Den Tiefpunkt markiert Harald Schmidt, der als heftigst schwäbelnder Ministerpräsident einmal mehr deutlich macht, dass ihm zum Schauspieler jede Begabung fehlt. Der farb- und witzlose Bully Herbig als Zettl versucht mit Bullyparaden-Mimik den grandiosen Franz Xaver Kroetz zu ersetzen (der aus guten Gründen mit dem Projekt nichts zu tun haben wollte) und scheitert kläglich.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 20, 2012 4:23 PM CET


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