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Rezensionen verfasst von
Jens Vocker

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Die Abenteuer von Blake und Mortimer, Band 17: Der Fluch der dreißig Silberlinge, Teil 2: Die Pforte des Orpheus
Die Abenteuer von Blake und Mortimer, Band 17: Der Fluch der dreißig Silberlinge, Teil 2: Die Pforte des Orpheus
von Jean van Hamme
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Indiana Brown, 31. Mai 2013
Dies ist das mittlerweile 20. Abenteuer von Blake & Mortimer (inklusive des "Kampf um die Welt"-Dreiteilers) und das vierte, das von Jean van Hamme geschrieben wurde. Es bildet den Abschluss des Zweiteilers "Der Fluch der 30 Silberlinge", an dem mehrere Zeichner beteiligt waren. Der Band belegt, dass es zunehmend schwerer wird, einer so eingefahrenen Serie wie B & M noch überzeugende neue Impulse zu verleihen.

Wieder einmal muss der Dauerschurke Olrik als Bösewicht herhalten, was zunehmend lächerlich wirkt, da hier ganz offensichtlich Handlungskonzepte bemüht werden, die in den 50er und 60er Jahren in Mode waren. Van Hamme brezelt das ganze auf, indem er sich recht schamlos an den Filmen der Indiana-Jones-Reihe bedient und hier nahezu eins zu eins das Finale aus "Jäger des verlorenen Schatzes" plagiiert. Das wirkt dann doch etwas zu plump, zumal der Autor hätte wissen müssen, dass nahezu jeder diese Parallele ziehen wird.

Es gibt dann auch noch, vor allem im ersten Album des Zweiteilers, eine Dosis Dan Brown, wenn uns der Autor in epischen Dialogszenen über geheimnisvolle Handschriften und christliche Mythen informiert. Eine Straffung hätte hier gut getan. Etwas lächerlich wird es, wenn eine 2000 Jahre alte Leiche mal eben putzmunter aus ihrem Grab steigt - vermutlich wollte das Kreativteam hier mythischen Grusel erzeugen, was aber leider komplett in die Hose geht.

Zeichnerisch ist alles solide umgesetzt, wobei man natürlich einräumen muss, dass der klassische Ligne-Clair-Stil, wie ihn E.P. Jacobs pflegte, offensichtlich von sehr vielen Zeichnern adaptiert werden kann. Die entsprechende Formensprache eignet sich nun Mal besonders gut für eine Adaption, davon zeugen mittlerweile dutzende von Alben unterschiedlichster Zeichner (siehe auch "Alix" oder "L. Fank"). Dieser Stil ist so schematisch, dass er von versierten Zeichenhandwerkern in einer perfekten, aber völlig innovationsfreien und letztlich auch uninspirierten Weise immer neu reproduziert werden kann. Das Ergebnis ist ein perfekter, aber aseptischer Zeichenstil. Bei Blake und Mortimer kann man sehr deutlich den Unterschied zu den prachtvollen und atmosphärisch dichten Zeichnungen des legendären E.P. Jacobs erkennen.

Alles in allem ein annehmbares Doppelabenteuer von Blake und Mortimer, aber es stellt sich die Frage, für wie viele Alben das verstaubte Konzept wohl noch taugt.


Wild Frontier (Remastered)
Wild Frontier (Remastered)
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gitarrengewitter, 9. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Wild Frontier (Remastered) (Audio CD)
Diese Scheibe war in den späten 80er Jahren aus guten Gründen sehr angesagt, ist bei mir im Lauf der Jahre aber etwas in Vergessenheit geraten. Beim aktuellen Wiederhören war die Freude groß, denn Gary M. lässt in "Wild Frontier" ein phänomenales Gitarrengewitter, ja: eine akkustische Unwetterfront über uns niedergehen, die uns gnadenlos wegfegt.

Der irische Ausnahmegitarrist haut geniale Hard-Rock-Klassiker wie "Over the hills and far away" oder "Wild Frontier" raus, bis die Lautsprecher platzen, und singt sich dazu die Seele aus dem Leib. Bei Balladen wie "Johnny Boy" können wir dann ein wenig entspannen.

Dieses phantastische Album hat Klassiker-Status und gehört in jedes gut sortierte CD-Regal.


Halloween - Die Nacht des Grauens [Blu-ray]
Halloween - Die Nacht des Grauens [Blu-ray]
DVD ~ Donald Pleasence
Preis: EUR 8,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anschlag bei Nacht, 3. Mai 2013
1978 gelang dem 30jährigen John Carpenter mit "Halloween" der Durchbruch zum Star-Regisseur. Für nur 300 000 Dollar produziert, spielte der Horrorfilm allein in den USA 47 Millionen Dollar ein - und zählt damit noch heute zu den profitabelsten Filmen überhaupt. Mit "Halloween" startete außerdem die Hollywood-Karriere von Jamie Lee Curtis, die sich durch diesen und andere Horrorfilme den Titel der "Scream Queen" erwarb.

"Halloween" begründete das Sub-Genre des "Slasher-Films", in dem kreischende Teenies von meist messerbewehrten Psychopathen brutal abgeschlachtet wurden und das mehrere Dutzend Werke hervorbrachte. Nach wie vor geht aber nichts über Carpenters Originalfilm, der die Standards, man kann auch sagen: die Klischees dieses Genres definierte. Inspiriert von Filmen wie "Die Nacht der lebenden Toten" oder den italienischen Giallos, schuf Carpenter einen brillanten Horrorthriller, der seine filmischen Mittel mit größter Effizienz einsetzt und trotz seinem äußerst begrenzten Budget eine phänomenale Wirkung erzielt. Analog zu den niederbudgetierten Frühwerken anderer Star-Regisseure wie Spielberg ("Duell") oder Carpenter ("Terminator") zeigt sich in "Halloween" das reine, ungefilterte, noch nicht durch hohe Budgets korrumpierte Talent eines brillanten Regisseurs.

Die Story des stummen Psychokillers, der in der nächtlichen Kleinstadt geile Teenies abschlachtet (sie für ihre Geilheit bestraft), ist schnell erzählt und letztlich ohne Finesse. Die Finesse liegt allein in Carpenters Inszenierung, der seine filmischen Mittel ausgesprochen gekonnt einsetzt. Im Epilog zieht uns eine subjektive Kamera geradezu perfide in die Welt des sechsjährigen Killers Michael Myers hinein, der mal eben seine Schwester absticht. Nach dieser schockhaften Horrorszene, die den Zuschauer verängstigt und verunsichert, kann sich Carpenter gut 45 Minuten Zeit lassen bis zum nächsten Mord - Zeit, in der er die Spannung konsequent ausbaut, indem er immer und immer wieder auf den diabolischen, nun erwachsenen Psychokiller Bezug nimmt. Entweder steht Myers sekundenkurz im Bild herum (allerdings nie deutlich zu sehen) oder Psycho-Doc Loomis erzählt eine fiese Anekdote über ihn. Obwohl er also physisch kaum anwesend ist, wird Myers in der ersten Filmhälfte zur bestimmenden Figur. Seine bedrohliche Präsenz ist so stark, dass sie das betont banale Geschehen im verschlafenen Haddonfield (Babysitterinnen plappern über die Liebe) fast ad absurdum führt.

Natürlich ist der scharfe Kontrast zwischen den banalen Alltagsgeschichten und der diabolischen Bedrohung durch Myers genau berechnet - Carpenter erweist sich hier als gelehriger Schüler von Altmeister Hitchcock, der diese Art der Spannungserzeugung, den "Suspense", bis zur Perfektion entwickelt hatte. Dass Jamie Lee Curtis, die Tochter der Hitchcock-Heldin Janet Leigh ("Psycho"), in "Halloween" die Hauptrolle spielt, ist in diesem Kontext natürlich kein Zufall. Dass der von Donald Pleasence gespielte Psychiater den Rollennamen Loomis trägt, selbstverständlich auch nicht (dies war auch der Name eines "Psycho"-Charakters).

Hervorzuheben ist die von Carpenter selbst komponierte Filmmusik, die mit dem suggestiven "Halloween"-Thema, einer ebenso simplen wie effizienten Pianomelodie im 5/4-Takt, einen Klassiker der Soundtrack-Geschichte hervorbrachte.

Verglichen mit den heutigen "horror porns" à la "Hostel" wirkt der einst bahnbrechende Carpenter-Film heute natürlich heute etwas harmlos und dürfte beim jüngeren Publikum wenig Beklemmung verursachen. Man kann dem Film auch vorwerfen, dass er letzten Endes nur aus Form und nicht aus Inhalt besteht. Die Dialoge, die Handungskonzeption, die schauspielerischen Leistungen sind letzten Endes nicht herausragend - nur funktional und effektiv. (Auch wenn Donald Pleasence in seiner Psycho-Doc-Rolle natürlich erstklassig ist.) Und wie die meisten Klassiker Carpenters bezieht sich auch dieser etwas zu deutlich auf filmische Vorgänger - der Regisseur bietet, hier wie in seinen anderen Werken, filmisches Virtuosentum ohne wirkliche Substanz. (Das ist vielleicht auch der Grund dafür, dass seine Karriere nach nur wenigen Jahren wieder den Bach runter ging.) Dies ist allerdings eine Kritik auf hohem Niveau und schmälert nicht den Respekt vor diesem perfekten, meisterhaft inszenierten Film.


WD Elements Desktop externe Festplatte 3TB (8,9 cm (3,5 Zoll), USB 2.0)
WD Elements Desktop externe Festplatte 3TB (8,9 cm (3,5 Zoll), USB 2.0)
Wird angeboten von smart-moxx
Preis: EUR 164,90

5.0 von 5 Sternen Zuverlässig und formschön, 1. Mai 2013
Traurigerweise musste ich jüngst feststellen, dass meine externen Festplatten, deren Gesamtkapazität (1 TB + 500 GB) mir vor kurzer Zeit noch ausreichend erschien, plötzlich aus allen Nähten platzten.

Um hier für Linderung zu sorgen, holte ich mir die externe 3 TB-Platte von Western Digital, die jetzt klaglos ihren Dienst tut. Diese Platte ist schwarz und formschön und kann dank ihrer Gehäuseform problemlos senkrecht oder waagrecht plaziert werden. Besonders angenehm ist der äußerst niedrige Geräuschpegel, den sie verursacht - bzw. faktisch nicht verursacht. Hier ist sie allen externen Platten, die ich bislang genutzt habe, deutlich überlegen. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist nicht sehr hoch, aber da ich sowieso nicht ständig neue Daten auf die Platte schaufle, macht mir das wenig aus.

Was bei der Western Digital ärgerlicherweise fehlt, ist ein Ein-/Aus-Schalter. Der sollte bei einer Externen selbstverständlich sein. Nichtsdestotrotz ein sehr empfehlenswertes Produkt - die 1500 Rezensionen hier sprechen da auch eine deutliche Sprache.


Papillon
Papillon
DVD ~ Steve McQueen
Preis: EUR 5,61

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Insel mit zwei Helden, 23. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Papillon (DVD)
Es gibt gute Filme, sehr gute Filme und Filme, die man sein Leben lang nicht mehr vergisst - Klassiker, die einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen. Franklin J. Schaffners "Papillon" zählt zur letzten Kategorie und ist längst als Kultfilm und Meisterwerk anerkannt.

Wer wie der Schreiber dieser Zeilen den Film noch in sehr jungen Jahren auf der großen Leinwand gesehen hat, wird ihn nie vergessen. Papillon und sein Kumpel Dega sind zu zeitlosen Charakteren geworden, Papillon selbst ist zur Ikone aufgestiegen, zu einem Larger-than-Life-Helden, der sich mit einer schier übermenschlichen Willenskraft gegen ein grausames Schicksal zur Wehr setzt.

Mit Steve McQueen und Dustin Hoffman ist "Papillon" optimal besetzt. Den beiden Leinwandlegenden gelingen Charakterstudien, die Papillon und Dega unsterblich machen. Ihre Abenteuer und Prüfungen in Französisch-Guayna lassen den Zuschauer sprachlos zurück. Unfassbar, dass das unmenschliche, grausame, mittelalterliche Strafsystem bis 1951 weiter betrieben wurde.

Das Charisma dieser beiden Ausnahmedarsteller trägt den Film - McQueen scheint für die Rolle übermenschliche Strapazen auf sich zu nehmen, während Hoffman den schrulligen Dega mit einer fein ziselierten Charakterstudie unvergesslich macht. Wenn sich die beiden Männer zum Schluß hoch oben auf der Klippe voneinander verabschieden, bricht einem das Herz.

Erstklassige Dialoge, überwältigende Landschaftsaufnahmen und eine wunderbare Musik von Soundtrack-Ikone Jerry Goldsmith tragen dazu bei, dass der epische Film seine nachhaltige Wirkung entfaltet. "Papillon" gehört in jede Sammlung.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 26, 2013 11:03 AM MEST


Buck Danny Gesamtausgabe 8
Buck Danny Gesamtausgabe 8
von Jean-Michel Charlier
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dschungel-Buck, 3. April 2013
Und noch ein großartiger Buck Danny-Band mit einer Fülle interessanter Infos. Die detaillierten Sekundärmaterialien dieser Gesamtausgabe sind einmalig - hier wurde enorm viel Zeit, Geld und Aufwand investiert, um den brillanten Comic-Klassiker, seine Autoren und den comichistorischen Background zu beleuchten.

Charlier und Hubinon übertreffen sich bei den handlungssatten, wunderbar gezeichneten und kolorierten Abenteuern einmal mehr selbst. Diese vier Geschichten wurden in nur zwei Jahren (!) in Spirou publiziert und sind an Dramatik und Spannung kaum zu überbieten. Danny kämpft zunächst als Chef der "Fliegenden Tiger" im asiatischen Dschungel gegen Lady X; mehrere spektakuläre Luftkampfszenen und Sonnys wochenlange Flucht durch den Dschungel werden von Hubinon brillant in Szene gesetzt. Im vierten Abenteuer kommt den Amis eine Mercury-Kapsel abhanden.

Ein rundum gelungener Band, der inhaltlich und drucktechnisch keine Wünsche offen lässt. So müssen Gesamtausgaben produziert werden. Schade, dass in diesem Jahr nur zwei Bände erscheinen werden.


PS - Geschichten ums Auto (4 DVDs)
PS - Geschichten ums Auto (4 DVDs)
DVD ~ Günter Pfitzmann
Wird angeboten von lobigo
Preis: EUR 59,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alptraum Amalfi, 20. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: PS - Geschichten ums Auto (4 DVDs) (DVD)
Wer sich für das Alltagsleben und den Zeitgeist der bundesdeutschen 70er Jahre interessiert, der kommt an einigen Fernsehserien nicht vorbei. Dazu zählen "Einmal im Leben" (mit dem Thema Hausbau), "Alle Jahre wieder" (mit dem Thema Winterurlaub) und eben "PS - Geschichten ums Auto" - mit dem Thema Autokauf. Die acht Folgen "rund ums Autohaus" wurden 1975 und 1976 in der ARD ausgestrahlt und basieren auf Drehbüchern des renommierten Autors Robert Stromberger (verstorben 2009), dem wir auch TV-Klassiker wie „Die Unverbesserlichen“ oder „Tod eines Schülers“ verdanken.

In „PS“ verknüpften Stromberger und Regisseur Claus Peter Witt mehrere Haupt- und Nebenhandlungen in eleganter Weise zu einer ebenso spannenden wie amüsanten Unterhaltungsserie, in deren Mittelpunkt das Darmstädter Autohaus Neubert steht. Als der Seniorchef stirbt, übernimmt der Junior das Ruder und hat ganze andere Vorstellungen von der Führung eines modernen Autohauses, was zu Konflikten mit der Prokuristin Mettler führt. Währenddessen lässt sich Familienvater Schmitting von dem gewieften Autoverkäufer Schöllcke zum Kauf einer gelben Amalfi-Limousine überreden, die er sich eigentlich gar nicht leisten kann und die meist in der Werkstatt stehen wird.

Der fiktive Amalfi (aus Fiat-, VW-, BMW- und Mercedes-Teilen zusammengebaut) ist das verbindende Element der Serie, die trotz ihrer zahlreichen Handlungsstränge nie überladen oder unübersichtlich wirkt. Dies ist nicht zuletzt ein Verdienst der vorzüglichen Besetzung, die bis in die Nebenrollen mit überaus versierten Darstellern aufwarten kann. Mit dabei sind solche Hochkaräter wie Günter Pfitzmann als Autohaus-Chef, Gerd Baltus als schwer geprüfter Amalfi-Käufer, Liane Hielscher als Prokuristin, Jürgen Scheller als Autoverkäufer mit der Silberzunge oder Benno Sterzenbach und Karl-Heinz Hess als konkurrierende Werkstatt-Meister. Grandios: Kultstar Herbert Fux als Automechaniker 100 km hinter Innsbruck!

Wer (wie der Schreiber dieser Zeilen) in den Seventies aufgewachsen ist, erfreut sich natürlich besonders am speziellen Flair dieser Ära – und wundert sich im Nachhinein über so manches. Waren die Verträge des Autohauses Neubert mit all ihren trickreichen Spezialklauseln (der Kunde zahlt alles!) wirklich nicht sittenwidrig? Wurden unverheiratete berufstätige 40jährige Frauen wirklich als „das Fräulein Mettler“ bezeichnet? Galten die ekligen Fettkoteletten der Herren wirklich nicht als sittenwidrig und verkehrsgefährdend?

Die weiteren Staffeln "Brodzinski" (1978) und "Feuerreiter" (1979) fallen in der Qualität leider deutlich ab.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 29, 2013 8:06 AM MEST


Die 2 - Komplette Serie [8 DVDs]
Die 2 - Komplette Serie [8 DVDs]
DVD ~ Roger Moore
Preis: EUR 31,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mir schwellt da eine Frage im Gebeiß, euer Lordschuft..., 24. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die 2 - Komplette Serie [8 DVDs] (DVD)
... und zwar die Frage, wie es passieren konnte, dass im deutschen Fernsehen jemals dieser wahrhaft psychedelische Trash versendet wurde? "Die 2" avancierte zu einem Mythos der deutschen Popkultur und ruft bei denen, die damals in sehr viel jüngeren Jahren vor der Glotze saßen (wie dem Schreiber dieser Zeilen) nostalgische Gefühle hervor. Wie Nachgeborene auf die Serie reagieren, ist schwer einzuschätzen, denn die inhaltliche und darstellerische Qualität von "Die 2" ist jenseits des Kultfaktors eher bescheiden.

Auch Darsteller wie Roger Moore oder Tony Curtis dürften bei der U35-Generation nicht mehr allzu bekannt sein. Damals standen Roger und Tony aber hoch im Kurs, wobei es mit Tonys Karriere nach "Die 2" steil bergab ging, während Roger ab 1973 als James Bond so richtig durchstartete. Curtis (als amerikanischer Multimillionär Danny Wilde) hat die Serie offensichtlich genauso ernst genommen, wie man sie nehmen konnte: nämlich gar nicht. Mit seiner bizarr überdrehten Darstellung scheint er Wilde weniger zu spielen als zu parodieren (interessanterweise ergraut er sichtlich während der Laufzeit der Serie), während Moore (als englischer Lord Brett Sinclair) das tut, was er eigentlich immer tut: er gibt den steifen Schönling mit der ironisch hochgezogenen Augenbraue.

Wilde und Sinclair untersuchen Kriminalfälle, die man mit ein wenig gutem Willen als äußerst seltsam bezeichnen kann und die in der Regel schlicht gaga sind. Die einzelnen Folgen spielen entweder im britischen Hinterland oder an der Cote d’Azur oder in einer der spektakulär psychedelischen Innenkulissen, die in knallbunten Seventies-Farben absaufen. Ob der Produktionsdesigner von seinem LSD-Trip jemals in die Realität zurückgefunden hat, ist nicht bekannt. Auch die fetten Koteletten der Protagonisten und Moores blonde Föhnmatte tragen zum Zeitkolorit bei und sorgen heute für Frohsinn und Erheiterung – ganz zu schweigen von den modischen Verirrungen der weiblichen Protagonisten. Die Damen wurden gerüchterweise alle von den Les Humphries Singers ausgeliehen.

Gegenüber den meist leichtgeschürzten Damen spielen Moore und Curtis ihre geballten Playboy-Qualitäten aus und sind alles in allem das, was pubertierende Pickelbuben damals gern gewesen wären: gutaussehende, sprücheklopfende Flachleger, die in heißen Schüsseln durchs Land gondeln. Moore fährt im gelben Aston Martin DBS vor (mit Rechtslenkung), während Curtis einen Ferrari Dino 246 pilotiert. Dazu gibt’s dann noch die majestätische Titelmelodie von Bond-Komponist John Barry und – vor allem – eine deutsche Synchronisation, die die Dialoge in die Höhen eines wahnhaften Nonsens’ liftet („Rede du, sonst schlag ich dir ne Falte in die Peristaltik“).
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 8, 2013 12:33 PM MEST


Der Schakal
Der Schakal
DVD ~ Edward Fox
Preis: EUR 3,97

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fox vs. France, 1. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Schakal (DVD)
Mit diesem perfekten, brillanten und außerordentlich spannenden Film hat Altmeister Fred Zinnemann die Genrereferenz geschaffen. Jeder Politthriller muss sich an "Der Schakal" messen lassen und bleibt dabei - meiner bescheidenen Meinung nach - chancenlos. Die Handlung des Films ist relativ schnell erzählt: Rechtsextremistische französische Ex-Militärs heuern 1962 für teures Geld einen Auftragskiller - den "Schakal" - an, um den bestens bewachten Staatspräsidenten De Gaulle töten zu lassen. Als die Sicherheitsbehörden von dem Plan erfahren, wird Kommissar Lebel auf den ominösen Schakal angesetzt. Lebel gelingt es zwar, den Killer immer weiter einzukreisen, doch dieser, hochintelligent und bestens vorbereitet, ist dem Geheimdienst und der Polizei immer einen Schritt voraus.

Bemerkenswert konzentriert und schnörkellos entwickelt Zinnemann seine Adaption des legendären Forsyth-Romans (erschienen 1971) und verzichtet dabei dankenswerterweise auf all jene Elemente, die uns heutige Thriller in der Regel als spannungsfördernd andrehen wollen: a) pompöse Actionszenen mit jeder Menge Special Effects, b) endlose Schießereien, c) pathetisch überzeichnete Superschurken, d) ausgedehnte Folterszenen, e) einen penetrant hämmernden Actionfilm-Soundtrack, f) eine ausgewalzte Finalsequenz, während der sich Held und Schurke eine Viertelstunde lang gegenseitig beharken.

Auf derlei Genrestandards muss Zinnemann hier nie zurückgreifen. Die Szenen sind kurz, verdichtet, konzentriert und darauf ausgerichtet, uns mit den nötigen Informationen zu versorgen und die Handlung voranzutreiben. Selbstzweckhafte Action gibt es keine. Der Angriff auf den Wagen de Gaulles und das finale Duell zwischen dem Kommissar und dem Schakal dauern beispielsweise nur Sekunden. Allerdings nimmt sich der Regisseur viel Zeit, um uns mit den Vorbereitungen und Aktionen des Schakals und den Ermittlungen Lebels vertraut zu machen.

Dies fördert die Identifikation mit den beiden Figuren und sorgt - eine besonders perfide Qualität des Films - dafür, dass wir auch dem Schakal widerwillig wünschen, dass sein Plan doch bitte gelingen möge. Der intelligente, effektive, charmante, gutaussehende Killer wird nach und nach zur Identifikationsfigur - ebenso wie sein Gegner Lebel, ein sympathischer, hart arbeitender, leicht übergewichtiger Polizeibeamter in mittleren Jahren, der zwar skurril wirkt, aber im entscheidenden Moment genauso effektiv und clever ist wie der Schakal. Es ist ein Duell zweier ebenbürtiger Gegner.

Der charismatische Edward Fox fasziniert in der Rolle des mörderischen Schakals, der mehr als einmal gefährliche Mitwisser eiskalt aus dem Weg räumt. Michel Lonsdale brilliert als tapsiger, leicht schüchterner Kommissar, der gleichwohl mit knallharter Konsequenz seine Ermittlungen vorantreibt. Alle Darsteller spielen bemerkenswert zurückgenommen und authentisch, und Zinnemann hat ein Ensemble überragender Nebendarsteller zusammengestellt, die auch kleinere Rollen außergewöhnlich markant gestalten. Hervorzuheben sind Alan Badel als Minister, Delphine Seyrig als kurzzeitige Geliebte des Schakals sowie Cyril Cusack als Waffenschmied. (Bei letzterem liegt übrigens eine Zeitschrift mit John-F.-Kennedy-Cover auf dem Wohnzimmertisch, was die Frage aufwirft, ob auch JFK-Killer Lee Harvey Oswald seinerzeit bei Cusack Kunde war.)

Für Fred Zinnmemanns Meisterwerk kann es nur eine uneingeschränkte Empfehlung geben - verbunden mit einer Warnung vor dem gleichnamigen Willis-Film von 1997, den man sich besser ersparen sollte.


Miss Marple Edition (Agatha Christie Collection) [4 DVDs]
Miss Marple Edition (Agatha Christie Collection) [4 DVDs]
DVD ~ Margaret Rutherford
Wird angeboten von audiovideostar_2
Preis: EUR 34,90

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Magic Margaret, 21. November 2012
Wo Miss Marple auftaucht, ist ein Erdosselter, Erstochener, Erhängter, Erschossener, Vergifteter nicht weit. Da die Polizei (in Gestalt des penetrant ignoranten Inspektors Craddock) aber nie Ermittlungsbedarf sieht, startet Miss Marple ihre eigenen Ermittlungen - stets unterstützt vom Bibliothekar Mr. Stringer, der als Anwärter für die Tapferkeitsmedallie leider nicht in Frage kommt.

Die vier Miss-Marple-Filme (1961-1964) gehören längst zum allgemeinen Kult(ur)gut und überzeugen durch ihre atmosphärische Dichte und die cleveren Krimiplots aus der Feder von Crime-Queen Agatha Christie (ausgenommen "Mörder Ahoi", der inhaltlich dann auch etwas abfällt). Von George Pollock souverän und stimmungsvoll inszeniert, präsentieren alle vier SW-Filme ein schräges Panoptikum britischer Exzentriker, die von so vorzüglichen Darstellern wie Robert Morley, James Robertson Justice oder Lionel Jeffries dargestellt werden. Das geniale, bestens bekannte Miss-Marple-Thema von Komponist Ron Goodwin ist unübertroffen.

Dominiert werden alle vier Filme natürlich von der einzigartigen Margaret Rutherford, die in der Marple-Rolle Filmgeschichte schrieb und alle Nachfolgerinnen blaß aussehen lässt. Rutherford dampft als vikorianisches Schlachtschiff durch die Plots und sorgt für zeitlos brillantes Amüsement.

Dass die Bildqualität dieser fünf Jahrzehnte alten Produktionen mit aktuellen Hochglanzfilmen nicht mithalten kann, ist ebenso klar wie bedeutungslos. Denn keiner der heutigen 150-Millionen-Dollar-Filme kann den menschgewordenden Spezialeffekt Rutherford bieten.

Man mag bedauern, dass damals nicht noch mehr Marple-Filme produziert werden. Andererseits wurde so jener Qualitätsabfall vermieden, der bei nahezu allen Filmserien zu bemerken und zu beklagen ist. Wer das Duo Marple/Stringer ein letztes Mal in Aktion sehen will, kann nach dem etwas bizarren Poirot-Film "Die Morde des Herrn ABC" (1965) Ausschau halten, wo das Duo einen letzten Cameo-Auftritt hat.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 8, 2013 12:41 PM MEST


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