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Beiträge von Niclas Grabowski
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Rezensionen verfasst von
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin)
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Die Welt zur Zeit Jesu
Die Welt zur Zeit Jesu
von Werner Dahlheim
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,95

5.0 von 5 Sternen Subtext, 8. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Welt zur Zeit Jesu (Gebundene Ausgabe)
Liest man Klappentext und vor allem Inhaltsverzeichnis, so ist das einer der üblichen, staubtrockenen. dafür aber akademisch fehlerlosen Monographien über Spezialthemen aus dem Beckverlag - nur beim Schutzumschlag hat man auf das todlangweilige Beige der BHB-Reihe verzichtet. Um Rom geht es hier, also um die Welt um Christi Geburt herum, mit all ihren sozialen und politischen Seiten. Empfehlen kann man das Buch daher durchaus, wenn man einfach nach einer guten Beschreibung des Lebens in der Antike sucht. Kürzer, geschlossener wird man nur in wenigen Büchern über das Leben in dieser Zeit informiert.

Dagegen bleiben Neuigkeiten zu Jesus selbst außen vor. Zu wenig an Quellen haben wir nach wie vor über ihn. Da gibt es nur die Evangelien des neuen Testaments, ein paar apokryphe Schriften, und dann noch den jüdischen Historiker Flavius Josephus, dessen eher kürzeste Erwähnung des Sachverhalts nicht wirklich weiter hilft. So setzt in diesem Buch die Entstehung des Christentums eigentlich erst Jahrzehnte nach dem Tod des Religionsgründers ein. Dass mit den Wundern, dem Leiden am Kreuz, der Auferstehung muss natürlich beim seriösen Historiker etwas außen vor bleiben. Die Genese des Glaubens und der Kirche als Institution in der antiken Gesellschaft, das dagegen wird in spannenden Details beschrieben. Insbesondere die Kompromisse, die zwecks Integration verschiedener Varianten des Glaubens in eine soziale Bewegung geschlossen wurden, werden hier schlüssig als zentrale Quelle von Theologie dargestellt.

Der wirkliche Witz dieses Buches scheint mir aber gelegentlich zwischen den Zeilen versteckt worden zu sein. Ein Beispiel: Warum war das Christentum als monotheistischer Glauben in einer Welt mit vielen Göttern so erfolgreich? Zumal diese römische Welt nicht nur gegenüber den Göttern, sondern auch gegenüber lokalen, sozialen Systemen der unterworfenen Völker durchaus tolerant war, deren sozialen Eliten kooptierte? Dahlheim schildert ausführlich den römischen Kaiserkult, dessen Rolle für die Einheit des Reiches, auch die Motivation der Bürger, diesem Kult zu folgen. Man kann dann doch nicht umhin, diesen Kult als eine Art von Blaupause für die spätere Staatsreligion nach Konstantin zu sehen.

Und so muss man nach dem Lesen dieses Buches vielleicht doch einen einfachen Schluss ziehen. Wenn wir glauben, dann vielleicht eben doch nicht nur an Gott, sondern eben auch an Glaubenslehren, die eine Mischung aus jüdischen Konventionen und den Ideen einer römischen Antike sind, der wir uns heute zwar fremd fühlen, die aber mehr Teil unserer Kultur ist, als wir es manchmal wissen und wissen wollen.


Slitti -Nocciolata
Slitti -Nocciolata

4.0 von 5 Sternen Recht teure Alternative, 7. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Slitti -Nocciolata (Misc.)
Der Maßstab ist wohl immer noch Nutella. Diese ist mir aber eher zu süß, auch ein wenig zu fettreich. Von dieser, deutlich teureren Alternative hatte ich mir eine Lösung erhöfft.

Die Creme ist etwas dünnflüssiger als Nutella, wirkt daher leichter. Es sind kleine Haselnussstrücken enthalten, was das streichen etwas erschwert, auf der anderen Seite aber schon ganz lecker ist. Der Zuckeranteil wird auf dem Glas nicht angegeben, ich würde allerdings sagen, dass dieser den von Nutella geschmacklich nicht unterschreitet. Die Schokolade ist angenehm dunkel, wirkt daher hochwertig, letztendlich ist die Unterscheidung aber nicht sehr groß. Insbesondere auf warmen Toastbrot, meiner Lieblingsvariante für solche Aufstriche, hält sich der Unterschied in Grenzen.

Fazit: Ein solides Produkt, dessen Preisunterschied zum Marktführer nicht voll gerechtfertigt erscheint.


Verschwundene Reiche: Die Geschichte des vergessenen Europa
Verschwundene Reiche: Die Geschichte des vergessenen Europa
von Norman Davies
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eigenartig und einzigartig, 7. Juli 2014
Zu recht wird hier kritisiert, dass die Zusammenstellung der verschwundenen Reiche aus wissenschaftlich systematischer Sicht nicht nachvollziehbar ist. Die von Norman Davies in das Buch aufgenommenen Fallstudien haben wenig gemeinsam. Im Nachwort allerdings verrät Davies, worum es ihm hier ging. Er wollte gerade völlig unterschiedliche Beispiele für das Ableben von Staaten in einer Monographie versammeln. Um das Aufdecken von Gemeinsamkeiten ging es ihm hier nur bedingt. Und so kritisiert er im Nachwort eher die systematischen, also vereinfachenden Ansätze der Geschichtswissenschaft, als das er selbst ein eigenes Modell liefert. Versucht man, einen Sinn hinter dem guten Dutzend Untergangsszenarien zu finden, die im Buch beschrieben werden, so ist es lokale Beharrungsvermögen einfacher Menschen in ihrer Kultur, ihrer Sprache und ihrem Gefühl der Einzigartigkeit gegenüber ihren Nachbarn. Bleiben dieses erhalten, so überleben Staaten unter Umständen sogar ihren eigenen Untergang.

Norman Davies ist etwas, was gerade aus der Mode kommt, nämlich ein überzeugter Europäer. Und diese Überzeugung liegt nicht zuletzt in der Einzigartigkeit europäischer Regionalgeschichte begründet. Europa, das heißt für Davies Vielfalt. Während sich die Welt über Sinn und Unsinn der ukrainischen Grenzen streitet, erinnert er an die Eigenstaatlichkeit von Galizien, von Ruthenien, vom Großfürstentum Litauen. Er erinnert auch an den Untergang der Sowjetunion, die die Eigenständigkeit der Völker auf ihrem Territorium nicht wahr haben wollte und nationale Kulturen zu unterdrücken suchte. In Montenegro, Polen und Estland werden Staaten vorgestellt, deren Indentität auch nach Jahrzehnten ohne staatliche Existenz Bestand hatte, und denen die Rückkehr auf die politische Landkarte geglückt ist. Es ist sehr bunt, dieses Europa, das Norman Davies so sehr liebt. Und so ganz nebenbei stellt er dann noch da, wie solche Kulturen entstehen. Nämlich durch das erfolgreiche, möglichst Tolerante zusammenleben von unterschiedlichen Völkern, von Menschen mit unterschiedlicher Biographie. Gerade in Osteuropa, wo die Grenzen über die Jahrhunderte doch sehr flexibel waren, hat sich bis ins 20. Jahrhundert einmalige Kulturen gebildet, lebten unterschiedliche Religionen, Sprachen und Völker auf engstem Raum zusammen. Manchmal mit Konflikten. Oft aber auch ohne. Es ist die Tragödie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die das Ende für diese Form der Gesellschaft bedeutete.

Dieses Buch lohnt das Lesen vor allem dann, wenn man es in den Kontext mit den anderen Werken von Norman Davies setzt. Über die britische Geschichte hat er geschrieben, sich mit Aufstieg und Untergang des Empires beschäftigt. Eine der besten Geschichten Europas stammt von ihm. Und immer wieder hat er sich mit einzelnen Landschaften und Städten in Osteuropa beschäftigt. Vieles von diesem findet sich hier. Aber eben auch mehr. Die mehr als 800 Seiten dieses Buches enthalten all das, was in andere Monografien nicht mehr passte. Es ist ein Buch voller witziger Anekdoten, voller unwichtiger Details, die aber gerade das gesamte Bild ausmachen. Noch dazu enthält dieses Buch auch Elemente eines Reiseführers, immer wieder berichtet Davies von seinen Erfahrungen, die er vor Ort beim Besuch der beschriebenen Länder machen konnte.

Vielleicht ist dies nicht das beste Buch von Norman Davies. Es ist sicher mit weniger Disziplin geschrieben als seine bekannten Klassiker. Aber "Verschwundene Reiche" ist vielleicht das Buch, in dem am meisten Begeisterung für das Thema zu lesen ist.


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Preis: EUR 33,03

3.0 von 5 Sternen Man braucht Platz, 3. Juli 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Entweder meine Hände sind doch nicht feinfühlig genug, oder es ist halt doch die Steuerung. Ein Start direkt nach oben ohne ein Ausweichen des Fliegers zur Seite bekomme ich nicht hin. So mache ich mir doch leichte Sorgen beim Fliegen, dass ich in der Umgebung etwas ungeplant treffe. Zumahl ich dem Quadrocopter auch öfters mal hinterherlaufen muss. Die Steuerung erscheint mir hier wenig zu verzeihen.

Ansonsten ist auch die Anleitung nicht so ganz einfach. Es ist ein eher übersichtlicher Handzettel. Wie man es wirklich macht, muss man sich eher erschließen, als dass man wirklich geführt wird. Und auch die Leuchten beim Ladevorgang verhalten sich etwas anders als beschrieben. Auch stört mich ein wenig das ständig sichtbare Kabel. Nun muss man die Ärodynamik an einem solchen Spielzeug nicht bis ins letzte optimieren, aber es sieht einfach nicht schön aus.

Auf der anderen Seite: Das Ding fliegt, die Batterie hält eine Weile, die Fernsteuerung hat dank sechs einzulegender Batterien (nicht mitgeliefert) eine gute Reichweite. Und die bisherigen Abstürze blieben ohne Folgen. Zur Sicherheit sind übrigens ein paar Ersatzrotoren beigelegt, die ich bisher aber noch nicht einsetzen musste.


Verfall und Untergang
Verfall und Untergang
von Evelyn Waugh
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Und wieder dreht sich alles im Kreis, 27. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Verfall und Untergang (Gebundene Ausgabe)
Verfall und Untergang, in englischer Sprache "Decline and Fall", ist offenbar eine Anspielung auf Gibbons Klassiker "The History of the Decline and Fall of the Roman Empire". Um nichts weniger als den Zustand der gesamten britischen Gesellschaft geht es hier also. Die glorreichen Tage von Queen Victoria sind inzwischen vergangen, der erste Weltkrieg hat die Gesellschaft zerrissen und ein zweiter Weltkrieg steht bevor. Und so besteht das ganze Buch aus leeren Hülsen, Menschen, die versuchen, Konventionen aufrecht zu erhalten, die doch inzwischen jeden Sinn verloren haben. Es zählt nicht mehr Inhalt, es zählt nur noch Form. Und letztere lässt sich von einer Lüge schon längst nicht mehr unterscheiden.

Geschrieben ist das alles in der Form einer Groteske, eigentlich wäre das alles lustig zu lesen, wenn es nicht so traurig wäre. Im Zentrum der Geschichte steht ein junger Mann, dem die Ereignisse mehr passieren, als das er selbst irgendeinen Einfluss auf sein Leben hätte. In der Mitte des Buches gibt der Autor selbst eine Charakterisierung dieses merkwürdigen Protagonisten. Und stellt diese schon fast als erzählerisches Problem dar, denn der Held dieser Geschichte ist weit farbloser als die vielen, gelungenen, teilweise witzigen Nebenfiguren. So wie der Held hier Schicksalsschläge und Glücksfälle still erleidet, fehlt einem als Leser einfach die Identifikation mit der Hauptfigur, die insbesondere "Brideshead Revisited" vom selben Autor zu einem großartigen Roman macht. Aber dies ist schließlich der erste Roman von Evelyn Waugh. Er lernte noch dazu, nach diesem Buch. Auch die doch sehr plakativen Namen seiner Figuren wird er in späteren Büchern nicht wiederholen.

Der Klappentext stellt natürlich die Parallelen zum großen Klassiker in den Vordergrund. Ja, auch hier geht es um die britische Klassengesellschaft, auch hier verliebt sich ein gebildeter Bürgerlicher in eine wunderschöne Adlige. Wobei sich dann die ach so grandiose Familie der Braut als doch nicht so edel herausstellt. Allerdings ist dies hier nicht wirklich der Schwerpunkt der Erzählung. Es geht eigentlich mehr um den Wechsel des gesellschaftlichen Status, der hier für viele Figuren oft, unvermittelt und zufällig erfolgt. Und das Ende des Buches passt dann auch in dieses Muster. Denn eigentlich geht es nicht nur abwärts. Eigentlich drehen sich alle Dinge in diesem Großbritannien der Zwischenkriegszeit im Kreis. Und das ist dann schließlich doch ganz witzig zu lesen.


Kein Titel verfügbar

5.0 von 5 Sternen Ironische Splatterpropaganda, 25. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Für den aufmerksamen Beobachter ist dies ein sehr witziger Film. Denn es wird eine zukünftige Welt beschrieben, in der viele schöne Menschen agieren, und das auch noch sehr heldenhaft und manchmal sogar sexy. Allerdings sind diese Menschen einfach nicht clever. Und sieht man die Sache mal ganz objektiv, so könnte man sogar sagen, dass durchaus böse Dinge tun. Auf jeden Fall bleibt bei einem sehr aufmerksamen Beobachter doch die Frage zurück, ob sich die menschlichen Helden wirklich so weit von ihren spinnenartigen Gegnern unterscheiden, wie es zu Beginn scheint. Nicht nur haben beide Parteien in dieser Auseinandersetzung die Neigung, ihre Fußtruppen ohne Rückischt auf Verluste zu verheizen. Auch stellt sich am Ende heraus (Spoiler), dass die so geheimnisvollen Arachniden offenbar Gefühle haben, die denen der Menschen nicht ganz unähnlich sind. Allerdings ist diese Gemeinsamkeit so inszeniert, dass sie der Zuschauer kaum bemerkt, seine Grundhaltung zu den Helden kaum in Frage stellt (also möglicherweise doch kein Spoiler).

Überhaupt ist hier einiges merkwürdig. Die Chefs des Staates werden nicht gewählt, und eigentlich sind sie auch Militärs. Zivilisten gelten nichts, selbst mit der Erlaubnis für das Kinderkriegen ist das so eine Sache. Die Medien bieten nur Propaganda, und niemand merkt wie absurd sie ist, und wie direkt gelogen wird (im Fernsehen 100.000 Opfer, auf der Verlustliste 300.000 - minus 1). Und wer reich ist, der muss nicht unbedingt zum Militär. Und hat der Geheimdienst nicht Uniformen, die an eine wirklich finstere Epoche in der deutschen Geschichte erinnern?

Aber wenn man nicht so genau hin sieht, so kann man natürlich auch die spannenden Heldentaten der mobilen Infantrie auf fernen Planeten bewundern. Und sich mit den Helden fürchten oder freuen. Die Tricks im Film sind zwar ein wenig hinter der aktuellen Technik hinterher, aber spannend ist das allemal. Möglicherweise fallen mir die genannten Punkte auch nur deshalb auf, weil der Regisseur Paul Verhoeven bereits in "Total Recall" zwei Geschichten versteckt hat. Möglicherweise ist ja auch dieser Film hier wieder für zwei Zielgruppen gedacht.


Cool Cities New York large
Cool Cities New York large
von teNeues Verlag
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,90

5.0 von 5 Sternen New York Matters, 19. Juni 2014
New Jersey ist natürlich außen vor. Brooklyn dagegen ist mit fast zwei Dutzend Adressen vertreten. Das Zentrum aller Dinge ist aber natürlich nach wie vor Manhattan. Und so lange China und die Emirate keine wirklich offenen Gesellschaften werden, wird dieses Manhattan wohl noch das Zentrum bleiben, nicht nur das Zentrum New Yorks, sondern irgendwie auch das Zentrum der Welt. Und damit man auf einen Besuch dort gut vorbereitet ist, gibt es nun dieses Buch. Wobei es allerdings nicht nur Reiseführer sein will, sondern auch noch Bildband und App, beides zu gleich. Dafür ist dann das Format nur bedingt geeignet für die Handtasche. Aber wer reist schon nach Manhattan ohne Smartphone?

Man benutzt diesen Band also wie folgt: Wie einen Bildband schaut man sich erst einmal die wunderschönen Aufnahmen an - von Hotels, Restaurants, Clubs und Bars, von Läden, Museen und anderen Sehenswürdigkeiten. Und da Menschen, vor allem Männer, optisch getriebene Tiere sind, wird man mittels Bildern auf ein paar besondere Orte gelenkt. In den beigefügten Texten erhält man dann eine kurze Erklärung, um was für einen Ort es sich handelt. Und dann wiederholt man den Prozess mit dem Smartphone. Dieses erkennt mittels einer App für Android (und mittlerweile auch IOS) das Bild und bietet dann weitere Informationen. Ob ein solcher Link in einem Bild hinterlegt ist, erkennt man an einem kleinen Symbol im Bild. Man erhält dann zusätzliche Bilder, Videos, Texte, alles was das Smartphone so hergibt. Die App lässt übrigens auch zu, den verlinkten Inhalt auf das Gerät herunterzuladen. Man kann das also auch verwenden, wenn man kein Roaming machen will und gerade kein WLAN zur Hand ist.

Das Buch selbst macht einfach Lust auf einen Besuch. Es will eher nicht vollständig sein, lässt somit einige Klassiker unter den Sehenswürdigkeiten aus, zeigt dafür eher Orte, die auch ein Einheimischer auch als neu und hipp sehen könnte. Es ist also ein Buch, das eher für Touristen taugt, die nach Begegnungen suchen, statt systematisch die Highlights abzuhaken. Zusätzlich werden im Buch einige Kochrezepte und einige Protagonisten der Szene in New York vorgestellt. Über die Auswahl von Menschen und Orten kann man dabei natürlich streiten. Unstreitig ist aber, dass es angesichts der Größe und Vielfalt dieser Stadt irgendeiner Auswahl bedarf. Und zumindest aus der Perspektive des einigermaßen solventen, europäischen Touristen erscheint mir die Auswahl schon gut gelungen.


Endlich Kokain: Roman
Endlich Kokain: Roman
von Joachim Lottmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Eliten der Republik, 14. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Endlich Kokain: Roman (Taschenbuch)
Eigentlich ist das ein recht konventioneller Roman. Ein Held mit einem schon etwas verpfuschten Leben jenseits der 50 versucht es noch mal. Mit der Karriere, den Frauen, dem Leben schlechthin. Es gibt ca. ein halbes Dutzend Nebenfiguren, vor allem aus der Kunst- und Medienwelt, in der sich der Protagonist bewegt. Und natürlich macht der Held im Rahmen der Handlung eine Entwicklung durch, nicht nur sieht er seine Umgebung nach dem Durchlaufen der Handlung anders, auch sein Selbstbild hat sich verändert. Dass es der regelmäßige Genuss von Kokain ist, der die Handlung und damit die Veränderungen überhaupt zum Laufen bringt, das ist nun das besondere an diesem Buch.

Nun ist aber auch das nicht neu. Das Buch "Kokain" von Pittigrilli wird bei Lottmann zitiert, seine Wucht erreicht "Endlich Kokain" allerdings nicht. Sowohl Stephan Braum als auch die anderen Figuren in diesem Roman wirken dazu doch zu oberflächlich, die existenzielle Verzweiflung der Helden bei Pittigrilli spürt man beim Lesen nicht. Auch wird die im Buch angewandte Technik, die Erzählperspektive gelegentlich zu wechseln, nicht immer gut eingesetzt - Ereignisse wirken in den Abschnitten des Tagebuch und des neutralen Erzählers in Teilen redundant. Die Wirkung der Droge auf die Persönlichkeit der Abhängigen wird allerdings ähnlich wie bei Pittigrilli beschrieben - und ist nicht wirklich eine Werbung für die Einnahme. Im Grunde genommen aber steht bei Lottmann etwas anderes im Mittelpunkt. Er beschreibt vor allem eine Gesellschaft in Wien - später im Buch auch in Berlin - die ein so hohles, so absurdes Leben führt, dass es zu dieser Droge einfach perfekt zu passen scheint.

Verlust der persönlichen Bindungen, Verfälschung der eigenen Emotionen, Konsum als Zentrum des Lebens, Bereitschaft zu jeder Schweinerei solange diese nur Geld bringt, das schafft die Wiener und Berliner Elite in diesem Buch mit oder auch ohne Kokain. Und da der Autor in seiner Beschreibung von Berlin auch einige Details des Lebens in der Stadt wirklich gut getroffen hat, möchte man sich seiner Einschätzung in Bezug auf die gesamte so medienwirksame Upper Class in Deutschland und Österreich nicht völlig verschließen.

PS.: Abnehmen kann man auch durch Sport.


Tal-Botvinnik 1960
Tal-Botvinnik 1960
von Mikhail Tal
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein cleverer Kopf, 14. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tal-Botvinnik 1960 (Taschenbuch)
Nicht sofort liegen die Gründe, dieses Buch zu lesen, auf der Hand. Schließlich ist die Schachweltweisterschaft zwischen Tal und Botvinik schon eine Weile her. Und auch 1960 stieß diese Weltmeisterschaft bei uns im Westen auf kein so großes Interesse, schließlich spielte hier doch nur Russe gegen Russe, wobei der eine Russe eigentlich ein jüdischer Lette war.

Hätte man sich etwas mehr dafür interessiert, so wäre diese Weltmeisterschaft vielleicht nicht weniger spannend gewesen als die weit bekannteren Duelle zwischen Kasparov und Karpov, vielleicht sogar ähnlich spannend wie das legendäre Duell zwischen Fischer und Spasski auf Island. Denn hier standen (besser: saßen) sich zwei außergewöhnliche, aber völlig unterschiedliche Charaktäre gegenüber. Botvinik, damals Weltmeister, war der Epigone des wissenschaftlichen, völlig rational und positionell gespielten Schachs. Er stand für eine materialistische Moderne, optimierte seine Spielweise und seine persönliche Fitness systematisch. Tal dagegen war jung, kreativ. Sein Gewinn des Kandidatenturniers war eine Überraschung. Mit seiner Gesundheit stand es nicht zum Besten. Dennoch er feierte gerne und viel. Er war einfach ein großartiger Typ, nett, sah gut aus. Und auf dem Schachbrett, da konnte er zaubern.

Viele Mikhail Tal Partien zeichnen sich durch spektakuläre Opfer aus. In scheinbar völlig ruhigen Stellungen wird plötzlich ein Springer geopfert, ohne dass irgendeine Kompensation sichtbar wäre. Aber zwei Züge weiter brennt das Brett. Als Beispiel mag der 21. Zug in der sechsten Partie in diesem Buch dienen. Zumindest laut Tal selbst war der Gewinnweg bei der Entscheidung über diesen Zug noch nicht absehbar. Aber Tal hatte eben außer der Fähigkeit, taktische Varianten besser zu durchschauen als andere Spieler auch noch eine große Intuition und vor allem Verständnis für das abstrakte Zusammenwirken von Figuren. Und das spiegelt sich dann auch in den Texten wieder, mit denen er seinen ersten Wettkampf gegen Botvinik beschreibt. Natürlich erfährt man auch viel über Varianten, die für oder gegen bestimmte Züge sprachen. Spannender aber sind die Bewertungen von Stellungen. Material, das ist nicht so wichtig für Tal. Aktive Figuren, das ist der Schlüssel.

Man merkt an den Texten auch, dass Tal einfach ein offener Mensch war. Er schreibt auch über seine Fehler, seine Müdigkeit, wenn er einen guten Zug macht, dann schreibt er nicht über sich, sondern "Schwarz hat...". So bekommt man in diesem Buch nicht nur viel über Schach, über Schachweltmeisterschaften und ein paar herausragende Partien zu lesen, sondern man bedauert auch ein wenig, diesen spannenden Menschen selbst nicht kennen gelernt zu haben.


Ultrasport Herren T-Shirt Rundhals, Weiß, S, 1308-100
Ultrasport Herren T-Shirt Rundhals, Weiß, S, 1308-100
Preis: EUR 12,98

4.0 von 5 Sternen Der Klassiker, 14. Juni 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Weißes T-Shirt, dazu Blue Jeans, ggf. eine schwarze Lederjacke, das ist seit mindestens 50 Jahren ein Klassiker der Männerkleidung. Dieses T-Shirt passt genau in dieses Schema.

Ein wenig dicker könnte der Stoff geraten sein - aber möglicherweise ist das aus der Mode gekommen, weil fast alle T-Shirts auf dem Markt mittlerweile einen recht dünnen Stoff haben. Zumindest ist dieses hier einigermaßen blickdicht. Eine Wäsche überlebt es ohne Beeinträchtigung, es zeigen sich auch keine losen Fäden. Und S als Größe passt hier eigentlich auch gut (jedenfalls wenn ich die drei Kilo zuviel wieder runter habe).

Also insgesamt ein gutes Produkt.


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