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Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin)
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Tal-Botvinnik 1960
Tal-Botvinnik 1960
von Mikhail Tal
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,10

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein cleverer Kopf, 14. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tal-Botvinnik 1960 (Taschenbuch)
Nicht sofort liegen die Gründe, dieses Buch zu lesen, auf der Hand. Schließlich ist die Schachweltweisterschaft zwischen Tal und Botvinik schon eine Weile her. Und auch 1960 stieß diese Weltmeisterschaft bei uns im Westen auf kein so großes Interesse, schließlich spielte hier doch nur Russe gegen Russe, wobei der eine Russe eigentlich ein jüdischer Lette war.

Hätte man sich etwas mehr dafür interessiert, so wäre diese Weltmeisterschaft vielleicht nicht weniger spannend gewesen als die weit bekannteren Duelle zwischen Kasparov und Karpov, vielleicht sogar ähnlich spannend wie das legendäre Duell zwischen Fischer und Spasski auf Island. Denn hier standen (besser: saßen) sich zwei außergewöhnliche, aber völlig unterschiedliche Charaktäre gegenüber. Botvinik, damals Weltmeister, war der Epigone des wissenschaftlichen, völlig rational und positionell gespielten Schachs. Er stand für eine materialistische Moderne, optimierte seine Spielweise und seine persönliche Fitness systematisch. Tal dagegen war jung, kreativ. Sein Gewinn des Kandidatenturniers war eine Überraschung. Mit seiner Gesundheit stand es nicht zum Besten. Dennoch er feierte gerne und viel. Er war einfach ein großartiger Typ, nett, sah gut aus. Und auf dem Schachbrett, da konnte er zaubern.

Viele Mikhail Tal Partien zeichnen sich durch spektakuläre Opfer aus. In scheinbar völlig ruhigen Stellungen wird plötzlich ein Springer geopfert, ohne dass irgendeine Kompensation sichtbar wäre. Aber zwei Züge weiter brennt das Brett. Als Beispiel mag der 21. Zug in der sechsten Partie in diesem Buch dienen. Zumindest laut Tal selbst war der Gewinnweg bei der Entscheidung über diesen Zug noch nicht absehbar. Aber Tal hatte eben außer der Fähigkeit, taktische Varianten besser zu durchschauen als andere Spieler auch noch eine große Intuition und vor allem Verständnis für das abstrakte Zusammenwirken von Figuren. Und das spiegelt sich dann auch in den Texten wieder, mit denen er seinen ersten Wettkampf gegen Botvinik beschreibt. Natürlich erfährt man auch viel über Varianten, die für oder gegen bestimmte Züge sprachen. Spannender aber sind die Bewertungen von Stellungen. Material, das ist nicht so wichtig für Tal. Aktive Figuren, das ist der Schlüssel.

Man merkt an den Texten auch, dass Tal einfach ein offener Mensch war. Er schreibt auch über seine Fehler, seine Müdigkeit, wenn er einen guten Zug macht, dann schreibt er nicht über sich, sondern "Schwarz hat...". So bekommt man in diesem Buch nicht nur viel über Schach, über Schachweltmeisterschaften und ein paar herausragende Partien zu lesen, sondern man bedauert auch ein wenig, diesen spannenden Menschen selbst nicht kennen gelernt zu haben.


Ultrasport Herren T-Shirt Rundhals, Weiß, S, 1308-100
Ultrasport Herren T-Shirt Rundhals, Weiß, S, 1308-100
Preis: EUR 12,98

4.0 von 5 Sternen Der Klassiker, 14. Juni 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Weißes T-Shirt, dazu Blue Jeans, ggf. eine schwarze Lederjacke, das ist seit mindestens 50 Jahren ein Klassiker der Männerkleidung. Dieses T-Shirt passt genau in dieses Schema.

Ein wenig dicker könnte der Stoff geraten sein - aber möglicherweise ist das aus der Mode gekommen, weil fast alle T-Shirts auf dem Markt mittlerweile einen recht dünnen Stoff haben. Zumindest ist dieses hier einigermaßen blickdicht. Eine Wäsche überlebt es ohne Beeinträchtigung, es zeigen sich auch keine losen Fäden. Und S als Größe passt hier eigentlich auch gut (jedenfalls wenn ich die drei Kilo zuviel wieder runter habe).

Also insgesamt ein gutes Produkt.


Sherlock - Staffel 2 [2 DVDs]
Sherlock - Staffel 2 [2 DVDs]
DVD ~ Benedict Cumberbatch
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Über die Grenzen des Intellekts, 30. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Sherlock - Staffel 2 [2 DVDs] (DVD)
Fred Astaire hat einmal das Geheimnis seines Erfolgs als Tänzer etwa so beschrieben: Jede Bewegung muss überraschend sein, muss dem Zuschauer etwas Unerwartetes, Neues bieten. Aber gleichzeitig muss der Zuschauer auch die Überzeugung erhalten, dass diese neue, überraschende Wendung die einzig richtige Fortsetzung des Tanzes war. Und so funktioniert dann auch die Serie Sherlock. Im Gegensatz zu anderen Krimis mit den klassischen Figuren aus der Kriminalliteratur steht hier nicht ein "Whodunnit" im Vordergrund, sondern ein Tanz mit den Gefühlen und dem Intellekt des Zuschauers.

Arthur Conan Doyle hat Sherlock Holmes als überlegenen Menschen gestaltet. In einer viktorianischen Welt, in der Gefühle auf gesellschaftlicher und persönlicher Ebene unterdrückt gehörten, erfand der Autor eine Figur, die ihre Gefühle noch nicht einmal zu unterdrücken brauchte, weil sie dank eines überlegenen Verstandes keinerlei Emotionen bedurfte. Liest man die Geschichte über Irene Adler bei Doyle, so fällt auf, wie sehr Sherlocks Bewunderung der schönen Agentin eben doch von Tatsache geprägt ist, einem ebenbürtigen Verstand getroffen zu haben. Aber gut ein Jahrhundert später ist man weiter. Clever ist Irene Adler auch in dieser Serie. Aber außer mit ihrem Verstand spielt sie auch mit ihrem Körper und mit dem Begehren, das dieser in den Männern, auch in Sherlock, auslöst. Und gewinnen tut sie das Spiel, in dem sie noch ganz andere Gefühle in ihren Opfern hervor bringt. Sherlocks Bruder fasst es sehr gut am Ende der Folge zusammen.

Und auch in Baskerville ist es nicht das Monster, oder eine Verschwörung, die dieser Folge den Reiz geben. Es geht um Angst, also um ein weiteres Gefühl, dass Menschen dazu bringt, gegen den Intellekt zu handeln. Mag diese Folge auch zwischen den beiden anderen, genialen Folgen dieser Staffel etwas abfallen, so bietet sie doch eine weitere Variation des Themas. Wie kann man Menschen um ein Nichts zum kreisen bringen? So dass sie das Zentrum dieses Kreises nicht betreten?

Der Höhepunkt dieser Staffel jedoch ist natürlich das Duell mit Moriaty. Auf einem Dach stehen sich Gut und Böse allein gegenüber. Beide sind sich - wie auch schon in der eigentlich kurzen Vorlage von Doyle angelegt - ähnlich, intellektuell gleichwertig. Auf welchem Feld nun führen beide ihre Auseinandersetzung, nachdem ein kleines Scharmützel im Bereich des Verstandes keine Entscheidung bringt? An die Grenzen der menschlichen Existenz muss man gehen, an die Frage, warum das Leben in einer Welt der Dümmeren überhaupt lohnenswert ist. Dem aufmerksamen Zuschauer kann es kaum entgehen, wer dieses Duell gewinnt. Der spannende Teil der Erzählung liegt natürlich darin, wie und warum Sherlock dieses Duell gewinnt. Und dazu muss die besondere Festung des Autismus - die eben auch zu Sherlock gehört - die Zugbrücke herunter lassen. Leider nicht für Watson, so sehr sich dieser das gewünscht hätte.

Das alles ist so intelligent geschrieben, so gut und genau in Szene gesetzt (man beachte die Perspektive der Kamera in vielen Szenen), dass man hinter dieser Serie eigentlich auch nur einen Sherlock vermuten kann. Oder vielleicht sogar mehrere.


Die Ordnung herrscht in Berlin
Die Ordnung herrscht in Berlin
von Francesco Masci
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das Nichts herrscht in Berlin..., 27. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Liest man dieses Buch vor dem Hintergrund einer Biographie, die inzwischen viereinhalb Jahrzehnte mit der Stadt verbunden ist, so drängt sich einem ein Gedanke in den Vordergrund: Das Buch hat mit der Stadt einfach nichts zu tun. Selbst wenn der Autor hier einige Jahre verbracht haben sollte, so hat er dabei offenbar nur einen winzigen Teil, einen Ausschnitt der Gesellschaft erleben können. Und zwar ausgerechnet noch eine irrelevante Minderheit, nämlich die Anhänger einer reinen Lehre, die nicht das Berghain, sondern ausschließlich die Vorträge neokommunistischer Philosophen in der Volksbühne besuchen. Und ich kann mich nach dem Lesen kaum gegen den Verdacht wehren, dass es genau das Selbstverständnis dieses Autors ist, welches dafür sorgt, dass er auch nicht mehr über die Stadt erfahren konnte. Masci scheint es nämlich in diesem Text nicht um die Sache zu gehen, sondern vor allem um die Form. Diese entspricht schon fast einem Klischee eines französischen Linksintellektuellen, wie es eine Parodie nicht besser zeichnen könnte. Bonmot folgt auf Bonmot, ein gut klingender Satz wird niedergeschrieben und nicht korrigiert, auch wenn man drei Sätze später das Gegenteil behauptet. Fragwürdige Thesen werden in Nebensätzen oder in Begründungen versteckt und damit als unbestrittene Wahrheiten maskiert. Und dann werden bekannte, modische Autoritäten (Nietzsche, Simmel, die Bibel usw.) zitiert, die mit dem Thema natürlich nichts, aber auch wirklich nichts zu tun haben, das aber dann ohne eine Quellenangabe; falls man mal wirklich etwas überprüfen könnte, hat man also keine Chance. Aber die Wissenden, die wissen ja ohnehin alles, oder wollen zumindest diesen Eindruck erwecken. Liest man das Buch, so will man einen roten Stift nehmen und anstreichen: Falsch, unbegründet, falsch, falsch, ungenau, falsch, widersprüchlich. Das alles wirkt so engstirnig, dass der Autor sein vielleicht doch richtiges Anliegen in Grund und Boden schreibt.

Worum geht es also? "Die Ordnung herrscht in Berlin" folgt natürlich in der Botschaft und teilweise auch im Tenor dem erfolgreichen "Empört Euch!" von Stephane Hessel. Auch Masci will in der Welt mehr politisches Engagement sehen und beklagt die Gleichgültigkeit, mit der ein modernes Bürgertum nach Ende des 20. Jahrhunderts das Gemeinwesen betrachtet. Warum in dem Buch Angela Merkel mit ihrer ideologiefreien, ganz auf Suche nach allgemeiner Akzeptanz ausgerichteten Politik nicht erwähnt wird, kann mich nur wundern. Und auch Wowereit, das Berliner Pendant zu Merkel taucht überraschenderweise nicht auf. Vielleicht sind beide es ja einem französischen Philosophen einfach nicht wert, erwähnt zu werden. Zu trivial. Stattdessen wird die große Leere der Politik durch einen Konflikt beschrieben, der mit dem Begriff der „absoluten Kultur“ beschrieben wird. Masci hat es nicht kleiner. Er muss offenbar gleich an die berüchtigte Rede aus dem Berliner Sportpalast anknüpfen, damit auch der letzte Leser merkt, wie ernst die Lage ist.

Diese absolute Kultur ist es laut Masci, die nicht nur die Politik sondern auch noch gleich die Wirklichkeit und die Freiheit des Individuums verdrängt (wobei Masci beim Letzteren wohl offen lässt, ob das wirklich so schlimm ist – ein Verweis auf historische Utopien ist hier mindestens zwiespältig). Die absolute Kultur leitet er aus der Geschichte der Stadt Berlin ab, aus den Kriegen und den totalitären Regimen des 20. Jahrhunderts, so dass der Stadt – konsequenterweise – wieder eine Führungsrolle in der Welt zukommt. Nämlich die Vernichterin des Sinns zu sein. In Mascis Welt ist Berlin nur die Vorstufe einer Welt, wo alles Spaß und alles Kommerz ist. Das ist natürlich ein schreckliches Szenario. Und vielleicht sind wir wirklich auf dem Weg dahin. Das hätte er dann aber auch einfacher schreiben können. Zum Beispiel: „Die Jugend steht nur noch auf hohles Partyvergnügen.“ Statt dessen arbeitet Masci eher mit dem schon beschriebenen, hohlen Geschwafel, damit die Botschaft auch bloß von niemandem außerhalb des Elfenbeinturmes verstanden wird.

Es bleibt aber eine große Frage: Warum hat sich jetzt Masci ausgerechnet Berlin für sein Anliegen ausgesucht? Ist Berlin wirklich in einer Art von Vorreiterrolle für die Entpolitisierung der Menschheit? Immerhin haben genau in dieser Stadt Merkel und Wowereit ganze Arbeit geleistet. Und auch die Ströme der Touristen, die Unmengen von Geld der Zweitwohnungserwerber, die Niederlassungen der Regenbogenpresse haben das Bild der Stadt in Pop verwandelt. Dass Popkultur als Begriff hier nicht auftaucht, lässt mich als Leser erneut verwundern. Aber es ist eben doch ein Irrtum, dass Berlin nur das Bild wäre, was man sich in der Welt von der Stadt macht. Berlin ist eben mehr. Berlin ist ein Musterbeispiel einer Stadt, wo sich über Jahrzehnte immer wieder politisches Engagement außerhalb von Parteien gefunden hat. Berlin hat eine lebendige und bunte Kultur. Und mag Masci auch noch so über die Loveparade schimpfen, sie zeigt, was diese Stadt auf die Beine stellen kann, und wovon sie sich auch verabschiedet, wenn es nicht mehr taugt. Dass die Loveparade dann als Gespenst zum Wohle von Sponsoren und Provinzpolitikern noch Jahre durch die Lande zieht, dafür kann Berlin ja nichts. Stattdessen gibt es in Berlin genug andere Initiativen. Und eine davon hat gerade dafür gesorgt, dass die offizielle Politik auf der größten Freifläche der Stadt keine „Wowereit-Gedächtnis-Bibliothek“ eröffnen darf.

So lernt man aus dem Buch nur eines: In Berlin herrscht zwar keine Ordnung. Aber Berlin bietet Projektionsfläche. Eine Stadt, die so groß, so heterogen ist, und eben doch so viel Freiräume bietet, ist jedem die Leinwand, die er für seine Kunst gerade braucht. Glücklicherweise finden sich für diese Leinwand auch bessere Künstler als Francesco Masci.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 14, 2014 2:05 AM CET


Cool Cities Berlin
Cool Cities Berlin
von teNeues Verlag
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neues und Altes bei teNeues, 21. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Cool Cities Berlin (Gebundene Ausgabe)
Berlin in Bildern, das war eigentlich schon das Thema von mehreren Büchern in diesem Verlag. Aber immer wieder gibt es in den Büchern über die Stadt etwas Neues zu sehen, das Thema scheint sich nicht wirklich zu erschöpfen, zumal sich in Berlin ja auch regelmäßig etwas verändert. So ist es in diesem Band vor allem der Westen mit Charlottenburg, dem Savignyplatz und dem Kudamm, der gegenüber den Bezirken Mitte und Prenzlberg etwas an Gewicht gewonnen hat. An der Einbeziehung des gerade erst eröffneten Bikini-Komplexes mit dem Hotel 25Hours und dessen Gastronomie merkt man auch, wie aktuell dieses Buch eigentlich ist. Zwischen dem Fotografieren der wie immer großartigen Bilder und der Auslieferung des gedruckten Buches kann nicht viel Zeit vergangen sein.

Der erste Eindruck für einen Berliner: Schade dass man so selten dazu kommt, in der eigenen Stadt im Hotel zu übernachten. Hier hat sich einiges getan. Und das Buch ist hier auch deshalb hilfreich, weil es nicht bei den weltweit bekannten Hotelpalästen mit achtstelliger Millioneninvestition halt macht, sondern eben auch viele kleine, aber nicht weniger schöne Absteigen zeigt. Es gibt halt in Berlin viele Entdeckungen zu machen. Das setzt sich dann auch bei den Restaurants fort. Hier sind auch ein paar winzige, fast schon unspektakuläre Läden enthalten, die aber engagiert geführt sind, oder einzigartig sind und dann eben doch den Besuch lohnen. Dadurch sind die Tipps im Buch auch insgesamt nicht so weit von dem weg, was wir als Einheimische hier so regelmäßig nutzen. Und das ist ja auch der Sinn eines Reiseführers und des Reisens allgemein. Man will seine Zeit ja nicht nur mit anderen Touristen verbringen, oder?

Überraschen tun hier nur einige kleinere Details. So findet sich die Schlüterstrasse am Kurfürstendamm gastronomisch ausgerechnet durch Klemke, eine eher unspektakulüre Weinhandlung mit Mittagstisch, vertreten. Möglicherweise liegt der bessere Tipp direkt links daneben oder auch vielleicht direkt gegenüber. Das C/O Berlin taucht nicht auf, möglichwerweise, weil die Wiedereröffnung noch ein paar Wochen aussteht. Dass Berlin einen der schönsten Zigarrengeschäfte Deutschlands sein eigen nennt, muss sich außerhalb der Stadt noch herum sprechen. Und bei der Auswahl der vielen Persönlichkeiten aus Berlin, die im Rahmen dieses Buches auch vorgestellt werden, kommt mir der Gedanke, dass diese Stadt vielleicht inzwischen zu groß für nur einen Band geworden ist. Aber irgendeine Auswahl muss man halt treffen, auch wenn man dann jede Entscheidung im einzelnen natürlich kritisieren kann. Richtig ist sicher, dass es hier im Vergleich zu anderen Bänden der Reihe recht wenige Rezepte gibt. Nicht dass man in Berlin nicht gut essen könnte, da ist die Stadt auch besser geworden, aber eine wirklich typische Küche für Berlin sucht man nach wie vor vergebens.

Insgesamt sorgt dieses Buch, das man am besten als eine Mischung aus Reiseführer und Bildband beschreiben kann, für eine gute Darstellung der Stadt. Besucht man diese für ein Wochenende oder vielleicht sogar für eine ganze Woche, kann man mit den hier genannten Adressen nicht viel falsch machen.

PS: Die in dem Buch angelegte Unterstüzung durch eine Android-App scheint noch nicht aktiv zu sein. Jedenfalls erschien bei meinem Test Berlin nicht in der Auswahl der verfügbaren Städte.


Cool Escapes Ibiza
Cool Escapes Ibiza
von teNeues Verlag
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Online und Offline, 21. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Cool Escapes Ibiza (Gebundene Ausgabe)
Und wieder einmal verändert sich die Welt. Diesmal trifft es ein seit immerhin 500 Jahren unverzichtbares Artefakt. Es trifft das Buch, jedenfalls das Buch in seiner physischen Form. Dank elektronischer, tragbarer Lesegeräte werden Bücher jetzt virtuell, sie haben kein Gewicht, kein Volumen mehr. Eine ganze Bibliothek kann man in seinem Jacket mit sich führen. Doch nicht alle empfinden dies als die optimale Lösung. Denn Bücher sind einfach schöne Objekte. Sie sprengen den Rahmen eines Bildschirmes. Und wie mit so vielen physischen Objekten verbindet man auch mit Büchern Gefühle. Bücher werden alt, man wird mit seinen Büchern alt. Wie könnte man so etwas über ein eBook sagen?

Aber vielleicht ist die sich ändernde Wirklichkeit ja noch etwas komplizierter. Vielleicht schaffen die neuen Medien die Bücher aus Papier doch nicht ab. Auf jeden Fall aber werden sie die Bücher verändern, die in Zukunft noch gedruckt werden. Die Gattung von Büchern, die vielleicht am meisten unter Druck steht (neben spezifischer, sich schnell verändernder Fachlektüre) sind Reiseführer. Das elektronische Format ist hier schneller (weil einfacher aktuell zu halten), leichter zu tragen, potentiell umfangreicher und die Verbindung von Informationen aus dem Buch und der Ortungsfunktion eines Handys macht auch sofort Sinn. Seit es Wikipedia und Portale mit Bewertungsinformationen von Anwendern gibt, habe ich selbst keinen Reiseführer mehr erworben. So sieht ein totes Geschäft aus.

Und genau in dieses Geschäft steigt jetzt der Verlag teNeues ein. Allerdings mit einer kreativen Idee, die Neues und Altes zusammenführen soll. Denn das hier beschriebene Buch gibt es ganz physisch, es ist aber auch mit einer App verbunden. Die Seiten des Buches dienen dabei als Link für die App. Spontan macht das vor allem Sinn, wenn man daran denkt, dass teNeues vor allem für großformatige Bildbände mit schönen Fotografien bekannt ist - für Coffee Table Books, die selbst im geschlossenen Zustand die Einrichtung einer Wohnung verschönern. Nun, auch "Cool Escapes Ibiza" ist ein solch schönes Buch. Obwohl es die typischen Kategorien eines Reiseführers enthält (Hotels, Restaurants, Strände, Shopping, Sehenswürdigkeiten), und dazu auch die nötigen praktischen Reiseinformationen (Adressen, Telefonnummern, Links, Preisniveau), so sind es hier doch die vielen großartigen Photos, die im Mittelpunkt stehen. Kauft man das Buch, hat man aufgrund der Optik schon ein kleines Stück der wunderbaren Insel zuhause im Bücherregal stehen. Und ein paar Rezepte zum Kochen dazu. Denn auch diese sind hier enthalten. Also gibt es schon mal viel Stoff für die Heimat.

Auf die Reise selbst kann man Informationen über mittels einer App mitnehmen. Das ist schon eine gute Idee. Es funktioniert so: Das Smartphone macht ein Bild der Seite, ruft dann automatisch weitere Informationen ab, wobei man dann auch Orte als Favoriten kennzeichnen kann, so dass man sich ein kleines Dossier zusammen stellt. Die Informationen können aus zusätzlichen Bildern, Videos, Routen bestehen, was auch Sinn macht. Leider muss man allerdings sagen, dass die Idee hier noch etwas besser als die Umsetzung ist. Das mit den zusätzlichen Bildern funktioniert. Videos wollen allerdings eine bestimmte Version eines Flashplayers, womit zumindest mein Samsung Galaxy Note 3 nicht weiter kommt. Mit Flash dürfte es auch bei Apple schwierig werden. Und auch einige weitere Aufrufe enden mit Fehlermeldungen. So muss man das Buch als solches ohne Vorbehalte loben, das mit der Anbindung an die virtuelle Welt, das ist leider noch in der Testphase.

Insgesamt allerdings sehe ich schon ein hohes Potential in der Idee. Denn ich werde nicht auf meine Bibliothek verzichten, will aber die Vorteile der digitalen Welt eben auch nutzen. Also warten wir mal ab, was in der Zukunft noch passiert. Denn schließlich kann man bei der App noch ohne Probleme nachbessern.


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Preis: EUR 23,66

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Naturprodukt, 14. Mai 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Nein, dieses Hemd ist nicht weiß. Es hat einen kleinen Stich ins Beige. Und eigentlich gefällt das mir sogar ganz gut. Schließlich ist das Hemd 100% aus Wolle. Und die ist ein Naturprodukt, also gerade nicht weiß. So kann ich zumindest hoffen, dass hier weniger Farben und damit Chemie zum Einsatz kommen als bei vergleichbaren Produkten.

Und nein, das kratzt bei mir nicht. Überhaupt nicht. Ich kann einer anderen Rezension auf diesem Portal also beruhigt widersprechen. Allerdings wasche ich auch vorsichtig, und habe einen guten Trockner. Auch hier gilt, dass man mit Naturprodukten halt sorgfältig umgehen muss, damit sie erhalten bleiben. Solche Teile können zu kratzen beginnen, wenn man sie nicht sorgfältig behandelt.

Der Nachteil: Skiunterwäsche - wie im begleitenden Text vorgeschlagen - ist das nun wirklich nicht. Es ist einfach zu dünn. So dünn, dass mir auffällt, dass ich meine Brust mal wieder nicht rasiert habe. Wirklich freuen würde ich mich daher, wenn genau dieses Stück jetzt noch mit höherer Stoffdichte erhältlich wäre. Und dann noch eine Kleinigkeit. Beim Auspacken gab es da am Ärmel so einen losen Faden. Auch wenn sich (bisher) jetzt nicht das ganze Hemd wieder in einzelne Fäden zerlegt, so lässt mich das doch an sorgfältiger Arbeit und Qualitätskontrolle etwas zweifeln.


Brazil
Brazil
von Olaf Heine
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 79,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die neue Welt, 5. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Brazil (Gebundene Ausgabe)
Brasilien ist ein Land, aber vielleicht noch mehr ein Traum. Ein Traum von Sonne, schönen Menschen, von Fußball und dem einfachen Leben ohne diesen Rucksack von mehreren tausend Jahren eurozentrischer Geschichte. Etwas Wildes hat unsere Idee von Brasilien, und etwas von einer Postkarte dazu. Aber schon die Pressemeldungen anlässlich von Fußballweltmeisterschaft und Olympia zeigen, dass Widersprüche dieses Land prägen. Arm und Reich, Hell und Dunkel, Organisation und Chaos, Polizeistaat und Hochburg des Verbrechens, all das ist Brasilien. Dass auch dort ganz normale Menschen leben, mit Jobs und Familien ganz wie bei uns, das musste ich erst durch eine persönliche Bekanntschaft lernen. Und doch, selbst diese stellte sich bei näherer Betrachtung als besonders heraus. Denn deren Lieblingshobby waren Motorradrennen. Vielleicht ist ja auch dieses kleine bisschen mehr Adrenalin im Blut das Geheimnis dieses Landes.

Nun also ein aufwendiger Bildband zum Thema. In Schwarzweiß. Das mit dem Postkartenkitsch ist damit schon automatisch vermieden. Statt den Stränden, der Natur, sind es so eher die Gebäude, die ins Auge springen. An Oscar Niemeyer muss man denken, wegen der ebenmäßigen Formen der Gebäude, deren konzeptioneller Klarheit, deren vermeintlicher Modernität, die für uns heute schon wieder altmodisch wirkt. Hier aber erleben die 60er Jahre eine Wiederauferstehung, und dank der fehlenden Farben wirkt der Sichtbeton neu, kein Farbanstrich ist verblichen. Ganz im Gegensatz zu Niemeyer selbst, dessen Portrait sich auch im Buch findet. Kurz vor seinem Tod muss dieses Portrait entstanden sein, und so wirkt das Bild auch vor allem melancholisch auf den Betrachter. Dass auf der gegenüberliegenden Seite das Bild einer jungen Frau zu sehen ist, das ist dann wohl wieder das Spiel mit den Gegensätzen. Die Bilder dieses Bandes wollen einfach nicht in eine einzelne Kategorie passen.

Portraits sind dann auch das zweite Standbein dieses Werkes. Olaf Heine, der Photograph dieses Buches, ist mit Mode, Werbung und Musikphotographie bekannt geworden. Schöne Frauen und schwere Jungs gibt es deshalb hier zu sehen. Und auch mal einen Männerakt. Nicht alle dieser Photographien wirken jetzt wirklich brasilianisch - wobei ich persönlich ja Gisele Bündchen auch nicht mit Brasilien verbunden hätte, wüsste ich es nicht besser. In den besten Bildern hier gehen Model und Hintergrund eine Verbindung ein. Kurven hat ein Gebäude, hat eine Frau, hat vielleicht auch ein Strand. Es ist schon witzig, was das Auge des Photographen hier so alles entdecken konnte. Und dann gibt es noch ein paar Einblicke in einen Alltag, der doch sehr anders ist als der in einer deutschen Großstadt. Ein zerstörter Zaun vor Barracken, ein Künstler im Atelier, Großaufnahmen von Alltagsgegenständen, die aus der Zeit zu fallen scheinen.

Nein, das Buch zeigt nicht den Traum, den wir alle von Brasilien haben. Aber einen anderen Traum, der uns hilft, unseren eigenen Bildern vom fremden Land neue hinzuzufügen. Er erweitert unseren Blick auf Brasilien, dieser Bildband.


JBS Herren Basic T-Shirt V-neck Dess. 138 Red Label, Weiß, S, 1382001-100
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3.0 von 5 Sternen Sportlich, 23. April 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Mit Mitte 40 bin ich selbst zu alt für so etwas. Feinripp, enganliegend, dazu ein Halsausschnitt, der einen dazu bringt, sich die Brusthaare zu rasieren. Also in jeder Hinsicht sexy, nur nicht bei mir. Wie ein Basic T-Shirt erscheint mir es also nicht. Zumindest sahen die anders aus, als ich noch jung war.

Aber unabhängig von den Stilfragen macht das Shirt keinen schlechten Eindruck. Es ist sehr dehnbar, viel weiter als klassischer Feinripp, und alles kommt nach dem Loslassen wieder in die Ausgangsstellung zurück. Das Shirt trägt sich auch sehr angenehm, so dass ich das mit der Altersgerechtigkeit schon fast ignorieren möchte. Nur der Stoff könnte etwas dicker sein.


Skil Bohrhammer 1734 AA (1J, SDS+, max. Bohr-Ø Beton 12 mm, 6m Kabel, nur 1,6kg)
Skil Bohrhammer 1734 AA (1J, SDS+, max. Bohr-Ø Beton 12 mm, 6m Kabel, nur 1,6kg)
Preis: EUR 78,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sparsam, 22. April 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Sechs Meter Kabel hört sich eigentlich recht lang an, wirkt aber deutlich kürzer, wenn die Decke schon knapp dreieinhalb Meter über der Steckdose ist. Also muss erst einmal ein Verlängerungskabel her. Und da wir gerade bei zusätzlichen Anschaffungen wären: Auch die Aufsätze - die eigentlichen Bohrer selbst - fehlen hier im Lieferumfang. Genau so wie eine haltbare und einigermaßen schmutzfeste Verpackung, für die Aufbewahrung im üblicherweise feuchten Altbaukeller in Berlin braucht man also auch noch eine Lösung. So liegt der Verdacht nahe, dass sich die Werbung "ressourcensparend" nicht nur auf den Energieverbrauch bezieht. Überhaupt wirkt die Werbung ein wenig komisch. Retten wir wirklich das Weltklima, in dem wir für die paar Momente, in denen ein solcher Bohrer in Betrieb ist, Strom sparen? Zumal dies ein Bohrer für den Heimbedarf sein soll? Hier läuft die Marketingabteilung irgendwie Amok.

Beim Bohren selbst kann man sich aber kaum beschweren. Der Bohrer kommt problemlos in alles, was die schon genannte Altbauwohnung so hergibt - Decken, Wände und Böden. Die Maschine ist nicht zu schwer und dank eines zweiten Griffes auch präzise handhabbar. Ignoriert man also die etwas schräge Werbung und beachtet man beim Preisvergleich die etwas magere Ausstattung, so hat man ein vernünftiges Gerät. Wenig sagen kann ich allerdings zu höheren Belastungen und langfristiger Haltbarkeit. Zwar wirkt das alles solide, die Bedienungsanleitung schließt aber eine Nutzung durch Profis aus. Hiermit mögen die Grenzen des Gerätes angesprochen sein.


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