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Rezensionen verfasst von
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin)
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India: A History
India: A History
von John Keay
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Lesen macht Freude, 21. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: India: A History (Gebundene Ausgabe)
Das mit der indischen Geschichte ist nicht ganz einfach. Nicht nur ist diese für den Leser ein schreckliches Durcheinander von diversen Kulturen und Reichen, auch die indischen Namen sind nicht immer ganz einfach zu merken - zumal diese gelegentlich auch noch mehrfach Verwendung finden. Und dann gibt es auch noch das Problem, dass man sich über vieles streiten kann, weil die Überlieferung bis in die frühe Neuzeit eben nicht gerade anwenderfreundlich ist, also man auf viele Punkte nur indirekt schließen kann. Und das macht dann die Geschichtsschreibung in Indien zu einem Minenfeld, denn dort soll aus der fernen Vergangenheit auch immer mal wieder die eine oder andere Tagespolitik begründet werden. Als Beispiel für diese Diskussionen müssen wohl auch der Prozess und die Einordnung der arischen Einwanderung gelten.

John Keay macht aus dieser Situation eine ganze Menge. Obwohl das Buch nicht gerade kurz ist, erzählt er nicht sklavisch alle Details nach sondern setzt Schwerpunkte, die ihm dann erlauben, die wesentlichen Gründe und Argumente für bestimmte Theorien nachvollziehbar machen. Ganz undogmatisch entscheidet er sich dann für eine wahrscheinliche Theorie als Grundlage seiner Darstellung, lässt aber offen, ob nicht spätere Funde oder bessere Argumente noch einmal zu einer anderen Wertung führen können. Im Kern folgt er dabei Leitlinien, die sich auch in anderen Büchern über indische Geschichte finden, er bewegt sich also auf sicheren akademischen Boden. Das einzelne seiner Stellungnahmen aber dennoch hier auf Amazon kritisiert werden, ist vieleicht verständlich, stellt aber aus meiner Sicht keine wirkliche Kritik am Buch selbst dar.

Eine Freude zu lesen ist dieses Buch aber aus einem anderen Grund: Es ist einfach sehr, sehr gut geschrieben. Ich habe einmal gelesen, dass man sich dann etwas gut merken kann, wenn man eine emotionale Verbindung zu etwas entwickelt. Und da ist es mit dem Lernen von Daten und Fakten aus der indischen Geschichte eben nicht ganz einfach. Ein Reich, ein Herrscher scheint jeweils seinen Vorgänger abgelöst zu haben, ohne dass sich in der Struktur der Herrschaft wirklich etwas verändert hat. Anders: Es fällt eben gerade nicht so einfach, aufgrund der überlieferten Faktenlage die Guten und die Bösen in dieser Geschichte zu identifizieren. Keay sucht sich aber aus den vorhandenen Informationen das heraus, was die handelnden Menschen in dieser Geschichte lebendig werden lässt, er baut auf einzelnen, überlieferten Anekdoten auf und macht daraus kleine Biographien. Und die bleiben dann im Gedächtnis. Dass daneben auch die strukturellen Veränderungen dargestellt werden (Beispiel: Entwicklung der Administration bis hin zum Reich der Mogul), macht das dann zu einer wirklich gelungenen Gesamtansicht.


007 - Das James Bond Archiv
007 - Das James Bond Archiv
von Paul Duncan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 150,00

5.0 von 5 Sternen The Making of Bond, 21. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Für die Serie der Bondfilme ist es schon eine Ehre. Die Bücher der aufwändigsten Reihe, die Verlag Taschen über das Thema Film herausgibt, waren bisher mit Stanley Kubrick, Ingmar Bergmann und Pedro Almodovcar herausragenden Regisseuren gewidmet, deren Rolle in der Geschichte des Films wohl unbestritten ist (wobei nur letzterer noch nicht das Privileg hat, tot zu sein). Jetzt also Bond. Wieder in dem riesigen Querformat, dass dem der Kinoleinwand entspricht.

Wie auch bei den anderen Bänden liegt die Stärke der Macher offensichtlich in der Archivarbeit. Es werden insbesondere schöne Filmstils mit Fotos von den Drehaufnahmen kombiniert. Sean Connery wirkt dabei immer cool, ob gerade in seiner Rolle oder nicht. Aber auch die Macher hinter den Filmen und deren Frauen bekommt man zu sehen – seien es die Produzenten, die Regisseure oder auch die umwerfenden Hauptdarstellerinnen. Wie bei Bond zu erwarten, spielen in den Aufnahmen die Sets, das besondere Produktiondesign mit großen Kulissen eine wichtige Rolle. Nach diesem Band wird einem klar, wie sehr der besondere Flair der Filme gerade an diesem Punkt hängt. Weiterhin wird jeder Film – außer der letzte – von ein paar Aufnahmen aus den Titelsequenzen eingeführt. Auch das ist eine gute Idee, denn auch ohne diese ist der Mythos Bond inzwischen nicht mehr denkbar.

Und die Texte zwischen den Bildern? Nun gibt es ja nicht gerade einen Mangel an Veröffentlichungen zu diesem Thema, so sollte man nicht zu viel Neues erwarten. Größtenteils arbeitet das Buch hier mit Interviews mit den Beteiligten zu den Filmen. Das gibt dem Buch schon eine besondere Authentizität, nicht alle Darsteller haben hier aber wirklich spannendes zu erzählen. Insgesamt kann man sagen, dass man eher etwas über das Thema Film und das entsprechende Handwerk als über die Geschichten um Bond selbst erfährt. Am Schluss folgt dann noch eine tabellarische Chronik zu den Filmen, die inzwischen über fünf Jahrzehnte herausgebracht werden.

Als kleiner Bonus enthält der Band übrigens auf einer der ersten Seiten auch einen Filmstreifen. Meiner ist allerdings einer recht dunklen Szene entnommen, die ich keinem Film zuweisen kann. Dennoch eine nette Idee, die den anderen Büchern von Taschen in der Serie entspricht.


Playboy, The Playmates of the Decade
Playboy, The Playmates of the Decade
von Playboy
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über den Wert des erotischen Augenblicks, 21. März 2013
Da war doch was mit Herrn Brüderle, oder?

Verfolgt man die aktuellen Diskussionen um das Thema Frau in der Gesellschaft, so hat es da in den letzten Jahren einen Wandel gegeben. Da wird es zum Skandal, wenn ein älterer Herr spät abends in einer Bar bei einem Treffen mit einer deutlich jüngeren Frau deren Oberweite anspricht. Leider haben und werden wir nicht erfahren, wie das Gespräch wirklich gelaufen ist. Denn beide Teilnehmer haben jeweils ein eigenes Interesse an der Darstellung der Ereignisse, sei es die Aufrechterhaltung einer politischen Karriere oder sei es die Ausübung einer journalistischen. Tatsache bleibt jedoch wohl, dass man sich mit dem Thema Sex selbst in seiner Freizeit inzwischen in die Nesseln setzen kann.

Dabei steht der eigentliche Skandal doch schon seit langen bei Houellebecq: Das mit dem Sex, das ist einfach nicht fair. Ist man nicht jung, schlank, sportlich und attraktiv, so spielt man bei dem wunderbaren Spiel zwischen den zwei Geschlechtern einfach nicht mehr mit. Das mit der Sexualität folgt den Gesetzen des Marktes. So liegt es nahe, Herrn Brüderle vorzuwerfen, dass er das mit den Regeln des Marktes ausgerechnet als Mitglied der FDP nicht verstanden hat, als ausgerechnet er als deutlich älterer und nicht mit einer muskulösen Figur und vollen Haaren ausgestatteter Mann wirklich wagte, eine junge, durchaus attraktive Journalistin anzuflirten. Oder liegt der Skandal sogar eher noch in der Tatsache, dass solche jungen, hübschen Journalistinnen ältere Politiker hinsichtlich der Chancen beim Flirten diskriminieren – also den unbarmherzigen Gesetzen des Marktes folgen, vielleicht sogar ohne diese durchschaut zu haben? Schon gemein, oder?

Da sieht man doch am Ende nur eines: Wenn man bei der ganzen Geschichte mit dem Sex, der Erotik, dem Flirt, der Beziehung usw. ein Haar in der Suppe finden will, so gelingt dies. Und deshalb ist dann wohl doch die einzige Herangehensweise an das Thema, Erotik und Sex als ein Geschenk zu empfinden. Also nichts, worauf man in irgendeiner Beziehung einen Anspruch hätte. Sex kann gut oder schlecht sein, eine Anmache kann charmant sein oder plump, der Anblick eines Mann oder einer Frau können einen träumen lassen oder auch nicht. Wenn so ein Moment entsteht, warum auch immer, dann ist er wertvoll, mag auch als ein solcher erinnert oder vielleicht auch sogar dokumentiert werden können. Und wenn ein solcher Augenblick misslingt, weil das mit der Erotik nicht gelingen will, ist es schade, vielleicht auch mal lächerlich, aber nicht schlimm. Ein Leben aber, das nicht wenigsten ein paar von solchen gelungenen Augenblicken kennen gelernt hat, ist einfach nur traurig. Daher lohnt es sich, im Leben auch mal ein Risiko einzugehen.

Glücklicherweise sind nun in diesem Buch ein paar solcher schöner Augenblicke in Form von Fotos festgehalten, die das Leben durchaus bereichern können. Jedenfalls für einen Moment. Aber das ist doch schon eine ganze Menge, oder?


The Porsche 911 Book
The Porsche 911 Book
von René Staud
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 98,00

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Cayenne unter den Büchern, 20. März 2013
Rezension bezieht sich auf: The Porsche 911 Book (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch über Porsche hat der Verlag bereits herausgebracht - jetzt gibt es hier noch mal ein eigenes Buch um den eigentlichen Kern der Marke, den 911er. Dieser wird, lässt man Prototypen und nicht verkaufte Kleinserien außen vor, seit inzwischen 50 Jahren gebaut. Wobei sich natürlich schon die Frage stellt, ob ein 911er von heute und der von damals außer der bekannten Marke noch viel miteinander zu tun haben. Gerade der Abschied von der Luftkühlung 1997 und die kürzlich erfolgte Übernahme von Porsche durch Volkswagen haben durchaus zu Diskussionen geführt, ob das wirklich noch dasselbe Auto ist.

Das Buch tut aber viel dafür, Kontinuität herzustellen. Dies geschieht vor allem über die Photos, die zeigen, wie die Idee des spezifischen Sportwagendesigns über die Jahre fortgeführt wurde. Der Witz an diesem Design ist es, Sport und Alltag eben doch so clever zu kombinieren, dass sich genug Käufer finden. Gerade in den Zeiten, in denen Porsche wirtschaftlich eigenständig, aber eher klein war, hat dieses Konzept die Marke erhalten. Und so kam es dann zu vielen Neuauflagen, in denen immer wieder neue Technologien, aber vor allem auch neue Kundenanforderungen im Design berücksichtigt wurden.

Das Buch stellt alle Baureihen dar - jeweils mit den entsprechenden Sonderserien. Es werden jeweils die Daten für Produktionsjahr, Hubraum, Motorenstärke, Getriebe, Gewicht, Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit und die Zahl der produzierten Exemplare aufgeführt. Die Photos sind praktisch immer im Studio entstanden, Aufnahmen aus dem Innneren oder dem Motorraum sind die Ausnahme. Zusätzlich zu Photos des gesamten Wagens sind öfters Einzelheiten des Designs in den Vordergrund gestellt, wie zum Beispiel die verschiedenen Varianten der Heckflügel. Dazu gibt es dann noch eine kurze Beschreibung der Neuheiten der jeweiligen Baureihen, ein Vorwort zur Bedeutung des 911er, und einen kleinen Anhang über den Photographen, der den Hauptteil des Bandes geliefert hat. Immer mal wieder kommt dabei zur Sprache, dass ein Wagen wie der 911er letztendlich doch ein Objekt für das Kind im Mann ist - irgendwie unvernünftig, dennoch unverzichtbar.

Als Buch passt das ganze zur Marke. Zwar kein Schutzumschlag, dafür ein riesiges Hardcover in edlem Silber mit schwarzer Schrift. Zwar kann das Buch keinen 911er ersetzen - als Ergänzung ist es aber klasse.


The Master
The Master
DVD ~ Joaquin Phoenix
Preis: EUR 7,99

39 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Millieufilm, 20. März 2013
Rezension bezieht sich auf: The Master (DVD)
Schöne Bilder, wirklich grandiose Darsteller und ein präzise gezeichnetes Bild einer bestimmten Gesellschaft aus den späten 40er und frühen 50er Jahren des 20. Jahrhunderts - das ist doch schon eine ganze Menge für einen Film, oder? Da kann man es auch verschmerzen, wenn es bei der Geschichte mal hakt, wenn ihr die eindeutige Botschaft fehlt oder auch das schlüssige Ende.

Ein Kriegsheimkehrer bekommt das Leben nicht mehr auf die Reihe, wobei er nur einer von vielen ist, vielleicht einer in einer ganzen Generation. Alkohol und Schlimmerem ist er verfallen, und er schafft es nicht, in seinem Leben dauerhafte Beziehungen aufzubauen. In Jobs kann er sich nicht halten. Doch dann - durch einen Zufall - begegnet dieser entwurzelte Mann einer Art von Ersatzvater, der zumindest das mit dem Alkohol mit ihm teilt. Aber da ist noch mehr, beide entwickeln eine besondere Art von Abhängigkeit voneinander. Eine, die viele andere Dinge im Leben überstrahlt. Beide könnten aneinander wachsen, sich heilen, aber irgendwie will das nicht in diese Welt passen, in der es um so viele andere Dinge geht als um Freundschaft.

Man kann den Film auch anders sehen. In eine Art von Sekte gerät der beschädigte Kriegsheimkehrer. Diese tut zwar ganz wissenschaftlich. Doch eigentlich steht in ihrem Zentrum nur ein charismatischer Patriarch, dem es gelingt, genau die Punkte bei seinen Zuhörern anzusprechen, wo diese schwach sind, wo sie nach Kontakt, menschlicher Wärme und Verständnis suchen. Schnell entsteht eine merkwürdige Ersatzfamilie um ihn herum. Wobei diese von außen durchaus bedroht ist, von Zweiflern, von finanziellen Nöten, von Ausgrenzung aus den oberen Gesellschaftsschichten, deren Mitglied man doch eigentlich sein will. Und so entwickeln die Mitglieder dieser Gemeinschaft langsam einen Verfolgungswahn, der bestehende Konflikte, bestehende Neurosen und Ängste wieder hervorbrechen lässt. So sehr, dass das mit der Familie auf der Strecke bleibt. Am Ende steht dann ein totalitäres Wirtschaftsunternehmen, dass sich als Religion tarnt.

Nein, der Film erzählt nicht die Geschichte von Ron Hubbard und Scientology. Aber er erklärt dennoch deren Ursprünge aus einer kleinen Gruppe, die sich aus einer bestimmten, historischen Situation heraus bildet und sich dann nicht zuletzt aufgrund interner Machtkämpfe radikalisiert. Klein und schwach wird die Sekte hier zu Beginn gezeigt, dann in einer späteren Zeit stark und diszipliniert aber mit zerstörten Menschen. Dass unser Kriegsheimkehrer in dieses Bild dann nicht mehr so recht passen will, mag das merkwürdige Ende des Films erklären. Der Film regt jedenfalls schon zum Nachdenken darüber an, welche Geschichte hier warum erzählt wird. Und ich habe so den leisen Verdacht, dass das Scientology und anderen Sekten nicht wirklich gefallen kann.

Aber vielleicht kann man den Film ja noch ganz anders sehen, als Film mit einem skurrilen Humor, mit witzigen Schauspielern und schrägen Figuren, die in einem formal perfekt gemachten Film agieren und dabei viel Spaß haben. Dabei hört man dann noch wunderbare Musik, erlebt großartiges Ausstattungskino und hat durchaus etwas zu lachen.

Ein Film für viele Zielgruppen.


Queen Mary 2: Rezepte aus der Speisekarte des Luxusliners
Queen Mary 2: Rezepte aus der Speisekarte des Luxusliners
von Jean-Marie Zimmermann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

4.0 von 5 Sternen Kochbuch oder Speisekarte?, 20. März 2013
Das ist ein schöner Bildband zu einem günstigen Preis. Wobei genau das im Mittelpunkt steht, was für viele Teilnehmer einer Kreuzfahrt ohnehin der Schwerpunkt ist, nämlich das Essen an Bord. Mag die Queen Mary auch noch viele weitere Möglichkeiten zur Unterhaltung bieten, beim Essen treffen sich alle Gäste jeden Tag, und so sind die diversen Restaurants des Schiffes schon ein Höhepunkt. Und das Buch ist natürlich auch als Werbung für eine solche Reise zu sehen.

Die Abschnitte des Buches, die sich nicht mit dem Thema Essen befassen, bleiben so natürlich kurz. Eine Einführung in das Thema, dann folgt eine Übersicht über die Geschichte der Rederei Cunard. Schon spannender ist dann ein besonderer Blick auf diese Geschichte in Form einer historischen Speisekarte von 1960. Um was für einen Kuchen es sich bei "Devil's Food" handelt, muss ich noch mal googlen. Nach einer allgemeinen Beschreibung der Gastronomie an Bord folgt dann der vielleicht spannendste Teil des Buches: Das Interview mit Jean-Marie Zimmermann, dem Mastermind hinter dem kulinarischen Konzept der Queen Mary 2. Hier wird nicht nur erzählt, wie das mit dem Essen an Bord gedacht ist, sondern auch mit welcher Karriere man sich für so einen Job qualifiziert.

Dann folgen einige sehr schöne Photos, dann - über fast zwei Drittel des Buches - Rezepte, geordnet nach den verschiedenen Restaurants an Bord. Nun bieten diese einen guten Blick auf die Kücke, die man an Bord erwarten kann. Zum Nachkochen braucht man aber viel Erfahrung, und einige Rezepte werden auch ohne die entsprechende Logistik einer Profiküche wie an Bord nicht in derselben Qualität gelingen. Insofern ist dies eben doch nicht wirklich ein Kochbuch. Aber dafür gibt es dann zu den Rezepten wunderbare Photos der Gerichte, die man auch als Inspration für eigenes Anrichten verwenden kann.

Und ja, das alles macht Lust auf eine Reise.


Nemo: Heart of Ice
Nemo: Heart of Ice
von Alan Moore
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Poe und Lovecraft und noch vieles mehr, 20. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Nemo: Heart of Ice (Gebundene Ausgabe)
Kaum ist der wieder mal etwas schwierige Abschlussband zu "Century" erschienen, schieben die Autoren der "League of Extraordinary Gentlemen" noch einen Band nach. Und dieser ist direkt erzählt, stellt einige, wenige, literarische Vorlagen in den Mittelpunkt und erzählt ein Abenteuer einfach gerade heraus. Das allein schon liest sich dann schnell, gut und spannend, und die Story macht selbst dann Sinn, wenn man die Vorlagen noch nicht gelesen hat. Das für die League auch so prägende Thema Sex bleibt diesmal außen vor.

Insgsamt erscheint es mir so, dass die einzelnen Bände aus der Welt der League inzwischen in zwei Kategorien zerfallen. Mit dem "Black Dossier" ist die Welt in der Nachkriegszeit eingetroffen, also faktisch in der Gegenwart, jedenfalls in der Lebenszeit von Allan Moore, dem Schöpfer dieser Welt. Die Bände wirken auf viele Leser zu abgefahren. Ich vermute einfach mal folgenden Hintergrund: Die Welt der "League" baut auf der Populärkultur der jeweiligen Zeit auf, in der ein Band spielt. Nun mag Moore offenbar die Mythen des 19. Jahrhunderts, auch die Pulp Fiction der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, von den entsprechenden Werken unserer Zeit scheint er aber weit weniger begeistert zu sein. Anders ausgedrückt, bis zum Auftreten von Hynkel zitiert er mit Liebe, danach dekonstruiert er. Was nicht jeden Leser so recht begeistern will.

"Nemo: Heart of Ice" spielt in den 20er Jahren. Es geht um eine Entdeckungsreise zum Südpol, oder besser ausgedrückt: Es geht um "At the Mountains of Madness" von Lovecraft und "Der Bericht des Arthur Gordon Pym" von Poe. Dann tauchen auch noch Figuren aus Filmen auf, so "She" und "Citizen Kane". Protagonistin ist die Seeräuber-Jenny (alias Janni) aus der "Dreigroschenoper" von Brecht, die wir in Century 1910 schon kennen gelernt haben. Weitere Nebenfiguren haben natürlich auch wieder ihren Hintergrund, bleiben aber eher etwas blass. Wichtig für die Welt der League ist hier, dass die Familiengeschichte der Nemos weiter erzählt wird, diese mögen in der Zukunft noch eine Rolle spielen. Die hier beschriebene Reise mag auch einige Leser etwas unmotoviert wirken, angesichts der Zeit, in der sie spielt, macht sie auf mich aber Sinn - noch war das Zeitalter der Entdeckungen nicht ganz abgeschlossen.

Das ganze erscheint diesmal wieder in Form eines Hardcovers, mit leicht größerem Format als "Century". Für mich passt das weit besser zu den schönen Zeichnungen von Kevin O'Neill. Die Kurzgeschichte am Ende liest sich diesmal eher leicht und witzig. Für Fans braucht man da nicht mal eine Empfehlung abzugeben, oder?
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 20, 2013 1:50 PM CET


Limit 01
Limit 01
von Keiko Suenobu
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Highschool Horror auf Japanisch, 20. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Limit 01 (Taschenbuch)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Die Story erinnert nicht so sehr an die Fernsehserie Lost wie vom Verlag beschrieben, sondern sie entspricht eher dem Setting vom "Herr der Fliegen". Eine Gruppe von Schülern verunglückt in einer für Erwachsene unzugänglichen Wildnis, hier nach einem Busunfall, auf dem ein Großteil der Schüler und der Fahrer stirbt. In der Wildnis zeigt sich dann, dass die so harmlosen Jugendlichen die gleichen Neurosen mit sich tragen wie alle Erwachsenen auch, sie belügen sich, sie sorgen für soziale Differenzierung, sie greifen zu Gewalt. Hier wirkt das alles noch etwas irritierender, weil die Protagonisten ausschließlich doch sehr süß gezeichnete Mädchen in japanischen Schuluniformen sind. Auch in Schwarzweiß kommen große Augen und wehende Haare gut zur Geltung, selbst wenn das Buch selbst hier nur ein kleinformatiges Softcover ist.

An Lost erinnern dann aber einige Rückblicke in die Zeit vor dem Unfall. Man merkt, dass der wirkliche Horror im Leben der Teenager keinen Unfall braucht - bereits in der Schule waren kleine und große Grausamkeiten zwischen den Schülerinnen offenbar die Regel. Das ist eigentlich intelligent erzählt, leidet aber etwas darunter, dass die Dialoge sehr wortgetreu aus dem Japanischen übersetzt zu sein scheinen und deshalb in Deutsch recht hölzern wirken. Auch erscheint mir das Erzähltempo recht langsam zu sein, für die doch recht vielen Seiten wird letztendlich eine sehr übersichtliche Handlung erzählt. Der Band alleine enthält auch noch keinen Abschluss der Handlung, man ist also auf den Erwerb der Folgebände angewiesen. Diese mögen dann auch ein paar mehr Mystery-Elemente enthalten, diese werden allerdings durch Tarotkarten nur sehr vorsichtig angedeutet.

Und das reichte bei mir dann nicht - der Auftakt einer Serie muss mehr leisten, um mich wirklich zu fesseln. Möglicherweise sind mir aber auch japanische Schulmädchen doch zu fremd, um hier wirklich Zielgruppe zu sein.


Hausboote: Leben auf dem Wasser - Typen  Technik  Konstruktionen
Hausboote: Leben auf dem Wasser - Typen Technik Konstruktionen
von Udo A. Hafner
  Broschiert
Preis: EUR 29,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unromantisch praktisch, 9. März 2013
Dieses Buch ist für die Leser geeignet, die vor allem eine praktische Lösung für das Wohnen auf dem Wasser suchen, und dabei möglichst wenig Einschränkungen gegenüber traditionellen Häusern und Wohnungen akzeptieren wollen. Und so sind die hier vorgestellten Hausboote am besten fest am Ufer vertäut, haben deshalb Gas- und Wasseranschluss und liegen mitten in der City - wenn der Liegeplatz es zulässt. Von der traditionellen Wasserromantik finden wir hier kaum eine Spur. Hier geht es um gehobenes Wohnen, und das dann natürlich auch zu gehobenen Preisen. Und die Bilder von den schönen Objekten auf dem Wasser könnten auch in einem schönen Buch über Inneneinrichtungen zu sehen sein. Hat man das Buch durchgelesen, so fragt man sich schon, ob der Trend zu Hausbooten nicht vor allem durch die derzeit absurd hohen Preise auf dem klassischen Immobilienmarkt getrieben wird. Hausboote als Ausdruck der eigenen Individualität - das ist wohl eher Vergangenheit, in diesem Buch und wohl auch in der Wirklichkeit.

Für die genannte Zielgruppe bietet das Buch aber dann wirklich eine gute Einführung in das Thema. Neben schönen Photos liest man hier viel zu organisatorischen und rechtlichen Fragen und zur Technik der Hausboote - wobei diese auf die Lebensqualität einen eher noch höheren Einfluss hat als an Land. Auch energiesparende Konzepte wie Wärmepumpen werden hier erwähnt. Der Höhepunkt des Buches sind dann aber die Beschreibungen von insgesamt sechzehn mehr oder weniger standardisierter Hausboote, immer mit schönen Photos und immer mit einem Grundriss. Nicht bei allen Konzepten scheint mir dabei Funktion über Form gesiegt zu haben, aber das ist sicher Geschmackssache.

Kontaktadressen der Hersteller finden sich dann auch in einem Anhang, so dass man für weitere Informationen auch Ansprechpartner findet. Nach meiner Erfahrung bieten zumindest einige der Verkäufer von Hausbooten auch Hilfe bei der Suche nach Liegeplätzen und ähnlichem an, so dass auf Basis dieses Buches zumindest einen Einstiegspunkt hat, wenn man das eigene Leben auf dem Wasser realisieren will.


WIBERG erdnuss.öl intensiv.nussig, 1er Pack (1 x 250 ml)
WIBERG erdnuss.öl intensiv.nussig, 1er Pack (1 x 250 ml)
Preis: EUR 9,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu schade für die Pfanne, 9. März 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Eigentlich kenne ich Erdnussöl als völlig geschmacksneutrales Speiseöl für die Pfanne, wo es insbesondere in bei asiatischen Gerichten sehr gute Dienste tut. Grund ist die hohe Erhitzbarkeit, der Rauchpunkt liegt sehr hoch und es schmeckt praktisch nie angebrannt. Für Salate ist das Öl aber einfach zu neutral, andere Öle tragen zum Aroma eines guten Salates bei.

Nicht so bei diesem Öl. Es hat ein deutlich wahrnehmbares, nussiges Aroma, möglicherweise aufgrund einer Kaltpressung. Für Salate also optimal, wobei die Viskosität allerdings etwas geringer ist als bei anderen Ölen für diesen Zweck.

Dazu gibt es dann noch eine schöne Flasche. Deren Öffnung ist allerdings für die typische Ölmenge ein wenig klein geraten. Ich liebe halt eher schnelles Kochen mit großzügigem Portionieren.


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