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Jushe

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Collies, Sheltie & Co.
Collies, Sheltie & Co.
von Gabriela Henrich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Collies, Sheltie & Co.' Alles, was Sie schon immer über Collies wissen wollten!, 13. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Collies, Sheltie & Co. (Gebundene Ausgabe)
Schon seit der ersten Staffel der Fernsehserie Lassie Ende der 1950er Jahre gehören die Collies hierzulande zu den beliebtesten Hunderassen. Viel ist seither über diese Rasse geschrieben worden: Eine Anfrage bei Amazon ergibt allein 328 Treffer. Es gehört also schon ein wenig Mut dazu, den vorhandenen Titeln noch einen weiteren hinzuzufügen. Collie-Expertin Gabriela Henrichs hat es erfolgreich gewagt.
Das Neue daran: Mit "Collie, Shelties und Co". hat die Autorin so etwas wie ein Collie-Kompendium vorgelegt, in dem (fast) alle collieartigen Hunde beschrieben und sowohl auf Gemeinsamkeiten als auch auf Unterschiede hin betrachtet werden: Lang- und Kurzhaarcollies gehören dazu, ebenso Border- und Bearded Collies, und last but not least die Shetland Sheepdogs, kurz Shelties genannt. Ausführlich setzt sich Gabriela Henrichs mit dem Wesen und Bedürfnissen der verschiedenen collieartigen Hunderassen auseinander und benennt die An- und Herausforderungen, die die Anschaffung eines Collieartigen für seine potenziellen Halter bedeutet. Während etwa der Langhaar Collie ab und an auch mal mit etwas weniger Beschäftigung auskommt, braucht der Border Collie regelmäßig, das heißt täglich, viel Bewegung, vor allem aber eine Aufgabe für den Kopf.
Überhaupt: Trotz der vorhandenen Unterschiede haben wir es doch bei allen Collieartigen mit Hütehunden zu tun, die nicht einfach so zu Dekorationszwecken nebenher laufen, sondern etwas tun wollen. Hütehunde brauchen sowohl die körperliche Auslastung als auch eine Aktivität, die ihre Intelligenz herausfordert. Dankenswerter Weise schaut sich die Autorin etliche Beschäftigungsmöglichkeiten an und bewertet sie nach ihrer Collietauglichkeit. Für Hütehunde ist die Arbeit im Team Hund-Mensch genauso wichtig wie die Möglichkeit, selbstständig bestimmte Ausgaben zu lösen. Denn das mussten die Collies einst auf den Farmen auch, wo sie etwa ganz auf sich allein gestellt das Vieh auf den Berghängen zusammenzutreiben und zurück ins Tal zu bringen hatten. Für Border Collies ist die Arbeit am Vieh heute immer noch die artgerechteste Beschäftigung.
In "Collies, Shelties und Co" erfahren wir viel über die Geschichte, das Wesen und die Bedürfnisse von collieartigen Hunden. Darüber hinaus stellt die Autorin ausführlich die verschiedenen Farbschläge der Collierassen vor. Und sie schildert aus eigener Erfahrung, was es beispielsweise an Pflegeaufwand bedeutet, einen zotteligen und badefreudigen Bearded Collie im Haus zu haben.
Wenn Sie das Buch von Gabriela Henrichs gelesen haben, sollten sie also wissen, ob ein Collie etwas für Sie ist, was Sie erwartet, wenn Sie sich einen Hund der Collierassen zulegen, welcher der Collieartigen am besten zu ihnen passt und ob Sie eher auf einen Welpen oder auf einen schon größeren Hund aus dem Tierschutz setzen sollten.
Gabriela Henrichs hat es geschafft, auf 184 Seiten ein Collie-Wissen-Kompakt zusammenzutragen und dabei nichts Wichtiges ausgelassen. Selbst das Thema Krankheiten, das in der Regel in Hunderasse-Büchern fehlt, behandelt die Autorin recht ausführlich. Sie beschreibt jene gesundheitlichen Schwächen, für die collieartige Hunde besonders anfällig sind. Abschrecken will sie damit nicht: Solche "schwarze Listen" gibt es für ausnahmslos alle Rassehunde, leider werden sie häufig von Züchtern aber auch von Buchautoren verschwiegen.
Das im "animal learn Verlag" erschienene Buch, "Collie, Shelties, und Co", ist also durchweg zu empfehlen. Dabei eignet es sich nicht nur für jene, die sich mit dem Gedanken an die Anschaffung eines Collies tragen. Auch Collie-Fans, die bereits mit einem oder mehreren Collies zusammenleben, bietet dieses Buch viel Neues und Wissenswertes. Und schließlich lohnt sich die Anschaffung schon allein wegen der üppigen und schönen Bebilderung.
Der einzige kleine Wermutstropen vielleicht: Um den Überblick abzurunden, hätte die Autorin auch die Australian Shepherds erwähnen können, die meiner Meinung nach ebenfalls zu den collieartigen Hunden zählen. Aber das ist durchaus umstritten und kann daher nicht gegen das Buch verwendet werden.


Live Dates
Live Dates
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dachbodenfund des Jahres 2011: Live Dates von Wishbone Ash, 13. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Live Dates (Audio CD)
So manch alte Vinyl-Scheibe staubt noch irgendwo vor sich hin, während die musikalischen Vorlieben ihres Besitzers inzwischen längst über sie hinweggegangen sind. Manchmal gibt es aber auch geniale Wiederentdeckungen. Und wenn die Scheibe auf dem Plattenspieler nun schon all zu sehr knackt und knistert, wird sie eben als CD nachbestellt.
Meine Wiederentdeckung (und CD-Nachbestellung) des Jahres 2011 war das Album Live Dates der englischen Rockband Wishbone Ash. 1969 von Martin Turner und seinem Bruder Glen gegründet, hatte die Band schon einige recht erfolgreiche Studio-LPs auf den Markt gebracht, als sie 1973 mit einem - zu dieser Zeit für viele Gruppen obligatorischen - Live-Album an den Start ging. Glen Turner war inzwischen schon nicht mehr dabei, gekommen waren Andy Powell und Ted Turner an den Lead-Gitarren, letzterer übrigens nicht verwandt mit Bassist Martin. Eigentlich hatte die Band einen Keyborder gesucht, sich dann aber nicht zwischen den Gitarren-Männern Ted und Andy entscheiden können, was sich schon bald als Glück erwies: Denn insbesondere das Zusammenspiel der beiden Lead-Gitarristen als Frontmen-Truppe hat den Sound von Wishbone Ash so unverwechselbar gemacht. Dabei ließ die Band gerade während ihrer Live-Auftritte so richtig die musikalische Sau raus, und daher gehört Live Dates zum Besten, was Wishbone Ash im Laufe der Jahre produziert hat. Ein Muss für alle, die zu den Freunden des sogenannten Art-Rocks der 1970er Jahre gehören.
Mit The King Will Come und Warrior bringt die Band gleich zum Einstieg zwei ihrer erfolgreichsten Stücke zu Gehör. Die tragende Stimme Martin Turners erinnert dabei in ihrer balladenhaft-erzählerischen Intonation an die des Yes-Sängers Jon Anderson. Turner transportiert in seinem Gesang Botschaften, die mitunter einen unüberhörbar christlichem Background haben, Zitat: "In the fire, the king will come / Thunder rolls, piper and drum,/ Evil sons, overrun, / Count their sins judgement comes."
Den unverwechselbaren Wishbone Ash-Sound haben aber vor allem die gemeinsamen, mehrstimmigen Gitarrenimprovisationen von Andy Powell und Ted Turner geprägt. Auf diesem Live-Album zeigen die beiden Frontmen, was sie drauf haben. Sich gegenseitig inspirierend, puschen sie sich zu Höchstleistungen auf, mal im langsamen balladesken Duett, mal in schnellen Kollektivimprovisationen oder auch in langen sich abwechselnden Solo-Chorussen, wie etwa im letzten Stück des Albums, Phoenix. Wishbone Ash begeistert durch anspruchsvollen Sound, perfekte Kommunikation der beiden Gitarristen, melodiösen Gesang mit interessanten Texten und manchmal fast swingenden Schlagzeugbeiträgen. Und nicht zu vergessen: Statt einem kreischenden Geräusch-Brei wie bei so manch anderer Hardrock-Band bietet Wishbone Ash einen sauber ausgesteuerten Gruppenklang.
Dabei stellt das Album Live Dates vielleicht den Höhepunkt der kreativsten Schaffensphase der Band da. Die zwischen 1969 und 1973 produzierte Musik hat nicht nur Rockfans begeistert, sondern auch Freunde unter den Anhängern des seinerzeit populären Jazzrocks gefunden. Einige Elemente dieser Musik könnte man heute als gelungenes Crossover mit Zutaten aus Folk, Rock und Jazz-Rock bezeichnen, dieser Begriff war aber in den Siebzigern noch nicht sehr verbreitet.
Wishbone Ash gehörte zu den Gruppen, die mit ihrem Art-Rock der populären Musik zu mehr Anerkennung als ernstzunehmende Kunst verhelfen wollten. Nach dem Erscheinen von Live Dates verließ Ted Turner die Gruppe. Danach wurde der Sound teilweise etwas ungeschliffener. Dennoch hat die Band bis dato immer wieder hörenswerte Comebacks hingelegt.
Wenn ich alte Aufnahmen aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts höre, bin ich übrigens immer wieder erstaunt, was für eine kreative Zeit das damals war. Vieles ist bis heute absolutes Vorbild, und manches bleibt bis heute unerreicht.


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