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Jayanti "Naturwissenschaften sind-mehr als-fantastisch" (Château St. Germain, 1663 Gruyères, Schweiz)

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Das ist Christentum. Ïnformationen aus zweitausend Jahren Geschichte".
Das ist Christentum. Ïnformationen aus zweitausend Jahren Geschichte".
von Rainer Schepper
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt, ein grandioses Buch, 30. Oktober 2015
Eine 'kalendarisch erfasste Kirchengeschichte unter dem Gesichtspunkt ekklesiogener Kriminalität' nennt Rainer Schepper sein Buch 'Das ist Christentum'. Unter jedem Datum führt er mehrere konkrete Schicksale auf: die der Menschen, die zu Opfern der Kirche wurden, die der Täter - aber auch die derjenigen, die gegen das Unrecht ankämpften. Eine Auswahl finden Sie im Kasten unten.

Ein notwendiges Buch. Man kann es dem Autor nicht verdenken, dass er angesichts all des Unrechts, das er hier exemplarisch zusammenträgt, das Christentum als solches zum Urheber macht. Denn dies war sicherlich auch in vielen Fällen die Perspektive der Opfer, die ihren grausamen Untergang Christus anlasteten und nicht den Institutionen, die seine Lehre in ihr Gegenteil verkehrten.

'Die verbrecherischen Systeme Nationalsozialismus und Stalinismus sind überwunden', schreibt Schepper, 'Kirche und Papst dagegen, die sich jahrhundertelang in ungeheuerlicher Weise an der von ihnen befohlenen Vernichtung schuldloser Menschen bereichert und davon nie etwas zurückerstattet, nie etwas wiedergutgemacht haben, werfen sich noch immer ungeachtet ihrer erschütternden Kriminalgeschichte zur moralischen Instanz auf.'

Der Autor beschreibt seinen Weg, auf dem er dazu kam, dieses 'Kalendarium des Martyriums'', diese 'grausige Kehrseite des Heiligenkalenders der katholischen Kirche' zusammenzustellen. Das Leid in der Tierwelt, das kein Pfarrer erklären konnte (und wohl auch kaum einer beenden wollte), war ein Impuls zum Nachdenken. Ein anderer waren die Erzählungen seiner Mutter, die auf einem Münsteraner Gymnasium von einem Lehrer unterrichtet wurde, der den Beinamen 'Höllen-Bautz' trug. Seine Mutter wurde mitsamt ihren Mitschülerinnen 'jahrelang mit seinen Höllendrohungen in den schauerlichsten Ausmalungen der ihnen für den Fall des Sündigens bevorstehenden Höllenstrafen eingeschüchtert und verängstigt mit dem Ergebnis, dass sie noch als 94jährige Frau kurz vor ihrem Tod in der festen Überzeugung und unsäglichen Angst lebte, sie komme in die Hölle'. Diese Höllenangst hatte auch der Autor später zu durchleiden - bis er begann, sich davon zu befreien.

Schepper hat auf seine Weise den Opfern der Kirche ein Denkmal gesetzt. Es ist bittere Wahrheit, wenn er über die von ihm stellvertretend ermittelten Namen schreibt: 'Diese Gedenktafel stelle ich neben die Gedenkstätten Yad Vashem in Jerusalem, neben das immer noch umstrittene Holocaust-Denkmal in Berlin, neben das Dokument 'Der Archipel Gulag' von Alexander Solschenizyn.'

Opfer der Kirche

(Auszug)

7. Februar 1942: Franziskaner-Frater Miroslav Filipovic, Kaplan vom Kloster Petricevac bei Banja Luka, bricht mit einer Kompanie des Battaillons von Pavelic auf, um die in drei Höfen wohnenden Serben zu ermorden. Das erste Opfer, und zwar das Kind von Duro Glamocanin, wurde von diesem Priester mit einem Messer umgebracht, wobei er ausrief: 'Ustaschen, dieses geschieht im Namen Gottes ...' Schon um 4 Uhr morgens hatte Pater Filipovic mit einem Ustascha-Kommando das Bergwerk Rakovac besetzt und 37 griechisch-orthodoxe Arbeiter mit der Spitzhacke getötet.

8. Februar 1652: Der Pfarrer von Wächtersbach läßt die verwaiste Tochter des Schilling in Wittgenborn vorführen, weil sie eine Zauberin sei. Das Kind ist 11 bis 12 Jahre alt. Begründung des Pfarrers: Das Kind könne nicht beten. ...

9. Februar 1594: Im Spessart und Bachgau beginnt eine Hexenverfolgung, die bis zum 25. Februar 1614, also 20 Jahre, andauerte und in dieser Zeit 231 Todesopfer forderte. Als Prozessorte werden Aschaffenburg, Damm, Großostheim sowie Klein- und Großwallstadt genannt.

10. Februar 1629: Kurfürst Erzbischof von Köln fordert in einer Verhandlung, dass gegen das abscheuliche Laster der Zauberei ähnlich wie in benachbarten Landen nun auch in Köln endlich geeignete Maßnahmen ergriffen werden. - Vorbild für ihn ist u.a. Würzburg, wo ständig die Scheiterhaufen lodern. An diesem Tag wird dort der Kanoniker Dr. Michale Mair aus dem Stift Haug im 29. Hexenbrand hingerichtet.

17. Februar 1600: Giordano Bruno, Dominikaner, wird in Rom auf dem Campo dei Fiori beim Fest des Regierungsjubiläums des Papstes Clemens VIII. entblößt an einen Pfahl gebunden und öffentlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Er war 52 Jahre alt, von denen er acht in den Kerkern der Inquisition verbracht hatte.


Anna Göldi - Hinrichtung und Rehabilitierung
Anna Göldi - Hinrichtung und Rehabilitierung
von Walter Hauser
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich interessant, 30. Oktober 2015
Schweiz, 1782: Europa befindet sich im Zeitalter der Aufklärung. An Hexen und Unholde samt ihren Zaubereien glaubt lange schon keiner mehr – anscheinend. Der letzte Hexenprozess liegt 80 Jahre zurück. Doch dann wird im Schweizer Kanton Glarus Anna Göldi enthauptet – die letzte Hexe Europas.

Die Dienstmagd Anna Göldi soll die 9-jährige Tochter ihres Dienstherren, des mächtigen und einflussreichen Doktor Tschudi, verhext haben, sodass sie Stecknadeln spuckt. Schon der normale Menschenverstand sagt uns, dass dies nicht die Wahrheit sein kann. Was steckt wirklich hinter der Geschichte?

Der Schweizer Autor und Rechtswissenschaftler Walter Hauser beleuchtet nicht nur die tragischen Vorgänge um die Dienstmagd Anna Göldi selbst, sondern auch deren soziale und politische Hintergründe, etwa die Machtverhältnisse in der damaligen Eidgenossenschaft, die unter einflussreichen Schweizer Adels- und Bürgerfamilien hart umkämpft waren. Die Familie Tschudi hat viel an Ansehen zu verlieren. Schon eine Dienstmagd, die zuviel weiß, wäre sehr gefährlich, erst recht ein außereheliches Verhältnis des hochangesehenen Hausherrn zu einer Hausangestellten – das wäre ein Skandal, der um keinen Preis bekannt werden darf.

Bei der Lektüre des Buches wird immer klarer, dass auf Anna Göldi wohl beides zutraf. Sie musste aus dem Weg geschafft werden – egal wie.

Wesentlicher Drahtzieher im Hintergrund ist der Geistliche und oberste Sittenwächter von Glarus, ebenfalls der Familie Tschudi angehörig. Er treibt die Beweisführung, die mehr als rätselhaft vor sich geht, eifrig voran und ist sehr bemüht, die Schuld Anna Göldis als bewiesen darzustellen. Er gehört der reformierten Kirche an und übt seinen Einfluss auch auf den Evangelischen Rat aus, der in diesem Fall die Gerichtsbarkeit darstellt.

Anna Göldi setzt sich zunächst mutig zur Wehr, wird jedoch dann gefoltert und so zu einem „Geständnis“ gezwungen. Weil man eine Anlage wegen „Hexerei“ vermeiden will, macht man ihr wegen „Vergiftung und Verzauberung“ den Prozess. Dann muss man sie auch nicht verbrennen, sondern „nur“ enthaupten.

Dennoch sind die Reaktionen schon damals heftig. Während in den Zeitungen der Schweiz nichts vom Prozess in Glarus und nachfolgend auch keine Berichte über dessen Ausgang oder die Verurteilung zu finden war, ist man in Deutschland und Frankreich empört über das Vorgehen im Nachbarland, ja man macht sich über die Schweizer lustig, weil sie anscheinend immer noch an Hexen glauben. Doch auch das führt nicht zu einer öffentlichen Reaktion seitens der Schweiz, im Gegenteil: Man lässt ausländische Journalisten verfolgen, weil sie in der Schweiz recherchierten, um Licht in diesen mysteriösen Fall zu bringen. Anna Göldis Fall wird schlichtweg unter den Teppich gekhrt.

Die Schweiz, 225 Jahre später. Im Jahr 2007 setzt sich der der Buchautor Walter Hauser bei Kirche und Regierung für eine Rehabilitierung Anna Göldis ein. Ein nahe liegender Gedanke – denn z.B. in Schottland, den USA und England wurden in vielen Ländern die damals zu Unrecht Verurteilten von Schuld frei gesprochen, und man gab öffentlich zu, viele Unschuldige hingerichtet zu haben. Doch in der Schweiz scheint die Zeit – oder der Menschenverstand – bei Kirche und Obrigkeit stehen geblieben zu sein. Sowohl die Glarner Kantonsregierung als auch der evangelisch-reformierte Kirchenrat bekundeten, eine offizielle Rehabilitierung der als „Zauberin“ verurteilten sei nicht mehr vonnöten – die Geschichte sei ja längst aufgearbeitet worden. Tatsächlich? Mit solchen Ausreden schiebt man die damaligen Geschehnissen von sich weg und will nicht zugeben, das die Geistlichkeit damals ins Horn der Mächtigen geblasen hat, anstatt ihrem – christlichen ? – Gewissen zu folgen und Anna Göldi freizusprechen.

Doch wen wundert es? Auch heute noch kann es Andersdenkenden und Menschen, die ihren Mund aufmachen und unbequeme Dinge äußern, passieren, dass sie diskriminiert werden, oft unter maßgeblicher Beteiligung der Kirchen mit ihren sogenannten Weltanschauungs- und Sektenbeauftragten.

Die moralische Verantwortung der Kirchen für die Hexenverfolgung wird heute noch immer von zahlreichen Kirchenvertretern abgestritten gestellt, obwohl der Hexenwahn durch den mit päpstlicher Druckerlaubnis von einem Dominikaner verfassten „Hexenhammer“ erst richtig angeheizt und später von den Reformatoren Luther, Zwingli und Calvin eins zu eins übernommen wurde.


Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg und das Eingreifen des Reichshofrates zu ihrer Beendigung: Nachdruck der 2., überarbeiteten Auflage Hildesheim 2013
Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg und das Eingreifen des Reichshofrates zu ihrer Beendigung: Nachdruck der 2., überarbeiteten Auflage Hildesheim 2013
von Britta Gehm
  Broschiert
Preis: EUR 48,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend, 30. Oktober 2015
Eine kriminelle Clique zerstört eine Stadt
Der Bote kam nur um Minuten zu spät. Gegen sechs Uhr im Morgengrauen des 17. Mai 1630 erreichte er die Alte Hofhaltung in Bamberg. Als das Schreiben mit einem Kaiserlichen Mandat, ausgestellt vom Reichshofrat in Wien am 11. Mai, vom Bamberger Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim geöffnet wurde, war die 22jährige Dorothea Flock schon tot. Man hatte sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit zunächst enthauptet und dann ihren Körper verbrannt. Ob ihr Mann, Georg Heinrich Flock, das gemeinsame Kind, das Dorothea zwei Monate zuvor in der Haft zur Welt gebracht hatte, je zu Gesicht bekam, ist nicht aktenkundig.

Der Bamberger Ratsherr Georg Heinrich Flock war gerade noch rechtzeitig aus Bamberg geflohen, als seine zweite Frau Dorothea eingesperrt wurde. Seine erste Frau war ebenfalls als Hexe verbrannt worden. Doch Dorothea stammte aus der angesehenen Nürnberger Familie Hofmann. Diese Familie, zu der Flock sich geflüchtet hatte, setzte nun alle Hebel in Bewegung, um die Schwangere frei zu bekommen. Als daraufhin die bischöfliche Bamberger Regierung merkte, dass der Reichshofrat in Wien, ein juristisches Beratergremium mit weitreichenden Vollmachten, ernsthaft Anstalten unternahm, die Bamberger Hexenprozesse einzuschränken, trat sie die Flucht nach vorne an und versuchte, den Prozess gegen Dorothea Flock so schnell wie möglich zu beenden: Durch Folter wurde die soeben vom Kindbett Aufgestandene zu einem „Geständnis“ gepresst.

Auch wenn die mit dem Mut der Verzweiflung vorgetragene Aktion aus Nürnberg das Leben der jungen Flockin nicht retten konnte, so läutete sie doch das Ende der Hexenprozesse in Bamberg ein. Weitere geflohene Hexenhäftlinge aus Bamberg und Zeil am Main ließen sich von den Anwälten der Familie Hofmann vertreten. Auf dem Regensburger Kurfürstentag 1630 (dort wurde Wallenstein abgesetzt) erging ein erneutes, verschärftes Mandat nach Bamberg. Wien forderte die Herausgabe der Akten der Kläger und die Einhaltung der reichsüblichen Rechtsregeln. Die Akten wurden daraufhin, ein letzter krimineller Akt in einem an krimineller Energie und haaresträubender Perversität kaum zu überbietenden Drama, in aller Eile gefälscht. Die letzten zehn noch inhaftierten Häftlinge kamen 1631 frei.

Dieses unrühmliche, aber überfällige Ende der Bamberger Hexenverfolgung ersparte es der Stadt, so die Historikerin Britta Gehm in ihrem spannend geschriebenen Buch*, wirtschaftlich in den vollständigen Ruin zu geraten. Wäre es so weiter gegangen, dann wäre am Ende der letzte Einwohner vernichtet worden - und das Vermögen der Stadt hätte sich vollständig in den Händen des Bischofs und seiner Hexenkommissare befunden. Zwischen 1626 und 1630 war der gesamte Stadtrat hingerichtet worden. Die Schicht der wohlhabenderen Kaufleute war ebenfalls ausgerottet, so dass die Stadt wirtschaftlich schon vor dem Einzug der Schweden (1632) ruiniert war. Die von den Kommissaren konfiszierten Häuser der verurteilten „Hexer“ und „Hexen“ fanden keine Käufer mehr und verfielen.

884 Einwohner des Hochstifts Bamberg lassen sich namentlich als Opfer des Hexenwahns benennen. Sie wurden innerhalb von weniger als 20 Jahren hingerichtet oder starben im Gefängnis an den grausamen Folterungen, von denen manche, wie etwa das Bad in ätzendem Löschkalk, in Bamberg erfunden wurden. Zusammen mit einer Dunkelziffer dürften es weit über 1000 Opfer sein. Damit gehören die Hexenprozesse in Bamberg „zusammen mit den gleichzeitigen Hexenprozessen im benachbarten Hochstift Würzburg ... zu den umfangreichsten Hexenverfogungen in der Geschichte überhaupt“ (Gehm, S. 108f.) Die beiden größten Hexenbrenner der Geschichte - Fuchs von Dornheim in Bamberg und Philipp Adolf von Ehrenberg in Würzburg - kamen im selben Jahr - 1623 - ans Ruder und waren beide Neffen des ebenfalls schon sehr aktiven Würzburger Hexenbrenners Bischof Julius Echter von Mespelbrunn - der bis heute in Würzburg hohe Verehrung genießt. Beide Mordbischöfe starben kurz hintereinander eines frühen Todes - Ehrenfried 1631, Dornheim traf der Schlag 1633 in seinem Kärntner Exil im Alter von nur 47 Jahren. Der „böse Geist“ hinter all dem Treiben, der Bamberger Weihbischof Friedrich Förner, starb bereits 1630. Es ist, als ob mit dem Scheitern ihrer „Mission“ ihnen die Energie für ihre Weiterexistenz entzogen worden wäre.

Hatten sie wirklich eine „Mission“? Oder war es nicht einfach die Schreckenszeit des 30jährigen Krieges, die die Menschen ins Chaos stürzte und in den Wahn trieb? Die Historikerin Gehm stellt demgegenüber fest, dass die Verfolgungen gerade dann ihren Höhepunkt erreichten, als die katholische Kriegspartei zum Ende der 1620er Jahre den scheinbar unangefochtenen Höhepunkt ihrer Macht erreichte. Fanatische Katholiken witterten die Chance, die Gegenreformation endgültig durchzusetzen. Förner bedrängte vergeblich Kaiser Maximilian, die protestantische Rechsstadt Nürnberg mit Waffengewalt zu rekatholisieren. Doch auch innerhalb der bischöflichen Territorien wollte man aufräumen. Ziel der Männer um Förner war „die moralische und geistige Erneuerung des Hochstiftes“ und „die Schaffung einer vollkommenen, gottgefälligen Welt“ (S. 269) - im katholischen Sinne natürlich. Die Gesellschaft sollte von der „Hexensekte“ gereinigt werden, und zwar durch „die Ausrottung des Bösen schlechthin, personifiziert in den Hexen und Zauberern“ (S. 113).

Die „peinlichen Befragungen“ der eingelieferten Frauen und Männer hatten daher immer das Ziel, ihnen unter der Folter das „Geständnis“ abzupressen, sie hätten eine Bund mit dem Teufel geschlossen. Es ging also - im Sinne eines vorweggenommenen Orwellschen Überwachungsstaates - um ein unsichtbares „Gedankenverbrechen“. Die Namen der weiteren Teilnehmer an „Hexentänzen“ wurden den bis zum Wahnsinn gefolterten Opfern zur Not auch eingesagt, wenn ihnen keine einfielen. Man hatte ja eh’ schon die nächsten Kandidaten im Auge.

Der Brief, den der Bambergische Bürgermeister Junius kurz vor seiner Hinrichtung an seine Tochter schrieb (den diese allerdings nie erhielt, er wurde abgefangen), ist insofern ein einmaliges Zeugnis. Er schildert, wie ihm seine Peiniger Straße für Straße die Namen von Bamberger Bürgern vorsagten - er musste auf der Folterbank nur „Ja“ oder „Nein“ dazu sagen. Allzu oft durfte er allerdings nicht „Nein“ sagen, sonst wurde er weiter gefoltert.

Ein anderer hingerichteter hoher Beamter, der Kanzler Haan, war eine Schlüsselfigur einer Gruppe von Bambergischen Beamten und Politikern, die der Hexenverfolgung sehr kritisch gegenüberstanden. Seine Eltern hatten in Fulda dafür gesorgt, dass der dortige sadistische Hexenmeister Balthasar Nuss abberufen und nach einem zwölfjährigen Prozess (!) hingerichtet wurde. Die Mutter seiner Frau war in Bad Mergentheim als Hexe verbrannt worden. Haan hatte einer ersten Welle von Verfolgungen (1616-19) durch geschickte Maßnahmen den Geldhahn zugedreht. In der zweiten Welle ab 1626 gehörte er daher zu den ersten, die man ins Visier nahm. Perfiderweise verbrannte man ihm erst seine Frau und eine seiner Töchter - und zwar, als der Kanzler gerade beim Reichskammergericht in Speyer war, um Schutzbriefe für sie ausstellen zu lassen. Zuvor hatte man einen vierzehnjährigen Jungen unter der Folter dazu gebracht, die Kanzlerfamilie „anzugeben.“ Haan, ein hervorragender Jurist, versuchte noch vom Gefängnis aus auf abenteuerliche Weise, das Reichskammergericht auch in seiner eigenen Angelegenheit anzurufen. Als von dort Mandate eintrafen, hatte er aber bereits gestanden. Ein Geständnis, auch ein unter der Folter erpresstes, galt nach damaliger Praxis als endgültiger Abschluss eines Prozesses. Der Ablauf der Verfahren allerdings sprach auch den damaligen Rechtsgepflogenheiten Hohn.

In der zweiten Welle wurden auch all diejenigen wieder verhaftet, die man in der ersten Welle hatte freilassen müssen. Denn es sollten keine Zeugen übrigbleiben. Die finanziellen Probleme löste man durch Konfiskation eines Teils des Vermögens der Verurteilten. Löschte man eine ganze Familie aus, was nicht selten vorkam, so gehörte den Hexenkommissaren natürlich alles ... Bischof Dornheim soll nach einer zeitgenössischen Quelle 500 000 Gulden konfisziert haben.

Bleibt noch die Frage, weshalb ausgerechnet das Städtchen Zeil am Main neben Bamberg zu einem Schwerpunkt der Bamberger Hexenprozesse wurde. Zeitweise - bis zur Errichtung des Bamberger „Malefizhauses“ 1627 war Zeil sogar die zentrale Stelle derr Prozesse. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl (etwa 300) litt das Städtchen weit überproprotional: über 50 Opfer allein in der ersten Welle bis 1619.

Gehm vermutet, dass Zeil zum einen günstig zwischen Bamberg und Würzburg lag: Bischof Aschhausen, der Vorgänger Dornheims, der ebenfalls das Hexenbrennen bejahte, war in Würzburg und Bamberg gleichzeitig Bischof. Außerdem war eine Flucht von Zeil aus sehr schwierig: Man musste entweder das Würzburgische oder das Bambergische Gebiet zur Gänze durchqueren - denn in beiden Gebieten wurden Hexen verfolgt. Auf Hilfe der eingeschüchterten Bevölkerung konnte man dabei nicht zählen.

Vielleicht war Zeil aber auch ein Versuchskaninchen für die katholischen Hexenfanatiker: man erprobte dort in ländlicher Abgeschiedenheit, wie man sowohl einfache Bürger und Bauern als auch Honoratioren (auch in Zeil wurden Ratsmitglieder umgebracht) foltern und hinrichten kann. Die Bevölkerung, die zeitweise aufgrund eines Frostes im Mai 1626, den man den „Zauberern“ in die Schuhe schob, die Verfolgung befürwortete, leistete allerdings später zumindest hinhaltenden Widerstand. Die Hexenkommissare beklagten sich, dass sie dort ihres Lebens nicht mehr sicher seien. Was aber dennoch mehr für die andere Seite gegolten haben dürfte.

Das Buch von Britta Gehm liest sich streckenweise wie ein Kriminalroman. Der sprachunkundige Leser hätte sich vielleicht gewünscht, dass die im Original zitierten amtlichen Verlautbarungen mit eingestreuten lateinischen Brocken in heutiges Deutsch übersetzt worden wären. Doch man kann sie auch überspringen; das Buch ist ansonsten auch für den Laien verständlich und flüssig geschrieben. Auf Grund seiner geradezu detektivischen Exaktheit und seiner nüchternen Dramatik gehört es nicht nur in jeden Bamberger Bücherschrank, sondern auch in die Hände jedes am Thema Hexen Interessierten. Es ist sein Geld wert.


Warum ich kein Christ sein will - Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung
Warum ich kein Christ sein will - Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung
von Uwe Lehnert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tolles Buch, das alles, was beschrieben wird gut erhellt und vor allem: AUFKLÄRT, 17. September 2015
In der letzten Zeit sind ja schon viele, ja sehr viele religionskritische Bücher erschienen...und ganz offen gesprochen kann es - genau wie Hr. Lehnert einmal richtig betonte - nie genug davon geben; zumal seines unglaublich gut geschrieben ist und man es immerzu nickend liest. Der Autor lässt keine noch so kritische Ansicht oder Analyse aus und punktet durch Offenheit, Ehrlichkeit, Couragiertheit, gutes einfaches Darbieten so vieler komplizierter Begrifflichkeiten - wie der jener uns bekannter Naturwissenschaften - und umschreibt seine "subjektive" Sicht auf die Dinge um uns herum auf gekonnte Art und Weise. Seine größte Meisterleistung besteht jedoch in der Darlegung/ bzw. Widerlegung des merkwürdigen, feudalistisch anmutenden patriarchalen Glaubens der Kirche, sowie des gesamten Christentums überhaupt. Das hier natürlich Christen oder manche dem Christentum nahestehenden diesem wegen Sturm laufen, ist zu erwarten gewesen. Doch warum, so fragt es sich ja, können es sich z.B. deutsche Büchereien (allem Anschein nach) nicht erlauben das Buch vom Autor Uwe Lehnert auszuleihen? Weswegen nicht? Wieso ist das SO? Genau DIESEM Tatbestand geht der Autor nach und schafft in auch erstaunlicher Klarheit darzulegen, warum dem so ist. Beispielhaft stehen hierfür die Anmerkungen, beginnend auf (S.461) speziell Kapitel VI: Endgültiger Abschied von Christentum und Kirche. - Anmerkung 93, in welchem Kardinal Lehmann kritisches zur Kirche und Christentum sagt, sowie die konkreten Kirchenaustrittszahlen Anm. 102, oder Kirchliches Arbeitsrecht, Anm. 115, oder die TV-Situation mit Anm. 109. Zuvor darf natürlich nicht die sich albern gebende Düsseldorfer Stadtbibliothek unerwähnt bleiben. In den Anm. Kapitel IV - 11, näheres hierzu. Warum jedoch liste ich solches auf? Das sind nur geringfügige Abstrusitäten, die sich die Kirche leistet bzw. damit verbunden sind viele weitere Lächerlichkeiten; vielmehr stechen die Kapitel hervor, in welchem der Autor beweist, wie widersinnig, unlogisch, widersprüchlich, und vor allem wir MENSCHLICH doch alles Gesamt betrachtet ist, was von Seiten der Kirche und auch im besonderen von der Religion selbst, genannt: Christentum kam und gegenwärtig kommt. Freilich haben selbst genau diejenigen, die der Kirche uvm. abgeschworen haben, dennoch Probleme damit, sich völlig loszueisen. Wie es mir scheint, gib es in diesem Lande wie überall sonst in anderen Entwicklungsländern vor allem (!), viel zu viele die indoktriniert sind bzw. dahingehend erzogen werden. Spannend ebenso was das Unterkapitel der Theodizee anbelangt uvwm. Unbedingt lesen!

Die Größe des Buches seitens Lehnerts`, nämlich dass er die Verrenkungen und Verbeugungen der Theologen vor ihrem kirchlichen Lehramt evangelischer oder katholischer Provenienz nicht mitmacht, dass er alle Aufweichungen, Abschwächungen, Verniedlichungen, Verbiegungen, Relativierungen ihrer Aussagen radikal weglässt und wegstreicht, so dass diese Aussagen überhaupt erst in ihrer Unverblümtheit und ungeschützten Nacktheit die kalte, aber erhabene Majestät der Wahrheit widerspiegeln können. Nicht also, dass Hr. Lehnert uns mit seinem Buch - warum ich KEIN Christ sein will - neue Einsichten und Erkenntnisse gebracht hätte, macht die Größe dieses seines Buches aus, sondern dass er diese nicht von ihm stammenden Einsichten und Erkenntnisse von allem Beiwerk gereinigt hat, so dass sie jetzt erst in ihrer ganzen wuchtigen Relevanz auf indoktrinierte, mit Dogmen, Glaubenssätzen, frommen Anmutungen, Märchen, Legenden und Mythen vollgestopfte Gehirne durchschlagend, aber auch erhellend wirken können. Genau das ist Aufklärungsarbeit im besten klassischen Sinn dieses Wortes!

Der Autor schrieb: "Zu solchen Provokationen des Verstandes gehören für mich zum Beispiel die angeblich grenzenlose Güte und Barmerzigkeit Gottes und das gleichzeitige zu beobachtende durch Mensch und Natur ausgelöste maßlose Leid auf dieser Welt. Dazu gehört die Behauptung, dass die von Gott kommende Botschaft eine Botschaft der erbarmenden Liebe sei, aber die Geschichte dieser Lehre ist durchzogen von einer blutigen Spur: Kreuzzüge, Ketzerverfolgungen, Inquisitionsgerichte, Hexenverbrennungen und Sklaverrei mit Millionen dahingemetzelter, verbrannter und sonstwie zu Tode gequälter Menschen, und - um ein weiteres Beispiel anzuführen - Altes und Neues Testament als angebliches Gotteswort enthalten eine solche Fülle an grausamen, geradezu sadistisch zu nennenden göttlichen Bestrafungen und Strafandrohungen, dass entweder an der Menschenfreundlichkeit dieses Gottes oder an der behaupteten göttlichen Urherberschaft dieser Texte gezweifelt werden muss. Ich kann mich nicht solchen Widersprüchen abfinden. Das wäre nur möglich, wenn mir diese Dinge gleichgültig wären. Sie sind es aber nicht." Die Argumentation der Christen ist armselig dagegen

Die ganzen Kritiker kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Das sind solch typisch ewig-gestrigen "Lamentierer"; genau jene also , die wichtige Fakten nicht wahrhaben wollen. Schaut euch die Kapitel an und LEST sie gewissenhaft durch! Denn so ist es das wahrlich größte Manko: Sie lesen erst gar nichts, sei es aus Angst, das sich etwas bei Ihnen verändern könnte oder der puren Ignoranz wegen. Beispielhaft sind eine ganze Menge triftige Tatsachen die Hr. Lehnert anspricht. Fabelhaft. Wie kann man ernsthaft dagegen sein? Doch nur, indem man ein antiquiertes Weltbild vertritt und die Augen ganz fest zusammendrückt. Sich diesem verschließt, ein Gegner per se wird. Dabei interessiert es die gängigen Kritiker nicht einmal, ob das, was Hr. Lehnert schreibt- wahr oder unwahr ist. Sie sind grundsätzlich (!) dagegen. Sehr gut zu beobachten ist das in verschiedenen Foren; sei es bei Facebook, in den Kommentarfunktion bei Amazon (siehe entsprechenden Rezensionen) oder überhaupt in gängigen Diskussionen mit traditionell verhafteten Gläubigen. Sachlich, fair und unvoreingenommen geht`s darin kaum vor, und natürlich könnte man mir das gleiche entgegenhalten. Aber möchte ich zumindest etwas Einsicht von Seiten der Gläubigen wissen. Denn diese lassen mich vieles an Toleranz und Nächstenachtung missen. Suchen diese Menschen denn ernsthaft eine ehrliche und offene Diskussion bzw. Auseinandersetzung mit dem Autor? Er selbst beschreibt den Anfang dessen Lehre ab (S. 222) doch schätze ich mal, das es vergebene Mühe ist...Schade, denn Potenzial ist vorhanden. Ganz WICHTIG ist das Unterkapitel 1. Die Bibel - Gottes-Wort? Was wäre das für ein Gott

Und in der Tat. Hr. Lehnert liefert eine perfekte beispielhafte Aneinanderkettung von grotesken und widerlichen Zitaten auf, das man sich ernsthaft die Fragestellung gefallen lassen muss, was mit den Gläubigen nicht stimmen kann, das sie solch einen Mist glauben. Richtig dümmlich ist Deuteronomium 20,10-17....Kein Kommentar. Ähnlich ist Numeri 31, 1-18 oder Jesaja 13, 15-19....Psalm 3, 8-9 spricht davon Frevlern die Zähne zu zerbrechen. Ebenso wichtig ist es von Seiten Hr. Lehnert gewesen, was er bei (S. 236) schreibt: "Hinzukommt, dass die Kriterien, die zu dieser - wohlgemerkt: vernünftigen und begrüßenswerten! - Einstellung führen, nicht der Bibel entnommen wurde. Sie entstammen dem Denken der Aufklärung und schlicht und einfach humanwissenschaftliche Einsichten in die Natur des Menschen. Dieses aufgeklärte Denken ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Vernunft und religiöse Überlieferung sich in vielen Bereichen ausschließen. Die Bibel spiegelt hier das Denken einer weit zurückliegenden vorwissenschaftlichen Zeit wieder. Sie muss daher an vielen Stellen entweder ignoriert oder sinnentstellend gedeutet werden, um zu retten, was längst nicht mehr zur retten ist. Diese 180-Grad-Kehrtwendung der evangelischen Kirche, aber auch das scheinheilige Verschweigen, das sich in oben zitierten Kommentar des katholischen Katechismus zeigt, ist geradezu skruppelos zu nennen angesichts der ungezählten, gewiss in die Hunderttausende gehenden Menschenleben, die dieser Bibelpass über die Jahrtausende gefordert hat. Und das psychische Leid, das jetzt zu ertragen hatten, die ihre Veranlagung verschwiegen konnten, deshalb zwar nicht bestraft oder gar hingerichtet wurden, aber in ständiger psychischer Bedrohung und psychischer Not leben musste, ist überhaupt nicht zu ermessen. Bedauerende Worte seitens der Kirchen? Fehlanzeige! Zu groß schätzt man offenbar die Gefahr ein, als Verkünder "ewiger Wahrheiten" nicht mehr an Glaubwürdigkeit zu verlieren." Grässlich ist die Bibel in weiteren Versen. Levitikus 21, 16-23. oder Buch der Richter: Kap. 19, 22-26 oder !. Korinther 11, 8-8 bzw. 1. Timotheus, Titus 2, 3-5. 'Wohl dem, der deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert« (Ps. 137; 8, 9) läßt er sein inspiriertes und autorisiertes menschliches Sprachrohr verkünden, und die nicht vollständige Ausführung dieser Ausrottungsbefehle wird ausdrücklich sanktioniert: 'Sie rotteten die Völker nicht aus, wie ihnen der Herr einst befahl.' (Ps. 106,34). Hier, in der nicht ganz perfekten Ausführung eines Ausrottungsbefehls, lag auch der eigentliche Grund der Verwerfung Sauls; kaum ein Christ weiß dies, denn die schulischen Religionsbücher verbergen diesen Sachverhalt wie viele andere Peinlichkeiten mit einem schönen Bibelvers: 'Sind dem Herrn etwa Brandopfer und Schlachtopfer lieber als der Gehorsam gegenüber seinen Befehlen? Wahrhaftig, Gehorsam ist besser als Opfer.'

(1 Sam. 15, 22). Steinigung und die Züchtigung gegenüber Kindern wird erwähnt, wie auch die Androhung ewiger Höllenquallen. Das ganze liest man bedrückend auf (S.244-253) Insgesamt spricht das Neue Testament von 77 ewiger Höllenquallen. Die Evangelien sprechen insgesamt 77 mal von der ewigen Höllenstrafe, in der der nagende Wurm nicht abstirbt und das Feuer nicht erlischt.

Aber die desaströse Seite des patriarchalischen Christentums wird auf (S.286) überdeutlich, in dem er die Irrationalität der Kirchen beweist. Allen voran die ideologischen Ansichten des Kirchenlehrers Augustinus sind kaum fassbar, weil so dümmlich und naiv bis hin zu wahnhaftiger Schizophrenie. Warum sich die Kirche lächerlich gebierdet liest man auf (S. 292-293) Interessant auch, das Jesus sich eindeutig irrte. Beispielhaft stehen hierfür die Ausführungen vom Autor auf (S.296) Weiter gehts mit der erschütternden Bilanz von 2000 Jahren patriarchalischem Christentum. Exemplifizierendes liest man auf (S. 259). Unglaublich wie dreist die Kirchen morden ließen. das worüber in Sachen Inquisition geschrieben wurde, ist ein weiteres Beispiel wie unlogisch, widersprüchlich und widerwärtig die Kirchen sich geradezu gebärden. Dazu liest man entsprechendes von (S.259-265) Über die Tötung und ja...millionenfache Tötungs-Missonierunsgkampangne seitens der katholischen Kirche liest man ab (S. 267) Über die Juden, den praxisorientierten Antisemitismus wird ab (S.269-277) geschrieben. Hr. Lehnert stellt auf (S.282) die legitime Zwischenfrage: was ist eigentlich von einem allmächtigen und allwissenden Gott zu halten, der es nicht fertig bringt, seine Botschaft so eindeutig zu formulieren, dass sie nicht ständig falsch interpretiert wird und zu unzähligen sich gegenseitig bekämpfenden Abspaltungen und Richtungen führt? Mit welcher Begründung kann man eine Religion, die als moralische Leitlinie so weitgehend versagt hat, dort aber in Ausnahmefällen als moralisches Korrektiv wirkte, die über die Menschen ein solches Maß an Unglück gebracht hat, noch heute den Menschen als Gottes Wort verkünden?

Zumal ich Hr. Prof. Lehnert von bereits zwei Interviews und mehreren Vorträgen, die auf YouTube frei anzusehen waren, kannte bzw. mir ein grobes Bild zeichnen konnte. Er ist meines Erachtens nach sehr sachlich, fair und bringt die Tatsachen auf den Punkt; gerade was die Kirchen, das Christentum...ja überhaupt der allgemeine Gottesglauben an sich betrifft. Das erinnert nur all zu sehr, wenngleich nur ein bisschen an - Karlheinz Deschner - der ja auch komplexe Details/u. Geschichten auf vereinfachte Art darzustellen in der Lage gewesen war. Für die Kritiker, die dem widersprechen was die Austrittswelle betrifft und auch sonstige Rückzugsgefechten vehement sogar (!) negieren, sollten sich - Durchschautes Spiel mit trügerischen Zahlen vom 11. April 2014, verfasst vom Autor Uwe Lehnert beim Humanistischen Pressedienst anschauen. Dort werden Fakten geliefert. Diese Thematik gehört übrigens sehr wohl zum vorliegenden Buch. Warum betone ich derartiges hartnäckig oder erwecke den Eindruck, das es extrem wichtig für gerade Gläubige wäre, sich solches einzuverleiben? Offen gesprochen bin Ich`s Insgesamt betrachtet leid, mir dauernd von traditionell Gläubigen den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, ich würde kein bisschen differenzieren oder gar irgendwelche abstrusen Lügen oder Zahlen erfinden, nur damit es mit meiner eingeengten Weltanschauung zusammenpassen würde. Das eigentliche Problem sind aber vielmehr die Gläubigen selbst. Denn hier in diesem Buch werden als Beispiel auf wirklich jeder Seite FAKTEN geliefert, wie z.B. das die experimentelle Naturwissenschaft (logischerweise) wesentlich mehr herausgefunden hat, als es sich die durchgängig patriarchal orientierten Propheten der Bibel jemals haben vorstellen können. Ein Zehnjähriger weiß schon jetzt mehr über die Welt und deren ureigenste Zusammenhänge als es irgendein Mensch, der in der Bibel beschrieben wird, wissen konnte. Und um nochmal auf die von mir vorhin erwähnten Zahlen zurückzukommen. In den Anmerkungen, konkret dann auf (S.482) wird anfänglich: Kapitel IV (Anmerkung 99-102) mit faktischen ZAHLEN beschrieben, wie sehr doch die Kirchenmitglieder zurückgehen und die säkuralisierte Form zunimmt. Das ist jedenfalls mehr als nur zu begrüßen. Denn die Scheinheiligkeit der möchte-gern-alles Einhaltend wollenden Katholiken ist wirklich albern bis freilich nicht mach- und haltbar. Dazu gebraucht es nur einen Blick in die lächerliche Dogmensammlung der katholischen Dogmen. Hier wird groteskes geliefert. Es dies mitunter bis 5.000 (!) Und noch etwas stört mich massiv. Ich selber bin derzeit in einem Studium der Mathematik sowie der Biologie befindlich und obendrein möchte ich deutlichst kundtun, das ich es als Zumutung empfinde, wenn mir Gläubige weißmachen wollen - zumeist anhand von wirklich unglaublichen Seltsamkeiten, die an Widersprüchlichkeiten und ideologischen Hintergründen kaum zu überbieten sind - das die Evolution an-sich wie überhaupt vieles, was die experimentelle Naturwissenschaft uns lehrt, so nicht richtig sei....Ahrrr, also wirklich.

Was des weiteren viele religiöse Menschen, die im - wohlgemerkt: erst einmal klassischen also traditionellen Sinne gläubig sind, vergessen, ist doch wohl vielmehr der Fakt, das der Monotheismus an-sich die größte Bedrohung oder desaströsete (spirituelle) Ausrichtung ist, die dieser Planet jemals erleben musste....Vieles oder viele (!) mussten der Idee des Einen Gottes wegen dran glauben und wurden eben deshalb immer wieder: "gefoltert", geistig vor allem (!) "zermürbt", "gehängt", "verbrannt", "vergiftet", "vergast", "erstochen", "zerstückelt", "verfolgt", "gevierteilt", "zerzäckt", "erschoßen", "gejagt" und gesteinigt bzw. die Hände abgehackt. Oder aber diesen wurde obendrein die ewige Hölle angedroht. Perversionen sind im Monotheismus nun einmal Inklusive. Dr. Michael Schmidt- Salomon hatte mal in einem Interview darauf verwiesen, der heutige Mensch und auch im besonderen die der religiösen Artung vergangener Jahrhunderte wären im letztendlichen Sinn nur: der Homo Demens, der Irre, der wahnsinnige Mensch. Beim Lesen ist man immerzu am Nicken. Verwundern tut einen das überhaupt nicht. Außer es sei, das man immer noch fortwährend religiös indoktriniert ist.

Zudem ist die 6. Auflage rundherum gelungen, ganz toll geschrieben und überzeugt in JEDEM Kapitel. Es gibt sieben Kapitel, eingeteilt in mehreren Unterkapiteln, dazu ist das Kapitel VIII: Mein Credo gut ergänzt worden; insofern - weil es meines Erachtens nach ganz speziell gestaltet wurde. Denn auf (S .454) erklärt der Autor auf brillante Art, was Er im zuvor schon kosmologischen Kapitel (siehe S.39; Kapitel II. Raum und Zeit: unbegeiflich in Dimension und Wesen) perfekt und ausführlich erläutet hat, "Kapitel II macht deutlich, dass der Mensch sich zeitlich wie räumlich in einem äußerst schmalen Bereich bewegt. Weder extrem kleine Zeiteinheiten wie das Plancksche Zeitteilchen von 10-43 Sekunden noch die extrem kleine Planck-Länge von 10-37 cm sind für uns vorstellbar. Auch das Alter unseres Universums von geschätzten 13,7 Milliarden Jahren oder die Entfernung der gerade noch mit technischen Hilfsmitteln erkennbaren Galaxien von 12 oder mehr Milliarden Lichtjahren lassen sich kaum begreifen. Die im kosmischen Maßstab verschwindend kleine, geradezu bedeutungslose Größe unserer Erde unter Milliarden mal Milliarden ähnlicher Objekte und der erst nach 13,7 Milliarden Jahren erfolgende Auftritt des Menschen, gewissermaßen in letzter Minute, wollen nicht recht passen zu der von der christlichen Religion behaupteten Gottesebenbildlichkeit des Menschen und seiner angeblich herausgehobenen Stellung und Bedeutung im Kosmos. Eher drängt sich der Gedanke der Überschätzung der eigenen Rolle auf. Dass Zeit und Raum in ihrem Wesen völlig anderer Natur sind, als es uns unsere unmittelbare Wahrnehmung vermittelt, konnte Einstein mit seiner revolutionären Relativitätstheorie zeigen, aber er bewies damit auch in eindrucksvoller Weise, dass der Mensch in der Lage ist, ihm von Natur aus gesetzte anschauungs- und erkenntnismäßige Schranken mit wissenschaftlichen Methoden zu überwinden." PUNKT

Und genau DAS ist es, was Gläubige Menschen, die gläubig im erst einmal traditionellen Sinne sind, nicht nachvollziehen können; genau wie weitere Fakten aus der Biologie verdeutlichen, das es mit dem FREIEN WILLEN kaum weiter diskutierbar erscheint, wenn sich besagte Gläubige mal Fakten klarmachen: Jörg Blech, der im Jahr 2000 das erste Buch über 'Das Leben auf dem Menschen' veröffentlicht hat ' 2010 ist es neu aufgelegt worden -, schrieb seinerzeit: 'Falls Außerirdische jemals einen Menschen treffen sollten, würden sie ihn korrekt beschreiben als Ansammlung kleiner Lebewesen, die sich auf einem großen niedergelassen haben. Etwa so: 'Die irdische Lebensform besteht aus 988 Spinnentieren, 100 000 000 000 000 (in Worten: hundert Billionen) Bakterien, 1 Mensch, etwa 70 Amöben und manchmal bis zu 500 Madenwürmern.'' Unser System umfasst eine unvorstellbare Zahl von Einzelteilen, von Zellen und Molekülen. 'Rund 90 Prozent von ihnen sind aber nicht menschlichen Ursprungs, sondern gehören zu jenen Kreaturen, denen die Evolution den Menschen zugewiesen hat: als Nahrungsquelle und Schlafplatz, als Hochzeitsmarkt und Futterstelle, als Raststätte und Kreißsaal. Sie dachten, Sie seien ein Einzelorganismus? Wenn Sie diesen Satz zu Ende gelesen haben, sind Myriaden quicklebendiger Mikroorganismen auf und in Ihnen zur Welt gekommen', schreibt Blech

Hierzu möchte ich etwas ergänzendes mit einbringen, welches von einer 2001 verstorbenen aber durchaus bekannten Naturwissenschaftlerin stammt, die mir immerzu eine große Inspiration gewesen ist....ihr Name: ist Lynn Margulis. Eine der wohl aufsehenerregenden Behauptungen von Lynn Margulis betrifft die Evolution unseres Gehirns. Einige der frühesten irdischen Bakterien besitzen korkenzieherähnliche Fäden, die sich aus den gleichen winzigen Röhrenstrukturen (Mikrotubuli) zusammensetzen wie die Zellen unseres Nervensystems. Die amerikanische Biologin sieht darin und in weiteren Übereinstimmungen eindeutige Hinweise für ihre These, dass das menschliche Gehirn quasi eine riesige symbiotische und höchstorganisierte Bakterienkolonie darstellt!. Eine für manche zunächst vielleicht ziemlich schockierende Vorstellung, doch bekanntlich wurden ja auch Darwins Ideen über den Ursprung der Arten von der Öffentlichkeit nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen!. Wenn wir daran denken, dass unser gesamter Körper in letzter Konsequenz eine auf das Wunderbarste verwobene und funktionierende Symbiose von Myriaden einzelner Organismenzellen bildet, dann wird uns die fundamentale Bedeutung dieses biologischen Prinzips nur allzu klar bewusst

Der Autor Hr. Lehnert erklärt gekonnt an vielen Beispielen immer wieder, warum gerade Gläubige des Christentums und ja der gesamten monotheistischen Offenbarungsreligion, seit jeher penetrant wie diese sich des öfteren geben, alles negieren und verleugnen, streichen, sich etwas davon zu nutze machen, indem sie meinen auch Gott, also deren Gott könne durch Evolution geschöpft haben usw. Erst wird alles bestritten, dann in das eigene absurde Konzept integriert. So macht es die Kirche wie jede Religion, seit jeher.

Übrigens fand ich das Kapitel III, wo der Autor über die Naturwissenschaften schreibt, ganz toll. Naturwissenschaft, Religion und menschliches Selbstverständnis. Er widerlegt brillant den überschätzten DIETRICH SCHWANITZ; der mit seinem 1999 veröffentlichten Buch - Bildung plus dem Untertitel: alles, was man wissen muss -wieder einmal verdeutlichte, wie wenig manche doch von den Naturwissenschaften verstanden zu haben scheint. Auf (S.63) schreibt Hr. Lehnert genau richtig: "Hier zeigt sich - ich möchte das an dieser Stelle einmal so deutlich formulieren - die typische Ignoranz, ja Arroganz eines immer noch verbreiteten Typs von Geisteswissenschaftlern mit einem sehr traditionalistischen Bildungsbegriffs; der nicht selten auch noch damit kokettiert, von "Physik, Mathematik keine Ahnung zu haben." Danach dann zeigt er dem Hoimar v. Ditfurth auf (S.67) Grenzen auf. Auch toll, wie er Hoimar von Ditfurth auf die Finger haut und auf (S.285) Manfred Lütz Grenzen aufzeigt. . Unglaublich interessant wie natürlicherweise aufschlußreich. Zumal mich hierbei etwas an die Aussage seitens des Philosophen Thomas Nagel zurückerinnerte, der einmal schrieb: "Selbst wenn Sie ein großes literarisches Werk hervorbringen, das auch in tausend Jahren noch gelesen wird, irgendwann wird das Sonnensystem erkalten oder das Universum wird ausgehen oder zerplatzen, und jede Spur ihrer Bemühungen wird verschwinden. Jedenfalls dürfen wir noch nicht einmal auf einen Bruchteil einer derartigen Unsterblichkeit hoffen. Wenn etwas von dem, was wir tun, überhaupt einen Sinn haben soll, dann haben wir ihn in unserem eigenen Leben zu suchen." Die Analyse geht hin bis zu (S.74) Weiter gehts mit der Bibel auf (S.75) Ebenso fantastisch, wie er darlegt, das es etwas mit der archaischen, primitven und unlogischen sowie an vielen Punkten sich widersprechenden Bibel ganz und gar nicht stimmig ist.
Aber was eben super mit ein-integriert wurde, ist das Kapitel zu Überlegungen zu einem alternativen Welt- und Menschenbild. Hier listet er verschiedenste Tatsachen und Vereine auf, die für allgemeine humanistische Werte einstehen. Großartig. Und eine dazu geniale Idee. Ich fand es als sehr gut durchdacht, dies alles so ein zu integrieren. Das ganze beginnt ab (S. 381) Kapitel VII: Überlegungen zu einem alternativen Welt- und Menschen-Bild. Ich schätze jetzt mal, das es die Gläubigen am meisten geärgert hat. Sicherlich die Tatsachen und Fakten aus der Naturwissenschaften für gängige Gläubige am schwersten zu verdauen, aber das hier im erwähnten Kapitel besprochene findet ganz sicher nicht deren Wohlwollen. Angefangen bei den ethischen Vorstellungen von Peter Singer oder dem eines Dr. M. Schmidt-Salomon. Aber wichtig ist es ebenso auf die Trennung von Staat und Kirche hinzuweisen wie auf weitere Ungereimtheiten.
Jeder sollte sich dieses Buch durchlesen, Hr. Lehnert lässt überdies Möglichkeiten einer wie auch anders-gearteten Wirklichkeit offen, doch lehnt er genau wie ich jede religiöse Lehre/Form der heutigen Zeit konsequent ab. Es ist nur all zu offensichtlich, das der patriarchalische Monotheismus eine Erfindung darstellt. Millionen von Menschen, die durch die Höllen des 20. Jahrhunderts geschritten sind, stimmen mit dem Bekenntnis eines streng katholisch erzogenen Mannes überein: "Gut, daß es den persönlichen Vatergott nicht gibt, und daß ich an ihn nicht zu glauben brauche, sonst müßte ich in ihm den schrecklichen Demiurgen sehen, der unter anderem Phosphor und Napalbomben auf Kinder herabregnen läßt." Die sich angesichts dieses ungeheuren Leids aufdrängenden Fragen werden für den modernen Menschen nicht dadurch beantwortet, das man im Schema des Diesseits-Jenseits-Dualismus argumentiert. "Das Christentum hat auf diesen Protest gegen das Übel nur damit geantwortet, daß es das Gottesreich ankündigte und dann das ewige Leben, das den Glauben verlangt. Aber das Leid verbraucht die Hoffnung und den Glauben...das historische Christentum verschiebt die Heilung von Übel und Mord, die in der Geschichte erlitten werden, über die Geschichte hinaus." (Albert Camus)
Kommentar Kommentare (27) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 2, 2016 9:39 AM CET


Im Auftrag der CIA?, DVD
Im Auftrag der CIA?, DVD
DVD ~ Webster Griffin Tarpley

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Äußerst interessant wie ebenso aufschlußreich. Kann ich nur weiter empfehlen, 6. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Im Auftrag der CIA?, DVD (DVD)
Webster Tarpley ist ein US-amerikanischer Journalist Journalist und Autor. Tarpley studierte an der Princeton University Englisch und Italienisch und schloss 1966 mit summa cum laude ab; und so habe ich sein Buch - Wie ein Präsident gemacht wird - unlängst "verschlungen" und war begeistert, deshalb dachte ich mir aufgrund dieser "Erfahrung" ich müsse mehr von ihm erfahren, da er in der Tat kein Blatt vor den Mund nimmt und die Dinge so konkret ausspricht, wie sie sich nun mal konkretisieren. Solches imponiert mir, wiewohl er zwar nichts mehr zu verlieren hat, jedoch ist eine gewisse "intellektuelle Redlichkeit", die heutzutage "eminent-wichtig" ist, nicht zu verachten. Hierzu wäre gleichzeitig ein Interview in Deutsch empfehlenswert: [...]

Weswegen mir diese DVD, die ganz genau - dieses eine Interview enthält, und volle 71 Minuten dauert - so gefällt und beeindruckt, ist die genaue, also exakte Beurteilung der dortigen Wirtschaft- und Machtverhältnisse der USA sowie deren globales Expansionsdenken wie überhaupt man über die "momentane" Lage in den USA sprechen tut. Es wird von Hintergründen berichtet das es einen geradezu erschüttert. Nun ja, für mich jetzt nichts wirklich neues, denn wenn man sich nur ein wenig für die diversen Tatsachengeschehnisse in den dortigen Regionen, den ganzen Machtspielchen uvm. was damit einhergeht auskennt bzw. sich da wie für mehr dies betreffend, interessiert, so weiß man ja ohnehin von deren gewaltigen Verschiebungen, Betrügereien und einer kaum zu fassenden Gier nach Rohstoffen, Ressourcen in allerlei Thematik und Nützlichkeits-Bestreben. UNFASSBAR. Korrupt und Elegant im "Verschleiern" von tatsächlichen "Wahrheiten"

Webster Tarpley und der mir äußerst sympathische von Haus aus-Historiker Prof. Michael Vogt sind wirklich zwei Menschen, die sich perfekt ergänzen tun. Sicherlich, so könnte man "lamentieren", wird manches nicht-gerade neues aufgetischt, sondern lediglich altes hervorgebracht, "etwas" drüber geplaudert, und dazu sollte man das nötige Vorwissen besitzen und was man nicht alles zu hören bekommt...das aber wirklich entscheidende dabei ist, das solche eine DVD nicht mal etwas kosten tut, denn wenn man hierfür keinerlei Euros "übrig" hat, so gereicht es ja zumindest für einen konkreten Internet-Anschluss. Und über YouTube lässt sich das 71-menütige Video mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit finden

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Die Obama Administration lässt das Volk verhungern. Neue Zahlen schockieren die Welt und zeigen, dass die Vereinigten Staaten definitiv am Ende sind. Sie sind nicht einmal mehr in der Lage allen ihren Bürgern eine ausreichende Ernährung zu garantieren.

Viele Leute in den USA denken, der Hunger als Leiden, das wirkt sich nur auf die unterentwickelten Länder aus und ist in der Regel umweltbedingt. Jedoch für einen von zehn Amerikanern ist der Hunger eine alltägliche Realität.

„Nahrungsmittelunsicherheit“ gibt es in jedem Landkreis in Amerika. Im Jahr 2011 waren es 17,9 Millionen Haushalte. Immer mehr Menschen setzen auf Tafeln und Vorratskammern. „Nahrungsmittelunsicherheit“ bezieht sich auf das Mass des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten für fehlenden Zugang zu genügend Nahrungsmitteln für alle Haushaltsmitglieder. Im Jahr 2011 gab es in Haushalten mit Kindern eine deutlich höhere (20,6%) Nahrungsmittelunsicherheit als in Haushalten ohne Kinder (12,2%).

Neue schockierende Zahlen

1 von 6 Amerikanern ist mit Hunger konfrontiert.

50.100.000 Amerikaner müssen jeden Tag dafür kämpfen, um Essen auf den Tisch zu bekommen.

Mehr als 1 von 5 Kindern ist in Gefahr zu verhungern. Unter Afro-Amerikanern und Latinos sind es 1 von 3.

Mehr als 20 Millionen amerikanische Kinder erhalten jeden Schultag kostenlos oder verbilligt Mittagessen. Weniger als die Hälfte von ihnen bekommt Frühstück.

Auf 100 Schulspeisungs- Programme gibt es nur 87 Frühstücksstätten.

Amerikanische Lehrer berichten häufig davon, dass die Kinder jeden Tag hungrig zur Schule kommen. Montags sei es schlimmer, weil sie am Wochenende kein Frühstück oder Mittagessen erhalten hätten.

1 von 7 Amerikanern sind im „Supplemental Nutrition Assistance Programm“ (SNAP) eingeschrieben. Fast die Hälfte von ihnen sind Kinder.

In sieben Staaten gibt es eine statistisch höhere Nahrungsmittelunsicherheit als im US-Landesdurchschnitt mit 14,7%: Mississippi (19,2%), Texas (18,5%), Arkansas (19,2%), Alabama (17,4%), Georgia (17,4%), Florida (16,2%)und North Carolina (17,1%).

Hunger spielt eine zentrale Rolle im Teufelskreis der Armut in den VSA und schwächt die kollektive Fähigkeit der Familien des Landes, ihr volles Potenzial zu erreichen. Hungrige Kinder sind nicht in der Lage zu spielen, sich zu engagieren und zu lernen wie andere Kinder und daher ist es eher unwahrscheinlich, dass sie produktive Erwachsene werden. Die durch den Hunger beeinträchtigte Gesundheit kann sowohl kurz- als auch langfristig zu Problemen führen; Kinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet. Trotzdem werden 40% der Nahrung in den USA jedes Jahr weggeworfen im Wert von etwa 165 Milliarden Dollar. All diese Reste wären Lebensmittel für 25 Millionen Amerikaner.

Sowohl die Anforderungen des täglichen Lebens und unerwartete dramatische Ereignisse, schieben Familien schnell unterhalb der Armutsgrenze. „Familien sind oft gezwungen den Kompromiss zwischen Nahrung und anderen Ausgaben zu machen“, erklärt Amy Glasmeier, von der Penn State Universität, in ihrem Buch, ein Atlas der Armut in Amerika. „Gesundheitspflege stellt ein besonderes Problem dar. In den armen ländlichen Gemeinden haben Familien oft keine andere Wahl als die Notaufnahme für die Routineversorgung zu nutzen. Dies ist sehr teuer. Autoreparaturen stellen weitere und unerwartete Kosten dar. Wenn die Familie ihr Auto reparieren muss und es ist das Ende des Monats, wenn die Bargeldreserven niedrig sind, wird eine Familie keine andere Wahl haben als die Nahrungsaufnahme zu reduzieren. Sie brauchen das Auto, um an ihre Arbeitsstelle zu gelangen.

Amerikanische Politiker gehen zumeist sehr verächtlich und höhnisch mit den Armen um, wie z.B die Republikaner. Sie vertreten die Meinung, dass Eltern den Kauf von Alkohol oder Zigaretten stoppen sollten und das Glücksspiel. Dann hätten sie auch mehr Geld für Essen.
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Gut, und letztendlich kann ich`s nur weiterempfehlen. Stellt sich die Fragestellung, wieso oder warum überhaupt? Woher die meinige Aufforderung bzw. Empfehlung? Es ist ganz einfach, weil es gerade für all diejenigen Menschen wichtig sein kann, mal vor allem etwas abseits des gängigen und altbekannten Mainstreams zu hören; denn so garantiere ich, das manche über das worüber die zwei dort sprechen, man so nie im Deutschen-Frnsehen hören wird.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 10, 2015 5:53 PM MEST


Wir brauchen keinen Gott. Warum man jetzt Atheist sein muss
Wir brauchen keinen Gott. Warum man jetzt Atheist sein muss
von Michel Onfray
  Taschenbuch

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Buch hat es in sich; als Kritiker der Religionen sollte es gelesen werden, es lohnt sich, 4. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Einerseits ist das Cover-Bild was auf dem kleinen Taschenbuch prangt, recht spitzfindig...andererseits und ganz offen gesprochen: vollkommen richtig gewählt; denn so wird es dem Autor M. Onfray mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sehr entgegenkommen. Was mich allerdings ein wenig stört ist jene "freche" und ärgerliche Beschreibung, die hinten auf dem Taschenbuch steht. Denn sinngemäß ist nach M. Onfray`s Definition PER SE - jeder Gläubige, egal auch ob es sich dabei um die traditionell-religiöse Art handelt - von einem "Wahn" infiziert und ja "lebensbedrohlich"...sogar erkrankt, sprich - diese scheinen wie von einem andersartigen VIRUS befallen; und sind damit sofort zu befreien! Weiterhin heißt es vollmundig: "Man muß kein Atheist sein, um dieses brillante Buch zu würdigen - aber man könnte es nach der Lektüre werden" Müncher Merkur. Merke: Mehr oder weniger geistreiches bzw. spitzfindiges Nachdenken über alle möglichen alltäglichen Dinge ist nicht schon Philosophie. Onfray hat sicherlich sehr vieles gelesen und in seinen Publikationen eingebracht, ein systematisches Studium der Philosophie lässt er aber vermissen, auch wenn er sich als Philosophen preist, der die bisherige idealistische Metaphysik zum Einsturz bringe. Man kann es des weiteren verstehen: Die kargen, entbehrungsreichen, lustlosen Jahre eines armen Kindes in einem Waisenhaus bringe es fast zwangsläufig mit sich, dass Onfray als Erwachsener bis zum heutigen Tag nach uferloser Kunst, nach grenzenlosem Genuss lechzt, dass er den Hedonismus zum Lebensmut und auch zum grundlegenden Credo all seiner Schriften erkoren hat.

Damit zusammenhängen dürfte auch Onfrays kruder, roher, grober Materialismus, der eher dem 19. Jahrhundert entspricht, so als wenn er von den Realitäten der modernen Mikrophysik, der Dematerialisation der Materie durch die Atomphysik und die Quantentheorie noch nie etwas gehört hätte. Die Atome als klotzartige Gebilde, wie sie noch in der klassischen Physik Newtons vorherrschten, scheinen immer noch das total materialistische Weltbild Onfrays zu formen. Jedenfalls ergibt sich dieser Eindruck wenn man die über fünfzig von ihm verfassten Bücher liest und die überaus zahlreichen Talkshows, in denen er in Frankreich auftritt, anschaut und anhört. Angesichts dieser vielen Auftritte, die ihm ja genügend Anschauungsmaterial lieferten, konnte es fast nicht ausbleiben, dass der Vielschreiber Onfray auch noch eine "Philosophie der Medien" auf den Markt brachte. Auch einen recht diffusen Begriff von Philosophie scheint Onfray zu haben. Mich würde - nebenbei bemerkt - mal interessieren, ob er diese seine polemische und naive Äußerung bereits jedem (light-) Christen-, Moslem-oder Juden etc." direkt ins Gesicht gesagt hat...Ich selber bin Agnostikerin, wenngleich ausgebildete Chemikerin...doch mitnichten militantisch-atheistisch organisiert, sondern zolle jedem, egal was wer auch immer für eine Weltanschauung sein eignen nennt, meinen Respekt. Warum ich das erwähne ist den Äußerungen des Autors geschuldet. Natürlich ist M. Onfray extrem arrogant, polemisch, intolerant und kinderhaft-naiv in den seinigen Beurteilungen der vereinzelten Religionen; auf der wiederum anderen Seite fragt man sich..., ob solches Vorgehen nicht doch angemessen erscheint

Nach den vorherigen Ausführungen meinerseits müsste sich dies für jeden widersprüchlich darstellen, doch mitnichten: ich denke mal, das Hr. Onfra`ys Strategie richtig gewählt ist, denn die Zeiten der "Samthandschuhe" sind restlos VORBEI: und das müssen sie auch.Viel zu sehr sind wir allesamt gewisse Sklaven der vor allem MONOTHEISTISCHEN religiösen Ausprägung gewesen. Die anderen Hochreligionen wie der Hinduismus oder der Buddhismus sind in ihrem Kern gleichfalls mit Fehlern behaftet, jedoch ist das Übel dieser Welt im Kern des Monotheismus enthalten. Derartig viele "inhumane" Stellen lassen sich nirgendwo - in sogleich keinem Buch - der Welt, finden. Warum das so ist, und welche verwirrenden-, unlogischen-, frauen- und fremdenfeindlichen-, widersprüchlichen sowie tierfeindlichen Sprüche und welche gewaltverheerrlichen Psalmen und Surren gemeint sind, darüber klärt uns der Autor und Philosoph Michael Onfray zur Genüge auf

Das ist somit vorbildlich. Einzig missfällt mir, wie erwähnt, die Betitelung des Wahns.

Die anderen "Neuen Atheisten" sind im Tonfall und in den ihrigen Be- und Umschreibungen dieser zu besprechenden Thematik, wesentlich differenzierter und ja vor allem: ein bisschen sachlicher und detaillierter vorgegangen; deren Strategie bestand mehr am Ergründen des komplexen Verhaltens der Gläubigen. Analythisch wenn man denn will. Sicherlich sind R. Dawkins, C. Hitchens, D. C. Denett, S. Harris und weitere führende Atheisten/Agnostiker kaum merklich unterschiedlich, was den direkten Quervergleich hin zu M. Onfray angeht; aber haben diese eine gänzlich andere Strategie, die m.E. subtiler gewählt ist. Gerade im direkten Vergleich zischen Sam Harris o. Daniel C. Denett zieht der Franzose in aller Deutlichkeit - den Kürzeren.

Das Buch in aufgeteilt in 4. große Kapitel.: 1.) Atheologie - 2.) Die Monotheismen, 3.) das Christentum, und 4.) Die Theokratie
Schon in seinem siebenseitigen Vorwort, feuert der Autor hemmungslos auf die erst einmal monotheistischen Religionen drauf los; und dies hat es wirklich in sich. Aber ist`s auch flüssig sowie leicht verständlich geschrieben. Dies zieht sich übrigens durchs ganze Buch. Von der reinen Stilistik betrachtet ist es Top geworden. Soviel dazu. Spiegelt dies aber lediglich mein "subjektives" Empfinden wieder. Der Autor schreibt z.B. auf (S.22) das : "Moses, Paulus, Constantin und Mohammed weckten im Namen von Jahwe, Gott, Jesus und Allah, ihren hilfreichen Fiktionen, dunkle Kräfte, von denen sie selbst durchdrungen, gepeinigt, und gequält wurden. Schließlich übertrugen sie ihre Seelenpein auf die Welt, die dadurch nur noch schwärzer wurde. Ihre eigene Not konnten sie damit allerdings nicht im geringsten lindern. Das krankhafte Reich des Todestriebs kann man nicht durch chaotische-magische Ausbreitung bezwingen, sondern nur mit der philosophischen Arbeit an sich selbst. Eine gut geleitete Innenschau führt zum Rückzug der Träume und Wahnvorstellungen, von denn sich die Götter ernährten. Der Atheismus ist keine Therapie, aber er steht für eine zurückgewonnene geistige Gesundheit." Hierbei möchte ich dem Autor ein wenig widersprechen, in dem ich behaupte, das es eindeutige "evidenzbasierte Studien" gibt, die nahelegen, dass Religiosität an-sich einen speziellen, aber doch wichtigen Evolutionsvorteil bietet. So wurde die "neurotheologische" Annahme, religiöse Erfahrung beruhe auf der Reduzierung der Hirnaktivität im oberen Scheitellappen, die Andrew Newberg, Eugene d'Aquili und Vince Rause in ihrem vielbeachteten Buch "Der gedachte Gott" (2003) vertraten, von ihnen in einen evolutionären Zusammenhang gestellt: Die genetisch vererbte Fähigkeit, transzendente Einheitserfahrungen zu erleben, verleihe religiösen Vorstellungen Wirklichkeitscharakter mit dem evolutiven Vorteil, daß die Menschen angstfreier, glücklicher und gesünder leben können. Auch die Annahme des Molekularbiologen Dean Hamer, 40 bis 50 Prozent unserer Spiritualität seien erblich und in der Gen-Variation VMAT2 verankert, wird von ihm mit der These verknüpft, "daß eine der wichtigsten Aufgaben, die Gottes-Gene in der Selektion haben, darin besteht, den Menschen mit Optimismus zu versorgen". Ein anderer Biologe, der bekennende Atheist David Sloan Wilson, hat in seinem Buch "Darwins Cathedral" (2002) ebenfalls evolutionsbiologisch argumentiert: Religion - das habe er bei 35 Glaubenssystemen nachgeprüft - bringe Mitglieder religiöser Gruppen dazu, Ausbeutung und Betrug zu minimieren und sich kooperativ und helfend zu verhalten. Also entwickeln sich Religionen "in einem Evolutionsprozeß, weil sie Überleben und Reproduktion von Menschengruppen beeinflussen. Religion ist ein symbolisches System, mit dem eine Gemeinschaft effizient organisiert werden kann."

Im Kapitel 1 der Atheologie schreibt er z.B. auf (S.32) "Denn Gott ist weder tot noch im Begriff zu sterben - auch wenn Nietzsche und Heine dies glauben und zwar einfach deshalb, weil er nicht sterblich ist, eine Fiktion stirbt nicht. Eine Illusion vergeht nie und ein Kindermädchen läßt sich auch nie widerlegen. Das Gesetz der Säugetier gilt weder für gepflügelte Pferde noch für Zentauren. Für einen Pfau oder ein Pferd sehr wohl, aber nicht für Fabeltiere der Mythologie. Gott gehört genauso zur mythologischen Fabelwelt wie viele tausend anderer Geschöpfe, die in unzähligen lexikalischen Einträgen verzeichnet sind, man findet ihn zwischen Ganymed, und Grane. Der Seufzer der unterworfenen Kreatur lebt so lange wie die Kreatur selbst, als für immer....".

Interessant gehts weiter im Unterkapitel Nr. 2 .: 1. DIE ODYSEE DER UNABHÄNGIGEN KÖPFE unter Der Name der unabhängigen Geister auf (S.35) wo er schreibt:..."Gott scheint als unsterblich zu sein. In diesem Punkt haben seine Befürworter recht, allerdings nicht aus den gründen die sie sich einbilden, denn die Neurose (!), die zur Erschaffung von Göttern führt, erwächst aus der normalen Reaktion der Psyche und des Unbewußtsein. Die Erzeugung des Göttlichen geht nämlich mit einem ängstlichen Gefühl der Leere eines Lebens einher, das aufhören wird. Gott wird aus der Erstarrung, der Verhärtung und Reglosigkeit der Leichen von Stammesangehörigen geboren." Im ersten Teil seiner sogenannten Atheologie schreibt er auf (S.38)..."Baal, Jahwe, Zeus und Allah, Ra und Wotan aber auch Manitu, verdanken ihre Namen bestimmten geografischen und historischen Gegebenheiten: was jedoch die Metaphysik betrifft, die sie möglich macht, steht diese verschiedenen Namen für ein- und dieselbe. Wahnvorstellung. Keiner dieser Götter ist der Wahrheit näher als die anderen, denn die gelehrten alle zum gleichen Pantheon erfundener lustiger Gestalten: Da tafelt Odysseus neben Zarathustra, Dionysos neben Don Quichotte, Tristand neben Lanzelot...ähnlich magische Figuren wie der Fuchs bei den Dogon oder die Voodoo-Geister."

Zwar ist so vieles in diesem Buch mit Sarkasmus, einer speziellen Eigenart von Weltanschauung und Ironie beladen wie dazu garniert mit einem gewissen "Esprit", aber mit - auch äußerst polemischen Elementen -, das es einen geradezu freut weiter zu lesen.

Ein ganz grundsätzlicher, schwerwiegender Fehler Onfrays besteht darin, alle Tugenden von denen sich der "wahre atheistische Atheismus" absetzen soll, dem Christentum zuzuschreiben, sie als "christliche" Tugenden zu bezeichnen. Denn es gibt keinen ethischen Wert, keine sittliche Tugenden die originär und genuin christlich ist, zuallererst und vor allem anderen religiösen und philosophischen Systemen vom Christentum erfunden wäre. Die Tugendkataloge und Listen von Verhaltensregeln, die wir in den frühen christlichen Schriften, vor allem in den Briefen des Paulus vorfinden, sind allesamt Ethiken der Pythagoräer, Platos und der Platoniker, der griechischen und römischen Stoiker, der hellenistischen Mysterienreligionen usw. usf. entnommen. Sogar buddhistische Einflüsse sind nicht von der Hand zu weisen. Nicht ganz zu Unrecht hat man die frühen Lehren des Christentums als eine Popularitätsphilosophie der religiösen und philosophischen Welt des Hellenismus bezeichnet.

Onfray unterliegt hier einem Vorurteil, das sich hartnäckig hält und ja auch von fast allen Politikern der westlichen Welt permanent und stereotyp wiederholt wird, nämlich dass ihre Staaten samt ihren Rechtssystemen auf dem Fundament der christlichen Werte stehen. Jeder dieser Politiker käme in arge Beweisnot, wenn er auf die Frage antworten sollte, welche ethischen Werte, welche Tugenden den nun originell christlich seien und wenn er dann auch nicht den christlichen Charakter, die christliche Qualität dieser Werte und Tugenden beweisen sollte. Das Niveau unserer historischen und kulturellen Bildung in Europa und Amerika ist aber inzwischen derart gesunken, dass die Mehrheit der Bürger dieses Ammenmärchen vom christlichen der ethischen Werte kritiklos übernimmt.

Ein weiterer schwerer Fehler Onfrays liegt darin - ich erwähnten es schon -, dass er die neuen ethischen Werte und Tugenden des "atheistischen Atheismus" ständig ankündigt, und proklamiert, sie uns aber nirgendwo präsentiert. Er postuliert sie, er möchte sie gerne finden, weil die bereits bestehenden Werte nicht christlich, sondern allgemein - menschlich und viel älter sind als das Christentum. Und weil sie das ganze Spektrum menschlicher Verhaltensweisen bereits abdecken. Überhaupt lässt sich angesichts der bisherigen Philosophiegeschichte berechtigterweise fragen, ob dieser hier von mir ins Spiel gebrachte Hedonismus nicht bereits die in dieser Geschichte aufgetretenen hedonistischen Strömungen mit ihren Definitionen des Hedonismus überschreitet, somit gar nicht mehr in die Kategorie desselben integrierbar ist. Jedenfalls wird der "ethische" Hedonismus Onfrays vielen Phänomenen des sittlichen Lebens überhaupt nicht gerecht. Man bedenke beispielsweise nur die ganze Palette der Pflege Sterbenskranker durch Angehörige oder Fremde, wobei Lust-, Genuss- und Glücksgefühle nicht auftreten, oft sogar keine Erbschaft winkt und nicht einmal eine adäquate Bezahlung der für den kranken vollbrachten Leistungen gewährleistet ist.

Irgendwie spürt auch Onfray, dass ein Hedonismus als universales Erklärungsprinzip menschlicher Verhaltensweisen nicht ausreicht, denn er malt uns plötzlich eine paradiesische Welt vor, in der die besten ethischen Gesetze der monotheistischen Religionen nicht aufgrund von Lust und Genuss, sonder aufgrund des nüchternen kategorischen Imperativs Kants überall und ohne Ausnahme in Geltung stehen und funktionieren würden: " Es hätte bereits genügt, das Tötungsverbot aus dem Buch Deutoeronmium zum absoluten, das heißt keine Ausnahme duldenden Universalgesetz zu erheben, die von den Evangelisten verkündete Nächstenliebe als allgemein-verbindliche Richtschnur festzulegen und gleichzeitig alles zu verbieten, was diesem kategorischen Imperativ widerspricht." Bekanntlich, hat es aber der universale Hedonismus nicht so mit verboten, da diese ja keinen Spaß machen!

Und Onfray schwelgt noch weiter ins einem antihedonistischen Lobpreis der monotheistischen Religionen: "Wenn man sich dann noch als weitere Grundlage auf die Koransure stützt die die Tötung eines Menschen als Angriff auf die gesamte Menschheit begreift, wären die monotheistischen Religionen mit einem Schlag empfehlenswert, liebenswert und wünschenswert." Bekanntlich haben alle Sadisten - und deren gibt es nicht wenige, wie die kriege und Konflikte des 20. und 21. Jahrhunderts beweisen - Lust am Töten, dürften als nach der hedonistischen "Ethik" Onfrays daran nicht gehindert werden. Stattdessen sollen nach Onfray Führer der monotheistischen Religionen den Menschen das Gegenteil befehlen: "Die Rabiner müssten festschrieben, dass man nicht Jede sein und zugleich töten, kolonisieren und ganze Völkerschaften im Namen der Religion deportieren kann. Die Priester müssten jeden, der sich am Leben seiner Mitmenschen vergreift strikt verurteilen, und der Papst, das Oberhaut der Christen, müsste konsequenterweise auf der Seite der Opfer stehen, auf der Seite der schwachen und Elenden, der umgebildeten und Ausgeschlossenen, kurz: auf der Seite der einfachen Leute, wie es die ersten Getreuen christlich auch waren. Und die Kalifen, Imane, Ayatollahs, Mullahs und die anderen islamischen Würdenträger müssten über alle, die in wilder Kampfeslust das Schwert zücken, und nach dem leben der Juden, Christen und Ungläubigen trachten, den Stab brechen." Oh Onfray, Oh Onfray Sie verwickeln sich hier in einer Widerspruch zu ihrem Hedonismus, ihrer hedonistische "think", den was entspräche diesem Hedonismus mehr als wilde Kampfeslust mit dem ästhetischen Schauspiel des gezückten Schwerts?!

Schlussakkord der antihedonistischen Hymne Onfrays: "Alle Repräsentanten der monotheistischen Religionen müssten sich auf Erden für den Frieden die Liebe und die Toleranz einsetzen. dann würde man die Welt nicht wiedererkennen; man könnte die Religionen in ihren Grundsätzen unterstützen und müsste lediglich darauf achten, dass der böse, schlechte Mensch sie nicht für ihre Zwecke missbrauchen." (Die Zitate in den drei letzten Absätzen alle bei Onfray, a.a.O. 240 f; vgl. zur gesamten Problematik des Verhältnisses von Hedonismus, Utilitarismus, und Ethik E. Satter, Wertebewusstsein im Spiegel von Religion und Postmoderne a.a.O. (88-413)

Auf Grund seines hedonistischen Prinzips besitzt Onfray überhaupt kein Kriterium, um Gut und Böse, diese Grundkategorien der Ethik, zu unterscheiden, denn böse und schlechte Menschen machen ja auch das Böse und Schlechte, das sie tun, aus Lust und genussvoller Leidenschaft, sind also ins einem Hedonismus-Park berechtigterweise zu Hause. Interessant ist überdies das Kapitel, wo er über den Islam und deren Reinigungsvorschriften schreibt, wie darüber, was man alles beachten muss, was tatsächlich gelehrt wird, welche Widersprüche und Sinnlosigkeiten auch darin mit-und-mehr enthalten sind. Schon sehr, sehr lesenswert. Die Stärke dieses Buchs besteht grundsätzlich, indem er darlegt warum und weshalb die besonders und gerade monotheistischen Religionen unsere Demokratie verletzen, bzw. zu untergraben versuchen, allen voran der expansions- und sich UN-aufklärerisch-willig gebende Islam. Es ist flüssig zu lesen, leicht zu hand zuhaben und ebenso regt zum Nachdenken an
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 8, 2015 12:18 AM MEST


Religion in der Moderne: Ein internationaler Vergleich (Religion und Moderne)
Religion in der Moderne: Ein internationaler Vergleich (Religion und Moderne)
von Detlef Pollack
  Broschiert
Preis: EUR 39,90

4 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwar was die Daten betrifft, sehr aufschlußreich, aber Insgesamt zu pro-Religon ausgerichtet, 3. August 2015
542 Seiten hat das Buch. Allerdings mitsamt den ganzen Literaturverzeichnissen, Quellenangaben etc. Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch auf Grund des "Ketzer-Podcast" bei YouTube; welches ich hier - nebenbei bemerkt - auch nur weiter empfehlen kann. Das dortige Video hieß: 39.3 Studie: Religion verebbt. Wikipedia schreibt z.B. über den Buchautor: Detlef Pollack ist ein deutscher Religions- und Kultursoziologe. Er forscht unter anderem über das Verhältnis von Religion und Moderne, über die Geschichte der DDR und über politische Kultur. Der Religionssoziologe DETLEF POLLACK, Universität Münster, kommt in einer Studie aufgrund repräsentativ erhobener Daten zu dem Ergebnis, dass Konfessionslosigkeit überdurchschnittlich oft zusammen mit den Merkmalen männlich, hochgebildet, Stadtbewohner, Besserverdiener auftritt. Der Befund lässt wohl klar die Deutung zu, dass von diesen Befragten ein Gegensatz empfunden wird zwischen Glauben und Wissen. Von diesen Konfessionslosen stimmten ferner drei von fünf der Aussage zu: »Ich glaube nicht, dass es einen persönlichen Gott, irgendein höheres Wesen oder eine geistige Macht gibt«.

Wenn man sich allerdings im Internet und egal auch - wo man es nachrecherchiert - und sich über eben diesen Forscher und die seinige "Motivation" das Buch zu schreiben informiert, wird eines auf jeden Fall überdeutlich: Parteilichkeit, Voreingenommenheit und eine grundsätzliche Distanzlosigkeit wird nicht gewahrt!, wesentlich schlimmer wiegt es dagegen, wenn der Autor wie auch sein zugehöriger Co-Autor gänzlich die Augen vor ganz eindeutigen TATSACHEN verschließen!, und so vieles betreffend des vor allem dann patriarchal orientierten Christentums, nicht wahrhaben wollen!

Das Aber....

Denn zwar ist das Buch äußerst interessant, die zwei Autoren zeigen z.B. mit auf, das es wieder erstarkte Religiosität in weiten Teilen Asiens gibt - was ich nur begrüßen kann - es gibt des weiteren unglaublich viele Zahlen (Statistiken werden vorbildlich aufgelistet bzw. entsprechend offen gelegt). aber wird dabei die "philosophische" Konsequenz all dessen, warum sich also im vor allem heutigen Zeitalter all zu viele in vornehmlich säkuralisierten Europa von den traditionellen Religionen entfernen, verschwiegen..., sprich: WARUM denn als Beispiel derart viele aus der Kirche nicht nur austreten, sondern vielmehr die Faxen mit dieser menschenverachtenden Institution satt haben. Hinzu kommen weitere Märchen, die auch einfache nicht so stark gebildete Menschen langsam erkennen, nämlich: dass das patriarchalische Christentum letztlich unfassbar "primitiv" ist was deren "angeblich" letztgültige Glaubenswahrheit betrifft. Eine durch und durch groteske Opfertheologie. Ein wirklicher Gott, den man per se ohnehin nicht definieren kann, hat solches nicht nötig. Aber das wäre sozusagen das ernstere Problem, wessen die Autoren sich zu mehr Klarheit nicht getrauten. Ansonsten ist das Buch sehr gut, es wird vieles äußerst gut erklärt und ebenso gekonnt das meiste umschrieben, Beispiele aufgezeigt, Statistiken werden sauber und offen präsentiert; Vergleiche angestellt, die jene grassierenden Probleme innerhalb einiger Konfessionen verdeutlichen uvm., doch eben vergessen, warum denn im heutigen Europa die meisten die Lust an Religion verloren haben. Der Grund ist vor allem nun mal darin zu erkennen, weil wir aufgeklärt sind und um die wirklichen Wahrheiten der zumeist patriarchalischen Religionen Bescheid wissen.

Auf (S.367) wird entsprechendes kundgetan: Von einer Rückkehr der Religionen - die manche Theologen und Religionssoziologen beobachten wollen - profitieren die beiden großen Kirchen jedenfalls nicht. Die Statistiken zeigten für Westeuropa eine kontinuierliche Abnahme an Mitgliedern und Gottesdienstbesuchen. Was allerdings stattfindet, ist eine gewisse Hinwendung meist jüngerer Menschen zu fundamentalistischen religiösen Bewegungen einerseits, wie zum Beispiel zu der evangelikalen ProChrist-Bewegung oder zu esoterisch angehauchten Zirkeln und Sekten andererseits, die sich ihren Glauben aus verschiedenen - bevorzugt fernöstlichen - Lehren nach Gutdünken zusammensetzen. Prof. Uwe Lehnert, der übrigens das tolle Buch- Warum ich KEIN Christ mehr sein will - geschrieben hatte, verdeutlicht in einem kleinen Blog beim Humanistischen Pressedienst, wie unsauber mit Zahlen seitens vor allem der Kirchen gearbeitet wird. BERLIN. (hpd) In offiziellen Statistiken und in Diskussionen ist bisher immer die Rede von 4,9 Prozent Muslimen, die angeblich in Deutschland leben. Das entspräche bei derzeit rund 80 Millionen Bürgern insgesamt einer Zahl von 3,9 Millionen muslimischer Bürger. Laut Forschungsgruppe Weltanschauungen (fowid) beträgt der Prozentsatz muslimischer Mitbürger für 2013 inzwischen nur 4,2 Prozent, das wären dann 3,4 Mill. Muslime.

Weiteres dazu, siehe. HPD und TRÜGERISCHE ZAHLEN

Den evangelischen und katholischen Kirchen drohen in Deutschland zahlreiche Kirchenaustritte: Nach einer Umfrage des Heidelberger Sinus-Instituts sind rund eine Million Menschen entschlossen, aus ihrer Religionsgemeinschaft auszutreten: Dies entspreche einem Anteil von 2,4 Prozent der Kirchenmitglieder ab 14 Jahren, berichtet die 'Zeit'-Beilage 'Christ & Welt'.

'Nimmt man diejenigen dazu, die über einen Austritt nachdenken, (') ergibt sich ein Schwundpotenzial von mehr als fünfeinhalb Millionen', heißt es in der Studie.

Diese ganzen zahlen sind neben weiteren Studien, wie die SHELL-Studie, wo es um die Glaubensansichten der Jugendliche gibt, eindeutig. wenn man allerdings im traditionellen sinne gläubig, sprich: indoktriniert ist, sodann kann dies alles natürlich müsste man meinen, nicht nachvollziehen.

Keine Renaissance der Religion

Nur 30 Prozent glauben an einen persönlichen Gott, weitere 19 Prozent an eine unpersönliche höhere Macht. 28 Prozent der Jugendlichen stehen dagegen der Religion fern, der Rest (23 Prozent) ist sich in religiösen Dingen unsicher. Typisch für die heutige Jugend ist, dass sie zwar die Institution der Kirche grundsätzlich bejaht, gleichzeitig aber eine ausgeprägte Kirchenkritik äußert. 65 Prozent finden, die Kirche habe keine Antworten auf Fragen, die Jugendliche heute wirklich bewegen.

Werte und Religion

Die emotionale Vergewisserung der eigenen Kultur geht bisher nicht mit einer Aufwertung oder gar »Renaissance« der Religion einher. Zwar waren Jugendliche im Zusammenhang mit dem Tod des letzten und beim Besuch des neuen Papstes auf dem Weltjugendtag in Köln in den Medien besonders präsent. Außerdem ist die große Masse der Jugend mit Ausnahme der allermeisten ostdeutschen Jugendlichen weiterhin konfessionell gebunden. Dennoch haben Wertesystem und praktisches Verhalten der meisten Jugendlichen nach wie vor nur eine mäßige Beziehung zu kirchlich-religiösen Glaubensvorgaben. Nur 30 % der Jugendlichen bekennen sich in einem kirchennahen Sinne als religiös, indem sie an einen persönlichen Gott glauben. Weitere 19 % glauben an eine unpersönliche höhere Macht. Sie pflegen damit, besonders wenn sie älter werden, einen Glauben, der nur sehr bedingt etwas mit dem Glaubenssystem der Kirchen zu tun hat. Viele Jugendliche sind glaubensunsicher (23 %), besonders unter den jüngeren Jugendlichen. Weitere 28 % meinen konsequent, dass sie weder an Gott noch an eine höhere Macht glauben. Diese Absage an die Religion nimmt, ebenso wie der unkonventionelle Glaube an eine höhere Macht, mit dem Alter zu. Nimmt man alle verfügbaren Daten der letzten Jahre zusammen, dann zeigt sich eine im Wesentlichen unveränderte Einstellung Jugendlicher zur Religion.

Dass dennoch viele Jugendliche auf kirchlichen Großveranstaltungen und in der kirchlichen Jugendarbeit präsent sind, erklärt sich daraus, dass viele eine prinzipiell wohlwollende Einstellung zur Kirche haben. 69 % finden es gut, dass es die Kirche gibt. Nur 27 % der Jugendlichen meinen, dass es, wenn es nach ihnen ginge, die Kirche nicht mehr zu geben brauchte. Dieses generelle Wohlwollen geht aber mit einer weit verbreiteten Kirchenkritik einher. 68 % der Jugendlichen finden, die Kirche müsse sich ändern, wenn sie eine Zukunft haben will, 65 % sagen, die Kirche hätte keine Antworten auf die Fragen, die sie wirklich bewegten. Das heißt, dass an der Schnittstelle der kirchlich-religiösen Angebote zum Wertesystem und zum Leben der Jugendlichen der Einfluss der Kirchen zumeist endet.

Große religiöse Unterschiede

Wie das Beispiel der ostdeutschen Jugendlichen und der Jugendlichen mit Migrationshintergrund zeigt, gibt es jedoch innerhalb der Jugend auch große religiöse Unterschiede. 'Religion light' bei westdeutschen Jugendlichen

Einige unserer Vorfahren hätten dank Galileis Berechnungen schon vor 500 Jahren "an kosmischem Minderwertigkeitsgefühl" zu leiden begonnen. Die meisten aber hätten das unerträgliche Bewusstsein, nicht der Weltmittelpunkt zu sein, sondern nur ein exzentrischer und belangloser kosmischer Zufall, erfolgreich verdrängt.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 26, 2015 3:58 PM MEST


Unsere einsame Erde
Unsere einsame Erde
von Peter Ward
  Taschenbuch
Preis: EUR 54,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Für mich nichts weiter als Anthropozentrismus, 25. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Unsere einsame Erde (Taschenbuch)
Der Geologe Peter Ward und der Astronom Donald Brownlee von der University of Washington schrieben: "Ohne den Mond gäbe es kein Mondlicht, keinen Monat, keine Mondsüchtigkeit, kein Apollo-Programm, weniger Lyrik und eine Welt, in der jede Nacht dunkel und düster wäre. Ohne einen Mond hätten wir vermutlich auch keine Vögel, Redwoods, Trilobiten oder andere höher entwickelte Lebensform die Erde bevölkert." Das Grundproblem ist ein spirituelles oder gar religiöses. Zugegeben: davon berichtet der Autor zwar nicht, aber subtil oder unterbewusst schwingt immer noch der Dünkel von der immer fortwährenden Einzigartigkeit. Auch welchen Gründen auch immer die physikalischen Gesetze so und nicht anders sind, jedenfalls steht außer Zweifel, daß das Weltall so angelegt ist, daß die (gemessen an menschlichen Maßstäben) massenhafte Erzeugung von Kohlenstoff, Sauerstoff und Stickstoff eine zwangsläufige Folge der Lebenszyklen der Sterne ist und daß sich zwangsläufig um Sterne wie die Sonne Planeten wie die Erde bilden, die durch den Einschlag von Kometen mit komplexen organischen Molekülen, die ursprünglich aus interstellaren Wolken stammen, angereichert werden. Wir bestehen aus Sternenstaub, weil wir eine natürliche Folge der Existenz von Sternen sind, und wenn man sich dies klarmacht, dann kann man eigentlich nicht mehr glauben, daß wir allein im Weltall sind - und damit einzigartig. Es ist der Wahnsinn des Menschen, sich für "ach" so wichtig zu kategorisieren!

Die Erde mag uns zweibeinigen Winzlingen riesig erscheinen: im kosmischen Maßstab ist sie aber so unscheinbar klein, das es geradezu vermessen ist, sie als "Staubkorn im Weltall" zu bezeichnen. Schon gegenüber unserer Sonne wirkt die Erde wie ein Melonenkern gegenüber einer Wassermelone. Dabei ist die Sonne selbst nur ein gelber Zwerg, der gegenüber dem roten Riesen Arcturues Melonengröße annimt und gegenüber dem roten Überiesen Betegeuze optisch ganz verschwindet. Seit Kopernikus dürfte es sich einigermaßen herumgesprochen haben, dass die Erde sich keineswegs im Mittelpunkt des Universums befindet (den es in einem unendlichem Kosmos auch gar nicht geben kann). Wir befinden uns nicht einmal im Zentrum unserer eigenen Galaxie, sondern in einem der äußeren Spiralarme, sozusagen in der tiefsten galaktischen Provinz, rund 26000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße entfernt. Neben unserer Sonne tummeln sich in unserer Galaxie 300 Milliarden weiterer Sterne, wobei die Milchstraße nur eine Galaxie unter schätzungsweise 130 Milliarden Galaxien mit etwa 70 Trilliarden Sternen ist. Das Weltall ist, das lässt sch kaum bestreiten, ganz schön groß
Als Wissenschaftler im Jahre 2003 das Hubble-Weltraumteleskop angewiesen, elf Tage lang auf denselben kleinen Himmelsfleck zu starren, entdeckte es mehr als 10.000 Galaxien in einem Ausschnitt des Himmels, dessen Anteil am Blickfeld nicht größer war als er eines Stecknadelkopfes, den man mit ausgestreckten Arm gen Himmel streckt. Extrapoliert man dieses Ergebnis auf die gesamte Himmelskugel, dann muss es im beobachtbaren Universum etwa 130 Milliarden Galaxien geben. Und dies enthalten im Durchschnitt jeweils um die 400 Milliarden Sterne. Das Weltall ist wirklich ziemlich groß. Wenn das Weltall so unvorstellbar groß ist und wirklich 70 Trilliarden Sterne enthält, kann man daraus schließen, das es auch jenseits unserer Atmosphäre irgendwo Leben geben muss? Galaxien wie Sand am Meer. Das von mir soeben erwähnte Foto, welches das Hubble-Weltraumteleskop geschossen hat, wurde ausgewählt, weil er auf den ersten Blick nahezu leer erschien. Er enthält nur zwei Sterne, die in unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße angesiedelt sind. Von den übrigen 3.000 hellen Flecken auf diesem Foto ist jeder einzelne eine eigene Galaxie. In weiter Ferne dieser Ausschnitt stellt nur ein Fünfmillionstel des Himmels dar und enthält demnach auch nur einen entsprechend kleinen Anteil der schätzungsweise 130 Milliarden Galaxien unseres Universums.

Es ist ein Fehler Habitable Zone als gesicherte Erkenntnisse anzunehmen. Diese ist jedoch nur eine Annahme und basiert auf einem fehlerhaften Bild der Physik. Die Bedingungen für habitable Planeten sind in Wirklichkeit ganz anders.Obwohl nun bereits rund 1000 Exoplaneten bekannt sind, bereiten diese Welten den Astronomen immer wieder große Überraschungen. Leben ist ein universellen Prinzip. Überall, wo die Wissenschaft kein Leben erwartet, wimmelt es bei genauerem Hinsehen nur so von Leben. Selbst in einem aktiven Reaktorkern hat man Leben entdeckt. Stichwort: Extremophile

Es könnte ja auch sein, dass die Bewohner des Universums jeden Planeten, der neu entsteht, besiedeln. Also so, wie wir das hier auf der Erde mit Inseln machen. Wäre doch naheliegend für eine den gestirnten Raum bereisende Gesellschaft. Wir warten auf der Erde ja auch nicht bis auf einer neuen Insel eine Menschheit entsteht, damit wir diese besuchen können, sondern wir besiedeln sie selbst. Es gibt allein auf unserer Erde eine unglaubliche Vielfalt an Leben - mehr oder auch weniger intelligent. Für mich ist daher klar, dass es auch woanders im Universum Leben gibt. Schon allein deshalb, dass wir innerhalb einer recht jungen Galaxy leben. Unsere Intelligenz ist daher nicht gerade hoch entwickelt. Und manchmal hat man auch das Gefühl, dass unsere Entwicklung mit Absicht "ausgebremst" werden soll. Denn schon allein Menschen wie TESLA habe mit Ihren technischen Entwicklungen gezeigt, dass wir schon längst für alle ohne Energiesorgen zusammen leben könnten.

Die Argumente welche hier vorgebracht werden, sind eine wirklich große MINDERHEIT, denn kaum einer meiner KollegInnen teilt die Ansicht des Autors. Wie immer schon vergessen die Astrobiologen jene unfassbaren Weiten und die Zahlenwerte und die zukünftigen Entdeckungen. Schon heutzutage ist sehr eindeutig klargeworden, das sich das Leben nicht wird aufhalten lassen. Es gibt Massen - NEIN: tonnenweise Material welches zusammengetragen wurde, die des weiteren deutlich erkennen lassen, das es sehr wohl möglich ist, davon auszugehen, wie viel komplexes Leben sich woanders entwickeln konnte. Laufend wird dazu neues dargeboten. Ist die Erde, so die voreingenommene, doch recht seltsame Fragestellung des Buches - nur ein unbedeutender Planet um eine gewöhnliche Sonne in einer der vielen mindestens 100 MILLIARDEN (!!) Galaxien im Universum, wie es der Astrophysiker Carl Sagan einmal, so klug und weitsichtig wie er ja gewesen ist, schrieb? Antwort: JA, freilich ist sie dies. Die Erde ist genau wie - WIR - und vor allem dann im Gegenüber des riesigen Universums das wiederum nur eines von weiteren Billionen anderen sein könnte - UNBEDEUTEND - weil wir wie kleine Ameisen in einem Universum sind, was sich einen Wurz für uns zu interessieren scheint. Wir sind kleine mickrige unwichtige Lebewesen in einem System, das nicht einmal besonders ist. Was hier im Buch versucht wird, ist religiöse Projektions-Verdächtigkeit als Ludwig Feuerbach. Die Menschen nehmen sich einfach viel zu wichtig.

Es werden fast täglich neue Exoplaneten entdeckt. Wissenschaftler rechnen inzwischen mit 600 Milliarden Planeten allein in unserer Galaxie. Davon sind etwa 6 Milliarden erdenähnliche Planeten. Und diese Hochrechnungen werden alle paar Wochen nach oben korrigiert. Unser Sonnensystem ist dabei eher durchschnittlich. Es gibt über 100 Milliarden Galaxien, unsere ist eher eine kleine Galaxie. Andere sind sehr viel größer. Leben ist ein universelles Prinzip. Überall findet man Leben, sogar dort wo man es gar nicht vermuten würde (Extremophile). So gibt es Bakterien in Dieseltanks, auf Island in heißen Quellen bei 95° C, unter dem Eis der Antarktis und selbst in natürlich vorkommender Flusssäure. Selbst in aktiven Reaktorkernen gibt es Bakterien! Mal abgesehen davon, dass 4 Milliarden Jahre für die Entstehung von Leben durchaus angezweifelt werden darf, wäre es ' selbst wenn die 4 Milliarden Jahre stimmen würden ' durchaus möglich, dass sich da draußen Leben entwickelt hat dass uns Milliarden von Jahren voraus ist.

Wenn man alleine die Entwicklung der letzten 150 Jahre betrachtet, was wir in dieser Zeit alles auf die Beine gestellt haben, denn vor 150 Jahren fuhren wir noch mit Pferdekutschen und hatten Öllampen. Und nun stelle man sich vor, was wir in z.B. 40.000 Jahren alles können werden. Dabei wäre eine Menschheit, welche uns nur 40.000 Jahre voraus wäre praktisch gleichaltrig. Sie könnte aber auch eine Milliarde Jahre weiter sein als wir. Das ist weit jenseits unserer Vorstellungskraft!

Also, die Wahrscheinlichkeit, dass es keine entwickelte Spezies gibt die uns besuchen könnte, und es auch machen würde, tendiert ' wissenschaftlich gesagt ' gegen Null. ;-)

Es hat man einer einen schönen Satz geprägt:

'Ich brauche nur etwas Aufmunterung dazu, um Professor Lovell zum Beweis zu verhelfen, daß die Londoner Omnibusse lediglich ionisierte Lufttaschen sind, welche durch eine Umkehrung der Temperatur die Neonlichter des Piccadilly Circus widerspiegeln. Dafür dürfte ich fraglos einen verwaisten Lehrstuhl erhalten.'
Autor unbekannt.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 22, 2015 4:55 PM MEST


Das elegante Universum: Superstrings, verborgene Dimensionen und die Suche nach der Weltformel
Das elegante Universum: Superstrings, verborgene Dimensionen und die Suche nach der Weltformel
von Brian Greene
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz fantastisch, außerordentlich geschrieben. Respekt vor Hr. Green, 12. Juli 2015
Dieses Buch hat seine fünf Punkte redlichst verdient, das muss man einfach anerkennen; selbst wenn dieser jemand, welcher es verneinen sollte, kein Freund entweder der Physik allgemein oder aber der Stringtheorie ist. Einziges Manko könnte eventuell sein, dass das Buch schon ganze seit seinem erstmaligen Erscheinen 16 Jahre auf dem Buckel hat, denn so meine ich doch, das auf der ersten Seite Cobyright 1999 steht. Aber ist dies keinerlei Hindernis, das Buch nicht zu kaufen oder zu lesen; ganz im Gegenteil, es ist geradezu ein MUSS. Denn es ist ganz eindeutig eine Art von auch literarischem Genuß. Dies alleine schon deswegen, weil es derzeit KEINEN anderen Autor im Bereich der Physik zu geben scheint der die verschiedenen unglaublich komplexen Sachverhalte so einfach und verständlich mit interessanten und ja auch sogar mit des öfteren witzigen Geschichten umschreiben kann, wie es Prof. Green, brillant wie immer, zelebriert. Große Klasse, wirklich. Vielleicht gefällt dies dem ein oder anderem nicht so Recht, doch ist es bestimmt auch ein wichtiges Anliegen von Seiten des Autors gewesen, die von mir erwähnten - komplexen Sachverhalte der Physik - verständlich rüber zu bringen. Denn nur allzu schnell kommen da die ganz einfachen "Laien" möchte ich sie mal nennen, nicht mehr mit; vor allem aufgrund der in der Tat mathematisch-formulierten Stringtheorie. Hierfür gebraucht es des öfteren schon mal erweiterte Mathematik-Kenntnisse. Und wie so oft, verlieren viele das Interesse. Nicht das es auf alle zutrifft, doch habe ich ähnliches bei meinem Bekannten-Kreis erlebt. Immerhin ist eine Freundin Mathematikerin, ein anderer ist studierter Evolutionsbiologe, die anderen zwei meine Chemiker-Kollegen; und alle genannten verspürten kaum weiteres Interesse in Richtung Stringtheorie, und das einzige Argument war wie immerzu das gleiche, was man von den bekannten Kritikern hört: Sie ist einfach nicht beweisbar und taugt zu nichts, es gibt kaum nützliche ja auch vor allem keine relevanten Daten, mit welchen man etwas anfangen könnte. Dabei haben alle das Buch angefangen zu lesen, es aber, wie ich vernahm, enttäuscht wieder zurückgegeben. Ich war ebenso enttäuscht von deren Motivations-UN-Lust der besagten Freunde. Aber nun, was will man da machen...

Deshalb sei gesagt, das ich großen Respekt vor all den vielen Stringtheoretikern habe, denn vielleicht könnte diese Theorie ja dennoch - irgend-wann-einmal als Durchbruch in der gängigen Physik bekannt werden. Ausschließen darf man so etwas zur Gänze auf keinen Fall. Denn Wissenschaft sollte lebendig sein, vieles immer hinterfragen, nicht dogmatisch werden und man sollte immerzu versuchen vorwärts zu schauen, sich nicht einlullen lassen. Viele meinen, die Stringtheorie würde - letzten Endes - zu rein gar nichts führen, ja manche tendieren sogar zur fadenscheinigen Argumentation, dies alles und mehr dies betreffend wäre Unnütz, nicht wirklich Hilfreich als Gesamtes und von daher überflüssig, da es ohnehin nicht-einmal (!) experimentell testbar ist, und es überdies seit 1963 kein einziges Indiz für eben dieses Theorie gibt. ABER: Vorsicht sollten jene Kritiker walten lassen, denn sehr wissenschaftlich ist solches schnelle Aburteilen nicht gerade. Denn allzu vorschnell wird leider gegen Hr. Prof. Green argumentiert und des öfteren wird er als unseriös bezeichnet, also zumindest was seine Gedankenspiele in bezug zur Stringtheorie betrifft. Ein Rezensent über Amazon bezichtigt den äußerst fachkundigen und brillanten Professor Green gar der esoterischen Schwärmerei. Hierbei erübrigt sich sozusagen jeglicher Kommentar, denn es gebraucht schon wahrlich großartige Unkenntnis um zu solch einem dilettantischem Urteil zu gelangen.

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Etwas zum Taschenbuch:

Jetzt aber etwas zum vorliegenden Buch. Ich selber muss drüber hinaus gestehen, das ich keine KINDLE-Leserin bin; wenn es also zur Verfügbar steht, so kann ich hierzu nichts exaktes schreiben, jedoch ist das Taschenbuch keine allzu große Glanzleistung geworden, da es schwer mit einer Hand zu halten ist, da klebegebunden - mit zwar einem starken Rücken versehen wurde, der Insgesamt sehr elastisch und gesamt betrachtet seine Form beibehält, also keine (nervigen) Knicke verursacht - dennoch muss man das Buch sehr stark auseinanderdrücken um die nächste, vor allem rechte Seite gut und permanent lesen zu können. Zu der gebundenen Ausgabe kann ich nichts weiterführendes ergänzen.

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Was mir natürlich noch am Buch gefallen hat, waren die leichten Erklärungen seitens des Autors, die vielen Begrifflichkeiten, sowie die verständliche Art vom Wesen eines schwarzen Lochs zu berichten bzw. sehr ausführlich zu schreiben; wie er auch über DIE STRINGTHEORIE munter erzählte. Wie immer schon war die Umschreibung der faszinierenden Quantenmechanik wirklich SUPER; ganz grandios so die meinige "subjektive Interpretation" wie Hr. Green das alles erklären kann. Interessant auch Teil III unter Kosmische Symphonie und im Kapitel 6 in: Die Grundlagen der Superstringtheorie auf Seite 163, zuvor ja schon auf Seite 161, wo er detailliert anfängt über die Theorie an sich zu schreiben; zwar zunächst mehr philosophisch, dann anschaulich im Bereich der Physik vor allem analythisch und prägnant

Anschaulich dazu ein kleiner Text aus dem BUCH:

"Es gibt ganze FAMILIEN von energieärmsten Stringschwingungen, wobei jede Familie mit einem LOCH im Calabi-Yau-Anteil des Raums assoziiert ist. Da die vertrauten Elementarteilchen den energieärmeren Schwingungsmustern entsprechen sollten, bedeutet die Existenz mehrerer Löcher - vergleichbar denen im mehrhenkligen Doughnut -, daß sich die Muster der Stringschwingungen in mehrere Familien aufgliedern lassen Wenn der aufgewickelte Calabi-Yau-Raum drei Löcher hat, dann haben wir es mit drei Familien von Elementarteilchen zu tun. Deshalb behauptet die Stringtheorie, daß die experimentelle beobachtete Familienorganisation kein unerklärliches Produkt des Zufalls oder göttlicher Einwirkung ist, sondern ein Abbild der Löcherzahl in der geometrischen Form der Extradimensionen umfaßt! das ist eines jener Ereignis, die das Herz eines Physikers höher schlagen lässt!"

Weiterhin unschlagbar sind die Ausführungen auf Seite 269, Kapitel 10, wo er über die Quantengeometrie schreibt. Einfach nur spannend und aufregend zugleich wie ich befinde. Das sollte man wirklich einmal gelesen haben. Es ist eine intellektuelle Herausforderung. Genauso wie die Frage, die der Autor auf Seite 341 stellt: "Welchen Wert hat die String-Kopplungskonstante denn nun?", und weiter geht`s auf der nächsten Seite mit Fragen wie der jener Gleichungen der Stringtheorien in Kombination der M-Theorie, der Theorie von allem. Weiterhin faszinierendes gibt es ab Seite 400 zu lesen, in dem der Autor sich einerseits den Urknall vornimmt, sowie später die weiteren Aussichten bezüglich der Stringtheorie erläutert...und umschreibt. Hinzu kommt am Ende in den Anmerkungen einige mathematische Details und es gibt einen Glossar mit Begrifflichkeiten, sodass jeder etwas für sich schnell nach-recherchieren kann. Für mich aber ist das Kapitel: Risse in der Raumzeit am spannendsten gewesen

Edward Witten, ein berühmter und anerkannter Physiker ergänzte dies, indem er sagte: "Ich habe den Eindruck, wir sind dem Kern der Stringtheorie so nahe, daß ich mir - in den Augenblicken größten Optimismus - vorstelle, die endgültige Form der Theorie könnte jeden Tag vom Himmel fallen und im Schoße irgendeines Physikers landen. Realistischer betrachtet, denke ich, daß wir gegenwärtig eine Theorie entwickeln, die tiefer und weiter reicht als alles, was wir vorher hatten und daß irgendwann weit im 21. Jahrhundert, wenn ich zu alt bin, um noch irgendeinen nützlichen Gedanken zu diesem Thema zu fassen, jüngere Physiker werden entscheiden müssen, ob wir tatsächlich die endgültige Theorie gefunden haben." Zitat in dem Buch auch auf Seite 431.

Unabhängig davon sollten alle, die sich mit der Materie auskennen, zugeben, das es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch wesentlich mehr - auch mysteriöses in diesem unserem drei-dimensionalen Raum - gibt, als es die ewig-gestrigen wahrhaben wollen. Damals, im Jahre 1999, als dieses Buch von Prof. Green verfasst wurde, ahnte man noch nichts von den Higgs-Bosonen, theorethisch zwar ja, aber lag alles dies zutreffendes - in weiter, weiter Ferne. Mathematisch ist solches immer leicht zu postulieren, der gängige Weg dorthin funktioniert jedoch einzig allein über die Experimente. Zum Beispiel sei hier zurück an die gute Prof. Lisa Randall erinnert, die in ihrem 2005 erschienenen Buch - verborgene Dimensionen - sogenannte Extra-Dimensionen und Branen postulierte, und jeder Kritiker war darüber am spotten, jetzt aber gelang als Beispiel der Nachweis des Higgs-Feldes...Wie sagte es doch Prof. Harald Lesch über das Higgs-Boson: "Das versteht kein Mensch"..., aber interessant ist es doch, das viele solches von vornherein verneinen, dann aber einsehen müssen, sich fundamental geirrt zu haben; und ich wette fast drauf, das dies noch mehr als dutzende male passieren wird. Höchstwahrscheinlich gibt es sogenannte Extradimensionen und auch die Strings sollten in KEINSTER WEISE abgeschmettert werden, denn NICHTS scheint unmöglich. Dieses Universum ist viel grandioser und geheimnisvoller als wir es bisher wahrhaben möchten. Unsere Sinne sind tragischerweise für weiterführende Türen/Welten/Sphären usw., nicht geöffnet, alles ist uns versperrt; wir benötigen riesige Gerätschaften um hinter das Geheimnis des Universums zu gelangen, ganz zu schweigen, was überhaupt noch wo überall zu finden sein könnte..., fernab von unserer kleinen Erde, oder ob es gar ein Multiversum gibt
Ach ja..aber dennoch sollte es wichtig sein, darum Bescheid zu wissen, das es einfach unglaublich viel Spaß macht sich so was nicht nur einzuverleiben, sondern es zugleich mit-impliziert, in welchem außerordentlichen Jahrhundert wir alle leben; denn wir erleben gerade mit, wie etwas aus der Welt, in welcher wir ein Bestandteil sind, aufgedeckt wird...wir entschlüsseln das Universum. Das ist Wissenschaft pur, auch wenn es in den allermeisten Fällen - konkret jetzt auf die Stringtheorien bezogen - teil`s eine recht wilde Spekulation ist und ebenso eine verbleibt, aber dennoch kann sich hieraus später etwas äußerst wichtiges ja auch herauskristallisieren...

"Es ist aber dennoch ein wirklich erhabener Gedanke, daß Geschöpfe auf einem Planeten, der einen höchst durchschnittlichen Stern in den Außenbezirken einer ziemlich gewöhnlichen Galaxie umkreist, kraft ihres Denkens und ihrer Experimente fähig waren, einige der rätselhaftesten Eigenschaften des physikalischen Universums zu begreifen. Trotzdem liegt es in der Natur der Sache und der Physiker, daß sie erst zufrieden sein werden, wenn sie das Gefühl haben, das Universum auf seiner tiefsten und fundamentalsten Ebene verstanden zu haben." Brian Greene
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 21, 2016 10:48 PM CET


Poltergeist
Poltergeist
DVD ~ Sam Rockwell
Preis: EUR 7,29

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein totaler Reinfall, 11. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Poltergeist (DVD)
Der erste Teil von Poltergeist aus dem Jahre 1986 hatte damals nicht nur durch jene originellen Effekte viele mit in den Bann gezogen, sondern auch durch seine unglaublich dichte Atmosphäre, wie überhaupt die schauspielerischen Leistungen - man denke nur mal nebenbei an die Situation als die Poltergeist-Jägerin der Familie erklärt, was es Insgesamt eventuell mit dem "Biest", wie sie es dereinst nannte, auf sich haben könnte - sowie an jenen Soundtrack von Jerry Goldsmith; legendär = unvergessen, oder etwa nicht? Ich empfinde jedenfalls so. Auch der zweite Teil war super umgesetzt gewesen. Fairerweise sollte man nicht unerwähnt lassen, das es nun auch schon ein Weilchen her ist, seitdem ein sogenanntes "Remake" versucht wurde, aber das man derart "simpel" versucht es "abzudrehen" - denn genau den Eindruck hatte ich allseits dabei gehabt - konnte ich mir kaum vorstellen, aber wie so immer wird man seitens Hollywood - diesbezüglich - in der letzteren Zeit kaum enttäuscht.

Natürlich gab es im Film ein paar Highlights, wie z.B. als die Tochter in der Garage auf einmal im Boden stecken blieb, oder aber als der Student im Schlafzimmer - wo die kleine erstmals verschwunden war - etwas wie eine Art von Halterung an der Wand aufhängen wollte und sein Arm sodann mitsamt dem Bohrer durch die Wand gezogen wurde, ihn festhielt und versuchte in den Kopf zu bohren; wobei das eigentlich grotesk genug war und kaum der weiteren Rede wert ist, genauso wenig wie die Entführung der kleinen. Allzu schnell und ebenso leicht abgedreht. Langweilig eben, genau wie begleitende Soundtrack. Erstaunt bin ich so doch über auch die schlechten schauspielerischen Leistungen, das hat mich wirklich überrascht, denn man merkt es dem ein- oder anderen förmlich an, das keine Motivation vorhanden ist. Zumindest nicht merklich. Es gab dort eine weitere ja fast schon ulkige Szenerie, in welchem der junge Sohn der darin beteiligten Familie die Forscherin, welche ihre Gerätschaften untersucht, fragt, ob es denn nicht empfehlenswert wäre nun "die kleine", also die seinige Schwester zurückzuholen (?), woraufhin die Forscherin nur lapidar wie "plump" antwortete: "Ja, du hast recht. Eine gute Idee." Dabei erkannte man schnell wie Hilflos wie Schauspieler waren, denn das war mehr eine Intuition als ein auswendig gelernter Dialog, den man ernst nehmen sollte.

In den letzten Jahren ist wirklich kaum interessantes an "Remakes" abgespult worden.

Zugegeben: so schlecht ist der Film nun nicht geworden, aber war dieser eben total langweilig, kaum originell, und erweckte nun mal eher den Eindruck das Geld schön zu verprassen. Sinnvoll ist dieser Film ist keinster Weise gewesen. Sicherlich könnte man einwenden, welcher wäre dass schon? Aber manche Filme können eben DOCH etwas mit-bewegen, zum Mitdenken anregen, verstecktes mit-hineininterpretieren, meinetwegen versuchen es auf einen symbolischen Status zu drücken oder diesen als solchen vermitteln. Aber bei diesem bleibt rein gar nicht innovatives, effektvolles, dramaturgisches, kunstvolles, ethisches oder gar - erwähnenswertes hängen. Leider eine totale Pleite, zumal die Filmmonster nicht wirklich vorkommen, nur zwei mal gezeigt werden und CGI-Kreaturen ohne Lebhaftigkeit verkörpern.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 21, 2015 8:10 AM MEST


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