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Rezensionen verfasst von
Jayanti "Naturwissenschaften sind-mehr als-fantastisch" (Château St. Germain, 1663 Gruyères, Schweiz)

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Hexenwahn und Hexenprozesse
Hexenwahn und Hexenprozesse
von Manfred Hammes
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So etwas gehört in den Religionsunterricht!, 20. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Hexenwahn und Hexenprozesse (Taschenbuch)
Inhalt:

Hexen waren die totale Existenzbedrohung des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit: Krankheit und Tod, Unfruchtbarkeit, schlechte Ernte und kranke Tiere ' alles war Hexenwerk.
Mehrere hunderttausend Menschen wurden zwischen 1450 und 1750 in Mitteleuropa als Zauberer und Hexen verbrannt, die meisten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

Dieses Buch zeigt, wie Theologen und Juristen dazu beitrugen, daß ganze Prozeßlawinen ins Rollen kamen und wie die bisher meist unterbewerteten finanziellen Interessen der meisten Beteiligten für eine Fortsetzung der Hexenverfolgungen sorgten. Anhand zahlreicher Beispiele und Zitate werden besonders Zustandekommen und Ablauf der Gerichtsverfahren genau untersucht. Die zeitgenössischen Befürworter und Gegner der Hexenprozesse und ihre Werke sowie der von ihnen ausgeübte Einfluß werden ausführlich dargestellt.

Aus dem Zeitgeist heraus, kann man übrigens alles erklären; das ist nun in der Tat ein sehr, sei dazu formuliert - dämliches ARGUMENT!, denn viele Befürworter des völlig überschätzten Reformators wollen (einfach und intolerant wie so so oft sind) partout nicht einsehen, das es nicht nur - die damalige Zeit gewesen ist, sondern bezogen sich Luther, die Kirchen und die dummen Kirchenlehrer und viele andere extrem-maskulin-patriarchalische Schergen direkt auf das maßlos überschätzte sowie voller Idotie, Widersprüche und Frauenfeindlichen -Kommentaren- getränkten Buch, das da genant wird, die Bibel. Schon vergessen? Hexen sollst Du nicht leben lassen: (2. Mos/Ex. 22,17) "Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen." (kath. Einheitsübersetzung) Homosexualität, Ehe-brechen uvm. (3. Mose 20,10): "Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben." (3. Mose 20,11): "Wenn jemand mit der Frau seines Vaters Umgang pflegt, (…) so sollen beide des Todes sterben." (3. Mose 20,12): "Wenn jemand mit seiner Schwiegertochter Umgang pflegt, so sollen sie beide des Todes sterben." (3. Mose 20,13): "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so (…) sollen beide des Todes sterben."

Ist Gottes Werk an Grausamkeit noch zu überbieten? Worin unterscheidet sich Gott denn nun von Adolf Hitler? Zeigt Gott etwa mehr Skrupel? Ist Hitler nicht vielmehr ein Bildnis Gottes, ein gottgefälliges Geschöpf? Doch es geht noch weiter, nicht nur dass die Kinder zerschmettert werden, nein auch die ungeborenen Kinder, die Frucht des Leibes muss dran glauben. Denn siehe, ich will die Meder gegen sie erwecken, die nicht Silber suchen oder nach Gold fragen, sondern die Jünglinge mit Bogen erschießen und sich der Frucht des Leibes nicht erbarmen und die Kinder nicht schonen. «Jesaja 13.17-18» Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert! «Psalmen 137.9» darum soll sich ein Getümmel erheben in deinem Volk, daß alle deine Festungen zerstört werden, gleichwie Schalman zerstörte Bet-Arbeel damals im Krieg, als die Mutter zerschmettert wurde samt den Kindern. «Hosea 10.14» Doch immer noch nicht genug der Grausamkeit, gipfelt Gottes Sadismus darin, schwangeren Frauen die Bäuche aufzuschlitzen. Samaria wird wüst werden; denn es ist seinem Gott ungehorsam. Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre kleinen Kinder zerschmettert und ihre Schwangeren aufgeschlitzt werden. «Hosea 14.1» Auch Kannibalismus ist in der Bibel sehr verbreitet. Man vergesse mal seine frühkindliche Indoktrination durch das Christentum und halte sich vor Augen, was es heisst, das Fleisch seiner eigenen Kinder fressen zu müssen! Ich verstehe beim besten Willen nicht, wie ein geistig gesunder Mensch Christ sein kann. So will auch ich euch im Grimm zuwiderhandeln und will euch siebenfältig mehr strafen um eurer Sünden willen, daß ihr sollt eurer Söhne und Töchter Fleisch essen. «Levitikus 26.28-29». <Jer 9,19-21: So hört nun, ihr Weiber, Gottes Wort und merkt euch, was er sagt; lehrt eure Töchter weinen und klagen: Der Tod ist zu unseren Fenstern eingefallen und in unsere Häuser gekommen, um die Kinder dort zu erwürgen und die Jünglinge auf der Strasse. Ihre Leichen sollen liegen wie der Mist auf dem Felde und wie Garben hinter dem Schnitter, die niemand sammelt.

Und so weiter und so weiter und so...ich könnte noch tausende weitere ungerechte Zitate bringen; <Hes 26,6: Und ihre Töchter .... sollen durchs Schwert erwürgt werden und sollen erfahren, dass ich der HERR bin. (Du sollst nicht töten - ausser Gott befiehlt es....)

Und so weiter und so weiter...: Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen." (3. Mose/Dt 21,18-21)
"Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn, wer ihn liebt, nimmt ihn früh in Zucht." (Spr 13,24)

"Der Tor verschmäht die Zucht seines Vaters, wer auf Zurechtweisung achtet, ist klug." (Spr 15,5)

"Züchtige deinen Sohn, solange noch Hoffnung ist, doch lass dich nicht hinreissen, ihn zu töten."(Spr 19,18 )

"Du schlägst ihn mit dem Stock, bewahrst aber sein Leben vor der Unterwelt." (Spr 23,14)

"Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Verdruss ersparen und deinem Herzen Freude machen." (Spr 29,17)

"Beug ihm den Kopf in Kindestagen; schlag ihn aufs Gesäss, solange er klein ist, sonst wird er störrisch und widerspenstig und du hast Kummer mit ihm." (Sirach 30,12)

"Wer härter straft, zeigt grössere Liebe." Hl. Augustin

"Ein toter Sohn ist besser als ein ungezogener." Martin Luther


Christen gegen Juden
Christen gegen Juden
von Gerhard Czermak
  Broschiert

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr lesenswert, 19. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Christen gegen Juden (Broschiert)
Fast 2000 Jahre währt nun die Geschichte des Christentums und mit ihr die Geschichte der wechselvollen Beziehungen zwischen Christentum und Judentum. Es ist in weiten Teilen eine Geschichte unnachsichtiger Unterdrückung und grausamer Verfolgung, die schließlich im Holocaust gipfelte. Und es ist, trotz der umfangreichen Literatur zur Geschichte der Judenverfolgungen, eine verdrängte Geschichte. Denn noch immer neigen die Kirchen dazu, ihren Anteil am Leiden des jüdischen Volkes zu leugnen, die Verantwortung abzuschieben an einzelne Personen, anonyme gesellschaftliche Kräfte oder staatliche Instanzen. Sie möchten nicht wahrhaben, worauf sie in anderen Zusammenhängen eher stolz sind: Die christlichen Kirchen haben die europäische Geschichte und Kultur seit dem vierten Jahrhundert nachhaltig geprägt. Die Nähe von Thron und Altar, die Verquickung von weltlicher und kirchlicher Macht haben das politische und geistige Leben Europas nahezu eineinhalb Jahrtausende beherrscht. Doch die Verantwortung bleibt durchaus nicht so allgemein und mittelbar; sie reicht weiter und oft bis hin zur Mittäterschaft des Pogromhetzers, wenn nicht sogar zur unmittelbaren Täterschaft des Verfolgers.
Gerhard Czermaks Buch wendet sich an den engagierten Christen, der in der Geschichte der Kirchen nicht nur Erbauung und Rechtfertigung seines christlichen daseins sucht, sondern sie auch – und gerade in ihren schrecklichen Seiten – als Quelle der Einsicht verstehen möchte; es wendet sich an jeden historisch interessierten Leser, der besser verstehen lernen möchte, welche Kräfte den Grund und die Anstöße für die zweitausendjährige Verfolgung der Juden gelegt und gegeben haben. In der Fülle der Literatur zu Antisemitismus und Judenverfolgung ist Czermaks Buch das erste, das die ganze, für die Judenheit so leidvolle Geschichte des jüdisch-christlichen Verhältnisses ausbreitet – von den Lehren des Neuen Testaments bis hin zur „Vergangenheitsbewältigung“ der Kirchen nach dem Holocaust. Den Schwerpunkt legt er dabei auf das neunzehnte und zwanzigste Jahrhundert. Denn der moderne Antisemitismus, der aus mancherlei Quellen schöpfte, seine stärkste Kraft jedoch aus der christlichen Wurzel zog, bildete die Grundlage der rassistischen Naziideologie. Und der nazistische Judenhaß fand eine – wenn auch gemäßigtere – Parallele im christlichen Antijudaismus, der wesentlich dazu beitrug, daß die Christenheit über den großen Mord am jüdischen Volk hinwegsah. Bis zum heutigen Tag neigt sie dazu, die Mitschuld der Kirche zu verdrängen, anstatt sie zu reflektieren und durch tätige Reue zu sühnen.


Die Neuen Atheisten: Ihre Thesen auf dem Prüfstand
Die Neuen Atheisten: Ihre Thesen auf dem Prüfstand
von Hubertus Mynarek
  Taschenbuch
Preis: EUR 38,00

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend; stark geschrieben, mit aber auch Schwächen, 6. Januar 2015
Das Phänomen ist für viele ungewohnt: Seit Jahren werden wir Zeugen (und zum kleineren Teil Mithandelnde) einer Entwicklung nicht nur im deutschen Literaturbetrieb, nicht nur im gegenwärtigen „Medienhandel“. Bücher dezidiert atheistischer Autoren und „Atheismus-Prediger“ werden (zumindest fürs Erste) als Bestseller verkauft, und manche Leute gewinnen den Eindruck, der Erdkreis sei eines Morgens aufgewacht und habe sich wohlig atheistisch gefunden.

Gewiss hat sich die kulturelle Atmosphäre geändert. Ob jedoch „nachhaltig“, wie Hubertus Mynarek sein neues Buch einleitet, muss erst die Zeit zeigen. Der seit Jahrzehnten ausgewiesene Religionswissenschaftler und –philosoph schreibt in gewohnter Weise, also erstklassig und denkanstößig. Dass er häufig eigene Werke zitiert, ist kein Zeichen von Selbstverliebtheit. Es deutet vielmehr darauf hin, dass sich kaum einer die Mühe macht, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Wer immer noch nichts dazu gelernt hat, nimmt an, die Großkirchen und jene, welche diese sich als Theologen halten, seien über die Neuen Atheisten hergefallen, um deren Argumente zu zerpflücken. Nichts da. Auch diese Mühe müssen wir uns selbst machen. Es reicht offensichtlich nicht, Hochschullehrer der Theologie zu sein und seinen hoch dotierten Brotberuf zu haben. Sie schweigen einfach, ruhen sich auf ihren Staatsgeldern aus, tragen so gut wie nichts zu den Prozessen der Meinungsbildung bei. Auch das ist ein Zeichen für die erbärmliche Leere der christlichen Kirchen und ihrer Theologie, die nur noch Restbestände verwalten und Leichenteile konservieren. Benedikt XVI., der einmal als Intellektueller ausgelobt wurde, zeigt den Weg in genau diese Richtung,
Wenn der Autor die Werke der einflussreichsten Neuen Atheisten Dawkins, Dennett, Harris, Hitchens und Ofray fachmännisch diskutiert wie kein Zweiter und dabei die Thesen mancher Talkshow-Prominenter kritisch angeht, leistet er eine höchst wichtige Vorarbeit für die notwendige Diskussion. Nur so viel zu Dawkins als Beispiel: „Wie es seine Art ist, lässt Dawkins ... zuerst einmal andere über die ‚Charakterlosigkeit‘ der Agnostiker schimpfen, um so die geeignete Atmosphäre für seine eigene Verdammung des Agnostizismus zu schaffen, obwohl er sich selbst paradoxerweise ... schlussendlich auch als Agnostiker erweist.“ Ich steche in ein Wespennest: Vielleicht war es doch etwas voreilig, den Karlheinz-Deschner-Preis an Dawkins zu verleihen. Vielleicht hätte die erst langsam einsetzende Diskussion abgewartet werden müssen. Hubertus Mynarek hat einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan. Sein Buch gehört in jede anständige Bibliothek von Menschen, die sich um die nicht nur religiöse Gegenwartskultur mühen. Die Neuen Atheisten können Gott danken, dass eine so fundierte Auseinandersetzung einsetzt.
Ich wäre auf eine Fortsetzung in doppelter Richtung gespannt:

Zum einen sollte sich Hubertus Mynarek auch einmal mit bundesdeutschen Entwicklungen auseinandersetzen, für die beispielsweise Michael Schmidt-Salomon steht. Und zum anderen fände ich es lohnenswert, wenn sich ein Autor dieses Ranges ausführlich mit dem Agnostizismus beschäftigte, einer millionenfach anzutreffenden Denk- und Lebenshaltung, die freilich noch so gut wie keine öffentliche Diskussion erfahren hat. Mynarek hat soeben in Aufklärung und Kritik einen Beitrag über die These von Dawkins zur „Armut, Schwäche und Feigheit des Agnostizismus“ publiziert. Auch das ein gewichtiger Beitrag zu einer erst einsetzenden Diskussion über das „Verhältnis“ von Atheismus und Agnostizismus.
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Papst-Entzauberung: Das wahre Gesicht des Joseph Ratzinger und die exakte Widerlegung seiner Thesen
Papst-Entzauberung: Das wahre Gesicht des Joseph Ratzinger und die exakte Widerlegung seiner Thesen
von Hubertus Mynarek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,00

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sollte man definitiv mal gelesen haben, sehr gut, 6. Januar 2015
Dieses Buch belegt detailliert, was ich mit vielen von Anfang an ahnte: Ratzinger, ein Karrierist reinsten Wassers, ein „oberster Gendarm der Kirche", der verfolgte und gnadenlos über die Klinge springen ließ, was und wer ihm nicht ins Konzept (auch vom „Bollwerk Europa") paßte, ist seit jeher gerade als Wissenschaftler überschätzt, und er genießt das. Dieser Mann, nicht mehr als ein „dorfpolizeilich strukturierter Inquisitor", hat allein jene Intelligenz aufzuweisen, welche die vatikanische Konfession dringender denn je braucht: Ratzinger bleibt ein unter dem Deckmantel demütiger Bescheidenheit außerordentlich ehrgeizig auftretender und empfindlich auf Widerspruch reagierender „Apologet der päpstlichen Lehre in Dogmatik und Moraltheologie mit genau begrenzter, exakt eingegrenzter und beschränkter Intelligenz, die nie in Gefahr gerät, über den Tellerrand der Kirche hinauszuschauen ..." Der Zweifel, Lebenselixier der Intellektualität, hat bei Ratzinger keine Würde; das macht alles Denken dieses Autors dürftig.

Wer künftig über Benedikt XVI. - „nichts Neues, nichts Originelles, nichts Geniales" - sprechen will, den schwächsten Papst seit über 100 Jahren, dessen Blick „etwas verhalten, etwas misstrauisch, etwas lauernd" prüft, „ob ihn auch alle mögen", kommt nicht an Mynareks Buch vorbei. Es wird sich als Standardwerk der Aufklärung über diesen Papst, den „Polierer der vatikanischen Fassade" im Gewand des geistlichen Biedermanns, erweisen - und über den nach leadership massensehnsüchtigen Katholizismus überhaupt, den ich die infantilste Religion der Erde hieß. Ein Standardwerk nicht nur für jeden, der inmitten der noch immer bejubelten „Stallwärme der Herde" und der nicht aus Kirchensteuern, sondern aus allgemeinen Steuerkassen (auch der Konfessionslosen!) finanzierten Visiten endlich Aufklärung verlangt, sondern auch für jene Journaille, die „im feudalistisch-höfischen Mittelalter steckenblieb" und auf peinlich unwürdige Weise hinter dem deutschen Papst herhechelt und Engagement heuchelt, wo allein Sensations- und Quotengier bewegt.

Kein Kleriker im Brotberuf sollte es wagen, Mynarek am Zeug zu flicken. Auch wenn sich noch Fehler im Detail finden: „Ich möchte ausdrücklich sagen, daß ich gerade auch aus den kritischen Rezensionen viel gelernt habe. Am meisten bereichert und belehrt fühlte ich mich durch die Ausführungen von Hubertus Mynarek." Wer das sagte? Joseph Ratzinger.

Mynarek hat sich nicht geändert. Er bietet einen brillanten Disput um die „Vernebelungsenzyklika ‚Gott ist die Liebe‘", das „unvollständigste Programm der Liebe, das ich kenne". Im Verlauf dieses Disputs zerpflückt Mynarek die Argumente des Papstes, der von vielen mittlerweile zu Kirchenblättern aufgerückten Zeitungen und Magazinen (FAZ, taz, Stern) pflichtschuldigst als das neudeutsche Wunder gepriesen wird, und weist dem päpstlichen Autor auf Schritt und Tritt Auslassungen, Verdrängungen, Einseitigkeiten nach. Lesenswert sind in diesem Zusammenhang Mynareks Ausführungen über Ratzingers Lehre von der Ehe („ohne den leisesten Gedanken an Naturwissenschaften, empirische Anthropologie, Soziologie, Ethnologie"), über das päpstliche Eucharistieverständnis („ein subtiler Kannibalismus") oder über die von Ratzinger, dem nie gewandelten Großinquisitor, so gerne dargetanen Zusammenhänge von Vernunft und Glauben: „Man muß sich das mal vorstellen: Eine Kirche mit einer absurden, irrationalen, bizarr-unvernünftigen, irrwitzigen Ideologie, sprich: die Vernunft verhöhnenden Dogmatik beansprucht die absolute Oberhoheit über die menschliche Person und den gesamten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich, also über die individuelle, soziale, ökologische und ökonomische Vernunft. Und keiner unserer Zwerge, d. h. der Politiker aller Parteien, schreit: ‚Unfug‘ oder wehrt sich dagegen."

Oder sollen wir uns darüber wundern, wie jämmerlich wenig die hoch dotierten theologischen Universitätsfakultäten zum Geistesleben der Republik beitragen? Da bleiben, ebenso wie beim Konfessionsunterricht in den Schulen, alljährlich Milliarden fehlinvestiert, und kein Finanzminister, keine Kultusministerin, kein Parlament schert sich darum. Eine Schande für die Demokratie, die allein die politische Klasse der hochmögenden staats- und kirchentragenden Kräfte zu verantworten hat.

Niemand hätte eine Religion, hätte man ihm diese nicht anerzogen. Kirchenfreie Menschen stehen nicht am Abgrund des Humanum, stürzen nicht in eine moralische oder ethische Leere. Zumindest sind sie nicht schlechter als jene, die sich zu einer Kirche bekennen! Im Gegenteil. Soll schon aufgerechnet sein: Die überkommenen Großkirchen sind historisch und aktuell von so viel Unmenschlichkeit geprägt, daß es eine Zumutung ist, als ein Mensch, der sich von derlei hat befreien können, ausgerechnet von dieser Seite Appelle an die Vernunft oder an eine traditionelle Moral entgegennehmen zu müssen. „Die Moral existiert. Unmoralisch ist das Christentum" (Albert Camus). Nichts ist rachsüchtiger als christliche Demut; wer sich mit Demütigen befaßt, besudelt sich.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 26, 2015 7:18 PM MEST


Eine Jugend im Osten des Dritten Reiches
Eine Jugend im Osten des Dritten Reiches
von Hubertus Mynarek
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Äußerst empfehlenswert, 6. Januar 2015
Der renommierte - und umstrittene - Theologe und Kirchenkritiker Hubertus Mynarek hat mit kritischem Rückblick eine Autobiographie über seine Kindheit und Jugend geschrieben. Die Autobiographie eines ehemals heranwachsenden und schließlich herangewachsenen jungen Menschen im Gezerre dreier ideologischer Machtsysteme: Nationalsozialismus, Katholische Kirche (sich allen diktatorischen staatlichen Gewalten zu allen Zeiten anpassend, sie zugleich ausbeutend und unterhöhlend) und staatlich institutionalisierter Kommunismus - während der Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegszeit. Also ein politisches Buch? Ja, aber bei weitem nicht nur das, sondern eine über gängige Geschichtsschreibung weit hinausgehende romanhaft-spannend und fesselnd geschriebene Verlaufsschilderung der dramatischen Ereignisse jener Zeit im ehemals deutschen, dann polnischen Gebiet; bei aller Exaktheit der Darstellung eine ins Konkrete gehende, individuell scharf herausgemeißelte Charakterisierung der handelnden Personen im Widerspiel damaliger politischer Kräfte.

Zunächst der religiöse Fundus, der dem Kind und Jugendlichen im Elternhaus vermittelt wurde, vom gradlinig nüchtern und klar denkenden soliden Vater, einem Handwerker, der in Groß-Strehlitz eine Sattelei betrieb, und der eher emotional angelegten, warmherzigen, jedoch in entscheidenden Situationen entschlossen und unerschrocken zugreifenden Mutter, einer Geschäftsfrau, deren mutig-konsequentem Auftreten der Sohn seine Aufnahme auf das Gymnasium verdankt. Der war zunächst trotz Kirchenhörigkeit und Glaubenstreue keineswegs - wie fast alle seiner Mitschüler - immun gegen die für die Jugend verführerischen Methoden des Regimes und sah es als Ehre an, in die Napola, die elitäre nationalsozialistische politische Erziehungsanstalt aufgenommen zu werden, was sein Vater jedoch strikt verbot und verhinderte.

Es reiht sich Episode an Episode, in der Jungvolkführer, Hitlerjungen, Lehrer, Mitschüler, Geistliche, jüdische Mitbürger und später Funktionäre im kommunistischen Machtbereich, darunter solche im Priesterrock, auftreten, alle nach Charakter und Handlungsweise - von integrer ethischer Haltung bis hin zu übelsten Intrigen und feiger Käuflichkeit, insbesondere im theologischen Bereich - realistisch und lebensnah geschildert. Diese Jugend-Autobiographie ist nicht chronologisch, sondern nach unterschiedlichen, jedoch ineinander greifenden Lebensbereichen angelegt: Meine Eltern und das Dritte Reich - Meine Erfahrungen in und mit der Hitlerjugend - Die Versöhnungsversuche ehemaliger Hitlerjungen mit Polen (eine Abzeichnung menschlicher Verlogenheit und Heuchelei) - Als Schüler im Dritten Reich.

Die vom Autor als einem bekannten und verdienten Religionswissenschaftler und Kirchenkritiker, der das Dritte Reich von seinem 4. bis 16. Lebensjahr bewusst miterlebt hat, zur Information für den Leser beigegebene Kurzbiographie sei hier im Auszug zitiert:

"Schon im Januar 1945 kam für ihn, den in Schlesien Gebliebenen, dieses Reich zu seinem abrupten Ende. Er wurde Zeuge des Einmarsches der Roten Armee in Schlesien und der Einführung der polnischen Verwaltung in seiner Heimat. Nach vier Jahren Volksschule und fünfeinhalb Jahren deutschem Gymnasium besuchte er nach dem Krieg das polnische Gymnasium und Lyzeum,, studierte dann an der Jagiellonischen Universität zu Krakau Theologie, an der Katholischen Universität zu Lublin Philosophie mit Einschluss der Psychologie (1954 Doktorat in Theologie, 1956 Magisterium in Philosophie).
Nach seiner Übersiedlung im Jahr 1958 in die Bundesrepublik Deutschland war er Assistent an der Universität Münster, 1966 habilitierte er sich an der Universität Würzburg und wurde danach Professor an den Universitäten Bamberg und Wien, wo er Religionsphilosophie, Fundamentaltheologie und Vergleichende Religionswissenschaft lehrte. 1971/1972 war er Dekan an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien."
Mit Schreibern vom 3. November 1971 an Papst Paul VI,. trat er aus Protest gegen die negativen Realitäten in der römisch-katholischen Kirche als einem absolutistisch-monarchistisch verfassten, durch und durch autoritären Machtgebilde aus und musste infolgedessen auf lange Zeit den Verlust seiner Existenz und nach Veröffentlichung seines kritischen Buches "Herren und Knechte der Kirche" (Köln 1973) auch die existenzvernichtenden Gegenschläge dieser Kirche und ihrer Funktionäre ertragen.

Mit gleichem Mut und gleicher Offenheit wie jenes ist sein lesenswertes neues Buch verfasst, das hier besser durch wenige herausgegriffene Zitate gekennzeichnet werden kann als durch eine noch so ausführliche Rezension des durchgängig bemerkenswerten Inhalts:

"Trotz der im vorigen Kapitel geschilderten negativen Einstellung meiner Eltern den Nazis gegenüber war ich bis zum 15. Lebensjahr einschließlich ein Mitläufer des Systems, freilich ein etwas gespaltener, denn ich war ja auch noch Mitläufer in einem anderen System, dem der Kirche, Ich war gewissermaßen schwarz und braun in einer Person, ohne dass mir, der ich noch gar nicht tief reflektierte, das Nebeneinander der beiden Ideologien in meiner Psyche besondere Kopfschmerzen bereitet hätte. Dieses Nebeneinander äußerte sich zum Beispiel darin, dass ich sonntags ganz früh aufstand, um meiner katholischen Gottesdienstpflicht nachzukommen (sprich: zur sonntäglichen Frühmesse zu gehen). Danach nahm ich an der jeden Sonntag veranstalteten Morgenfeier der Nazis teil, bei der man allerdings nicht fehlen durfte, ohne sich Strafen und Nachteile einzuhandeln. Keiner meiner Mitschüler vollzog diesen Spagat zwischen Gottes- und Hitler-Dienst. Die gingen einfach nur zur Morgenfeier der Nazis. Es reichte ja, dass sie nach dem Krieg wieder brave Gottesdienstbesucher wurden." (S. 57)

"Nicht die Charakterfestesten, nicht die ethisch Höchststehenden kommen an die Macht, vielmehr die - allerdings clevere - Mediokrität! Das ist leider der Gang der Dinge, deswegen gibt es auch kaum einen Fortschritt in der Geschichte der Menschheit." (S. 66)

"In der Tat ist der polnische Intellektuelle im Vergleich zum deutschen sehr viel höflicher, entgegenkommender, emotionaler, menschlicher."(S.74)

Bei den späteren Klassentreffen mit meinen ehemaligen Mitschülern habe ich es immer wieder gemerkt, dass die Mehrheit die Gehorsams- und Anpassungsstruktur ihrer Jugend nie überwunden hat, dass selbständiges, unabhängiges Denken weiterhin ihr Ding nicht ist, dass sie stets und überall 'Untertanen' sein werden, egal, wie das System beschaffen ist, in dem sie gerade leben." (S. 152)

In der Tat, auch darin hat sich bis heute gegenüber 1933 - 1945 und 1945 -1989 - wie zu allen Zeiten - nichts geändert; ein bedauerliches Fazit auch dieses verdienstvollen autobiographisch angelegten Geschichtsbuches.


Handbuch Weltethos: Eine Vision und ihre Umsetzung
Handbuch Weltethos: Eine Vision und ihre Umsetzung
von Hans Küng
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ich finde Küng jetzt total überschätzt, nicht zu empfehlen, 6. Januar 2015
Aber selbst mancher gestandene Theologe der sich auf der Höhe des Zeitgeistes dünkt, modern und liberal und tolerant erscheinen möchte, will diesen nicht wegzuleugnenden Tatbestand nicht so ganz anerkennen. Ich denke da an den von den Massenmedien am meisten gehätschelten katholischen Theologen Hans Küng, der zwar mit seinem "Projekt Weltethos" alle Religionen, Philosophien, Weltanschauungen und Ideologien umfassen, versöhnen, auf einen Nenner bringen möchte, aber nicht davon ablässt, darauf zu bestehen, dass alle Werte ihren Bestand, ihre Festigkeit, Gültigkeit und Nichtrelativität nur durch ihre Verwurzelung im Absoluten, in Gott erhalten und behaltet. Küng vergisst übrigens wie allseits immerzu, das er von einem Gottvater ausgeht, der irgendwo fernab sitzt und was auch immer tut...Seltsame Gedanken eines Menschen der früh-kindlich indoktriniert ist. O-Ton Küng: "Nein, das kategorische des ethischen Anspruchs, die Unbedingtheit des Sollens, lässt sich nicht vom Menschen her, sondern nur von einem UNBEDINGTEN her begründen: von einem Absoluten her, das einen übergreifenden Sinn zu vermitteln vermag und das den einzelnen Menschen, auch die Menschennatur, ja die gesamte menschliche Gemeinschaft umfasst und durchdringt. Das kann nur die letzte, höchste Wirklichkeit selbst sein...Dieser Urgrund, dieser Urhalt und dieses Urziel bedeuten für den Menschen keine Fremdbestimmung. Im Gegenteil...Nur die Bindung an ein unendliches schenkt Freiheit gegenüber allem Endlichen." Seite 77.

Und nochmals Küng: "Doch eines kann der Mensch ohne Religion nicht, selbst wenn er faktisch für sich unbedingt sittliche Normen annehmen sollte: Die Unbedingtheit und Universalität ethischer Verpflichtung begründen." Küng S. 75
Küng gibt sich alle erdenkliche Mühe, Atheisten, Agnostikern, Pantheisten, Materialisten, Skeptikern etc. pp seine Überzeugung plausibel zu machen. Er weist auf die vergeblichen Versuche der Philosophie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hin, eine verbindliche Ethik rational zu begründen, auf die analythische Sprachphilosophie z.B. eines K.-O. Apels, die Frankfurter Kritische Theorie vor allem von Jürgen Habermas, die Geschichtstheorie Rüdiger Hubners usw. Er weis auf die Diskursethik der beiden ersteren hin, die zwar mit Recht die Wichtigkeit des rationalen Diskurses und Konsens betonen, aber die Frage nicht lösen können: "Warum Diskurs und Konsens bevorzugen und nicht die gewaltsame Auseinandersetzung? Und impliziert der Diskurs wirklich Moral und nicht nur Taktik?"

Fazit Küng: "Bisher, so scheint es, sind philosophische Begründungen unbedingt verbindlicher und allgemeingültiger Normen kaum über problematische Verallgemeinerungen und transzendtal-prakmatische oder utilitaristisch-pragmatische Modelle hinausgekommen. Sie berufen sich zwar (mangels einer übergreifenden Autorität) auf eine ideale Kommunikationseigenschaft, bleiben jedoch nicht nur für den Durchschnittsmenschen in der Regel abstrakt und unverbindlich. Trotz behaupteter transzendentaler Letztverbindlichkeiten scheinen sie keinen allgemein einleuchtende unbedingte Verbindlichkeit aufzuweisen. Warum schon soll ich unbedingt, und warum soll gerade Ich? Wer auf ein transzendentes Prinzip verzichten will, muss einen weiten Weg horizontaler Kommunikation gehen, um am Ende möglicherweise festzustellen, er sei nur im Kreis herumgegangen." Küng, Seite 15

Gerade der in einer praktisch-moralischen Konfliktsituation stehende Normalbürger frage sich laut Küng, warum von ihm ein Handel gefordert sein soll, "das keineswegs seinem Nutzen, dem Lebensglück oder der Kommunikation dient, das von ihm vielmehr ein Handeln gegen seine Interessen, ein Opfer, im äußersten Fall sogar einmal das Opfer seines Lebens verlangen kann! Philosophie ist mit dem Appell an die Vernunft rasch Ende wo ethische Selbstverpflichtung existentiell `weh tut`. Wie kann man das ausgerechnet von mir verlangen?" Küng, Seite. 65

Selbst Sigmund Freud muss für Küngs These von der Unmöglichkeit innerweltlicher Begründungen der Absolutheit ethischer Normen herhalten. Sogar der habe, obwohl "für seine Ethik auf Vernunft schwörend", keine Antwort auf die Frage gewusst. "Wenn ich mich frage, warum ich immer gestrebt habe, ehrlich, für den Anderen schonungsbereit und womöglich gütig zu sein, und warum ich es nicht aufgegeben, als ich merkte, dass man dadurch zu Schaden kommt, zum Amboss wird, weil die Anderen brutal und unzuverlässlich sind, dann weiß ich allerdings keine Antwort." Küng, Site 66

Ein vernichtendes Urteil bezüglich des hier behandelten Problems fällt Küng auch über das moderne naturwissenschaftliche und technologische Denken. Dieses habe sich "von Anfang an als unfähig erwiesen, universale Werte, Menschenrechte, ethische Maßstäbe zu begründen". Habe sich "die Naturwissenschaft doch inzwischen....selber relativiert: durch Einsteins Relativitätstheorie, Heisenbergs Unschärferelation, Gödels Unvollständigkeitssatz". Und auch die gewaltigen ökonomisch-technologischen Probleme unserer Zeit stellen uns nach Küng vor derart schwere politisch-moralische Situationen, dass Psychologie und Soziobiologe dabei völlig überfordert seien. Küng a.a.O. 64,66

Küng sollte aber verstehen lernen, das eben gerade die Naturwissenschaft den Gott der Religionen jedenfalls ÜBERFLÜSSIG macht. Denn der kann nichts.

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Wir wir sehen, ist Küngs Zielsetzung klar. Er möchte alle endlichen Gewissheiten zertrümmern, alle Instanzen einschließlich der menschlichen Vernunft als unfähig erweisen, die Unbedingtheit und Universalität ethischer Normen zu begründen, um dann triumphal zu proklamieren: seht her, dies Unbedingtheit kann eben nur durch ein unbedingtes Absolutes, also Gott, erklärt und garantiert werden. Aber dieser Beweis ex negativo beweist nichts. Beweist jedenfalls nicht, was er beweisen soll, weil auch Gott, in den Worten Küngs "Urgrund, Urhalt, Urziel" des Menschen, in der Welt NUR ETWAS RELATIVES ist. Er kann als Absoluter zwar geglaubt, aber nicht als solcher gewusst werden. Es kann doch von niemanden ernstlich geleugnet werden, dass wir ziemlich fest und dicht in unsere Raum-Zeit, die wir Welt nennen, eingeschlossen sind, dass wir biologisch die Spezies sind, die die (soweit wir es meinen zu wissen) stärkste Dynamik zur Grenzüberschreitung des Vorfindlichen und der eigenen Befindlichkeiten aufweist: das wir aber die Welt nur mit Hilfe von Träumen, Wünschen Vermutungen und Projektionen eines unendlich von allen Fragwürdigkeiten, Abhängigkeiten und Relativitäten befreiten Lebens zu überschreiten versuchen. Ob wir mit diesen "psychologischen" Grenzüberschreitungen tatsächlich über diese Raum-Zeit hinauskommen, ob wir dabei etwas ontologisch oder gar metaphysisch Gültiges erhaschen und sozusagen das "sein alles Seienden", den Grund aller Dinge berühren, das können wir nicht wissen, schon gar nicht überprüfen. Doch ist es in sich kein logischer Widerspruch, es für möglich zu halten und insofern zu glauben. Dennoch sollte der Rationalist und Skeptiker, der in jedem reflex Denkenden steckt, nie vergessen, dass alle über die Raum-Zeit hinausgehenden, insofern metaphysischen Urteile nur Hypothesen sind. Der Agnostiker, der dafür eintritt, dass wir bei allem, was "letzte Wirklichkeit" und endgültige Antworten auf die Frage nach dem Sinn der Welt und des Menschen betrifft, nichts mit absoluter Gewissheit wissen, nichts mit absoluter Bestimmtheit sagen können, ist der wohl intellektuell Redlichste, verantwortlichste, Wahrhaftigste. Unser Gehirn könnte also in dieser unserer Welt selbst einen mit einer göttlichen Offenbarung daherkommenden Geist nur als etwas relatives wahrnehmen.

Wenn man sich diese nicht wegzuleugnende conditio humana, unsere Verwiesenheit auf diese Welt, unsere erkenntnistheorethische Bedingtheit und Begrenztheit klar macht, kann man nicht mehr mit Küng konform gehen und apodiktisch wie er verkünden: "Religion vermag unzweideutig zu begründen, warum MORAL, ethische Werte und Normen UNBEDINGT (und nicht nur, wo es für mich bequem ist) und so ALLGEMEIN (für alle Schichten, Klassen, Rassen) verpflichtend sein müssen. Das Humanum wird gerade so gerettet, indem es als im Divinum begründet angesehen wird. Es hat sich gezeugt: Nur das Unbedingte selbst vermag unbedingt zu verpflichten, nur das Absolute zu binden". Küng Seite 116

Küng tritt hier als anti-empirischer, anti-historischer DOGMATIKER auf. Denn zwar hätte er rein abstrakt-deduktiv mit dem letztem Satz seines Ausspruchs recht: Wenn es ein Unbedingtes gäbe und wir dieses Unbedingte, Absolute zweifelsfrei erkennen könnten, dann freilich könnten, ja müssten wir uns unbedingt verpflichtet, absolut gebunden fühlen. Aber den Beweis, dass es dieses Unbedingte, Absolute gibt, hat ja Küng in allen seinen meist voluminösen Büchern (und es sind ihrer mehr als hundert) nie erbracht.

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Stattdessen hören wir von ihm immer nur, wenn es genau um diesen Punkt geht, monologisch-refrainartig die Versicherung, dass wir ein "vernünftiges Vertrauen auf Gott als die allumfassende, alles durchdringende letzte-erste Wirklichkeit" haben sollen und dürfen. Aber ein Sinn-Glaube, wie ihn Küng uns einreden möchte, hilft hier nicht weiter, wie er uns doch die Unbedingtheit unserer ethischen Verpflichtung gerade durch ein über allen Zweifeln erhabenes Unbedingtes, Absolutes beweisen möchte. Schon die Sophisten im alten Griechenland wussten: selbst wenn ein Absolutes existierte, könnten wir es mit unserem von so vielen Bedingtheiten abhängigen Erkenntnisapparat nicht erkennen. Und selbst die Scholastik des Mittelalters predigte ständig gegen die gnostischen. Gott total erkennen wollenden, sich ihrer substantiellen Teilhaftigkeit an ihm hochmütig rühmenden Sektierer an, indem sie betonte, Gott könne alleine durch Gott erkannt werden. Alles andere sei Hybris des sich nicht in seine kontingente und relative Rolle einfügen wollenden, erbsündigen Menschen.

Küng hängt also mit seiner apodiktisch vorgetragenen These unseres absoluten Verpflichten seins durch ein Absolutes völlig in der Luft, weil der Mensch ein Absolutes, Unbedingtes nicht zweifelsfrei erkennen kann, somit auch gar nicht weiß, ob es ein solches überhaupt gibt. Er kann sich immer nur relativ verpflichtet fühlen: gegenüber Menschen, Natur, Tieren, Pflanzen, Landschaften etc. Selbst Gott kann er nur als etwas relatives sowohl in bezug auf dessen Existenz wie Essenz erkennen. Haben wir doch immer nur, wie wir spätestens seit Ludwig Feuerbach exakt wissen, Bilder, Begriffe, Projektionen Gottes, nicht diesen selbst, wenn es ihn denn geben sollte.

Die Naturwissenschaft macht den Gott der Religionen überflüssig.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 30, 2015 6:25 AM CET


Das unheilige Buch
Das unheilige Buch
von Erich von Däniken
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wirklich sehr Schade, denn gerade betreffend dieser Thematik wäre allzu viel mehr möglich gewesen, 6. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Das unheilige Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich mag Erich von Däniken sehr gern, konnte Ihn überdies schon persönlich kennenlernen und habe auch ansonsten große Achtung vor ihm, denn was er geschafft und bewirkt hat, muss Ihm erst einmal jemand nachmachen. Er ist auch Privat von dieser seiner Theorie, Idee und vielem mehr - was da mit hineinfließt - komplett überzeugt und lebt es entsprechend aus. Sein "Spirit" ist sozusagen enorm ansteckend.

Allerdings bin ich ein bisschen enttäuscht über seine bei Amazon vorliegende 5-teilige Buch-Reihe, von welcher es übrigens noch drei DVD`s mit weiteren Material drauf. Die anderen vier Bücher waren schon - und dies war wirklich überraschend - sehr lieblos zusammen gestoppelt, und vom Inhalt her ergab sich nichts neues - sprich: enttäuschend. Es sind nur Auffrischungen vom alten. Ohnehin ist der Buchtitel unsinnig, denn was bitte ist schon "Unheilig"? Hierzu müsste man erst einmal klar und verständlich machen, was das Wort heilig impliziert!...Das die zu aller erst einmal auf dem kleinen Planeten Erde (den wir nur bewohnen) monotheistischen Religionen, in der Tat: nicht stimmig und überhaupt kaum ernstzunehmen sind, müsste jedem überdeutlich sein. Außer es sei, das Er oder Sie immer noch einer unfassbaren Indoktrinierung unterliegen; denn mit vergleichender Religionswissenschaft oder dem sich daraus herableitenden Synkretismus, haben sich die wehrten Gläubigen nie vollständig beschäftigt; und selbst wenn doch, dann freilich sicherlich nur unvollständig. Darin wird sowieso selektiert, das es einem wie fremdschämen vorkommen muss.

Warum macht der Verlag das, oder weswegen nimmt EVD keine Stellung hierzu ein? Letztlich kommt ddie legitime Fragestellung mit auf, welche Beweggründe dahinter stecken. Zumal dies alles für mich als Fan von ihm, wie erwähnt, eine kleine Enttäuschung darstellt. Denn und so sei gefragt, ja wieso gibt es z.B. keine wirkliche und inhaltliche Auseinandersetzung: konkret also eine Tatsachenbegründung, die ja als solches möglich erscheint (!), gerade und vor allem aufgrund dieser wichtigen Thematik, die vorgibt besprochen und erklärt zu werden. Iin diversen Interviews gab er zu, die - zumindest - letzten Bücher nicht mehr selbst geschrieben zu haben. Schon bei seinem seinem angeblichen großen Vermächtnis, gab es inhaltliche Enttäuschungen, wie ich (subjektiv) leider feststellen musste; andersherum muss hierbei die angeschlossene Fragestellung erlaubt sein, ob der Prä-Astronautik (Paläo-Seti-Theorie) die Ideen ausgehen? Nein, dies wahrlich nicht. Das können am besten all jene einschätzen (sowie eingehend bewerten) welche sich akribisch mit der hier zu besprechenden Thematik (die weitreichende Implikationen mit sich bringt) beschäftigten

Aber das Marketing hat sich bei ihm, so das meinige Empfindung verändert und letztgültig geht dies - so Schade es ist - doch Gesamt betrachtet auf Kosten der meinigen Zufriedenheit; des Wohlgefallens, und stößt auf Unverständnis sowie auf Kosten des allgemeinen Interesses. Frage: braucht der gute Erich von Däniken Geld? Ich finde diese Buchreihe UNSERIÖS. Versteht mich nicht Falsch, ich bin keine Feindin der Paläo-SETI-Theorie, denn so empfinde Ich jene Thematik rund um die Außerirdischen, spannend wie es überdies Spaß bereitet sich damit immer wieder auseinanderzusetzen, doch das alles hier dient lediglich dazu - so jedenfalls mein dafürhalten - um Geld zu scheffeln.

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Es muß jedoch noch einmal ganz deutlich gesagt werden: Echte Religion berücksichtigt das Ganze des Seins, denn nur durch den bezug zu diesem Ganzen kann alles heil und heilig werden (das deutsche Wort "heilig" leitet sich vom griech. HOLOS = ganz ab). Es ist dann schon eine - wenn auch nicht unbedingt in böser Absicht vorgenommene - Verengung der Religion, wenn diese alleine durch den Gottesbezug definiert wird, indem man etwa begründend hinzufügt, daß Gott ja das Ganze des Seins sei. Deswegen kann jeder in einer Einführung das ganzheitliche Seinsverhältnis das für Religion wesentlich ist, von vornherein konkreter ausgestalten, indem man sodann die Ökologische Religion als jene bezeichnet habe, die das Verhältnis des Menschen zur Gesamtnatur und zum Kosmos und in den Mittelpunkt stellt, die sich an das "große Haus des Universums" rück-bindet ( von: RELIGARE), die die größten Ordnungen und Gesetze des äußeren Universums wie des inneren, nämlich der Psyche, erkennen, erfühlen, bewundern und verantwortungsvoll praktizieren will
Das absolute Prinzip, ohne das allerdings keine Religion auskommt, fehlt dabei nur scheinbar: es ist in den Begriffen Natur, Kosmos, Universum im Grunde bereits enthalten. Aber durch meine Art von Definition der Ökologischen Religion wird von vornherein der Annahme ein Riegel vorgesetzt, ein Mensch oder überhaupt irgendein intelligentes Lebewesen könne ohne Vermittlung durch den Kosmos, also unter Überspringung des Universums, in seiner geistig-materiellen Sinnlichkeit und Sinnhaftigkeit, eine Beziehung zum absoluten Prinzip aufnehmen, eine solche Beziehung ist der Sache nach unmöglich, wer sie für sich behauptet, ist einer Illusion zum Opfer gefallen

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Das PASST so gar nicht zum liebenswürdigen Erich, aber gut - sei`s drum; es ist alles-in-allem zwar interessant, aber da man aus dem Buch wesentlich mehr hätte machen MÜSSEN (alleine schon aufgrund der Implizierung des Titels wegen), fällt mein Fazit negativ aus. Chance vertan. Vielleicht beim nächsten mal einen religionskritischen Naturwissenschaftler mit heranziehen
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 7, 2015 9:23 AM MEST


Das geheime Leben der Tiere: Von ihren unglaublichen Fähigkeiten, Leistungen, Intelligenz und magischen Kräften
Das geheime Leben der Tiere: Von ihren unglaublichen Fähigkeiten, Leistungen, Intelligenz und magischen Kräften
von Ernst Meckelburg
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unglaublich lesenswertes Buch, 28. Dezember 2014
Tiere sind keine seelenlosen Bio-Roboter. Vielmehr haben Wissenschaftler experimentell nachgewiesen: - Tiere können durchaus artspezifisch bewusst denken, kombinieren und folgern - Tiere verfügen über eine überzeugende Arbeitsintelligenz und über ein erstaunliches umweltangepasstes Bewusstsein und Gedächtnis - Tiere vollbringen physische Höchstleistungen, besitzen zudem ein raffiniertes Ortungs- und Heimfindevermögen sowie präzise funktionierende Super-Sinne.

Seit Jahrzehnten versuchen Astrophysiker außerirdisches Leben aufzuspüren - die wirklichen "Aliens" aber - nämlich unsere tierischen Mitgeschöpfe - leben mitten unter uns, ohne dass wir uns ihrer fantastischen Fähigkeiten so recht bewusst werden. Dieses spannende Sachbuch lehrt uns, die außergewöhnlichen Leistungen der Tiere besser zu verstehen.

Der Autor über sein Buch - Auszug:

Tiere warnen vor Anfällen und Schocks

Es ist bekannt, dass viele Tiere ein Gespür für bevorstehende Katastrophen entwickeln und durch ihr ungewöhnliches Verhalten Menschen in ihrer Umgebung vor Unwetter, Erdbeben und anderen Gefahren warnen. Ganz gezielt setzt man heute auch auf den therapeutischen Effekt, den Tiere auf Menschen ausüben. Tiere werden immer häufiger in Krankenhäusern, Hospizen, Senioren- und Pflegeheimen sowie in der Psychiatrie eingesetzt, um das psychische und körperliche Wohlbefinden von Patienten und älteren Menschen zu verbessern, u.a. um die Triglyzeride- und Cholesterinwerte, den Blutdruck und die Pulsfrequenz zu senken. Weniger bekannt ist, dass Hunde auch Warnfunktionen persönlicher Art ausüben, ihren Besitzern bevorstehende epileptische Anfälle bzw. hypoglykämische Schocks (Unterzuckerung) signalisieren können, so dass die Betroffenen rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen können. Dr. Elizabeth Rudy, Tierärztin in Seattle (USA), ist Epileptikerin. Immer, wenn in ihrer Wohnung ein Anfall zu erwarten ist, kommt ihr Golden Retriever Ribbon zu ihr, leckt ihr die Hände, schaut sie unentwegt an und winselt. Wenn der Hund angeleint mit Frauchen unterwegs ist, hält er vor einem Anfall unvermittelt an, lässt er die Ohren nach unten hängen, so dass Frau Rudy Zeit hat, nach einer Sitzgelegenheit Ausschau zu halten. Bellt ihr Golden Retriever-Rüde "Rupert" anders als gewöhnlich, weiß die Engländerin Tony Brown-Griffin sofort, dass es Zeit ist, sich an einen ruhigen Ort zu begeben, um einen epileptischen Anfall vorbeigehen zu lassen. Die Warnung erfolgt meist bis zu 40 Minuten vor der Attacke.

Der Hund war von der britischen Organisation Support Dogs als "Krankenhelfer" ausgebildet worden und sollte eigentlich nur bellen, wenn es Frau Brown-Griffin schlecht geht, um die Aufmerksamkeit von Helfern zu erregen. Nach einiger Zeit begann er jedoch, immer früher anzuschlagen, sich lange vor dem Anfall bemerkbar zu machen. Einige Wissenschaftler vermuten, dass Hunde vor einem Anfall kleine Abweichungen im Verhalten von Epileptikern bzw. eine mit Messgeräten nicht registrierbare Veränderung der Hirnströme oder bioelektrische Störungen registrieren. Andere halten es für denkbar, es könnten auch feinste, apparativ nicht feststellbare Nuancen in den Körpergerüchen der Epileptiker sein, die sich vor einem Anfall bemerkbar machen, die aber von höchst sensitiven Hundenasen aufgespürt werden. Geruchsbedingte Faktoren könnten Hunden auch den jähen Abfall des Blutzuckerspiegels eines Diabetikers signalisieren, so dass dieser - von seinem vierbeinigen Begleiter rechtzeitig alarmiert - rechtzeitig Kohlehydrate zu sich nehmen kann, um das Abgleiten in ein hypoglykämisches Koma zu vermeiden. Die Tiere könnten einen hypoglykämischen Anfall auch aufgrund der Veränderung der Körpertemperatur ihres Halters registrieren, wenn sie sich in dessen unmittelbarer Nähe aufhalten. Dem Einsatz von Tieren in Prophylaxe und Heilung sind praktisch keine Grenzen gesetzt.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 3, 2015 7:50 PM CET


Die neue Inquisition: Die Sektenjagd in Deutschland. Mentalität, Motivation, Methoden kirchlicher und staatlicher Sektenbeauftragter
Die neue Inquisition: Die Sektenjagd in Deutschland. Mentalität, Motivation, Methoden kirchlicher und staatlicher Sektenbeauftragter
von Hubertus Mynarek
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unglaublich empfehlenswertes Buch! Was ein Standardwerk, super., 4. Dezember 2014
Die Fülle des zusammengetragenen Materials von Mynareks Buch ist so stupende, dass eine auf einen bestimmten Raum begrenzte Rezension sie auch nicht annähernd erfassen mag...Mynareks Buch vermittelt weit mehr, als sein Titel ahnen lässt: geschichtliche Überblicke, Gegenwartsanalysen, Methoden-nachweise über das verfassungswidrige Verhalten und Betreiben von kirchlichen und staatlichen Instanzen, Entlarvung der Großkirche als antidemokratische, menschenverachtende Institutionen, denen gleichwohl vom Staat ständig ungeheure Geldmittel für ihre menschenrechtswidrige Wühlarbeit zufließen...eine gewichtige Dokumentation.

Das Buch ist ein kenntnisreiches Grundlagenwerk für die viele, die sich mit dem Thema Sekten auseinandersetzen müssen ' Eltern, Journalisten, Pädagogen, Beamte, Angestellte des Öffentlichen Dienstes etc. -, denen bislang eine sinnvolle (und maßvolle) Beurteilungsgrundlage mit Sekten fehlte.

Gerade die ersten Kapitel des Buches haben eine außerordentlich wichtige Funktion. Sie sollten eigentlich Pflichtlektüre jedes mündigen Staatsbürgers sein, insbesondere das sehr instruktiv geschriebene Unter-Kapitel (für angehende evangelische Theologen), um ein wenig die ungeheure Ignoranz in Sachen patriarchalischen Christentum und Religion und die sich daraus ergebende Schafsköpfigkeit in dieser Gesellschaft abzubauen

Prof. Dr. Horst Hermann sagte zu dem Buch:

Es gibt wenige Bücher, von denen ich mir wünschen würde, dass ich sie selber geschrieben hätte. Mynareks Buch ist ein solches. Es ist ein Standardwerk. Es war überfällig und es ist hervorragend geschrieben...ich empfehle Staatsanwälten Richtern, Verfassungsschützern...die Lektüre dieses einen Buches, das kenntnisreich und engagiert den Zustand beschreibt, den die geistige Verwahrlosung in diesem unserem Land erreichte. Mynareks Werk gehört in jede Bibliothek, und wer Jugendlichen einen Dienst erweisen will, halte sie an, dieses Buch zu lesen. Sie lernen daraus mehr über die innere Gefährdung der Demokratie als aus einem Dutzend Verfassungsschutzberichte.

Exkurs, aber passend zum Buch ein Link zum Interview zum Buch:

[...]
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 10, 2015 5:23 PM MEST


Abermals krähte der Hahn: Eine kritische Kirchengeschichte
Abermals krähte der Hahn: Eine kritische Kirchengeschichte
von Karlheinz Deschner
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein grandioser Deschner: ausgezeichnet!, 28. November 2014
Der Leser, der (wie aufgrund der hochselektiven Vermittlung der Kirchengeschichte im Rahmen der typischen religiösen Sozialisation wohl die überwältigende Mehrheit der westdeutschen Bevölkerung) entsprechende kirchen- und christentumsgeschichtliche Wissenslücken bei sich feststellt und diese ausgleichen möchte, sei auf die Kirchengeschichte von Karlheinz Deschner, Abermals krähte der Hahn (1972), verwiesen, ein Buch, dem, selbst wenn es im einen oder anderen Fall etwas zu einseitig negativ-kritisch erscheinen mag, selbst von theologischer Seite, bei allen Versuchen zunächst des Totschweigens, dann der Diffamierung, doch außerordentliche Gründlichkeit und faktische Authentizität bescheinigt werden musste

Besonders die Kapitel 56-62 können einen knappen, aber sehr eindrucksvollen Überblick über das Verhalten der Kirche bzw. ihrer Funktionäre gegen Juden, Heiden und „Ketzer" vermitteln.

Dass sich dies kirchliche Haltung exzessiv gewalttätiger Intoleranz nicht etwa nur auf Randfiguren oder -phänomene bezog, zeigt der Sachverhalt, dass sowohl Päpste, Konzilien und Synoden als auch berühmte und zentrale Figuren der Kirchengeschichte, wie etwa heiliggesprochene Kirchenlehrer bis hin zu Augustinus (u.a. Verfechter der Zwangsbekehrung und wie alle Kirchenlehrer abgrundtief Frauenverachtend eingestellt), Thomas v. Aquin der Tieren wie Frauen die Seele abgesprochen hat und auf protestantisch-reformatorischer Seite der Juden-Hetzer Martin Luther und Calvin sich in diese unheilvolle Tradition der intoleranten gewalttätigen Einstellung gegenüber Anders- und Ungläubigen einreihten


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