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Rezensionen verfasst von
Phil

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Yeezus
Yeezus
Preis: EUR 14,99

20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Yeezus lebt!, 28. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Yeezus (Audio CD)
Wer Kanye West nicht mag, wird ihn nach "Yeezus" hassen. Wer ihn als einen Künstler schätzt, der durch seinen konsequent durchgesetzten eigenen Stil provoziert, wird das Werk als ebenwürdigen Nachfolger seiner vorherigen Alben anerkennen.

Bereits der Opener "On Sight" macht unmissverständlich klar, worum es in dem Album geht: Kanye selbst. Zwischen dem verstörenden Sound und den knallharten Texten ist kein Platz für Kompromisse. Der Text des als Hook dienenden Samples bringt dies auf den Punkt: "He'll give us what we need/ It may not be what we want."
Nach dem eher chartsorientiert-wirkendem "Black Skinhead" und dem düster-größenwahnsinnigem "I Am A God" geht es mit dem nächsten Highlight des Albums weiter: New Slaves. Auch hier ist der Sound unbarmherzig und anklagend, genauso wie der Text, der sich mit der Thematik des Rassismus beschäftigt, ein Thema, welches seit Anbeginn von Mr. West's Karriere in regelmäßigen Abständen auftaucht. Was den unkonventionellen Charakter der Platte unterstreicht ist die Tatsache, dass man erst bei genauerem Hinhören des Songs erkennt, dass R'n'B-Überflieger Frank Ocean hier in den letzten 30 Sekunden einen Gastauftritt hat.
Auf "Hold my Liquor" treffen mit den Gästen Chief Keef und Justin Vernon (bekannt als Sänger von Bon Iver) zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und trotzdem gut zusammen funktionieren.
Die Art und Weise des Samplings in "Blood on the Leaves" und "Bound 2" ist wieder typisch Kanye und vermittelt den Eindruck ,dass er trotz all der wilden Experimente seinen Wurzeln treu bleibt. Zwar ist die Tracklist mit 10 Titeln etwas spärlich, dafür haben mir die Songs, mit Ausnahme von „Send it up“, gut gefallen.

Ein weiterer Punkt, den man an "Yeezus" nicht vernachlässigen sollte, ist das (beinahe nicht vorhandene) Cover. Als Verpackung des Tonträgers dient lediglich ein transparentes Jewelcase mit einem roten Sticker. Das minimalistische Artwork steht für das Konzept des Albums: Keine Ausschmückungen, keine Ablenkung, es zählt allein,was drin steckt.

Kanye West ist dafür bekannt, Grenzen verschmelzen zu lassen und Neuartiges zu schaffen, was ihm mit seinem neuen Album definitiv gelungen ist. In einem Interview der New York Times spricht er über seine Einflüsse für dieses Album, die von französischer Architektur bis zu Chicago's House-Musik der 80er reichen. Wie bereits zu Anfang erwähnt, wird dieses Album bei West-Kritikern für Nervenzusammenbrüche sorgen, während es Fans die Möglichkeit bietet, Kanye von einer anderen musikalischen Seite zu sehen. Ich persönlich zähle mich zu Letzterem und kann aufgrund dessen dieses Album nur wärmstens empfehlen.


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