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5.0 von 5 Sternen
Das Schlimmste, was Eltern passieren kann, 12. März 2013
Durch den Bericht über die Lesung von John Leake in "Tirol-heute" wurde ich erst auf diesen Fall aufmerksam - und mein erster Gedanke war "Pistenraupe"! Ich habe dann gleich am nächsten Tag das Buch gekauft, angefangen zu lesen und nicht mehr aufgehört, bis ich damit fertig war.
Mich haben so viele Punkte an diesem Buch beeindruckt, dass ich wahrscheinlich einige in meiner Aufzählung vergessen werde:
- die einfühlsame Art des Autors Fakten aufzuzählen und zu analysieren, ohne daraus eine Anklageschrift zu machen -
- die klare Art seiner Sprache -
- den Mut des Autors, nicht nur die Dinge beim Namen zu nennen, sondern auch Personen, wenn man bedenkt, wie schnell heutzutage "Verletzung des Persönlichkeitsrechtes" angeklagt und verurteilt wird. Alle Achtung!!! -
- die unendliche Ausdauer der Mutter, Licht in das Dunkel zu bringen -
Ich bin "waschechte" Tirolerin, in den Bergen und einem Tourismusgebiet lebend. Unfälle mit Pistengeräten, Lawinen und Verunfallte in Gletscherspalten, vermisste Tourengeher oder Bergwanderer gehören daher leider zu den fast täglichen Nachrichten.
In einem Punkt konnte ich dem Autor und den Eltern vielleicht weiterhelfen:
Es lag sicher nicht alles nur daran, dass sie Ausländer waren und der deutschen Sprache nicht mächtig. Die Behördenwillkür habe auch ich als Einheimische erfahren müssen und ich glaube nicht, dass ich damit die Einzige bin. Egal ob Ausländer oder Einheimischer, wenn man etwas vertuschen will/soll/muss - dann spielt "der kleine Mann" keine Rolle.
Was mich am meisten in Rage bringt ist die Tatsache, dass man die Eltern um vierzehn Jahre der Trauer um ihren Sohn gebracht hat. Wären alle ehrlich gewesen und die Fakten auf den Tisch gekommen, dann hätten sie schon längst mit der Aufarbeitung von Wut und Trauer beginnen können, hätten nicht über ein Jahrzehnt im Ungewissen leben müssen, mit immer noch dem Funken Hoffnung im Herzen, der sich durch den Intellekt nicht besiegen lässt. Das macht mich wütend und traurig als Mensch und Mutter, vor allem aber beschämt als Tirolerin!
Christa Mols