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Fotografiere, was du fühlst: Die Shutter Sisters
Fotografiere, was du fühlst: Die Shutter Sisters
von Tracey Clark
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Inspirationsquelle, 28. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eines meiner liebsten Hobbies, neben dem Lesen, ist das Fotografieren. Den Shutter Sisters folge ich schon lange auf ihrem Blog und vor einiger Zeit haben sie ihr erstes Buch herausgebracht.

Es ist ein Fotoratgeber bei dem es nicht nur um Technik geht, sondern viel mehr um Gefühl und Emotionen. Es zeigt einem, wie man die Welt durch den Sucher der Kamera ganz anders wahrnehmen und festhalten kann. Fotografien sind unsere Geschichten, Momente, die wir erleben, an die wir uns erinnern wollen und genau so sollten sie auch gemacht werden, mit diesem Blick sollten sie festgehalten werden. Was nutzt einem die beste Kameraeinstellung, wenn die Geschichte und das Gefühl dahinter fehlt?

Aufgeteilt ist das Buch in zehn interessante Kapitel: Horizonte, Portraits, Natur, Kindheit, Tafeln, Stille und noch einige mehr. Vorneweg werden die Shutter Sisters vorgestellt, jede mit einer Kurzbiographie, Foto und der Angabe ihrer Website – sehr praktisch, um sich auch online neue Ideen zu holen. Jede dieser Frauen betreut nun ein Kapitel im Buch. Es geht um die Annäherung an ein Thema, den Blickwinkel, die Komposition eines Bildes und mit das Wichtigste: Licht. Auch für Details und die nachträgliche Bearbeitung am Computer gibt es Platz.

Zwischen dem Text veranschaulichen viele Fotos die facettenreichen Themen und Tipps. Zu sehr vielen Fotos werden auch die Kameraeinstellungen angegeben - ISO, Belichtung, Blende und Brennweite. Und so macht es nicht nur Spaß, in diesem Buch zu lesen, sondern auch einfach nur so zu blättern. Man nimmt es immer wieder mal in die Hand, um sich inspirieren zu lassen, denn die Fotos der Sisters sind wirklich besonders, alltäglich eigentlich, aber doch immer mit einem bestimmten Twist.

Besonders gut gefällt mir, dass man kein Profi sein muss, um dieses Buch zu verstehen. Die Autorinnen haben es nicht nötig, mit ihrem Fachwissen anzugeben und so kommt dieser Ratgeber ganz ohne Fachchinesisch aus. Jeder Hobbyknipser kann es lesen und die Ideen quasi sofort umsetzen.

Gestaltung, Stil, Ideen – all das hat mich überzeugt und so gibt es von mir 5 Fotosternchen für die Foto Schwestern!


Vom Glück mit Büchern zu leben
Vom Glück mit Büchern zu leben
von Stefanie von Wietersheim
  Gebundene Ausgabe

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bücher lieben, 22. Oktober 2012
"Wo Bücher wohnen, da ist Leben, Freiheit, Farbe und Fantasie. Wo Menschen Bücher lesen, wächst Erkennen, Hoffnung, innere Revolte. Und wo man über Bücher spricht, lebt der Disput, flammt Passion."

So beginnt die Einleitung dieses wunderbaren Buches und Bildbandes. Die Autorin Stephanie von Wietersheim und die Fotografin Claudia von Boch besuchten 20 bekannte Bibliophile in ihren Wohnungen und sprachen mit ihnen über ihre große Liebe: die Bücher.

Sie fragten nach der erste Begegnung, dem ersten Date, dem ersten Satz und warum es ausgerechnet diese Liebe sein muss. Sie fragten nach letzten Sätzen, die sich ins Gedächtnis gebrannt haben und nach der Leidenschaft, die im Inneren lodert - nach der Besessenheit, mit der Bücher gekauft, geliebt und gierig konsumiert werden und das in Zeiten von eBook Readern und Tablets.

In diesem Buch kann man sich verlieren, man findet wunderbare Literaturtipps, wird durch erste Sätze neugierig gemacht, entdeckt vielleicht neue Möglichkeiten der Aufbewahrung und ist hingerissen von den vielen wunderschönen Fotos, die teilweise sogar mehr als eine ganze Seite einnehmen.

Wie gut konnte ich die Aussagen der Sammler und leidenschaftlichen Leser verstehen, wie gut mich in sie hineinversetzen und mit welcher Begeisterung habe ich die Bilder betrachtet - mehr als einmal habe ich mich bei dem Gedanken ertappt “Ich will auch”. Gerade die Bibliothek von Felicitas von Lovenberg hat es mir angetan - einfach wunderbar, so einen Ort zu haben, an dem Bücher ein wirkliches zu Hause finden.

Der Schreibstil der Autorin passt wunderbar zum Thema, sie versteht es, die Liebe und die Beziehung zur Literatur in passende Worte zu kleiden, Worte, die verstehen lassen, was in Liebhabern vor geht, wenn sie ein lang gesuchtes Werk in Händen halten, nach Erstausgaben forschen oder die Regale neu sortieren. Sie gibt dieser Leidenschaft eine ganz eigene Sprache, verziert mit Zitaten der Bibliophilen selbst.

Abgerundet wird dieses gelungene Werk durch eine Liste der Lieblingsbuchhandlungen der Protagonisten. Auch hier wanderte das ein oder andere Zettelchen ins Buch, denn gewisse Buchhandlungen muss ich einfach sehen, genauso wie ich gewisse erwähnte Bücher unbedingt haben und lesen muss.

Ein rundum gelungenes Werk, das ich mit viel Begeisterung ganz langsam gelesen habe, denn diese Geschichten und diese Bilder muss man geniessen.

Fünf bibliophile Sterne und eine klare Kaufempfehlung!


An diesem Tage lasen wir nicht weiter: Das letzte Jahr mit meiner Mutter
An diesem Tage lasen wir nicht weiter: Das letzte Jahr mit meiner Mutter
von Will Schwalbe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegend und inspirierend, 18. Oktober 2012
Kurzer Hinweis: ich habe das Buch im Original gelesen, daher sind die Zitate auf Englisch.

Dieses Buch ist für mich ein kleines Schatzkästchen.
Ich habe weniger als zwei Tage gebraucht, um es zu lesen und habe es mit sehr viel Wehmut zugeklappt.

Will Schwalbes Buch ist eine Hommage an seine Mutter und an die Literatur. Mary Anne Schwalbe - eine wunderbare, starke, sozial engagierte Frau mit viel Witz, Humor und einem unerschütterlichen Glauben an die Menschheit - erkrankt mit 73 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Ärzte geben ihr höchstens noch ein paar Monate, doch Mary kämpft. Mit der Unterstützung ihrer Ärztin und vor allem ihrer Familie feiert sie sogar noch ihren 75 Geburtstag, bevor sie für immer die Augen schließt. Zu ihren vielen Krankenhausterminen begleitet sie oft ihr Sohn, sie warten gemeinsam, sie reden viel miteinander und vor allem lesen sie zusammen. "Was liest du heute?" wird zu der Frage, die bei jeder Begegnung gestellt wird.

Mutter und Sohn gründen einen "Zwei Mann Buchclub" und lesen gemeinsam alte Kinderbücher, Klassiker, Neuerscheinungen, anspruchsvolles und spannendes. "The Elegance of the Hedgehog" ist genauso dabei wie "Appointment in Samarra", "Death of a Salesman", "Hedda Gabler", "The Kite Runner" oder "Little Women" - sie lesen Dante, F. Scott Fitzgerald, Agatha Christie, Grass, den Dalai Lama, Margret Mitchell, C.S. Lewis… Bücher sind immer und überall präsent - und sie reden über das, was sie gelesen haben, was ihnen gefallen hat, was die Charaktere bewegt haben muss und was das für ihr Leben bedeutet.
Diese kleinen Gespräche und die vielen Buchtitel sind wie kleine Schätze, unendlich kostbar für Mutter und Sohn. Schwalbe schreibt klug, geistreich und mit viel Gefühl über elterliche Liebe, über Schmerz, Trauer und über den großen Trost, den die Literatur spenden kann.

"Reading isn’t the opposite of doing, it’s the opposite of dying."

Gleichzeitig erzählt Schwalbe von seiner Familie, wie er unter Bücherliebhabern aufgewachsen ist, wie engagiert seine Mutter zu einer Zeit war, in der es für Frauen nicht üblich war, zu arbeiten. Er berichtet über ihre Reisen in die Flüchtlingslager Afrikas, Burmas, Afghanistans und Pakistans, über die Gründung der "Women’s Refugee Commission" und über ihren unermüdlichen Einsatz für all jene, die Hass, Folter und Grausamkeiten überlebt haben. Marys letztes Projekt war die Einrichtung von Bibliotheken in Afghanistan, einer großen Zentralbibliothek in Kabul und vielen mobilen im ganzen Land, denn Mary war überzeugt, dass Lesen den Menschen hilft, ihr Land zu befrieden und sich von der Unterdrückung zu befreien.

Ein beeindruckendes Portrait einer beeindruckenden Frau, die ihre Kraft auch aus der Literatur zog. Für sie gehörten Bücher untrennbar mit dem Leben zusammen.

"Books are not about passing time. They’re about other lives. Other worlds. Far from wanting time to pass, one just wishes one had more of it." (Zitat aus "The Uncommen Reader", das ebenfalls im Buch erwähnt wird)

Dieses Buch ist so hoffnungsvoll, ehrlich und voller Gefühl, dass man als Leser das Gefühl hat, ein Freund der Familie zu sein. Es ist ein Buch, das noch lange nach dem Lesen nachwirkt und bei einem bleibt, ein Buch, von dem man hofft, dass es ganz viele Menschen auf der Welt lesen werden. Und trotzdem ist es vor allem ein ganz persönliches Buch eines Sohnes für seine Mutter.

"I will never be able to read my mother’s favorite books without thinking of her—and when I pass them on and recommend them, I’ll know that some of what made her goes with them; that some of my mother will live on in those readers, readers who may be inspired to love the way she loved and do their own version of what she did in the world."

5 brillante Sterne und eine absolute Leseempfehlung von mir!

Am Ende des Buches findet man eine lange Literaturliste, in der alle Bücher, die im Buch erwähnt werden, aufgelistet sind - sehr praktisch, sonst wären es beim Lesen wohl noch mehr Merkzettelchen als ohnehin schon geworden...


The End of Your Life Book Club
The End of Your Life Book Club
von Will Schwalbe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,54

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegend und inspirierend, 17. Oktober 2012
Dieses Buch ist für mich ein kleines Schatzkästchen.
Ich habe weniger als zwei Tage gebraucht, um es zu lesen und habe es mit sehr viel Wehmut zugeklappt.

Will Schwalbes Buch ist eine Hommage an seine Mutter und an die Literatur. Mary Anne Schwalbe - eine wunderbare, starke, sozial engagierte Frau mit viel Witz, Humor und einem unerschütterlichen Glauben an die Menschheit - erkrankt mit 73 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Ärzte geben ihr höchstens noch ein paar Monate, doch Mary kämpft. Mit der Unterstützung ihrer Ärztin und vor allem ihrer Familie feiert sie sogar noch ihren 75 Geburtstag, bevor sie für immer die Augen schließt. Zu ihren vielen Krankenhausterminen begleitet sie oft ihr Sohn, sie warten gemeinsam, sie reden viel miteinander und vor allem lesen sie zusammen. "What are you reading?" wird zu der Frage, die bei jeder Begegnung gestellt wird.

Mutter und Sohn gründen einen "Zwei Mann Buchclub" und lesen gemeinsam alte Kinderbücher, Klassiker, Neuerscheinungen, anspruchsvolles und spannendes. "The Elegance of the Hedgehog" ist genauso dabei wie "Appointment in Samarra", "Death of a Salesman", "Hedda Gabler", "The Kite Runner" oder "Little Women" - sie lesen Dante, F. Scott Fitzgerald, Agatha Christie, Grass, den Dalai Lama, Margret Mitchell, C.S. Lewis… Bücher sind immer und überall präsent - und sie reden über das, was sie gelesen haben, was ihnen gefallen hat, was die Charaktere bewegt haben muss und was das für ihr Leben bedeutet.
Diese kleinen Gespräche und die vielen Buchtitel sind wie kleine Schätze, unendlich kostbar für Mutter und Sohn. Schwalbe schreibt klug, geistreich und mit viel Gefühl über elterliche Liebe, über Schmerz, Trauer und über den großen Trost, den die Literatur spenden kann.

"Reading isn’t the opposite of doing, it’s the opposite of dying."

Gleichzeitig erzählt Schwalbe von seiner Familie, wie er unter Bücherliebhabern aufgewachsen ist, wie engagiert seine Mutter zu einer Zeit war, in der es für Frauen nicht üblich war, zu arbeiten. Er berichtet über ihre Reisen in die Flüchtlingslager Afrikas, Burmas, Afghanistans und Pakistans, über die Gründung der "Women’s Refugee Commission" und über ihren unermüdlichen Einsatz für all jene, die Hass, Folter und Grausamkeiten überlebt haben. Marys letztes Projekt war die Einrichtung von Bibliotheken in Afghanistan, einer großen Zentralbibliothek in Kabul und vielen mobilen im ganzen Land, denn Mary war überzeugt, dass Lesen den Menschen hilft, ihr Land zu befrieden und sich von der Unterdrückung zu befreien.

Ein beeindruckendes Portrait einer beeindruckenden Frau, die ihre Kraft auch aus der Literatur zog. Für sie gehörten Bücher untrennbar mit dem Leben zusammen.

"Books are not about passing time. They’re about other lives. Other worlds. Far from wanting time to pass, one just wishes one had more of it." (Zitat aus "The Uncommen Reader", das ebenfalls im Buch erwähnt wird)

Dieses Buch ist so hoffnungsvoll, ehrlich und voller Gefühl, dass man als Leser das Gefühl hat, ein Freund der Familie zu sein. Es ist ein Buch, das noch lange nach dem Lesen nachwirkt und bei einem bleibt, ein Buch, von dem man hofft, dass es ganz viele Menschen auf der Welt lesen werden. Und trotzdem ist es vor allem ein ganz persönliches Buch eines Sohnes für seine Mutter.

"I will never be able to read my mother’s favorite books without thinking of her—and when I pass them on and recommend them, I’ll know that some of what made her goes with them; that some of my mother will live on in those readers, readers who may be inspired to love the way she loved and do their own version of what she did in the world."

5 brillante Sterne und eine absolute Leseempfehlung von mir!

Am Ende des Buches findet man eine lange Literaturliste, in der alle Bücher, die im Buch erwähnt werden, aufgelistet sind - sehr praktisch, sonst wären es beim Lesen wohl noch mehr Merkzettelchen als ohnehin schon geworden...


The Perks of Being a Wallflower
The Perks of Being a Wallflower
von Stephen Chbosky
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Berührend!, 27. September 2012
Rezension bezieht sich auf: The Perks of Being a Wallflower (Taschenbuch)
Stephen Chbosky hat unter seinen Fans mittlerweile einen regelrechten Kultstatus erreicht. Monatelang geisterten er und sein "Perks of Being a Wallflower" durch die englischsprachigen Medien. Und so wurde ich natürlich auch aufmerksam und neugierig. Zudem wurde das Buch erst vor kurzem mit der wundervollen Emma Watson verfilmt und kommt demnächst in unsere Kinos, noch ein Grund mehr, es zu lesen.

Ich muss gestehen, dass ich zunächst unangenehm überrascht war, dass das Buch eigentlich nur aus Briefen an eine unbekannte Person besteht. Es brauchte eine Weile, bis ich mich an den Erzählstil gewöhnt hatte, aber mit der Zeit fiel es mir gar nicht mehr auf, denn auf den knapp 200 Seiten passiert so viel, dass man gar keine Zeit mehr hat, auf etwas anderes zu achten.

Bei dem Briefeschreiber handelt es sich um Charlie.
Charlie ist 15 Jahre alt und komisch. Mit den ersten Worten, die er an den unbekannten Empfänger richtet, wird klar, dass er anders ist und mit Jugendlichen in seinem Alter nicht viel gemeinsam hat. Doch was mit ihm nicht stimmt, bleibt fast bis zum Schluss des Buches ein Rätsel. Ist er einfach nur ein Geek oder Nerd? Ist er Autist? Oder ist er nur schüchtern und hat als Mauerblümchen noch nicht viel vom Leben mitbekommen?

Charlie erzählt von seinem Leben, seiner Familie, der Schule (er ist ein kleines Genie) und vor allem von seinen neuen Freunden und dem ersten Mädchen, in das er sich verliebt: Sam. Doch Sam ist viel älter als er und hat einen Freund. Sie mag Charlie, macht ihm aber schnell klar, dass er nie mehr als Freundschaft für sie empfinden soll und Charlie bemüht sich redlich. Er erzählt von den Partys, die er mit seine neuen Freunde besuchen kann, von den Autofahrten, er erzählt von Gedichten, Büchern und Musik, vom Erwachsenwerden und den Freuden und den Sorgen, die damit verbunden sind. Und er stellt sich viele Fragen, er will herausfinden, wie die Welt funktioniert, was Menschen antreibt, wie Gefühle funktionieren, wie man richtig liebt.

"Do you always think this much, Charlie?"
"Is that bad?" I just wanted someone to tell me the truth.
"Not necessarily. It’s just that sometimes people use thought to not participate in life."
"Is that bad?"
"Yes."

Es gibt viele wunderbare Passagen in diesem Buch.
Chbosky hat eine Art zu Schreiben, mit den Wörtern zu spielen und Sätze zu formen, die einen gefangen nehmen. Es gibt kleine Momente, in denen man einfach innehalten, die Passage nochmal lesen oder hören will, weil der Gedanke so grandios war oder die Situation so wunderschön oder weil eine Tatsache, über die andere bücherweise sprechen, in einem simplen Satz ausgedrückt wird.

"Charlie, we accept the love we think we deserve."

Eine meiner Lieblingsszenen ist die Autofahrt im Tunnel - Charlie, Sam und Patrick sind zusammen unterwegs zu einer Party:

"There is a feeling that I had Friday night after the homecoming game that I don’t know if I will ever be able to describe except to say that it is warm. Sam and Patrick drove me to the party that night, and I sat in the middle of Sam's pickup truck. Sam loves her pickup truck because I think it reminds her of her dad. The feeling I had happened when Sam told Patrick to find a station on the radio. And he kept getting commercials. And commercials. And a really bad song about love that had the word "baby" in it. And the more commercials. And finally he found this really amazing song about this boy, and we all got quiet.

Sam tapped her hand on the steering wheel. Patrick held his hand outside the care and made air waves. And I just sat between them. After the song finished, I said something.

"I feel infinite."

And Sam and Patrick looked at me like I said the greatest thing they ever heard. Because the song was that great and because we all really paid attention to it. Five minutes of a lifetime were truly spent, and we felt young in a good way. I have since bought the record, and I would tell you what it was, but truthfully, it’s not the same unless you're driving to your first real party, and you're sitting in the middle seat of a pickup with two nice people when it starts to rain."

Beim Lesen wusste ich genau, was er meinte und fühlte mich selbst wieder wie eine 15jährige und sah die Welt so, wie ich sie damals gesehen habe, fühlte, was ich damals gefühlt habe.
Ich glaube, das Buch ist deshalb so erfolgreich, weil der Autor genau die Stimme dieser Zeit trifft. Auch wenn man vielleicht selbst kein Mauerblümchen war, erkennt man sich doch oft wieder in Charlies Gedanken und Erlebnissen. Wie man selbst mal so da saß und sich über den Sinn des Lebens gewundert hat und warum wir so sind wie wir sind und wie es weiter geht, wie man erwachsen wird.

"So, I guess we are who we are for a lot of reasons. And maybe we’ll never know most of them. But even if we don’t have the power to choose where we come from, we can still choose where we go from there. We can still do things. And we can try to feel okay about them."

Auch die Freundschaft zwischen Charlie, Sam und Patrick ist etwas Besonderes – wie sich diese beiden älteren Jugendlichen Charlie annehmen und ihn so akzeptieren, wie er ist, mit all seinen komischen Macken, seiner Brillanz und seiner gleichzeitig völligen Ahnungslosigkeit was das Leben selbst betrifft, ist berührend. Jeder sollte solche Freunde haben im Leben, Freunde, auf die man sich wirklich verlassen kann. Und vor allem verdient Charlie solche Freunde.

"Sam and Patrick looked at me.
And I looked at them.
And I think they knew.
Not anything specific really.
They just knew.
And I think that’s all you can ever ask from a friend."

Das Ende des Buches nimmt dann eine Richtung, die für mich nicht voraussehbar war und mich daher dementsprechend mitgenommen hat. Es wird einem wieder einmal bewusst, dass oft vieles nicht so ist, wie es erscheint und dass die Gründe, wieso ein Mensch so ist, wie er ist, manchmal sehr viel tiefer liegen und sehr viel schmerzhafter sind als gedacht.

Das klingt jetzt alles sehr begeistert und doch gebe ich dem Buch nur 3 Sterne. Was also hat mich gestört?

Ich bin normalerweise kein Moralapostel, ich weiß, dass sich Jugendliche ausprobieren müssen, dass sie ihre Grenzen ausloten wollen, dass sie erkennen möchten, was möglich ist. All das gehört zum Erwachsenwerden dazu. Klar wird da auch Alkohol getrunken, geraucht und auch mal zu einem Joint gegriffen. In diesem Buch jedoch spielen mir Drogen einfach eine zu große Rolle - als sei es das Normalste auf der Welt, das ein 15jähriger Kette raucht, Haschkekse isst oder von einem LSD Trip nicht mehr runterkommt. Auch Besäufnisse scheinen völlig ok, jeder probiert alles und alles ist prima. Das geht mir einfach zu weit. Man hätte das alles durchaus so schreiben können, aber dann hätte ich mir als Erwachsene einfach zwei, drei Sätze dazu gewünscht, dass das eben nicht wirklich das Wahre ist und es eigentlich nicht zum Alltag eines 15jährigen Jungen gehören sollte.

Zudem halst der Autor Charlie wirklich alle Probleme und Situationen auf, die man als Teenager so haben oder erleben kann. Die unglückliche Liebe, ein komplizierte Familie, Drogen, Teenagerschwangerschaft (nicht sein Baby), einen schwulen Freund, der nach einer unglücklichen Trennung die Welt und sein Leben hasst, Schlägereien, den Tod eines Schulkameraden und und und. Ich ertappte mich ab und zu bei dem Gedanken, was noch alles kommen kann und dann kam der Schluss, der noch mal einen drauf setzte.

Das Buch ist definitiv eine Leseempfehlung, Charlie wächst einem ganz schnell ans Herz, aber aus genannten Gründen gibt es trotzdem nur 3 Sterne - für mich persönlich wäre weniger mehr gewesen.

Trotzdem, freue ich mich sehr auf den Film.

P.S: Wenn möglich, lest es im Original und schaut den Film auf Englisch, denn die Synchro ist schrecklich. Allein der Vergleich des Originalstrailers mit dem deutschen Trailer lässt einem die Tränen kommen.

*

"So, if this does end up being my last letter, please believe that things are good with me, and even when they’re not, they will be soon enough.
And I will believe the same about you.
Love always, Charlie"


Ein Sommer wie dieser: Roman
Ein Sommer wie dieser: Roman
von Annette Hohberg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich bin verliebt in dieses Buch, 11. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es passiert selten, aber es passiert. Man fängt an, ein Buch zu lesen und hat schon nach den ersten Seiten das Gefühl: "Das ist mein Buch, das wurde nur für mich geschrieben" und dann kann man nicht mehr aufhören zu lesen. Genau so ging es mir mit "Ein Sommer wie dieser". Am frühen Abend fing ich das Lesen an und gegen vier Uhr morgens blätterte ich die letzte Seite um. Es war mir völlig egal, dass der Wecker in nur zwei Stunden klingeln und ich den ganzen Tag müde im Büro sitzen würde, ich musste wissen, wie es mit Klara weitergeht und wie ihre Geschichte endet.

Klara ist die Hauptfigur in diesem wunderbaren Roman. Als Jugendliche lernt sie im Urlaub in Italien Stephan kennen und verliebt sich ihn. Gemeinsam verbringen eine wunderschöne Woche am Meer und spüren bald, dass die Gefühle, die sie füreinander empfinden weit über den üblichen Urlaubflirt hinausgehen. Sie beschliessen, sich wiederzusehen. Doch das Schicksal will es anders und so wartet Klara vergebens am Bahnhof, Stephan taucht nie auf. Über 20 Jahre später, treffen sie sich durch Zufall wieder und merken, dass all die Jahre ihren Gefühlen nichts anhaben konnten. Doch beide haben mittlerweile ein eigenes Leben, Klara ist verheiratet und hat eine Tochter, Stephan wegen seiner vielen Affären von seiner Partnerin getrennt. Gibt das Schicksal den beiden eine zweite Chance?

"Einige Momente lang schweigen beide. Die Momente legen sich zwischen sie, verharren im Unentschieden, Unbestimmten. Und er fühlt etwas, das ihm fremd ist: Unsicherheit. Er, der seine Sätze sonst zielsicher plaziert, findet keine – oder zumindest nicht die richtigen, nicht solche, die passend wären. Was sagt man einer Frau, in die man sich vor über zwanzig Jahren einmal unsterblich verliebt hat?"

Annette Hohberg ist mit "Ein Sommer wie dieser" ein Werk der großen Gefühle gelungen. Ohne jemals ins Kitschige abzudriften, erzählt sie die Geschichte von Klara und Stephan in so wunderbarer und mitreißender Art und Weise, dass man als Leser völlig darin versinken kann. Vor allem ihr Schreibstil hat mich überzeugt. Schnörkellos, sehr lebendig und ausdrucksstark lässt er die Figuren und Orte des Romans vor dem inneren Auge auferstehen. Es geht um die Liebe und große Gefühle, um Entscheidungen und Konsequenzen, um Abwägen und Verzeihen, kurz um das Leben mit all seinen Facetten. Mich hat die Stimmung des Buches gefangen genommen, jeder Satz hat gepasst. Klara und Stephan sind wunderbare Hauptcharaktere, in beide kann man sich hineinversetzen und nachfühlen, was sie fühlen. In einem bestimmten Alter kommen einem die Gedanken der Beiden auch wunderbar vertraut vor, als ob Hohberg keinen Roman, sondern das echte Leben und die Liebe selbst beschreibt. Sie ist stärker als alles, was sich ihr in den Weg steht, aber lohnt es sich, nur seinem Herzen zu folgen oder ist der Preis nicht manchmal doch zu hoch dafür? Ist die leidenschaftliche Liebe, die wie ein Sturm über einen hinwegfegt besser als die freundschaftliche Liebe, die sich über Jahre hinweg aufgebaut hat? Kann man ein altes Leben einfach abstreifen und neu beginnen?

Was mich noch begeistert hat, ist Klaras und Stephans Liebe zur Literatur und zu Büchern. Immer wieder sprechen sie über ihre Lektüre, zu jeder Lebenszeit scheint ein Werk besonders gut zu passen. Für mich als Bücherfan war diese weitere Liebe der beiden das Bonbon obendrauf!

Ein bezauberndes Buch, das von mir 5 Sterne bekommt. Der nächste Hohberg Roman ist schon auf dem Weg zu mir.


Die fünf Leben der Daisy West (Boje)
Die fünf Leben der Daisy West (Boje)
von Cat Patrick
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Interessante Idee mittelmäßig umgesetzt, 4. September 2012
Ein streng geheimes wissenschaftliches Programm, ein Mädchen, das schon fünf mal vom Tod zurück geholt wurde, Undercover Agenten, Unfälle und ein Chef namens "Gott" - Zutaten für einen spannenden Leseabend, oder doch nicht?

Daisy Appleby ist eine Sensation, sie ist bereits fünf Mal gestorben und lebt immer noch. Zu verdanken hat sie dies einem neuen Medikament: "Revive", das im Moment noch in der streng geheimen Testphase ist. Nach einem Busunfall bei dem viele Menschen - vor allem Kinder - ums Leben kamen wurde das Medikament zum ersten Mal getestet und es funktionierte! 21 der toten Kinder konnten wiedererweckt werden - Daisy war eines davon. Die Familien änderten ihren Namen und zogen in eine fremde Stadt, regelmäßig werden diese Revive Kinder nun von speziell ausgebildeten Wissenschaftlern untersucht, vermessen, beobachtet. Da Daisy schon vor dem Unfall eine Waise war, ist sie die einzige, die selbst bei zwei Agenten lebt. Zum vierten Mal ist sie jetzt mit ihnen Hals über Kopf umgezogen, da sie diesmal ziemlich öffentlich in der Schule gestorben ist. In Omaha versucht sie sich ein neues Leben einzurichten und tatsächlich findet sie diesmal zum ersten Mal Anschluss, sie freundet sich mit Audrey an und verliebt sich in deren Bruder. Alles erweckt den Anschein, als ob sich ihr Leben normalisiert, doch dann erfährt sie, dass Audrey krank ist, eine ehemalige Schulkollegin taucht wieder auf und "Gott" will das Programm ausweiten. Daisy gerät in einen Strudel der Ereignisse, der sie zum Schluss sogar in Lebensgefahr bringt.

Die Geschichte klingt spannend, ist es auch, aber sie hätte so viel mehr seien können!
Es gibt sehr viele Jugendbücher, die können Erwachsene auch prima lesen und es gibt Jugendbücher, die wohl eher nur die tatsächliche Zielgruppe ansprechen. Dieses Buch ist so ein Fall, auch wenn ich oft denke, dass man Jugendlichen heute wesentlich mehr zutrauen kann als Geschichten, die sich hauptsächlich um Beziehungen drehen.
Man stelle sich vor, man würde selbst bereits fünf Mal den Tod besiegt haben, man wäre quasi unsterblich, was würde dieses Wissen mit einem machen? Wie würde es einen verändern? Was würde man über den Tod denken, die Religionen etc.?
Leider geht die Autorin keiner dieser Fragen wirklich nach. Stattdessen lässt sie die leicht naive Daisy ihr Leben wie ein normaler Teenager führen.
Bis sie auf Matt trifft und sich in ihn verliebt, hat sie sich nie wirkliche Gedanken um Revive und die Konsequenzen gemacht, es scheint sie auch nicht in ihrem Wesen verändert zu haben. Matt und Audrey bringen sie zum ersten Mal zum Nachdenken, doch die Konsequenzen, die sie daraus zieht, sind nicht weniger naiv als ihre Lebensweise vorher. Sie schmeißt alle Vorsicht über Bord und verrät bis dahin streng gehütete Geheimnisse. Das ist der Punkt an dem sie meine Sympathien verloren hat. Als sie später noch eine Spritze mit Revive stiehlt, ist es für mich ganz vorbei - sicher macht man dumme Sachen, wenn man verliebt ist, erst recht, wenn der Typ - Zitat - “megascharf” ist, aber hier traue ich jedem Teenager mehr Verstand zu.

Die Geschichte entwickelt sich von da an zum Jugendthriller, es geschehen nicht erklärbare Dinge, eine neue Akte taucht auf, es gibt neue Anweisungen für die Agenten, Daisy scheint in Gefahr zu schweben. Man weiß nicht, wer hinter Gott steht und was dieser vorhat. Sehr gut hat mir dieses "Gott" Wortspiel gefallen, es gibt dem ganzen Buch dann doch noch ein wenig Tiefgang, denn es regt an, über Gott und seine Wege nachzudenken. Folgt man der Geschichte und ist am Anfang noch sehr gespannt, was denn hinter all dem steckt, wird man zum Schluss jedoch wieder enttäuscht. Es gibt unzählige Logiklöcher, vieles bleibt einfach unbeantwortet und man stellt fest, dass es doch eigentlich nur die Beziehung zwischen Matt und Daisy ist, die hier wichtig ist.

Wenn man unbedarft an das Buch rangeht und nur unkomplizierte, leicht zu lesende Unterhaltung möchte, dann liegt man bei diesem Buch richtig. Daisy macht es einem am Anfang leicht, sie zu mögen und die Idee der Geschichte ist originell und macht neugierig. Das Buch lässt sich sehr schnell lesen, ist flüssig geschrieben und über weite Teile ganz spannend. Viele Jugendliche werden sicherlich viel Spaß daran haben, für mich verschenkte die Autorin aber zu viel Potential und konnte mich nicht wirklich packen - irgendwas fehlte. Trotzdem gibt es von mir 3 Revive Sternchen für Daisy und ihre unsterbliche Geschichte, kurzweilig ist das Buch nämlich allemal.


Ein Jahr in Florida: Reise in den Alltag (HERDER spektrum)
Ein Jahr in Florida: Reise in den Alltag (HERDER spektrum)
von Bettina Klein
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Jahr im Sunshine State, 3. September 2012
Ich liebe Florida!
Seit meinem ersten Urlaub dort, hat mich dieses Fleckchen Erde nicht mehr losgelassen. Ich denke, ich war schon gute 12-15 Mal drüber, wenn möglich jedes Jahr einmal. Für mich fühlt es sich an wie nach Hause kommen. Dort kann ich alles und muss nichts - Erholung pur. Zudem sind die Menschen vor Ort einfach nur nett, das Wetter perfekt, die Möglichkeiten endlos… Cabrio mieten, Dach auf, Radio an und los geht’s. Faule Strandtage am Golf oder am Atlantik, lustige Tage bei Disney, hippe Stunden in Miami Beach, American Football in einem der Stadien oder knallharter Männersport in Daytona… in Florida hat man die große Auswahl und wenn man so gar nichts mit sich anzufangen weiß, Wal-Mart und Publix gehen immer! =)

Was soll ich sagen?
Bettina Klein fängt "mein" Florida Feeling einfach wunderbar ein! Sie selbst ist Journalisten und beschließt, für ein Jahr nach Miami zu ziehen - genauer gesagt nach Miami Beach. Von dort berichtet sie über die Menschen, die sie trifft, ihre Umzugsodyssen, von der Geschichte des Staates, den Eigenheiten der Stadt, kurz über das Lebensgefühl im Sunshine State.

"Versuch mal, hier schlecht draufzukommen! Wenn es nicht die Skyline ist, dann ist es der Himmel. Die Luft oder der Wind. Die Musik oder noch etwas anderes. Irgendwas bringt dich immer wieder nach oben, solltest du einmal in einem schwarzen Loch gelandet sein", erzählt ihre Bekannte Barbara Becker, die ja selbst schon seit vielen Jahren in Florida wohnt und sich durchaus bewusst ist, dass dieser kleine Zipfel der USA etwas Besonderes ist.

Bettina berichtet in ihrem Buch nicht unbedingt chronologisch von ihrem Jahr, so wie man es vielleicht von den anderen Büchern der Reihe gewöhnt ist. Die Kapitel sind zwar in Monate unterteilt, bei ihr sind es aber eher Episoden, wie zum Beispiel ihre vielen Umzüge. Sie möchte flexibel bleiben, möglichst vielen sehen und erleben, daher möchte sie keine Wohnung für ein ganzes Jahr. Während ihrer Wohnungssuche lernt sie spannende Menschen kennen, mit denen sie ins Gespräch kommt, über die sie berichtet.

Oder sie beschreibt die vielen Feste, die vor Ort gefeiert werden und die sie überraschen, ihr teilweise den Schlaf rauben oder sie geradezu aus der Stadt treiben. Als sie den ehemaligen Bürgermeister von Miami zufällig in einer Buchhaltung trifft, erfährt sie interessante Hintergrundinformationen zur Stadt, die sie mit dem Leser teilt und bei denen ich einiges dazulernen konnte. "The Magic City", wie Miami auch genannt wird, war nicht immer so hip und angesagt wie jetzt, sondern hat so manch dunkle Vergangenheit hinter sich.

Am besten gefallen mir jedoch die Abschnitte des Buches, bei denen sie ganz generell über die Leute vor Ort berichtet, über das positive, energiegeladene Lebensgefühl, die lockere, ungezwungene Art, die in Florida nicht Zufall sondern Programm sei und in Deutschland quasi unauffindbar.
"Dass man selbstverständlich ins Gespräch kommt, der andere nicht per se als Fremder, sondern als Mitbürger angesehen wird"
Sie spricht über die Vielfalt, die Farben, das Klima, die Offenheit der Leute. Klein nennt es "Menschenfreundlichkeit" - "brotherhood of men". Gelebte. Nicht behauptete. Und sie trifft damit den Nagel auf den Kopf. Es ist das gleiche Gefühl, das ich empfinde, wenn ich das Glück habe, wieder einmal "drüben zu sein".

Wenn Klein über das Wetter, die Palmen, den blauen Himmel, die ewig feuchte Wärme und das Meer schreibt, kann man das Salz in der Luft geradezu riechen, die Hitze auf der Haut spüren und den Optimismus und die Lebensfreude erahnen. Sie schimmern durch jede Zeile hindurch und erinnern mich an all die wunderbaren Wochen, die ich bereits in diesem Staat verbringen durfte. Es ist eine andere, eine entspannte Welt, die Klein beschreibt, gleichzeitig aber auch eine Welt voller Energie!

"Niemand verwendet im Alltag Energie darauf, andere in ihrer Energie zu bremsen, wie man es in Deutschland nicht selten erlebt. Das Feuer wird einfach weitergegeben. Alle scheinen zu wissen, dass das das große Geheimnis ist. Wenn man in Deutschland nicht als Erstes auf die Mängel, die möglichen Probleme und Gefahren einer Situation verweist, glaubt man, man hätte seine staatbürgerliche Pflicht nicht getan, wenn man nicht erst mal alles schlechtredet. Aber das ist einfach falsch. Es ist einer der Gründe dafür, weshalb in einem der reichsten und sichersten Länder der Erde die Stimmung oft so mies ist." Und es ist etwas, was man in den USA – hier speziell in Florida – nur selten findet. Sicher gibt es Ausnahmen, aber "in diesem Punkt darf man ruhig verallgemeinern".

Bei all ihrer Begeisterung für das Leben in Florida, fallen ihr aber auch die negativen Seiten auf. Dass sie oft mehr Spanisch als Englisch hört, dass manche Feste ausarten und schon Verbote gefordert werden, dass jemand schief angeschaut wird, wenn er mit einer Debit Card zahlt – also quasi sofort bezahlt und es nicht erst auf seine Kreditkarte nimmt…. und dass Weihnachten bei 30 Grad keinen Spaß macht. Allerdings ist der Schock groß, als sie spontan beschließt, doch über die Festtage nach Hause zu fliegen. Über ihren Ausspruch "Ist euch schon einmal aufgefallen, dass die Bäume VÖLLIG KAHL sind?", musste ich herzlich lachen. Ja so was kennt man "drüben" halt nicht. Dort holt man die Blumentöpfe bei 16 Grad rein und feuert den Kamin an.

Bettina Klein ist es gelungen, Florida bzw. Miami zwischen zwei Buchdeckel zu pressen. Wenn man nicht schon vorher in den Staat verliebt war, dann ist man das nach dieser Lektüre zumindest ein klein wenig.

Ich hätte locker fünf Sterne gegeben, muss aber einen halben bis einen ganzen abziehen, da in dem Buch leider immer wieder mal Wiederholungen auftauchen (teilweise werden ganze Sätze wortwörtlich wiederholt) und mir der Rest von Florida ein wenig zu kurz kommt. Der Golf, der Norden oder die Keys werden nur am Rand gestreift, da hätte ich gern auch mehr über Bettinas Eindrücke erfahren.

Aber ansonsten ist "Ein Jahr in Florida" eine absolute Leseempfehlung für alle, die schon einmal in Florida waren oder mit dem Gedanken spielen, dort hinzureisen.


Smart Girls Get What They Want
Smart Girls Get What They Want
von Sarah Strohmeyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,99

5.0 von 5 Sternen Cute and fun read, 2. September 2012
Ich bin überrascht, wie gut mir dieses Buch gefallen hat.
Eigentlich ein Buch für Teenager hat es mich auf eine Reise in die eigene Vergangenheit mitgenommen, zu meiner Schulzeit, zu meinen damaligen Freundinnen, zu den schönen aber auch den schwierigen Zeiten.

Die Stars dieses Buches sind nicht die super coolen Typen, nicht die beliebten Stars der Sportmannschaften oder die Neuen, die gerade erst angekommen sind und jetzt die High School aufmischen - es sind die Nerds, die Einserschüler, die schlauen Mädels, die wissen, was sie können und die stolz drauf sind.

Gigi, Bea und Neerja sind die besten Freundinnen - schon immer gewesen. Sie sind klug, sie sind fleißig und sie träumen von der großen Zukunft. Doch eines sind sie nicht wirklich, anerkannt bei ihren Mitschülern. Sie sind keine Außenseiter oder jemand, über den man lacht, schlimmer noch, sie sind quasi unsichtbar – man sieht sie zwar, aber man kennt sie nicht. Eines Abends beschließen sie, das zu ändern. Sie wollen nicht nur akademisch anerkannt sein, sondern auch im sozialen Umfeld und sie wollen endlich richtig teilnehmen am Schulleben, doch dafür müssen sie sich ihren größten Herausforderungen stellen. Gigi, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, bewirbt sich als Schülervertretung und dass, obwohl sie so viel Angst davor hat, vor anderen Menschen zu sprechen, dass sie sich vor Lampenfieber auch ganz gern mal übergibt – in der Klasse – vor allen Mitschülern.
Neerja träumt von der Hauptrolle im Theaterstück, fürchtet sich aber vor der Enttäuschung nicht genommen zu werden und Bea möchte eigentlich ins Ski Team, sie gehörte einst zu den Besten, doch dann ist etwas furchtbar schief gelaufen...

Zugegeben, so in der Zusammenfassung klingt das zunächst alles ein wenig oberflächlich und kitschig, aber Strohmeyer hat aus diesen Zutaten eine ganz wunderbare Geschichte gezaubert. Es geht um Persönlichkeiten, um Entwicklung und Wahrnehmungen und Schauspiel und Ehrlichkeit.

Ein Punkt, der die Geschichte so glaubhaft macht, sind die Hauptcharaktere. Vor allem Gigi macht es einem einfach, sie zu mögen. Sie ist smart, lustig, liebenswert und weiß, was sie will - meistens jedenfalls. Und sie ist eine der loyalsten Freundinnen, die ich je in einem Buch getroffen habe. Noch dazu lebt sie in einem typischen Nerd Haushalt: die Eltern getrennt und bei Genies, die Mutter arbeitet bei Cern in der Schweiz, die französisch sprechende Großmutter passt derweil auf Gigi auf. In so einer Umgebung aufgewachsen, kann sie gar nicht anders, als dauernd Star Trek und Dr. Who Anspielungen anzubringen. Da schlägt mein Sci Fi- und Serienherz natürlich sowieso sehr viel höher.

Aber auch die "Nebencharaktere" Bea, Neerja, Mike und Will passen wunderbar in die Geschichte - ok, bis auf Justin, aber einer muss ja immer der Spielverderber sein ;) Strohmeyer gelingt es, jedem dieser Charaktere Leben einzuhauchen, keine einzige Figur, die auftaucht bleibt blass, alle tragen zur Entwicklung der Geschichte und auch der drei Freundinnen bei. Besonders gut gefällt mir, dass die Mädels hier wirklich zusammen stehen, kein Zickenkrieg, keine Lästereien, sondern echte Freundschaft. Es ist gut, wenn man ab und zu mal wieder daran erinnert wird, wie wertvoll eine solche Gemeinschaft ist.

Strohmeyer gelingt es, die richtige Atmosphäre in diesem Buch einzufangen. Die Schulzeit mit ihren Sorgen und Nöten, aber auch den tollen Ereignissen, die Gedanken über die Zukunft, den Zusammenhalt von Freundinnen, die ersten Beziehungen. Sie schafft es aber auch so viel wirkliche Informationen in das Buch zu packen, dass man selbst als Erwachsener noch etwas lernen kann. Wenn meine Lehrer mir das Periodensystem der Elemente so erklärt hätten, ich hätte es mir viel leichter merken können.

Ich habe beim Lesen oft schmunzeln müssen, denn das Buch ist mit viel Witz und vielen komischen Situationen versehen.

"The most powerful sex organ was the brain, you know what that means
Poor Justin!"

Aber es gab auch ernstere Momente, in denen ich mich selbst in dem Buch gesehen habe, denn auch ich war eine Einser-Schülerin mit eine Prise Nerdism und auch ich war nicht wirklich im Zentrum der Aufmerksamkeit, mir fehlte die Prise Coolness und der Wunsch nach Alkohol und Zigaretten. Wie Gigi hatte ich jedoch das Glück einen kleinen, feinen Freundeskreis zu haben und wir vier Mädels waren dauernd zusammen unterwegs. Eine tolle Zeit, mit die beste in meinem Leben . Aber auch wir machten uns Gedanken um die Zukunft und daher kann wohl jeder Gigis Überlegungen nachvollziehen, denn es ging wohl keinem anders:

"I focused on the passing houses filled with couples who’d somehow survived this teenage craziness of 'he likes her but she likes him and he likes somebody else, you just can’t win.' How did they do it? How did they end up in their golden, warm and cozy living rooms with their 2.3 children and dogs and cats? Because getting from where I was to where they were seemed millions of light years away."

"Smart girls get what they want" hat mich positiv überrascht, ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und beim Zurückdenken an die guten alten Zeiten, in denen ich selbst die Schulbank drückte und meinen Weg gesucht (und gefunden) habe.

Von mir gibt es fünf Sterne für die drei Mädels und eine klare Leseempfehlung. Das Buch macht sich sicher auch gut als Geschenk für Mädels in der Mittelstufe, so macht Englisch lernen doch gleich viel mehr Spaß! A totally cute and fun read!


Bibliomania: Ein listenreiches Buch über Bücher
Bibliomania: Ein listenreiches Buch über Bücher
von Steven Gilbar
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bi-blio-ma’nie, 28. August 2012
Bi-blio-ma’nie
{f; unz.} krankhaft übersteigerte Büchersammelwut [zu griech. biblion >>Buch<< + mania >>Wut, Wahnsinn, Begeisterung<<]

Ich gebe es zu, ich bin ein Buch Nerd.
Ich konnte dieses kleine Werk einfach nicht aus der Hand legen und dabei besteht es wirklich nur aus Listen - aber die haben es in sich!

Man findet so unglaublich viele Informationen über Bücher, Autoren, Preise, Fachbegriffe, dass es eine echte Freude ist. Triviale und wichtige Details sind hier kreuz und quer arrangiert und man entdeckt als Leser immer etwas, was man noch nicht gewusst hat oder eine Liste von Büchern, die man mit einem Post-It versieht, weil man sie "abarbeiten" möchte oder ein kleines Lexikon, das einem kurz und bündig Fachausdrücke des Buchdruckens oder ähnliches erklärt. Mit hat dieses Buch wirklich viel Spaß gemacht.

Kleine Kostprobe gefällig?

Zwölf berühmte Tagebuchschreiber und -schreiberinnen

Anne Frank
Samuel Pepys
Johann Wolfgang von Goethe
André Gide
Edmond Jules de Goncourt
Max Frisch
Julien Green
Ernst Jünger
Franz Kafka
Victor Klemperer
Thomas Mann
Anaïs Nin

Berühmte Detektive der Literatur

Miss Marple (Agatha Christie)
Hercule Poirot (Agatha Christie)
James Bond (Ian Fleming)
Peter Hunkeler (Hansjörg Schneider)
Sherlock Holmes (Sir Arthur Conan Doyle)
Philip Marlowe (Raymond Chandler)
Wachtmeister Studer (Friedrich Glauser)
Kurt Wallander (Henning Makell)
Commissario Brunetti (Donna Leon)
Kay Scarpetta (Patricia Cornwell)
(...)

Weitere Aufzählungen umfassen (unter anderem):

- Liebespaare der Literatur
- Sechzig Pseudonyme und Künstlernamen
- Fünfzehn deutschsprachige Literaturpreise
- Die zehn größten Bibliotheken der Welt
- Die Teile des Buches

und so geht es fröhlich und interessant weiter.
Leider ist das Buch nicht mehr ganz aktuell – meine Ausgabe endet mit Informationen von 2006 - da würde ich mir eine Überarbeitung wünschen, denn dieses Büchlein ist es wert, am Leben zu bleiben.

5 Sterne für ein listenreiches Buch, das sicherlich jeden Buchliebhaber begeistern wird.


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