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josbookcorner (Espa)
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Ich bin gleich da: Roman
Ich bin gleich da: Roman
Preis: EUR 14,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf dem Meer lösen sich alle Sorgen auf, 25. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Ich bin gleich da: Roman (Kindle Edition)
Elsa ist noch ein Kind als ihr Vater stirbt. Sie hatte sich nur kurz weggeschlichen in dieser Nacht und als sie von ihren Freunden zurückkommt, liegt er tot auf dem Boden. Von dem Moment an wird alles anders. Die Mutter kapselt sich ab, versinkt in Trauer und Elsa selbst kann es sich nie verzeihen, den Vater allein gelassen zu haben. Schon immer war die Beziehung zwischen ihr und den Eltern angespannt, doch jetzt scheint das Familienband endgültig zu zerreißen. Elsa will nur noch eins: weit weg, nach Norden, ans Meer, denn auf dem Meer lösen sich alle Sorgen auf, sagte der Vater. So zieht sie früh von zu Hause aus und kocht sich ihren Weg von Süddeutschland Richtung See. Als wir sie treffen, arbeitet sie gerade in einem XXL Restaurant, dreht riesige Schnitzel durch die Mangel und verliert sich in der Hektik. Doch irgendwann treibt es sie weiter, nach Hamburg. Ohne Job und ohne Wohnung steigt sie in den Zug, die nächste Station, der nächste Fluchtpunkt. Wie der Zufall es will, findet sie dort nicht nur eine Bleibe, sondern auch einen neuen Lebensmittelpunkt und einen Mann, der sie zwingt, über die Zukunft nachzudenken. Doch als ihre Vergangenheit sie schließlich einholt, erkennt sie, dass der Weg ans Meer eigentlich der Weg zurück war.

“Ich bin gleich da” ist ein sehr ruhiges Buch.
Es gibt keine großen Momente, keine Tragödien, es ist ein Buch der leisen Töne. Der Leser begleitet Elsa auf ihrer vermeintlichen Reise weit weg von zu Hause. Wir erleben ihre einsamen Momente, ihren inneren Kampf und die Zerrissenheit. Wir erleben aber auch die hektische Umgebung von Restaurantküchen und gewinnen einen spannenden Einblick in die Welt der großen und kleinen Köche. In diese Welt taucht Elsa ab, die langen Arbeitszeiten, die Anspannung und das ständige unter Strom stehen, helfen ihr beim Verdrängen ihrer eigentlichen Probleme. Doch irgendwann kommt unausweichlich einmal der Moment des Innehaltens, ein Moment, in dem sie nicht mehr weglaufen kann und sich ihren Ängsten stellen muss. Anne Köhler erzählt die Geschichte auf eine sehr sensible Weise. Mit psychologischem Feingefühl zeichnet sie den Weg einer Frau zu sich selbst.

“In Wirklichkeit aber bringt einen jeder Schritt unweigerlich zurück zu dem, der man ist, nach Hause.”

Von mir gibt es 4 Sterne für diesen Roman, der nachdenklich macht und einen auf ganz merkwürdig leise Art berührt.


s. by J.J. Abrams, Doug Dorst (2013) Hardcover
s. by J.J. Abrams, Doug Dorst (2013) Hardcover

5.0 von 5 Sternen Sammlerstück!, 8. Februar 2015
Heute möchte ich euch ein ganz besonderes Werk vorstellen: “S” von J.J. Abrams und Doug Dorst.

J.J. Abrams dürfte den meisten von uns aus TV und Kino bekannt sein. Er ist der “Vater” von “Lost”, “Fringe”, “Cloverfield”, “Super 8″, dem neuen Star Trek Film, dem neuen Star Wars Film und und und… und genauso besonders wie seine Serien oder Filme sind, ist auch “S” – speziell.

Von außen sieht es aus wie ein altes Buch aus der Leihbücherei, mit Stempel und Ausleihkarte. Der Titel der Hauptgeschichte lautet “Ship of Theseus”, es wurde von einem fiktionalen Autor namens V.M. Straka geschrieben und 1949 veröffentlicht. Holt man das Buch aus dem Schuber findet man auch keinerlei Hinweise mehr auf Abrams oder Dorst, dann geht es nur noch um Straka. Strakas Leben gilt als geheimnisvoll und sein Tod ist eines der großen Mysterien in der Literaturwelt, Anlass zu Spekulationen und Konspirationen – Spionage, Auftragsmord – alles ist möglich. Strakas Identität ist Gegenstand vieler literarischer Debatten, auch sein Übersetzer, der Straka nie persönlich getroffen hat, geht im Vorwort des Buches auf all die Mythen, die sich um den Mann ranken, ein.

“Ship of Theseus” ist Strakas 19 Buch und sein letztes Werk vor seinem mysteriösen Tod. Die Geschichte handelt von einem unbekannten Mann, der sein Gedächtnis verloren hat und sich auf die Reise macht, um sich selbst zu finden. Ich bin ehrlich, diese Geschichte fand ich eher langweilig. Sie war schwer zu lesen, vor allem, weil alles im Präsens geschrieben ist und damit habe ich persönlich einfach Schwierigkeiten. Doch meiner Meinung nach liegt das Hauptaugenmerk auch nicht auf der Grundstory, sondern vielmehr auf der Nebengeschichte, die sich am Rand der Seiten abspielt. Denn das Buch ist vollgekritzelt mit Nachrichten, die sich zwei Personen namens Eric und Jen schicken. Abwechselnd leihen sie sich das Buch aus und führen so eine Konversation über hunderte Seiten hinweg. Eric ist ein Student, dessen Professor ihm alle Ergebnisse seiner Straka Forschung geklaut hat und der jetzt verzweifelt versucht, die Identität Strakas aufzudecken, bevor es sein Professor machen kann. Jen ist Studentin, fast fertig mit ihrem Studium und fasziniert von Eric und seiner Straka Besessenheit. Gemeinsam begeben sie sich auf den Seiten des Buches auf die Suche nach dem geheimnisvollen Autor. Um das Rätsel auch als Leser lösen zu können, muss man das Buch und alle handschriftlichen Notizen lesen. Eine Herausforderung, das steht fest – aber auch unglaublich faszinierend.

Beide fiktiven Leser, Eric und Jen, belassen es nicht nur bei den Kritzeleien im Buch, sondern sie legen Postkarten, handgeschriebene Briefe, gemalte Karten, kopierte Artikel und vieles mehr zwischen die Seiten der Bücher. Immer wieder tauchen Überraschungen auf – so liebevoll und detailreich gestaltet, wie ich sie noch in keinem anderen Buch gesehen habe. “S” ist ein absolutes Schmuckstück, das jedem Büchernarr das Herz aufgehen lässt.

Daher gibt es von mir fünf Sterne und eine Kaufempfehlung. Wer schöne Bücher liebt, wer außergewöhnliche Bücher liebt, wer fantasievolle Bücher liebt, sollte sich Abrams Werk ins Regal stellen.


Krähenmädchen. Psychothriller (Sund: Victoria-Bergman-Trilogie, Band 1)
Krähenmädchen. Psychothriller (Sund: Victoria-Bergman-Trilogie, Band 1)
von Erik Axl Sund
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht wirklich meins, 8. Februar 2015
Inhalt:

Wie viel Schreckliches kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird?

Stockholm. Ein Junge wird tot in einem Park gefunden. Sein Körper zeigt Zeichen schwersten Missbrauchs. Und es bleibt nicht bei der einen Leiche … Auf der Suche nach dem Täter bittet Kommissarin Jeanette Kihlberg die Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe, bei der eines der Opfer in Therapie war. Ihr Spezialgebiet sind Menschen mit multiplen Persönlichkeiten. Eine andere Patientin Sofias ist Victoria Bergman, die unter einem schweren Trauma leidet. Sofia lässt der Gedanke nicht los, bei ihr irgendetwas übersehen zu haben. Schließlich müssen sich Jeanette und Sofia fragen: Wie viel Leid kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird?

Meine Meinung:

An “Krähenmädchen” kommt man dieser Tage ja kaum vorbei.
Überall wird die Werbetrommel gerührt und über das Autorenduo berichtet, denn hinter dem Namen Erik Axl Sund verbergen sich Jerker Eriksson und Håkan Axlander Sundquist, Punkrocker. Eigentlich keine schlechte Voraussetzung für ein düsteres Buch, ein neuer Stern am skandinavischen Thriller-Himmel… meine Erwartungen waren also hoch und wurden leider etwas enttäuscht.

“Krähenmädchen” ist der erste Teil einer Trilogie. Ursprünglich handelte es sich um einen massiven Roman, doch der Verlag entschloss sich, ihn in drei Teilen zu veröffentlichen. Ist wahrscheinlich auch vernünftig, denn allein der erste Band hat schon fast 500 Seiten.

Die Geschichte an sich ist interessant. Ich mag es, wenn es nicht nur um blanke Gewalt, sondern vor allem auch um die Psyche geht und hier steht genau das im Vordergrund. Allerdings fehlte mir die Spannung. Dadurch, dass die Geschichte aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt wird, geht das Momentum verloren. Zuerst war ich verwirrt und konnte die ersten Sätze eines Kapitels nicht immer den richtigen Protagonisten zuordnen, irgendwann hat es mich nur noch genervt – genauso wie die ellenlangen Hintergrundinformationen zu den Hauptfiguren. Natürlich ist es gut, wenn man die Personen charakterlich einordnen kann und weiß, was sie bewegt, aber man kann alles übertreiben. Vor allem die vielen Geschichten zu Kihlbergs Ehe habe ich zum Schluss nur noch übersprungen. Kein gutes Zeichen. Wirklich interessant fand ich dagegen die Abschnitte über die Kindersoldaten in Sierre Leone, davon hätte ich gern mehr gelesen.

Doch es war nicht der Perspektivenwechsel oder die zu lang gezogenen Nebenschauplätze, die mich dazu veranlasst haben, dem Buch nur drei Sterne zu geben, sondern die Tatsache, dass ich kurz nach der Hälfte des Buches wusste, wer hinter den Morden steckt. So macht das Lesen eines Thrillers dann nicht mehr ganz so viel Spaß. Ja, es ist keine 08/15 Auflösung und ja, es hängt alles mit einer geschundenen Seele zusammen, aber für mich war es einfach zu durchschaubar und so fehlte der “Schockmoment”. Dazu kommt, dass ich die gesamte Entwicklung etwas unrealistisch fand. “Wie viel Leid kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird?” wird der Leser auf der Rückseite des Buches gefragt und geht man nach dem “Krähenmädchen” muss es wohl sehr viel Leid sein, bevor es ‘knack’ macht, übertrieben viel. Zeitweise hatte ich das Gefühl, die Autoren wollten immer noch eins draufsetzen und wurden dadurch schlicht unglaubwürdig,

Das klingt jetzt alles ein bisschen negativer als gemeint. Wie gesagt, die Story ist nicht schlecht, die Grundidee sogar sehr gut, es haperte für mich nur an der Umsetzung.

Es kann sein, dass in den Folgebänden die vielen Hintergrundinformationen noch einmal wichtig werden, es kann sein, dass es noch einen Twist gibt, den ich doch nicht vorausgesehen habe, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich den zweiten Teil überhaupt lesen will. Schauen wir mal.

Von mir also drei Sterne für einen so lala Thriller.


Four: A Divergent Collection
Four: A Divergent Collection
von Veronica Roth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 11,80

5.0 von 5 Sternen Lesenswert, 8. Februar 2015
Ich liebe die Divergent Trilogie, ich liebe den Film zum ersten Teil und so ein ganz klein wenig liebe ich auch Four (das Alter lassen wir mal außen vor *g*)

Dass ich mir das Buch aus meinem Urlaub mitbringe, lag somit auf der Hand. Und als ich es dann vergünstigt bei Walmart gefunden habe, war die Freude groß.

Hier vereinen sich vier Kurzgeschichten über Tobias Eaton:

– The Transfer
– The Initiate
– The Son
– The Traitor

Wir erfahren mehr über den Dauntless Kämpfer, den Jungen, der er davor war, über seinen brutalen Vater und über seinen Transfer von Abnegation zu Dauntless. Wir erleben seine Initiation und sind an seiner Seite als er zum ersten Mal merkt, dass die Erudite und Dauntles Anführer nichts Gutes im Schilde führen. Die letzte Geschichte spielt dann zur Zeit der Divergent Reihe. Tris taucht im Dauntless Hauptquartier auf und versucht sich einen Platz in der neuen Fraktion zu erkämpfen, diesmal verfolgen wir ihren Weg aber aus Fours Sicht.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Ich konnte wieder in die Divergent Welt abtauchen und ein wenig mehr über die Charaktere erfahren, die mir so ans Herz gewachsen sind. Für Fans der Reihe eigentlich ein Muss.

5 Sternchen für diese Sammlung und Four


Kein Titel verfügbar

4.0 von 5 Sternen Hex Hall in der Schule, 8. Februar 2015
Wer Sophie Mercer und die Hecate Hall vermisst, wer wieder in die magische Welt der Vampire, Hexen, Zauberer und Feen eintauchen will, dem sei “School Spirits” ans Herz gelegt.

Diesmal dreht sich alles um Isolde “Izzy” Brannick, Sophies Cousine. Ja, einer der Brannicks aus der Hex Hall Serie. Die Brannicks sind bekannte “Monster-Jäger”, die über Jahrhunderte hinweg schon Zauberwesen verfolgen und sie zur Strecke bringen. Doch von dem einst so mächtigen Clan sind nicht mal eine Handvoll Jäger übrig geblieben und nachdem auch Izzys ältere Schwester spurlos verschwindet, ist nichts mehr so wie es vorher war. Izzy ist nicht mehr sie selbst und als ihre Begegnung mit einem Vampir beinahe in einer Katastrophe endet, beschließt ihre Mutter das Hauptquartier zu verlassen und zumindest für einige Zeit woanders hinzuziehen. So landen sie in einer Kleinstadt in Mississippi. Um Izzy zu schonen und um eine weitere Gefahrensituation zu vermeiden, gibt ihre Mutter ihr diesmal eine einfache Aufgabe – sie soll einen Geist ausfindig machen und wieder an sein Grab binden. Kinderkram denkt Izzy, doch dann merkt sie, dass hinter dem Schulgeist doch einiges mehr steckt.

Wem der Witz und der Humor in “Hex Hall” gefallen hat, der macht mit “School Spirits” nichts falsch. Hawkins lockerer, oftmals sarkastischer Schreibstil macht einfach Spaß, die Geschichte ist kurzweilig und auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Vor allem jüngere Mädels werden an den Brannicks ihre helle Freude haben. Izzy steht Sophie in nichts nach und so liest sich das Buch dann auch sehr schnell und ist perfekt für einen faulen Sommernachmittag (auch, wenn er so verregnet ist wie die letzten Tage)

Es geht um Familie, Geister, Hexen, Freundschaften und Vorhersagen, die in den Folgebänden sicher noch eine Rolle spielen werden. Das doch überraschende Ende verführt dazu, sich Teil 2 auf den Wunschzettel zu setzen.

Von mir gibt es 3,5 – 4 Sterne für diesen Spin-Off.


Kein Titel verfügbar

4.0 von 5 Sternen Sie wartet im Spiegel, 8. Februar 2015
Fünf Tage, in denen sie auf dich wartet.
Fünf Tage, in denen sie in den Ecken lauert.
Fünf Tage, in denen sie aus jedem Spiegel zurückstarrt.
Fünf Tage und dann holt sie dich.

James Dawson hat die bekannte Sage von Bloody Mary als Vorlage genommen und daraus seine ganz eigene, moderne Geschichte gestrickt.

Viele kennen die Mutprobe: stell dich vor einen Spiegel, zünde eine Kerze an und wiederhole den Namen “Bloody Mary” fünf mal. Daraufhin erscheint dir die blutige Geisterfrau auf der anderen Seite des Spiegels und wenn du Pech hast, überlebst du diese Begegnung nicht.

Auch Bobbie Rowe und zwei ihrer Freunde lassen sich an Halloween zu diesem Ritual überreden. Sie glauben nicht an Spuk und Geister und finden das Ganze lustig, vor allem, weil anscheinend wirklich nichts passiert. Am nächsten Tag haben sie alles schon wieder vergessen – bis merkwürdige Nachrichten auftauchen und sich in den Ecken der Spiegel etwas bewegt. Aus dem Spiel wird blutiger Ernst.

Ich habe eine unterhaltsame YA Geschichte erwartet, die vielleicht ein wenig unheimlich ist, bekommen habe ich einiges mehr.
“Say Her Name” ist spannend, gruselig und eines dieser Bücher, die ich nicht aus der Hand legen konnte. Von Tag zu Tag steigert sich der Horror, den die Teenager erleben und von Seite zu Seite wird einem mulmiger zumute. Was passiert, wenn der Countdown vorbei ist?

Aber auch der Humor kommt in diesem Buch nicht zu kurz . Man hat es schließlich mit jungen Leuten in einer Boarding School zu tun und das merkt man. Bobbie kann herrlich ironisch sein und das, obwohl ihr Mary besonders übel mitspielt. Leider bleiben die übrigen Charaktere etwas blass – ein Schwachpunkt bei vielen Horrorgeschichten, doch das hat mich bei dieser Lektüre nicht übermäßig gestört, denn mit jedem Kapitel stiehlt sich der Wahn weiter in die Geschichte.

Wer auf die Idee kommt, das Buch alleine im Dunkeln zu lesen, sollte sich das noch einmal überlegen. Es gab ein, zwei Szenen, in denen ich froh war, dass mein Mann friedlich neben mir schlummerte und ja, als ich nachts auf die Toilette musste, habe ich definitiv nicht in den Spiegel geschaut, vielen Dank auch.

Das Ende hat dem Grauen den letzten Schliff gegeben und eins weiß ich sicher: auch wenn ich eigentlich nicht an Geister glaube, die Wörtchen Bloody Mary werden mir vor einem Spiegel niemals über die Lippen kommen, no way.

4 Sternchen für diesen Gruselgenuss.


Wie sag ich's meinem Mann?: Über das Zusammenleben mit einer anderen Spezies
Wie sag ich's meinem Mann?: Über das Zusammenleben mit einer anderen Spezies
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein amüsantes Buch über IHN, 8. Februar 2015
Männer und Frauen sind verschieden, wie verschieden offenbart sich allerdings meist erst nach dem Zusammenziehen. Als Frau steht man des Öfteren fassungslos da und fragt sich, ob der Mann da vor einem und man selbst tatsächlich zur gleichen Spezies gehört. Männern wird es da mit uns nicht anders gehen. Trotzdem glaube ich, dass sich Männer alles in allem ähnlicher sind als wir Frauen. Bei Gesprächen mit Freundinnen hat man öfters diese “Dein Mann auch?” – Momente und fühlt sich erleichtert und nicht mehr so ganz allein im eigenen Unglauben. Und auch wenn ich Stefanie Luxat nicht persönlich kenne, sondern nur ihren Blog und ihre Bücher lese, habe ich das Gefühl, sie ist so eine Freundin. Mit viel Aufmerksamkeit und Humor beobachtet sie ihren Mann und teilt die Freude und das “Leid” des Zusammenlebens mit ihren Leserinnen. Und sie macht das mit so viel Witz, dass ich beim Lesen öfters laut auflachen musste (nicht so gut, wenn der eigene Mann daneben friedlich schlummert und erschreckt aufwacht, sorry Schatz *g* )

Das Buch vereint Steffis Kolumnen, die bereits auf ihrem Blog erschienen sind, mit neuen Erzählungen und Geschichten. Da geht es ums Häufchenmachen (nein, nicht das, was ihr denkt ;) ), um Verschieberitis, technische Geräte oder Partypupser. Mit einem Augenzwinkern nimmt sie all die kleinen und großen Macken ihres Mannes aufs Korn, ohne sich selbst dabei allzu ernst zu nehmen. Und tatsächlich habe ich in fast allen Kapiteln meinen Mann wiedererkannt.

Allein der Abschnitt “Warum mein Mann niemals ein Paparazzo wird. Oder: Will ich Streit, muss ich nur sagen: “Mach doch mal ein Foto, Schatz” hätte Wort für Wort von mir stammen können. Das nächste Mal, wenn mein Göttergatte lustlos die Kamera zur Hand nimmt, um es schnell hinter sich zu bringen, egal ob ich auf dem Foto aussehe wie Quasimodo oder nicht, werde ich an Stefanie denken und ihr in Gedanken zublinzeln. Trotzdem werde ich mich wahrscheinlich wieder aufregen, wenn ich vor der herrlichsten Meerkulisse stehe und mein Mann es fertig bringt, keinen Tropfen Wasser aufs Foto zu bannen. Aber wenigstens weiß ich: ich bin nicht allein.

Auch wenn sich der Müll, den er eigentlich schon längst zum Recyclinghof bringen wollte, in der Garage stapelt oder die Socken auf der Treppe zweiwöchiges Jubiläum feiern, weil er stur an ihnen vorbeigeht, anstatt sie mitzunehmen, weiß ich, mein Mann ist nicht einmalig, hunderte Frauen sehen solche Dauergäste in Garagen, auf Treppen oder in Autos.

Zwischen den Erzählungen kommen Experten zu Wort, Paarberater, Coaches und Co, die den ein oder anderen hilfreichen Tipp zum Zusammenleben geben. Auch diese Kapitel kommen mit einem Schuss Humor daher. Und zum Schluss erhält sogar Herr Luxat persönlich das Wort und darf uns ein bisschen was über seine Frau erzählen….

Mir hat das Lesen dieses Buches sehr viel Spaß gemacht. So sind sie eben, unsere Männer. Und trotz all den Klagen und dem Haareraufen lieben wir sie, da geht es Steffi nicht anders als mir.

Ach ja, als nächstes würde ich ihr die Kolumne “Warum mein Mann mir nicht richtig zuhört.” empfehlen. Ich könnte mit diesem Thema ein ganzes Buch füllen ;)

Fünf lachende Sternchen für diesen kurzweiligen und ach so wahren Lesespaß! Gerade auch zu Weihnachten ein passendes Geschenk für jede Ehefrau.


Ein Jahr in der Schweiz: Reise in den Alltag (HERDER spektrum)
Ein Jahr in der Schweiz: Reise in den Alltag (HERDER spektrum)
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Chäs-Fondue, Vorurteile und die Schwyzer, 8. Februar 2015
Und wieder ist ein Buch der “Reise in den Alltag” Reihe bei mir eingezogen. Bald kann ich einen ganzen Regalboden mit diesen Bänden füllen, man könnte fast meinen, ich lese diese Bücher gern ;)

“Ein Jahr in der Schweiz” war ein besonderes Buch für mich, weil es von einer Reise erzählt, die ich im Jahr 2000 selbst angetreten bin. Damals bin ich in die Schweiz gezogen, habe geheiratet und einen Job in Zürich angetreten. Gewohnt habe ich in einem kleinen Dorf, etwa eine halbe Stunde von Zürich entfernt, denn in der Stadt selbst ist das Leben einfach zu teuer. Das Eingewöhnen war nicht einfach, die Willkommenskultur der Schweizer ist, sagen wir mal… ausbaufähig….

Ähnliche Erfahrungen wie ich macht auch die Autorin Caroline Rzehak. Sie folgt ihrem Mann in die Schweiz als dieser ein Jobangebot erhält. Ein neues Land, fremde Menschen und – obwohl Deutsch zu den Landessprachen gehört – doch eine ganz andere Kultur. Auf der einen Seite ein spannendes Abenteuer, auf der anderen ein mühsames Unterfangen. Denn seien wir ehrlich, die Schweizer mögen uns Deutsche nicht sonderlich. Das liegt natürlich auch daran, dass zu viele von uns in dieses kleine Land einwandern und der ein oder andere Schweizer sich dann schon Gedanken macht. Auch sind die Schweizer in ihrem Umgang mit Fremden im Land nicht zimperlich. Als Rzehak sich um einen Job bemüht und Bewerbung um Bewerbung schreibt, wird schnell klar: ihre Chancen stehen schlecht, einfach weil sie eine Deutsche ist. Arbeitgeber haben auch kein Problem damit, ihr das genau so mitzuteilen. Ein Praktikum oder eine Hilfsstelle wäre eventuell drinnen, aber sonst… irgendwann entschließt sie sich dann, ein Studium zu beginnen, damit sie wenigstens etwas zu tun hat. Auch mit dem Schweizerdeutsch ist es nicht ganz so einfach. Oft versteht sie die Einheimischen nicht und diese empfinden das Hochdeutsche als arrogant. Doch als Deutsche sollte man auch nicht unbedingt Schweizerdeutsch lernen, dann das würde auf die Schweizer anbiedernd wirken.

Erwähnte ich, dass die Eidgenossen nicht einfach sind? ;)

Damit Rzehak in der Zwischenzeit nicht die Decke auf den Kopf fällt, ist sie mit ihrem Mann viel in der Schweiz unterwegs. Sie erzählt von Wanderwegen, von Städtetrips und Festen. Für Leser, die noch nie in der Schweiz waren, dürfte dieser Abschnitt sehr interessant sein.

Die Bemühungen der Autorin, sich wirklich in das neue Land zu integrieren, merkt man beim Lesen an den zahlreichen schweizerdeutschen Ausdrücken und Worte, die sie in ihren Text mit einfließen lässt. Obwohl ich diese Worte alle kenne, hat es mich nach einer gewissen Zeit wirklich genervt. Als dann selbst das so ausgelutsche “Chuchichäschtli” auftauchte, hab ich nur noch die Augen verdreht.

Ich könnte mir vorstellen, dass Leser, die keine Ahnung von Schweizerdeutsch haben, einiges nicht verstehen werden. Es ist einfach zu viel. Auch die Diskussionen mit ihren Freunden, die sie im Buch wiedergibt, wirken teilweise aufgesetzt, sie wirken wie Belehrungen für den Leser und nicht wie Unterhaltungen zwischen Freunden. Auf der einen Seite durchaus interessant, weil man so einiges von dem Schweizer “Way of Life” und den kleinen Merkwürdigkeiten des Volkes mitbekommt, auf der anderen Seite zu bemüht.

Alles in allem hat mir das Buch aber gefallen. Es hat eine Menge Erinnerungen geweckt und mich meinen Weg noch einmal gehen lassen. Interessant zu sehen, dass die Autorin ähnliche Schwierigkeiten hatt(e) – es lag also nicht an mir :D

Ich habe das Experiment Schweiz nach vier Jahren abgebrochen, habe mir meinen Mann geschnappt und bin zurück nach Deutschland gezogen. Vielleicht hat die Autorin mehr Glück bei der Integration, ich wünsche es ihr.

4 Sterne für diese Reise ins Land der Franken, der Schoggi und des Chäs-Fondues


The Dead Will Tell: A Kate Burkholder Novel (English Edition)
The Dead Will Tell: A Kate Burkholder Novel (English Edition)
Preis: EUR 6,63

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geister der Vergangenheit, 2. November 2014
Kate Burkholder, die Polizeichefin von Painters Mill, wird eines Abends zum Schauplatz eines Selbstmords gerufen. Ein Mann hat sich in seiner Scheune erhängt, die Fall scheint klar. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Ermittlungen wohl doch komplizierter werden, denn die Leiche weist Schusswunden auf und in ihrem Mund steckt eine kleine, simple Holzpuppe mit einem eingravierten Namen. Als sich ein zweiter angeblicher Selbstmord ebenfalls als Mord herausstellt, weiß Kate, dass es eine Verbindung zwischen den Opfern geben muss und dass sie vielleicht nicht die einzigen Opfer bleiben werden. Ihre Nachforschungen führen sie in die Vergangenheit – zu einer schrecklichen Tragödie, die sich vor 35 Jahren abgespielt hat.

Dies ist der sechste Band der Kate Burkholder Reihe, Chief of Police in Amish County. Die Tatsache, dass alle Romane in der Amish Gemeinde spielen, gibt dieser Reihe das besondere Etwas. Dazu kommt Castillos lockerer Schreibstil, der dafür sorgt, dass die Handlung nur so dahinfliegt und – wie immer – eine sehr spannende Geschichte. Diese hier kommt mit einem besonderen Twist, denn der Mörder könnte diesmal ein Geist sein…

Auch diesen Roman von Castillo habe ich verschlungen. Man kennt die Hauptfiguren jetzt schon so lange, dass es wie ein Wiedersehen mit guten Bekannten ist. Während Kate den Spuren der Verbrechen in die Vergangenheit folgt, wird auch ihre Beziehung mit John Tomasetti von der Vergangenheit eingeholt. Einer der Männer, der für die Vergewaltigung und den Mord an Tomasettis Frau und Töchtern verantwortlich ist, wird aus der Haft entlassen. Tomasetti sieht sich wieder mit den Dämonen konfrontiert, die sein Leben nach dieser Tat fast zerstört haben. Die Beziehung zu Kate wird damit auf eine harte Probe gestellt, ist sie stabil genug, um dieses Tief zu überstehen?

Und auch wenn in diesem Buch das Privatleben von Kate Burkholder eine größere Rolle spielt, überlagert die Geschichte dennoch nie die tatsächliche Handlung. Wie gewohnt gibt es unerwartete Wendungen und Überraschungen, allerdings muss ich sagen, dass ich einen Teil der Lösung ab einem gewissen Punkt im Buch geahnt habe. Dafür gibt es dann auch einen Stern Abzug. Trotzdem bleibt die Geschichte mitreißend und die endgültige Auflösung des Falls ist doch unerwartet.

Nicht ganz so spannend wie die vorherigen Bände, aber trotzdem ein schnelles und unterhaltsames Lesevergnügen.

Man kann die Bände auch einzeln lesen, denn die Handlungen der Romane sind in sich abgeschlossen. Ich würde trotzdem empfehlen, bei Band eins zu starten, um Kate und ihre Amish Gemeinde von Anfang an kennenzulernen – es lohnt sich.

Vier Sterne für Castillo und den Geist der Vergangenheit


Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ
Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ
von Giulia Enders
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen “Wie geht eigentlich kacken?”, 2. November 2014
Entschuldigt bitte die Ausdrucksweise, aber ich gebe nur weiter, was ich in dem Buch gelesen habe. ;)

Also “Wie geht kacken?”

Mit dieser Frage einer Freundin fing für die Studentin Giulia Enders alles an. Sie setzte sich hin, recherchierte und merkte, wie wenig wir eigentlich im Alltag über eines der wichtigsten Organe unseres Körpers reden: den Darm. Und so entschloss sie sich kurzerhand ein Buch über dieses “schwarze Schaf” der Organe zu schreiben.

Das Buch stand wochenlang auf den Bestsellerlisten und meiner Meinung nach durchaus zurecht. Die unkomplizierte und humorvolle Art mit der Enders über unseren Körper schreibt, macht einfach Spaß. Es ist kein trockenes, wissenschaftliches Buch, durch das man sich quält, weil man es muss. Es ist ein Buch, das man gern zur Hand nimmt und aus dem man so einiges lernen kann.

Einer der interessantesten Punkte für mich war z.B. die Tatsache, dass wir alle falsch auf dem Klo sitzen. Dass unser “Thron” dazu führt, dass wir an Verstopfungen und Hämorrhoiden leiden und solche Krankheitsbilder in Ländern, in denen man einfach über einem Loch hockt, fast unbekannt sind. Ich fand das irgendwie faszinierend. Wenn man daran denkt, wie oft sich Europäer über solch simple Klos im Ausland lustig machen… das ist wohl eher etwas, was wir übernehmen sollten. ;) Ok, ein kleiner Hocker vor dem Klo genügt laut Enders auch.

Doch es geht nicht nur um die richtige Haltung beim Klogang, sondern auch um Allergien, Unverträglichkeiten, den Einfluss von Antibiotika und um die Verbindung zwischen Darm und Gehirn. Eine gestörte Darmflora hat eben auch Einfluss auf unsere Gefühlswelt.
Absolut faszinierend. Ein Buch, das ich ohne Wenn und Aber jedem Laien weiterempfehlen kann, denn schließlich ist es ein Thema, das uns alle angeht.

4 Sterne für diesen spannenden Einblick in unser Innenleben.


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