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Beiträge von Olaf von der Heydt
Top-Rezensenten Rang: 4.293
Hilfreiche Bewertungen: 372
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Rezensionen verfasst von Olaf von der Heydt "hoerspieltipps.net" (Lollschied)
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Weniger als erwartet..., 12. Juli 2010
Der "Krimi-Sommer" des Jahres 2006 erfüllte vielen Hörern den Wunsch nach Krimis aus der Feder Agatha Christies. Ihre beliebten Geschichten und Figuren tauchen ja im Hörspielbereich viel zu selten auf. Immerhin acht Episoden nach Kurzgeschichten mit Hercule Poirot bietet diese Reihe, die nunmehr auch beim hörverlag erschienen ist. Die Vorfreude auf die Produktion kippte aber beim Hören ziemlich schnell. Sowohl inhaltlich, als auch formal konnte man hier - zumindest meinen Erwartungen - nicht gerecht werden. Die verwendeten Kurzgeschichten haben nicht das inhaltliche Format der großen Romane und taugen eher als kleiner Krimihappen zwischendurch, der immer nur kleinere Aspekte der kriminalistischen Glanzleistungen zeigen kann, für die der belgische Detektiv berühmt ist. Es fehlt einfach der Raum, die kleinen Details zu verstecken, die man als Hinweise braucht, um auf die Lösung zu kommen. Man geht in diesem Punkt in diesen acht Krimis zwei Wege. Entweder man baut die Hinweise hörbar ein, so dasst es dem Hörer auch nicht allzu schwer fällt, hier auf Augenhöhe mit Poirot zu bleiben, oder man deutet nur an, dass Poirot hier einen Fingerzeig erhalten hat, bleibt dabei aber so allgemein, dass man sich vom Ende überraschen lassen muss. Bei der Umsetzung schlägt man ein sehr gemächliches Tempo an. Die ruhige Atmosphäre, die insbesondere durch die ruhige Musik und die getragene Erzählweise Friedhelm Ptoks bedingt ist, passt zwar recht gut zum klassischen Krimigenre, zur eher "leichten" Figur des Poirot, hätte es aber auch ein wenig mehr Esprit sein dürfen. Die Geschichten wurden im "Krimisommer" erzählt, Aufhänger war stets eine vorgelagerte Szene, bei der Poirot vom jeweiligen Fall berichtet. In dieser Konsequenz sind die sehr erzählerlastigen Darstellungen erklärbar, sie verderben aber oftmals ein interessantes Dialogspiel, da man auch viele überflüssige Informationen mitten in der Szene platziert. So kommt es nicht selten vor, dass eine Figur vom Erzähler unterbrochen wird und man den Hinweis bekommt, dass diese Figur gerade geredet hat und vieleicht noch eine belanglose Geste dazu macht. Im Endeffekt, klingt es, als ob die Buchvorlage mit verteilten Rollen vorgelesen würde - eine echte Hörspielbearbeitung ist das Ganze eher nicht. Insgesamt erfüllt diese Reihe nicht die hohen Erwartungen, die man an Werke der Autorin stellen darf. Die Kurzgeschichten sind einfach nicht ihre Stärke, die hier oft uninspirierte Umsetzung sorgt auch nicht wirklich für große Jubler. Es gibt zwar ein paar recht nette Geschichten, das Gros fällt aber eher negativ auf, so dass auch eine Gesamtwertung gerade mal knapp in den positiven Wertungsbereich findet.
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4.0 von 5 Sternen
Eine gelungenen Mischung aus Humor, Krimi und Abenteuer, 12. Juli 2010
Auch in seiner Jubiläumsfolge gerät Preston Aberdeen wieder einmal in einen gehörigen Schlamassel. Die fatalen Folgen eines missglückten Lieferauftrages lassen ihn und seinen Gehilfen Terry in ein unterhaltsames Abenteuer rund um ägyptische Mumien und Grabbeigaben geraten. Aber Aberdeen wäre nicht Aberdeen, wenn er nicht nur den Schlamassel wieder geradeböge, sondern am Ende auch noch ein paar Verbrecher überführte. Leider glänzt hier Aberdeens Partnerin Sarah mit Abwesenheit, was schade ist, denn die Frozzeleien unter den drei Protagonisten und insbesondere zwischen Preston und ihr, sorgten eigentlich in allen Folgen für ordentlichen Hörspaß. Dafür gibt es einen Kurzbesuch von Mimi Rutherfurt, die sich hier in den Fall mit einbringt. Das ist nett für Fans beider Serien, allerdings fällt hier das unterschiedlich Tempo der Erzählweisen doch arg auf. Die Trägheit Rutherfurts passt so gar nicht zum quirligen Abenteuer des Kuriers. Entsprechend dem temporeichen Plot und den sehr humorigen Dialogen, sind auch die Sprecherleistungen sehr locker. Zwar nimmt man es nicht immer ganz genau und verlässt schonmal leicht den Rollenrahmen. Das ist aber nur marginal und wird mit einer hörbaren Spielfreude ausgeglichen. Bei der Untermalung agiert man wieder sehr solide, die bekannten Musiken der Reihe, werden um ein paar ägyptisch anmutende Facetten bereichert, die sich in den Stimmungen gut an die Entwicklung der Geschichte anlehnen. Auch diese Jubikäumsfolge von Preston Aberdeen kann gefallen. Man liefert in allen Bereichen der Produktion zumindest solide Arbeit ab, und kann, aufgrund der gelungenen Mischung aus Humor, Krimi und Abenteuer, so eine hörenswerte und sehr unterhaltsame Folge vorlegen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
unterhaltsame und gut durchdachte Krimikost, 2. Juli 2010
Das zweite Abenteuer zeigt gleich, dass der gute Einstand in die Reihe keine Eintagsfliege war. Auch hier gibt es unterhaltsame und gut durchdachte Krimikost. Die Geschichte baut man erneut in die schon vorhandene Kulisse ein und nutzt auch weitestgehend die bereits bekannten Figuren. Das Verbrechen, das es aufzuklären gilt, liegt weit in der Vergangenheit und einige der daran Beteiligten, leben bereits nicht mehr oder sind fortgezogen. So erfordert dieser Fall viel Archivarbeit. Die Lösung wird dann zu großen Teilen in den Dialogen zwischen den Protagonisten entwickelt. Die Konstruktion des Falles ist gelungen. Basierend auf dem interessanten Aufhänger zweier Leichen in einem Grab, entwickelt Autor Sebastian Weber einen nachvollziehbaren Plot, der den Hörer lange im Dunkeln, und nur erahnen lässt, dass die bislang geltende Version der Lösung nicht stimmen kann. Auch wenn vieles hier theoretisch erschlossen wird und das Praktische aufgrund der fehlenden beteiligten Figuren etwas kurz kommt, bleibt das Ganze spannend und unterhaltsam. Dass dies funktioniert, liegt auch an den prägnanten Hauptfiguren und den dazu gut passenden Sprechern, Hier sind es vor allem Sarah Riedel und Helmut Krauss, die mit ihren beiden sehr unterschiedlichen Charakteren viel Farbe ins Spiel bringen. Die Kulisse ist ein wenig dezenter als in der Auftaktfolge, was allerdings auch der eingeschränkteren Szenerie geschuldet ist. Dennoch gelingt es, die Geschichte insbesondere musikalisch gut zu unterstützen, in dem man wieder auf das angestrebte Flair der Reihe und die jeweilige Emotion der Handlung abgestimmte Scores einbindet. Wie schon bei "Lady Bedfort" zeigt auch der Hörplanet hier, dass man es versteht, eine Krimireihe mit so viel Seriencharakter zu etablieren, dass man zwar nicht zwingend zum Verständnis des jeweiligen Falles jede Episode kennen muss, man aber so für den Rahmen interessiert wird, dass man dennoch am Ball bleiben wird, wenn man einmal Blut geleckt hat. Insofern darf man sich nach dieser wiederum gelungenen Episode auf das dritte Abenteuer freuen.
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5.0 von 5 Sternen
Mark Brandis (9 & 10) - Wie immer, empfehlenswert!, 2. Juli 2010
Immer wenn eine neue Folge der Reihe Mark Brandis erscheint, ist es Zeit mal alle die Superlative herauszukramen, die man gerne auch anderswo verwenden würde, wenn man denn doch auch öfter die entsprechende Gelegenheit hätte. Mark Brandis gehört - so paradox es klingt - zu den bodenständigsten Vertretern des SF-Genres. Autor Nikolai von Michalewsky hat hier eine Zukunftsvision kreiert, der eine Raumfahrt zu Grunde liegt, die eine glaubwürdige technische Entwicklung durchgemacht hat. Hier gibt es keine physikalischen Klimmzüge, die die Geschichte lösbar machen, sondern läuft die Geschichte in einem festen, aber authentischen Rahmen. In diesem muss sich die Crew um Mark Brandis mit Rebellen und Einsatzkräften der Republiken auseinandersetzen. Immer wieder gerät man in nahezu ausweglose Situationen, was der Handlung viele Spannungshöhen verleiht. In dieser Doppelfolge taucht nun auch erstmals eine außerirdische Intelligenz auf. Diese funktioniert zunächst als Gegner, ändert sich aber zur Mahnung, wie wenig sich der Mensch emotional entwickelt hat. Auch wenn dies in dieser Reihe a-typisch ist, ist die Konstruktion und das daraus entwickelte Finale erstklassig. Damit wird klar, dass das Einbinden gleich dreier unterschiedlicher Parteien wichtig war und nicht nur einem unterhaltsamen und wendungsreichen Plot diente. Aber nicht nur die Geschichte ist absolut hörenswert, wie gewohnt überzeugt auch die Umsetzung. Es gelingt auch hier wieder, diese Geschichte mit einer sehr durchdachten Soundkulisse lebendig werden zu lassen. In diesem Punkt setzt diese Reihe Maßstäbe, gerade weil man eben nicht auf die genreüblichen Standardeffektorgien setzt, sondern ein sehr eigenständiges - und vor allem stimmiges - Klangbild inszeniert. Auch die schauspielerische Leistung des Ensembles überzeugt. Die gestandenen Sprecher sorgen hier für sehr glaubwürdige Figuren und Dialoge. Leider sind die meisten so gut, dass kleinere Schwächen sofort auffallen. Die Rolle der Ludmilla Wolska, gesprochen von Tomasina Ulbricht, wirkt im Vergleich etwas zu statisch und etwas zu weit vom Rollenklischee entfernt. Hier hätte man für meinen Geschmack auf etwas mehr Homogenität achten dürfen. Aber auch dies kann am sehr guten Eindruck dieser Episode kaum rütteln. "Raumsonde Epsiolon" ist eine erstklassige Geschichte, die sehr gut ins Hörspielformat transportiert wurde. Auch hier kann ich nur wieder eine Empfehlung aussprechen, die ich auch an die richten möchte, die dem Genre eher nicht zugeneigt sind.
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5.0 von 5 Sternen
liebevoll gemachte Hörspielunterhaltung, 26. Juni 2010
Endlich ist er wieder da: Andi Meisfeld erlebt sein erstes kleines Jubiläum mit seinem nunmehr fünften regulären Abenteuer. Auch hier erzählt man wieder eine Geschichte, der ein recht gerader, unverwinkelter Plot zu Grunde liegt. Das ist kein Manko, denn ein Unterhaltungshörspiel für Kinder funktioniert so oft am Besten. Zudem heißt es ja nicht, dass es hier eintönig zuginge - im Gegenteil: Dieses Hörspiel ist höchst unterhaltsam, weil der Fokus auf anderen Aspekten liegt und diese allesamt stimmig sind. Angefangen bei den Charakteren, die - selbst wenn es sich nur um funktionale Rollen handelt - immer perfekt gezeichnet sind. Die regelmäßig wiederkehrenden Figuren sind keine perfekten Helden, aber höchst sympathisch und stets unterhaltsam. Sie sind aber auch nicht zu glatt, als dass sie den Hörer nicht berühren würden. Auch die Art, wie erzählt wird, macht einen Gutteil der Qualität aus. Dazu gehört die sehr durchdachte Ameisenwelt, die mit sehr humorvollen Mitteln dargestellt wird. Dabei setzt man diesmal nicht auf eine Vielzahl von Anspielungen, so dass der Witz daran auch nie überstrapaziert wird. Dazu kommt auch, dass die Umsetzung auch in den Sounds sehr genau präsentiert wird. Die bereits etablierte Musikuntermalung wird gut in den Szenen untergebracht, so dass sie das Tempo der Handlung unterstützen. Die Geräuschkulisse ist sehr detailliert und geht damit über die üblichen plakativen Standards in Kinder- und Jugendhörspielen hinaus. Letztlich liegt die Qualität aber auch daran, dass hier auch Erwachsene nicht nur mithören können, sondern - vor allem - auch bestens unterhalten werden. Gerade die alten Hörspielfans werden sich über all die kleinen Anspielungen und Gastauftritte - u. a. von Oliver Rohrbeck oder Karin Lieneweg - freuen. Andi Meisfeld, das ist - auch in dieser Episode - liebevoll gemachte Hörspielunterhaltung, die sich wohltuend vom der Massenware in diesem Marksegment abhebt. Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte dies ändern.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Überzeugende und stimmige Produktion, 25. Juni 2010
Montague Rhodes James' Erzählungen sind Klassiker der schaurigen Geschichten. Insofern ist "Verlorene Herzen" in der Reihe "Nachtmahr" gut aufgehoben. James lässt hier den jungen Waisen Steven auf ein altes Verbrechen stoßen, das vor langer Zeit Kinder das Opfer eines vom ewigen Leben bessesenen Adligen werden ließ. Damals konnte der letzte Schritt nicht vollzogen werden - was Steven heute in Gefahr bringt. Die Geschichte lebt von dem geheimnisvollen Plot, der in seinen Motiven erst nach und nach klarer wird. Dazu gehören gut aufgebaute Spukerscheinungen, die in der dafür perfekten Kulisse eines alten Herrenhauses in einem Moor in Cornwall auftauchen. Die Erzählung passt aber auch perfekt zum Erzählstil, wie man ihn aus der jungen Reihe "Nachtmahr" schon kennt. Auch hier gelingt eine sehr atmosphärische Inszenierung, die insbesondere auf eine perfekt auf Handlung und Szenerie abgestimmte Musikuntermalung setzt. Dazu gibt es ein tolles Sprecherensemble, in dem nicht nur die beiden "alten" Recken, Lutz Mackensy und Peter Groeger, überzeugen, sondern auch die weniger großen Namen dahinter. Hervorheben sollte man auf jeden Fall Leon Vornberger, der eine wirklich gute Leistung in der Hauptrolle abliefert. Besonders lobenswert ist wiederum der sehr gelungene optische Auftritt, die mit eine wunderbar aufgemachten Booklet und dem üblichen thematisch passenden Bonus. Eine klassische Spukgeschichte in einer exzellenten Kulisse. Auch der dritte Teil der Reihe "Nachtmahr" überzeugt mit einer sehr stimmigen Produktion.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Eine bewegende Geschichte in erstklassiger Umsetzung, 18. Juni 2010
Es ist erschreckend, wie zeitlos und aktuell Hans Falladas Geschichte ist. Auch wenn dieser Ausschnitt aus dem Leben von Johannes und Lämmchen doch deutlich in der Weimarer Zeit eingebettet ist und der aufkeimende Nationalsozialismus mehrfach das Geschehen beeinflusst, sind die Parallelen zur Wirtschaftskrise und vor allem dem gesellschaftlichen Umgang damit, leider doch sehr vergleichbar. Das Ausgeliefertsein an skrupelose Arbeitgeber, die den entscheidenden Broterwerb zur Qual machen und einen steten Unsicherheitsfaktor darstellen, die Schwierigkeiten eine angemessene, aber auch bezahlbare Wohnung, all dies prägt das Stück und lässt die rührende Liebesgeschichte dahinter, besonders stark wirken. Irene Schuck hat das Stück für den NDR sehr stimmig inszeniert. Sie setzt auch ein tolles Sprecherensemble, in dem vor allem Laura Maire als zartes, aber starkes "Lämmchen" und Nico Holonics als Johannes überzeugen. In den Nebenrollen bringt man selbst in kleinsten Nebenrollen große Stimmen zu Gehör - eine tolle Besetzung, die auch rundum überzeugt. Eine bewegende Geschichte Falladas, die vom Team um Irene Schuck auch wunderbar erzählt wird. Eine absolut hörenswerte Produktion mit erschreckender Aktualität.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Eine sehr hörenswerte Produktion, 17. Juni 2010
Mit Hoffmanns "Der Sandmann" holt Titania Medien wieder eine Geschichte ins Gruselkabinett, die doch wieder deutlich mehr dem Grundgedanken der Reihe Rechnung trägt. Sie bietet eine klassische Geschichte die man zur Schauerromantik zählen darf, die allerdings nicht mit deren typischen Elementen versehen ist. Wie gewohnt hält man sich eng an die Vorlage. So beginnt dann dieses Hörspiel auch drei Briefen und damit der rückwirkenden Erzählung der Vorgeschichte. Diese hat man szenisch aufgearbeitet, lässt allerdings den Erzählern, hier also den Briefschreibern, auch viel Text. Gerade Nathanels Erinnerungen an seine Kindheit, sind in der Umsetzung sehr gelungen und sorgen für die schaurige Stimmung, die man von dieser Reihe erwarten darf. Die Handlung springt dann zurück. Nach der unschönen Begnung mit dem Wetterglashändler Coppola, die ja zu dem Briefwechsel führt, verfällt Nathanel in Grübeleien, die ihn immer mehr von seinen Freunden entfernen. Aufgrund eines Brandes muss er zudem die Wohnung wechseln und zieht in die Nachbarschaft Professor Spalanzanis und dessen vermeintlicher Tochter Olimpia. Diese ist merkwürdig, sie bewegt sich kaum. Der Eindruck ändert sich, als Nathanel sie durch eines der Gläser Coppolas betrachtet - er entbrennt in Liebe zu ihr. Erst bei einem Streit Coppolas mit Spalanzanis erfährt Nathnael die Wahrheit über Olimpia. Nachdem er sich von den Ereignissen erholt hat, findet er zurück zu seiner Jugendliebe Clara - doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Hoffmann gelingt eine phantastische Geschichte, die sowohl formal, als auch inhaltlich sehr durchdacht und strukturiert ist. Sie besitzt viele spannende und unheimliche Momente, die das Titania Team auch sehr gut in Szene zu setzen weiß. Dabei stützt man sich auf eine klassische Musikuntermalung, die die Emotionen der Handlung gut aufgreift und fortführt. Dauzu überzeugt vor allem aber auch das gewohnt gute Sprecherensemble. Das Stück wird zu großen Teilen von einer tollen Leistung von Marius Clarén geprägt. Er spricht den Nathanael, ohne dass er der Figur eine zu starke naive oder labile Note gäbe. Dennoch gelingt es ihm, den Absturz und die Verwirrung glaubhaft darzustellen. Aus dem Sprecherfeld dahinter hinterlässt Roland Hemmo den nachhaltigsten Eindruck. Er schafft der Figur des Coppelius eine wirkungsvolle Präsenz. Auch wenn man diese Episode nicht zu den sonst typischen Gruselstorys, die genreprägend sind, zählen kann, ist sie in dieser Reihe bestens aufgehoben. Die Erzählung Hoffmanns bietet viel Gänsehautreibendes und ein Finale, dass man die Geschichte nicht nur aufgrund ihrer gelungenen Umsetzung gerne hört.
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3.0 von 5 Sternen
Eine solide Produktion - nicht mehr, aber auch nicht weniger, 16. Juni 2010
Mit der neunten Episode der Reihe "Danger" bringt man viele Elemente, die man in vorherigen Folgen schon thematisiert hatte, in leicht abgewandelten Gewand und vor neuer Kulisse. Das betrifft zunächst nur den Symptomaspekt der mysteriösen Ereignisse, denn bei der Lösung dahinter versucht man sich an Lovecraftschen Mythen, die allerdings etwas oberflächlich in die Geschichte eingearbeitet werden. Hinzu kommt, dass man an die Stimmung der Originalgeschichten nicht herankommt. Man setzt eher auf ein standardisiertes Horrorfilmsetting. Es gelingt zwar, das Flair des Küstenortes gut zu transportieren, es fehlt ein wenig an der zeitlichen Einordenbarkeit, die hier aus einer soliden, eine gute Kulisse hätte machen können. Das Sprecherensemble ist per se recht gut. Jeder bringt eine ordentliche Einzelleistung. Das Gesamtgefüge hat allerdings Schwächen. Es gelingt hier nicht immer, das Ensemble wie aus einem Guss wirken zu lassen. Hier und da wirken Dialoge etwas unecht, weil die Sprecher nicht ganz aufeinander abgestimmt wirken. Das ist zwar nichts, was den Hörgenuss großartig schmälert, aber doch die im Vergleich zu anderen Produktionen etwas oberflächlich wirkt. "Sternengezücht" ist ein Hörspiel für eine recht spannende und unterhaltsame Hörspielstunde. Allerdings sollte man die Erwartungen an Originalität der Geschichte und die Qualität der Umsetzung nicht allzuhoch legen - es ist eine solide Episode, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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Öland
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von Johan Theorin Audio CD |
| Preis: EUR 12,95 |
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5.0 von 5 Sternen
toller skandinavischer Krimi mit einer sehr atmosphärischen Umsetzung, 16. Juni 2010
In Öland erzählt Johan Theorin einen typischen skandinavischen Krimi, sehr düster, sehr böse und durchweg spannend. Natürlich trägt hier der Aufhänger, das Verschwinden des kleinen Jens, deutlich zum Hörinteresse bei - aber Theorin gelingt es, dies nicht zu überziehen, sondern mit weiteren Handlungssträngen, die gut miteinander verwoben sind, eine verwinkelte und dennoch überzeugende Geschichte zu erzählen. Diese wurde von Andrea Czesienski in eine ansprechendes Skript gebracht und von Götz Naleppa gut hörbar umgesetzt. Es gelingt dem Team, das düstere skandinavische Flair zu transportieren, ohne dass man zu sehr die Klischees bemüht. Hilfreich sind hierbei die sehr passenden Musikelemente aus der Feder Werner Cees. Auch das Ensemble agiert hier sehr gut. Bei der Besetzung hat man schon ein gutes Händchen für die Auswahl der Sprecher bewiesen. Große Namen, die aber auch groß klingen und den Figuren die passende Portion Leben, bzw. in diesem Fall die nötige skandinavische Schwermut, mit auf den Weg geben. Die nächste DLR-Krimi-Produktion und erneut gelingt es, damit zu überzeugen. Der Sender hat derzeit einen "Lauf". Gute Stoffe, tolle Umsetzungen - beste Krimiunterhaltung! Auch "Öland" überzeugt als toller skandinavischer Krimi mit einer sehr atmosphärischen Umsetzung und einem gut aufgelegten Ensemble.
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