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Rezensionen verfasst von
Schulthe, Hendrik "pengoblin" (Rheinhessen)
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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Terry Pratchett: The Spirit of Fantasy: The Life and Work of the Man Behind the Magic
Terry Pratchett: The Spirit of Fantasy: The Life and Work of the Man Behind the Magic
von Craig Cabell
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,81

2.0 von 5 Sternen Sympathisch, seriös, konzeptlos, lückenhaft, 13. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als großer Fan Terry Pratchetts, den ich für einen der relevantesten lebenden Schriftsteller und einen großen Humoristen halte, habe ich mir natürlich auch dessen Biographie zugelegt in der Annahme, neben Informationen über den Autoren, dessen Lebensweg, dessen Arbeitsweise usf. auch einige interessante und für mich neue Sichtweisen auf einzelne Werke zu erhalten, womöglich ergänzt um einige interessante Selbstaussagen. Diese finden sich hierin - zumindest für mich, der ich alles von Pratchett selbst (inklusive seiner Dokus über Alzheimer und Sterbehilfe) bereits kenne - nur äußerst spärlich.

Craig Cabell ist, wie man seiner Veröffentlichungsliste anmerkt, u.a. spezialisiert darauf, die Biographien anderer berühmter Autoren zu schreiben – Frederick Forsyth, James Herbert, Ian Fleming, Ian Rankin und so fort. Die Routiniertheit, mit der er sich dann nun eben jetzt mit Pratchett auseinandersetzt, ist dem Buch deutlich anzumerken: ein paar biographische Daten aus Terry Pratchetts Leben vor der Scheibenwelt, ein bisschen Erfolgsgeschichte der Bücher, ein paar zutreffende, aber unnötig ausgewalzte und nicht wirklich verblüffende allgemeine Überlegungen zur Verortung von Fantasy im Allgemeinen und Pratchetts Werk im Besonderen in der Buchwelt – das kommt nichts zusammen, was man nicht mit ein paar Minuten Recherche im Internet auch erfahren würde. Im zweiten Teil des Buches greift sich Cabell dann einige von Pratchetts Werken heraus (die Auswahl der Bücher ist mir dabei nur sehr bedingt nachvollziehbar), springt von Buch zu Buch und liefert dann jeweils seine persönlichen Überlegungen dazu ab, was das Besondere an diesem oder jenem Themenschwerpunkt sein könnte – Pratchett und die Tiere, Pratchett und die Musik, Pratchett und der Tod, Pratchett und die Religion, Pratchett und die Jugend.

Wer nur zwei oder drei der Bücher Pratchetts kennt, dem mag das hier und da etwas Neues bieten – ob derjenige dann gleich diese Biographie kauft, scheint mir allerdings fraglich, das wird wohl eher derjenige tun, der bereits ein etwas intensiverer Freund Pratchetts ist. Und insbesondere der wache Leser vor allem der Discworld-Romane, der sich neben dem Gelächter bereits seine eigenen Gedanken über die vielen tiefergehenden Ebenen der Bücher gemacht hat, hat wohl so ziemlich alle Gedanken, die Cabell äußert, selbst auch schon gehabt.

Immerhin hat Cabell das, was er da wiedergibt, offenbar gut recherchiert – mir ist kein echter sachlicher Fehler z.B. in seinen Handlungszusammenfassungen aufgefallen (obwohl ich manches anders ausgedrückt hätte), was man bei weitem nicht von allen Biographien dieser Art sagen kann. Dennoch ärgert mich, dass die Gelegenheit, wirklich Relevantes über Pratchett und sein Werk zu äußern, größtenteils ungenutzt verstreicht. Was macht Pratchett denn nun wirklich zum Humoristen, über den reinen Spaßmacher hinaus? Wie arbeitet er (dass das ein sehr interessanter Punkt ist, habe ich durch den Besuch einer seiner Lesungsabende erfahren)? Welches sind die Elemente, die bestimmte Figuren in Pratchetts Werk zu etwas Besonderem machen (z.B. Granny Weatherwax oder Samuel Vimes – beide bleiben völlig unerwähnt)?

Cabell fügt am Ende noch einige Informationen über die verschiedenen Verfilmungen an – dass er jeweils den kompletten Abspann abdruckt, täuscht nicht darüber hinweg, dass er dazu sonst praktisch nichts zu sagen hat. Seitenschinderei. Die Auflistung der bekannten U.K.-Druckausgaben jedes einzelnen Werkes mögen für den ein und anderen Sammler tatsächlich von Interesse sein – das wäre denoch m.E. eher etwas für Pratchetts Homepage gewesen und nicht für eine gedruckte Biographie (schon weil es laufend aktualisiert werden müsste, um Sinn zu behalten).

Dem Ausnahmewerk NATION (dt.: EINE INSEL) – ich stimme Cabell absolut zu, dass der Roman tatsächlich eine besondere Rolle im Gesamtwerk einnimmt und zu dessen Höhepunkten zählt – hat Pratchett selbst eine Notiz beigegeben: THINKING. This book contains some. Whether you try it at home is up to you.

Leider kann man das in der Summe von Cabells Pratchett-Biographie nicht sagen: sie gerät einfach zu belanglos und uninspiriert, um wirklich interessant zu sein, obwohl Cabell einen eingängigen, sympathischen Schreibstil hat. Dennoch: Schade drum.


Kapelle Elias Grobschnitt - Die Grobschnitt Story 0
Kapelle Elias Grobschnitt - Die Grobschnitt Story 0
Preis: EUR 17,61

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Frühwerk der Krautrock-Clowns, 8. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer seit Jahren vergeblich versucht, das nur zu Sammlerpreisen erhältliche selbstbetitelte Studioalbum "Grobschnitt" (1972) der Hagener Rocker zu ergattern, bekommt hier etwas viel Besseres geboten (was ich im Übrigen nicht von allen Alben der "Grobschnitt-Story"-Serie sagen kann). Die "Grobschnitt-Story 0: Kapelle Elias Grobschnitt" versammelt neben der kompletten Setlist des damaligen Albums auch äußerst reizvolle Bonustitel und Liveversionen.

Mit dem reichlich dissonanten, clownesken 40-Sekunden-Sample WHAZZ GADDIT leiten Grobschnitt - für sie typisch - das 12minütige DIE SINFONIE ein, eine schmissige und vor Spielfreude überquellende Bluesrocknummer, die sich hinter den besten Stücken ungleich bekannterer Bands dieser Zeit wie z.B. Birth Control absolut nicht zu verstecken braucht. Auch die weiteren Stücke - DAS REISELIED, WONDERFUL MUSIC, SUNTRIP sowie die Bonustracks ABOUT MY TOWN und FALLSTONE überzeugen durch eine enorme Bandpower, virtuose Drums und Gitarren, den für Grobschnitt charakteristischen etwas bassjauligen Gesang und zwischendrin albernere Spaßeinlagen wie Erocs stimmverzerrte kurze Episode vom Ölberg ("... doch die Gläubigen harrten ... langsam bekamen sie kalte Füße, und das Brot ward alle ..."). Die 2. CD wartet mit vier weiteren Stücken auf, dem D-LIED (Studio und Live), dem TEELIED sowie mit DIE MASCHINE. Das Sahnestückchen ist jedoch eine Liveversion der SINFONIE, die mit über 30min und einem wirklich gelungenen epischen Perkussionssolo Freude bereitet. Insgesamt ergeben sich etwas über 100min absolut virtuose, dynamische Spielfreude mit hohem Spaßfaktor.

Der Sound ist nicht brillant, aber für Aufnahmen von 1970, die eigentlich so nie zur Veröffentlichung gedacht waren, ausgesprochen gut, und an keiner Stelle entsteht ein störendes 'Demo-Feeling'.

Alles in allem für mich neben dem regulären Live-Klassiker Solar Music z.Zt. das schönste Grobschnitt-Album. Von den etwas seltsamen Titeln und den meist vernachlässigbaren Texten sollte man sich nicht abschrecken lassen - hier waren Virtuosen in voller Fahrt! Eine klare Empfehlung für alle Krautrock-Fans!


AmazonBasics wiederbef?llte Tintenpatrone als Ersatz f?r Canon Multipack BCI-6 (cyan, magenta, gelb) [Amazon Frustfreie Verpackung]
AmazonBasics wiederbef?llte Tintenpatrone als Ersatz f?r Canon Multipack BCI-6 (cyan, magenta, gelb) [Amazon Frustfreie Verpackung]

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Akzeptable Qualität, preislich im oberen Bereich bei refills, 16. Oktober 2010
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Die Ersatzpatronen benutzen wir für unseren Canon pixma-Drucker; sie kamen gut verpackt bei uns an und ließen sich problemlos in den Drucker einsetzen (was bei Nichtverwendung von Originalherstellerpatronen früher zuweilen ein großes Problem war). Die Patronen waren bei Einsetzen so voll wie auch die Canonpatronen, bei der Anwendung lässt sich an der Druckqualität kei Unterschied feststellen.

Einzige Auffälligkeit war, dass unsere Magentapatrone deutlich dunkler wirkt als die mir bekannten Magentapatronen; ich habe jedoch bei den bisherigen Farbkopien nicht den Eindruck, dass dies die Farbwerte im Druck entscheidend beeinflusst.

Alles in allem scheinen sie mir beim Einkauf und bei weiterhin akzeptabler Preiskalkulation eine echte Alternative zu den Originalpatronen zu sein. Andere Refills sind sicherlich billiger, aber da muss man dann eben auch mit Qualitätsschwächen (bis hin zum farbenfrohen Auslaufen im Drucker) rechnen. Ich denke, wir werden beim nächsten Mal darauf zurückkommen.


Kein Titel verfügbar

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sinnvolle Ergänzung - zumindest für den sorgfältigen Vielnutzer, 16. Oktober 2010
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Die Sorgfalt, mit der diese Screen Protectors verpackt sind, täuschen gemeinsam mit den Beigaben - Anleitung, Applikationsschieber und Reinigungstuch, alles sorgsam einzelverpackt - fast über die Grundsatzfrage hinweg, warum solche Beigaben nicht Standard bei den damit zu schützenden und an sich bereits ausreichend teuren Geräten sind. Da muss doch eigentlich nicht eine Extraware her - aber wenn doch, dann soll der Kunde für sein Geld offenbar wenigstens etwas mehr als den reinen Materialwert von 0,02 € erhalten, den die Schutzfolien wohl haben.

Wenn man die Applikation der Folie sorgsam durchführt, lässt sich damit die Lebensdauer des Bildschirms sicherlich adäquat verlängern, keine Frage. Allerdings lohnt sich die Ausgabe nur für den, der das Gerät so sorgsam behandeln möchte wie irgend möglich, es jedoch zugleich auch so OFT benutzt, dass die entsprechende Abnutzung auch stattfindet und während der Lebensdauer des Gerätes den Verbrauch von drei Folien rechtfertigt. Wer mit dem Gerät wirklich lebt, den stören i.d.R. auch leichte Abnutzungen nicht, und wer das Gerät eher zum 'Nur-Haben' kauft (diese Leute gibt es, dochdoch...), wird den Schutz nicht benötigen, bevor das nächste Modell auf den Markt kommt, weil er es eh nur zum Rumzeigen herausnimmt.

Die zunächst überraschend dicken Folien selbst beeinträchtigen die Nutzung des Sichtschirms tatsächlich nicht; ich hatte befürchtet, die Anzeige werde deutlich unklarer, das ist jedoch nicht eingetreten. Die Haftung scheint auch recht ordentlich, und die Passform ist erwartungsgemäß ebenfalls o.k.; zur Haltbarkeit kann ich - nach rd. 2 Wochen und als Wenignutzer - noch nicht wirklich etwas sagen. Die Folie ist zumindest so stabil, dass sie kleine Scheuermacken (.B. vom Reiben an etwas Rauhem in der Tasche) 'abfängt'.

Meiner Ansicht nach ist das Produkt für die richtige Sorte Vielnutzer eine sinnvolle Investition, aber kein grundsätzliches Muss. Wer voraussichtlich nicht alle drei Folien auch sinnvoll verwenden kann (weil z.B. schonmal zwei Geräte im Haus existieren), für den ist das Ganze dann doch etwas überbezahlt.


Shaun Memobox - Shaun verzettelt
Shaun Memobox - Shaun verzettelt

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz nett, aber überbezahlt, 11. Juli 2010
= Haltbarkeit:4.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:1.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Shaun Memobox - Shaun verzettelt (Spielzeug)
Die Shaun-das-Schaf-Zettelbox habe ich geschenkt bekommen, und da soll man ja nicht meckern, aber für den Preis, für den sie hier angeboten wird, hätte ich sie keinesfalls gekauft. Die Box selbst ist ganz hübsch und so stabil, wie man bei einem Artikel aus Pappe erwarten darf; man wird sie ggf. auch nochmal als Behälter für etwas anderes nehmen können. Die 140 lose eingelegten Zettelchen sind sehr blass bedruckt und aus offensichtlich sehr billigem und extrem dünnen Papier. Die unteren zwei Drittel der Box sind mit einem Pappeinleger aufgefüllt, was dem Ganzen schon sehr den Charakter einer Mogelpackung verleiht. Alles in allem ein nettes, aber völlig überflüssiges und nicht wirklich originelles Stückchen Standardmerchandise. Der tatsächliche Wert liegt m.E. bei allerhöchstens 2€.


Der fremde Blick in den Schulen: Wege der Ethnologie in die Bildungsinstitutionen: Geschichte, Kritik und Perspektiven eines Projekts
Der fremde Blick in den Schulen: Wege der Ethnologie in die Bildungsinstitutionen: Geschichte, Kritik und Perspektiven eines Projekts
von Stefan Schaaf
  Taschenbuch
Preis: EUR 59,00

5.0 von 5 Sternen Bildung ist das, was übrigbleibt, wenn wir vergessen, was wir gelernt haben, 29. Juli 2008
Ohne gewachsene Bildung bleibt jedes schulisch aufgepropfte Wissen ein äußerst karges Pflänzchen ohne tiefere Wurzeln, letztendlich mit der geringen Haltbarkeit vorabendlichen Pseudoinfotainments, allerdings ohne dessen Unterhaltungswert. Aber nicht nur die Reduktion der geschichtlichen und kulturellen Vielgestaltigkeit ganzer Kontinente auf wenige Schlagworte hat ihre Tradition in deutschen Schulen, sondern auch das konstruktive Bemühen, innerhalb der Möglichkeiten des Schulunterrichts eine tatsächliche Basisbildung über den engen europäischen Tellerrand hinaus zu vermitteln.

Der Wormser Ethnologe Stefan Schaaf hat sich über Jahre hinweg mit der Geschichte der schulischen Kulturvermittlung beschäftigt und fasst hier die Ergebnisse seiner Recherche zusammen. Seine Betrachtung von rd. einhundert Jahren Pädagogikhistorie, bzw. genauer: den ethnologischen Beiträgen zur pädagogischen Debatte, beinhaltet zunächst einen ausführlichen Abgleich der mit dem jeweiligen politischen Kontext wechselnden Bildungsziele: Kolonialpolitik, Faschismus, Neuorientierung in der Nachkriegszeit, zunehmende Globalisierung sind hier nur einige der relevanten Stichworte. Auch geht er auf einige der verbreitetsten kognitiven Grobraster bei der Vermittlung von Kultur ein, z.B. den Rassenbegriff oder die teils sehr unglücklich verstandene Kulturvolk-Naturvolk-Dichotomie.

Schaaf gelangt zu der Schlussfolgerung, dass die schon vor Jahrzehnten akzeptierte Aufgabe der Forderung, aus der Völkerkunde ein eigenes Schulfach zu machen, sicherlich aus der Perspektive eines modernen Ethnologen bedauerlich ist; zweifellos auch deswegen, weil dies Kulturwissenschaftlern eine reizvolle Berufsperspektive verbaut (die Beurteilung ethnologischer akademischer Qualifikationen z.B. im Rahmen der Prüfung von Quereinstiegsbewerbungen für den Lehrerberuf überfordert die entsprechenden Stellen in den meisten Bundesländern völlig, wie der Rezensent aus eigener Erfahrung zu berichten weiss). Aber vor allem gehen Vermittlungspotentiale ungenutzt verloren, weil die Multiplikatoren pädagogischer Bildungsziele sich aus eigener Unsicherheit im Umgang mit ethnologischen Kernthemen immer wieder auf verallgemeinerte, überholte oder von vornherein unzutreffende Pauschalaussagen über Kulturen zurückziehen und selbst diese oft nur am Rande anderer pädagogischer Bildungsziele berücksichtigen.

Zu loben ist der Autor dafür, dass er trotz deutlicher Selbstpositionierung der Versuchung widersteht, allzu polemisch und pauschal zu kritisieren, dass im Unterricht sowieso zu wenig, zu eurozentrisch und immer zu indifferent über andere Kulturen als unsere eigene gesprochen werde. Schaaf verzichtet infolgedessen auch auf eine simple Forderung nach verstärkter Aufnahme fremdkulturbezogenen Lernstoffes in ohnehin schon überstopfte Lehrpläne, sondern plädiert vor allem für eine stärkere Einbindung ethnologischer Kompetenzen sowohl in den Konzeptionsprozess von Unterrichtsmaterialien als auch in die Ausbildungswege für Pädagogen. Indem dergestalt die schulische Realität mit ihren Parametern berücksichtigt wird, eignet sich, so die explizite Hoffnung des Autors, die Studie dazu, einen konstruktiven und vor allem praxisnahen Diskurs zu unterstützen.

Schaafs Studie ist ein Buch, das einen am Thema Interessierten unbefriedigt zurücklassen muss. Denn letztendlich kann auch seine bündige Analyse der immer wieder versuchten Auseinandersetzung der Schulpädagogik mit ethnologischen Fragekomplexen (inkl. der chronologisch sortierten Themenbibliographie hierzu, die immerhin von 1878-2004 reicht) nur Vermutungen darüber enthalten, warum dieser Diskurs beharrlich so kärgliche Ergebnisse zeitigt. Noch immer beschränken sich Unterrichtsinhalte zu afrikanischen oder südamerikanischen Kulturen zum größten Teil auf statisch vermittelte Standardthemen wie Entwicklungshilfe, bedrohte Naturvölker oder Rassenkonflikte, ohne dass solcherart vermitteltes Halbwissen durch echte Bildung ersetzt würde. Schaafs Studie erinnert daran, dass hier nicht nur seitens der Schulpädagogen, sondern vor allem auch seitens der Ethnologen selbst noch viel zu tun ist. Zugleich verweist sie darauf, was alles kreativ und engagiert getan zu werden vermag.


The Complete Flairck Collection
The Complete Flairck Collection

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Werkausgabe zu extrem günstigem Preis, 19. Februar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Complete Flairck Collection (Audio CD)
Wer in Betracht zieht, eine so umfangreiche Werkübersicht zu kaufen, der wird zweifelsohne die folksinfonische Künstlertruppe(n) um den niederländischen Ausnahmegitarristen Erik Visser bereits kennen; insofern beschränke ich mich auf eine Kommentierung der Edition.

Und die ist annähernd makellos. In einem schmucken und stabilen, kompakten Schuber erhält man 22CDs, jeweils 2 in einer separaten Doppelhülle mit den Originalbildern, dazu gibt's ein Booklet mit umfangreichen Anmerkungen und allen Daten der Einzel-CDs. Die bei Flairck stets wichtige Konzeption jedes einzelnen Albums bleibt auf diesem Wege erhalten. Obwohl zweifelsfrei die Qualität der Alben Flaircks zwischen 1978 und der Gegenwart durchaus schwankend war, hätte jede Auslassung nur ärgern können, zumal viele der Veröffentlichungen lange Zeit überhaupt nirgends erhältlich waren.

Der einzige kleine Nachteile bestehen darin, dass die CDs mit Booklet in der Box so eng untergebracht sind, dass man sie nur schwer herausbekommt. Ich empfehle, das Booklet daneben zu lagern, dann geht es leichter. Angesicht der puren Freude, zu einem extrem günstigen Preis endlich Allesalles von Visser und seinen KollegInnen hören zu können, ist das jedoch schnell in Vergessenheit geraten.

Meine Anspieltips und persönlichen Favoriten: Die Alben LIVE IN AMSTERDAM, insbesondere das Stück DE EERSTE TAG NA JE VERTREK, sowie die SYMPHONY FOR THE OLD WORLD.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 6, 2012 1:29 AM CET


Die Inszenierung von Ethnizität in der Science Fiction Serie Star Trek
Die Inszenierung von Ethnizität in der Science Fiction Serie Star Trek
von Marion Näser
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Inhalt: vier Sterne - Ausgabe: zwei Sterne, 5. Februar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In meiner Rezension und Wertung möchte ich Inhalt und Gestaltung dieses Büchleins unterscheiden:

DER TEXT
Ursprünglich war dies eine 2001/2002 an der Uni Marburg veröffentlichte Seminararbeit, und wie das bei solchen Arbeiten oft so ist, macht auch hier die Autorin thematisch ein Fass auf, dass sie im Rahmen ihrer Darstellung argumentativ nur sehr bedingt auszuschöpfen vermag.

Näser nennt jedoch immerhin einige wesentliche Diskussionseckpunkte für eine ethnologische Betrachtung des populären Star Trek-Universums, z.B. die von den Produzenten der verschiedenen Seriengenerationen gesetzten Leitlinien für den dramaturgischen Umgang mit dem Fremden oder das utopische Konzept der Föderation der Vereinigten Planeten selbst. Sie verweist in ihrer Kritik auch völlig zu recht auf einige Brüche, die sich innerhalb des Star Trek-Universums auftun, wenn es um den Anspruch geht, insgesamt einen offeneren und verständnisvolleren Umgang mit dem Fremden nahezulegen.

Positiv ist auch zu bewerten, dass Näser nicht nur für bereits mit dem Star Trek-Universum Vertraute schreibt, sondern mittels Erklärungen und einem (allerdings zuweilen fehlerhaften) Glossar den ethnologisch interessierten Star Trek-Laien dort abholt, wo er steht. Die Arbeit ist zugleich mit ihren Verweisen gut in den einzelnen Episoden verortet, so dass umgekehrt der Kenner bei der Lektüre meist sofort erinnern kann, welche Episode oder gar Szene Näser gerade meint.

Leider fehlen ein paar ganz wesentliche Aspekte, die man m.E. auch in einer so knappen Darstellung zumindest hätte ansprechen müssen, um die eigene Argumentation nicht auszuhöhlen. So verwertet die Autorin Statistiken über humanoide / nichthumanoide Kulturen bei Star Trek, ganz ohne auf die Produktionsbedingungen einzugehen. Es darf jedoch getrost angenommen werden, dass schon die erste Star Trek-Generation um Cpt. Kirk durchaus häufiger mit spektakulären nichthumanoiden Fremdwesen aufgewartet hätte, wenn das TV-Serienformat und die Budget- und Drehzeitzwänge dies nur zugelassen hätten.

Auch wenn ich Näser in vielen Punkten nicht unbedingt zustimme, ist dennoch insgesamt diese Darstellung ein interessanter Versuch, jenseits des reinen Star Trek-Fandoms eine ernsthafte wissenschaftliche Beschäftigung mit einem seit ca. 40 Jahren populären Stück Alltags- und Medienkultur zu betreiben. Das ist mir inhaltliche vier Sterne wert.

DIE AUSGABE
Grundsätzlich ist natürlich positiv hervorzuheben, dass man überhaupt die Möglichkeit hat, über den Grin Verlag an Werke wie die vorliegende Hausarbeit heranzukommen. Und wer wie ich Printausgaben gegenüber eBooks bevorzugt, ist auch bereit, etwas mehr Geld dafür auszugeben. Dennoch ist das, was man als Druckwerk in die Hand bekommt, bzgl. seines Layouts definitiv verbesserungsbedürftig.

Äußere Gestaltung und Bindung der inkl. Anhänge 30seitigen Arbeit sind gut - das im DIN 5-Format gehaltene Paperback wird über den Druckservice Books On Demand in Norderstedt produziert. Der Druck ist einseitig, so dass 30 Seiten Text = 30 Blätter sind. Schon die irreführende Falschangabe 72 Seiten kostet einen Stern. Ferner ist, zumindest im vorliegenden Fall, die verwendete Schriftgröße schlicht eine Zumutung. Die vermutlich gemäß der seinerzeitigen Formatvorgaben einer Hausarbeit erfolgte Gestaltung verkleinert sich durch die Halbierung der Seitengröße ins Lupenbedürftige (Fließtext dürfte etwa Punkt 8, Fußnotentext etwa Punkt 6 oder 7 entsprechen); einige der hintangehängten (offenbar ursprünglich eingescannten) Texte und Bilder sind aufgrund ihrer Blässe schlicht gar nicht erkennbar. Hier könnte die redaktionelle Aufbereitung durch den Grin Verlag sicherlich Besseres leisten, oder man müsste von den einreichenden AutorInnen eine entsprechende Anpassung der Vorlagen erbitten.

Weil diese Druckausgabe damit für das, was sie bietet, insgesamt nicht gerade billig kommt, kann ich hier leider nur zwei Sterne vergeben und komme damit zusammenfassend auf drei Sterne.


Die Leseliste. Kommentierte Empfehlungen
Die Leseliste. Kommentierte Empfehlungen
von Sabine Griese
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,00

35 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die abschreckendste Art, Literatur zu empfehlen, 30. Dezember 2007
DAS KONZEPT

<Die Leseliste - Kommentierte Empfehlungen> soll, ihrem Vorwort zufolge, durchaus keine Bestenliste darstellen, sondern geht von dem Kriterium aus, Werke auszuwählen, die für eine bestimmte Zeit oder Denkrichtung besonders repräsentativ sind oder in besonderer Weise neue Denkrichtungen eröffnet haben. <Diese Konzeption>, so heißt es, <reagiert vor allem auf die Orientierungsbedürfnisse derer, die nicht ausschließlich zur Unterhaltung und zum poetischen Genuß, sondern mit fachlichem Interesse lesen wollen.>

Im Folgenden wird auf die alte Diskussion verwiesen, ob es überhaupt z.B. in der Germanistik feste geben sollte oder nicht, und eine Stellungnahme zu dieser Frage wird elegant umschifft, um dann sogleich bei einer Daseinsrechtfertigung der vorliegenden Auswahl von rund 600 Werken anzulangen. Diese soll darin bestehen, zugleich das angabegemäß aus dieser Diskussion erkennbare Bedürfnis nach <Hilfestellung im Gewirr der Weltliteratur> zu erfüllen und zugleich <zum eigenständigen Lesen und Weiterlesen> zu motivieren, ferner zur <kritischen Revision> zu <motivieren>.

DER INHALT

Das Buch enthält auf 206 Seiten ca. 600 Einträge. Der Schwerpunkt liegt dabei naheliegenderweise auf der deutschsprachigen Literatur, die weitestgehend nach den etablierten Kategorien sortiert ist:
Mittelalter
Humanismus und Reformation
Barock
Aufklärung
Sturm und Drang
Klassik
Romantik
Biedermeier und Vormärz
Bürgerlicher Realismus
Naturalismus bis Expressionismus
Weimarer Republik und Drittes Reich
Literatur seit 1945: BRD, Österreich und Schweiz
Literatur der DDR

Dies ergibt etwa 104 Seiten. Der älteste Eintrag ist das Hildebrandslied aus dem 9. Jh., die neuesten Einträge sind Christoph Ransmayrs <Die letzte Welt>, Botho Strauß' <Anschwellender Bocksgesang>, Christian Krachts <Faserland> sowie eine Lyrikanthologie von 1996.

Ein repräsentativer Eintrag lautet z.B.:

Christoph Ransmayr
Die letzte Welt. Roman. Mit einem Ovidischen Repertoire.

ED: Nördlingen 1988.

Roman, der die mythologischen Verwandlungssagen (Metamorphosen) des römischen Dichters Ovid (43 v. Chr. bis 17/18 n. Chr.) in einem düster-zeitlosen Raum zwischen Antike und Gegenwart wiederbelebt und die These vom <Tod> bzw. <Verschwinden> des <Autors> (Barthes/Foucault) erzählerisch realisiert.

Abgesehen davon, daß ich die verschwenderische Verwendung von Anführungszeichen in gerade diesem Eintrag für reichlich pseudoakademisch-manieriert halte, weil sie dem Lesenden schlicht nicht das Geringste mitteilt, ist auch die Beifügung <(Barthes/Foucault)> nirgends vervollständigt und findet sich auch in der Bibliographie nicht wieder. Der Eintrag insgesamt wird dem Buch nicht gerecht und faßt seinen Inhalt derart dehydriert zusammen, daß neben dem Aspekt der möglichen Lesefreude (o welch böses Wort für Literaturwissenschaftler!) auch keine Begründung dafür erkennbar ist, warum dieses Buch überhaupt für diese Liste ausgewählt wurde (wobei ich im Unterschied zu den unsäglich langweiligen und pseudobedeutungsschwangeren Werken von Botho Strauß dieser Auswahl dennoch durchaus zustimme).

Insgesamt ist deutlich spürbar bis zur 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts die Auswahl recht abgesichert und sattelfest - zumindest aus literaturwissenschaftlicher Sicht. Es ist eigentlich kein einziger Titel dabei, der als überraschend angesehen werden könnte. Deutlich unsicherer werden die Herausgeber, wenn sie sich der Gegenwart nähern und eigene Entscheidungen treffen müssen, und neben den wenigen anerkannt hochwertigen Bestsellern aus deutscher Feder - obiger Ransmayr, Nadolnys <Die Entdeckung der Langsamkeit> und wenig mehr zieht man sich auf die unangreifbaren Akademikerlieblinge zurück: Strauß, Handke, Kühn, und 'neuerdings' Jelinek.

Aber schauen wir doch erstmal die zweite Häfte des Buches an, die einige Länderliteraturen mit ihren wesentlichen Werken abzubilden behauptet:

Orientalische und asiatische Literaturen
Griechische Literatur
Lateinische Literatur der Antike
Lateinische Literatur des Mittelalters
Italienische Literatur
Französische Literatur
Spanische und portugiesische Literatur
Lateinamerikanische Literatur
Russische Literatur
Skandinavische Literatur
Englische Literatur
Nordamerikanische Literatur

Daß einige Länderliteraturen - Niederlande, Skandinavien usf. - gleich ganz ausgelassen werden, wird damit begründet, daß man sich auf jene Literaturen beschränken wollte, die in Wechselwirkung mit der deutschen Literatur standen. Offenbar gilt dieses Ausschlußverfahren auch für die aufgenommenen Literaturen, und das insgesamt 4(!)seitige Kapitel über orientalische und asiatische Literatur enthält außer den frühesten Großwerken - Gilgamesch-Epos, Rigveda, Altes und Neues Testament, Bhagavadgita u.a. - schlichtweg gar nichts. Spätestens hier fragt man sich, warum sich die Herausgeber nicht doch etwas schämen, im Vorwort den Begriff der <Weltliteratur> überhaupt in den Mund zu nehmen, denn diese Leseliste ist ganz offensichtlich so lichtjahreweit entfernt davon, eine <Hilfestellung im Gewirr der Weltliteratur zu sein> wie ein Stadtplan von Bottrop als Navigationshilfe für Gesamtdeutschland.

Die Auswahl der Werke, welche angabegemäß die jeweilige Länderliteratur repräsentieren, bleibt wiederum ohne große Überraschungen. Bei den vergangenen Jahrhunderten werden - mehr oder weniger reflektiert - die unangreifbaren Klassiker gewählt, die Annäherung an die Gegenwart erfolgt mit spürbarer Unsicherheit, auch aus den wenigzeiligen Anmerkungen zu jedem Buch wird nicht immer erkennbar, warum das Werk jeweils ausgewählt wurde. Falls die Herausgeber auch hier wieder das Kriterium der Wechselwirkung mit der deutschsprachigen Literatur vor Augen hatten, sollte das doch eigentlich aus Auswahl und Darstellung ersichtlich sein, oder?

Jetzt schaue ich doch mal andersherum: wie werden denn Werke, die ich schon kenne, dargestellt? Da ich mich mit der englischen Literatur am bewandertsten fühlen darf, schaue ich dort. Soso, Morus' <Utopia> hat angeblich die Gattung der Utopie begründet. Da hat man sich aber doch etwas vertan, denn nur weil die Gattung der Utopie ihren Namen daher hat, ist Morus Werk keineswegs das erste seiner Art - man denke z.B. an Platons . Naja, hier sind die Damen und Herren Germanisten wohl nicht so zuhause. Aber das lasse ich als ohnehin gerne und oft wiederholten Fehler mal stehen.

Die anderen von mir recherchierten Werke - z.B. Sternes <Tristram Shandy> oder Fieldings <Tom Jones> - sind gleichzeitig völlig korrekt und dennoch zur Unerkennbarkeit dehydriert wiedergegeben, ähnlich wie die Röntgenaufnahme einer toten Nachtigall absolut nichts über ihren Gesang aussagt, ohne deswegen falsch zu sein.

Abschließend ist dem Buch eine Auswahlbibliographie beigegeben, die jedoch für niemanden außer den wenigen, die womöglich über das Thema Literaturkanon promovieren, von irgendeinem Interesse sein könnte. Ein Register wäre sicherlich angebrachter gewesen, dieses aber fehlt.

FAZIT

Es ist sicherlich gut und richtig, den Verkaufserfolg von Büchern nicht als Qualitätskriterium heranzuziehen, denn bekanntlich sind auf den mehr oder weniger repräsentativen Bestsellerlisten stets auch zahlreiche Titel vertreten, deren Erfolg auf völlig buchinhaltsfremde Kriterien zurückgeht: geschickte Werbung, purer Zufall, exhibitionistisches Interesse an 'Enthüllungen', die Prominenz des Autoren in einem anderen Bereich, Verriß durch Reich-Ranicki, gutes thematisches Timing etc. etc. - von dem Umstand, daß manche zunächst schwerverkäuflichen Titel gerne als Bestseller deklariert werden, um dann im Wege einer self-fullfilling prophecy nachträglich welche zu werden, ganz abgesehen. Aber ob die hier vorgestellte Herangehensweise wirklich besser ist?

Den Anspruch, eine repräsentative Vorschlagsliste für die gesamte Weltliteratur zu liefern, erfüllt das Buch auch nicht ansatzweise, dafür ist es viel zu 'germanozentrisch'. Den HerausgeberInnen kann das evtl. nur bedingt vorgeworfen werden; hier mögen Titelgebung und Verlagswerbung schlicht etwas irreführend geraten sein.

Kann es denn wenigstens den Anspruch erfüllen, hoffnungsvollen Germanisten eine Hilfestellung zum <eigenständigen Lesen und Weiterlesen> und zur <kritischen Revision> zu bieten, wie es das Vorwort verspricht?

Jain und Nein.

Jain, weil derjenige, der sich nach diesem Kanon richtet, sicherlich innerhalb der betont elitären und leserealitätsfremden Welt der Germanistik nicht fehlgehen kann. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß wer Literatur liebt, besser Literatur nicht studieren sollte, denn zumeist wird dort rezipiert und rezipiert und rezipiert, aber nicht gelesen - was man zahlreichen bis zur völligen humorfreien Lächerlichkeit gehenden sekundärliterarischen Fehldeutungen des Faches auch deutlich anmerkt. Wer sich jedoch mit den Rahmenbedingungen der Germanistik oder Komparatistik arrangieren kann, dem kann diese Leseliste eine Orientierungshilfe innerhalb des engen germanistischen Horizontes sein. Allerdings enthält das Büchlein nichts, was nicht in umfangreicheren und aufgrund der Gestaltung (Register!) als Nachschlagewerk geeigneteren Werken drinstände, von Frenzels <Daten deutscher Dichtung> an aufwärts.

Nein, weil ich kaum je einem Werk begegnet bin, das so kompakt alles zusammenfaßt, was meiner Erfahrung nach in der Literaturwissenschaft von der Literatur wegführt. Es degradiert den Vorgang des Lesens zum archivalischen Nachvollzug vorgegebener Deutungen und keineswegs zum eigenständigen Lesen und Weiterlesen: den Deutungen, die hier festgenagelt sind, widerspricht man besser nicht, denn sie sind in der Literaturwissenschaft bereits fest zementiert - und spielen zum Glück für alle Bücher, die das Pech haben, hier erwähnt zu sein, außerhalb der Literaturwissenschaft oft gar keine Rolle.

Aus meiner Sicht (ich konnte selbst jahrelang Erfahrung als Dozent für Literatur sammeln) kann ich jenen, die tatsächlich Leseempfehlungen für einen Einstieg in das zugegebenermaßen dichte Dickicht der Weltliteratur suchen, von dieser Leseliste nur abraten. Sie erweist sich für den Bereich der nichtdeutschen Literatur als zu voreingenommen und schlicht inkompetent bzgl. der Werkauswahl, weil zu willkürlich hier eine Nationalliteratur, dort ein Jahrtausend abgesäbelt und ausgegrenzt wird. Wenn man diesem Buch glauben will, wäre z.B. in fast 1.500 Jahren in ganz Fernost kein einziges wichtiges Buch mehr erschienen. Und für den Bereich der deutschsprachigen Literatur gibt es besser sortierte und weniger dehydrierte Werke. Als Alternative empfehle ich das Aufsuchen eines guten Buchhändlers alter Schule - das wiegt gut und gerne 20 Machwerke dieser Art auf.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 11, 2011 8:13 PM MEST


World Scratch
World Scratch
Wird angeboten von KlangSurfer
Preis: EUR 13,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Akustischer Lufterfrischer, 4. November 2007
Rezension bezieht sich auf: World Scratch (Audio CD)
Dieses japanische Popprojekt möchte wohl mit diesem mehrsprachigen Album den Ethnopopmarkt erobern. Auf japanisch, englisch und etwas spanisch werden von den beiden durchaus stimmschönen Damen eingängige Melodien verbreitet, darunter wechseln eingängige Loungebeats und ansatzfolkloristische Poprhythmen einander ab. Hier und da gibt es auch den ein und anderen traditionellen musikalischen Einfluss zu hören, aber im Endeffekt ist das Ganze belangloser, immerhin professionell gemachter Ethnopop mit warmer, aber nicht eben aufmerksamkeitserregender Ausstrahlung. Ich habe die CD im Büro, wo sie, ganz leise im Hintergrund gedudelt, eine angenehme Arbeitsatmosphäre schafft. Für bewußtes Hinhören ist das Silberscheibchen aber schlicht zu belanglos - das wäre, als wollte man den Plastikluftbefeuchter in der Ecke zum raumgestaltenden Designobjekt aufwerten.


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