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Rezensionen verfasst von
Chilischote

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Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen (Fan Edition) [2 DVDs]
Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen (Fan Edition) [2 DVDs]
DVD ~ Kristen Stewart
Preis: EUR 6,99

100 von 133 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ooooh Edward, Du böser Bube, errette Deine jungfräuliche Geliebte! Aber nicht beißen!, 4. Januar 2010
Da war sie wieder, die unselige Neugier, die mich gen Twilight-Phänomen getrieben und ebenso desillusioniert zurückgelassen hat wie dazumals beim Töpfer-Harry und Dan the Brown. Bevor der geneigte Leser nun weiterzulesen gedenkt, seien noch vier wichtige Punkte angerissen: 1. Sei gewarnt! 2. Ich habe das Buch weder gelesen noch spielt es eine Rolle für mich. 3. Jawoll, ich bin ein Kerl. 4. Sei gewarnt.

Kurz zum Inhalt:

Bella Swan, eine unterkühlte Teenie-Braut, trifft Edward, einen eisgekühlten Vampir, der sich seit knapp 90 Jahren in High-Schools herumtreibt, anstatt sich deswegen behandeln zu lassen. Als Edward Bellas Leben rettet, verfällt diese seinem tonnenweise angebrachtem Make-Up - ein desinteressierter Blick Edwards in ihre ebenso desinteressierten Augen, und auch um ihn ist es geschehen. Der Jäger wird zur Beute. Böse fauchende Vampire tauchen auf und der strahlende Prinz eilt ohne weißen Gaul, aber mit zwei aufpolierten Fangzähnen bewaffnet, zur Rettung seiner Maid herbei.

Das Prinzip ist so banal wie es noch in 100 Jahren ein Erfolgsschlager sein wird: Die erste große Liebe. Eine makellos jungfräuliche Prinzessin. Ein arg böser Bad Guy, der unter seiner harten Schale ein sensibles süßes Jungchen verdeckt, das eigentlich nur gut sein will. (Ich glaub, mir wird schlecht.)

Aber gut, es handelt sich um eine Teenie-Schmonzette, da ist diesbezügliche Kritik grundsätzlich müßig - wenn nicht die Ausführung dieser Makulatur unter aller Kanone wäre: Die holde Bella, die so emotionslos wie ein löchriger Stiefel agiert und in deren Umfeld sämtliche Darsteller wie im Raum schwebende hölzerne Statisten wirken. Der coole Edward, der knapp 5 Minuten auf den Obermacker macht, um danach jämmerlich auf den Knien hinter seiner Bella herzukriechen. Ein selbstmitleidiger Knilch, der bei seinem Monolog über die tiefe Tragik seiner Existenz als Monster kaum die Tränen zurückhalten kann. Ein unheimlich gefährliches Raubtier, dessen Spitzzähnchen vor romantischen Anwandlungen und uneingenütziger Verweicheiung stumpf geworden sind. JÄMMERLICHER WASCHLAPPEN! Kurz: ein Liebespaar, das einander verdient und so gefühlvoll interagiert wie zwei Fischstäbchen im Tiefkühlfach. Da feuern die Leidenschaften, Baby, bei -20 °C! Liebe, Romantik oder auch nur glaubwürdige Gefühle - kalter Kaffee. Ich weiß nicht, ob man das Buch gelesen haben muss, um Gefühle entdecken oder überhaupt hineinprojizieren zu können, aber ich persönlich sehe nichts, keinerlei Chemie, keinerlei Verbundenheit - nur zwei unterkühlte Schauspieler mit zu viel Make-Up am Nordpol.

Was mich nun wirklich wundert?

Ausgerechnet in den heutigen Zeiten der Emanzipation ist ein dermaßen naiv verschlafenes und charakterloses Ding wie Bella Swan das Vorbild zahlloser Mädchenherzen? Der jämmerliche Waschlappen an Vampir der Traumprinz? Und dieses zutiefst oberflächliche Paar soll die große schicksalhafte Liebe sein, die neben weiblichen wohl auch männliche Leser zwischen 12 und 100 inbrünstig aufseufzen lässt - und nicht zuletzt zahllose Bücher verkauft? Meiner Treu, man muss sich nur den Namen "Bella Swan" oder auf gut deutsch "Schöner Schwan" auf der Zunge zergehen lassen. Ich sehe schon Alice Schwarzer vor mir, wie sie die bösen bösen Männer für nur einen einzigen Moment aus den Äuglein lässt, zufällig diese jämmerliche Mädchengestalt entdeckt und umgehend zur Schrotflinte greift. Das wird ein Fest.

Handwerklich ist "Twilight" seichter, billiger und gefühlsduseliger Quark ohne einen echten Hauch an Gefühl. Apropos Gefühl, im O-Ton sind die Stimmen zwar in der Tat um Welten besser - die Dialoge werden nevertheless nicht weniger lieblos heruntergeleiert, als hätte man die beiden Hauptprotagonisten auf Schlafentzug und unter Drogen gesetzt. Wahrscheinlich beides. Wie wohl kaum näher ausgeführt werden muss, sind die beiden Helden darstellerisch hundsmiserabel mies, und allein einzelne Mitglieder der Familie Cullen vermochten mich zu überzeugen. Als beinedruckend bleiben allein die furiosen Kamerfahrten über wild einsame Landschaften und der wummernde Soundtrack in Erinnerung. Ach ja, und Vampir-Baseball hat was, indeed.

Trotz meiner deftigen Kritik möchte ich mitnichten verschweigen, dass das Filmchen tatsächlich einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert hat - wenn auch ganz u gar unfreiwilliger Art - und ich mich streckenweise köstlichst amüsiert habe: Der ach so wunderschöööööne Edward, eine Schulpflicht für sonnig glitzernde u hochgestylte Model-Vampire, die das Pech hatten, zu jung gebissen zu werden, ein nicht nur wie ein Mädchen aussehender, sondern auch posierender Jung-Werwolf, der geheimnisvolle Reiz des Hinterwäldlertums.... und eine hemmungslos aufgesetzt wirkende Fokussierung auf die ach so große Liebe. Wo die sich wohl versteckt hat?
Kommentar Kommentare (103) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 20, 2013 5:14 PM MEST


Pride and Prejudice - Stolz und Vorurteil [6 DVDs]
Pride and Prejudice - Stolz und Vorurteil [6 DVDs]
DVD ~ Colin Firth
Wird angeboten von gubo9de
Preis: EUR 74,85

2 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Männer - Finger weg von Miss Austen" © by Woodstock, Lady, 1. Januar 2010
"IT is a truth universally acknowledged, that a single man in possession of a good brain should not watch a Period-Drama." Jane Austen

Schauderhafte Sache, dass Väter immer recht haben müssen. "Junge, heirate eine, die reich und hübsch ist." heisst es schon seit Urzeiten seitens meines alten Herrn. Ein Ratschlag, den ich bisher nicht wirklich ernst nahm, hatte der schlaue Schurke doch selbst das erstere zugunsten des letzteren schamlos ignoriert. Das änderte sich allerdings, als ich mit der charmanten Familie Bennett bekannt gemacht wurde, die man, mit Verlaub, samt und sonders in Kartoffelsäcke verpacken und an der tiefsten Stelle des Meeres versenken sollte.

Dass man auf solche Gedanken aber stets erst dann kommt, wenn es schon zu spät, sollte Mr. Bennett, ein Kleinadeliger im England des 19. Jahrhunderts leidvoll ergründen. Einst in Leidenschaft für eine zwar hübsche aber vermögenslose Frau entbrannt, die obendrein noch einen allzu hohlen Kopf spazieren trägt, setzte sich der dumme Kerl in die Nesseln und heiratete. Jahre später entsprangen dieser unheilvollen Beziehung fünf Töchter, jawohl ganze F-Ü-N-F T-Ö-C-H-T-E-R, die man nur verheiraten oder ertränken kann. Für das Eine fehlt dem guten Mann allerdings der Mut, und für das Andere das Geld. Wie gewohnt nimmt die Tragödie ihren Lauf und entlädt sich in wahrhaft griechischen Ausmaßen. Im doppelten Sinne.

Zurück zum Film, und der hatte es in sich. Subjektiv empfand ich den Streifen als dermaßen gewöhnungsbedürftig, dass selbst meine Leber erstmals an ihre Grenzen stieß. Objektiv wurde es auch nicht besser. Sämtliche gruselige Gestalten aus dem Aust'schen Heiratsratgeber erwachten samt zugehöriger Schlüsselszenen dergestalt plastisch denn plastischer zum Leben, dass man nur noch "Prost!" und "Gut Nacht!" sagen konnte: Ein Weiberhaushalt, den sich der Teufel nicht diabolischer hätte ausdenken können. Mrs. Bennett in ihrer ganzen Pracht, sagenhaft dämlich, ignorant und schrillstmöglicht bestimmt, jugendliche Töchter, die ihre Mutter noch zu übertreffen versuchten, ein formvollendeter Mr. Collins, der eine meterdicke Schleimschicht hinter sich herzog, etc., etc. ... waren ebenso wie die an Kartoffelsäcke erinnernden Kleider samt Häubchen nicht sonderlich apart. Mit einem bzw. mehreren Worten: P&P 1995 ist eine geradezu furchterregend authentische Literaturverfilmung, die in Sachen Umsetzung à la Geistlosigkeit an der Oberfläche, hintergründig ironischen Humor unter der Fassade und detailfreudiger Charakterisierung uneinholbare Maßstäbe setzt - und die Botschaft erstaunlicherweise nicht der Romantik opfert. Erst jetzt fiel mir auf, wie hoffnungslos aufgesetzt und geradezu stümperhaft die 2005er Version von P&P dagegen wirkt - sogar bzw. insbesondere was Charaktere wie Mr. Bennett u. Drachenmama de Bourgh angeht. Weniger ist eben doch manchmal mehr.

Kritisieren könnte man allemal, dass sich für die Intensität der Farben offensichtlich ein Schotte verantwortlich zeigte, die damaligen Ansprüche an eine regionale Schönheitskönigin erschreckend gering waren, und nicht zuletzt die Darstellerin der holden Lizzy an sich viel zu alt ist, besitzt sie doch von Anfang an die Reife, die es erst zu erringen gilt. Spielt aber weniger als gar keine Rolle, denn Jennifer Ehle ist buchstäblich die Seele des Films und prägt ihren Charakter mit warmen klugen Augen, rosig glühenden Pausbacken und nahezu unvergleichlicher Liebenswürdigkeit - ergo: meine Rettung in einem Meer an "Gib Ihnen Hirn, Herr, bütte!" Auch Colin Firth, dessen Dauerparade des britischen Gentleman mir in letzter Zeit gehörig auf die Nerven geht, spielt als nassbehemdeter Pemberleydackel nicht nur wesentlich besser als in seinen anderen Filmen, sondern auch die Rolle seines Lebens. Darauf ein geknurrtes Chapeau!

Fazit:

Frauen werden bei diesem Film zweifellos dahinschmelzen, während für Männer ebenso zweifellos das obige Titel-Mantra gilt, das zwar nicht ganz so universell wie die Twain'sche Austenverehrung daherkommt, aber nicht weniger wahr ist. Nevertheless ist der BBC mit P&P 95 trotz der Einstufung als Period-Drama und damit per Definition nicht weiter zu empfehlenden Film - rein objektiv - ein gar nicht mal so übler Film gelungen. Truly unforgettable. Und nicht zuletzt eine Mahnung an alle Adamssöhne, entweder auf Ihre weisen Väter zu hören (Ich weiß, ich weiß.) oder sich zumindest so teuer wie nur möglich zu verkaufen. (Lauft um Euer Leben!) Cheers! ;o)
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 9, 2010 4:57 PM CET


Pride And Prejudice - 10th Anniversary Edition [2 DVDs] [UK Import]
Pride And Prejudice - 10th Anniversary Edition [2 DVDs] [UK Import]

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Männer - Finger weg von Miss Austen" © by Woodstock, Lady, 28. Dezember 2009
"IT is a truth universally acknowledged, that a single man in possession of a good brain should not watch a Period-Drama." Jane Austen

Schauderhafte Sache, dass Väter immer recht haben müssen. "Junge, heirate eine, die reich und hübsch ist." heisst es schon seit Urzeiten seitens meines alten Herrn. Ein Ratschlag, den ich bisher nicht wirklich ernst nahm, hatte der schlaue Schurke doch selbst das erstere zugunsten des letzteren schamlos ignoriert. Das änderte sich allerdings, als ich mit der charmanten Familie Bennett bekannt gemacht wurde, die man, mit Verlaub, samt und sonders in Kartoffelsäcke verpacken und an der tiefsten Stelle des Meeres versenken sollte.

Dass man auf solche Gedanken aber stets erst dann kommt, wenn es schon zu spät, sollte Mr. Bennett, ein Kleinadeliger im England des 19. Jahrhunderts leidvoll ergründen. Einst in Leidenschaft für eine zwar hübsche aber vermögenslose Frau entbrannt, die obendrein noch einen allzu hohlen Kopf spazieren trägt, setzte sich der dumme Kerl in die Nesseln und heiratete. Jahre später entsprangen dieser unheilvollen Beziehung fünf Töchter, jawohl ganze F-Ü-N-F T-Ö-C-H-T-E-R, die man nur verheiraten oder ertränken kann. Für das Eine fehlt dem guten Mann allerdings der Mut, und für das Andere das Geld. Wie gewohnt nimmt die Tragödie ihren Lauf und entlädt sich in wahrhaft griechischen Ausmaßen. Im doppelten Sinne.

Was für ein Krampf. Erst ließ sich diese vermaledeite UK-DVD auf keinem der im Dutzend installierten Player auf meinem Notebook abspielen, der schließlich hinzugeliehene DVD-Player ging den Weg alles Irdischen (Die nassbehemdete Szene war offensichtlich nicht nur für mich zuviel.), beim annektierten Y****** brach schließlich nach fünf Minuten das Netz zusammen und das finale Anschauvergnügen am nächsten Tag gestaltete sich von zahlreichen Stockungen und eingefrorenen Bildern durchzogen. Exactement an der vorletzten Sekunde des Films war's dann endlich doch vollbracht. Danke Schicksalsgöttin, hast's ja nur gut gemeint.

Zurück zum Film, und der hatte es in sich. Subjektiv empfand ich den Streifen als dermaßen gewöhnungsbedürftig, dass selbst meine Leber erstmals an ihre Grenzen stieß. Objektiv wurde es auch nicht besser. Sämtliche gruselige Gestalten aus dem Aust'schen Heiratsratgeber erwachten samt zugehöriger Schlüsselszenen dergestalt plastisch denn plastischer zum Leben, dass man nur noch "Prost!" und "Gut Nacht!" sagen konnte: Ein Weiberhaushalt, den sich der Teufel nicht diabolischer hätte ausdenken können. Mrs. Bennett in ihrer ganzen Pracht, sagenhaft dämlich, ignorant und schrillstmöglicht bestimmt, jugendliche Töchter, die ihre Mutter noch zu übertreffen versuchten, ein formvollendeter Mr. Collins, der eine meterdicke Schleimschicht hinter sich herzog, etc., etc. ... waren ebenso wie die an Kartoffelsäcke erinnernden Kleider samt Häubchen nicht sonderlich apart. Mit einem bzw. mehreren Worten: P&P 1995 ist eine geradezu furchterregend authentische Literaturverfilmung, die in Sachen Umsetzung à la Geistlosigkeit an der Oberfläche, hintergründig ironischen Humor unter der Fassade und detailfreudiger Charakterisierung uneinholbare Maßstäbe setzt - und die Botschaft erstaunlicherweise nicht der Romantik opfert. Erst jetzt fiel mir auf, wie hoffnungslos aufgesetzt und geradezu stümperhaft die 2005er Version von P&P dagegen wirkt - sogar bzw. insbesondere was Charaktere wie Mr. Bennett u. Drachenmama de Bourgh angeht. Weniger ist eben doch manchmal mehr.

Kritisieren könnte man allemal, dass sich für die Intensität der Farben offensichtlich ein Schotte verantwortlich zeigte, die damaligen Ansprüche an eine regionale Schönheitskönigin erschreckend gering waren, und nicht zuletzt die Darstellerin der holden Lizzy an sich viel zu alt ist, besitzt sie doch von Anfang an die Reife, die es erst zu erringen gilt. Spielt aber weniger als gar keine Rolle, denn Jennifer Ehle ist buchstäblich die Seele des Films und prägt ihren Charakter mit warmen klugen Augen, rosig glühenden Pausbacken und nahezu unvergleichlicher Liebenswürdigkeit - ergo: meine Rettung in einem Meer an "Gib Ihnen Hirn, Herr, bütte!" Auch Colin Firth, dessen Dauerparade des britischen Gentleman mir in letzter Zeit gehörig auf die Nerven geht, spielt als nassbehemdeter Pemberleydackel nicht nur wesentlich besser als in seinen anderen Filmen, sondern auch die Rolle seines Lebens. Darauf ein geknurrtes Chapeau!

Fazit:

Frauen werden bei diesem Film zweifellos dahinschmelzen, während für Männer ebenso zweifellos das obige Titel-Mantra gilt, das zwar nicht ganz so universell wie die Twain'sche Austenverehrung daherkommt, aber nicht weniger wahr ist. Nevertheless ist der BBC mit P&P 95 trotz der Einstufung als Period-Drama und damit per Definition nicht weiter zu empfehlenden Film - rein objektiv - ein gar nicht mal so übler Film gelungen. Truly unforgettable. Und nicht zuletzt eine Mahnung an alle Adamssöhne, entweder auf Ihre weisen Väter zu hören (Ich weiß, ich weiß.) oder sich zumindest so teuer wie nur möglich zu verkaufen. (Lauft um Euer Leben!) Cheers! ;o)
Kommentar Kommentare (20) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 19, 2013 11:47 PM CET


Merlin - Die neuen Abenteuer, Vol. 01 [3 DVDs]
Merlin - Die neuen Abenteuer, Vol. 01 [3 DVDs]
DVD ~ Colin Morgan
Wird angeboten von Topbilliger
Preis: EUR 24,90

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfrischende Neuinterpretation der Arthus-Legende, 13. Dezember 2009
Das sagenumwobene Königreich Camelot ist zwar Stätte von geheimnisumwitterten magischen Kräften, mächtigen Zauberern und gewaltigen mythischen Kreaturen, aber auch ein Land, wo die Magie einer gnadenlosen Verfolgung unterworfen ist. Uther Pendragon, der machtvolle König von Camelot, ist von Hass gegen die Magie verzehrt und hat das eiserne Gesetz erlassen, dass jede Hinwendung und Praktizierung mit dem Schaffot geahndet wird, magische Kreaturen zur Jagd freigegeben werden und der letzte Drache in den Höhlen unter dem Schloss angekettet werde. Unterdessen erreicht Merlin, ein junger Bursche vom Lande, die Stadt und beginnt in naiver Unwissenheit eine Prügelei mit dem arroganten jungen Kronprinzen Arthur Pendragon, zu dessen Leibdiener er alsbald gemacht wird. Nur zu bald soll er von dem angeketteten Drachen erfahren, dass sein Schicksal nahtlos mit dem Arthur Pendragons verknüpft ist und er den Schlüssel zur Geburt einer Legende in sich trägt.

Bisher hatte ich von den hochwertigen Produktionen der britischen BBC nur von Hörensagen gehört, aber mit dem vorliegenden Werk stimme ich in den Chor der Lobhudelnden ein. Die BBC hat vorliegend (endlich) der Arthus-Legende eine eigene Serie gewidmet, die gelungen und mich vollends überzeugt hat. Allein mit dem genialen Schachzug des Magieverbotes hat die Serie von Anfang an brillante Weichen geformt, indem sie den berühmtesten Zauberer aller Zeiten im jugendlichen Alter in ein Königreich versetzt, in dem auf seine besonderen Fähigkeiten der Tod steht.

Dank der Ausgestaltung als Serie hat die Geschichte alle Zeit der Welt ihre Charaktere samt Handlung detailliert wachsen zu lassen. Die Story dreht sich im Kern um den Werdegang Arthus', dessen Fähigkeiten in ritterlichen und magischen Konflikten auf die Probe gestellt werden. Noch ist er nicht der König der Legenden, sondern ein unerfahrener Prinz, der der Hilfe des verdeckt agierenden Merlin wahrlich oft genug bedarf. Dabei besticht die Serie durch einen gewissen Tiefgang, wenn sie jeden Charakter zwischen den Fronten persönlicher Wünsche und Konflikte agieren lässt: Arthur wird immer wieder mit der bedingungslosen Härte seines Vaters konfrontiert, was die auf seinen Schultern lastende Verantwortung für ein ganzes Königreich nicht gerade einfacher macht. Merlin dagegen steht in seiner jugendlichen Naivität einem Schicksal gegenüber, von dem er weder weiß, wie er es erfüllen, noch wie er seine einzigartige Veranlagung adäquat ausfüllen soll. Die Beziehung der beiden sorgt für geniale Momente voller Sympathie und reichem Humor, wenn der Prinz und Diener ihre verbalen Zwiste ausfechten und alsbald Rücken an Rücken zauberkundigen Feinden gegenüber stehen.

Die Serie hat mit ihren jungen Darstellern ein jugendliches und modernes Gesicht bekommen und wurde insoweit auch als lockere entspannte Unterhaltung für die ganze Familie konzipiert: mittelalterliche Traditionen und Standesproblematiken fallen unter den Tisch, der Plot ist grundsätzlich einfach aufgebaut, die Charaktere sind moderne "zeitgemäße" Figuren, Blut und Tod sind eher sparsam vorhanden und auf klotzige Actioneffekte wurde gänzlich verzichtet. Zuschauer und Puristen der Arthus-Saga, die sich gern der Suche nach Logiklücken mit der Lupe hingeben, sollten zudem gewarnt sein, dass die Inszenierung fern mittelalterlicher Authentizität ist und von der "echten" Sage abweichende Ingredienzien beinhaltet, wie z.B. gleichaltrige Hauptfiguren, Morgana als Mündel des Königs und Guinevere als deren Dienerin. Die Serie schafft sich eine eigene Geschichte und bleibt der faszinierenden Arthus-Saga nichtsdestotrotz treu, indem sie Episode für Episode ihre prägendsten Elemente enthüllt.

Fazit:

Dank einer exzellenten Darstellerriege und einem gelungenen mittelalterlichen Flair erwacht eine moderne jugendgerechte Legende aus Magie & Ritterlichkeit voller Pracht zum Leben. Exzellente familientaugliche 4 Sterne.
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 2, 2010 3:16 PM CET


Kriegsklingen: Roman
Kriegsklingen: Roman
von Joe Abercrombie
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gesundes Mittelmaß, 2. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Kriegsklingen: Roman (Taschenbuch)
Als ich mir vor Jahr und Tag einen Wanderreiseführer besorgte, hatte das gute Stück nur den einzigen Fehler, dass es eine bekanntermaßen exzellent markierte Wanderstrecke minutiös darlegte und jede Wendung, jede Straßenüberquerung, jedes überflüssige Schild einschließlich Distanz- und Zeitfixierung geradezu manisch detailliert aufführte. Ganz davon abgesehen, dass der damit endlos verschenkte Platz wesentlich besser hätte verwendet werden können, entsetzt es mich noch heute, was die Verfasserin wohl für ein Kundenbild im Focus gehabt haben muss. Selbst ein 5ünfjähriger, sofern des Lesens mächtig, hätte ohne örtliche Markierungen seinen Weg mit diesem Reiseführer unproblematisch erkrabbeln können.

Aber was hat nun diese unbedeutende Anekdote mit dem vorliegenden Werk von Joe Abercrombie zu tun, das ich mir vor Jahr und Tag aufgrund der zahllosen lobenden Rezensionen und seines aufkommenden Rufes als neuer Meister des Fantasygenres zugelegt hatte?

Grundsätzlich kann ich über Joe Abercrombie sehr viel Positives berichten, denn der Mann versteht schriftstellerisch sein Handwerk. Seine Welt voller rauher Barbaren, dekadenten Edelleuten, korrumpierten Inquisitoren und undurchschaubaren Magiern ist zwar an sich nicht neu, aber der Autor versteht es, eigene Ideen einzubinden, interessante Figuren einzuführen und insbesondere mit einer sehr detailreichen und plastischen Schildung (samt seehr plastischer um nicht zu sagen derber Sprache) seiner Welt Farbe und Gestalt zu verleihen. Dass handlungstechnisch erstaunlich wenig passiert, fällt diesbezüglich nicht weiter auf, weil der Autor seinen Schwerpunkt auf die Darstellung und Entwicklung seiner zahlreichen Figuren legt, die durchweg als Antihelden konzipiert und mit einer facettenreichen Biografie samt tragischer Elemente ausgestattet sind. Ein Barbar, der des Tötens müde geworden ist, ein verkrüppelter Inquisitor und Foltermeister, der innerlich ständig ein gequältes "Warum?" herausstößt, und ein narzisstischer Tropf an Adeligen, für den es wandeln oder untergehen heißt.

Obwohl ich - insbesondere im Fantasygenre - Charakterisierung sehr schätze, liegt darin ironischerweise auch die Wurzel allen Übels und der Grund für die extrem unterschiedlichen Rezensionsbewertungen verborgen. Abercrombie zeigt die Entwicklung seiner Charaktere geradezu detailbesessen auf. Warum ein Held so denkt, was er gerade fühlt und wieso und nicht anders er daraufhin handelt... all das und noch viel mehr wird für jeden einzelnen Charakter in zahllosen Monologen und Selbstgesprächen en detail erleuchtet. Alles wird dem Leser erklärt, keine Frage bleibt offen, so dass ich die Charaktere dermaßen gut kennen lernen durfte, als hätte ich sie sinnbildlich seziert. Verstehen konnte ich sie auf einer rein analytischen Gedankenebene vollkommen...

...aber ihr Fühlen bliebt mir gänzlich verborgen. Ich konnte keinen emotionalen Zugang zur Figur gewinnen, mich weder mit ihr identifizieren, noch gefühlsmäßig an ihrer Seite wandeln. Dafür gibt es seitens des Autors keinen Raum. Nur in kleineren unwichtigeren Ereignissen zeigt der gute Mann, dass er es eigentlich besser kann, wenn er die Figuren miteinander interagieren und handeln lässt, um ihnen damit Freiraum zur Entwicklung und zum Herauslösen aus der Geschichte zu gewähren. Leider viel zu selten. Wenig überraschend, dass exakt an diesem Punkt das gesamte Buch kollabiert und ins Mittelmaß abrutscht: Spannung, Dramatik oder Feuer? Fehlanzeige. So blieben letztendlich allein eine sanft nagende Neugier und durchweg sympathische Charaktere zurück, die leider allzeit unsägliche Schilder durch die Gegend schwangen, auf dem mit Großbuchstaben ihr aktueller Gefühlszustand skizziert wurde... was selbst ein Fünfjähriger, wenn denn des Lesens mächtig, hätte unproblematisch nachvollziehen können.

Wer nun mit einer derartig analytischen "Charakterisierung" etwas anfangen kann, wird um die 4-5 Sterne kaum herum können. Wer diesbezüglich aber andere Vorstellungen hat, wird mit künstlichen Figuren und einer extrem spannungsarmen Geschichte konfrontiert werden. Was nun meinem seiner angeht - für den ein Cliffhanger überlicherweise das sofortige Bestellen des Folgebandes darstellt - so werde ich mir das vorliegend schenken, Meisterwerk hin, Meisterwerk her. Der blitzartige Aufstieg von Joe Abercrombie zum neuen Großmeister der Fantasy verwundert mich im Übrigen trotz oder gerade wegen seiner verunglückten Erzählperspektive kein bißchen: Prangt doch auf meinem Reiseführer seit Jahr und Tag das fette Emblem: "1. Platz, Wanderreiseführer 2007, weltweit größte Buchmesse."
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 4, 2009 9:28 PM CET


The Blade Itself: The First Law Book One: Book One of the First Law
The Blade Itself: The First Law Book One: Book One of the First Law
von Joe Abercrombie
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,20

42 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gesundes Mittelmaß, 2. Dezember 2009
Als ich mir vor Jahr und Tag einen Wanderreiseführer besorgte, hatte das gute Stück nur den einzigen Fehler, dass es eine bekanntermaßen exzellent markierte Wanderstrecke minutiös darlegte und jede Wendung, jede Straßenüberquerung, jedes überflüssige Schild einschließlich Distanz- und Zeitfixierung geradezu manisch detailliert aufführte. Ganz davon abgesehen, dass der damit endlos verschenkte Platz wesentlich besser hätte verwendet werden können, entsetzt es mich noch heute, was die Verfasserin wohl für ein Kundenbild im Focus gehabt haben muss. Selbst ein 5ünfjähriger, sofern des Lesens mächtig, hätte ohne örtliche Markierungen seinen Weg mit diesem Reiseführer unproblematisch erkrabbeln können.

Aber was hat nun diese unbedeutende Anekdote mit dem vorliegenden Werk von Joe Abercrombie zu tun, das ich mir vor Jahr und Tag aufgrund der zahllosen lobenden Rezensionen und seines aufkommenden Rufes als neuer Meister des Fantasygenres zugelegt hatte?

Grundsätzlich kann ich über Joe Abercrombie sehr viel Positives berichten, denn der Mann versteht schriftstellerisch sein Handwerk. Seine Welt voller rauher Barbaren, dekadenten Edelleuten, korrumpierten Inquisitoren und undurchschaubaren Magiern ist zwar an sich nicht neu, aber der Autor versteht es, eigene Ideen einzubinden, interessante Figuren einzuführen und insbesondere mit einer sehr detailreichen und plastischen Schildung (samt seehr plastischer um nicht zu sagen derber Sprache) seiner Welt Farbe und Gestalt zu verleihen. Dass handlungstechnisch erstaunlich wenig passiert, fällt diesbezüglich nicht weiter auf, weil der Autor seinen Schwerpunkt auf die Darstellung und Entwicklung seiner zahlreichen Figuren legt, die durchweg als Antihelden konzipiert und mit einer facettenreichen Biografie samt tragischer Elemente ausgestattet sind. Ein Barbar, der des Tötens müde geworden ist, ein verkrüppelter Inquisitor und Foltermeister, der innerlich ständig ein gequältes "Warum?" herausstößt, und ein narzisstischer Tropf an Adeligen, für den es wandeln oder untergehen heißt.

Obwohl ich - insbesondere im Fantasygenre - Charakterisierung sehr schätze, liegt darin ironischerweise auch die Wurzel allen Übels und der Grund für die extrem unterschiedlichen Rezensionsbewertungen verborgen. Abercrombie zeigt die Entwicklung seiner Charaktere geradezu detailbesessen auf. Warum ein Held so denkt, was er gerade fühlt und wieso und nicht anders er daraufhin handelt... all das und noch viel mehr wird für jeden einzelnen Charakter in zahllosen Monologen und Selbstgesprächen en detail erleuchtet. Alles wird dem Leser erklärt, keine Frage bleibt offen, so dass ich die Charaktere dermaßen gut kennen lernen durfte, als hätte ich sie sinnbildlich seziert. Verstehen konnte ich sie auf einer rein analytischen Gedankenebene vollkommen...

...aber ihr Fühlen bliebt mir gänzlich verborgen. Ich konnte keinen emotionalen Zugang zur Figur gewinnen, mich weder mit ihr identifizieren, noch gefühlsmäßig an ihrer Seite wandeln. Dafür gibt es seitens des Autors keinen Raum. Nur in kleineren unwichtigeren Ereignissen zeigt der gute Mann, dass er es eigentlich besser kann, wenn er die Figuren miteinander interagieren und handeln lässt, um ihnen damit Freiraum zur Entwicklung und zum Herauslösen aus der Geschichte zu gewähren. Leider viel zu selten. Wenig überraschend, dass exakt an diesem Punkt das gesamte Buch kollabiert und ins Mittelmaß abrutscht: Spannung, Dramatik oder Feuer? Fehlanzeige. So blieben letztendlich allein eine sanft nagende Neugier nach dem Ausgang und durchweg sympathische Charaktere zurück, die leider allzeit unsägliche Schilder durch die Gegend schwangen, auf dem mit Großbuchstaben ihr aktueller Gefühlszustand skizziert wurde... was selbst ein Fünfjähriger, wenn denn des Lesens mächtig, hätte unproblematisch nachvollziehen können.

Wer nun mit einer derartig analytischen "Charakterisierung" etwas anfangen kann, wird um die 4-5 Sterne kaum herum kommen. Wer diesbezüglich aber andere Vorstellungen hat, wird mit künstlichen Figuren und einer extrem spannungsarmen Geschichte konfrontiert werden. Was nun meinem seiner angeht - für den ein Cliffhanger überlicherweise das sofortige Bestellen des Folgebandes darstellt - so werde ich mir das vorliegend schenken, Meisterwerk hin, Meisterwerk her. Der blitzartige Aufstieg von Joe Abercrombie zum neuen Großmeister der Fantasy verwundert mich im Übrigen trotz oder gerade wegen seiner verunglückten Erzählperspektive kein bißchen: Prangt doch auf meinem Reiseführer seit Jahr und Tag das fette Emblem: "1. Platz, Wanderreiseführer 2007, weltweit größte Buchmesse."
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 24, 2010 11:28 PM MEST


Ironhand's Daughter: A Novel of the Hawk Queen
Ironhand's Daughter: A Novel of the Hawk Queen
von David Gemmell
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,82

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Artemis & Athena, 9. November 2009
Groß, aufrecht, wohlgeformt und mit langem wehenden schneeweißen Haar, Sigarni, Göttin der Jagd und letzter Spross einer uralten verborgenen Blutlinie unter den Clans der Hochländer. Inmitten ihres von den mächtigen Fremdländern grausam unterdrückten Volkes fristet die stolze Highlanderin ein freies und unabhängiges Leben, das von den Fremdländern und ihren Ambitionen, die Highlander endgültig auszulöschen, jäh unterbrochen wird. Prophezeiungen tönen von einem gewaltigen Anführer, begabte Seher träumen von Blut und Tod, Geister rühren sich aus ihren Gräbern, Reisende durch Zeit und Raum künden von wechselnden Zukünften, und eine junge Highlanderin geht durch die glühenden Feuer von Leid, Hass und Grausamkeit und wird auf die bitterste Art zur Göttin des Krieges geschmiedet. Die Tage der Falkenkönigin sind angebrochen.

Nur ein einziges Mal in seinen über 30 Werken hat sich David Gemmell an einen weiblichen Hauptcharakter gewagt und sich dabei selbst übertroffen. Sigarni ist ein Charakter de luxe, der nicht durch das Feuer in den Lenden ihrer Gefährten, sondern auch in den Augen der Lesers zu entzünden weiß. Ausgerechnet in einer Frau vereinigen sich die schicksalhaften Linien aus Kampf, Gewalt und Krieg, mithin ein regelmäßig eher von den Söhnen Adams beackertes Feld, und man spürt durch das gesamte Werk hinweg den diebischen Humor des Autors, der erneut ein glorreiches Schlachtengemälde entwirft und dabei doch durchgehend die Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges ächtet - aus Sicht einer Frau, die sich dieses Handwerks anzunehmen gezwungen ist. Ein fast verschämtes Hochgefühl, wenn der Gegner mit zerborstenem Schädel vor der Heldin dar nieder geht, und eine tiefe Tragik, wenn der Tote als Mensch, Vater und Familienmensch aufgezeigt wird und sich der glänzende Pathos von allzu bitteren Fäden durchwoben zeigt.

Ein Gemmell reinsten Wassers, der es vermag, vielschichtige Charaktere in ihren kleinen und großen Schwächen aufzuzeigen, sie plastisch und menschlich darzulegen und die banalen Grenzen aus Gut und Böse in einem Meer von Grau aufgehen und sie doch ihren ewigen Kampf ausfechten zu lassen. Ein Gemmell aber auch, der im Vergleich zu sämtlichen anderen seiner Werken sehr einfach konstruiert und straight ausgerichtet ist. Aus Artemis wird Athena, ein Schicksal, das ungewohnt offen daherkommt und mit ausgefeilten Wendungen nur in Nebenpfäden zu punkten weiß. Nichtsdestotrotz gebe ich diesem Werk aus vollem Herzen wohlverdiente fünf Sterne, denn mit Sigarni ist Gemmell erneut ein Ausnahmecharakter von echter Größe gelungen - und im Einklang mit dem Nachfolgewerk "Hawk Eternal" werden zahllose offene und scheinbar nebensächliche Punkte aus dem vorliegenden Werk nicht nur aufgeklärt, sondern in einem über Zeit und Raum entworfenen Mosaik zusammengeführt, das dem Erstwerk eine zusätzliche Tiefe verleiht, die man nach dem ersten Lesevergnügen nur ansatzweise erahnen kann.


Eisenhands Tochter: Die Falkenkönigin, Bd. 1
Eisenhands Tochter: Die Falkenkönigin, Bd. 1
von David Gemmell
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Artemis & Athena, 9. November 2009
Groß, aufrecht, wohlgeformt und mit langem wehenden schneeweißen Haar, Sigarni, Göttin der Jagd und letzter Spross einer uralten verborgenen Blutlinie unter den Clans der Hochländer. Inmitten ihres von den mächtigen Fremdländern grausam unterdrückten Volkes fristet die stolze Highlanderin ein freies und unabhängiges Leben, das von den Fremdländern und ihren Ambitionen, die Highlander endgültig auszulöschen, jäh unterbrochen wird. Prophezeiungen tönen von einem gewaltigen Anführer, begabte Seher träumen von Blut und Tod, Geister rühren sich aus ihren Gräbern, Reisende durch Zeit und Raum künden von wechselnden Zukünften, und eine junge Highlanderin geht durch die glühenden Feuer von Leid, Hass und Grausamkeit und wird auf die bitterste Art zur Göttin des Krieges geschmiedet. Die Tage der Falkenkönigin sind angebrochen.

Nur ein einziges Mal in seinen über 30 Werken hat sich David Gemmell an einen weiblichen Hauptcharakter gewagt und sich dabei selbst übertroffen. Sigarni ist ein Charakter de luxe, der nicht durch das Feuer in den Lenden ihrer Gefährten, sondern auch in den Augen der Lesers zu entzünden weiß. Ausgerechnet in einer Frau vereinigen sich die schicksalhaften Linien aus Kampf, Gewalt und Krieg, mithin ein regelmäßig eher von den Söhnen Adams beackertes Feld, und man spürt durch das gesamte Werk hinweg den diebischen Humor des Autors, der erneut ein glorreiches Schlachtengemälde entwirft und dabei doch durchgehend die Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges ächtet - aus Sicht einer Frau, die sich dieses Handwerks anzunehmen gezwungen ist. Ein fast verschämtes Hochgefühl, wenn der Gegner mit zerborstenem Schädel vor der Heldin dar nieder geht, und eine tiefe Tragik, wenn der Tote als Mensch, Vater und Familienmensch aufgezeigt wird und sich der glänzende Pathos von allzu bitteren Fäden durchwoben zeigt.

Ein Gemmell reinsten Wassers, der es vermag, vielschichtige Charaktere in ihren kleinen und großen Schwächen aufzuzeigen, sie plastisch und menschlich darzulegen und die banalen Grenzen aus Gut und Böse in einem Meer von Grau aufgehen und sie doch ihren ewigen Kampf ausfechten zu lassen. Ein Gemmell aber auch, der im Vergleich zu sämtlichen anderen seiner Werken sehr einfach konstruiert und straight ausgerichtet ist. Aus Artemis wird Athena, ein Schicksal, das ungewohnt offen daherkommt und mit ausgefeilten Wendungen nur in Nebenpfäden zu punkten weiß. Nichtsdestotrotz gebe ich diesem Werk aus vollem Herzen wohlverdiente fünf Sterne, denn mit Sigarni ist Gemmell erneut ein Ausnahmecharakter von echter Größe gelungen - und im Einklang mit dem Nachfolgewerk "Hawk Eternal" werden zahllose offene und scheinbar nebensächliche Punkte aus dem vorliegenden Werk nicht nur aufgeklärt, sondern in einem über Zeit und Raum entworfenen Mosaik zusammengeführt, das dem Erstwerk eine zusätzliche Tiefe verleiht, die man nach dem ersten Lesevergnügen nur ansatzweise erahnen kann.


American History X
American History X
DVD ~ Edward Norton
Wird angeboten von McThai
Preis: EUR 16,04

21 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Sackgasse Hass & Endstation Hollywood, 3. November 2009
Rezension bezieht sich auf: American History X (DVD)
"American History X" erzählt die Geschichte zweier Brüder. Derek Vinyard, einst ein fanatischer Anführer einer Neonazi-Bewegung, kehrt geläutert nach zwei Morden und einem langen Gefängnisaufenthalt zurück. Ihn erwarten eine zerrüttete Familie, eine ungewisse Zukunft und sein jüngerer Bruder Danny, der ebenfalls in der Neonazi-Szene unterzugehen droht. Ihm obliegt es, die Gegenwart vom Schatten seiner Vergangenheit zu befreien; eine Vergangenheit, die in Form von Schwarz-Weiß-Rückblenden nur allzu plastisch und nachvollziehbar wird.

Das Erschreckendste an diesem Film sind nicht die schockierend realistischen Gewaltszenen, die hasstriefende Propaganda oder die fettauftätowierten Hakenkreuze. Es sind vielmehr die kleinen Schlüsselmomente, die fast unscheinbar geschehen und erschreckend verständlich und nachvollziehbar aufzeigen, wie ein junger intelligenter Mensch in eine Spirale aus Wut und Hass gerät, aus der er sich weder befreien kann noch will. Die für mich einschneidenste Szene ist insoweit ein Gespräch Dereks mit seinem rassistischen Vater, der Derek seelenruhig und scheinbar logisch seine verzehrte Weltsicht darlegt. Die Szene ist banal, alltäglich und deswegen so unendlich bitter, weil sie zeigt, wie ganz nebenbei eine Saat gelegt wird, deren Ernte erst viel später in einem Extrem eigener Art eingefahren werden kann. Fast banal und nuanciert schreitet eine schleichende Entwicklung über Familie, Freunde und Umwelt voran. Ein Schritt in die falsche Richtung, eine unbewusste Beeinflussung durch Vertraute, ein erschütternder Schicksalsschlag und ein junger Mensch findet sich auf einem Pfad wieder, dessen Gefahren er weder einschätzen noch damit umgehen kann. Der Faschismus steht nur stellvertretend für alle Ignoranz, Ideologie und Hass im Kleinen wie im Großen, ebenso wie sich der Tod des Vaters nur als das letzte Glied in einer Kette zahlloser Lebensmomente einreiht. Aus Wut wird Hass, aus Hass wird mehr Hass, der wächst, gedeiht und den Träger, sein unmittelbares Umfeld und sein gesamtes weiteres Leben vergiftet.

Angesichts eines so ambitionierten Projektes, eines glänzend aufgelegten Edward Nortons und eines anfänglich noch intelligenten Drehbuches ist es bedauerlich, dass der Regisseur diesen Film über weite Strecken im Hollywoodkitsch hat versinken lassen und die Sensibilität dem Pathos und der Emotionalisierung geopfert hat. Das beginnt mit der naiven Konfrontation seiner Alt-Gang, schreitet mit der "Von Freunden verraten und von Feinden gerettet"-Brechstangenwandlung im Gefängnis weiter, manifestiert sich in der 0815-"Wandlung" des kleinen Bruders, banalisiert sich an einem allzu phrasenschwingenden Gutmenschen von Lehrer und einem Skript, dass ebensowenig etwas mit Derek in der Gegenwart anzufangen, wie es ein dem Filmton entsprechendes Ende herbeizuführen weiß. Edward Norton's Derek versinnbildlicht den Fixpunkt des Films, an ihm manifestiert sich untrennbar die Anti-Rassismus-Botschaft - und angesichts seiner banal unglaubwürdigen "Wandlung" hebelt sich der Film selbst aus und verbleibt ohne jede erwähnenswerte Erkenntnis, so dass der Film letztendlich in einer wenig reflektierten aber umso pathetischer dargebotenen "Hass ist böse"-Pseudo-Philosophie-Soße versinkt. Schade, dass dabei die immens wichtige Botschaft des Films - die hohe Verantwortung für sich und seine Mitmenschen, das Angewiesensein auf eine helfende Hand & die banale alltägliche Entstehung von Hass - vom allzu dick aufgetragenem Glanz überdeckt wird.

Letztlich ist der Film ein verharmlosend simpler und enorm beruhigender Gut-Böse-Kladderadatsch. Der Rassismus bekommt das Gesicht von Hooligans oder White Trash. Die wirklich erschreckende Tatsache, das Rassismus ein weitverbreitetes Phänomen quer durch alle Gesellschaftsschichten ist, wurde erfolgreich unter den Teppich gekehrt. So eine derartige Sicht passt nicht in das politisch korrekte Bild: Rassismus=Böse=Verbrecher. Und wie man sieht, hat so ein eindimensionales und zutiefst unreflektiertes Gut-Böse-Schema auch ausgesprochen gut funktioniert.

Ein wirklich guter Film mit einer Botschaft gegen Doppelmoral und Rassismus ist: "Wer die Nachtigall stört" Der geht in die Tiefe - und genau deswegen auch an die Nieren. Da sind Rassisten keine schwarzen Schafe, sondern existiert in aufrechten Bürgern und nur zu oft begegnet man sich selbst... Nicht gerade das Bild, das wir sehen wollen, oder?

"American History X" ist die schlimmste Art von Film: Es gibt uns genau das, was wir glauben wollen. Mit aller Kraft. Das mag jetzt weh tun, aber die Realität sieht komplett anders aus.
Kommentar Kommentare (21) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 23, 2013 12:28 PM CET


Luther
Luther
DVD ~ Joseph Fiennes
Wird angeboten von Drehscheibe24
Preis: EUR 9,99

9 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der Reformator, die Kirchenmafia und ein Feldzug im Namen des Laientheaters, 2. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Luther (DVD)
Kurzzusammenfassung:

Am Anfang des 16. Jahrhunderts hat der Antichrist, bisweilen auch Teufel oder Belzebub genannt, die Welt übernommen. Da steht der letzte Gerechte auf Erden auf und zieht gegen ihn zu Feld. Sein Name: Martin Luther. Sein Schicksal: Reformator.

"Luther" ist

1. ganz und gar nicht zu meinem Wohlgefallen.
2. zu rasant vollgestopft mit Ereignissen, um auch nur annähernd einen Charakter entwickeln zu können.
3. leider zu banal und hoffnungslos aufgesetzt, um auch nur ansatzweise Spannung oder Dramatik zu entwickeln.
4. ein ambitionierter Name samt oberflächlichem auf ernsthafte Tiefe getrimmten Laientheater.
5. gescheitertes Popcornkino.
6. kein Ansatzpunkt zur Beleuchtung der historischen Gestalt und fern historischer Authentizität. (Diesen überflüssigen Punkt - schließlich ist Hollywood mit an Bord - erwähne ich nur, weil mir bei dem Gedanken graust, dass dieser Streifen in Schulen zur Thematik Reformation herangezogen werden könnte. Liebe Lehrer, Ihr seid gefordert. ;-)
7. der eher blamable Versuch einem großen Mann ein strahlendes Denkmal zu setzen, und diesen dabei doch zum selbstgerechten Einfaltspinsel degradiert.
8.-94. ...
95. mit tadellosen *hüstel* Kostümen und Kulissen ausgestattet.

Im Einzelnen:

"Hier stehe [bzw. sitze] ich und kann nicht anders." Recht hat der gute Mann und an der Stelle möchte ich alle fundamentalistischen Evangelikalen (Was bin ich doch froh, dass die Amis zu faul oder whatsoever sind, andere Sprachen zu lernen.) und Extremfreunde dieses Streifens vorwarnen, dass ich mich nach zwei Stunden derartigen Schmarrn's weder in sonderlich gnädiger noch diplomatischer Laune befinde.

Aber egal, zurück zu Luther und einem der hydraköpfigen Grundprobleme des Films schlechthin: Die Zeit reicht durch die Bank nicht. Ein Blitz vom Himmel, er wird Mönch. Ein Besuch in Rom, er wird zum Heiligen. So schnell kann man gar nicht mitgucken, wie flott der gute Mann sein Leben durch(sch)reitet. Schande aber auch, dass sich Rom schon nach den ersten zehn Metern von seiner besten oder soll ich sagen einzig *tärää* wahren Seite zeigt: herumhur*nde Bruder, verdummtes ausgebeutetes Volk, dekadenter Kirchenadel, einen Ablasshandel im ganz großen Stil und einen Papst, der in goldener Ritterrüstung umher reitet. Au Backe Bruder Martin, was sind das nur für böse Leut' und dekadentes Pack? Auf, eil geschwind, die Christenheit braucht Dich. So eilt der gute Bruder Martin gen Heimat in Wittenberg und wird für seine ersten kirchenkritischen Töne zum Gelehrten in Wittenberg ernannt. Ab da geht die Post ab: Selbstmörder, die nicht anständig beerdigt werden dürfen, bettelarme Mütter ohne Kerl, schamlose Finanzexperten der Kirche und ein betrügerischer Ablasshandel... herrliche Steilvorlagen, die Bruder Martin auch unverzüglich zu nutzen weiß. Und weil er ein ganz Guter ist (und vom Drehbuch keine Zeit bekommt), kann er gar nicht schnell genug das Mäntelchen seiner Religion und jahrelang treu befolgter Lehre abwerfen. Auf die Vertiefung seiner schließlich nur epochal historischen Entscheidungen kann ja gut verzichtet werden. Wenn man denn einen Hauch an persönlicher Zerrissenheit, emotionaler Bedrängnis und innerer Kämpfe sucht, dann kann ich nur auf ein paar Zwiegespräche mit dem "Teufel" in der Klosterzelle verweisen, in der er sich unter orgiastischen Verrenkungen wohl zu hinterfragen sucht!? Ob's nun aber der Teufel, mangelnde Hygiene oder die olle Klaustrophobie waren, kann ich so genau nicht sagen, 's sah jedenfalls arg amüsant aus. Klingt eindimensional, ist es auch. Aber entschuldigt, was bin ich wieder kleinkariert, meiner Treu, denn wenn die Bösen so offensichtliche Meistersünder sind, kann der Gute doch auf das Aufzeigen eigener Motive gut und gern verzichten. Und wenn ich ganz kleinkariert wäre, würde ich doch glatt behaupten, dass dieser Luther genau so selbstgerecht und blasiert ist wie der korrumpierte Kirchenadel. Mach ich aber nicht, 's geht ja schließlich um Luther und der hat mit seiner hoffnungslos blassen Darstellung und der Non-Stop-Hohle-Phrasen-Drescherei genug zu leiden. Doch, doch, der von mir sehr geschätzte Joseph Fiennes zeigt mit seinem schwermütig asketischen Blick mehr Präsenz im Schweigen, als seine hochgestochene Weisheiten und seiner zum Scheitern verurteilten Versuche, sich auch nur den Hauch einer Identifikationsfigur zu geben, denken lassen. Aber wer ist eigentlich dieser Christus, von dem er immer wieder spricht? Erschien es mir doch eher so, als würde er vielmehr auf jede Steilvorlage die Antwort geben und nur so ganz nebenbei eine neue Religion aus dem Ärmel schütteln. Aber apropos neue Religion, eigentlich will er das ja alles gar nicht und die politischen Folgen sind auch alles andere als offensichtlich, aber als waschechter Idealist in heiliger Mission darf man sich schließlich auch einmal blind stellen und den Zuschauer mit tränentreibenden Momenten erfreuen. *schnief*

Ein wahrer Christenmensch ist er übrigens auch, die Perfektion in Person. Ich denke zu gern an diese warmherzige Episode zurück, als eine Bettlerin ihr letztes Geld in einen Ablassbrief investierte und sich glücklich davon trollen wollte. Luther stellt sich ihr entgegen, belehrt sie im heiligen Zorn über den Trug des Ablasshandels und dampft mit dem Ablassbrief davon. Dass er die gute Frau im naiven Glauben und ihres allzu kurzen Glückes beraubt zurück lässt, ihr noch nicht einmal eine verständliche Erklärung gibt und damit insbesondere ihren Glauben, dem sie vollen Herzens anhängt, a bissel unsensibel (Ich weiß, ich weiß, er ist ein Kerl.) durch den Dreck zieht, ficht den aufrechten Christenmensch nicht an, hat er ihr doch immerhin den Geldwert für den Brief zurückerstattet. Geld und Glauben, woher kommt mir das nur so bekannt vor, hm?

Steilvorlage - selbstgerechte Empörung - große Worte, so funktioniert der Einheitsbrei. Yeah! Wie schon xsagt, keine Zeit für mehr: Wasser predigen, Wein trinken. Eieiei. Wenigstens wird Luther von seinem Anhang und Gegnern adäquat unterstützt. Ihre Begeisterung, sich in mittelalterliche Trachten zwängen müssen, zeigen sie allgemein in großen leeren und unglaubwürdigen Gesichtern und einer bewundernswert hölzernen Darstellung. Dass sie ihre Phrasen ebenso emotionslos wie leiernd herunterbeten, versteht sich dabei von selbst, man hat ja auch seinen Stolz. Brav auswendig gelernt. Nachdem der fähige Alfred Molina nur ein Kurzauftritt als feuriger Steuereintreiber vergönnt war, kann am ehesten noch Sir Peter Ustinov als nettes seniles Großväterchen und nebulöser Förderer Luthers einen charmanten wenn auch reichlich überflüssigen Eindruck hinterlassen. Seine Motive bleiben im Dunkeln. Aber wer braucht schon Erklärungen? Es geht schließlich um die "Wahrheit", was immer das auch sein mag, und da werde ich mich hüten, den Helden dieses Stückes zu hinterfragen. Ebensowenig wie ich die albernen Revoluzzer, die ach so tränentreibenden Bauernmassaker, die Jagt-den-Kleriker-Aufstände, das zu Heilsbringern hochidealisierte Fürstenvolk und die glanzvolle Romantik ("Wir musizieren gut zusammen...") thematisieren werde. Den Vogel schlechthin schießt im Übrigen ein Deutscher ab. Wahrlich, ich habe schon viele Absonderlichkeiten über die damaligen Päpste vernommen, aber wie Uwe Ochsenknecht durch seine schiere Präsenz das Papstum in die höchsten Weihen der Lächerlichkeit befördert, dafür gebührt ihm meine ganze Anerkennung. Well done, Uwe.

Bleibt mir nur noch die Ehre, die DVD zur Hand zu nehmen, sie mit einem ernst-mildem Blick zu betrachten und sie in bester lutherischer Tradition gen Boden entschweben zu lassen. Über die Schulter und zu den Knochen, versteht sich. Mahlzeit!
Kommentar Kommentare (26) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 7, 2009 11:05 PM CET


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