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Chilischote

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Prinzessin Mononoke (Einzel-DVD)
Prinzessin Mononoke (Einzel-DVD)
DVD ~ Yoji Matsuda
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das bildgewaltig animierte Antidot zu J. Camerons Tiefsinn Marke "Avatar", 5. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Prinzessin Mononoke (Einzel-DVD) (DVD)
Ashitaka, der letzte Prinz eines aussterbenden Bergstammes, wird bei der Abwehr eines gewaltigen Walddämons mit einer schleichend tödlichen Verletzung beglückt. Bei der Suche nach einer Heilmöglichkeit gelangt er in einem mythenumwobenen von Tiergeistern und- göttern bewohnten Wald. Darin hat sich die berechnende Eboshi mittels zahlreicher Mannen und neuartiger Schusswaffen ein warmes Nest gebaut, und beutet nun unter der Vernichtung ganzer Landstriche ausgedehnte Metallvorkommen aus. Zwar versuchen sich ihr uralte Waldgötter in Form gewaltiger Wölfe entgegenzuwerfen, ohne jedoch etwas gegen den geballten menschlichen Erfindungsgeist ausrichten zu können. Als Ashitaka in den Strudel dieses titanischen Konfliktes gerät, lernt er die schnuckelige Prinzessin Mononoke (= Geist od. menschenhassendes Monster), ein von den Wölfen aufgezogenes Menschenkind, kennen und lieben. Eine Liebe, die von der die Menschen nicht gerade an ihre liebende Brust drückenden Mononoke nicht ganz geteilt wird, umso mehr, als sich die Menschen entschlossen haben, den finalen Schlag zu landen und den Gott des Waldes zu töten.

Danke James. Hättest Du mit Deinem avataresken Meisterwerk nicht die erstaunlich tiefsinnige Botschaft heraufbeschworen, dass wir uns alle in Grund und Boden schämen sollten, weil wir als (selbst-)zerstörerische Menschen und nicht als pazifistische Bäume auf die Welt gekommen sind, dann hätte ich "Prinzessin Mononoke" wohl noch etwas länger im Schrank schmoren lassen. So aber hatte ich das Bedürfnis, mich erneut von Hayao Miyazaki in die schier endlosen Weiten des Waldkönigreichs von Prinzessin Mononoke aus dem Jahre 1997 entführen zu lassen.

Das zentrale Thema verkörpert, wen überrascht's bei der Einleitung, der scheinbar unlösbare Konflikt zwischen Mensch und Natur. Zwar spart Miyazaki nicht mit bildgewaltiger Kritik, aber anders als Cameron bleibt er nicht bei einer einfältigen Verteufelung der Spezies Mensch stehen, sondern kreiert ein wesentlich vielschichtigeres Bild mit viel Raum für eigene Gedanken. Dabei arbeitet er mit fein ausgearbeiteten Charakteren und klugen Dialogen. Insbesondere die Herrin Eboshi ist zwar fraglos ein ebenso sympathisches wie eiskalt berechnendes Miststück, aber andererseits auch eine sich die Treue ihrer Gefolgsleute täglich hart erarbeitende Anführern, die ihnen Arbeit und Heimat gibt, bevorzugt Frauen aus Bordellen freikauft und Aussätzigen einen menschenwürdiges Leben gewährt. Als ausgesprochen scharfsinnig erweist sich hierbei, dass Miyazaki die gegnerischen Waldgötter als andere Seite der Medaille als ebenso blindwütig und hasserfüllt darstellt wie ihre menschlichen Gegenspieler. Beiden Seiten haben insofern zwar absolut nachvollziehbare Gründe für den tiefsitzenden Hass, eine einseitige (Vor-) Verurteilung bleibt aber gerade wegen der sich förmlich aufdrängenden Sinnlosigkeit desselben aus. Mit Ashitaka wandelt der Zuschauer stets an der Seite eines um Neutralität bemühten Charakters, der sich und sein Umfeld aus der Spirale des Hasses zu befreien sucht. Nur wie?

Visuell sind die Zeichnungen betont schlicht und einfach gehalten, ein raffinierter Schachzug Miyazakis, um den Zuschauer nicht nur optisch sondern auch emotional mit der Schönheit seiner bestechend schönen Naturbilder zu verzaubern und in Melange mit einem ebenso epischen wie majestätischen Soundtracks eine wunderschöne Harmonie eigener Art zu erschaffen. Die beschaulichen Landschaftaufnahmen wechseln sich im Gleichklang mit packenden Schlachtszenen ab, wobei letztere oft dermaßen blutig ausfallen, dass die Altersgrenze von zwölf Jahren meine ungeteilte Zustimmung findet.

Kritisch sehe ich allein, dass Miyazaki seinem schlachtintensiven Ende einige Dialogzeilen hätte hinzuspendieren und auf diverse vorher aufgeworfene Grundfragen intensiver hätte eingehen können - ein Fauxpas, der aber allemal schon dadurch ausgeglichen wird, dass er dem Zuschauer keine großbebuchstabte Botschaft auf die Augen drückt, sondern sich leise und dezent auf das kleine aber feine Wort "Selbsterkenntnis" zurückzieht. Davon könnten sich diverse Regisseure eine dicke Scheibe abschneiden."
Kommentar Kommentare (27) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 9, 2010 8:13 PM CET


Prinzessin Mononoke (Studio Ghibli DVD Collection) [2 DVDs] [Special Edition]
Prinzessin Mononoke (Studio Ghibli DVD Collection) [2 DVDs] [Special Edition]
DVD ~ Yoji Matsuda
Wird angeboten von anime_versand_gmbH
Preis: EUR 24,95

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das bildgewaltig animierte Antidot zu J. Camerons Tiefsinn Marke "Avatar", 5. März 2010
Ashitaka, der letzte Prinz eines aussterbenden Bergstammes, wird bei der Abwehr eines gewaltigen Walddämons mit einer schleichend tödlichen Verletzung beglückt. Bei der Suche nach einer Heilmöglichkeit gelangt er in einem mythenumwobenen von Tiergeistern und- göttern bewohnten Wald. Darin hat sich die berechnende Eboshi mittels zahlreicher Mannen und neuartiger Schusswaffen ein warmes Nest gebaut, und beutet nun unter der Vernichtung ganzer Landstriche ausgedehnte Metallvorkommen aus. Zwar versuchen sich ihr uralte Waldgötter in Form gewaltiger Wölfe entgegenzuwerfen, ohne jedoch etwas gegen den geballten menschlichen Erfindungsgeist ausrichten zu können. Als Ashitaka in den Strudel dieses titanischen Konfliktes gerät, lernt er die schnuckelige Prinzessin Mononoke (= Geist od. menschenhassendes Monster), ein von den Wölfen aufgezogenes Menschenkind, kennen und lieben. Eine Liebe, die von der die Menschen nicht gerade an ihre liebende Brust drückenden Mononoke nicht ganz geteilt wird, umso mehr, als sich die Menschen entschlossen haben, den finalen Schlag zu landen und den Gott des Waldes zu töten.

Danke James. Hättest Du mit Deinem avataresken Meisterwerk nicht die erstaunlich tiefsinnige Botschaft heraufbeschworen, dass wir uns alle in Grund und Boden schämen sollten, weil wir als (selbst-)zerstörerische Menschen und nicht als pazifistische Bäume auf die Welt gekommen sind, dann hätte ich "Prinzessin Mononoke" wohl noch etwas länger im Schrank schmoren lassen. So aber hatte ich das Bedürfnis, mich erneut von Hayao Miyazaki in die schier endlosen Weiten des Waldkönigreichs von Prinzessin Mononoke aus dem Jahre 1997 entführen zu lassen.

Das zentrale Thema verkörpert, wen überrascht's bei der Einleitung, der scheinbar unlösbare Konflikt zwischen Mensch und Natur. Zwar spart Miyazaki nicht mit bildgewaltiger Kritik, aber anders als Cameron bleibt er nicht bei einer einfältigen Verteufelung der Spezies Mensch stehen, sondern kreiert ein wesentlich vielschichtigeres Bild mit viel Raum für eigene Gedanken. Dabei arbeitet er mit fein ausgearbeiteten Charakteren und klugen Dialogen. Insbesondere die Herrin Eboshi ist zwar fraglos ein ebenso sympathisches wie eiskalt berechnendes Miststück, aber andererseits auch eine sich die Treue ihrer Gefolgsleute täglich hart erarbeitende Anführern, die ihnen Arbeit und Heimat gibt, bevorzugt Frauen aus Bordellen freikauft und Aussätzigen einen menschenwürdiges Leben gewährt. Als ausgesprochen scharfsinnig erweist sich hierbei, dass Miyazaki die gegnerischen Waldgötter als andere Seite der Medaille als ebenso blindwütig und hasserfüllt darstellt wie ihre menschlichen Gegenspieler. Beiden Seiten haben insofern zwar absolut nachvollziehbare Gründe für den tiefsitzenden Hass, eine einseitige (Vor-) Verurteilung bleibt aber gerade wegen der sich förmlich aufdrängenden Sinnlosigkeit desselben aus. Mit Ashitaka wandelt der Zuschauer stets an der Seite eines um Neutralität bemühten Charakters, der sich und sein Umfeld aus der Spirale des Hasses zu befreien sucht. Nur wie?

Visuell sind die Zeichnungen betont schlicht und einfach gehalten, ein raffinierter Schachzug Miyazakis, um den Zuschauer nicht nur optisch sondern auch emotional mit der Schönheit seiner bestechend schönen Naturbilder zu verzaubern und in Melange mit einem ebenso epischen wie majestätischen Soundtracks eine wunderschöne Harmonie eigener Art zu erschaffen. Die beschaulichen Landschaftaufnahmen wechseln sich im Gleichklang mit packenden Schlachtszenen ab, wobei letztere oft dermaßen blutig ausfallen, dass die Altersgrenze von zwölf Jahren meine ungeteilte Zustimmung findet.

Kritisch sehe ich allein, dass Miyazaki seinem schlachtintensiven Ende einige Dialogzeilen hätte hinzuspendieren und auf diverse vorher aufgeworfene Grundfragen intensiver hätte eingehen können - ein Fauxpas, der aber allemal schon dadurch ausgeglichen wird, dass er dem Zuschauer keine großbebuchstabte Botschaft auf die Augen drückt, sondern sich leise und dezent auf das kleine aber feine Wort "Selbsterkenntnis" zurückzieht. Davon könnten sich diverse Regisseure eine dicke Scheibe abschneiden.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 26, 2015 1:22 PM MEST


Harry Potter und der Halbblutprinz
Harry Potter und der Halbblutprinz
DVD ~ Daniel Radcliffe
Preis: EUR 5,90

4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Faszination eines Topfes, äh Töpfers, 3. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Harry Potter und der Halbblutprinz (DVD)
Ein neues und wie immer mörderisch gefährliches Schuljahr hat in den umschwärmten Mauern Hogwarts begonnen. Auch für den inzwischen rapide gewachsenen Knaben mit der ausgewählt zackigen Stirnveredelung ist der Zeitpunkt gekommen, sich Voldemort, einem mysteriösen "Halbblutprinzen" und einem beängstigend angewachsenen Hormonstau zu stellen.

Bedrohliche Schatten, düstere Bilder und eine depressiv anmutende Stimmung formen ein atmosphärisch und visuell gelungen in Szene gesetztes Hogwarts, das von gefährlichen Kreaturen umlagert und von inneren Feinden bedroht wird. Weniger gelungen erscheint allerdings der eines konsequenten roten Fadens allzu oft entbehrende Plot, der sich mittels kindischer Banalitäten und überflüssiger Nebenschauplätze selbst ausbremst. Insbesondere die an Peinlichkeit kaum zu überbietenden Hormonabenteuer von Harry & Co lassen in schöner Regelmäßigkeit an den Kopf greifen - was möglicherweise auch am Alter des Rezensenten liegen mag, der doch tatsächlich der Geschichte um Voldemort mehr Bedeutung einzuräumen wagt als dem lustvollen Schwelgen in der Pubertät. Auch ein intensives Eingehen auf Charaktere oder den nur im Titel relevanten "Halbblutprinzen" habe ich ebenso wie Spannung, Emotion und Dramatik (die letzten zehn Minuten seien ausgenommen) ein kleines Bisschen vermisst.

Ja, und dann wäre da noch Potter, Mr. Potter, Mr. Harry Potter, auch Töpfer-Harry genannt, in dessen ehemaligem Treppenkabuff man seinen Darsteller einschließen, einnageln und einbetonieren sollte, so jämmerlich schwach und farblos "spielt" der schauderhafte Daniel Radcliffe. Normalerweise pflege ich eher Mitgefühl für einen völlig überforderten Jungdarsteller zu haben. Aber für diese Pfeife vor dem Herrn, der, umgeben von fähigen Nebendarstellern, noch nicht einmal eine einzige Szene glaubwürdig auszudrücken in der Lage bzw. auch nicht ein einziges Mal seine überforderte Opferlammmiene aufzugeben bereit ist, reserviere ich dann doch lieber kühle Verachtung und die Empfehlung zum Schultheater, Marke Lehrgang für Einsteiger, zurückzukehren.

Eine Schande, dass Harry Potter männlichen Geschlechts sein musste, denn angesichts des beachtlichen Talents einer Emma Watson hätte ich mit einer Harryetta Potter vorzüglich leben können. Nuja, verschenkt ist verschenkt. Da kann man sich glücklich schätzen, das der siebte Teil in zwei Teile gesplittet wird und der fähige Daniel Radcliffe den geneigten Zuschauer erneut eins ums andere Mal auch ohne "Avada Kedavra" ebenso tief wie gnadenlos ins Traumland schicken wird.

Fazit:

Stop the Radcliffe-Potter!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 19, 2011 9:56 PM CET


Inglourious Basterds
Inglourious Basterds
DVD ~ Brad Pitt
Preis: EUR 5,00

18 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Danke, Herr Tarantino, jetzt wissen wir's: Sie sind cool, verdammt cool!, 2. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Inglourious Basterds (DVD)
Es geht doch nichts über eine zünftige Frontenbildung in den amazonschen Weiten: Zahllose 5-Sterner, die das Filmchen bevorzugt als Kunstwerk zur Anbetung freigeben, Unmengen an 1-Sternern, die Tarantino am liebsten über's Knie legen wollten. Da erlaube ich mir doch zu gern, meine eigenen Thesen in den Ring, Verzeihung, gen Front zu werfen:

Ohne Frage, Tarantino ist ein Genie. Streng genommen ist er für mich der seltene Typus eines Ausnahmetalents, in dessen Oberstübchen sich Genie und Wahnsinn "Guten Tag" und "Gut' Nacht" sagen und der bei einem einträchtigen Zusammenspiel beider Bewohner bisweilen teuflisch gute Ausnahmewerke zu erschaffen vermag. Nun ist "Inglourious Basterds" zwar bei weitem kein Geniestreich, von einem Totalausfall bleibt er aber glücklicherweise noch einige Patronenhülsen entfernt.

Tarantinos Knieschuss heißt "Charakter". Sein neuestes in Episodenform erzähltes Werk lebt weniger von der als reiner Selbstläufer funktionierenden schnörkellosen Geschichte, sondern allein von den epischen Dialogen und den hierbei agierenden Protagonisten. Ihnen obliegt es die gänzlich fehlende Charaktereinführung bzw.- entwicklung auszugleichen und kraft eigenen Talents Charaktere zu formen und Gestalt zu verleihen. Anders als im glorreichen "Kill Bill" bietet Tarantino allerdings kein erlesenes Darstellerensemble auf, sondern wirft eine schillernde Mischung von darstellerischem Bodensatz bis hin zu exzellenter Schauspielkunst auf die Leinwand. Nun liegt es mir natürlich fern, beispielsweise die Engagierung dermaßen kompetenter Mimen wie Diane Kruger oder Til Schweiger zu kritisieren. Beide können prinzipiell diverse Rollen meistern - solange diese nur nicht allzu viel mit dem schönen Wort "Schauspiel" zu tun haben. Allein die widernatürliche Aufbietung der selten statischer agierenden Frau Kruger als größere Nebenrolle lässt doch tief in die Beziehung von ihr und dem Regisseur bzw. dem Geisteszustand des Regisseurs im Allgemeinen blicken. Seien es ferner ein Daniel Brühl oder ein Eli Roth, die Kunst, alles aus seinen Darstellern heraus zu kitzeln, gelingt Tarantino nicht. Am ehesten vermögen noch August Diehl als klischeeträchtiger Gestapo-Offizier und Denis Menochet als französischer Bauer gewichtigen Eindruck zu hinterlassen. Als eher amüsante denn tragische Fußnote wäre vielleicht noch erwähnenswert, dass ich, schon um der Gieskannenstimme der holden Frau Kruger auszuweichen, den O-Ton anwählte, und selten schockierter war, als die Frau sich doch tatsächlich selbst synchronisierte. Oh ihr Götter....

Unter'm Strich bleibt fast durchweg ein zutiefst mittelmäßiger Cast, der es nie schafft Charaktere zu erschaffen und in Ermangelung dessen seine Dialoge zu endlosen Materialschlachten verkommen lässt. Einsam aus dem Mittelmaß stechen allein die Charaktermimen eines Christoph Waltz als leutselig diabolischer SS-Offizier und der ebenso jungen wie hochtalentierten Melanie Laurent als Überlebende einer ausgelöschten jüdischen Familie heraus. Ja, sie können schauspielern, vollendete Charaktere im Feuer der Dialoge schmieden, knackige Höhepunkte samt prickelnder Spannung setzen, und ein gemeinsames Gespräch der beiden Ausnahmedarsteller stellt einen allzu seltenen Hochgenuss dar.

So weit dazu. War da noch was? Ah, ja, die "Basterds". Nach diesem Film steht wohl eine weitere Fantasie des Herrn Tarantino fest: Wäre der gute Mann 40 Jahre eher geboren worden, würde er als Wunsch-Abkömmling eines mexikanisch-texanischen Pistoleros und einer Apachen-Squaw dem Traumberuf eines schädelknackenden Nazijägers frönen und mit geselligem Grinsen hinter den deutschen Linien allzeit frohgemut seinen Baseballschläger samt Skalpmesser schwingen. Nevertheless ist der Name "Inglourious Basterds" wohlgewählt. Zumindest in Bezug auf das "inglourious" bzw. dem deutschen "unrühmlich", denn selten war eine dermaßen vollmundig angekündigte Truppe ein dermaßen katastrophal peinlicher Supergau. Wahrlich, ich habe schon während des Trailers verstanden, dass die guten Leut' sich als ein unheimlich cooler Haufen verstehen - was ich allerdings mitnichten gedacht hätte, war, dass es bei dem limitierten Wort "cool" auch bleiben sollte und die Knaben ansonsten bar jeder Faszination dahinvegetieren: Statt markanter Kämpfer, zumal jüdischer Abstammung, werden großspurige Maulhelden in Szene gesetzt, die keine Gelegenheit auslassen, sich als banale Schläger mittels stilfreier Gewaltexzesse und gewaltig aufgerissener Futterluken zu präsentieren. Selbst ein Brad Pitt als "Aldooooh Rain" verbleibt als eindimensionaler Obermacker blass, austauschbar und mit zuviel Botox sowohl in der unteren als auch der oberen Gesichtshälfte. Viel Macho, nur Macho. Erstaunlich langweilig, erstaunlich uncool.

Letztendlich finden sich neben vereinzelt löblicher Schauspielleistung, einer zumindest diskussionswürdigen Moral, eines nicht immer ganz ausgefeilten Plots (Stichwort miserable Sicherheitsmaßnahmen) und einer routinierten Inszenierung auch vereinzelt ein bißchen schnöde Originalität, wenn auch für einen Film aus der Feder eines Tarantinos deutlich zu wenig, denn trotz seiner Hommage an Sergio Leone und anderer von ihm bewunderter Genres und Vorbilder fehlt mir dann doch der Schuss an Kreativität, der aus einer simplen Hommage eine bestechende Eigenleistung erschafft.

Fazit:

Mittelmaß Marke Tarantino. Hätte der Regisseur nicht dermaßen sein Ego in die Strauchdiebe der "Inglorious Basterds" investiert, wäre ihm vielleicht aufgefallen, dass sein Werk nicht halb so cool ist, wie er sich wohl selbst bei der Inszenierung gefühlt haben muss.
Kommentar Kommentare (37) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 26, 2010 6:10 PM CET


Untraceable - Jeder Klick kann töten
Untraceable - Jeder Klick kann töten
DVD ~ Diane Lane
Preis: EUR 7,99

6 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unforgiveable - jede Minute kann Hirnzellen kosten, 15. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Untraceable - Jeder Klick kann töten (DVD)
Grundgütiger, was ist Hollywood wieder kreativ gewesen. Diesmal hat es ein Mörder ins Scheinwerferlicht geschafft, der seine sorgfältig ausgewählten Opfer an diverse Folterapparaturen anschließt und den ganzen Spaß über die Webside "Kill-with-me.com" ausstrahlt. Desto mehr Zuschauer nun zuschalten, desto schneller wird dem Opfer denkbar brutal der Garaus gemacht. Ihm auf der Spur sind die FBI-Cyber-Detektivin Walsh (Diane Lane) und der Polizist Eric Box (Bill Burke)....

... aber Moment! Sagte ich Spur? Sorry, nicht ganz, denn die hiesigen Ermittler reagieren auf die ergötzlich zelebrierten Mordgeschehen allein mit nach Taschentüchern heischenden Mienen und flachen Dialogen und kriegen ansonsten keinen Fuss auf's Parkett. Nachdem ich mir vor lauter Gähnen über diesen Möchtegern-Thriller fast die Kinnlade ausgerenkt habe, hatte das Drehbuch in der Mitte des Films endlich ein, wenn auch zwiespältiges, Einsehen, denn die Helden entzaubern in einer erstaunlichen hirnfreien Szenerie die Identität des Killers, die von Melodramatik nur so strotzt und dem Film von der bisher immerhin solide inszenierten Langeweile in die hanebüchen inszenierten Niederungen der Albernheit führt und auch traurigerweise bis zum bitteren Ende dort verbleiben lässt.

Apropos Killer, was waren das noch für Zeiten, als Psychopathen einfach nur verrückt und gemeingefährlich sein durften. Heute müssen die Burschen immer öfter als missverstandene Vorreiter von Zivilcourage & Co herhalten, die für einen höheren Zweck töten und mit ihren wenig edlen Taten doch nur Misstände in der Gesellschaft aufdecken wollen. Ja, schon klar, werter Herr Killer, dass Sie die Internetnutzung pervertieren und mit den Zuschauern dieser Morde zahllose Millionen zu Mittätern Ihres kleinen Hobbys machen. Das sprang mir zwar förmlich in den ersten paar Minuten ins Auge, aber trotzdem danke, dass Sie es zusammen mit dem emsigen Polizistenvolk immer und immer wieder plakativ hervorheben, damit es auch noch der Letzte in seinen Quadratschädel hineinbekommt.

Vorhersehbare Story, zahllose stumpfsinnige Logikfehler, banales Ende, keine Charaktere, flache Dialoge und eine allein vom künstlich pushenden Soundtrack lebende "Spannung". Gefallen hat mir allein das in tristen Farben gelungen in Szene gesetzte Portland, die routinierte Darbietung der zwar akzentlosen aber einfach zu talentierten Hauptdarsteller und die Tatsache, dass mit der 43jährigen Diane Lane eine Frau mittleren Alters trotz des allgegenwärtigen Jugendwahns noch eine Hauptrolle bekam. Talent scheint immer noch was wert zu sein. Auch in Hollywood. 1,5 Sterne.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 26, 2010 6:09 PM CET


Avatar - Aufbruch nach Pandora
Avatar - Aufbruch nach Pandora
DVD ~ Sam Worthington
Preis: EUR 7,99

17 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen (C.)G.I. Schlumpf meets Schlumpfhontas - begnadet schön, gnadenlos Bauchschmerzen verursachend, 9. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Avatar - Aufbruch nach Pandora (DVD)
"Geschichte wiederholt sich" pflegen einfallslose Hobbygelehrte gebetsmühlenartig zu wiederholen. Nachdem nun der weiße Mann seine roten Brüder in Amerika mit routinemäßiger Effizienz fast ausgerottet hat, droht sich das gleiche Spektakel Jahrhunderte später in den interstellaren Weiten des Weltraums zu wiederholen. Diesmal sind es majestätisch schreitende Zwei-Meter-Schlümpfe, die in ihren primitiven Behausungen auf Bergen von wertvollen Mineralien hocken, und nicht die Spur darum wissen, dass man dem Fortschritt gefälligst nicht im Weg zu stehen hat. Während die gierigen Wirtschaftsmagnaten zu gern das Militär zur Belehrung der Ureinwohner entsenden würden, steht Ihnen das von idealistischen Wissenschaftlern initiierte Avatar-Programm im Weg. Avatare, künstliche Klone der Riesenschlümpfe, die mit dem Nervensystem eines Menschen gekoppelt und von diesen im künstlichen Schlaf gelenkt werden. Der an den Rollstuhl gefesselte Soldat Sully ist einer der freiwilligen Versuchspersonen, der mit seinem Avatar Kontakt zu den Außerirdischen aufnehmen, brav ihre Riten erforschen und weniger brav alles militärisch Relevante herausfinden soll. Als der Tölpel an Soldat schon bei seinem ersten Einsatz im Dschungel verloren geht, ahnen erfahrene Märchenfreunde bereits, was sie erwartet: Irgendwo wird schon eine Prinzessin herumstromern, über die der aufrechte Menschenfreund früher oder später stolpern muss. So geschieht's: G.I. Schlumpf meets Schlumpfhontas und die Reise gen "Avatar" kann beginnen.

Glanz und Glorie der atemberaubenden Optik sind erfahrungsgemäß das Erste, worüber man vom Avatar-Fan begeistert indoktriniert wird und ein Widerspruch nur unter Suizidwunsch angeraten wäre. Was soll ich sagen? Sie haben recht, die Optik ist eine Achterbahnfahrt an schillernder Farbvielfalt und Ästhetik, ein Bilderrausch von ultimativen Ausmaßen, ein Ab- und Wegtauchen in fremde Welten, ein Wahnsinn in blau und grün, der jedem Drogen-Junkie den Trip ersetzt. Zugegeben, technisches Spektakel war in meinen Augen noch nie auch nur ansatzweise ausreichend, um einen Film zu tragen, doch "Avatar" gelingt es, seine wildromantischen Bilder mit Gefühl und Emotion zu füllen. Die Liebesgeschichte des zynischen Kriegsversehrten mit der taufrischen Häuptlingstochter ist zwar ein ebenso alter Hut wie eine noch ältere Erfolgsgeschichte, die aber ebenso wie zu alten Disney-Pocahontas-Zeiten trotz schauderhafter Story zu bewegen weiß, fiebernde Anteilnahme an dem Schicksal der beiden hochsympathischen Hauptprotagonisten verursacht, Faszination an der nicht lang genug währenden Initiation unseres Helden in die hehren Stammesriten erregt und dem Film anfänglich noch den Sinn - wenn auch nicht die Spur an Verstand - gibt.

In der Tat, jetzt beginnt die Kritik und empfindlichere Zeitgenossen mit zu hohem Blutdruck oder schlumpfigen Gemütern sollten schleunigst Deckung hinter dem nächsten Baumstamm suchen! Cameron, James Cameron, was hat Dich eigentlich geritten, dem Zuschauer eine dermaßen einfältige Geschichte auf die Pupille zu drücken? War es Einfallslosigkeit, Lustlosigkeit oder schlichtweg Faulheit? Was es auf jeden Fall ist: eine Schande. Grundsätzlich bietet die Geschichte eines Kultur-Clashes im Widerstreit von Moderne und dem Recht des angestammten Ureinwohners emotional wie erzählerisch auch ohne komplizierte Verwicklungen ein hohes Potential. Kennt doch jeder Großstädter das faszinierende Wohlgefühl, wenn er in der Betonwüste ein Stückchen Grün findet, oder sich eine Auszeit im Gebirge gönnt. Das Fehlen einer Wertediskussion oder einer erfrischenden Zivilisationskritik kann ich mithin gut verschmerzen, aber was kaum zu verschmerzen ist, bleibt der Fakt, dass James Cameron sich noch nicht einmal ein klitzekleines Bißchen für seine Geschichte interessiert, und diese im banalen Schwarz-Weiß-Einheitsbrei ohne jede Motivation vor die Hunde gehen lässt. Auch eine einfache Geschichte will erzählt und nicht derart lieb- und lustlos heruntergeleiert werden.

Ironischerweise würde ich dabei jeden Eid schwören, dass mich dies im Rausche der blendenden Inszenierung nicht die Spur gestört hätte, wenn der Regisseur nicht sein Pappkameraden an "Charakteren" so h e m m u n g s l o s verheizt hätte, dass mir die Beschreibung "eindimensional" dagegen wie ein Kompliment erschiene. Wenn ich mir nur die Hauptdarsteller anschaue: SPOILER ANFANG Freund Jake, der tränentreibende Kriegsversehrte, der trotz seiner neuen Liebe bis zum bitteren Ende fleißig den Verräter spielt, um daraufhin ohne jede Wandlung zum neuen Helden-Papa-Schlumpf zu mutieren. Oder seine Na'vi-Prinzessin, die ihre Liaison nach vollbrachtem Outing stante pede gnadenlos am Pfahl verrotten lässt, um ihm nach seinem Anflug auf einem Statussymbol an Riesenvieh sofort wieder an ihre Brust zu drücken. SPOILER ENDE Nicht viel besser schlagen sich die ganz und gar profillosen Ureinwohner, die platt idealistischen Wissenschaftler, die Schmalspurkapitalisten... - alles ein(st)dimensionale Rollen ohne jede Spur an Glaubwürdigkeit oder auch nur Innovation. Ganz übel trifft es das Militär - da wird derart machomäßig auf die Fassade gehauen, dass ich jederzeit darauf wartete, dass die Hose des Generals angesichts der Medizinbälle, die darin versteckt sein müssen, gleich platzt. Ein derartig intensives "Die machen wir platt, weil wir die dicksten Ei** haben!"-Geschwafel habe ich lange nicht mehr vernehmen müssen, womit Avatar zumindest neben der Optik noch einen weiteren Standard zu setzen verstand. Grundsätzlich bin ich bei eindimensionalen bzw. dreidimensional eindimensionalen Blockbustern ausgesprochen tolerant, aber meine Schmerzgrenze wurde hiesig mit einem gewaltigen Sieben-Meilen-Banalitäts-Schritt gnadenlos überschritten, wobei sich das Fehlen unverwechselbarer Originalität ebenso wie der billig vom "Peterson-Troja" abgekupferte Soundtrack eines nicht weniger faulen James Horner qualitativ nahtlos einfügte, bei dessen fanfarendominierten Schlachtenhymnen man unwillkürlich gen Horizont und dem Ansturm von Achilles und seinen Griechen Ausschau hielt.

Zurück blieb das freudige Vergnügen, dass mich die einfältige Ureinwohnerverherrlichung mitsamt der treudo*fen Phrasen immer wieder auf's Neue aus der fast magisch zu nennenden Verzauberung durch die Bilder rissen ... und netterweise heftige Bauchschmerzen als Äquivalent zurückließen. Überhaupt ist diese Heiligsprechung der grün- und blaugeschlagenen Ureinwohner samt billig aufgesetzter Verteufelung des modernen Entdeckervolkes eine von falscher Moral förmlich triefende und emotional aufgebretzelte Hommage an.....ja, an was eigentlich? Primitive Ureinwohner, die Freuden des Hinterwäldlertums, Greenpeace, Öko-Krieger oder Bio-Bauern? Ich für meine Person werde auch zukünftig nicht jeden Baum umarmen, im Busch leben oder im Lendenschurz herumlaufen - geschweige denn mich für meine Existenz als moderner Mensch schämen. Ironischerweise folgen selbst die veredelten Na'vi nur zu bald ihrem eigenen (US)-Schlumpferal und greifen mit hassverzerrten Mienen zu den exakt gleichen Mitteln wie die bösen Menschen. Schließlich hatte es ihnen Col. Quaritsch mit einem tönenden "Terror mit Terror bekämpfen!" schon vorgemacht. Sogar Übermutter Eywa ging in der quarit'schen Philosophie auf und mutierte zu einer den bösen Eindringlingen den Rang ablaufenden militaristischen Kampfmaschine, die alle ihr anvertraute unschuldige Leben in einer pathetisch verherrlichten Schlachtenorgie in den Krieg schickte. Klingt verlogen, ist es auch - schade um die Bilder, schade um die schöne Welt. Beschämend platt - beschämend banal - beschämend plakativ auf's Auge gedrückt - und zu meiner ewigen Scham nicht die Spur bei mir hängen geblieben. Gut gemeint, Mr. Cameron, aber meine Gedanken mache ich mir prinzipiell schon lieber selbst.

Fazit:

Trotz meiner intensiven Kritik hatte ich "Avatar" nach dem ersten Anschauvergnügen aufgrund der Einordnung als banales Popcorn-Kino mitsamt der bezwingenden Kombination aus emotionaler Einbezogenheit und wunderschönen Bilder mit aufgerundeten 4 Sternen bewertet. Mit zeitlichem Abstand - und dem unglaublich l a n g a tm i g e n fast in meinem Rauswurf mündenden Anschauvergnügen in einer Avatar-Rewatch-Runde wegen - kann ich die ursprüngliche Wertung nicht mehr aufrechterhalten, wobei insbesondere der billig verkaufte Selbsthass (Böser, böser moderner Mensch - guter, netter Ureinwohner/Baum.) zunehmend am einst guten Ersteindruck wie auch am letzten Respekt gegenüber James Cameron's "visionären Meisterwerk" nagt. 2,5 Sterne.

Da die hiesig zu verfolgende Kritik in ihrer ganzen Schärfe auch schon unverändert unter der vorherigen 4-Sterne-Bewertung nachzulesen war, sehe ich dem etwaigen Tadel des Lesers ob meiner Meinungsänderung gelassen entgegen, da sich mithin allein die Sternenanzahl (und subjektive Gewichtung) änderte. ;-)
Kommentar Kommentare (42) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 16, 2012 11:40 AM MEST


Master & Commander
Master & Commander
DVD ~ Russell Crowe
Wird angeboten von brandsseller
Preis: EUR 6,39

3 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fancy Dresses auf glückseliger Ferienkreuzfahrt in der Südsee, 24. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Master & Commander (DVD)
Eine obligatorische Breitseite für all die Helden...

...die von einem allzu offensichtlichen Action-Popcorn-Kino Marke Hollywood nun tatsächlich historische Authentizität, hehren Tiefsinn und waschechte "Realität" - was immer das auch ist - erwarten. Ihr habt mein Mitgefühl.

Eine feurige Breitseite für einen Film...

...der sich nach viel zu vielen Jahren an einem Remake im Mantel&Degen-zu-See-Genre wagt. Master & Commander erzählt die Geschichte des englischen Kriegschiffes HMS Surprise, das zu Zeiten des napoleonischen Krieges unter dem Kommando des erfahrenen Kapitäns Lucky Jack (Russel Crowe) die französische Fregatte "Acheron" sucht und es nach einer schweren Konfrontation schier aufgebrannt bekommt, dass der Gegner ihnen in allen Belangen schwer überlegen ist. Doch für Königin, Vaterland, Pflicht und Zuschauer wird die Jagd aufgenommen.

Eine säuerlich belustigte Breitseite für einen Streifen....

...der aus einer wohl als erbarmungslose spannungsgeladene geplanten Jagd eine glückselige Kreuzfahrt in der Südsee macht. Dabei ist die schnörkellose Story nicht grundsätzlich problematisch, denn die steht seit Beginn fest: erste direkte Konfrontation zu Anfang, eine vernichtende Konfrontation im Finale - dazwischen liegen zwei Stunden, in dem der Schiffsalltag im Rahmen kleinerer Episoden, sympathischer Protagonisten und nicht zuletzt der Faszination tosender See, näher gebracht wird.

Die Spannung über zwei Stunden zu halten, funktioniert allerdings nur, wenn man die gesamte Zeit das prickelnde Gefühl hat, dass der Schatten des übermächtigen Gegners wie ein Leichentuch über der Crew hängt und die Franzosen jederzeit aus der Dunkelheit heraus über die Helden hereinbrechen können.

Warum aber, erlaube ich mich zu fragen, ist die Mannschaft trotz dieser äußerst mickrigen Lebenserwartung so verd**** gut gelaunt? Haben die nicht verstanden, dass der Gegner wesentlich besser gepanzert ist, über mehr u weittragendere Kanonen verfügt und sie ohne jede Mühe zu klitzekleinen Stückchen vaporisieren kann? Halloohoo - Euer Kapität ist auf Konfronationskurs mit einem gewaltigen Leviathan! So viel Rum kann es auf dem Schiff eigentlich nicht geben. Und doch, keine Sekunde vergeht, an dem nicht ein Mannschaftsmitglied glückselig in die Kamera grinst, die Offiziere ein "Gut gemacht, lieber Matrose!" ertönen lassen und ein "Danke, lieber Offizier!" zurückbekommen. Es wird musiziert, gesungen, gelacht - es lebe das Seemannsleben. Die Botschaft ist klar: "Yes we can" - Obama muss den Film wahrlich lieben. All das ist so nett, so lieb, so tränentreibend, so süß und so verd***** nervig, dass ich ab einem bestimmten Punkt jedem Einzelnen am liebsten höchstpersönlich das dümmliche Grinsen aus dem Gesicht geschlagen hätte.

Eine respektvolle Breitsseite für den einzigen "Charakter"...

...der den Ernst der Lage sieht, einen sabbelnden alten Matrosen, der mit einem "Uhooo - Das Teufelsschiff wird uns alle holen!" gewichtigen Ernst in die Sache bringt, und dessen Geschwätz doch tatsächlich noch Zuhörer findet und einen der ebenso emotionalen wie banalen Höhepunkte des Films markiert. Nunja, von Pappkameraden kann man nicht viel mehr erwarten und selbst Russel Crowe lebt allein von seinem Charisma und ist ansonsten ein typischer Hollywoodheld heutiger Tage...

"Es ist grässlich, wie Du immer über den [meinen] Dienst redest. Ich fühl mich dann immer so klein."

...bei denen ich mich immer frage, wieso diese ach so raubeinigen Recken immer so verd***** sensibel sein müssen. Vielleicht kommen ja Frauen bei derartig empathischen Machos auf ihre Kosten, vielleicht muss aber auch eine derartige Verweicheiung folgen, wenn, mir - ebensowenig nachvollziehbar - die gewohnt aufgesetzte Diskussion über heutige Werte erfolgt: "Menschen sind frei" vs. "Pflicht über alles!" vs. blablabla. Gähn. Wer will solchen billig auf moderne Werte getunten Mist eigentlich wirklich hören? (Arme hoch, wer dafür ist!) Schade ist es dabei nur um den anfänglich noch hoffnungsvollen Paul Bettany in seiner Rolle als Schiffsarzt, der sich über die Enttäuschung, nicht auf große Inselentdeckung zu gehen, mehr echauffiert, als das hehre Pflichtideal seines Captains, gegen einen Übergegner anzutreten. Es bleibt trotzdem noch der Fähigste.

Letztendlich ist es ein alter Hut: Schafft es der Actionstreifen im Kielwasser von einem alles rundherum vergoldenden Pathos zu schwimmen - oder sinkt das Schiff gen übertrieben dilettantischem Gehülse und pathetischem Geschwafels ab?

Eine Frage, die ich wohl kaum mehr beantworten muss, denn ein schier dauergrinsender Film, der sich damit selbst nicht ernst nimmt, kann auch von mir nicht ganz ernst genommen werden. Schade drum.

Nevertheless eine mit runden drei Sternen geladene Breitseite für

- die freundlicherweise nicht allzu dreckig-realistische Darstellung des Schiffsalltags
- atemberaubende Fahrten durch tosende Fluten
- ein actionbetontes Finale, dass noch einen Stern mehr rausgeholt hätte, wenn es nur den nervigen kleinen Blondling erwischt hätte
- ein erfolgreiches Verprügeln kokettierender Franzosen
- tadellose Kostüme ;-)
- und für ein an Eloquenz kaum zu überbietendes Tischzitat, das in zahllosen Runden meinerseits schon für gewaltige Lacher gesorgt hat. Ahoi!
Kommentar Kommentare (26) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 8, 2011 9:30 AM CET


Battlestar Galactica - Season 2.1 [3 DVDs]
Battlestar Galactica - Season 2.1 [3 DVDs]
DVD ~ Edward James Olmos
Wird angeboten von best_buy_media
Preis: EUR 5,90

8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kampfstern Titanica rammt Esoterik-Eisberg, 22. Januar 2010
Es hätte so schön werden können. Wir erinnern uns - Battlestar Galactica Staffel 1 - der Untergang der Menschheit, der Exodus ca. 50.000 Überlebender, das Entstehen eines krisengeschüttelten Miniatur-Staates, der drohende Schatten der übermächtigen Cylonen, das Erreichen des Gipfels der Emanzipation durch den Starbuck-Charakter, das zerbrechliche aber von starken Charakteren stoiisch getragene Gleichgewicht zwischen militärischem Kriegsrecht und ziviler Demokratie, visueller Glanz & wohlverdiente Glorie...

...all das wird in den ersten sieben Folgen der zweiten Staffel mit so viel Nachdruck zu Grabe getragen, dass ich nicht umhin komme, den Hut zu ziehen und dem Leser einen nicht wirklich originellen aber durchaus amüsanten Witz zu kredenzen:

"Warum ging die Titanic unter?" - "Frau am Steuer."

Nun wurde ich innerhalb der ersten sieben Folgen zwar unentwegt an diesen abgedroschenen Witz erinnert, nur blieb dabei das gewohnt breite Grinsen wehmütig auf der Strecke. Ausgerechnet die bisher von der großartigen Charakterschauspielerin Mary McDonnell ungeheuer eindrucksvoll verkörperte Präsidentin wird stante pede zur esoterischen Wahrsagerin verklärt. Interessanterweise fügt sich nämlich die edle Dame in eine tausende Jahre alte mythische Prophezeiung perfekt ein, die von einer sterbenden Führerin spricht, die die Überlebenden eines Exoduses zur originären Heimat, der Erde, führt. Den Weg dahin sollen ominöse Zeichen, sagenumwobene Orte und versteckte Gegenstände weisen, die erst gefunden werden wollen - wenn sie denn existieren.

Nun ja, selbst der größte Zweifler wird von den genialen Skriptaustüftlern des Besseren belehrt. Schließlich ist die Präsidentin als Krebspatientin im Endstadium die sterbende Führerin schlechthin, ihre weitestgehend medikamentös verursachten Visionen lassen sich unanfechtbar zu Ereignissen aus der Prophezeiung uminterpretieren, Exodus & Co fügen sich freundlicherweise nahtlos ein, und aus einer bisher einen von gesundem Menschenverstand samt vollblutmütterlicher Sorge angeleitetem Charakter wird die schier fanatische hohe Priesterin eines Kultes. Daraufhin spaltet sich die Flotte, das Gleichgewicht Militär-Demokratie geht zum T**fel, diverse Beziehungen gehen gleich hinterher, vielschichtige Schlüsselpersonen müssen sich für ein(dimensional)e Seite entscheiden und der bisher so sorgfältig vorangetriebene Plot versinkt im gefühlsduseligen Esoterikbrei.

Nun ist gegen das Storyelement eine Prophezeiung bzw. einer religiösen Komponente an sich prinzipiell weniger als nichts einzuwenden - aber wenn ein derartiger Kult in Sekundenschnelle, ohne tiefe Einführung und minutiöse Charakterentwicklung aus dem Taufbecken gehoben wird, dann sehe ich ein hoffnungslos unglaubwürdiges Konzept, dass nicht nur Plot zerbröselt, sondern auch so gut wie jeden einzelnen Charakter zu einer Farce werden lässt. Sei es die Präsidentin, die schauspielerisch noch immer das Maß aller Dinge bleibt, aber genau durch diese vernunftbezogene Eindringlichkeit ihre eigenen Predigten der Lächerlichkeit preis gibt. Chef-Militär Adama sen., der zum eindimensionalen Militärhansling reduziert wird, der später gutväterlich nachgibt, um die liebe Familie in einer Gefühlsduselei sondergleichen wieder zusammen zu führen. Mustersohnemann Adama jun., der zugunsten der Demokratie einen Militärputsch aufhalten will, um alsbald zum charakterlosen Untertan seiner neuen Göttin herabsinkt. Zahllose Bürger, die dem Kadavergehorsam frönen, obwohl man die tiefe Religiösität und Gefolgschaftstreue kaum nachvollziehen kann - ganz davon abgesehen, dass man beständig vor der Auslöschung durch die Cylonen steht, und ein derartig suizidärer Schachzug vielleicht eine gewisse Substanz und Nachvollziehbarkeit hätte vertragen können...

...ein Punkt, der mich jedenfalls dazu verführte, die Staffel 2 nach einer geradezu im Rausch durchgesehenen exzellenten ersten Staffel am Ende von Folge 7 mit heftigen Bauchschmerzen und schier platzenden Schädel gen Regal zu befördern. Das Maß des Erträglichen war erreicht.

Freunde der Serie werden mir nun sicherlich vorwerfen, dass ich meine Wertung sowohl nach gerade einmal sieben mickrigen Folgen einer Staffel als auch vollkommen unwissend über die weitere Entwicklung schnöde und ignorant in den Raum werfe. Right! Aber eine Serie, die ihre Charaktere bereits am Anfang dergestalt umfassend und erfolgreich den Wölfen zum Fraß vorwirft, wird selbst mit den besten und brillantesten Folgen bestenfalls ins Mittelmaß rutschen können. Der Schaden ist angerichtet: Battlestar Galactica hat sich von anspruchsvoller Sci-Fi zu einer esoterischen Räucherstäbchen- und Teerunde hin demontiert.

Volle Empfehlung für die erste Staffel - trotz gewaltigem Cliffhanger - und eine Vollblutwarnung bzgl. der Anschaffung der zweiten Staffel. Ich werde mir die 2. Staffel schon aus purem Geiz sicher irgendwann zu Ende ansehen, und meine Rezension - sofern notwendig - entsprechend abändern. 's kann allerdings dauern.
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 8, 2010 3:54 PM CET


Blade Trinity
Blade Trinity
DVD ~ Kris Kristofferson
Wird angeboten von RAPIDisc
Preis: EUR 7,20

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Team Blade versus Team MTV-Casting, 18. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Blade Trinity (DVD)
Hollywood hat gesprochen. Blade, der ultra-coole Vampirjäger bekommt den ultimativen Gegner: Dracula. Yeah! Um aber auch die anspruchsvolle jüngere MTV-Generation anzusprechen, wurde das erlesene Casting-Konzept an Bord geholt, um beiden Kontrahenten im Laufe eines landesweiten Auswahlverfahrens zwei ebenso sorgfältig ausgewählte wie von Talent schier berstende Teams zur Seite zu stellen. Amen. Die dominierende und äußerst interessante Frage nach den Auswahlkriterien konnte vom Rezensenten leider nicht definitiv ermittelt werden. Man kann aber zu gewissen Rückschlüssen kommen:

Team Mensch aka Team "Wir-sind-zwar-dumm-aber-cool!"

- Ryan Reynolds, Hollywoods erste Wahl an der "Dummquatscher-Front", dessen großer Klappe nichts standhalten kann (und es wurde viel versucht), und dessen Sprüche so unheimlich cool, lässig, lustig, clever, ....gähn...ach ja und aufgesetzt, billig und langweilig sind. Hohes Identifikationspotential für alle "echten Kerle" oder die sich wie solche fühlen wollen. (Er heißt übrigens "King".)
- Jessica Biel in der körperlich ebenso anspruchsvollen wie reifen Rolle des heißen Gestells, die mit Vorliebe Vampire mit Pfeilen spickt und dabei beständig u höchst werbeträchtig ihren iPod anwirft, damit wenigstens etwas durch dieses mimisch eingefrorene Ding auf ihrem Halse geht.
- Blades "Mann mit der Mundharmonika" aka das unerlässliche quoten- wie tränentreibende tragische Schicksal in Form einer hypergenialen, blinden und, ja auch das noch, alleinerziehenden Blondine. Ebenso untalentiert, wie blond, Tragik für Arme.
- ein korpulenter abgebrochener Riesen als der liebe Außenseiter vom Dienst
- der Quotenschwarze als edler Vertreter der Minderheiten
- bei den letzten 3 Pappfiguren verzichtete der Rezensent aufgrund mangelnder Leinwandpräsenz auf die Erwähnung ihrer Namen. Sie worden im Übrigen gar schnell rausgewählt und rausgebissen.

Team Vampir aka Team "Wir-sind-zwar-cool-aber-dumm!"

- der Ober-Bodybuilder, der seinen stilsicheren Dracula umgehend gegen das peppig banale "Drake" austauscht, sich als ungewöhnlich talentiert im Zeigen nackter unbehaarter Männerbrust erweist, jede Straße als Model-Laufsteg nutzt und im Übrigen die größte Lachnummer seit der Erfindung der Spitzzähne ist. Schauspielerisch ein blutiger Anfänger, der selbst im öden Endkampf nichts hermacht. Kiddies werden sich an ihren Teddy rückerinnern.
- die Vampircheft*ssi, ein billiger Hungerhaken, mit s**teuren oberhäßlichen Klamotten, angesagten noch häßlicheren Frisuren, hochfrisiert u geschminkt wie eine japanische Geisha, die sich im Übrigen als unglaublich toll, toll, tooll und noch megatoller empfindet. Diverse Teeniebräute werden sich fraglos wiedererkennen.
- der kleine Bruder von der Vampirtussi, Kategorie Muttersöhnchen
- der Vampirsteroidenbomber, der wie eine mit Volldampf gegen eine Mauer gerannte Kuh aus den kleinen dumpfen Äuglein schaut, einen ungepflegten blonden u natürlich toootal angesagten Zopf trägt und nicht zuletzt tränentreibend einen Chihuahua bemuttert. Hach, ja, eine gewisse rein zufällige Ähnlichkeit mit einem blonden Pariser Geschöpf ist ihm nicht abzusprechen. (Das Attribut "billig" sei nachträglich hinzugefügt.)
- Unmengen an identitätslosen und sterbefreudigen Vampiren, die sich alle trendy-modisch ungemein rausgeputzt fühlen, bis ihnen Trendsetter Blade den Garaus macht.

Team Blade aka Team "Ich-kann-lesen!"

Einige zu Recht enttäuschte Stimmen behaupten, dass mit diesem albernen, lächerlichen und langweiligen MTV-Streifen der Niedergang des Wesley Snipes begann - ein Gedanke, der angesichts der fürwahr überragenden Qualität des Films nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Mir persönlich ringt es dagegen großen Respekt ab, wie emotionslos u cool Wesley Snipes durch dieses Meer an Stumpfsinn watet, tadellos prügelt und pfählt bis der Doktor kommt, jede von ihm veredelte Szene durch seine Präsenz aus dem hirnfreien Orkus herausreißt und trotz des hinterlistigen Versuchs, ihn zu mtv-isieren - er muss viiiel Leinwandzeit an seine "Helfer" abgeben, u beim Endkampf im knallroten Pulli antreten... - in ureigener Coolness der Mainstreamwelle standhält, und noch immer - Blade - ist, bleibt und sein wird, der coolste Vampirjäger, der je bei Sonne wie Mond über die Erde walkte.

Bye, bye, Daywalker, es war mir eine Ehre!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 22, 2013 2:36 AM CET


Ultraviolet
Ultraviolet
DVD ~ Milla Jovovich
Preis: EUR 6,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Vampirmodel auf dem Laufsteg, 7. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Ultraviolet (DVD)
Im Leben jeder Ameise gibt es Momente, an denen Sie verflucht, aufgestanden zu sein oder die Schwiegermutter zu Weihnachten durch die Tür gelassen zu haben oder eben nicht die Hände vom Schicksalsknopf zum Abspielen einer DVD gelassen zu haben. Eher selten im Leben einer Ameise sind die Momente, in denen sie obgleich ihrer Wahl sowohl flucht als auch jubiliert:

Irgendwann in der Zukunft ist die Menschheit immer noch verd*mmt gut darin, sich möglichst qualvoll, brutal und last but not least sinnfrei umzubringen. Diesmal ist es ein Virus, der bei den Infizierten zur rapiden Leistungssteigerung bei noch rapider absteigenderer Lebenszeit führt. Aufgrund der mitwachsenden Eckzähne nennt man das Phänomen erschreckend kreativ "Vampirismus". Da sich Frieden in Hollywood noch nie gut verkauft hat, wird der Film-Mensch auf eine gnadenlose Vernichtungsmission gegen die infizierten Pseudovampire geschickt. Ultraviolet, die coolste, schönste und einzig fähige Vampiristin mopst in diesen totalitären Zeiten das finale Vernichtungswerkzeug der Menschen, das an dieser Stelle nicht verraten werden soll. Jedenfalls ist es für Ultraviolet (Milla Jovovich) eine faustdicke Überraschung, und ihre ungeahnt wachsenden Mutterinstikte führen flott dazu, dass sie sich den Rest des Films auf der Flucht vor allen Seiten befindet u alles und mehr niederwalzt, das so naiv ist, sich ihr in den Weg zu stellen.

Kurt Wimmer u Equilibrium - eine furios gelungene Mischung, ohne Zweifel - die man bei Kurt Wimmer u Ultraviolet allerdings ganz gaanz schnell wieder vergessen sollte. Anders als benachbarte Kritiker hatte ich persönlich kein Problem, der nach Substanz hungernden Handlung zu folgen. Mein Problem bestand eher darin, meine Schläfen angesichts des zunehmend schwachsinniger werdenden Humbugs hinreichend zu massieren. Sei es nun Plot, Dramaturgie, Tiefgang, Kampfchoreographie, Actionszenen oder auch nur schauspielerische Leistung, all das ist bei Ultraviolet auf einem so erbärmlichen Niveau, dass mir der Kopf zu implodieren droht, wenn ich nur an einen der zahllosen Tiefpunkte denke, die wie bei jedem wirklich schlechten Film immer noch eins drauf u unter die Gürtellinie zu setzen verstanden. Mit der als grellbunte Comicwelt samt künstlich aufgesetzten Bilder durchwobenen Atmosphäre habe ich mich nach einer kurzen Weile durchaus arrangieren können, schließlich spielt Milla Jovovich in einer Rolle, die den Film nicht nur benamt, sondern auch trägt, versinnbildlicht u verkörpert.

Ergo: Eine futuristische Kampfamazone metzelt u metzelt u metzelt u metzelt - ein durchaus erfolgsträchtiges Konzept, dem in zu langen Zwischensequenzen seitens der stumpfsinnigen Handlung, den hirnpulverisierend schlechten Dialogen u einer Gefühlsduselei ersten Ranges nur leider fast ausnahmslos der Garaus gemacht wird. Was bleibt, ist einzig und allein Milla Jovovich, die nur stoisch und extrem hochgestylt bis zur letzten Haarspitze in die Kamera schauen muss, um den Unterhaltungswert sowohl zu reanimieren als auch in bisweilen extravagante Höhen zu schrauben. Ihre exaltierten Auftritte wirken zwar eher wie das Schreiten eines Models auf dem Catwalk, aber nicht zuletzt sieht es geradezu unverschämt ästhetisch, glamourös und cool aus. Unterlegt mit einem durchweg gelungenen Soundtrack und nur wenigen dafür aber erlesen gut arrangierten Bilderkompositionen verführt auch noch Ultraviolets zehntes "Watch me...!" im Angesicht einer gewaltigen Übermacht zum visuellen Aus- u Durchhalten.

Fazit:

Zwei extrem subjektive Sterne, und der ernst gemeinte Ratschlag, die Hände von diesem stumpfsinnigen Machwerk zu lassen.


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