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Beiträge von Chilischote
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Rezensionen verfasst von
Chilischote

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Centurion
Centurion
DVD ~ Michael Fassbender
Wird angeboten von schnuppie83
Preis: EUR 12,49

1 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fassbender trotzt der Mascara-Queen, 2. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Centurion (DVD)
Kurzinhalt: Rom schickt seine Kriegerelite, die glorreiche 9. Legion, in den hohen Norden Britanniens gegen sturzbesoffenes und halbverhungertes Piktenvolk. Es kommt, wie es kommen muss: die Oberchecker kriegen eins auf den Deckel. Nur einige der ruhmreichen Gestalten können entkommen und werden nunmehr von dickbäuchigen Pikten verfolgt, an deren Spitze sich eine für ihre Grausamkeit berüchtigte Piktenschönheit (Olga Kurylenko) gesetzt hat.

Passt. Solides und routiniert durchinszeniertes Popcornkino, in dem genug Tempo und irre wildromantische Landschaften im Blaustich die freilich vorhersehbare und gänzlich unambitionierte Handlung schnell genug vorantreiben, so dass zumindest ich mich keine Sekunde gelangweilt habe.

Der Pluspunkt: Ein Fassbender allein im Wald! Normalerweise bin ich der erste, der darüber vom Leder zieht, dass Deutschland keine Leutchen hat, die ich neben britische, französische, US-amerikanische oder timbuktinische Mimen stellen kann, ohne mich vor Scham unter'm Küchentisch zu verstecken. Tja, und dann gibt's dann noch den Fassbender, den ich erst für den römischen gar nicht mal sooo üblen Obermufti mit der großen Klappe hielt, um beim Nachgoogeln bar vor Erstaunen festzustellen, dass es sich stattdessen um den jungen ebenso intensiv wie unprätentiös aufspielenden Jungoffizier handelte, der für mich den gesamten Film auf seinen schmalen Schultern trug. Volle Punktzahl!

Der (ein) Negativpunkt: Olga Kurylenko mit zuviel Mascara, alberner Gesichtsversteifung und der unglücklichen Kombination aus zuviel Stoff am Leib und noch mehr Screentime. Eine einzige (wenn auch schweramüsante) Peinlichkeit.

Fazit:

Freunde unfreiwilligen Humors und zünftigen Popcornkinos, zügelt Eure Erwartungen und putzt die Brillengläser nicht gar zu blank, und Ihr könnt' eine Menge Spaß mit dem hiesigen Filmchen haben. Drei Sterne.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 7, 2011 9:17 PM CET


Robin Hood [Director's Cut]
Robin Hood [Director's Cut]
DVD ~ Cate Blanchett
Preis: EUR 5,67

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Blut, Tod & Eheweib - der fröhliche Geselle ist nicht mehr, 26. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Robin Hood [Director's Cut] (DVD)
Donnerwetter noch mal, Ridley Scott ist doch immer wieder für eine Überraschung gut. Angetreten, um einen kritischen Blick auf diesen "Robin Hood" zu werfen, der Gerüchten zufolge nur ein abgeschmacktes Mainstreamprodukt und fern der Essenz des einen und wahren Meisterschützen sein soll, fand ich eine überraschend gewagte und fast durchweg gelungene Neuinterpretation eines Klassikers vor.

Es ist natürlich ein Kreuz mit den Neuinterpretationen. Auch ich mag den klassischen Robin Hood als lustigen Gesellen, der im Sherwood Forest lebt, von dort aus mit seinen wackeren Kumpanen dem Sheriff von Nottingham seine Streiche spielt, treu zu einen selbstverfreilich überaus edlen König Richard steht und nach einem kurzen langen Blicke seine Marian erringt. Eine fraglos gelungene und sympathische Idee - aber letztlich ein Klischee.

Mir persönlich gefallen schon aus diesem Grunde Neuinterpretationen, die sich ohne falschen Respekt an den blutenden und schwitzenden "Menschen" wagen, wobei ich das Risiko der Entidolisierung gern in Kauf nehme. Scott's Robin Hood ist dementsprechend ein desillusionierter und entwurzelter Veteran, der schon zu viele Tote gesehen hat, um dem Schlachtfelde noch mit aufgesetzter Fröhlichkeit zu frönen. Kein vergoldeter Pathos - der Zuschauer sei gewarnt - sondern eine grimmige Sicht auf die adelsgesteuerte Sinnlosigkeit namens Krieg und ihre blutigen stets nonadeligen Opfer. Auch Robin sucht nach langem Kriegsgetöse einen Platz, den es für ihn nicht geben kann. Doch durch des skurrilen Schicksals Fügung wird er unter falscher Flagge als Sohn eines Adeligen angenommen - mitsamt Schwert, Schloss... und Eheweib.

Gab es eigentlich jemals einen Hood, in denen Robin & Marian mehr als nur einen Blick austauschten und sodann - wie langweilig - einander verfielen? Hatten die beiden jemals die Möglichkeit, sich kennen zu lernen? So wirklich nicht. Und hier kriegen die beiden nicht nur alle Zeit der Welt, sondern das auch noch in Gestalt zweier charismatischer Haudegen, die ihre besten Jahre hinter sich haben und doch nie die Liebe kennen gelernt haben. Es ist eine Schau, wie amüsant, gewitzt und doch ausgesprochen feinsinnig die Annäherung der beiden vonstatten geht. Steigbügelhalter und Schlammbad, Liebe und Respekt und statt einem Eyecandy eine echte Frau. Cate "Fass mich an und ich mach Dich dort kürzer, wo's nicht nachwächst." Blanchett ist schon eine Nummer. Herrlich!

Das Problem ist dann doch wieder ein echter Scott: Freund Regisseur will schlichtweg zu viel und das noch auf einen Schlag. Sicher, die Wandlung vom Bauern zum Lord wollen wir mal dezent durchgehen lassen. Schließlich ist Old MacCrowe selbst ein gestandener Veteran, so dass man den Mangel an Charakterentwicklung zugunsten des ironisch bärbeißigen Spiels sowie des lakonisch trockenen Kriegerhumors gern unter den Teppich kehrt. Aber der Aufstieg zum englischen Jean D'Arc ist dann doch zu viel des Guten und lässt trotz schön durchchoerographierter Schlachtszenen und kerniger Charaktermienen die Luft aus der neuen Haube heraus. Dabei wage ich zu behaupten, dass ihm ein Platz in den hinteren Schlachträngen besser getan hätte als diese letzlich unausgegorene und allzu forcierte Heilsbringerrolle.

Eigentlich schade. Denn so sehr ich die erstaunlich clevere Story und hohe Politik gemocht habe, so sehr schaden sie letzten Endes der geerdeten Figur eines zum Abheben gezwungenen Robin Hood.

Ach ja und noch ein fürwahr unverzeihlicher Fauxpas sei erwähnt - SPOILER - Stichwort: Marian und ihre Rangen. Mei, ich könnte vielleicht den Anblick dieser jämmerlichen Truppe übersehen. (Najaaa...) Ich könnte vielleicht sogar diese stumpfsinnige Absurdität verschmerzen, seine neugewonnene schwergerüstete Lady vom Herd weg als reinkarnierte Xena in eine blutige Schlacht reiten zu lassen. (Nicht wirklich!) Aber dass Scott, der die Sinnlosigkeit des schnöden machtpolitischen Gemetzels anfänglich noch so schonungslos offen legte, halbverhungerte K-I-N-D-E-R mit Schaschlikspießchen in die Schlacht reiten und Krieg spielen lässt, das tat dann doch wirklich weh. So kann man die eigene Ambition auch vor die Hunde gehen lassen.

Fazit:

Gewagt und nevertheless über weite Strecken gelungen. Etwas mehr Interaktion mit den Charakteren zugunsten deutlich weniger Schlacht/Politik/Philosophie hätte dem Film jedoch extrem gut getan. Letztendlich ist es eben doch immer die Faszination Charakter, die einen Film zu wahrer Größe aufsteigen ... oder auch fallen lässt.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 4, 2011 10:44 PM CET


Dragonball Evolution
Dragonball Evolution
DVD ~ Justin Chatwin
Wird angeboten von media-summits
Preis: EUR 4,94

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mach's gut, geliebtes Hirn... *schnief*, 12. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Dragonball Evolution (DVD)
Brrr. Man nehme eine populäre Animeserie, ziehe sich die bekanntesten Elemente heraus und lasse eine Riege verzweifelter weil mitspielender Schauspieler antreten und fertig ist die königliche Gala zum Kindergeburtstag. Son Goku als amerikanischen Teenie-Looser und Piccolo als verschrumpelte Spreewaldgurke wären ja noch irgendwie zu ertragen gewesen, aber eine so unendlich b-i-l-l-i-g-e Inszenierung ist mir lange nicht mehr serviert worden. Ob Schauspieler, Drehbuch, Dialoge, Choreographie oder auch nur CGI-Effekte, da wurde gespart, bis der Strom abgestellt worde. Normalerweise schafft es solch knallbunter Trash noch, mir ein unfreiwilliges Lächeln zu entlocken. Aber selbst dazu ist diese Gurke (Sorry Piccolo!) zu hirnzerweichend mies und lieblos durchexerziert. Nur gut, dass mit der - ausnahmsweise - wirklich komischen Endszene noch die Option einer Fortsetzung in den Raum gestellt wurde.


Ultimate Avengers 2 - Rise of the Panther
Ultimate Avengers 2 - Rise of the Panther
DVD ~ Will Meugniot
Preis: EUR 6,97

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fades Recycling des Vorgängers, 27. November 2010
Hatte mir der Auftakt der Ultimate Avengers noch sehr zugesagt, so ist die Fortsetzung dagegen sehr enttäuschend:

Nachdem die neu aufgestellte Superheldentruppe der Avengers unter Führung von Captain America der Bedrohung von Aliens in einer gewaltigen Schlacht scheinbar Herr geworden sind, erfahren sie vom Auftauchen dieser mysteriösen Wesen in einem kleinen von der Außerwelt vollkommen isolierten Königreich in Afrika. Dort treffen die Avengers auch auf den "Black Panther", den König dieses Landes, der mit einer legendären Pantherrüstung über sein Volk wacht. Doch um das Geheimnis seines Volkes zu schützen, tut es Hilfe bitter not, denn die Aliens sind auf dem Vormarsch.

Man kommt kaum umhin, den gesamten Film hindurch zu bemerken, dass die Macher sich zum ersten Teil gewaltigst steigern wollten: Mehr Action, mehr Tiefgang, mehr Handlung...mehr Unausgegorenheit. Waren die Kampfsequenzen in Teil I noch auf einzelne Lokalitäten begrenzt, kracht es nunmehr auf der ganzen Welt, so dass von einem Ort zum nächsten geschaltet wird und man diesem Übermaß an zielloser Destruktion und endloser wenig origineller Actionsszenen schnell müde wird. Beim Bemühen um mehr Tiefgang bekommt jeder Charakter etwas drei Minuten persönliche Beachtung, in der sich die Hälfte wie Diven aufführt und die andere Hälfte wankelmütige Entwicklungssprünge macht. Doch was angefangen wird, findet selten ein Ende und so geniale Charaktere wie Thor oder Captain America werden völlig verheizt. Szenen reihen sich im endlosen Wechsel aneinander und strotzen nur so von angefangenen Handlungsfäden, aber der Flickenteppich von Film prescht fast taumelnd derart rasant durch die Botanik, dass Spannung, Geschichte und Charaktere reihenweise auf der Strecke bleiben. Konsequenterweise ist auch das Ende völlig daneben: Während ein Held in tiefster Trauer in einer Ecke sitzt, trinkt sich einer die Hucke voll, zwei andere knutschen wild und der Rest vom Schützenfest guckt sauertöpfisch in die Gegend. Drama und Tragik sehen anders aus.

Fazit:

Animationstechnisch perfekt, aber ohne Herz und Verstand und bei allem Krach schlichtweg fad und langweilig.


Ultimate Avengers 1 and 2 [UK Import]
Ultimate Avengers 1 and 2 [UK Import]
Wird angeboten von buch_und_medien_handel Preise inkl. MwSt.
Preis: EUR 2,49

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fades Recycling des Vorgängers, 27. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Ultimate Avengers 1 and 2 [UK Import] (DVD)
Hatte mir der Auftakt der Ultimate Avengers noch sehr zugesagt, so ist die Fortsetzung dagegen sehr enttäuschend:

Nachdem die neu aufgestellte Superheldentruppe der Avengers unter Führung von Captain America der Bedrohung von Aliens in einer gewaltigen Schlacht scheinbar Herr geworden sind, erfahren sie vom Auftauchen dieser mysteriösen Wesen in einem kleinen von der Außerwelt vollkommen isolierten Königreich in Afrika. Dort treffen die Avengers auch auf den "Black Panther", den König dieses Landes, der mit einer legendären Pantherrüstung über sein Volk wacht. Doch um das Geheimnis seines Volkes zu schützen, tut es Hilfe bitter not, denn die Aliens sind auf dem Vormarsch.

Man kommt kaum umhin, den gesamten Film hindurch zu bemerken, dass die Macher sich zum ersten Teil gewaltigst steigern wollten: Mehr Action, mehr Tiefgang, mehr Handlung...mehr Unausgegorenheit. Waren die Kampfsequenzen in Teil I noch auf einzelne Lokalitäten begrenzt, kracht es nunmehr auf der ganzen Welt, so dass von einem Ort zum nächsten geschaltet wird und man diesem Übermaß an zielloser Destruktion und endloser wenig origineller Actionsszenen schnell müde wird. Beim Bemühen um mehr Tiefgang bekommt jeder Charakter etwas drei Minuten persönliche Beachtung, in der sich die Hälfte wie Diven aufführt und die andere Hälfte wankelmütige Entwicklungssprünge macht. Doch was angefangen wird, findet selten ein Ende und so geniale Charaktere wie Thor oder Captain America werden völlig verheizt. Szenen reihen sich im endlosen Wechsel aneinander und strotzen nur so von angefangenen Handlungsfäden, aber der Flickenteppich von Film prescht fast taumelnd derart rasant durch die Botanik, dass Spannung, Geschichte und Charaktere reihenweise auf der Strecke bleiben. Konsequenterweise ist auch das Ende völlig daneben: Während ein Held in tiefster Trauer in einer Ecke sitzt, trinkt sich einer die Hucke voll, zwei andere knutschen wild und der Rest vom Schützenfest guckt sauertöpfisch in die Gegend. Drama und Tragik sehen anders aus.

Fazit:

Animationstechnisch perfekt, aber ohne Herz und Verstand und bei allem Krach schlichtweg fad und langweilig.


Batman: Under the Red Hood
Batman: Under the Red Hood
DVD ~ Alan Burnett

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterlich!, 22. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Batman: Under the Red Hood (DVD)
Noch gestern meckere ich Knilch über diese Gurke von Superman/Batman - Apocalypse [Blu-ray], der nur die letzte in einer lückenlosen Reihe an Dauergurken darstellte, und schiebe mir anschließend fast entnervt die mutmaßlich neusteste Enttäuschung für den masochistischen Fangeek rein und was sehe ich:

Das Eine, das Wahre, einen DC-Hammerfilm von einer atmosphärischen und emotionalen Dichte, dass ich fast den Glauben daran verloren habe: Batman trifft "The Red Hood", eine fürwahr mörderische Urgewalt an aufsteigendem Gangsterchief, der den dunklen Ritter mit seinem schlimmsten Feind konfrontieren soll: seiner nachtschwarzen Seite. Wie kein anderer Superheld steht Batman für die Gratwanderung am Abgrund, der Regeln bricht, um Regeln zu wahren, für einen "Helden", der frei nach Hannah Arendt jeden einzelnen Tag in den Abgrund hineinschaut, in den Abgrund hinabsteigt und doch wieder dem Abgrund entkommen kann. Knapp.

Der Einsatz ist gestiegen, Leichen säumen den Weg und noch kein Episode oder Comic-Animationsfilm war so gnadenlos drückend konsequent in der Ausführung. Visuell ein Augenschmaus. Selbst die Bruce-Wayne-Persona in ungewohnt unkantigem Äußerem ist gelungen. Knallharte Kämpfe, knallharte Dialoge und eine psychologisch anspruchsvolle Geschichte, die emotional mitzureißen weiß und den faszinierendsten Comic-Helden samt Zuschauer in einen Strudel aus Dunkelheit und Düsternis entführt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 2, 2011 6:33 PM CET


Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele
Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele
von Suzanne Collins
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

89 von 150 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Geschmacklose, platte & amoralische Teenie-Massaker-Love-Story, 21. November 2010
Nordamerika ist untergegangen. Aus den Ruinen hat sich die Nation des Panem mit einer gewaltigen Hauptstadt, dem Kapitol, sowie 12 - früher mal 13 *schluck* - verstreuten Distrikten erhoben. Als sich die Distrikte einst gegen die stadtstaaltliche Diktatur auflehnten, wurden sie erbarmungslos niedergeworfen und in ihren Gebieten unter steinzeitlichen Bedingungen nahe am Hungertod eingekerkert. Jedes einzelne Jahr seit nunmehr 74 Jahren müssen sie Tribut leisten: Zwei Kinder zw. 12 und 18 Jahren werden vom Los auserkoren, in einer Dschungelarena um Leben und Tod gegen ihre Distriktkompagnons und ... gegeneinander zu kämpfen - während der Überlebenskampf life auf die Flachbildschirme von ganz Panem übertragen wird. Dem Sieger winkt Reichtum und Ruhm, den Verlierern nur ein Grab. Während die reicheren Distrikt diese "Hunger-Games" als Chance begreifen und wohltrainierte Minikampfeinheiten entsenden, bleibt den ärmeren Distrikten nur die Rolle des Schlachtviehs. Dieses Jahr trifft es die stolze Jägerin Katniss und den Bäckerssohn Peeta aus der ärmsten Provinz, die bald um ihre Zukunft und ihr Leben kämpfen müssen. Mögen die Spiele beginnen!

*****WARNING*******SPOILERCHEN!******WARNING*****

Da das Buch aus der Ich-Perspektive eines 17jährigen Mädels geschildert ist, richtet sich das vorliegende Buch zwar grundsätzlich bevorzugt an das weibliche Publikum, was mich allerdings nicht davon abhielt, die ersten 50-100 Seiten im Stück zu verschlingen. Katniss' Leben im Slum, ihre vielschichtige Charakterisierung, die Heranreifung zur Ernährerin ihrer Familie, der Clash aus Verantwortung und Sehnsucht nach jugendlicher Unbeschwertheit sowie die Einführung in die machtpolitische Welt des Panem empfand ich als ausgesprochen innovativ, flüssig und mitreißend geschrieben.

Der weibliche Focus nimmt allerdings bedenkliche Ausmaße an, als Katniss die Hauptstadt erreicht und für die große "Show" à la Klum(p)sches Topmodel seitenweise ausstaffiert wird und auch ihr Denken dementsprechend öhem ausgewalzt wird. Hier kamen mir schon die ersten Bedenken, nicht wegen dem gewöhnungsbedürftigen Einblick in das Denken einer jungen Dame, sondern weil mir der Bezug zu den "Hunger Games" fehlte. Gerade weil ich einen tiefen Einblick in das Denken und Fühlen der Hauptperson hatte, fehlte mir die Ernsthaftigkeit: Keine Gedanke wurde daran verschwendet, dass sie in wenigen Tagen anderen Kindern das Lebenslicht auslöschen muss; keine Gedanke an die moralischen Konflikte, die sich hieraus ergeben. Diese Bedenken vertieften sich im Laufe der "Hunger-Games". Der erste Junge stirbt vor ihren Augen, keine Gedanke daran. Zwei Mädchen sterben, gefühlsmäßige Regungen gegen Null. Einem Jungen wird das Genick gebrochen; ihre Beobachtung beschränkt sich auf die Stärke des Siegers. Nur ein Pfeil in die Kehle schafft ein drüber gehuschtes Beschäftigen mit der eigenen Motivation. Klar, sie hat Hunger, Durst, Schmerzen, Einsamkeit, etc. etc. ... aber die die Hunger-Games eigentlich dominierende Grimmig- und Unausweichlichkeit eines Überlebenskampfes auf Kosten anderer Leben spielte im Denken u Fühlen der Hauptprotagonistin eine erstaunlich geringe Rolle, weswegen mir dieser ganze K(r)ampf bestenfalls surrreal, schlimmstenfalls erstaunlich oberflächlich vorkam. Nichtsdestotrotz hatte die Geschichte ihren Reiz, denn insbesondere die politische Komponente der Hunger-Games - Zeigt den Distrikten ihre Machtlosigkeit und entzweit sie dadurch, dass sich ihre Kinder gegenseitig massakrieren! - wird durch die Taten der jungen Kämpferin clever vorangetrieben und findet ihren Zenit im Tod einer sehr jungen Mitkämpferin, der mich persönlich sehr berührt hat. Hier wird die kaum in Worte zu fassende Perversion von sich einander umbringenden Kindern, die hierbei von Kameras auf Schritt und Tritt beobachtet werden, in ihrer ganzen Menschenverachtung erfasst.

Nach dieser Szene hat sich die Autorin allerdings entschlossen, die gewichtige und hochfaszinierende Komponente der "Hunger-Games" zugunsten einer Teenie-Lovestory gnadenlos abzuschießen. Eine neue Regel sorgt dafür, dass sich Katniss mit einem Mitstreiter verbinden darf. Fortan spielt das erste zarte Knospen sowie die hierzu gehörigen Irrungen und Wirrungen junger Liebe die erste Geige. Der Spannungsbogen flacht bis zum Ende hin ab, so etwas wie Charakter findet man nur noch bei der Heldin und die "Hunger-Games" dienen nur noch als Katalysator, um die flache Liebesgeschichte einer Heldin, die ihre Gefühle entdeckt, prüft und scheinbar kalkuliert, richtig in Szene zu setzen. An sich ausgesprochen geschmacklos, was auf den ersten Blick gar nicht so einfach auffällt, weil die Autorin mit ihrem einfachen aber mitreißenden Sprachstil eine scheinbar in sich stimmige Geschichte flüssig vorantreibt.

Kann sich jemand noch jmd. an den frühen Peeta erinnern, den jungen scheinbar naiven Burschen, der so nebenbei zum pfiffigen Windhund mutiert und gerade zum Beginn der Hunger-Games die reinste Bombe inkl. sich senkenden Messers platzen lässt. (Was später natürlich mit keinem Wort thematisiert wird.) Ja genau, der Bursche, der ein so wahres "Ich möchte meine Identität/Menschlichkeit dort draußen bewahren...und aufrecht sterben." herausstößt. Exactement, was scheinbar so pathetisch klang, traf den Kern: In der Arena geht es um's Überleben, verschwinden jede gemeinschaftlichen Bande, wird die Menschlichkeit negiert und der Mensch, besser Kind, zum Tier. Und ja, dieser Peeta mutiert in der zweiten Hälfte zu einem zweiten John Crumb, einem platten Bauer, der der Heldin Steilvorlagen für das innige Zusammensein bietet, das Katniss nicht zugunsten ihrer Sponsoren oder Hayniss, sondern für den/die Leser/in bietet. Mit Rue hat die Autorin gezeigt, wie man mit wenigen Dialogen nicht nur einem Charakter echte Tiefe gibt, sondern auch noch politische Bezüge u Perspektiven des Panem einspinnt. Nichts davon blieb übrig. Katniss' Kombattanten sind platte Gestalten, zutiefst böse wie der Schlächter Cato oder dumpf wie der verschenkte Samariter Thresh. Gott, was ist bloß aus den interessanten Charakterisierung vom Anfang geworden, dem empathischen Modeschöpfer, der zungenlosen Dienerin oder dem über die Jahre schier zermalmten Haymitsch. All das lässt die Autorin so platt vor die Hunde gehen, dass es einfach nur schmerzt.

An dieser Stelle werden sich die Meinungen scheiden. Die Autorin schreibt sehr emotional und bietet mit der sympathischen Hauptprotagonistin eine verlockende Identifikationsfigur. Wer nunmehr emotional in der Heldin aufgeht, sich von deren Denken und Fühlen mitreißen lässt und ein zartes "Ach wie schön." im Angesichts erster junger Liebe heraushaucht, wird unter Umständen übersehen, wie gnadenlos die Autorin ihre Geschichte versanden lässt, wie eindimensional die Protagonisten dahinvegetieren und wie geschmacklos die Autorin die anfängliche Grundidee einer Kinder-Arena als Mittel zum Zweck banaler Gefühlsnöte heranzieht. Mich stört nicht im Geringsten, dass neben den "Hunger-Games" eine Liebesgeschichte initiiert wird, sondern das und wie dies auf Kosten der "Hunger-Games" geschieht. Vorgetäuschte Gewaltkritik um dem unausgegorenen Liebesgesülze den richtigen Kick zu geben. Dass das auch noch mit Kiddie-"Helden" durchgeleiert wird, gibt der Geschmacklosigkeit noch den letzten Schliff. Hier findet keine Auseinandersetzung mit der bösen Gewalt statt - dazu bräuchte man Charaktere, deren Sterben einem nahe geht (ja wie bei der kleinen Maus) und nicht eindimensionale Klopper wie Cato, Thresh & Co, bei denen man nur Teilnahmslosigkeit und Schadenfreude empfindet. Mehr als einmal musste ich mich selbst daran erinnern, dass es sich hierbei um keinen Waldspaziergang handelt, sondern um eine tragische grenzenlos menschenverachtende Treibjagd geht, die vorliegend so bitter dem Mainstream zum Fraße vorgeworfen wird.

Ich habe nun lange überlegt, ob ich das Buch nicht gar zu rigoros bewerte, bis mir diverse Jugendbücher aus meiner Kindheit einfielen, mit denen ich nicht nur sehr angenehme, sondern auch ausgesprochen respektvolle Erinnerungen verbinde. Vor diesem Hintergrund bietet die Einordnung als "Jugendbuch" keinerlei Entschuldigung für die handwerklichen Mängel in der ersten Hälfte und erst recht nicht für die Banalisierung der zweiten. Ganz im Gegenteil.

Fazit:

Der erste Teile der "Hunger Games" ist erschreckend platt, vernichtet den anfangs eingeführten Charakter, bleibt ohne echte Auseinandersetzung und dient letztlich nur dazu, eine schwülstig banale Lovestory zu inthronisieren, die in Teil 2 und 3 so richtig los legen wird.

Ohne mich.

Und nix für ungut, verehrte Fäns und Fäninnen. Ich liebe glaubhafte Charaktere in echtem Drama über alles - aber eben auch gelungen in Szene gesetzte Klischees & Stereotypen in einer spannenden Popcorn-Geschichte. Aber wenn man mir platte eindimensionale Gestalten vorsetzt und versucht, mir diese mittels manipulativer Emotionalisierung als "Charakter" mit einem erschreckend banalen Rattenschwanz an mordgierigen Kinder-Schlächtern zu verkaufen, dann werde ich sauer. Und zwar richtig.
Kommentar Kommentare (88) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 4, 2013 12:25 AM CET


The Hunger Games 1 (Hunger Games Trilogy 1)
The Hunger Games 1 (Hunger Games Trilogy 1)
von Suzanne Collins
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,70

83 von 118 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Geschmacklose platte Teenie-Massaker-Love-Story, 21. November 2010
Nordamerika ist untergegangen. Aus den Ruinen hat sich die Nation des Panem mit einer gewaltigen Hauptstadt, dem Kapitol, sowie 12 - früher mal 13 *schluck* - verstreuten Distrikten erhoben. Als sich die Distrikte einst gegen die stadtstaaltliche Diktatur auflehnten, wurden sie erbarmungslos niedergeworfen und in ihren Gebieten unter steinzeitlichen Bedingungen nahe am Hungertod eingekerkert. Jedes einzelne Jahr seit nunmehr 74 Jahren müssen sie Tribut leisten: Zwei Kinder zw. 12 und 18 Jahren werden vom Los auserkoren, in einer Dschungelarena um Leben und Tod gegen ihre Distriktkompagnons und ... gegeneinander zu kämpfen - während der Überlebenskampf life auf die Flachbildschirme von ganz Panem übertragen wird. Dem Sieger winkt Reichtum und Ruhm, den Verlierern nur ein Grab. Während die reicheren Distrikt diese "Hunger-Games" als Chance begreifen und wohltrainierte Minikampfeinheiten entsenden, bleibt den ärmeren Distrikten nur die Rolle des Schlachtviehs. Dieses Jahr trifft es die stolze Jägerin Katniss und den Bäckerssohn Peeta aus der ärmsten Provinz, die bald um ihre Zukunft und ihr Leben kämpfen müssen. Mögen die Spiele beginnen!

Da das Buch aus der Ich-Perspektive eines 17jährigen Mädels geschildert ist, richtet sich das vorliegende Buch zwar grundsätzlich bevorzugt an das weibliche Publikum, was mich allerdings nicht davon abhielt, die ersten 50-100 Seiten im Stück zu verschlingen. Katniss' Leben im Slum, ihre vielschichtige Charakterisierung, die Heranreifung zur Ernährerin ihrer Familie, der Clash aus Verantwortung und Sehnsucht nach jugendlicher Unbeschwertheit sowie die Einführung in die machtpolitische Welt des Panem empfand ich als ausgesprochen innovativ, flüssig und mitreißend geschrieben.

Der weibliche Focus nimmt allerdings bedenkliche Ausmaße an, als Katniss die Hauptstadt erreicht und für die große "Show" à la Klum(p)sches Topmodel seitenweise ausstaffiert wird und auch ihr Denken dementsprechend öhem ausgewalzt wird. Hier kamen mir schon die ersten Bedenken, nicht wegen dem gewöhnungsbedürftigen Einblick in das Denken einer jungen Dame, sondern weil mir der Bezug zu den "Hunger Games" fehlte. Gerade weil ich einen tiefen Einblick in das Denken und Fühlen der Hauptperson hatte, fehlte mir die Ernsthaftigkeit: Keine Gedanke wurde daran verschwendet, dass sie in wenigen Tagen anderen Kindern das Lebenslicht auslöschen muss; keine Gedanke an die moralischen Konflikte, die sich hieraus ergeben. Diese Bedenken vertieften sich im Laufe der "Hunger-Games". Der erste Junge stirbt vor ihren Augen, keine Gedanke daran. Zwei Mädchen sterben, gefühlsmäßige Regungen gegen Null. Einem Jungen wird das Genick gebrochen; ihre Beobachtung beschränkt sich auf die Stärke des Siegers. Nur ein Pfeil in die Kehle schafft ein drüber gehuschtes Beschäftigen mit der eigenen Motivation. Klar, sie hat Hunger, Durst, Schmerzen, Einsamkeit, etc. etc. ... aber die die Hunger-Games eigentlich dominierende Grimmig- und Unausweichlichkeit eines Überlebenskampfes auf Kosten anderer Leben spielte im Denken u Fühlen der Hauptprotagonistin eine erstaunlich geringe Rolle, weswegen mir dieser ganze K(r)ampf bestenfalls surrreal, schlimmstenfalls erstaunlich oberflächlich vorkam. Nichtsdestotrotz hatte die Geschichte ihren Reiz, denn insbesondere die politische Komponente der Hunger-Games - Zeigt den Distrikten ihre Machtlosigkeit und entzweit sie dadurch, dass sich ihre Kinder gegenseitig massakrieren! - wird durch die Taten der jungen Kämpferin clever vorangetrieben und findet ihren Zenit im Tod einer sehr jungen Mitkämpferin, der mich persönlich sehr berührt hat. Hier wird die kaum in Worte zu fassende Perversion von sich einander umbringenden Kindern, die hierbei von Kameras auf Schritt und Tritt beobachtet werden, in ihrer ganzen Menschenverachtung erfasst.

Nach dieser Szene hat sich die Autorin allerdings entschlossen, die gewichtige und hochfaszinierende Komponente der "Hunger-Games" zugunsten einer Teenie-Lovestory gnadenlos abzuschießen. Eine neue Regel sorgt dafür, dass sich Katniss mit einem Mitstreiter verbinden darf. Fortan spielt das erste zarte Knospen sowie die hierzu gehörigen Irrungen und Wirrungen junger Liebe die erste Geige. Der Spannungsbogen flacht bis zum Ende hin ab, so etwas wie Charakter findet man nur noch bei der Heldin und die "Hunger-Games" dienen nur noch als Katalysator, um die flache Liebesgeschichte einer Heldin, die ihre Gefühle entdeckt, prüft und scheinbar kalkuliert, richtig in Szene zu setzen. An sich ausgesprochen geschmacklos, was auf den ersten Blick gar nicht so einfach auffällt, weil die Autorin mit ihrem einfachen aber mitreißenden Sprachstil eine scheinbar in sich stimmige Geschichte flüssig vorantreibt.

Kann sich jemand noch jmd. an den frühen Peeta erinnern, den jungen scheinbar naiven Burschen, der so nebenbei zum pfiffigen Windhund mutiert und gerade zum Beginn der Hunger-Games die reinste Bombe inkl. sich senkenden Messers platzen lässt. (Was später natürlich mit keinem Wort thematisiert wird.) Ja genau, der Bursche, der ein so wahres "Ich möchte meine Identität/Menschlichkeit dort draußen bewahren...und aufrecht sterben." herausstößt. Exactement, was scheinbar so pathetisch klang, traf den Kern: In der Arena geht es um's Überleben, verschwinden jede gemeinschaftlichen Bande, wird die Menschlichkeit negiert und der Mensch, besser Kind, zum Tier. Und ja, dieser Peeta mutiert in der zweiten Hälfte zu einem zweiten John Crumb, einem platten Bauer, der der Heldin Steilvorlagen für das innige Zusammensein bietet, das Katniss nicht zugunsten ihrer Sponsoren oder Hayniss, sondern für den/die Leser/in bietet. Mit Rue hat die Autorin gezeigt, wie man mit wenigen Dialogen nicht nur einem Charakter echte Tiefe gibt, sondern auch noch politische Bezüge u Perspektiven des Panem einspinnt. Nichts davon blieb übrig. Katniss' Kombattanten sind platte Gestalten, zutiefst böse wie der Schlächter Cato oder dumpf wie der verschenkte Samariter Thresh. Gott, was ist bloß aus den interessanten Charakterisierung vom Anfang geworden, dem empathischen Modeschöpfer, der zungenlosen Dienerin oder dem über die Jahre schier zermalmten Haymitsch. All das lässt die Autorin so platt vor die Hunde gehen, dass es einfach nur schmerzt.

An dieser Stelle werden sich die Meinungen scheiden. Die Autorin schreibt sehr emotional und bietet mit der sympathischen Hauptprotagonistin eine verlockende Identifikationsfigur. Wer nunmehr emotional in der Heldin aufgeht, sich von deren Denken und Fühlen mitreißen lässt und ein zartes "Ach wie schön." im Angesichts erster junger Liebe heraushaucht, wird unter Umständen übersehen, wie gnadenlos die Autorin ihre Geschichte versanden lässt, wie eindimensional die Protagonisten dahinvegetieren und wie geschmacklos die Autorin die anfängliche Grundidee einer Kinder-Arena als Mittel zum Zweck banaler Gefühlsnöte heranzieht. Mich stört nicht im Geringsten, dass neben den "Hunger-Games" eine Liebesgeschichte initiiert wird, sondern das und wie dies auf Kosten der "Hunger-Games" geschieht. Vorgetäuschte Gewaltkritik um dem unausgegorenen Liebesgesülze den richtigen Kick zu geben. Dass das auch noch mit Kiddie-"Helden" durchgeleiert wird, gibt der Geschmacklosigkeit noch den letzten Schliff. Hier findet keine Auseinandersetzung mit der bösen Gewalt statt - dazu bräuchte man Charaktere, deren Sterben einem nahe geht (ja wie bei der kleinen Maus) und nicht eindimensionale Klopper wie Cato, Thresh & Co, bei denen man nur Teilnahmslosigkeit und Schadenfreude empfindet. Mehr als einmal musste ich mich selbst daran erinnern, dass es sich hierbei um keinen Waldspaziergang handelt, sondern um eine tragische grenzenlos menschenverachtende Treibjagd geht, die vorliegend so bitter dem Mainstream zum Fraße vorgeworfen wird.

Ich habe nun lange überlegt, ob ich das Buch nicht gar zu rigoros bewerte, bis mir diverse Jugendbücher aus meiner Kindheit einfielen, mit denen ich nicht nur sehr angenehme, sondern auch ausgesprochen respektvolle Erinnerungen verbinde. Vor diesem Hintergrund bietet die Einordnung als "Jugendbuch" keinerlei Entschuldigung für die handwerklichen Mängel in der ersten Hälfte und erst recht nicht für die Banalisierung der zweiten. Ganz im Gegenteil.

Fazit:

Der erste Teile der "Hunger Games" ist erschreckend platt, vernichtet den anfangs eingeführten Charakter, bleibt ohne echte Auseinandersetzung und dient letztlich nur dazu, eine schwülstig oberflächliche Lovestory zu inthronisieren, die in Teil 2 und 3 so richtig los legen wird.

Ohne mich.

Und nix für ungut, verehrte Fäns und Fäninnen. Ich liebe glaubhafte Charaktere in echtem Drama über alles - aber eben auch gelungen in Szene gesetzte Klischees & Stereotypen in einer spannenden Popcorn-Geschichte. Aber wenn man mir platte eindimensionale Gestalten vorsetzt und versucht, mir diese mittels manipulativer Emotionalisierung als "Charakter" mit einem erschreckend banalen Rattenschwanz an ach so mordgierigen Kinder-Schlächtern zu verkaufen, dann werde ich sauer. Und zwar richtig.
Kommentar Kommentare (19) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 2, 2013 1:25 PM MEST


Superman/Batman: Apocalypse
Superman/Batman: Apocalypse
DVD ~ Summer Glau

4 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die übliche Fanabzocke, 21. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Superman/Batman: Apocalypse (DVD)
Kennt jemand die Folge aus der Superman: The Animated Series, in der Superman's Cousine Kara auf die Erde kracht und jmd. alsbald entführt wird? Falls ja, Pech, denn da DC genug kaufwillige Fans hat, lohnt es sich (noch) nicht, ambitionierte Geschichten zu entwickeln, so dass der vorgenannte Serieninhalt leicht vermixt als Film umgemünzt wurde, der den Serienepisoden ironischerweise unter keinem Gesichtspunkt das Wasser reichen kann. Selbst der Laserschuss in Darkseids Fuss wurde abgekupfert. Superman und Batman haben steife hölzerne und letzlich alberne Gesichtszüge mit großen blauen Augen verpasst bekommen; wenigstens durften sie ihr englischen Sprecher aus den Serien behalten, so dass zumindest die Dialoge der beiden gewohnt gelungen sind. Darkseid ist eine Lachnummer: neuer Sprecher, alberne Visualisierung. Allein gelungen sind die weiblichen Charaktere wie Wonder Woman und Big Barda. Spannung, njet. Ein netter Endkampf, das war's auch schon. Boah, was bin ich diese ewigen halbgar billigen und so offensichtlich lieblos produzierten DC-Filmchen leid.


Superman Returns
Superman Returns
DVD ~ Brandon Routh
Preis: EUR 8,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Why the world needS Superman... and his films!, 31. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Superman Returns (DVD)
Es war Brandon Routh, der vom Plakat auf mich herablächelte und so gar nicht dem Bild entsprach, das ich mir von dem Mann aus Stahl machte. Fürchterlich das, so dass der vorher fraglos anvisierte Kinobesuch flugs gestrichen wurde. Es war auch gut so. Fünf Minuten habe ich nunmehr durchgehalten, bis mich diese ätzend langweilige und dröge Bilderfolge samt Atmosphäre gen Vorspultaste trieb. Stimmt ja, der Regisseur soll sich ja an dan alten Superman-Schinken mit Christopher Reeve orientiert haben. Orientiert ist gut, eins zu eins übernommen trifft's besser. Superman war fünf Jahre unterwegs auf der Suche nach Krypton und kehrt nun in eine Welt zurück, die ihm fremd ist. Wie auch dem Zuschauer. Man hat das Gefühl, dass der Film sowohl visuell als auch storytechnisch nahtlos an einer vorherigen Geschichte ansetzt, anstatt denn einzuführen und die Charaktere vorzustellen. Ich kenne die Superman-Welt von vor 30 Jahre nicht - und ich kenne diese irreale Uralt-Welt nicht, die mir der Superman 2005 so unprätentiös prätentiös auf's Auge drückte. Auch wenn ich Singers kompromisslose Konsequenz widerwillig bewundere, der Hommage fehlt leider jegliche Eigenleistung, jeglicher Charakter, jegliche Vision. Ein Superheld, der eine 30jährige Geschichte mitschleppt, und zu keinem Zeitpunkt vom Erdboden abheben darf.

Und doch, nach dem ersten Supermanauftritt wusste ich, zu welchen Szenen ich zielsicher vorspulte. Trotz des albernen Kostüms ist Brandon Routh (Mea culpa.) ein formidabler Superman, dessen kometenhafte Auftritte das Superhelden-Fangeek-Herz aufblühen ließen. Woah, welcher Superheld vermag es, eine Boing aus der Luft abzufangen, mit Schallgeschwindigkeit durch die Lüfte zu brettern und mit seinem Röntgenblick in jede Mädchenumkleidekabine zu schielen? Yes, it's Superman. Ich habe jeden einzelnen Auftritt genossen.

Über den Rest breite ich den Mantel des Schweigens. Story: nonexistent. Spannung: nonexistent. Finale: nonexistent. Lex Luthor: Luftnummer und da ist's mir wurscht, ob Kevin Spacey die Billiardkugel verkörperte. Clark Kent: Ein Trottel. Lois Lane: Hm. Kate Bosworth war nicht halb so nervig wie erwartet, aber sie ist halt ein Püppchen und keine Frau. Andere Protagonisten: überflüssig. Ein seltener Pluspunkt: Superman fällt bei der Kontamination mit Krytonit nicht gleich wie eine gefällte Eiche um à la diese Smallville-Pfeife.

Fazit:

Ohne Frage! Es wurde allerallerallerallerallerallerallerallerallerallerallerallerallerallerallerallerrhöchste Zeit, dass der mächtigste aller Superhelden auf die große Leinwand zurückkehrt. Und sei es auch nur, um Hoffnung auf gelungenere Fortsetzungen zu geben. Deswegen weigere ich mich auch im Angesichte eines derart gnadenlos vergurkten Auftrittes schlichtweg, diesem Film weniger als drei Sterne zu geben, hat er doch bewiesen, dass die Welt (und Superhelden-Geeks wie meinem seiner ;-) Superman braucht. Welcome back, boyscout!
Kommentar Kommentare (19) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 7, 2010 4:24 PM CET


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