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Rezensionen verfasst von
Chilischote

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Die Legende Von Aang [Blu-ray]
Die Legende Von Aang [Blu-ray]
DVD ~ Noah Ringer
Preis: EUR 9,99

4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Dreifache Schande für Shy..usw.usf., 23. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Legende Von Aang [Blu-ray] (Blu-ray)
Halbe Sachen kennt der gute Mann nicht, hat der Knabe doch tatsächlich

1. Drehbuch
2. Produktion
3. Regie

übernommen und ist diesbezüglich bewundernswert vollständig gescheitert.

Wer bei der Kritik an dieser "Avatar-Realverfilmung" tatsächlich noch den Vergleich zur irre guten Anime-Serie ziehen muss, ist wirklich nicht mehr zu retten, denn der vorliegende Film ist aus sich heraus so hundsmiserabel, dass es auf den berühmten Vorgänger nicht die Spur ankommt. Ausgerecht Shy..usw., den ich seit "The Sixth Sense" und "Unbreakable" als genialen Handwerker feiere, führt sich hiesig auf wie der letzte Dilettant: eine lieblos abgespulte Geschichte aus unausgegorenen Handlungsfetzen, hölzerne untalentierte Darsteller, auswendig gelernte Dialoge ohne jede Persönlichkeit und grottigste CGI-Effekte. Allein Dev Patel und sein Onkel hinterließen noch ansatzweise Eindruck, indem sie ein Minimum an Emotion in ihre Gesichtszüge legten.

Zutiefst seelenlos, massiv konstruiert und ohne jedes Herz. Solch billigen Mist sollte man noch nicht mal Kindern andrehen. Mir graut bereits vor dem zweiten Teil.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 3, 2012 8:41 PM CET


G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra
G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra
DVD ~ Dennis Quaid
Preis: EUR 5,55

15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hätte ich als 6-jähriger geliebt..., 23. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra (DVD)
US-Popcorn richtet sich an das Kind im Mann. "G.I. Joe" geht noch einen ganzen Schritt weiter: Es richtet sich direkt an das Kind. Bewundernswert konsequent.

Ob schwertschwingende Ninjas, Robot-Anzüge, Geheimbasis in der Wüste, Kabummknarrren, Rotschopf mit Laserarmbrust, unsichtbarer Rotschopf oder nur wohlgeformter Rotschopf - alles dabei, was das Bubenherz begehrt. Selbst pubertierende Jungens erhalten mit Sienna Miller als üppige Brünette im hautengem Lederoutfit samt Knarre und knuffiger Hornbrille die Erfüllung ihrer (oder sind's nur meine) Scharfe-Lehrerin-Phantasien. Mei o mei.

Natürlich ist G.I. Joe ganz und gar schwachsinnig und lässt jedes Hirn explodieren, dass zu lange über die Handlung (Höhöhö), Charaktere (Höhöhö) oder den Meisterplan der Bösen (Höhöhö) nachdenkt. Aber sich darüber zu echauffieren, hieße zu kritisieren, dass kleine Mädels nun mal gern mit Barbies und kleine Buben ebenso gern Krieg spielen. Ist also nicht.

Wenn ich nun das eine oder andere Sternchen abziehe, dann darum:

1. Wer zum Teufel hat diese lächerliche Flasche an Channing Tatum mit seinem wehleidigen Bubigesicht als Hauptheld eingeladen? Und ihn "Duke" genannt? Jeder Verwaltungsbeamte hat mehr Charisma als diese Nullnummer. (*wurgs*)

2. Bei solch hirnrissigen Mist erwarte ich soviel Tempo, Spannung und Testosteron, dass ich NICHT EINE EINZIGE SEKUNDE die Chance habe, über den Film nachzudenken. Habe ich aber. Mehr als nur einmal. GANZ GROSSER MIST! *schnief*

Fazit:

Ich mochte den Rotschopf. Zwei Sterne von meinem mal freiwillig, öfter aber unfreiwilig amüsiertem inneren Kind.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 4, 2013 2:16 PM MEST


Vorbilder?!
Vorbilder?!
DVD ~ Seann William Scott
Preis: EUR 10,49

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwing das Schwert und erspähe das Dekolleté..., 16. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Vorbilder?! (DVD)
Der optimistisch minderbemittelte Suffkopp Wheeler (Sean William Scott) und sein erzpessimistischer Midlife-Crisler-Kumpel Danny (Paul Rudd) bauen bei dem Versuch, verstrahlte grüne Ochsenmilch an Kiddies zu verkaufen, großen Mist und dürfen dafür Sozialstunden als Ersatz-Große-Brüder hilfsbedürftiger Buben spielen.

Der Eine erhält einen 30-cm-Hip-Hop-Rotzlöffel, der Andere eine Real-Life-Rollenspiel-Schwertschwing-Brillenschlange. Der Eine lernt über die gemeinsame Verehrung der weiblichen Brust Verantwortung, der Andere endeckt über die kindliche Freude auch den Spaß am Leben wieder.

Es ist eigentlich faszinierend wie unvorbildlich armselig der Humor "gelungen" ist. Mäßige Gags, ein lahm dahinhinkender Plot und bestenfalls müde Schmunzler stellen die magere Ausbeute von "Vorbilder" dar. Und doch, der Film hat was: Zwei einfach nur zum Hinknien verpeilte Hauptdarsteller, deren Situation an sich so komisch ist, dass ich ob des unfreiwilligen Humors mehr als nur einmal herzhaft lachen musste. Ja, der "Stiffmaster" ist ein herrliche Nummer und Paul Rudd steht ihm mit seiner seriös versauten Art kaum hinterher. Nur der viele Honig...? Sicher, ein Happy End ist Pflicht, aber wieso man aus den zwei Knalltüten nun zwei Heilige machen musste erschließt sich mir nicht. ("Ich tue es nur für die Jungs!" Bäh.) Wohldosierte Reife wäre vorzugswürdiger.

Fazit:

2,5 Sterne - wohlmeinend aufgerundet, weil ich den Film dann doch ganz gaanz leicht auf der Haben-Seite sah.


Luther
Luther
DVD ~ Joseph Fiennes
Preis: EUR 5,97

14 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der Reformator, die Kirchenmafia und ein Feldzug im Namen des Laientheaters, 15. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Luther (DVD)
Kurzzusammenfassung:

Am Anfang des 16. Jahrhunderts hat der Antichrist, bisweilen auch Teufel oder Belzebub genannt, die Welt übernommen. Da steht der letzte Gerechte auf Erden auf und zieht gegen ihn zu Feld. Sein Name: Martin Luther. Sein Schicksal: Reformator.

"Luther" ist

1. ganz und gar nicht zu meinem Wohlgefallen.
2. zu rasant vollgestopft mit Ereignissen, um auch nur annähernd einen Charakter entwickeln zu können.
3. leider zu banal und hoffnungslos aufgesetzt, um auch nur ansatzweise Spannung oder Dramatik zu entwickeln.
4. ein ambitionierter Name samt oberflächlichem auf ernsthafte Tiefe getrimmten Laientheater.
5. gescheitertes Popcornkino.
6. kein Ansatzpunkt zur Beleuchtung der historischen Gestalt und fern historischer Authentizität. (Diesen überflüssigen Punkt - schließlich ist Hollywood mit an Bord - erwähne ich nur, weil mir bei dem Gedanken graust, dass dieser Streifen in Schulen zur Thematik Reformation herangezogen werden könnte. Liebe Lehrer, Ihr seid gefordert. ;-)
7. der eher blamable Versuch einem großen Mann ein strahlendes Denkmal zu setzen, und diesen dabei doch zum selbstgerechten Einfaltspinsel degradiert.
8.-94. ...
95. mit tadellosen *hüstel* Kostümen und Kulissen ausgestattet.

Im Einzelnen:

"Hier stehe [bzw. sitze] ich und kann nicht anders." Recht hat der gute Mann und an der Stelle möchte ich alle fundamentalistischen Evangelikalen (Was bin ich doch froh, dass die Amis zu faul oder whatsoever sind, andere Sprachen zu lernen.) und Extremfreunde dieses Streifens vorwarnen, dass ich mich nach zwei Stunden derartigen Schmarrn's weder in sonderlich gnädiger noch diplomatischer Laune befinde.

Aber egal, zurück zu Luther und einem der hydraköpfigen Grundprobleme des Films schlechthin: Die Zeit reicht durch die Bank nicht. Ein Blitz vom Himmel, er wird Mönch. Ein Besuch in Rom, er wird zum Heiligen. So schnell kann man gar nicht mitgucken, wie flott der gute Mann sein Leben durch(sch)reitet. Schande aber auch, dass sich Rom schon nach den ersten zehn Metern von seiner besten oder soll ich sagen einzig *tärää* wahren Seite zeigt: herumhur*nde Bruder, verdummtes ausgebeutetes Volk, dekadenter Kirchenadel, einen Ablasshandel im ganz großen Stil und einen Papst, der in goldener Ritterrüstung umher reitet. Au Backe Bruder Martin, was sind das nur für böse Leut' und dekadentes Pack? Auf, eil geschwind, die Christenheit braucht Dich. So eilt der gute Bruder Martin gen Heimat in Wittenberg und wird für seine ersten kirchenkritischen Töne zum Gelehrten in Wittenberg ernannt. Ab da geht die Post ab: Selbstmörder, die nicht anständig beerdigt werden dürfen, bettelarme Mütter ohne Kerl, schamlose Finanzexperten der Kirche und ein betrügerischer Ablasshandel... herrliche Steilvorlagen, die Bruder Martin auch unverzüglich zu nutzen weiß. Und weil er ein ganz Guter ist (und vom Drehbuch keine Zeit bekommt), kann er gar nicht schnell genug das Mäntelchen seiner Religion und jahrelang treu befolgter Lehre abwerfen. Auf die Vertiefung seiner schließlich nur epochal historischen Entscheidungen kann ja gut verzichtet werden. Wenn man denn einen Hauch an persönlicher Zerrissenheit, emotionaler Bedrängnis und innerer Kämpfe sucht, dann kann ich nur auf ein paar Zwiegespräche mit dem "Teufel" in der Klosterzelle verweisen, in der er sich unter orgiastischen Verrenkungen wohl zu hinterfragen sucht!? Ob's nun aber der Teufel, mangelnde Hygiene oder die olle Klaustrophobie waren, kann ich so genau nicht sagen, 's sah jedenfalls arg amüsant aus. Klingt eindimensional, ist es auch. Aber entschuldigt, was bin ich wieder kleinkariert, meiner Treu, denn wenn die Bösen so offensichtliche Meistersünder sind, kann der Gute doch auf das Aufzeigen eigener Motive gut und gern verzichten. Und wenn ich ganz kleinkariert wäre, würde ich doch glatt behaupten, dass dieser Luther genau so selbstgerecht und blasiert ist wie der korrumpierte Kirchenadel. Mach ich aber nicht, 's geht ja schließlich um Luther und der hat mit seiner hoffnungslos blassen Darstellung und der Non-Stop-Hohle-Phrasen-Drescherei genug zu leiden. Doch, doch, der von mir sehr geschätzte Joseph Fiennes zeigt mit seinem schwermütig asketischen Blick mehr Präsenz im Schweigen, als seine hochgestochene Weisheiten und seiner zum Scheitern verurteilten Versuche, sich auch nur den Hauch einer Identifikationsfigur zu geben, denken lassen. Aber wer ist eigentlich dieser Christus, von dem er immer wieder spricht? Erschien es mir doch eher so, als würde er vielmehr auf jede Steilvorlage die Antwort geben und irgendwie so ganz nebenbei npch eine neue Religion aus dem Ärmel schütteln. Apropos neue Religion, e-i-g-e-n-t-l-ic-h will er das ja alles gar nicht und die politischen Folgen sind auch alles andere als offensichtlich, aber als waschechter Idealist in heiliger Mission darf man sich schließlich auch einmal blind stellen und den Zuschauer mit tränentreibenden Momenten erfreuen. *schnief*

Ein wahrer Christenmensch ist er übrigens auch, die Perfektion in Person. Ich denke zu gern an diese warmherzige Episode zurück, als eine Bettlerin ihr letztes Geld in einen Ablassbrief investierte und sich glücklich davon trollen wollte. Luther stellt sich ihr entgegen, belehrt sie im heiligen Zorn über den Trug des Ablasshandels und dampft mit dem Ablassbrief davon. Dass er die gute Frau im naiven Glauben und ihres allzu kurzen Glückes beraubt zurück lässt, ihr noch nicht einmal eine verständliche Erklärung gibt und damit insbesondere ihren Glauben, dem sie vollen Herzens anhängt, a bissel unsensibel (Ich weiß, ich weiß, er ist ein Kerl.) durch den Dreck zieht, ficht den aufrechten Christenmensch nicht an, hat er ihr doch immerhin den Geldwert für den Brief zurückerstattet. Geld und Glauben, woher kommt mir das nur so bekannt vor, hm?

Steilvorlage - selbstgerechte Empörung - große Worte, so funktioniert der Einheitsbrei. Yeah! Wie schon xsagt, keine Zeit für mehr: Wasser predigen, Wein trinken. Eieiei. Wenigstens wird Luther von seinem Anhang und Gegnern adäquat unterstützt. Ihre Begeisterung, sich in mittelalterliche Trachten zwängen müssen, zeigen sie allgemein in großen leeren und unglaubwürdigen Gesichtern und einer bewundernswert hölzernen Darstellung. Dass sie ihre Phrasen ebenso emotionslos wie leiernd herunterbeten, versteht sich dabei von selbst, man hat ja auch seinen Stolz. Brav auswendig gelernt. Nachdem der fähige Alfred Molina nur ein Kurzauftritt als feuriger Steuereintreiber vergönnt war, kann am ehesten noch Sir Peter Ustinov als nettes seniles Großväterchen und nebulöser Förderer Luthers einen charmanten wenn auch reichlich überflüssigen Eindruck hinterlassen. Seine Motive bleiben im Dunkeln. Aber wer braucht schon Erklärungen? Es geht schließlich um die "Wahrheit", was immer das auch sein mag, und da werde ich mich hüten, den Helden dieses Stückes zu hinterfragen. Ebensowenig wie ich die albernen Revoluzzer, die ach so tränentreibenden Bauernmassaker, die Jagt-den-Kleriker-Aufstände, das zu Heilsbringern hochidealisierte Fürstenvolk und die glanzvolle Romantik ("Wir musizieren gut zusammen...") thematisieren werde. Den Vogel schlechthin schießt im Übrigen ein Deutscher ab. Wahrlich, ich habe schon viele Absonderlichkeiten über die damaligen Päpste vernommen, aber wie Uwe Ochsenknecht durch seine schiere Präsenz das Papstum in die höchsten Weihen der Lächerlichkeit befördert, dafür gebührt ihm meine ganze Anerkennung. Well done, Uwe.

Bleibt mir nur noch die Ehre, die DVD zur Hand zu nehmen, sie mit einem ernst-mildem Blick zu betrachten und sie in bester lutherischer Tradition gen Boden entschweben zu lassen. Über die Schulter und zu den Knochen, versteht sich. Mahlzeit!
Kommentar Kommentare (26) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 19, 2013 12:32 PM MEST


Prince of Persia: Der Sand der Zeit
Prince of Persia: Der Sand der Zeit
DVD ~ Jake Gyllenhaal
Preis: EUR 8,97

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Reise in eine Zeit, als ich noch an Wunder glaubte..., 11. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Prince of Persia: Der Sand der Zeit (DVD)
Als der Trailer zu "Prince of Persia" erschien, warf ich einen einzigen langen Blick auf den Hauptdarsteller... und schnaubte verächtlich. Zu albern, unreif und dummgut erschien mir Jake Gyllenhaal, als dass ich ihm die Hauptrolle dieses Epos zutrauen könnte. Ein Prinz? Eher ein betrunkener Kameltreiber! Der Clou ist: ich hatte recht und lag dennoch fürchterlich daneben. Sicher, "Prince of Persia" hat keinen Funken Charakter, vertritt uraltmodische Werte, ist leicht vorhersehbar... und ist damit das lupenreinste Märchen, dass mir seit so angenehm russisch dominierten Babajaga-Zeiten vor die Pupillen spazierte: der betrunkene Kameltreiber als edler Prinz, die schöne messerscharf bezungte Prinzessin, der weise König, der verräterische Bruder, der wackere Kämpfer, der düstere Handlanger, die treuen Gefährten, etc. etc.

Märchentypisch gibt es keine Charaktere, sondern Rollen, aber was für wunderbare Figuren das doch sind. Vom stoischen Messerwerfer bis zum ausgefuchsten Araber, sie haben mich, der ich sie anfangs noch so ausgiebig begähnte und mir ob meiner präzisen Vorhersage selbstzufrieden auf die Schulter klopfte, in Gänze besiegt. Tja, zu früh gefreut. "Prince of Persia" erschafft sich mit langen Atemzügen eine Welt voller bezwingender Magie, die Träume erschafft und an Wunder glauben lernt. Eine mitreißende nicht lang genug währende Reise durch phänomenal schöne Wüstenlandschaften und gewaltige orientalische Städte, schillernde Basare und taufrische Oasen, unberührte Bergtäler und gleißende Naturerscheinungen, wilde Jagden über Dächer und schlitzohrige Streiche. Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse geht in die nächste Runde - eine Runde die wunderbarerweise nicht durch ein deux-ex-machina-Finale, sondern durch das so unvernünftige und doch so lohnende Vertrauen in einen anderen Menschen gerettet wird. Unvergleichlich kitschig, schlichtweg schön. "Prince of Persia" hat viele Fehler, aber nicht einen einzigen, der sich nicht dergestalt präzise in die märchenhafte Atmosphäre einfügt, dass sich diese wunderbare Märchenwelt ohne auch nur einmal zu straucheln bis zum bittersüßen Ende zu steigern weiß. Kindlicher Überschwang, schicksalhaftes Drama und unendlich viel Herz: lasst Euch darauf ein... oder eben nicht. ;o)

Fazit:

Es mag am fortschreitenden Alter oder dem übermäßigen Genusse edler Hopfenschale liegen, aber während des Schauens kam mir der reichlich skurrile und irgendwie so ungute Gedanke nicht, mir fest vorzunehmen, dass ich - sollte ich jemals Vater eines prächtigen Sohnemannes werden - diesen ungefragt im Bubenalter in den vorliegenden Film schleifen werde, um mich daran zu ergötzen, wie er hierbei ebenso große Augen bekommt, wie das leicht verpeilte Zwei-Meter-Kind, das gerade diese Rezension darnieder tippt.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 27, 2011 8:30 PM CET


Solomon Kane
Solomon Kane
DVD ~ James Purefoy
Preis: EUR 9,67

9 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Frauenkino: Charismatischer Schurke wird zum öden Edelbauern, 8. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Solomon Kane (DVD)
James Purefoy aka Solomon Kane ist die Art Schurke, dem man begeistert die Daumen drückt, wenn er zahllosen aufrechten und unschuldigen Bürgern kräftig in den Hintern tritt: schwertgewaltig, grausam und unheimlich diabolisch. Als der so vom Schicksal gesegnete Kane bei einer Plünderung vom leibhaftigem Bösen in Form der Schwarzkapuze aus Scream verflucht wird, rieb ich mir schon in Vorfreude die Patschehändchen. Yeaaaaaaaah, dachte ich mir: Schwarzer Mann vs Schwarzer Mann: Round One! *gong*

Nujoh, mein "Yeaaaaaaah" verlor zunehmend an "a"s als Kane dem Bösen nicht in die Visage lachte, sondern angstschlotternd einen kurzen Stopp im Kloster einlegt, dortigst auf den Hoftätowierer statt auf ein zünftiges Kreuz um den Hals vertraut und ratzefatz wieder das Kloster verlässt: äußerlich als Ex-Knastie, innerlich als Pazifist. Getoppt wird diese überstürzte 5-Sekunden-0815-Wandlung noch von Kanes Anschluss an eine Gruppe naiver Elite-Quäker (doch, doch, Pete Postlethwaite als Holy-Quäker hat definitiv was: Friede seiner Asche), die friedlich und mit schnuckelig jungfräulichem Töchterlein durch ein *na hoppla* zombie- und dämonenverseuchtes Ländchen fahren. Das Böse lauert hinter jedem Strauch...

Machen wir's kurz. Der Hauptheld stimmt und der Hauptheld stimmt. Gebt dem Mann Schwertarbeit und so viel kann im Grunde nicht schiefgehen. Dusseligerweise setzen die ollen Macher einen so hirnrissigen, selbstverfreilich auf erzcool getrimmten und so gähnend langweiligen Schmalspurplot, dass mich der nunmehr endlos metzelnd durch die Gegend reitende Soloman Kane irgendwann nur noch anödete. Letztlich diente das dumpfe Dauergereite nur noch dazu, das Filmchen ohne jeden funktionierenden Spannungsbogen e-n-d-l-o-s in die Länge zu ziehen, bis es e-n-d-l-i-c-h Zeit für den "großen" Showdown wurde. Autsch, ich meine Gähn. Die ersten fünf Minuten und die letzten fünf Minuten hätten prinzipiell einen einigermaßen gelungenen Kurzfilm abgegeben. Aber mit der gelangweilt präsentierten klebrigen Füllmasse dazwischen: keine Chance. Zwei Sterne für den so lieblos verbrannten Hauptprotagonisten.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 10, 2011 11:35 PM CET


New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde
New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde
DVD ~ Stephenie Meyer
Wird angeboten von mecodu
Preis: EUR 6,94

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Oooooh Edward, Du feiges Würstchen, erscheine in Schall und Rauch! Aber pronto!, 6. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde (DVD)
Menschenkind Bella und Vampirpuderquaste Edward sind sich einig: Nichts aber auch gar nichts kann ihre unsterbliche Liebe auseinander bringen. Nichts? Nun ja, nicht ganz. Als Edwards Brüderchen Jasper bei einer offenen Wunde Bellas in einen akuten Blutrausch gerät, versucht er Bella wenig gentlemanlike zu vernaschen. Da Edward als echter Kerl nicht zulassen kann, dass seiner Liebsten etwas passiert, nimmt er mit dem charmantesten Beziehungsabbruch seit der Erfindung des SMS-Schlussmachens dezent Abschied von seiner Traumfrau:

"Kannst Du mir etwas versprechen? Bella mach' nichts Dummes.... Dafür verspreche ich Dir im Gegenzug etwas."

--- An der Stelle habe ich doch tatsächlich etwas Tröstendes für das arme Mädel erwartet, was nicht zuletzt ein bedenklich naives Licht auf mich wirft: ----

"Du hast mich jetzt zum letzten Mal gesehen. Ich komme nicht zurück."

--- Öhem... ist diese Art von "Trost" nicht leicht kontraproduktiv zum Vorhergesagten, ergo die personifizierte Einladung zu "Spriiing die Klippe runter, Bella, SPRING!!"? ---

Anyway. Dem missratenen Windbeutel fehlen nämlich nicht nur die E*** in der Hose, sondern er ist auch mit einem beklagenswert löchrigem Gedächtnis belastet. Mensch Eddy, wie konntest Du die rachsüchtigen Vampire aus dem ersten Teil vergessen, die sich allzu gern an Deinem Schnuckelchen gütlich tun würden? Nuja, passiert ist passiert. Außerdem kommt dieses kleine Malheure der vom Liebeskummer tsunamimäßig angeknockten und nicht gerade für ihre Intelligenz bekannten Bella mitsamt ein bisschen Lebensgefahr gerade recht. Hat sie doch entdeckt, dass eine Vision von Freund Eddy stets dann kurzzeitig wie ein Dschinn aus der Lampe erscheint, wenn sie sich auf extrem suizidäre Abenteuer einlässt. (Sagte ich eigentlich schon, dass die Frau nicht sonderliche helle ist? Ja? Gut! Dann kann ich mir nämlich Ausführungen zu ihren neugewonnenen Freizeitvergnügungen sparen.) Zu ihrer Erleichterung hat sie mit dem schwarzen Jacob einen Freund, an dessen haariger (upps!) Schulter sie ersten Halt und vielleicht sogar ein bisschen mehr findet. Man darf gespannt sein. Gääähn.

Ich sag's frei heraus: Hut ab! Ganz ehrlich, ich hätte nie, aber auch so was von nie gedacht, dass "New Moon" mich, rein objektiv gesehen, tatsächlich positiv überraschen würde. Stattdessen hatte ich mich schon diebisch darauf gefreut, mich wie im Vorgänger behaglich zurückzulehnen und gütlich an dem betont unfreiwilligen Humor einer handwerklich komplett verhunzten Teenieschmonzette zu weiden. Bedauerlicherweise haben Mütterchen Schicksal und Väterchen Weitz ganz anders entschieden, denn der neu inthronisierte ist handwerklich eben doch ein anderes Kaliber als die dilettantische Regisseuse vom verehrten Vorgänger. Die Inszenierung ist insoweit auch meisterlich gelungen und von Anfang bis Ende perfekt durchmodelliert - wobei ich allerdings der davon ausgehe, dass der von mir "genossene" O-Ton im Vergleich zu den heruntergeleierten Synchronstimmen einiges herausgerissen hat. Neben der handwerklich akkuraten Arbeit haben sich sogar die bis dato allein durch käsige Unlust aufgefallenen Darsteller auf zumindest ...öhem... existentes Schauspiel steigern können. Nicht gerade weltmeisterlich, aber auch der Kreisklasse muss man sich nicht schämen. (Die grüne Ashley sei ausdrücklich ausgenommen.)

Aber...und das ist ein großes ABER...sollte man sich keine Illusionen über den Maßstab hingeben, der hier zugrunde gelegt worden ist und zugrunde gelegt werden sollte. "New Moon" ist eine perfekt inszenierte Teenieschmonzette... und eben auch niemals nie mehr. Kein großes Drama, keine erlesene Schauspielkunst, keine authentischen Charaktere, keine epische Handlung, keine tiefgründigen Gefühle - sondern eine jugendlich banale Teenie-Lovestory, die ganz und gar ihre oberflächliche Natur zelebriert, die in der sog. "großen Liebe" schwelgt, ohne diese zu kennen, sich im endlosen Liebeskummer selbst zerreibt, schwülstige Dialoge herausfeuert, die mich den Kopf in den nonexistenten Wassereimer stecken liessen, banalisiert statt dramatisiert, unfreiwillig (und glücklicherweise ganz gewaltig) amüsiert, niemals höhere Sphären zu erklimmen versucht und damit fraglos ein tendenziell authentisches Bild diverser Teenie- und Hormonabenteuer abgibt, die der objektiv wertende Zuschauer zwar nahtlos nachvollziehen kann - die aber fraglos von echtem großen Liebesdrama ebenso weit entfernt sind wie diese Rezension von hehrer Literatur.

Fazit:

3,5 Sterne für eine objektiv durchweg gelungen inszenierte Teenie-Schmonzette, die bevorzugt ans weibliche Publikum gerichtet ist und sich in zwei Stunden hemmungsloser Banalität erschöpft - wobei ich mir allerdings erlaube, die güldenen Sternchen aufgrund der grandios durchkomponierten Jagdszene der feuerhaarigen Vampiresse samt bildgewaltig animierter Werwölfe wohlverdient aufzurunden.

Nachtrag:
Ich vergass, ich vergass, a bissel echte Tragik hat "New Moon" tatsächlich noch zu bieten:

SPOILER - Wie's zu guter Letzt aussieht, wird wohl auch die holde Bella bald den Fluch der zu jung gebissenen Vampire teilen und für die nächsten paar hundert Jahre die Dauerschulbank drücken dürfen. Und Edward kommt unter den Pantoffel. Unsterblichkeit hat ihren Preis. Indeed. ;-) SPOILER ENDE
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 8, 2012 9:35 AM MEST


Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen
Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen
DVD ~ Kristen Stewart
Preis: EUR 7,99

53 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ooooh Edward, Du böser Bube, errette Deine jungfräuliche Geliebte! Aber nicht beißen!, 6. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen (DVD)
Da war sie wieder, die unselige Neugier, die mich gen Twilight-Phänomen getrieben und ebenso desillusioniert zurückgelassen hat wie dazumals beim Töpfer-Harry und Dan the Brown. Bevor der geneigte Leser nun weiterzulesen gedenkt, seien noch vier wichtige Punkte angerissen: 1. Sei gewarnt! 2. Ich habe das Buch weder gelesen noch spielt es eine Rolle für mich. 3. Jawoll, ich bin ein Kerl. 4. Sei gewarnt.

Kurz zum Inhalt:

Bella Swan, eine unterkühlte Teenie-Braut, trifft Edward, einen eisgekühlten Vampir, der sich seit knapp 90 Jahren in High-Schools herumtreibt, anstatt sich deswegen behandeln zu lassen. Als Edward Bellas Leben rettet, verfällt diese seinem tonnenweise angebrachtem Make-Up - ein desinteressierter Blick Edwards in ihre ebenso desinteressierten Augen, und auch um ihn ist es geschehen. Der Jäger wird zur Beute. Böse fauchende Vampire tauchen auf und der strahlende Prinz eilt ohne weißen Gaul, aber mit zwei aufpolierten Fangzähnen bewaffnet, zur Rettung seiner Maid herbei.

Das Prinzip ist so banal wie es noch in 100 Jahren ein Erfolgsschlager sein wird: Die erste große Liebe. Eine makellos jungfräuliche Prinzessin. Ein arg böser Bad Guy, der unter seiner harten Schale ein sensibles süßes Jungchen verdeckt, das eigentlich nur gut sein will. (Ich glaub, mir wird schlecht.)

Aber gut, es handelt sich um eine Teenie-Schmonzette, da ist diesbezügliche Kritik grundsätzlich müßig - wenn nicht die Ausführung dieser Makulatur unter aller Kanone wäre: Die holde Bella, die so emotionslos wie ein löchriger Stiefel agiert und in deren Umfeld sämtliche Darsteller wie im Raum schwebende hölzerne Statisten wirken. Der coole Edward, der knapp 5 Minuten auf den Obermacker macht, um danach jämmerlich auf den Knien hinter seiner Bella herzukriechen. Ein selbstmitleidiger Knilch, der bei seinem Monolog über die tiefe Tragik seiner Existenz als Monster kaum die Tränen zurückhalten kann. Ein unheimlich gefährliches Raubtier, dessen Spitzzähnchen vor romantischen Anwandlungen und uneingenütziger Verweicheiung stumpf geworden sind. JÄMMERLICHER WASCHLAPPEN! Kurz: ein Liebespaar, das einander verdient und so gefühlvoll interagiert wie zwei Fischstäbchen im Tiefkühlfach. Da feuern die Leidenschaften, Baby, bei -20 °C! Liebe, Romantik oder auch nur glaubwürdige Gefühle - kalter Kaffee. Ich weiß nicht, ob man das Buch gelesen haben muss, um Gefühle entdecken oder überhaupt hineinprojizieren zu können, aber ich persönlich sehe nichts, keinerlei Chemie, keinerlei Verbundenheit - nur zwei unterkühlte Schauspieler mit zu viel Make-Up am Nordpol.

Was mich nun wirklich wundert?

Ausgerechnet in den heutigen Zeiten der Emanzipation ist ein dermaßen naiv verschlafenes und charakterloses Ding wie Bella Swan das Vorbild zahlloser Mädchenherzen? Der jämmerliche Waschlappen an Vampir der Traumprinz? Und dieses zutiefst oberflächliche Paar soll die große schicksalhafte Liebe sein, die neben weiblichen wohl auch männliche Leser zwischen 12 und 100 inbrünstig aufseufzen lässt - und nicht zuletzt zahllose Bücher verkauft? Meiner Treu, man muss sich nur den Namen "Bella Swan" oder auf gut deutsch "Schöner Schwan" auf der Zunge zergehen lassen. Ich sehe schon Alice Schwarzer vor mir, wie sie die bösen bösen Männer für nur einen einzigen Moment aus den Äuglein lässt, zufällig diese jämmerliche Mädchengestalt entdeckt und umgehend zur Schrotflinte greift. Das wird ein Fest.

Handwerklich ist "Twilight" seichter, billiger und gefühlsduseliger Quark ohne einen echten Hauch an Gefühl. Apropos Gefühl, im O-Ton sind die Stimmen zwar in der Tat um Welten besser - die Dialoge werden nevertheless nicht weniger lieblos heruntergeleiert, als hätte man die beiden Hauptprotagonisten auf Schlafentzug und unter Drogen gesetzt. Wahrscheinlich beides. Wie wohl kaum näher ausgeführt werden muss, sind die beiden Helden darstellerisch hundsmiserabel mies, und allein einzelne Mitglieder der Familie Cullen vermochten mich zu überzeugen. Als beinedruckend bleiben allein die furiosen Kamerfahrten über wild einsame Landschaften und der wummernde Soundtrack in Erinnerung. Ach ja, und Vampir-Baseball hat was, indeed.

Trotz meiner deftigen Kritik möchte ich mitnichten verschweigen, dass das Filmchen tatsächlich einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert hat - wenn auch ganz u gar unfreiwilliger Art - und ich mich streckenweise köstlichst amüsiert habe: Der ach so wunderschöööööne Edward, eine Schulpflicht für sonnig glitzernde u hochgestylte Model-Vampire, die das Pech hatten, zu jung gebissen zu werden, ein nicht nur wie ein Mädchen aussehender, sondern auch posierender Jung-Werwolf, der geheimnisvolle Reiz des Hinterwäldlertums.... und eine hemmungslos aufgesetzt wirkende Fokussierung auf die ach so große Liebe. Wo die sich wohl versteckt hat?
Kommentar Kommentare (27) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 16, 2012 11:00 AM CET


Eclipse - Bis(s) zum Abendrot (Fan Edition) [2 DVDs]
Eclipse - Bis(s) zum Abendrot (Fan Edition) [2 DVDs]
DVD ~ Kristen Stewart
Wird angeboten von Topbilliger
Preis: EUR 15,99

28 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ICH BIN EIN MANN UND LIEBE TWILIGHT!!!, 4. Januar 2011
Höhöhö, ja so isses. Und ich bin ein Fleischfresser, der zünftige Steaks mag, ein Sachse, der Bockwurst mit Kartoffelsalat verehrt.. ach ja, und ich bin heterosexuell und das ist auch gut so. So, jetzt aber jenuch der peinlichen Elogen à la Wowereit.

Es war Liebe auf den ersten Blick. Bellas leidenschaftsloser drogenvernebelter Blick von einem Plakat herab hatte mich schon in Twilight I unheilbar behext. Spätestens bei den drei Trendsetter-Spitzzähnchen Feuerlocke, Hip-Hop-Vamp und James Blond, die auf einem Fließband mit schnuffigen Wölkchen herangeschwebt kamen, und eine Partie Vampirbaseball verdelten, war ich Twilight & Konsorten rettungslos verfallen.

Jaja, Twilight. Das bringt uns zum hiesigen Filmchen. Selten so einen unfreiwillig komischen Unfug gesehen - selbst bei Hangover habe ich nicht ansatzweise so viel und laut gelacht. Und doch, Twilight hat seine Faszination für mich, wie jeder Hype um ein grottenschlechtes Werk, das nichtsdestotrotz Millionen zu paralysieren weiß. Warum eigentlich? Warum dreht sich das ganze wonnigliche Filmchen eigentlich um diese unscheinbare dumme Gans namens Bella? An der ist doch nichts dran, oder?

Esel ich! Da stelle ich mir die halbe Zeit diese Frage und habe damit die halbe Zeit die Antwort vor Augen: Ein unscheinbares dummes Ding - von einem tadellosen Gentleman hofiert und einem kernigen Naturburschen verehrt. Zusammen gegen Sinn und Vernunft, zusammen gegen die Welt. Ein banaler Jungmädchentraum ohne jeden Sinn und wichtiger noch ohne jede Tiefe. "Fehler dürfen gemacht werden, schließlich sind wir jung..."- feuert ein dummes Schulmädchen mit stupiden Revoluzzerstolz von der Kanzel hinab. "Macht Liebe.." Oh Gott.

Nur eines geht mir nicht in den hölzernen Schädel herein. Twilight und die liebe Liebe. Meiner Treu, was hier für steife P-h-r-a-s-e-n geschwungen werden, da hätte selbst ein Shalkespeare seine wahre Freude, bevor er sich mit einer Kugel durch den Kopf einen Rest an Gehirn zu retten weiß.

Klar, davon lebt Twilight: Das diese platte Phrasengedresche b-i-e-r-e-r-n-s-t genommen wird. Ich hab's versucht und es funktionierte... o Gott, welch hehre Liebe, welch trautes Paar... anderthalb Sekunden später machte es *klirr* und ich warf einen Blick auf dieses Jammertal, was sich unter den geschnurrten Plattitüden versteckt, und konnte nur noch hilflos auflachen.

"Desto größer die Lüge, desto eher wird sie geglaubt." Treu enough. Die sog. "Liebe" von Edward und Bella wird zelebriert, bezeugt, dauerbeschallt, heruntergeleiert, pompös ausgebreitet und endlos bekniet - und ist so falsch und unehrlich wie Champagner aus Burgund. Nicht ein einziges Mal konnte ich diesen Möchtegern-Verliebten ihre Rollen abnehmen. Keine Chemie, nur sinnfreies Liebesgeholze. Belle Bella springt von einem Kerlchen zum nächsten, trägt mal dessen Armband, um im nächsten Augenblick das nächste Jüngelchen am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen. Gottlob sind ihre Jungs ebenso platonisch wie sie heilig. Und weit und breit kein Mann in Sicht...

Schauspielerisch ist das Liebestriangel eine einzige Peinlichkeit. Eddie ist die kastrierte Hühnerbrust, Jakey hat seinen bockigen Kleinkind-Blick noch immer nicht abgelegt und Bella ist die gewohnte Eisprinzessin, die so emotional tot und abgeklärt divenhaft daherkommt, dass ich den Sieger beim Rennen um ihre Hand nur bemitleiden kann.

Unter'm Strich: unschlagbar amüsant der Film. Mir fällt auf Ehre kein weiterer Film geschweige denn ganze Reihe ein, bei der ich so oft schallend lachen muss und den Rest der nie wirklich langweiligen Zeit dergestalt dauerfeixe, -gluckse, -grinse,- schmunzele und die Mundwinkel so herrlich wohltuend nach oben verziehe. Augenblicke wie die trinitäre Nacht im Zelt sind einfach nur episch, episch und nochmal episch. Höhöhö.

Wenn ich allerdings einmal meinen gestrengen Blick von diesen lausigen Gestalten abwende, kann ich dem Regisseur nur die Ehre entbieten, die er auch verdient: handwerklich genial. Es ist erstaunlich, wie sich die Nebenfiguren langsam an ihr tragisches Schicksal als Schauspieler in dieser läufigen Reihe gewöhnen und ungewohnt auftrumpfen. War es sonst nur die grüne Ashley, so vermochte mich nunmehr der sonst so knuffige Jasper schwer zu begeistern. Irre gut, der Junge, unheimlich abgeklärt und cool. Auch Billy Burke als Bellas Vater und die anderen Cullens spielten auf ungewohnt hohem Niveau. Interessanterweise hat der Regisseur aus seinen Nebenfiguren eine "Tiefe" herausquetschen können, die ich angesichts des banalen Quarks durchaus gelungen fand. Wenn Eddies blondes Schwesterlein von ihrer Verwandlung zum Vampir berichtet, dann habe ich ironischerweise nicht die Spur grinsen können - vielmehr hat es mich erstaunlich bewegt, so dass es mich im Anschluss schwer geärgert hat, wie die dumpfe Bella ein "Ich verstehe Dich!" absondert, ohne dass sie auch nur ansatzweise echte Gefühle verstehen kann und die Tragik dieses Augenblicks - wie so ziemlich alle Augenblicke, an denen sie beteiligt ist - in den banalen Dreck zerrt.

Im Übrigen ist die Inszenierung schwer gelungen, die Kämpfe perfekt durchchoreographiert (mit Ausnahme der Porzellan-Vamps) und Musik& Kamera sind toll und toller. Ohne das Liebesdreieck hätte es glatt ein guter Film werden können.

Fazit:

4 Sterne für eine handwerklich perfekte Kriegserklärung an echtes Liebesdrama.

"Unsäglich platt" oder "grausig banal" wären zwar in der Tat die korrekten Bezeichnungen. Da es sich aber vorliegend um eine bügelbrettflache Teenieschmoranze handelt, ziehe ich nur einen Stern für die Falschheit des Liebesgebrabbels und die leider allzu verschenkte und noch bedauerlicherweise ausgetauschte Victoria ab.

Wer im Übrigen einmal ein echtes Liebespaar sehen will, der sollte sich die wenigen Szenen von Jasper & Alice anschauen, deren wenige Liebesbekundungen mit mehr Finesse und echter Emotion ausgefüllt waren, als diese jenen Kitsch-Hülsen.
Kommentar Kommentare (20) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 28, 2012 6:49 PM CET


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DVD ~ Masahiro Andô

3 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dumpfer Samurai adoptiert Satansbraten, 3. Januar 2011
Kurzinhalt: Kleiner Satansbraten im Zeitalter der Samurai wird von cool uniformierten Schuftikussen verfolgt und von einem abgerissenen Samurai gerettet, der sein Schwert niedergelegt hat.

Auweia. Wenn sogar Drei-Sterne-Rezen das Filmchen in alle Höhen loben, dann hält sich der olle Chili ausnahmsweise zurück und beschränkt sich bei seiner Kritik nur auf das Nötigste, sprich:

"Sword of the Stranger" ist über weite Strecken gähnend langweilig und schlichtweg platt.

Es ist immer ein Kreuz, wenn die Bösen teuflisch gut gelungen sind und den Guten damit den Spiegel vorhalten.

Die erste Hälfte ist der unfreiwilligen Partnerschaft des Jungen und des Samurai gewidmet... und dementsprechend ein einziger Graus. Ein kleiner undankbarer durchweg herumnölender Bub - wenn auch clever im Kindchenschema gezeichnet - nervt so unsäglich, dass der rettende Samurai entweder einen Dachschaden haben muss, um das durchzustehen, oder das mentale Training der Samurai noch wesentlich krasser ist, als ich bisher dachte. Fakt ist, ich habe nicht das mentale Training eines Samurai und stand dem Dachschaden aufgrund dessen wesentlich näher. Der Samurai selbst ist flach und nicht nur optisch weich gespült - aus seiner Vergangenheit wird leider deutlich zu wenig emotionale Tiefe herausgeholt. Verschenkt!

Ganz anders die Schurken. Clevere Dialoge, überraschende Wendungen und kleine Seitenhiebe in deren nicht wirklich undurchschaubare Motivation. Sie machten mir den Film sehenswert. Teuflisch gut!

Die Story ist simpel und ohne jede Überraschung. Die Optik selbst ist Geschmackssache. Mir persönlich hat die Gesichterzeichnung nicht wirklich gefallen. Die Nebengestalten sind enorm grobkörnig und lieblos entstellt, was sich bei den Schurken irnischerweise als erstaunlich passend erweist.

Ach ja! NICHTS FÜR KINDER! Es wird teilweise gesplattert bis der Fleischer kommt, ohne dass ich dieses brachial brutale Stilmittel auch nur ansatzweise als der Geschichte oder der künstlerischen Inszenierung hilfreich befand. Reine Effekthascherei.

Ein fantastischer Endkampf hat die Schwelle zu extrem wohlwollenden drei Sternen dann doch noch - wenn auch ganz ganz knapp - geknackt.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 5, 2011 1:05 PM CET


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