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Beiträge von Chilischote
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Chilischote

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RoboCop [Blu-ray]
RoboCop [Blu-ray]
DVD ~ Joel Kinnaman
Preis: EUR 12,99

7 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine Kartoffel in Alufolie, 3. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: RoboCop [Blu-ray] (Blu-ray)
Ulkig das, die Zweite. Da haben die Amerikaner waffengewaltige Roboter ausgetüftelt, die als Terroristenschreck und Übersoldat brillieren, und als einzige Nation der Welt weigern sich t-a-t-s-ä-c-h-l-i-c-h die gewohnt pazifistisch angehauchten US-Amerikaner, die Blechdosen als polizeiliche Friedenswächter zu engagieren. Einem Computer fehlt schließlich die Empathie und Emotionalität, um Richtig von Falsch zu trennen. Doch der smarte US-Amerikaner ist schließlich findig und sucht - und findet - die goldene Mitte zwischen Mensch und Roboter...ja wo?

Sachen gibt's. Karl Urban hat einen Charakterkopf, darf aber immer neuen "Judge Dredd" zu keinem Zeitpunkt den Helm abnehmen. Der hiesige Hauptheld Joel Kinnaman dagegen, hebt als "Robocop" sein Visier so oft an, dass man der wehleidig untalentierten Visage leider allzu schnell überdrüssig wird.

Mit einem Helden, der einem am Allerwertesten vorbeigeht, stirb der gesamte Film. Und wie bitter ist das bei all den wackeren alten Recken, die man an Bord bekommen hat?! Der eiserne Samual L Jackson verkörperte ein erschreckend gelungene Parodie von Glenn Beck, der die menschliche Blechdose mit "Amerika braucht Sicherheit und deswegen schießwütige Roboter"-Phrasen gewaltig protegiert, während Gary Oldman als eindimensionaler Gutmensch-Robocop-Doktor und Jackie Earle Haley als böser Anti-Robocop-Bube verheizt werden. Dass der schier aufdrängende Mix aus Emotion-Mensch-Maschine und das Touchieren ethischer Grenzen trefflichst verschenkt wird, ärgert mich allerdings weniger als die Tatsache, dass die Action-Komponente zutiefst mittelmäßig und ohne WOW-Effekt verödet. Was bleibt ist ein akzentloser Darsteller, dessen besondere Situation eigentlich keinen Menschen interessiert.

Go home, Robocop. GO HOME!


Winters Tale
Winters Tale
DVD ~ Colin Farrell
Preis: EUR 9,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rotschopf ahoi!, 2. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Winters Tale (DVD)
Schon ulkig das. Nur kurze Zeit ist es her, da denke ich mir ein noch hin und wech seiendes "Perfektion!", springe am gleichen Abend noch zu Filmkritikseiten, um meine (natürlich unbestechlich formidable) Meinung wohlformuliert bestätigt zu sehen und finde... beißende Kritik auf's Schärfste. Und das Beste ist, dass an der Kritik echt was dran ist. ;o)

"Winters Tale" erzählt die Geschichte des jungen Peter Lake (Colin Farrell), eines Kleinkriminellen, der auf der Flucht vor seinem gnadenlosen Boss ist und sich bei seinem letzten Gaunerstreich in einen charmanten jungen Rotschopf verliebt, die mit Brahms brilliert, als er gerade den Tresor "knackt". Wenn zeitlose Musik auf handwerkliche Brillianz trifft, kann das eigentlich nur in einer fürwahr unsterblichen Liebe münden. Dass dies auf zwei Zeitebenen geschieht, der junge Peter in den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse stolpert und nicht zuletzt Peter's dämonischer Ex-Boss Purley (Russel Crowe) immer 2,53 Meter hinter ihm ist, macht das Ganze allerdings kniffelig. Aber da ist stets noch ein weißes Pferd am Ende des Regenbogens...

"Hemmungsloser Kitch" trifft es aus den bitterbösen und ironiefrei fundierten Kritiken am besten. Volltreffer! Wenn ich ganz objektiv auf das Gesehene blicke, dann - mei o mei - ist das ein K-I-T-S-C-H. Schicksalhafte Liebe, Boy meets Girl, über alle Grenzen und Zeiten hinweg, usw. usf. Allerdings: wen interessiert`s? Denn, Asche auf mein Haupt, das ist ein so gut gemachter Kitch, dass ich hin und weg war, wider den Kritiken ein bestechende Chemie zwischen den Haupt- (und Neben)Charakteren wahrnahm, emotional fiebern meine Fingernägel reduzierte und erst wieder erleichtert aufzuatmen begann, als das Gute über das Böse siegte. So muss das sein.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 12, 2014 5:42 PM MEST


Doctor Strange
Doctor Strange
DVD ~ Frank Paur
Preis: EUR 10,49

3.0 von 5 Sternen Seltsam indeed, 7. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Doctor Strange (DVD)
Reichlich enttäuscht von einer wiederum bombastisch animierten aber leider zerflachten DC-Animationsverfilmung, blickte ich über den Tellerrand gen Marvel und wurde (leider ;o) nicht enttäuscht:

Dr. Strange ist ein hochtalentierter Arzt, ein Genie seiner Kunst... und ein erkalteter narzisstischer empathieloser Egomane, bei dem der letzte Funke an Menschlichkeit schon lange erloschen ist. Als er bei einem Unfall seine Hände, mithin die Werkzeuge seines Schaffens verliert, zerbricht der letzte Rest an Kontrolle. Er verkommt im Elend und sucht eine letzte Hoffnung in einem tibetanischen Kloster, deren Bewohner über besondere Fähigkeiten verfügen. Doch bevor aus Dr. Strange "Dr. Strange" wird, steht zunächst Böden schrubben und Steine schleppen auf dem Programm.

"Dr. Strange" ist ein eigenartiger Film. Die Animation ist unangenehm auf "alt" und unspektakulär farbarm getrimmt, die Choreographien sind mittelprächtig, der "Held" ist ein ekelhafter unsympathischer Zeitgenosse, die Figuren sind fast durchgehend eindimensional und die Geschichte ist die schnörkellos verlaufende Ausbildung eines berühmten Marvel-Helden im Stile von Karate Kid & Mr. Miyagi. Und doch hat mich dieses anfangs schlicht langweilende Filmchen mit der Zeit gebannt und aufrichtige Anteilnahme an seinen Helden geweckt. "Dr. Strange" schafft es, hinter der schlichten Fassade einen "Mythos" zu schüren, die Faszination an der "Magie" und die Freude am "Überirdischen", wo Zauberei real und die "Guten" gegen schwarze Monster aus der Unterwelt kämpen.

Eine angenehme Überraschung.

PS: Das Cover der DVD bleibt trotzdem reiner Etiketten-Schwindel.


S.W.A.T.: Firefight
S.W.A.T.: Firefight
DVD ~ Kristanna Loken
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Inspiriert wie eine Kartoffel, 20. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: S.W.A.T.: Firefight (DVD)
Keine bekannten Namen an Bord eines Filmes zu haben, spricht prinzipiell nicht gegen ein Film. Nach diesem Filmchen könnte man jedoch glatt auf die Idee kommen, dies zum Prinzip zu machen.

Ein Super-Duper-SWAT-Offizier (einigermaßen talentiert: Gabriel Macht) kommt nach Detroit, um die dortigen SWAT-Dumpfnasen zu trainieren. Es gibt die üblichen Trainingseinheiten, Männergespräche und Hahnenkämpfe, bis unser Held einen einst als T-1000 gefürchteten Psychopathen gegen sich aufbringt, was in einem lauwarmen Finish mündet.

Die langgezogene Story ist halbgar, aber nicht von so unsäglichen Logiklöchern gezeichnet, dass man den Kopf in den Wassereimer stecken möchte. Ein einigermaßen inspirierter Cast und solide Action hätten tatsächlich etwas reißen können. Leider sind die Figuren charakterlose langweilige Gestalten, die Dialoge uninspiriert und die Action schlichtweg unterklassig. Der T-1000 ist müde geworden und wirkt so gefährlich wie eine Kartoffel. Ohne echte Bedrohlichlichkeit bleibt der letzte Rest von Spannung auf der Strecke.

Den zweiten Stern spendiere ich, weil es schauderhafterweise wesentlich schlimmeren Murks gibt.


Ich bin Nummer Vier
Ich bin Nummer Vier
DVD ~ Alex Pettyfer
Preis: EUR 6,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Originelle intellektuell anspruchsvolle Sci-Fi-Utopie, 18. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Ich bin Nummer Vier (DVD)
Storyzusammenfassung: Junger Schönling kommt in ein gottverlassenes Kaff, gibt sich als mysteriöser Schweiger, verdreht der Dorfschönheit den Kopf, verprügelt den natürlich als Quarterback tätigen Schulschläger, freundet sich mit dem bemitleidenswerten Looser vom Dienst an und ist zum Schluss der große Held. Einzige Originalität: er ist ein Alien und wird von zweibeinigen Kaulquappen verfolgt.

Die erste Hälfte - junger Schweiger erringt Dorfschönheit - ist nett. Bereits tausend mal gesehen, aber nach wie vor ein so unschlagbar "romantisches" Konzept, dass wir es noch geschätzte zwei Fantastilliarden Mal sehen werden. Die zweite Hälfte - nennen wir sie "Jetzt kommt der Plot." - ist ein so konfuses wirres Durcheinander, als würde ein Dreijähriger seine Dinsosaurier aufeinander loslassen.

Es wird mystisch gebabbelt, hysterisch durch die Gegend gerannt, ein wenig gemetzelt und die Guten siegen. Die sympathischen eingermaßen talentierten Hauptdarsteller werden von den unsäglich lächerlichen Schurken und dem noch unsäglicheren Sancho-Panza-Nerd wieder aufgewogen. Wirklich herausstechen tun eigentlich nur die nett durchchoreographierten Kämpfe nebst Spezialfähigkeiten des/r Helden.

Fazit:

Nette Teenieromanze, die in der zweiten Hälfte einem hirnrissigen Kiddie-Tohuwabohu zum Fraße vorgeworfen wird. Was der völlig unterforderte Timothy Olyphant bei diesem Unfug verloren hatte, das werden nur Gott und sein Scheckbuch wissen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 9, 2014 9:57 PM CET


Ganz weit hinten
Ganz weit hinten
DVD ~ Steve Carell
Preis: EUR 5,97

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nr. 5 - Die Sam-Rockwell-Show, 4. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Ganz weit hinten (DVD)
Was ist der e-r-s-t-e Gedanke, der Ihnen durch den Kopf schießt, wenn Sie jmd. fragen würden, wo Sie sich auf einer Skala von 1-10 selbst sehen würden...? Halten Sie diesen Gedanken fest und fragen Sie sich, was er über Sie aussagt.

Duncan ist ein 14-jähriges Scheidungskind und wird in den ersten Sekunden dieses Films von Trent (Steve Carrell), dem neuen Freund seiner Mutter (Toni Collette), obiges "gefragt" und Sekündchen später zu einer "3" disqualifiziert. Hell yeah, so baut man eine Vater-Sohn-Beziehung auf. Die ersten Tage im Ferienhaus am Strand mit seiner Mutter, seiner versnobten Bitch an Stiefschwester und dem Ekel an Stiefvater sind die Hölle. Aber um ehrlich zu sein, Duncan ist auch ein gruseliges Kind: ein absolutes Muttersöhnchen, egoistisch, antriebslos und mit so einer teigigen Hackfre**e gesegnet, dass man der hungsgemeinen "3" glatt zustimmen möchte. Sorry!

Ganze 19 Minuten suhlt sich das Familien(?)-Drama im Elend seiner Protagonisten: die Erwachsenen frönen dem Selbstbetrug, Glück ist Schein und Duncan ist Duncan, bis es die wohlfeilen Worte "It sucks!" auf den Punkt bringen. Kurz darauf verirrt sich der orientierungslose Duncan in das hiesige Strandbad, wo ihm der Bademeister Owen (Sam Rockwell) unter seine Fittiche nimmt und zum Teil der verkorksten Strandbadfamilie macht. Ehrlich, ich konnte nie verstehen, wie man in Iron-Man II diese abgewrackte Labertasche tatsächlich mögen konnte. Man lebt und lernt. Denn Sam Rockwell...nun...rockt. Ein verantwortungsloser Feel-Good-Tunichtsgut, der mit seiner schnellen Klappe berstende Lacher diametral zur Tragik erzeugt... und es passte wie die Faust auf's Auge. Gott, jedes einzige Mal, wenn die Tragik schier erdrückend schien, kam Sam Rockwell und heiterte die Stimmung sowohl außerhalb als auch innerhalb des Filmes auf, ohne diese ins Lächerliche zu ziehen. Ein exzellentes Timing. Ohne ihn und seine umwerfende Performance hätte sich dieser Film schlicht und einfach zu Tode tragödisiert. Er steht stellvertretend für den Fun-Park - für Menschen wie Duncan das Paradies, Erholung & Freiheit, für die angestellte Kampfmannschaft aller Feel-Dood-Stimmung zum Trotz ein Ort, der sie zurückhält und mitleidlos umklammert hält.

Der erste Stern fällt, weil das Damoklesschwert der Tragik gar zu bleiern und mitleidslos über den Protagonisten hing. Einen weiteren Stern ziehe ich ab, weil es sich der Film bisweilen zu einfach machte, denn Duncan als Scheidungs- und Mutter-Kind braucht keinen unsymapthischen Stief-Vater, um diesem den Kampf um die Zuneigung seine Mutter anzusagen. Viel interessanter und ergiebiger wäre es gewesen, Trent ein klein wenig mehr Charakter zu verleihen, weil seine Mutter dadurch nicht zu einem tragischen Dummchen bagatellisiert worden wäre und die Probleme von Duncan nevertheless nicht minder ausgefallen wären.

Einen Stern wieder drauf gibt es für dreimal dürft Ihr raten für wen und die Szene, in der eine bislang charakterlich gänzlich verschenkte Bitch ihrer Stiefmutter beim Abwaschen hilft. Eine Szene, die mich schwer überraschte - aus dem Kalten kommend und doch natürlich anfühlend - die zeigte, dass in diesem Elend der menschlichen Gefühle ein klein wenig familiäre Zusammengehörigkeit auch dort wachsen kann, wo man sie bereits abgeschrieben hat.


Pacific Rim
Pacific Rim
DVD ~ Charlie Hunnam
Preis: EUR 4,97

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nr. 4 - Das KAWUMM-Spektakel 2013! Licht aus, Lautsprecher an!, 2. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Pacific Rim (DVD)
Hach. Gott! Wie fange ich nur an, um diesem Gigantosum an Film gerecht zu werden...!? Pacific Rim ist die Art von Film, bei der ich einfach nur godd****** glücklich bin, sie auf Großleinwand gesehen zu haben. Ein so gewaltiger Film, das allgemeiner Jubel, Klatschen, Rauschen, Staunen und emporisch emporgereckte Fäuste des intellektuell hochkarätigen und zutiefst anspruchsvollen Publikums wie selbstverständlich dazugehörten.

Worum geht's: Aus einer Spalte im Pazifik entsteigen alle paare Monate riesige Urzeitungeheuer. Nachdem diese eine Millionenstadt nach der anderen plattgemacht haben, schickt die geeinte Menschheit gewaltige Riesenroboter in die Schlacht, die die Monsterchen zunächst zu Hickhack verarbeiten und ihre Piloten zu Weltruhm nebst gewinnträchtigen Hundefutterwerbespots führen. Nur werden die Monster immer größer und erscheinen zunehmend öfter, so dass die Menschheit fünf Jahre später buchstäblich mit dem Rücken zur Wand steht. Colonel Stacker Pentecost (Idris Elba) dagegen hat jedoch einen genialen Plan und holt den kriegsversehrten Veteranen Raleigh Becket (Charlie Hunnan) an Bord, der zusammen mit ihm und seinem Lehrling Mako Mori (Rinko Kikuchi) der Monsterplage Herr werden soll.

Riesenroboter kloppen sich mit Urzeitmonstern! Ist das nicht herrlich?! Anders als die schier endlos peinliche "Transformers"-Reihe ist Pacific-Rim ein herrlich hirnloses Action-Gelage, für das ich mich nicht die Bohne schämen muss, es schon zehn mal angeschaut zu haben und es mindestens noch geschätzte 100 Mal zukünftig zu genießen. So zusammengeplackert simpel die Story auch sein mag, so sehr stimmen die entscheidenden Zutaten: charismatisch symapathische Hauptdarsteller, mit denen man mitfiebert und die sogar hollywooduntypisch ohne das obligatorische Küsschen auskommen, Idris Elba, die coolste S*u auf diesem Planeten, als Militär, dem ich sogar die mir verhasste Uncle-Sam-Sieges-Rede klatschend abnehmend, ein wummernder kerniger Soundtrack und Action, Aectschion, Äktschn, bis der Roboter-Arzt kommt. Zehn Sterne für die grandions inzenierten Schlachten und die vielen Nuancen, die del Toro in seine wirklich gewaltigen Titanen investiert, Stichwort: Ellbogen-Rakete, und die Tatsache, dass dabei er ironischerweise Realismus bewahrt, wenn er beispielsweise die Roboter maschinell eckiger bzw. die Monsterlein anmimalisch flinker bewegen lässt und die großen Schagabtausche in einem Wechsel von nächtlicher Dunkelheit und gleißenden Scheinwerfern durchchoreographieren lässt. Solides Handwerk lobe ich mir. Außen vor lasse ich die in der Tat nervigen Randplots von zwei dusseligen Wissenschaftler und del Toros Kumpel Ron Perlman, die einem rasanten und rasant sein müssenden Film fast die Luft rausnahmen.

Anyway, trotz einiger Schwächen ist Pacifi-Rim ein echtes seltenes Kino-E-r-l-e-b-n-i-s und die Art Action-Film, die ich liebe: das Kind in mir jauchzt, der Erwachsene prostet zu und die Kombination aus beiden ergötzt sich zwei Stunden lang an einer rasanten spannenden und emotional bewegenden KAWUMM-Orgie.

Einfach gigantisch.

PS: Sucht Euch den größten Fernseher und seht zu, dass Ihr die Lautstärke richtig aufdreht. Es lohnt sich!

PPS: Beim Verlassen des Ufers fragte ein unbekannter Dritter, was eigentlich dieser "geniale Plan" des Cornels gewesen sei...? Exzellente Frage, auf die ich selbst gern die Antwort wüsste... ;-)


Thor - The Dark Kingdom
Thor - The Dark Kingdom
DVD ~ Chris Hemsworth
Preis: EUR 12,99

15 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nr. 3 - T(h)orheiten in Asgard, 20. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Thor - The Dark Kingdom (DVD)
5000 Jahre ist es her, dass die stolzen Heldenscharen Asgards in einer gewaltigen Schlacht die dämonischen Dunkelelfen nahezu auslöschten. Nur einige wenige dieser düsternen Zeitgenossen konnten entkommen; ihre Geheimwaffe wurde gesichert und in einem unauffälligem Steinblock, der allein und unübersehbar in einer riesigen leeren Halle steht,versteckt.

5000 Jahre stolpert eine trampelige Wissenschaftlerin mit dem Namen Jane (mit langgezogenem "A") über einen unauffälligen Steinblock, der allein und unübersehbar in einer riesigen leeren Halle steht, erweckt damit rrrrein zufällig die letzten überlebenden Dunkelelfen aus dem Kälteschlaf und führt die Welt natürrrlich gen Apokalypse. Aber hey, die Asen hatten ganze 5000 Jahre Zeit, sich zu vermehren, zu raufen und technologisch weiterzuentwickeln und werden überdies noch von dem allercoolsten Asen ever - Was Heimdall wäre. Verdammt! - also zweicoolsten Asen ever angeführt. Was kann da noch passieren!?

5000 Jahre werde ich mindestens brauchen, um über diese albernen Heldensöhne hinwegzukommen, die sich die Armeen Asgards schimpfen und sich doch von einigen lausigen Dunkelelfen nach Strich und Faden ausnehmen lassen. Unfassbar! Asgard ist ein Mythos von Glanz, Glorie und metvernichtenden Hünen, aber auch ein (leider gänzlich unausgebaut bleibender) Mythos kann zu Fall gebracht werden, wenn ein Odin wie ein seniles Ururgroßväterchen dahinplappert und sich von einem Dunkelelfen-Oberlord aka die solariumverbrannte Version eines Marquis de Sade nebst Teletubbie-Truppen den Schneid abkaufen lässt. Und das nachdem großmundig die neun Welten von unserem Hammerschwinger befriedet wurden... Au Backe! Kritik an dem unausgegorenen Liebesgeholze um ein halbdimensionales Naivchen, von der man(n) & Ase sich nicht weit genug wegbifrosten kann, und einem von banalen Nebenhandlungen überladenen linearen "Die-Bösen-erwachen-und-suchen-ihre-Superwaffe-Boohoo-Geheimplan lasse ich bewusst außen vor.

5000 Jahre werde ich jedoch auch die Leistung von Chris Hemsworth als Thor und Tom Hiddleston als Loki in den grünen Himmel loben. Beide leben ihre Rollen: DAS sind Asen, stolz, mächtig und unbeugsam. Yeah! Ein fantastische Chemie, Spannung, Emotion, Humor und unterschwellig tobende Konflikte. Hemsworth ist der ewige Handwerker und schwingt den Hammer wie ein Gott; Hiddlestone dominiert und klaut sich w-i-r-k-l-i-c-h j-e-d-e e-i-n-z-e-l-n-e Szene, an der er beteiligt ist. Grandioses Heldenkino!

Summa summarum:

5000 Sterne abgerundet auf drei für Loki, Thor & Heimdall. Drunter ist nicht, auch wenn es der Film rrrein objektiv verdient hätte.

Außerdem stelle ich die Petition, dass sowohl Loki als auch Heimdall ihre eigene Trilogie erhalten. Woll!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 4, 2014 8:56 PM MEST


Kick-Ass 2 [Blu-ray]
Kick-Ass 2 [Blu-ray]
DVD ~ Chloe Moretz
Preis: EUR 9,99

13 von 86 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nr. 2 - Leserbrief von Deinem größten Fän, 4. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Kick-Ass 2 [Blu-ray] (Blu-ray)
Lieber Kick-Ass,

ich bin ein Riesenfan von Dir und habe letztens Deinen zweiten Film gesehen. Der war soooo tooolll! Danke Kick Ass!

Ich fand es so geil, dass Du wieder Dein Kostüm angelegt hast. Deine Motivation ist auch nachvollziehbar: Dir war gähnend langweilig und ohne Kostüm hast Du Dich wieder wie ein uncooler Looser gefühlt. Was ist also naheliegender, als Dich erneut in den Heldenmantel zu hüllen und mit einer Truppe Dich anbetender Gesellen das Böse zu bekämpfen und jeden zu verprügeln, dessen Nase Dir nicht gefällt. Immer drauf - die berstenden Schädel, aufgeschlitzten Kehlen und brechenden Knochen fand ich am besten. Und wie das Blut umherspritzte... Herrlich! Auch die Fastvergewaltigung und der dabei zu masturbieren versuchende Bösewicht im Bondagekostüm fand ich so GEIL! Genau mein Humor! Ich wünschte, ich könnte das auch alles tun und wäre so respektiert wie Du. Nur ein Tip: Du übertreibst es mit dem ständigen "Ich muss das Verbrechen bekämpfen und den hilfsbedürftigen Menschen helfen bla bla bla bla..." So oft, wie Du das rausschmetterst, wird es noch offensichtlich, dass Dich die gerechte Sache nicht die Bohne interessiert. Gerechte Sache... Hahahaha. ;-))))

Weißt Du eigentlich, dass mich Dein Film angenehm an "Jackass" erinnert, diese megageile Serie von Johnny Knoxwille? Auch wenn ich mich nie traute, mit Taucherbrille ins Jauchebecken zu springen oder oder mich gepflegt selbst in Brand zu stecken, den Sprung kopfvoran durch bzw. gegen die Mauer (Aua!) macht mir keiner nach. Für echte Kerle wie uns war Knoxville ein Superheld. Wie ein Comic-Held bewies er, dass man ungestraft genau das machen kann, was einem die olle Spießergeneration verbietet.

Ärgerlich fand ich damals, dass sich "Jackass" (übersetzt: Volltrottel) so beleidigend selbstironisch benennen musste. Du machst es dagegen richtig: Du nennst Dich HELD und der Regisseur lässt erfreulicherweise nie einen Zweifel an Deiner gerechten Sache aufkommen. Gerechte Sache... Hohoho, Hihihihi, HAHAHAHA. ;-))))

Ich finde es sehr inspirierend wie Du den "Helden" neu definierst. Schluss mit diesem Moralgeheule und diesen spießig geraden Langweilern, die ständig von Verantwortung usw. usf. labern und sich für andere aufopfern. Wozu? Ein Held ist der, der cool ist und macht, was er möchte. Es lebe der Adrenalinkick. HELDEN WOLLEN SPASS!

Lieber Kick-Ass, nimm Dir bitte die Kritik an Deinen Film nicht zu sehr zu Herzen. Du bist weder moralisch verrottet noch cineastischer Bodensatz. Solche Worte wie die, die gerade mein großer Bruder äußerste, können einen echten Helden nicht treffen.

Ich zitiere mal diesen Unfug, damit Du auch was zu lachen hast:

"... Kick-Ass II ist cineastischer Bodensatz der härtesten Sorte: er korrumpiert und alles was einen Comic-Helden ausmacht, wird hier durch den Dreck gezogen. Ein Held? Ha! Ein Kodex oder ein Funken Ehrgefühl oder auch nur eine Spur an Rückgrat? Fehlanzeige! Beispiele gefällig für "heldenhaftes" Verhalten? Als Hitgirl ihrem Heldendasein abschwört und Kick-Ass sie zur Umkehr zu bewegen versucht, teilt diese ihm mit, dass sie ihrem Stiefvater ihr Ehrenwort gab und sie dieses nicht brechen könne. Kick-Ass' Reaktion: "Du bist eine Heldin und brauchst Dich nicht an Versprechen zu halten!" (Jämmerlich!) Einer der beiden Kumpels von Kick-Ass wird auch ein "Superheld" - erste gemeinsame Reaktion ist, sich über den dritten Kumpel als "uncooler Nichtheld" lustig zu machen. Kennt jmd. noch das Buch "Die Welle"? Gründe einen vermeintlich exklusiven Klub und der Looser wird zum Oberchecker. (Jämmerlich!) Seinen Vater pfeift Kick Ass auf das Gemeinste zusammen, als dieser sich sympathisch und gerade nicht von oben um ihn Sorgen macht. (Jämmerlich!) Mindy predigt er, dass "Hitgitl" ihre wahre Identität sei und doch - wo soll da die Identität sein? Bevor Hitgirl ihr Ehrenwort gab und dem Heldendasein abschwört, "hittet" sie doch fleißig vor sich hin... und man sah ein junges Mädchen, die einsam, mit gestohlener Kindheit, ohne Identität, kurzum verloren ist. Ganz toll, dass Kick Ass sie auf diese Einbahnstraße zurückführen möchte. Und warum? Ach ja, ihm war langweilig... Klar. Kick-Ass labert ständig von der gerechten Sache, aber tatsächlich interessiert ihn nur der persönliche Ruhm, der Adrenalin-Kick, der Aufstieg vom Looser zur respektierten Person. Sein "Held" kennt keine Regeln, darf tun, was er möchte, und jeder, der etwas dagegen sagt, ist ein Spießer oder der Feind. (Jämmerlich!) Wo Jackass kurioserweise zumindest namentlich Mut zur Selbstironie zeigte, wird Kick Ass tatsächlich als "echter Held", als Inspiration verkauft. Genau das ist der Punkt, der mir extrem sauer aufstößt. Kick Ass soll Satire sein? Worauf? Dieses lausige Filmchen nimmt sich anders als die Comicvorlage todernst - jeder Abstand, Reflexion oder auch nur Selbstironie fehlt..."

Mein Bruder ist doof und hat keine Ahnung. Aber so sind diese Neider, Nichtversteher und Spießer. Ignoriere sie. Du bist kein kleiner dummer wehleidiger Junge, der einen Kick ihn den Hintern dringend nötig hat.

Mir gefällt es, wie in diesem Film nun endgültig aus dem einst so liebenswert naiven Fanggeek (Laaangweilig!) ein simpler gewaltverherrlichender Hirni (Go Kick-Ass, GO! ;o) wurde, der mit sardonischen Grinsen und ohne den Hauch eines schlechten Gewissens Leute über den Haufen metzelt.

Ein kleiner Kritikpunkt: die Choreographien im ersten Teil waren megamäßig besser und haben von der Botschaft des Film erfreulich intensiv abgelenkt. Da wurde weniger herumgeschwafelt und mehr gemetzelt. Nimm es nicht als Beleidigung Deiner Person, aber Teil II ist ein klein wenig öde und in sich selbstverliebt. Eigentlich war nur Hitgirl sowohl schauspielerisch als auch actiontechnisch herausragend. Schöne Grüße und ein Stern an Chloë Moretz.

Mein persönliches Fazit:

"Jack Ass" ist out, "Kick-Ass" ist in!

Morgen kaufe ich mir ein Kostüm und dann zeigen wir der Spießerwelt, was es heißt, cool zu sei...ähem... was sagst Du?... und n-a-t-ü-r-l-i-c-h gegen das Verbrechen zu kämpfen und die Schwachen zu beschützen! Woll! ;-p

Bis demnächst an der Bushaltestelle!

Dein größter Fän
Chilischote
Kommentar Kommentare (20) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 23, 2013 10:48 PM CET


Geliebte Jane
Geliebte Jane
DVD ~ Anne Hathaway
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nr. 1 - Becoming Mark Twain, 14. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Geliebte Jane (DVD)
England, Ende des 18.Jh.: Die junge Jane Austen (Anne Hathaway) schwelgt in den Gedanken, eine unabhängige Autorin zu werden und nur aus Liebe zu heiraten. Da ist es tendenziell kontraproduktiv, dass sie zum verarmten Landadel gehört, deren erste und letzte Pflicht es ist, reich zu heiraten. Ein schwerreicher leider aber auch grundlangweiliger Holzkopf macht ihr den Hof und bringt Jane damit in arge Nöte. Glücklicherweise bringt der junge mittellose Edelmann Tom Lefroy (James MacAvoy), der wegen seiner Vorliebe für Glaskinnboxen, Hurerei und Alkohol von seinem Erbonkel auf das Land verbannt wurde, Frustration & Würze in ihr Leben. Gefühl versus Verstand, Stolz versus Vorurteil, wie wird sich die holde Jane entscheiden?

Jane Austen ist die berühmt-berüchtigte Verfasserin ungenannt bleibender Gruselwerke wie beispielsweise "Pride & Prejudice", "Nicht ohne meine fünf Töchter", "Meet Mrs.Bennett", "Lizzy kommt auf den Dackel" und dem Beziehungsratgeber "Warum Männer mit Locken die besseren Ehemänner sind". "Becoming Jane" dient offenbar dem edlen und fraglos überfälligen Ansinnen, ihrem Leben & Schaffen zu huldigen. Drollige Sache das. Wäre Anne Hathaway nämlich bereits verschieden, die wahre Miss Austen dagegen nicht, so würde sich die Letztere nach dem Genuss dieses Films sicherlich von ihrem Kollegen Mark Twain stante pede einen Spaten ausleihen, Miss Hathaway ausbuddeln und ihr mit dem Spaten eins über den Schädel ziehen. Denn die auf P&P getrimmt sein wollende Geschichte ist, gelinde gesagt, cremig leichte Exquisa-Kost: das liebreizende Dummchen vom Lande verliebt sich mit Lichtgeschwindigkeit in den noch schneller geläuterten Bad Boy aus der großen Stadt – kann es bei soviel geplätteten Klischee noch Platz für Charakterentwicklung à la Austen geben?

Gottlob nein. Anne Hathaway ist eine liebreizende Augenweide, aber eine Jane Austen geschweige denn einen Austen-Charakter geschweige denn einen Charakter verkörpert sie in diesem Filme nicht. Ihr Rolle bleibt merkwürdig flach und erschreckend profillos: wenn sie hohe Phrasen schwang und Austen-Zeilen zitierte, wirkte es aus ihrem Munde wie ein Fremdkörper; wenn sie schriftstellerisch tätig wurde, suchte man vergebens nach greifbarer funkensprühender Intensität, stattdessen hatte ich Angst, dass sie sich an der spitzen Fehler selbst verstümmelt. Keine Ecken, keine Kanten. Dass die an Janes Seite wandelnde Cousine die deutlich kernigere Austen-Figur gewesen wäre, stellt eine ironische Fußnote dar. Als angepriesene Filmbiographie ist „Becoming Jane" eine Farce, als zumindest den Austen-Werken verpflichtete Verfilmung eine belanglose Nichtigkeit.

Was bleibt? Nun ein nettes atmosphärisches Liebesfilmchen mit extrem sympathischen Charakteren, sphärischen Bildern und schicksalhafter Dramatik, dessen Oberflächlichkeit aufgrund der sanften Jane, des seine Rolle gewohnt charismatisch abspulenden James MacAvoy und der funktionierenden Chemie der charmanten Hauptfiguren kaum einen Menschen interessiert. Dass man den Film auch getrost "Becoming Anna" oder beliebig anders hätte nennen können, ohne dass es ihn auch nur ansatzweise variiert hätte... Geschenkt.

Fazit:

IT is a truth universally acknowledged, that a single woman in possession of a good brain should not want to become Jane.

PS: Ein fraglos interessanter Punkt für die Fängemeinde ist allerdings die Offenbarung, dass Jane Austen ein cricketspielender Wildfang war. YES, jetzt ist's raus! Nur schade, dass die echte Miss Austen diese Kleinigkeit in P&P glatt unterschlagen hat. Immerhin wurde die Sprung-in-den-Fluss-Szene korrekt übernommen. Allerdings musste Darcy, wenn ich mich recht erinnere, dies nicht nackend tun... ;-)
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 4, 2013 2:26 AM CET


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