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Beiträge von Phillip Ochman
Top-Rezensenten Rang: 5.323
Hilfreiche Bewertungen: 869
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Rezensionen verfasst von Phillip Ochman (Ulm)
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24 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Übelster Schrott, dreiste Geschichtsfälschung!, 6. Mai 2008
Dieser Film aus dem Jahr 2002 ist ein hemmungslos misslungenes Epos über die angeblichen Heldentaten der GIs in Vietnam. Hier wird prinzipiell nichts anderes getan als das verbrecherische Vorgehen der USA in jenem Krieg moralisch zu rechtfertigen. Darüber hinaus ist der Film auf sehr geschmacklose Weise extrem brutal und dabei auch noch effekthascherisch, damit auch jeder Action-Freak auf seine Kosten kommt und ordentlich gaffen kann. Die Ausbildung der Soldaten wird hier wie ein Abenteuerurlaub dargestellt.(Man vergleiche hier einmal mit Full Metal Jacket). Intellektuell kommt dieses Machwerk zu keinem Zeitpunkt über die primitive Weltanschauung eines dümmlichen Kommandanten, den Gibson hier leider allzu perfekt spielt, hinaus. Gibson kann als Schauspieler zwar mehr als viele seiner Kollegen, nur müsste er dann eben auch mal in einem Film auftreten, der nicht ganz so schlecht ist wie dieser hier. Würde sich dieses Machwerk wenigstens auf die Darstellung von Kampfhandlungen beschränken, hätte ich ihn auch nicht so drastisch kritisiert. Tatsache ist aber-und genau hier klingelt es nämlich-, dass die realischtisch anmutende Brutalität nur eine Seite dieses Films ist. Der Zuschauer wird jedoch nach dem kurzen, blutigen Vorspann eine gute Dreiviertelstunde mit geradezu groteskem Familienkitsch bombardiert. Alle Soldaten kommen aus Bilderbuchfamilien, unser Kommandant hat sogar internationales Recht studiert, ein Humanist in Uniform also, der vor der Schlacht brav die Geschichtsbücher durchgeht. Diese Seite des Films ist eben gerade nicht realistisch, sondern eine haarsträubende Verfälschung. Der Zuschauer soll sich also vor der großen Schlacht ertsmal emotional mit den Soldatenfamilien identifizieren, somit ist auch keine neutrale, unbefangene Betrachtung der Schlachtgreuel mehr möglich. Besonders deutlich wird diese Absicht der Macher dadurch, dass auch während der Schlacht immer wieder ein Zwischenspiel an der Heimatfront mit den tapfer ausharrenden Frauen eingeschoben wird, erst kommt zu Beginn die volle Dröhnung und Propaganda, im späteren Verlauf dann jeweils eine kleinere Dosis an Herzschmerz. Genauso funktioniert die perfide Propaganda dieses Films, nämlich durch Vermischung von realistisch anmutenden Schlachtszenen mit totaler moralischer Nötigung und Manipulation des Zuschauers durch die gelackte Darstellung überglücklicher Soldatenfamilien, die für den Zuschauer einziger emotionaler Identifikationspunkt bleiben, da der Krieg eine solche Identifikation nicht zulässt. Mit einem tötenden Soldaten solidarisiert man sich nicht gerne, dafür gibt es in diesem Film die Familie mit den glücklichen Kindern. Denn welcher Unmensch könnte sich wünschen, dass Mutti zu Hause ihren teuren Gatten in Vietnam verliert? Genau dies macht einen unbefangenen Blick auf das Kriegsgeschehen unmöglich und das wissen die Macher dieses Streifens genau. So hat sich das Pentagon wohl damals die perfekte Kriegsgesellschaft vorgestellt. Der Vietnamkrieg wird hier so dargestellt, wie er hätte sein sollen, aber eben nicht war. Man schickte junge Männer ohne Schulbildung, die schon bald nicht mehr zwischen Freund und Feind unterschieden. Der Gipfel ist dann die farbige Soldatenfrau, die trotz rassistischer Anfeindungen ihren Militärpatriotismus nicht ablegt. So ist es recht, was kümmern einen schon die Rassenunruhen und bürgerkriegsähnlichen Zustände im Land, wenn man so eine tolle Army hat, in der man sich auch als Schwarzer einreihen kann. Widerlich! Für die Protagonisten existiert nur der Feind, die Mission und besonders der Mann an ihrer Seite. Der Sinn dieses ganzen Krieges wird niemals in Frage gestellt. Die Legitimation für das Gemetzel ist quasi von Gott vorgegeben. Passend dazu gibt es auch eine Gebetsszene, die besonders widerlich ist. Napalm dient in diesem Film zum verkohlen von Gegnern, wenn nicht mehr ausreichend Munition für das Abknallen derselbigen vorhanden ist. Jeglicher Ansatz von Kritik wird durch ein geradezu ekelhaftes Pathos, das den ganzen Film durchzieht, zerstört. Auch die Tränen der amerikanischen Witwen wirken künstlich und schaden eigentlich nur dem Make-Up. Immerhin gewinnen ihre leidenschaftlichen Männer am Ende die Schlacht und es gibt einen hübschen Trauergottesdienst, bei dem auch die Kinder lernen, wie wichtig es ist, bereit zu sein, für Ehre und das von Gott gepriesene US-Amerika zu sterben. Mir vergeht gerade die Lust, diesen an Volksverhetzung grenzenden Streifen weiter zu kommentieren, er ist es nicht wert! Es soll tatsächlich Leute gegeben haben, die Platoon kritisierten. Nun, was immer man von Platoon hält, er ist in jedem Fall um Welten besser und kritischer als dieses Stück Geschichtsfälschung.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Guter Ansatz, aber nicht überzeugend., 5. April 2008
Ich habe mich zunächst sehr gefreut, dass ein Dirigent den Mut aufgebracht hat, eine Sinfonie von Bruckner wieder mit breiten Tempi zu dirigieren. Da Thielemann auch noch die Münchner Philharmoniker zur Verfügung hat, konnte man einiges erwarten. Leider kann diese Interpretation aus verschiedenen Gründen nicht überzeugen. Sehr gut gelungen ist das Adagio, das Thielemann in der langsamen Version dirigiert. Der Streicherklang der Münchner Philharmoniker ist warm und edel. Auch das Scherzo ist noch annehmbar, obwohl es etwas grobschlächtig daherkommt. Problematisch sind aber hauptsächlich die Ecksätze. Die Interpretation wirkt hier stets einfallslos und der rote Faden geht oftmals total verloren. Auch das Orchester klingt hier teilweise seltsam flach und uninspiriert. Selbst das Blech ist nicht tadellos, was bei dieser Sinfonie natürlich fatal ist. Grundsätzlich hört man nur die Posaunen richtig gut, Hörner und Trompeten gehen ziemlich unter - und zwar ausgerechnet an den entscheidenden Stellen. Letztlich kann man mit dieser Aufnahme leben, es gibt aber viele, die besser sind. Die mit Abstand beste ist von Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern, sie liegt jedoch nicht als Einzelausgabe vor und ist nur im Gesamtzyklus enthalten. Wer eine eindrucksvolle Blechbläserformation hören will, der sollte zu Solti mit dem Chicago Symphony Orchestra greifen. Daniel Barenboim hat ebenfalls mit den Berliner Philharmonikern eine gute Einspielung gemacht, die mir aber gelegentlich zu sportlich klingt. Wand und Jochum hingegen muss man in eine andere Kategorie einordnen, da diese Dirigenten anderen Grundsätzen folgten. Wand ist natürlich zeitlos und ganz klassisch, was diesem Werk auch sehr gut bekommt. Celibidache konnte ich leider noch nicht hören.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Eindrucksvoll, 27. März 2008
Ich habe lange überlegt, ob ich mir diese Aufnahmen zulegen sollte, da ich bereits Karajans legendäre Einspielung aus den Sechzigern besessen habe, als ich die CD jedoch auflegte, war ich sofort begeistert. Vielleicht ist die frühere Einspielung von Bilder einer Ausstellung interpretatorisch besser, diese hier überzeugt jedoch durch eine brillante Klanqualität, die das Hören dieser Disc zu einem berauschenden Erlebnis macht. Auch der Bolero ist hier furios interpretiert. Karajan dirigierte diesen mit eher mäßigen Tempi und nutzte die geballte Klanggewalt der Berliner Philharmoniker aus, um die brodelnde Orchestersuppe wie hier fast zur Explosion zu bringen. In der früheren Einspielung hatte Karajan leider am Ende das Schlagzeug weggelassen ( aus welchen Gründen auch immer). Hier wurde dieser Mangel beseitigt. Von der Rapsodie espagnole von Ravel mag es vielleicht raffiniertere Einspielungen geben, keine andere wird diese hier jedoch an orchestraler Perfektion übertreffen. Aufnahmen: 12/1985 Bolero, 2/1986 Mussorgsky, 2/1987 Rapsodie espagnole. Alle entstanden in der Berliner Philharmonie (wen wundertŽs).
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Wieder schlechtes Mittelmaß, 4. März 2008
Ich will zunächst einmal allen Rezensenten, die hier behauptet haben, das fünfte Buch sei schlecht, entschieden widersprechen, denn genau das Gegenteil ist der Fall! Dieser Film kann leider- wie seine Vorgänger auch- der Romanvorlage in keiner Weise gerecht werden, obwohl auch hier wieder zahlreiche hochklassige Schauspieler auftreten, jedoch kann selbst der grandiose Alan Rickman als Prof. Snape diesen Film nicht retten, der viel zu oberflächlich und haspelig geraten ist. Bei J.K. Rowling findet man nur sehr vielschichtige Charaktere und niemals belanglose Dialoge, in den Büchern ist keine Zeile zu viel. Der Film hingegen lässt keinerlei zwischenmenschliche Nähe erkennen und versucht ab einem gewissen Zeitpunkt lediglich durch düstere Effekte zu überzeugen. Ein trauriges Beispiel ist ausgerechnet der Kampf zwischen Dumbledore und Voldemort, der im Buch unglaublich intensiv wirkt und einem den Puls auf 180 treibt. Hier rasen nur einige kunterbunte Lichtblitze durch die Gegend, es kracht und knallt wie bei "Rambo XXL ", und zum Schluss drückt der Regisseur bzw. Drehbuchschreiber auch noch seine eigene Version der Handlung in den Vordergrund, um dann auch noch jegliche Wirkung zu zerstören. Wie bereits beim vierten Film, der allerdings noch schlechter war, hat man hier den Eindruck, nur eine Zusammenfassung des eigentlichen Filmes zu sehen. Zum einamligen Ansehen ist das ganze noch annehmbar, weil man beim ersten Mal noch gespannt ist, wie die einzelnen Themen umgesetzt wurden, allerdings geht man sehr unbefriedigt aus diesem Film heraus. Ein Zweiteiler fürs Fernsehen wäre vielleicht sogar die bessere Lösung gewesen.
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35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Für Freunde des CSO-Klanges, 1. März 2008
Zunächst einige allgemeine Informationen: Alle hier vorliegenden Aufnahmen wurden von Solti mit dem Chicago Symphony Orchestra eingespielt, wobei es sich bei den Sinfonien 5,6,7 und 8 um ADD-Aufnahmen aus den frühen Siebzigern handelt und bei den Sinfonien 1,2,3,4,und 9 um DDD-Aufnahmen aus den frühen Achtzigern. Das Adagio der Zehnten ist hier nicht enthalten, wohl aus dem ganz banalen Grund, weil Solti es nie aufgenommen hat. Bei den Sinfonien 6 und 8 handelt es sich um die legendären Einspielungen aus den Siebzigern , die beide auch auf einzelnen CDs erhältlich sind. Auch die restlichen Sinfonien liegen separat vor, jedoch sind sie nur schwer zu bekommen und dann auch preislich nicht sonderlich attraktiv, wobei man auch anmerken sollte, dass die Aufmachung dieser Edition auch nicht gerade aufwendig ist, da die einzelnen Discs nur in Papierhüllen untergebracht sind. Dafür gibt es aber ein sehr dickes Beiheft mit ausführlichen Texten zu jeder Sinfonie, weshalb man hier letztlich beim Preis absolut nicht meckern kann. Alle Aufnahmen präsentieren sich in dem für Decca charakteristischen Klang, der keinerlei Rauschen zulässt und alle Orchestergruppen glasklar zur Geltung bringt, jedoch manchmal auch überdigitalisiert und unausgewogen wirkt. Das berühmte Blech des CSO spielt hier wie immer mit messerscharfer Präzision, hat aber auch einen sehr eigenwilligen Klang, den man mögen muss. Solti dirigiert stets mit viel Energie und gnadenloser rhythmischer Dynamik, lässt sich jedoch in langsamen Sätzen oft auch sehr viel Zeit. Nun im Detail: Nr.1: Hier handelt es sich um eine herausragende Aufnahme, die besonders auch für Anhänger eines transparenten Orchesterklanges empfehlenswert ist. Der letzte Satz kommt hier natürlich mit entsprechender Vehemenz angedonnert. Hier gibt es jedoch viele andere gelungene Aufnahmen. Nr.2: Auch diese Einspielung zählt endeutig zu den besten dieser Sinfonie, obwohl die Sätze 2 und 3 zwischendurch etwas versanden. Beeindruckend ist vor allem der erste Satz, der hier als toller Orchesterreißer erstrahlt. Das CSO spielt einmalig virtuos. Auch im Finale gelingt ein sehr guter Spagat zwischen klassischer und moderner Interpretationstechnik. NR.3: Auch hier ist besonders der überlange erste Satz sehr interessant, weil er durch das energische Spiel niemals langatmig wirkt. Soltis Stil ist auch in den Mittelsätzen sehr entgegenkommend, lediglich das Ende des Finales klingt hier zu lapidar und enttäuschend distanziert. Nr.4: Diese Aufnahme hat leider viel zu wenig Wärme, auch wenn die Interpretation nicht wirklich enttäuscht, jedoch sind auch die Streicher hier zu dünn im Klang. Solistin ist Kiri Te Kanawa. Nr.5: Auch diese Aufnahme hinterlässt einen konfusen Eindruck, weil der Klang extrem aufgemöbelt wurde. Die ersten beiden Sätze sind hauptsächlich ein überlautes Geknalle und Gekrache, lediglich das Blech macht die Aufnahme hörenswert. Das Adagietto ist absolut unterkühlt, das Finale wieder besser. Nr.6: Ausführliche Rezensionen gibt es auf der Seite der Einzelausgabe, diese Einspielung wird man lieben oder hassen. Nr.7: Leider leidet auch diese Aufnahme an Überdigitalisierung, ansonsten ist sie durchaus annehmbar. Die Mittelsätze haben eher breite Tempi, das Finale beeindruckt durch die Pauken und das Blech. Bernstein ist hier jedoch mit dem New York Philharmomic unschlagbar. Nr.8: Dies ist die berühmte Aufnahme, die in den Wiener Sofiensälen enstand. Es handelt sich um eine gewaltige, aber niemals überladene Einspielung des Werkes. Die Solisten sind alle herausragend.( Kollo, Popp, Watts, Auger, etc.) Nr.9: Dies ist vielleicht sogar die beste Aufnahme des Zyklus. Die Tempi passen genau, obwohl der Kopfsatz über 30min erreicht. Das Allegro assai ist perfekt, das Schluss-Adagio ist sehr transparent und überzeugt durch die natürliche Emotionalität. Fazit: Insgesamt ein guter Mittelweg zwischen Bernstein und Boulez, der mir viel zu analytisch ist, allerdings muss man den Decca-Klang mögen. Soltis Stil gefällt ebenfalls nicht jedem, passt aber durchaus zu Mahler. Insgesamt halte ich Bernstein für unübertroffen, dessen Zyklus bei Deutsche Grammophon ist unverzichtbar. Wer Solti nicht unbedingt mag, braucht sich nur die Sinfonien Nr.6,8 und 9 separat zu kaufen.
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9 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Kein Anti-Kriegsfilm!, 24. Januar 2008
Dieser Streifen von John Irvin wird bis heute fälschlicher Weise als kritischer Film über die Sinnlosigkeit des Krieges verkauft; sicherlich kann man in dem sehr brutalen Geschehen kaum etwas Positives am Krieg erkennen, der Film ist in seiner Aussage aber bewusst doppeldeutig. Einerseits kann man natürlich sagen, dass hier schonungslos die blanke Idiotie eines sinnlosen militärischen Unterfangens dargestellt wird, andererseits wird der unbedingte Durchhaltewille der Protagonisten niemals in Frage gestellt. Natürlich wird man hier gnadenlos mit der schrecklichen Realität des Krieges konfrontiert, auch die Darstellung der ziemlich nutzlosen Luftangriffe und schließlich der Beschuss der eigen Leute durch Hubschrauberstaffeln passen zu einem Anti-Kriegsfilm, die Szenen am Ende und auch der Text im Abspann drücken dem Zuschauer dann aber doch wieder eine Botschaft auf, die das angeblich heldenhafte Durchhaltevermögen der Protagonisten lobt und zum ehrfürchtigen Gedenken mahnt. Als besonders störend habe ich empfunden, dass an vielen Stellen dreist die Legende von einem angeblichen Verrat an der Heimatfront genährt wird, wodurch die damalige Friedensbewegung diskreditiert und die Rechtmäßigkeit der militärischen Intervention der USA in Vietnam niemals hinterfragt wird. Die Aussage ist schlicht: "Unsere Jungs riskieren ihr Leben und wer gegen den Krieg ist, fällt den Jungs in ihrer dreckigen Situation in den Rücken." Genau das ist fatal, es mag ja sein, dass das Leiden vieler Soldaten nicht ausreichend anerkannt wurde und die Soldaten das Handeln kritischer Aktivisten als zynisch empfanden, in diesem Film wird aber das Leiden der Soldaten instrumentalisiert, um die Friedensbewegung als ignorant und naiv darzustellen, obwohl ja gerade diese die sinnlose Opferung der Soldaten beenden wollte. Außerdem muss man auch Wissen, dass dieser Film mit der Hilfe des US-Militärs gedreht wurde und von dieser Seite nur solche Produktionen unterstützt werden, deren Drehbücher vorab von speziell zuständigen "Experten" untersucht wurden. Insofern ist Hamburger Hill eindeutig nicht als Anti-Kriegsfilm einzustufen, zumal er keine neuen Einsichten bringt und nur auf den selbstgefälligen Erfahrungen von Soldaten, die nur den zu tötenden Feind und den Kameraden sehen, herumreitet.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Grandioser del Monaco!, 5. Januar 2008
Diese Einspielung der Tosca aus dem Jahr 1959 wird bis heute sträflich vernachlässigt, obwohl sie perfekt gelungen ist und eine großartige Besetzung vorweisen kann. Allen voran liefert Mario del Monaco einen grandiosen Tenorgesang, der selbst Opernhasser schwer beeindrucken wird. Del Monaco bewältigt in der Rolle des Cavaradossi alle gesanglichen Schwierigkeiten mit Bravour und hält sämtliche Spitzentöne oft mörderisch lange aus. Seine Gesangestechnik, bei der er förmlich die Muskulatur des ganzen Körpers einsetzte (man muss hier unbedingt einige Videoaufnahmen aus seiner Glanzzeit mit Ausschnitten aus seinen bevorzugten Opern ansehen!), ist bis heute einmalig, selbst die großen Heldentenöre im Wagner-Fach hatten allesamt keine so brillant strahlende Stimme. Das "Vittoria, Vittoria!!" habe ich selbst von Franco Corelli nicht so leidenschaftlich geschettert gehört. Del Monacos Gesang wirkt allerdings niemals überladen oder "zu laut", wie heute oft behauptet wird, selbst in den Liebesduetten mit der genauso grandiosen Renata Tebaldi kann er absolut überzeugen. Beide sind hier wie in der legendären Otello-Aufnahme unter Karajan ein perfektes Duo. George London liefert einen furchterregenden Scarpia, der sich auch im Vergleich mit Tito Gobbi messen kann. London hatte eine unglaubliche Stimme, was del Monaco in der Höhe hatte, lag bei London in der Tiefe. Unvergessen ist bis heute sein Wotan in Rheingold unter Solti. Einen Scarpia mit so einer bedrohlich grollenden Röhre findet man in keiner anderen Aufnahme. Der Stereoklang dieser Aufnahme ist einwandfrei, gemessen am Alter der Aufnahme sogar überragend. Endlich ist nun auch die Gesamtaufnahme hier bei Amazon.de wieder aufgetaucht
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Eine Art Offenbarung, 24. Dezember 2007
Dieses Buch ist für alle, die sich in die diesem Land nicht mehr wohlfühlen, eine Pflichtlektüre. In einer klar verständlichen Sprache entlarvt A.Müller ein perfekt organisiertes System von Lügner und ihren willigen Mitläufern, die hervorragend daran verdienen, für andere Menschen immer neue Einschränkungen zu propagieren, im besten Wissen, von diesen selbst nie betroffen zu sein. Hier richtet er einen besonders kritischen Blick auf das schmutzige Geschäft der von den Arbeitgeberverbänden finanzierten Lobby-Organisation "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", die die Öffentlichkeit über unzählige Kanäle permanent mit neoliberaler Propaganda bombardiert und Politiker dazu bringt, alles nur unkritisch nachzuplappern. Ebenso widerspricht er auch entschieden und vorallem sehr gut begründet den zynischen Thesen des unsäglichen Professors Hans-Werner Sinn vom ifo-Institut München, der jedoch in seinen zahlreichen Auftritten bereits deutlich zurückhaltender geworden ist, in denen er sich als großer Vordenker der angebotsorientierten Ökonomie aufspielt. In diesen Kanon stimmen auch reihenweise Soziologen, Schriftsteller und Politologen ein. Auch die gesamte Medienwelt ist von diesen Praktiken offensichtlich systematisch unterwandert. So hat auch der Spiegel 2005 versucht, eine CDU/FDP-Koalition ins Amt zu schreiben, obwohl bereits die Schröder-Regierung mit größter Charakterlosigkeit den sozialen Kahlschlag in diesem Land eingeleitet hatte. Wer dieses Buch aufmerksam liest, wird die politischen Debatten mit anderne Augen sehen und jeden Tag neue Belege für die bittere Notwendigkeit dieser Ausführungen und auch des Vorgängers "Die Reformlüge" finden. An dieser Stelle will ich Albrecht Müller persönlich für dieses engagierte Buch danken, aber auch anmerken, dass die gewonnenen Einsichten mein Vertrauen in die bundesrepublikanische Demokratie schwer erschüttert haben. Die Politik scheint heute tatsächlich nur noch dazu zu dienen, der Wirtschft ein möglichst gutes Klima zur ökonomischen Ausschlachtung der Bevölkerung zu bieten. Gerade wegen dieser entlarvenden Ausführungen wird es auch viele kritische Einwände gegen dieses Buch geben; hoffentlich sind diese dann aber so gut begründet wie die Thesen von Albrecht Müller!
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12 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Abenteuerlich, 8. Dezember 2007
Es ist durchaus interessant zu sehen, wie hartnäckig sich der Autor, der explizit Positionen der antideutschen Linken vertritt, bemüht, die Fakten immer genauso hinzudrehen, dass sie gerade für seine Argumentation passen. Seiner Meinung nach ist jegliche Kritik an den USA aus dem Mund eines Europäers schon alleine deswegen verdächtig, weil angeblich schon seit Urzeiten in ganz Europa ein je nach äußeren Umständen mehr oder weniger latenter Antimerikanismus herrsche, was er dann auch gleich mit dem Hinweis auf ein Zitat des Springer-Leitwolfs M.Döpfner untermauert (kann man noch tiefer sinken??), dessen Urteil natürlich absolut objektiv sei. Ob Rechte, Linke, Pazifisten, Kritiker der Moderne, Konservative, Kapitalismus-und Globalisierungsgegner, Kulturpessimisten etc., alle werden in einen Topf geworfen und als von Vorurteilen und Verblendungszuständen getriebene Demagogen diskreditiert, die -aus welchen Gründen auch immer- nicht im Stande seien, im politischen und wirtschaftlichen System der USA die ja so offensichtlich hinter allem stehende, höhere Vernunft zu erkennen. Immerhin räumt er an manchen Stellen ein, dass es tatsächlich kritikwürdige Dinge in den USA gebe, im gleichen Atemzug kommt dann aber immer gleich der Hinweis darauf, dass die Europäer dafür selbstverständlich Verständnis aufbringen müssten, weil die USA der ganzen Welt ausschließlich Segen und Wohlstand bringen wurden. Die These vom angeblich so verbreiteten Antiamerikanismus wird zwar stets als Argumentationsgrundlage verwendet, jedoch zu keiner Zeit belegt. Dies ist insbesondere auch deswegen von Bedeutung, weil hier freilich unterschlagen wird, dass unsere Eliten in Politik, Wirtschaft und Medien zum großen Teil sehr amerikanophil eingestellt sind. Der hier dargestellte Popanz vom Antiamerikanismus entspricht schlichtweg nicht der Wirklichkeit. Vielmehr sind die politischen und geistigen Autoritäten in diesem Land schon immer grundsätzlich transatlantisch eingestellt gewesen. Ein großer Teil der CDU ( egal ob Adenauer oder Kohl) ist seit jeher proamerikanisch, die Belege hierfür könnten ganze Bibliotheken füllen. Ich möchte sogar behaupten, dass die kritiklose US-Hörigkeit ein viel drängenderes Problem darstellt als ein von gesunder Skepsis getragener Antimaerkanismus. Der Springer-Verlag ist nach wie vor stramm proamerkanisch und verbietet seinen Redakteuren jegliche substanzielle Kritik an den USA oder Israel. Die Krönung erfolgt dann in der in letzter Zeit häufiger zu hörenden Behauptung, dass dieser ganze Antiamerikanismus auch gleichzeitig ein latenter Antisemitismus sei und somit die ganze intellektuelle europäische Elite bis hin zu Jürgen Habermas ganzlich in ihrem Denken pervertiert und verblendet sei. Dieser an den Haaren herbeigezogenen Antisemitismusvorwurf ist ersichtlich konstruiert und dient lediglich als politische Waffe gegen die Gegner der amerikanischen Kriegspolitik. Dass der Antiamerikanismus, sofern es überhaupt zulässig ist, ein bestimmtes Verhalten oder eine bestimmte Gesinnung so zu nennen, im Gegensatz zum Antisemitismus zumindest in Europa nicht rassistisch motiviert ist(was man übrigens von der antideutschen Ideologie sehr wohl behaupten kann), ist nur ein Grund, weshalb man beide Begriffe nicht zur Deckung bringen oder das eine jeweils als Quelle oder Merkmal des anderen darstellen kann. Antiamerikanismus definiert der Autor letztlich pauschal als eine Haltung von angeblich Unbelehrbaren, die die Demokratie auch nach noch so großem PR-Gestammel der Transatlantiker nicht am Hindukusch verteidigen wollen. Deutschland und die Deutschen haben demnach nicht einmal mehr das Recht, eigenständig über die Teilnahme an Kriegen zu entscheiden, vielmehr soll es die Pflicht des Tätervolkes sein, sich in irgendwelchen geostrategischen Manövern des Pentagons verheizen zu lassen. Volksverhetzung ist eben nur dann strafbar, wenn sie sich nicht gegen die Deustchen selbst richtet. In diesem Buch sind auch die weitern typischen antideutschen Phrasen heruntergebetet, die den Antikapitalsimus der Globalisierungsgegner stets als antisemtisch denunzieren wollen. Die Globalisierungskritik wird als gedeckelter Nationalismus dargestellt, der angeblich antimodernistisch und reaktionär und damit freilich auch antisemitisch sei. Hier kommt dann das soziologisch eingefärbte Gewäsch vom sekundären Antisemitismus oder vom Antisemitismus ohne Juden. Daraus leitet die antideutsche Ideologie ihre kritiklose Propagierung westlicher Zivilisationsideale und ihren haarsträubenden Pro-Amerikanismus ab. So tritt das paradoxe Phänomen auf, dass vermeintliche Linksextremisten( konkret, jungle world und insbes. das antideutsche Untergrundblatt bahamas)im Wesentlichen die Thesen der amerikanischen Neokonservativen vertreten. Entsprechend gibt sich der Autor auch stets als eher links aus und versucht, seine Thesen als einzig vertretbare Vernunft darzustellen. Und man soll es kaum glauben, aber derselbe Mann behauptet in einem anderen Kapitel ernsthaft, es gebe in den USA keine Vorurteile gegen Europäer, wo er doch das beste Beispiel für das glatte Gegenteil ist, obwohl er in den Einführungsseiten behauptet, dass er ein vollkommen unbefangener Weltbürger sei, der sich zudem sehr für soziale Gerechtigkeit und Frieden in der Welt einsetze, aber gleichzeitig die Vorbehalte der Europäer gegen diverse Phänomene in den USA, die sich eben genau aus dem kritischen Denken ergeben ,das der Autor auch für sich besonders in Anspruch nimmt, nicht nachvollziehen will. Für eine ganz besondere Frechheit halte ich es, dass der Autor ganz offensichtlich die Meinung vertritt, die Europäer hätten nicht das Recht, eine eigene, eng verbundene Staatengemeinschft mit eigenen Werten zu gründen. Schließlich ist ja bekannt, dass es diesbezüglich Ängste der Amerikaner gibt, weil ein vereintes Europa den USA den Rang ablaufen könnte. Wie man sehen kann, dulden es selbst amerikanische Schriftsteller nicht, dass jemand an der amerikanischen Hegemonie rüttelt. Dieses Buch kann man insgesamt als einziges Paradoxon auffassen, welches sich stets selbst Ad Absurdum führt. Es ist trotz diverser gut gemeinter Ansätze nichts weiter als eine pauschale Diffamierung jeglicher Kritik an den USA, ob diese nun sachlich begründet ist oder nicht. Die USA sind eine Plutokratie -völlig unbegründete Anschuldigung von Linken, die sich auf Nazi-Propaganda berufen ; die USA betreiben eine aggressive Außenpolitik- ja, vielleicht, aber wenn die Europäer das sagen, dann ist das Antiamerikanismus; in den USA herrscht eine erhebliche soziale Ungerechtigkeit und diese wird auch bei uns immer mehr einfach nur so hingenommen, weil sie ja auch im vorbildlichen System der USA hingenommen wird- natürlich vollkommen haltlos usw., usw..... Besonders perfide in diesem Buch ist auch die Darstellung des Irak-Kriegs. Die Denkmuster, derer sich der Autor hier bemüht, kann man nur einordnen, wenn man sich näher mit der Ideologie der antideutschen Strömung, die nunmehr auch bei konkret vertreten ist, auseinandersetzt. Zu empfehlen ist hier das Buch "Die antideutsche Ideologie" von Robert Kurz. Der Vorwurf des Antiamerikanismus sagt also sehr wenig über jene aus, gegen die er sich richtet, jedoch umso mehr über den, der ihn äußert. Ebenso liegt es auch beim Vorwurf des Antisemitismus. Hier liegt also die Parallelle und nicht etwa in den Ideologien selbst.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Herausragende Einspielung für wenig Geld, 3. September 2007
Diese Aufnahme von Bruckners Neunter entstand Mitte der 70-er Jahre mit dem Chicago Symphony Orchestra. Die Deutsche Grammophon hat diese Einspielung nicht mehr im Katalog, sondern verkauft sie, wie auch Einspielungen der Siebten und Vierten aus derselben Zeit nur noch über die Eloquence-Serie. Dies ist erstaunlich, da es sich hier um erstaunlich gute Einspielungen handelt. Das CSO klingt hier nicht so schroff wie in den DECCA- Aufnahmen mit Solti und trifft so den für Bruckner nötigen Klang sehr gut. Auch das Blech klingt hier sehr rein und kunstvoll. Die Aufnahme ist ideal für Einsteiger, da Barenboim sehr flüssige, aber niemals zu rasche Tempi wählt. Die gewaltigen Steigerungen in den Ecksätzen werden sehr gut herausgearbeitet und entsprechend glanzvoll ausgesielt. Somit ist die Aufnahme problemlos durchhörbar. Diese CD ersetzt zwar die Referenzaufanhmen mit Giulini oder Karajan nicht, ist aber sehr gut zum Kennenlernen des Werkes und bietet einen attraktiven Einsteigerpreis.
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