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Tammy1982 "tinab682"

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Golem und Dschinn: Roman (hist. Romane)
Golem und Dschinn: Roman (hist. Romane)
von Helene Wecker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Golem und Dschinn - wie Feuer und Wasser, 26. Oktober 2013
Wir schreiben das Jahr 1899. In New York tummeln sich eine Menge von Auswanderern, die auf ein neues und besseres Leben, als in ihrer alten Heimat, hoffen. Unterschiedliche Nationalitäten und damit auch unterschiedliche Religionen leben in Vierteln direkt nebeneinander und laufen sich doch so gut wie nie über den Weg. Auch Rotfeld ein polnischer Jude macht sich auf den Weg von Polen nach New York und hofft dort auf einen Neuanfang. Bevor er abreist, lässt er sich jedoch von einem dubiosen Rabbi eine Frau aus Lehm, einen Golem, fertigen, die nur dafür da ist seine Wünsche zu erfüllen. Als ihr Meister, erweckt er sie während der Überfahrt, stirbt dann aber kurze Zeit danach. Völlig auf sich alleine gestellt, landet der Golem in New York und versucht vor allem eins: nur nicht aufzufallen.

Gleichzeitig bekommt ein unscheinbarer Schmied im syrischen Viertel in New York eine Ölflasche zur Reparatur. Als er jedoch an der Flasche reibt, erscheint auf einmal ein nackter Mann. Bei diesem handelt es sich um einen Dschinn, der über 1000 Jahre in der Flasche gefangen gehalten wurde und jetzt auch mühsam versucht in einer völlig neuen Umgebung zurecht zu kommen.
Als sich Golem und Dschinn durch Zufall über den Weg laufen, bilden sie eine Schicksalsgemeinschaft, nicht ahnend, dass sie weit mehr verbindet, als sie zuerst vermuten.

Die Idee dieses Buch fand ich total spannend und auch in der Umsetzung konnte mich das Buch bereits nach den ersten Seiten in seinen Bann ziehen. Sehr gut ist es der Autorin gelungen sowohl den Golem, als auch den Dschinn detailliert zu beschreiben und zu charakterisieren und ihre typischen Eigenschaften gezielt in ihr Verhalten und Denken einfließen lassen.
Beide sind total unterschiedlich und im wahrsten Sinne des Worte wie Feuer und Wasser und trotzdem merkt man als Leser ziemlich schnell, wie gut sie doch miteinander umgehen können. Ihre Schlagabtausche und Diskussionen habe ich sehr gerne gelesen und musste teilweise richtig lachen, wenn wieder zwei komplett unterschiedliche Meinungen aufeinander geprallt sind.

Sehr gelungen ist auch die Darstellung und Beschreibung der Lebensbedingungen in New York zu Beginn des 20. Jahrhunderts und das Leben der einzelnen Auswanderergruppen in ihren klar abgegrenzten Vierteln. Gut gefallen hat mir auch die Einsicht in die unterschiedlichen Glaubensrichtungen der einzelnen Religionen und die geschickte Vermischung zwischen historischen Begebenheiten und Fiktion.

Dabei wurden auch interessante und faszinierende Nebenfiguren geschaffen, die jeweils immer sehr detailliert eingeführt worden sind und deren Schicksale auch mir als Leser nahe gegangen sind.

Fließt die Handlung zu Beginn noch eher gemählich dahin, kommt es am Ende zu einem sehr spannenden Finale, das mich atemlos an den Seiten hängen ließ.

Alles in allem ein sehr gelungener Erstlingsroman und ich bin schon gespannt auf die nächsten Romane dieser Autorin.


Palast der Schatten
Palast der Schatten
von Dagmar Fohl
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hommage an den Stummfilm - Stil aber anstrengend zu lesen, 26. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Palast der Schatten (Broschiert)
Kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges flüchtet Carla aus ihrer gewohnten Umgebung Hals über Kopf und findet Lohn und Unterkunft unter einem fremden Namen in dem Stummfilm-Kino von Theo. Theo und Carla fühlen sich sofort zueinander hingezogen und beginnen eine leidenschaftliche Beziehung, die abrupt durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges unterbrochen wird. Während Carla versucht in Theo's Abwesenheit ihr altes Leben endgültig hinter sich zu lassen, geht Theo als Soldat durch die Hölle.

Das ganze Buch ist im Stil der früheren Stummfilme geschrieben. Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz. Die Sätze wirken teilweise schon abgehakt und alleine über die Wörter wird oft die Stimmung vermittelt, ohne dass viel dazu erklärt oder beschrieben wird. Die Idee in diesem Stil zu schreiben und damit eine Teilhandlung des Romans, die sich genau mit den Stummfilmen beschäftigt wieder zu spiegeln, finde ich sehr faszinierend. Jedoch muss ich gestehen, dass ich bis zum Ende des Buches nicht wirklich warm geworden bin mit diesem Stil und er mich schon stark in meinem Lesevergnügen beeinträchtigt hat.

Trotz allem ist es faszinierend, dass ich zumindest die beiden Hauptpersonen Carla und Theo doch sehr gut vor meinem geistigen Auge hatte und auch bis zu einem gewissen Grad mit ihnen mitfühlen konnte. Durch diese kurzen, teilweise schon stakkato-ähnlichen Sätze war ich jedoch trotzdem irgendwie außerhalb des Geschehens und konnte zwar die Dramatik und Tragik nachvollziehen, jedoch hat sie mich teilweise dann doch kalt gelassen. Nebenpersonen kommen auch nur am Rande vor und werden so kurz eingeführt, dass ich sie teilweise sogar miteinander verwechselt habe, da ich zu keiner anderen Figur irgendwie ein Gesicht herauf beschwören konnte.

Sehr gelungen sind die Beschreibungen zu den Hintergründen des Stummfilmes und wie der 1. Weltkrieg auch stark in den Bereich des Films und der Kultur Eingriff genommen hat. Erschreckend sind die Bilder, die zum 1. Weltkrieg geschildert werden und gerade der Umgang mit traumatisierten Soldaten hat mich wirklich entsetzt. Hier hat die Autorin ein wirklich gelungenes abschreckendes Bild eines Krieges gezeichnet, dass mich doch sehr mitgenommen hat.

Alles in allem konnte mich jedoch dieser Roman nicht komplett überzeugen. Zum Glück ist das Buch relativ dünn, so dass ich es schnell lesen konnte, aber so richtig warm geworden bin ich mit dem Stil bis zum Ende nicht.


Die Auslese: Nur die Besten überleben - Roman
Die Auslese: Nur die Besten überleben - Roman
von Joelle Charbonneau
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Gelungener, wenn auch brutaler Auftakt zur einer Trilogie, 1. Oktober 2013
In einer fernen Zukunft ist die Erde durch besonders schlimme Formen von Kriegen nachhaltig zerstört. Die wenigen Menschen, die die Kriege überlebt haben, wohnen in Kolonien und versuchen mühsam die Erde wieder fruchtbar und bewohnbar zu machen. In dieser Welt wächst Cia auf. Sie ist eine sehr gute Schülerin und hofft nach ihrem Abschluss für die Auswahl ausgewählt zu werden. Zu dieser Auswahl werden nur die Elite-Schüler der einzelnen Kolonien zugelassen, wo sie sich dann nochmal beweisen müssen, bevor sie zur Uni zugelassen werden. Was sich zuerst harmlos anhört, entpuppt sich jedoch nach und nach als Alptraum und Cia kämpft bald nicht nur um einen Platz an der Uni.

Obwohl ich in letzter Zeit sehr viele Bücher gelesen, die düstere Zukunftsszenarien aufbauen und Jugendliche durch die absolute Hölle schicken, hat mich dieses Buch doch von der ersten Seite gepackt. Auch hier wird aus der Ich-Perspektive von Cia erzählt, aber Cia hat ihre fünf Sinne zusammen und reagiert nicht wie ein kleines Dummchen, sondern steht sehr gut "ihre Frau". Von der ersten Seite an war sie mir sehr sympathisch und der Schreibstil an und für sich hatte mich schnell in seinen Bann gezogen.

Trotz der Ich-Perspektive wurden auch andere Figuren näher beleuchtet und auch wenn einige noch geheimnisvoll geblieben sind, hatte ich trotzdem von allen ein gutes Bild vor Augen.

Die zarte Liebesgeschichte, die eingebaut worden ist, ist so dezent gehalten, dass ich sie sehr passend für das Buch fand. Hier steht eindeutig nicht die Liebe im Vordergrund, sondern ein übles System und die Protagonistin verliert auch nicht komplett ihren Verstand wegen eines Jungen, sondern setzt ihre Prioritäten so, wie sie angesichts der Lage auch sein sollten. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich es oft unpassend finde, wenn Menschen durch die Hölle gehen und sich dabei gleichzeitig nur noch im Liebestaumel befinden. Ich denke doch, dass jeder Mensch zuerst an sein Überleben denkt und dann erst an die Liebe.

Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven und ich würde es eindeutig nicht als Jugendbuch ansehen. Einige Szenen sind ziemlich grausam und haben bei mir für einiges an Entsetzen gesorgt. Gleichzeitig weiß ich immer noch nicht, welches Ziel hinter all dem steckt und hoffe sehr, dass in den beiden folgenden Bänden die Geheimnisse, die jetzt noch geblieben sind, gelüftet werden.

Alles in allem konnte ich das Buch einmal begonnen nicht mehr aus der Hand legen und bin jetzt schon sehr gespannt auf den 2. Teil. Insgesamt ein sehr gelungener Auftakt zu einer vielversprechenden Trilogie. Ich hoffe, dass sie halten wird, was der erste Band bis jetzt verspricht.


Cassia & Ky - Die Ankunft. Band 3
Cassia & Ky - Die Ankunft. Band 3
von Ally Condie
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langweilig und ermüdend, 22. September 2013
Nach ihrer Flucht aus den Canyons haben sich Cassia und Ky jetzt doch der Erhebung angeschlossen. Während Cassia wieder in eine Stadt zurück geschickt wurde, um als Sortiererin zu arbeiten, arbeitet Ky als Pilot. Und auch Zander ist als Funktionär ein Teil der Erhebung. Schließlich bricht ein Virus aus, gegen den die Erhebung genügend Impfstoff vorbereitet hat, um eine schnelle und friedliche Übernahme durchführen zu können. Zuerst können auch alle geheilt werden, als jedoch Mutanten des Ursprungsvirus die Menschen befallen, helfen auch die Impfstoffe der Erhebung nicht mehr und es droht ein Chaos auszubrechen. Ky, Xander und Cassia müssen um ihr Leben und um das Leben vieler Menschen, die ihnen am Herzen liegen kämpfen.

Dieses Buch ist abwechselnd aus der Sicht von sowohl Ky, Cassia, als auch Xander geschrieben, was ich als eine sehr gute Idee empfinde. Nur leider wurde diese Idee nicht gut umgesetzt. Für mich waren die drei Charaktere irgendwie austauschbar und ich musste immer extra nochmal nachschauen, aus welcher Sicht ich denn jetzt gerade lese, da es von den Gedanken her so gut wie keinen Unterschied gab. Alle lieben sich irgendwie und irgendwie müssen sie drei zusammenhalten und insgesamt war mir das alles zu gefühlsduselig. Xander akzeptiert ohne viel Wut oder Verletzungen einfach, dass Cassia und Ky ein Paar sind und natürlich binden die anderen beiden ihn auch immer mit ein.

Davon abgesehen, fand ich die Handlung in diesem Roman noch schwächer, als in Teil 2. War Teil 1 noch wirklich spannend und gut durchsetzt mit den Gedichten, fand ich Teil 2 mit der für mich immer noch nicht nachvollziehbaren sinnfreien Handlung schon anstrengend zu lesen, aber dieser Teil hat mich irgendwann wirklich nur noch ermüdet.

Auch nach Ende der Trilogie weiß ich immer noch nicht, wie es zu der Gesellschaft gekommen ist, was ihr Ziel ist und wie ich mir diese Welt vorzustellen habe. Auch die Erhebung und der ominöse Steuermann sind mir weiterhin ein Rätsel. Irgendwie kann jeder Steuermann sein oder auch nicht. Die seitenlangen Beschreibungen des Virus, seiner Gegenmittel und irgendwelcher Pflanzen haben mich auch nicht wirklich interessiert und irgendwann hatte ich eher das Gefühl, dass ich ein Virologie-Buch in Händen halte, gefolgt von einem Pflanzenbestimmungsbuch, aber keinen spannenden Roman. Schon ab dem ersten Viertel hat mich die Handlung nicht mehr wirklich interessiert und ich habe das Buch nur zu Ende gelesen, da ich einfach nicht die Hoffnung aufgeben wollte, dass es wirklich so langweilig bleibt.

Ich wurde enttäuscht. Das Buch zieht sich dahin, wird durchsetzt von Gemälden und den wichtigen Gedichten und philosophischen Gedanken der drei Hauptfiguren, die ich oft für sehr unangebracht hielt und die mich irgendwann einfach nur noch genervt haben.

Alles in allem muss ich leider sagen, dass diese Trilogie für mich eine absolute Enttäuschung ist und ich nur froh bin, dass ich sie endlich beendet habe. Gute Ansätze und Ideen waren vorhanden und auch die Sprache der Autorin ist nicht schlecht, aber für einen spannenden Roman hätte ich mir noch mehr Handlung und Hintergrundinformationen gewünscht. Für mich ein absoluter Buchflopp.


The Help
The Help
von Kathryn Stockett
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,70

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das zu Herzen geht, 22. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Help (Taschenbuch)
Anfang der 60er Jahre in Jackson, Missippi: Die Sklaverei gilt zwar offiziell als abgeschafft, trotzdem haben Schwarze noch lange nicht die gleichen Rechte wie die Weißen. Die Weißen begegnen ihnen mit Vorurteilen, dass sie Krankheiten verbreiten würden, unrein sind und auch nicht wirklich intelligent. Trotzdem und gerade deswegen arbeiten viele schwarze Frauen als Haus- und Kindermädchen bei weißen reichen Frauen. Sie machen ihnen den Haushalt, ziehen die Kinder groß und manchmal entwickeln sich wirklich innige Beziehungen, aber manchmal müssen sie auch jeden Tag aufs neue Demütigungen über sich ergehen lassen und dürfen immer nicht die gleiche Toilette wie ihre Chefin verwenden.
Gleichzeitig sind auch die weißen Frauen gewissen Zwängen ausgesetzt. Selber zu arbeiten ist verpönnt und das Hauptziel einer Frau ist es, einen Mann zu heiraten, Kinder zu bekommen und sich dann möglichst intensiv ehrenamtlich zu betätigen.

Das tägliche Leben zu der Zeit wird in diesem Buch abwechselnd aus der Sicht der schwarzen Hausmädchen Abigail und Minny und der weißen 23jährigen Skeeter erzählt. Jede von ihnen kämpft mit ihren eigenen Herausforderungen und eigentlich haben sie gar nichts gemeinsam. Bis zu dem Zeitpunkt, als Skeeter, die unbedingt bei einem Verlag arbeiten möchte, Abigail darauf anspricht, ob sie ihr nicht dabei helfen würde ein Buch über das Leben der schwarzen Hausmädchen zu schreiben. Was sich erst langsam und schwer entwickelt, führt bald zu einer richtigen Welle und bringt Frauen einander näher, die sich ansonsten kaum angesehen haben.

Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt und ich konnte mich gar nicht entscheiden, welche der Perspektiven ich am liebsten lese. Alle waren spannend, teilweise erschreckend, dann aber wieder mit wunderbaren Lichtmomenten gefüllt. Gerade die Demütigungen, die Abigail und Minny oft, sogar teilweise tagtäglich zu schlucken haben, sind einfach unfassbar und oft konnte ich nur den Kopf schütteln über diese Ansichten, die da weit verbreitet waren.
Gleichzeitig ist auch die Welt von Skeeter nicht so wunderbar, wie sie auf den ersten Blick aussieht und die ganzen Zwänge, denen sie unterworfen ist, haben mich auch oft entsetzt weiter lesen lassen. Unglaublich, wenn man sich überlegt, dass diese Zeit noch gar nicht so lange her ist.

Für jede der drei Hauptfiguren hat die Autorin sehr gut ihre eigene Ausdrucksweise und Sprache gefunden und ich wusste alleine beim Lesen der Sätze, aus wessen Perspektive ich jetzt gerade das Buch lese.

Das Buch hat mich insgesamt sehr berührt und nachdenklich gemacht und öfters musste ich doch auch sehr stark mit den Tränen kämpfen.

Alles in allem ein wunderbares Buch, dass mir sehr gut wieder ein Stück Geschichte näher gebracht hat und mir wieder gezeigt hat, wie furchtbar Vorurteile und eingefrorene Ansichten sein können. Für mich ein absoluter Buchtipp!


Der letzte Regent: Roman
Der letzte Regent: Roman
von Andreas Brandhorst
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der letzte Regent und die Wahrheit über die Zukunft, 22. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Regent: Roman (Taschenbuch)
In einer fernen Zukunft gibt es ein Bündnis von Menschenwelten, das sogenannte Endurium, das seit 2000 Jahren gegen die feindlichen Ayunn kämpft. Angeführt wird das Endurium von einem Regenten, der ein Morti ist. Mortis sind Menschen, die gestorben und wieder aufgeweckt worden sind und viel länger leben können, als die sterblichen Vivi. Auch wenn es nicht einfach ist, können Mortis umgebracht werden und ausgerechnet der Regent wird getötet. Der Chronist Xavis Xavius erhält zuerst die Aufgabe den Tod des Regenten aufzuklären, findet sich jedoch ziemlich schnell mitten drin in einer Verschwörung, bei der er die Hauptrolle zugedacht bekommen hat.

Science Fiction Romane sind normalerweise nicht so mein Genre und ich habe bis zu diesem Roman nur genau einen anderen Science Fiction Roman jemals gelesen. Entsprechend gespannt, bin ich an dieses Buch heran gegangen. Von Andreas Brandhorst hatte ich bis dato schon mehr Nicht-Science-Fiction-Romane gelesen, die mich alle sehr begeistert haben, daher war ich sehr gespannt, wie ich mit diesem Genre zurecht kommen würde und ich kann sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

Als Fazit kann ich schon mal sagen, dass der Autor es für mich sehr gut versteht die technischen und innovativen Dinge so zu erklären, dass ich alles ohne Probleme verstehen konnte und vieles so beschrieben war, wie wenn ich mir gerade einen Film ansehen würde. Bei einigen Episoden lief mein Kopfkino auf Hochtouren und ich hatte die beschriebenen Techniken, Eigenarten direkt vor meinem geistigen Auge.

Xavis Xavius ist ein sehr vielschichtiger Charakter, von dem nach und nach immer mehr offenbart wird und den ich sehr gerne begleitet habe. Gut konnte ich nachvollziehen, wie er schon früh beeinflusst worden ist und wie er eigentlich ständig immer noch manipuliert wird. Auch die anderen auftauchenden Figuren wurden detailliert beschrieben und so in die Geschichte eingeführt, dass ich ein Bild von ihnen vor Augen hatte und ihre Taten und Handlungen gut nachvollziehen konnte.

Bis zum Schluss tappte ich gemeinsam mit Xavis ziemlich im Dunkeln, wer denn jetzt für den Tod des Regenten verantwortlich ist und warum überhaupt der Regent getötet wurde. Die Aufklärung am Schluss fand ich dann sehr gelungen und hatte für mich noch einige überraschende Elemente dabei. Nur das Ende des Täters an sich und der weitere Verlauf der Handlung waren dann für mich fast ein bisschen zu einfach und nach der Spannung vorab mit für mich zu wenig Aktion versehen.

Spannend beschrieben waren die psychologischen Details, die der Autor anwendet und mit denen er die Hauptfigur, aber auch mich als Leser sehr oft ganz schön verwirrt hat. Die Auflösung ergibt dann aber ein stimmiges Bild und am Ende fügen sich alle Puzzle-Teile gekonnt zu einem Gesamtbild zusammen.

Alles in allem ein sehr spannender und gut nachvollziehbarer Science Fiction Roman, der mich gut unterhalten hat und mir mehr Lust auf Science Fiction gemacht hat.


Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe: Band 1
Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe: Band 1
von Jonathan Stroud
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter Page Turner mit gelungener Handlung und feinem Humor, 19. September 2013
Die 16jährige Lucy reagiert sehr sensibel auf Geister, kann deren Gefühle wahrnehmen und teilweise sie sogar hören. In dem fiktiven London, in dem das Buch angesiedelt ist, sind das sehr praktische Fähigkeiten, da die Bewohner Englands seit Jahren schon von einer wahren Geisterplage heimgesucht werden. Das perfide daran ist, dass nur Kinder und Jugendliche Geister wahrnehmen können, aber die Erwachsenen meist viel stärker unter ihnen leiden. Daher haben sich Agenturen gegründet, die auf das endgültige vertreiben von Geistern spezialisiert sind. Auch die Agentur von dem jungen Anthony Lockwood gehört da dazu, auch wenn sie mit gerade drei Mitgliedern zu den kleinsten ihrer Gattung gehört. Als Lockwood und sein Team bestehend aus Lucy und George einen Fall so richtig vermasseln, bekommen sie als letzte Chance einen hochgefährlichen Auftrag, der sie in das verrufenste Haus von England führt.

Das Buch wird aus der Sicht von Lucy in der Ich-Perspektive erzählt. Trotz dieser eingeschränkten Sicht, habe ich ein gutes Bild von allen vorkommenden Figuren bekommen und auch Anthony Lockwood und George wurden detailliert geschildert und vorgestellt. Lucy ist dabei ein sehr patentes und sympathisches Mädchen, das ich sofort ins Herz geschlossen habe und die ich gerne und teilweise atemlos bei ihren Abenteuern begleitet habe. Auch Anthony und sogar der am Anfang nicht so eindrucksvolle George haben bei mir Sympathipunkte gesammelt und ich habe sehr gerne das Abenteuer der drei Freunde gelesen.

Einmal mit der Geschichte angefangen, konnte ich das Buch kaum noch zur Seite legen und gerade ab dem letzten dreiviertel wird es so spannend, dass ich mich oft zwingen musste, das Buch auch mal wieder zuzuklappen. Sehr positiv wirkt sich dabei auch der feine Humor aus, den der Autor immer wieder aufblitzen lässt und der mich oft sehr erheitert hat.

Sehr gut gefällt mir auch der gelungene Schluss, der diesen ersten Teil rund abschließt und trotzdem die Neugierde für den nächsten Teil schon mal schürt. Ohne dass dabei ein ärgerlicher Cliffhanger eingebaut wurde.

Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, dass ich sehr gerne gelesen habe und bei dem das Lesen so richtig Spaß macht.


Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen: Karnismus - eine Einführung
Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen: Karnismus - eine Einführung
von Melanie Joy
  Broschiert
Preis: EUR 16,00

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lektüre, die zum Nachdenken anregt, 15. September 2013
An dieses Buch bin ich sehr skeptisch heran gegangen, war aber gleichzeitig auch sehr neugierig, was mich erwarten würde. Ich esse bis heute gerne Fleisch und bin immer noch nicht wirklich davon überzeugt, dass die rein vegane Ernährung wirklich gesünder sein soll. Trotz allem hat das Buch es geschafft mich zum Nachdenken anzuregen und mir zumindest Gedanken über die Häufigkeit meines Fleischkonsums zu machen und auch darüber von wo ich das Fleisch beziehe.

Vom Inhalt selber hat Melanie Joy einige interessante Fakten dargestellt, die mir so bis jetzt noch nicht bekannt waren und gerade auch die Zustände in den Schlachtbetrieben haben mich wirklich sehr entsetzt. Fließbandarbeit zum Töten von Tieren ist einfach pervers und alleine bei dem Gedanken daran schüttelt es mich immer noch.

Melanie Joy führt den Begriff "Karnismus" ein und vertritt die Hypothese, dass wir nur deswegen Fleisch essen, weil wir es nicht anders kennen. Darüber habe ich lange nachgedacht und bin immer noch zu keiner endgültigen Meinung gekommen. Was auf jeden Fall stimmt ist, dass es nicht nötig ist, dass wir so viel Fleisch essen und wir es damit einfach übertreiben. Wie mit so vielem in unserer Überflussgesellschaft. Damit hat sie mich auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt. Gut finde ich dabei, dass sie viele Inhalte mit Fußnoten versehen hat und dem Leser noch viele Hintergrundinformationen und Quellenangaben liefert.

Insgesamt baut sie das Buch sehr interessant auf und präsentiert interessante Inhalte und Thesen zum Thema "Karnismus" und wieso wir Fleisch essen bzw. vor der Qual der Tiere die Augen verschließen. Gleichzeitig schafft sie es aber nicht das Buch ohne erhobenen Zeigefinger zu gestalten und gerade gegen Ende des Buches wurde es mir dann doch etwas zu viel. Schon nach den ersten Kapiteln hatte ich zuerst das Bedürfnis mich andauernd zu rechtfertigen, schließlich war ich wütend, aber dann habe ich mal versucht an meinen Emotionen vorbei auf das Buch zu gucken und dabei festgestellt, dass schon viele gute Dinge darin stehen. Das letzte Kapitel ist dann jedoch nochmal ganz stark der erhobene Zeigefinger und ich denke das Buch wäre besser gewesen, sie hätte dieses Kapitel weggelassen.

Alles in allem hat mich das Buch stark zum Nachdenken gebracht, auch gerade über meine eigenen Vorurteile und mich dazu angehalten, mich intensiver mit dem Thema Ernährung und Fleischkonsum zu beschäftigen. Jedoch befürchte ich fast, dass Melanie Joy mit diesem Buch keinen eingeschworenen Fleischesser von etwas anderem überzeugen wird können, da sie dafür zu sehr die Moralkeule schwingt. Eine aufrüttelnde Lektüre, die mir viel Stoff zum Nachdenken und Weiterrecherchieren gegeben hat.


Gefährliche Verlockung
Gefährliche Verlockung
von Katelyn Faith
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gelungener erotischer Roman, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Verlockung (Taschenbuch)
Mein erster Gedanke bei dem Titel und dem Klappentext war, dass ich hier - schon wieder - einen Abklatsch von "50 Shades of Grey" in Händen halte. Wäre dieses Buch nicht im Rahmen der Wunsch-Rezension ausgewählt worden, hätte ich es wohl selber nie zur Hand genommen. Jedoch muss ich sagen, dass es mich wirklich positiv überrascht hat.

Von den Rahmenbedingungen stellt sich zwar die gleiche Konstellation wie gehabt: stinkreicher gutaussehender Mann trifft auf nicht sehr selbstbewusste, eher unerfahrene Frau und macht ihr ein unmoralisches Angebot. In diesem Fall kennen sich Emma und Jason jedoch aus Schulzeiten und haben noch eine Vergangenheit zu bewältigen, die jeder von ihnen jedoch anders aufgefasst hat.

Aber erst zum Inhalt: Emma will auf einer Aktion unbedingt das wiederentdeckte Halsband von ihrer Urgroßmutter ersteigern. Jedoch wird ihr dieses weggeschnappt. Ausgerechnet von Jason Hall. Demjenigen, in den Emma schon zu Schulzeiten unsterblich verliebt war und der sie da aber keines Blickes gewürdigt hat. Und genau dieser Jason Hall macht ihr ein unmoralisches Angebot: Wenn sie sich ihm eine Woche lang hingibt, bekommt sie im Gegenzug das Halsband ihrer Großmutter geschenkt.

Bis zu diesem Punkt dachte ich noch, dass die Geschichte schon sehr vorhersehbar ist, jedoch muss ich gestehen, dass sie dann doch mit einige überraschenden Wendungen aufwarten konnte. Also natürlich ist Jason stinkreich, macht Emma andauernd Geschenke, aber seine "dunklen Vorzüge" halten sich sehr in Grenzen und was mir gut gefallen hat, war, dass ich doch schon bald die knisternde Erotik zwischen den beiden fühlen konnte und das Halsband auch bald passé war.

Schön ist auch, dass die erotischen Szenen sehr ansprechend beschrieben worden sind und ich sie wirklich gerne gelesen habe. Es gibt keine peinlichen Ausdrücke und alles liest sich flüssig und in sich stimmig. Gut gefällt mir dabei auch, dass Emma zwar vor Jason kein erfülltes Sexleben, aber zumindest schon Sex hatte und nicht wieder in die Kategorie fällt, dass sie gleich beim ersten Mal x-mal kommt.

Außerdem hat die Autorin eine doch spannende und gut durchdachte Rahmenhandlung um die Anziehungskraft zwischen Emma und Jason gesponnen, die mich gefesselt und es geschafft hat, dass ich das Buch einmal angefangen nicht mehr aus der Hand legen konnte. Denn natürlich tragen Emma und Jason auch jeweils ihr Päckchen aus der Vergangenheit und weisen seelische Narben auf, die sie gemeinsam zumindest aufdecken und zum Teil auch heilen müssen und hier war ich wirklich neugierig, um was es sich handelt und inwiefern es ihre Entwicklung beeinflusst hat. Emma's Päckchen sind dabei sehr nahe denen aus anderen ähnlichen Romanen, während Jason ein sehr düsteres Päckchen hat, das ich zwar erst letztes Jahr in einem anderen Buch auch schon so gelesen habe, jedoch fast ausschließe, dass die Autorinnen voneinander abgeschrieben haben könnten.

Die Geschichte ist in der Ich-Form aus Sicht von Emma geschrieben, trotzdem haben die anderen handelnden Figuren auch Kontur und Inhalt bekommen und blieben nicht nur farblose Gestalten. Auch Jason konnte sich durch mehr auszeichnen, als gutes Aussehen alleine. Besonders gut hat mir hier die Figur der besten Freundin gefallen, die richtig Schwung in die Geschichte gebracht hat.

Am Ende hat mich die Geschichte sogar noch so bewegt, dass ich fast ein paar Tränen schlucken musste und wirklich berührt das Buch zugeklappt habe.

Etwas befremdlich sind die gehäuften Anwendungen von bildlichen Vergleichen, die die Autorin anwendet und die Häufigkeit mit der auf der Lippe gekaut oder an ihr gezupft wird. Trotz allem liest sich das Buch sehr flüssig und der Schreibstil hat eine gewisse Qualität vorzuweisen, wodurch das Lesen Spaß macht.

Alles in allem ein gelungener erotischer Roman, der mich positiv überrascht hat.


Die Wahrheit des Wassers
Die Wahrheit des Wassers
von Stephanie Butland
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Und die Wahrheit kennt nur der See, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Wahrheit des Wassers (Taschenbuch)
Elisabeth und Mike führen eine harmonische Ehe. Alles scheint gut zu sein, bis zu dem Tag, als Mike tödlich verunglückt. Als Polizist lebte er jeden Tag gefährlich, doch stirbt er nicht im Dienst, sondern in seiner Freizeit, bei der Rettung einer jungen Frau vor dem Ertrinken. Die 19jährige Kate überlebt, aber Mike ertrinkt. Für Elisabeth bricht eine Welt zusammen und noch viel schwerer wird es, als die Polizei und auch die Bewohner des Ortes anfangen Fragen zu stellen: Hat Mike Kate gekannt? Wie konnte es passieren, dass er ertrinkt? Was weiß Kate?

Zu Beginn des Buches taucht der Leser gleich gemeinsam mit Elisabeth in ihre Verzweiflung angesichts des Todes ihres geliebten Mannes ein. Es entsteht ein Bild einer harmonischen und glücklichen Ehe und ich als Leser habe intensiv mit Elisabeth mitgelitten. Die Erzählform ist in der dritten Person, aber die Gefühle der einzelnen Personen werden so intensiv erlebbar gemacht, dass ich wirklich direkt mitleiden konnte. Auch beim Wechsel der Perspektiven zu Mike's Mutter bzw. zu Kate konnte ich auch sehr gut deren Gefühle nachvollziehen und fand es sehr gelungen, dass ich als Leser auch andere Sichtweisen lesen durfte.

In Rückblenden wird schließlich die Geschichte von Elisabeth und Mike aufbereitet und nach und nach auch aufgedeckt, dass nicht immer alles so harmonisch war, wie anfangs gedacht und sie doch auch ihre Schwierigkeiten hatten. Trotz allem war mir lange Zeit nicht klar, inwiefern das alles mit Kate zusammenhängt und ob es da überhaupt einen Zusammenhang gibt. Sehr lange wird der Leser darüber im Unklaren gelassen, aber am Ende gibt es eine sehr gute Aufklärung, die mir sehr gut gefallen hat.

Das Buch ist keine leichte Kost, da es mir gefühlsmäßig sehr nahe gegangen ist und ich bin der Meinung man sollte das Buch nicht lesen, wenn man selber nicht gut drauf ist. Das Ende ist zwar versöhnlich und ein schöner Lichtblick, aber zwischendurch ist es schon hart und mir kullerten schon einige Mal die Tränen beim Lesen über die Wangen.

Alles in allem ein sehr bewegendes Buch, dass mir aber wieder sehr gut gezeigt hat, dass man einige Dinge nicht einfach als selbstverständlich annehmen sollte und seinen Liebsten ruhig öfters zeigen und sagen kann, wie viel sie einem bedeuten. Viel zu schnell, kann etwas Schreckliches passieren und man hat keine Gelegenheit mehr die ganzen ungesagten Dinge und Gesten loszuwerden.


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