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Tammy1982 "tinab682"

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The Help
The Help
von Kathryn Stockett
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das zu Herzen geht, 22. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Help (Taschenbuch)
Anfang der 60er Jahre in Jackson, Missippi: Die Sklaverei gilt zwar offiziell als abgeschafft, trotzdem haben Schwarze noch lange nicht die gleichen Rechte wie die Weißen. Die Weißen begegnen ihnen mit Vorurteilen, dass sie Krankheiten verbreiten würden, unrein sind und auch nicht wirklich intelligent. Trotzdem und gerade deswegen arbeiten viele schwarze Frauen als Haus- und Kindermädchen bei weißen reichen Frauen. Sie machen ihnen den Haushalt, ziehen die Kinder groß und manchmal entwickeln sich wirklich innige Beziehungen, aber manchmal müssen sie auch jeden Tag aufs neue Demütigungen über sich ergehen lassen und dürfen immer nicht die gleiche Toilette wie ihre Chefin verwenden.
Gleichzeitig sind auch die weißen Frauen gewissen Zwängen ausgesetzt. Selber zu arbeiten ist verpönnt und das Hauptziel einer Frau ist es, einen Mann zu heiraten, Kinder zu bekommen und sich dann möglichst intensiv ehrenamtlich zu betätigen.

Das tägliche Leben zu der Zeit wird in diesem Buch abwechselnd aus der Sicht der schwarzen Hausmädchen Abigail und Minny und der weißen 23jährigen Skeeter erzählt. Jede von ihnen kämpft mit ihren eigenen Herausforderungen und eigentlich haben sie gar nichts gemeinsam. Bis zu dem Zeitpunkt, als Skeeter, die unbedingt bei einem Verlag arbeiten möchte, Abigail darauf anspricht, ob sie ihr nicht dabei helfen würde ein Buch über das Leben der schwarzen Hausmädchen zu schreiben. Was sich erst langsam und schwer entwickelt, führt bald zu einer richtigen Welle und bringt Frauen einander näher, die sich ansonsten kaum angesehen haben.

Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt und ich konnte mich gar nicht entscheiden, welche der Perspektiven ich am liebsten lese. Alle waren spannend, teilweise erschreckend, dann aber wieder mit wunderbaren Lichtmomenten gefüllt. Gerade die Demütigungen, die Abigail und Minny oft, sogar teilweise tagtäglich zu schlucken haben, sind einfach unfassbar und oft konnte ich nur den Kopf schütteln über diese Ansichten, die da weit verbreitet waren.
Gleichzeitig ist auch die Welt von Skeeter nicht so wunderbar, wie sie auf den ersten Blick aussieht und die ganzen Zwänge, denen sie unterworfen ist, haben mich auch oft entsetzt weiter lesen lassen. Unglaublich, wenn man sich überlegt, dass diese Zeit noch gar nicht so lange her ist.

Für jede der drei Hauptfiguren hat die Autorin sehr gut ihre eigene Ausdrucksweise und Sprache gefunden und ich wusste alleine beim Lesen der Sätze, aus wessen Perspektive ich jetzt gerade das Buch lese.

Das Buch hat mich insgesamt sehr berührt und nachdenklich gemacht und öfters musste ich doch auch sehr stark mit den Tränen kämpfen.

Alles in allem ein wunderbares Buch, dass mir sehr gut wieder ein Stück Geschichte näher gebracht hat und mir wieder gezeigt hat, wie furchtbar Vorurteile und eingefrorene Ansichten sein können. Für mich ein absoluter Buchtipp!


Der letzte Regent: Roman
Der letzte Regent: Roman
von Andreas Brandhorst
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der letzte Regent und die Wahrheit über die Zukunft, 22. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Regent: Roman (Taschenbuch)
In einer fernen Zukunft gibt es ein Bündnis von Menschenwelten, das sogenannte Endurium, das seit 2000 Jahren gegen die feindlichen Ayunn kämpft. Angeführt wird das Endurium von einem Regenten, der ein Morti ist. Mortis sind Menschen, die gestorben und wieder aufgeweckt worden sind und viel länger leben können, als die sterblichen Vivi. Auch wenn es nicht einfach ist, können Mortis umgebracht werden und ausgerechnet der Regent wird getötet. Der Chronist Xavis Xavius erhält zuerst die Aufgabe den Tod des Regenten aufzuklären, findet sich jedoch ziemlich schnell mitten drin in einer Verschwörung, bei der er die Hauptrolle zugedacht bekommen hat.

Science Fiction Romane sind normalerweise nicht so mein Genre und ich habe bis zu diesem Roman nur genau einen anderen Science Fiction Roman jemals gelesen. Entsprechend gespannt, bin ich an dieses Buch heran gegangen. Von Andreas Brandhorst hatte ich bis dato schon mehr Nicht-Science-Fiction-Romane gelesen, die mich alle sehr begeistert haben, daher war ich sehr gespannt, wie ich mit diesem Genre zurecht kommen würde und ich kann sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

Als Fazit kann ich schon mal sagen, dass der Autor es für mich sehr gut versteht die technischen und innovativen Dinge so zu erklären, dass ich alles ohne Probleme verstehen konnte und vieles so beschrieben war, wie wenn ich mir gerade einen Film ansehen würde. Bei einigen Episoden lief mein Kopfkino auf Hochtouren und ich hatte die beschriebenen Techniken, Eigenarten direkt vor meinem geistigen Auge.

Xavis Xavius ist ein sehr vielschichtiger Charakter, von dem nach und nach immer mehr offenbart wird und den ich sehr gerne begleitet habe. Gut konnte ich nachvollziehen, wie er schon früh beeinflusst worden ist und wie er eigentlich ständig immer noch manipuliert wird. Auch die anderen auftauchenden Figuren wurden detailliert beschrieben und so in die Geschichte eingeführt, dass ich ein Bild von ihnen vor Augen hatte und ihre Taten und Handlungen gut nachvollziehen konnte.

Bis zum Schluss tappte ich gemeinsam mit Xavis ziemlich im Dunkeln, wer denn jetzt für den Tod des Regenten verantwortlich ist und warum überhaupt der Regent getötet wurde. Die Aufklärung am Schluss fand ich dann sehr gelungen und hatte für mich noch einige überraschende Elemente dabei. Nur das Ende des Täters an sich und der weitere Verlauf der Handlung waren dann für mich fast ein bisschen zu einfach und nach der Spannung vorab mit für mich zu wenig Aktion versehen.

Spannend beschrieben waren die psychologischen Details, die der Autor anwendet und mit denen er die Hauptfigur, aber auch mich als Leser sehr oft ganz schön verwirrt hat. Die Auflösung ergibt dann aber ein stimmiges Bild und am Ende fügen sich alle Puzzle-Teile gekonnt zu einem Gesamtbild zusammen.

Alles in allem ein sehr spannender und gut nachvollziehbarer Science Fiction Roman, der mich gut unterhalten hat und mir mehr Lust auf Science Fiction gemacht hat.


Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe: Band 1
Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe: Band 1
von Jonathan Stroud
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter Page Turner mit gelungener Handlung und feinem Humor, 19. September 2013
Die 16jährige Lucy reagiert sehr sensibel auf Geister, kann deren Gefühle wahrnehmen und teilweise sie sogar hören. In dem fiktiven London, in dem das Buch angesiedelt ist, sind das sehr praktische Fähigkeiten, da die Bewohner Englands seit Jahren schon von einer wahren Geisterplage heimgesucht werden. Das perfide daran ist, dass nur Kinder und Jugendliche Geister wahrnehmen können, aber die Erwachsenen meist viel stärker unter ihnen leiden. Daher haben sich Agenturen gegründet, die auf das endgültige vertreiben von Geistern spezialisiert sind. Auch die Agentur von dem jungen Anthony Lockwood gehört da dazu, auch wenn sie mit gerade drei Mitgliedern zu den kleinsten ihrer Gattung gehört. Als Lockwood und sein Team bestehend aus Lucy und George einen Fall so richtig vermasseln, bekommen sie als letzte Chance einen hochgefährlichen Auftrag, der sie in das verrufenste Haus von England führt.

Das Buch wird aus der Sicht von Lucy in der Ich-Perspektive erzählt. Trotz dieser eingeschränkten Sicht, habe ich ein gutes Bild von allen vorkommenden Figuren bekommen und auch Anthony Lockwood und George wurden detailliert geschildert und vorgestellt. Lucy ist dabei ein sehr patentes und sympathisches Mädchen, das ich sofort ins Herz geschlossen habe und die ich gerne und teilweise atemlos bei ihren Abenteuern begleitet habe. Auch Anthony und sogar der am Anfang nicht so eindrucksvolle George haben bei mir Sympathipunkte gesammelt und ich habe sehr gerne das Abenteuer der drei Freunde gelesen.

Einmal mit der Geschichte angefangen, konnte ich das Buch kaum noch zur Seite legen und gerade ab dem letzten dreiviertel wird es so spannend, dass ich mich oft zwingen musste, das Buch auch mal wieder zuzuklappen. Sehr positiv wirkt sich dabei auch der feine Humor aus, den der Autor immer wieder aufblitzen lässt und der mich oft sehr erheitert hat.

Sehr gut gefällt mir auch der gelungene Schluss, der diesen ersten Teil rund abschließt und trotzdem die Neugierde für den nächsten Teil schon mal schürt. Ohne dass dabei ein ärgerlicher Cliffhanger eingebaut wurde.

Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, dass ich sehr gerne gelesen habe und bei dem das Lesen so richtig Spaß macht.


Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen: Karnismus - eine Einführung
Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen: Karnismus - eine Einführung
von Melanie Joy
  Broschiert
Preis: EUR 16,00

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lektüre, die zum Nachdenken anregt, 15. September 2013
An dieses Buch bin ich sehr skeptisch heran gegangen, war aber gleichzeitig auch sehr neugierig, was mich erwarten würde. Ich esse bis heute gerne Fleisch und bin immer noch nicht wirklich davon überzeugt, dass die rein vegane Ernährung wirklich gesünder sein soll. Trotz allem hat das Buch es geschafft mich zum Nachdenken anzuregen und mir zumindest Gedanken über die Häufigkeit meines Fleischkonsums zu machen und auch darüber von wo ich das Fleisch beziehe.

Vom Inhalt selber hat Melanie Joy einige interessante Fakten dargestellt, die mir so bis jetzt noch nicht bekannt waren und gerade auch die Zustände in den Schlachtbetrieben haben mich wirklich sehr entsetzt. Fließbandarbeit zum Töten von Tieren ist einfach pervers und alleine bei dem Gedanken daran schüttelt es mich immer noch.

Melanie Joy führt den Begriff "Karnismus" ein und vertritt die Hypothese, dass wir nur deswegen Fleisch essen, weil wir es nicht anders kennen. Darüber habe ich lange nachgedacht und bin immer noch zu keiner endgültigen Meinung gekommen. Was auf jeden Fall stimmt ist, dass es nicht nötig ist, dass wir so viel Fleisch essen und wir es damit einfach übertreiben. Wie mit so vielem in unserer Überflussgesellschaft. Damit hat sie mich auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt. Gut finde ich dabei, dass sie viele Inhalte mit Fußnoten versehen hat und dem Leser noch viele Hintergrundinformationen und Quellenangaben liefert.

Insgesamt baut sie das Buch sehr interessant auf und präsentiert interessante Inhalte und Thesen zum Thema "Karnismus" und wieso wir Fleisch essen bzw. vor der Qual der Tiere die Augen verschließen. Gleichzeitig schafft sie es aber nicht das Buch ohne erhobenen Zeigefinger zu gestalten und gerade gegen Ende des Buches wurde es mir dann doch etwas zu viel. Schon nach den ersten Kapiteln hatte ich zuerst das Bedürfnis mich andauernd zu rechtfertigen, schließlich war ich wütend, aber dann habe ich mal versucht an meinen Emotionen vorbei auf das Buch zu gucken und dabei festgestellt, dass schon viele gute Dinge darin stehen. Das letzte Kapitel ist dann jedoch nochmal ganz stark der erhobene Zeigefinger und ich denke das Buch wäre besser gewesen, sie hätte dieses Kapitel weggelassen.

Alles in allem hat mich das Buch stark zum Nachdenken gebracht, auch gerade über meine eigenen Vorurteile und mich dazu angehalten, mich intensiver mit dem Thema Ernährung und Fleischkonsum zu beschäftigen. Jedoch befürchte ich fast, dass Melanie Joy mit diesem Buch keinen eingeschworenen Fleischesser von etwas anderem überzeugen wird können, da sie dafür zu sehr die Moralkeule schwingt. Eine aufrüttelnde Lektüre, die mir viel Stoff zum Nachdenken und Weiterrecherchieren gegeben hat.


Gefährliche Verlockung
Gefährliche Verlockung
von Katelyn Faith
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gelungener erotischer Roman, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Verlockung (Taschenbuch)
Mein erster Gedanke bei dem Titel und dem Klappentext war, dass ich hier - schon wieder - einen Abklatsch von "50 Shades of Grey" in Händen halte. Wäre dieses Buch nicht im Rahmen der Wunsch-Rezension ausgewählt worden, hätte ich es wohl selber nie zur Hand genommen. Jedoch muss ich sagen, dass es mich wirklich positiv überrascht hat.

Von den Rahmenbedingungen stellt sich zwar die gleiche Konstellation wie gehabt: stinkreicher gutaussehender Mann trifft auf nicht sehr selbstbewusste, eher unerfahrene Frau und macht ihr ein unmoralisches Angebot. In diesem Fall kennen sich Emma und Jason jedoch aus Schulzeiten und haben noch eine Vergangenheit zu bewältigen, die jeder von ihnen jedoch anders aufgefasst hat.

Aber erst zum Inhalt: Emma will auf einer Aktion unbedingt das wiederentdeckte Halsband von ihrer Urgroßmutter ersteigern. Jedoch wird ihr dieses weggeschnappt. Ausgerechnet von Jason Hall. Demjenigen, in den Emma schon zu Schulzeiten unsterblich verliebt war und der sie da aber keines Blickes gewürdigt hat. Und genau dieser Jason Hall macht ihr ein unmoralisches Angebot: Wenn sie sich ihm eine Woche lang hingibt, bekommt sie im Gegenzug das Halsband ihrer Großmutter geschenkt.

Bis zu diesem Punkt dachte ich noch, dass die Geschichte schon sehr vorhersehbar ist, jedoch muss ich gestehen, dass sie dann doch mit einige überraschenden Wendungen aufwarten konnte. Also natürlich ist Jason stinkreich, macht Emma andauernd Geschenke, aber seine "dunklen Vorzüge" halten sich sehr in Grenzen und was mir gut gefallen hat, war, dass ich doch schon bald die knisternde Erotik zwischen den beiden fühlen konnte und das Halsband auch bald passé war.

Schön ist auch, dass die erotischen Szenen sehr ansprechend beschrieben worden sind und ich sie wirklich gerne gelesen habe. Es gibt keine peinlichen Ausdrücke und alles liest sich flüssig und in sich stimmig. Gut gefällt mir dabei auch, dass Emma zwar vor Jason kein erfülltes Sexleben, aber zumindest schon Sex hatte und nicht wieder in die Kategorie fällt, dass sie gleich beim ersten Mal x-mal kommt.

Außerdem hat die Autorin eine doch spannende und gut durchdachte Rahmenhandlung um die Anziehungskraft zwischen Emma und Jason gesponnen, die mich gefesselt und es geschafft hat, dass ich das Buch einmal angefangen nicht mehr aus der Hand legen konnte. Denn natürlich tragen Emma und Jason auch jeweils ihr Päckchen aus der Vergangenheit und weisen seelische Narben auf, die sie gemeinsam zumindest aufdecken und zum Teil auch heilen müssen und hier war ich wirklich neugierig, um was es sich handelt und inwiefern es ihre Entwicklung beeinflusst hat. Emma's Päckchen sind dabei sehr nahe denen aus anderen ähnlichen Romanen, während Jason ein sehr düsteres Päckchen hat, das ich zwar erst letztes Jahr in einem anderen Buch auch schon so gelesen habe, jedoch fast ausschließe, dass die Autorinnen voneinander abgeschrieben haben könnten.

Die Geschichte ist in der Ich-Form aus Sicht von Emma geschrieben, trotzdem haben die anderen handelnden Figuren auch Kontur und Inhalt bekommen und blieben nicht nur farblose Gestalten. Auch Jason konnte sich durch mehr auszeichnen, als gutes Aussehen alleine. Besonders gut hat mir hier die Figur der besten Freundin gefallen, die richtig Schwung in die Geschichte gebracht hat.

Am Ende hat mich die Geschichte sogar noch so bewegt, dass ich fast ein paar Tränen schlucken musste und wirklich berührt das Buch zugeklappt habe.

Etwas befremdlich sind die gehäuften Anwendungen von bildlichen Vergleichen, die die Autorin anwendet und die Häufigkeit mit der auf der Lippe gekaut oder an ihr gezupft wird. Trotz allem liest sich das Buch sehr flüssig und der Schreibstil hat eine gewisse Qualität vorzuweisen, wodurch das Lesen Spaß macht.

Alles in allem ein gelungener erotischer Roman, der mich positiv überrascht hat.


Die Wahrheit des Wassers
Die Wahrheit des Wassers
von Stephanie Butland
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Und die Wahrheit kennt nur der See, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Wahrheit des Wassers (Taschenbuch)
Elisabeth und Mike führen eine harmonische Ehe. Alles scheint gut zu sein, bis zu dem Tag, als Mike tödlich verunglückt. Als Polizist lebte er jeden Tag gefährlich, doch stirbt er nicht im Dienst, sondern in seiner Freizeit, bei der Rettung einer jungen Frau vor dem Ertrinken. Die 19jährige Kate überlebt, aber Mike ertrinkt. Für Elisabeth bricht eine Welt zusammen und noch viel schwerer wird es, als die Polizei und auch die Bewohner des Ortes anfangen Fragen zu stellen: Hat Mike Kate gekannt? Wie konnte es passieren, dass er ertrinkt? Was weiß Kate?

Zu Beginn des Buches taucht der Leser gleich gemeinsam mit Elisabeth in ihre Verzweiflung angesichts des Todes ihres geliebten Mannes ein. Es entsteht ein Bild einer harmonischen und glücklichen Ehe und ich als Leser habe intensiv mit Elisabeth mitgelitten. Die Erzählform ist in der dritten Person, aber die Gefühle der einzelnen Personen werden so intensiv erlebbar gemacht, dass ich wirklich direkt mitleiden konnte. Auch beim Wechsel der Perspektiven zu Mike's Mutter bzw. zu Kate konnte ich auch sehr gut deren Gefühle nachvollziehen und fand es sehr gelungen, dass ich als Leser auch andere Sichtweisen lesen durfte.

In Rückblenden wird schließlich die Geschichte von Elisabeth und Mike aufbereitet und nach und nach auch aufgedeckt, dass nicht immer alles so harmonisch war, wie anfangs gedacht und sie doch auch ihre Schwierigkeiten hatten. Trotz allem war mir lange Zeit nicht klar, inwiefern das alles mit Kate zusammenhängt und ob es da überhaupt einen Zusammenhang gibt. Sehr lange wird der Leser darüber im Unklaren gelassen, aber am Ende gibt es eine sehr gute Aufklärung, die mir sehr gut gefallen hat.

Das Buch ist keine leichte Kost, da es mir gefühlsmäßig sehr nahe gegangen ist und ich bin der Meinung man sollte das Buch nicht lesen, wenn man selber nicht gut drauf ist. Das Ende ist zwar versöhnlich und ein schöner Lichtblick, aber zwischendurch ist es schon hart und mir kullerten schon einige Mal die Tränen beim Lesen über die Wangen.

Alles in allem ein sehr bewegendes Buch, dass mir aber wieder sehr gut gezeigt hat, dass man einige Dinge nicht einfach als selbstverständlich annehmen sollte und seinen Liebsten ruhig öfters zeigen und sagen kann, wie viel sie einem bedeuten. Viel zu schnell, kann etwas Schreckliches passieren und man hat keine Gelegenheit mehr die ganzen ungesagten Dinge und Gesten loszuwerden.


Papiergeflüster: Aus dem Leben einer Buchhändlerin
Papiergeflüster: Aus dem Leben einer Buchhändlerin
Preis: EUR 2,99

4.0 von 5 Sternen Anekdoten aus dem Alltag einer Buchhändlerin, 25. August 2013
Simone Dalbert hat in diesem kleinen Büchlein viele lustige, nette, aber auch nachdenklich machende Anekdoten zu ihrem Leben als Buchhändlerin zusammengetragen. Die Anekdoten sind immer sehr kurz gehalten, beleuchten aber fast immer mit einem Augenzwinkern sehr gut die Herausforderungen und Geschehnisse, die sich so bei der Arbeit als Buchhändlerin ergeben.

Einige der Geschichten haben mich dabei zum Lächeln gebracht, andere mich doch nachdenklich gemacht und alle haben auf jeden Fall dazu beigetragen, dass ich Buchhändler mit anderen Augen sehe und auch Buchläden ganz anders betrete. Viele Dinge, die die Menschen da machen müssen, waren mir gar nicht so klar und vieles habe ich auch vorher gar nicht richtig wahrgenommen bzw. wertgeschätzt. Ich habe mir z. B. noch nie Gedanken darüber gemacht wieviel Zeit und Mühe es kostet ein Schaufenster zu dekorieren und wie viele Gedanken sich dazu im Vorfeld gemacht werden.

Insgesamt eine sehr kurzweilige Lektüre, die zum einen sehr spannende und interessante Einblicke in das Leben als Buchhändler gibt und zum anderen auch klar zeigt, wie gern die Autorin ihrem Beruf nachgeht. Ein Büchlein, das ich sehr gerne gelesen habe und ich auch Buchliebhabern auf jeden Fall weiter empfehlen werde. Meiner Meinung nach eignet es sich auch hervorragend für Leute, die sich überlegen, ob sie Buchhändler werden möchten, um sich einen kleinen ersten Eindruck vom Arbeitsalltag zu verschaffen.


Die radioaktive Marmelade meiner Großmutter
Die radioaktive Marmelade meiner Großmutter
Preis: EUR 7,99

4.0 von 5 Sternen Dünnes Buch mit schwerem Inhalt. Authentisch erzählt., 15. August 2013
Romy muss ein schweres Erbe tragen, obwohl sie selber direkt gar nicht davon betroffen ist. Ihre Großeltern sind Juden und mussten zur Zeit des 2. Weltkrieges schlimme Dinge erleben. So richtig verkraftet haben sie das bis heute nicht und geben dieses Trauma zuerst an die Tochter und schließlich auch noch an die Enkelin weiter. Nachdem Romy's Mutter mit diesem Erbe schon nicht umgehen konnte und ihren Tod in den Drogen fand, sieht auch Romy schließlich keinen anderen Ausweg und landet bei den Drogen und schließlich beim Heroin.

Den Selbstzerstörungstripp von Romy erlebt der Leser dabei hautnah mit, da das gesamte Buch aus der Ich-Perspektive erzählt ist. So erlebt man als Leser die teilweise echt dramatische Kindheit von Romy mit und landet mit ihr gemeinsam in der Abgestumpftheit und der Taubheit der Drogenwelt. Romy's Leben ist dabei irgendwann fühlbar nur noch hoffnungslos und bei mir übertrug sich dieses Gefühl so gut beim Lesen, dass ich Romy's Taten und ihr Handeln sehr gut nachvollziehen konnte.

Dieses Buch ist keine leichte Kost, zeigt aber auf erschreckende Weise und dabei sehr eindrucksvoll, wie das Leid einer Generation immer weiter gegeben wird und wie Menschen zum Opfer werden, die eigentlich gar nicht direkt betroffen gewesen sind. Da ich das Thema mit der Weitergabe von Trauma auch in der eigenen Familie gut kenne, fand ich das hier sehr gut dargestellt und authentisch beschrieben.

Ein zwar dünnes Buch, das aber mit schwerem Inhalt überzeugt. Für mich eine klare Weiterempfehlung.


1Q84  (Buch 3): Roman
1Q84 (Buch 3): Roman
von Haruki Murakami
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Sinnfreie Dialoge und eine sich nicht bewegende Handlung machen das Lesen sehr mühsam, 21. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: 1Q84 (Buch 3): Roman (Taschenbuch)
Dieser Teil schließt direkt an den Vorgänger an und erzählt die Geschichte von Tengo und Aomame weiter. Konnte mich der Vorgängerteil noch fesseln und faszinieren, war ich von diesem Teil ziemlich schnell gelangweilt und oft versucht das Buch abzubrechen. Das Ende ist, finde ich, ziemlich vorhersehbar und die Entwicklungen bis dahin konnten mich irgendwie gar nicht mehr richtig fesseln.

Ganz schlimm sind mir gerade in diesem Teil die absolut sinnfreien Dialoge auf die Nerven gegangen, die oft daraus bestehen, dass die eine Person etwas sagt, die andere genau das wiederholt und dann wieder irgendetwas anderes Sinnfreies gesagt wird. Diese ewigen Gespräche zwischen zwei Protagonisten, die die Handlung überhaupt gar nicht voran gebracht, bei mir oft auch einfach nur Fragezeichen erzeugt und mir das Gefühl gegeben haben, das ich einen Schulaufsatz lese, in der Dialoge geübt werden müssen, fand ich einfach furchtbar.

Auch sehr anstrengend waren die oft philosphischen Abschweifungen der Gedanken der einzelnen Figuren. Im Vorgängerband war das noch irgendwie spannend zu lesen und für mich noch faszinierend. Hier fand ich es nur noch anstrengend und habe oft die Passagen zum Teil übersprungen, um endlich voran zu kommen. Hauptproblem ist dabei, dass die gesamte Handlung sich einfach nur noch darum dreht, ob und wann sich Tengo und Aomame endlich begegnen. Während im ersten Teil die Lebensgeschichte der beiden erzählt wurde und auch viele andere Personen Erwähnung fanden, dreht sich dieser Teil fast ausschließlich nur noch um die beiden. Die Zeit zieht sich dahin und nach dem ich zum x-ten Mal gelesen hatte, dass Aomame sich einen Tee oder Kakao aufkocht, ihre Übungen macht und sich dann auf den Balkon setzt, war es irgendwie mehr als genug.

Auch wenn es sich eigentlich ja um ein Märchen handelt, sind mir auch noch viele Dinge einfach zu offen geblieben. Was es genau mit diesen Little People auf sich hat, ist mir bis jetzt immer noch nicht so ganz klar und auch viele andere Geheimnisse bleiben einfach offen. Natürlich könnte man die Romantik in den Vordergrund stellen und das Ganze einfach als Liebesgeschichte betrachten, dafür sind für mich dann aber viele Dinge nicht so wirklich nachvollziehbar und einiges mutet eher seltsam, denn romantisch an.

Alles in allem bin ich von diesem Teil sehr enttäuscht und vergebe gerade noch einen Stern, da ich sonst diese Rezension nicht einstellen kann. Ich bin einfach nur froh, dass ich das Buch beendet habe. Für mich ein absoluter Buchflopp!


Magoria: Das Haus der Schatten
Magoria: Das Haus der Schatten
von Charlotte Richter-Peill
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Das Spiel "Magoria", 21. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Magoria: Das Haus der Schatten (Broschiert)
Das Leben der 17jährigen Maja verläuft nicht so, wie sie sich das wünscht. Sie fühlt sich zu dick, wird deswegen auch öfters gehänselt und ist deswegen auch sehr schüchtern und traut sich selber vieles nicht zu. Für sie noch erschreckender wird es, als ihr eines Nachts eine unheimliche Fratze begegnet, die sie zu verfolgen scheint. Als ihre Lehrerin Ada merkt, dass Maja unheimliche Fratzen sehen kann, weiht sie sie ein, dass sie zu denjenigen gehört, die die Schatten sehen können und bietet ihr an, sie zu einem Schattenjäger auszubilden. Trotz ihrer Ängste willigt Maja ein und wird von Ada zusammen mit einigen anderen nach "Magoria" gebracht, um zur Schattenjägern ausgebildet werden zu können und ihrem heimlichen Ziel ihren eigenen Schatten loszuwerden. Auf Magoria blüht Maja auf, aber bald bekommt das neue Paradies auch seine Risse und Maja weiß nicht mehr wem sie vertrauen darf und wem nicht.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und ich finde die Idee mit den "Schatten" und einem Bund von Schattenjägern sehr gelungen. Die Erklärungen zu dieser Schattenwelt werden nach und nach gut eingestreut und gemeinsam mit Maja erfährt man auch als Leser immer mehr Hintergründe und Geheimnisse zu den Schatten. Dabei gelingt es der Autorin sehr gut die jeweilige Welt vor meinem geistigen Auge auferstehen zu lassen und ich hatte immer das Gefühl, dass ich mit Maja gemeinsam unterwegs bin und das sehe, was sie sieht und erlebt.

Maja ist eine sympathische Hauptfigur, die keinen Traummaßen entspricht und dementsprechend unsicher ist. Obwohl sie sich teilweise im Laufe des Buches nicht zu ihrem Besten entwickelt, fand ich es spannend zu lesen, wie sie sich weiter entwickelt und wie sich ein Mensch verändern kann, je nachdem welchen Einflüssen er ausgesetzt ist. Schön ist dabei, dass gut heraus gearbeitet wurde, wie Gruppendynamik funktioniert und wie gerade auch Jugendliche vor allem immer ein Ziel haben: dazu zu gehören und bloß kein Außenseiter sein zu wollen. Aber um erwachsen zu werden, muss man manchmal auch gegen den Strom schwimmen und gerade das ist eine der großen Herausforderungen, der sich Maja stellen muss.
Auch die weiteren Charaktere werden schön dargestellt, obwohl durch die Ich-Erzählweise das Innenleben der Anderen nicht so detailliert geschildert werden kann. Trotzdem haben alle ihre Stärken und Schwächen und schön wird dargestellt, dass gerade auch der äußere Schein oft trügen kann.

Insgesamt ein tolles und vor allem spannendes Jugendbuch, dass gerade wichtige Themen bei Jugendlichen anschneidet und endlich mit einer Hauptfigur aufwartet, die nicht danach strebt Germany's next Topmodel zu werden. Von solchen Figuren und Büchern wünsche ich mir mehr und hoffe sehr, dass auch der geplante nächste Teil bald verfügbar sein wird.

Für ein absoluter Buchtipp!


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