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Rezensionen verfasst von
Alexander Sölch (Schwäbisch Hall)

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046/Jagd auf das Dino-Ei
046/Jagd auf das Dino-Ei
Preis: EUR 6,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Magere Hörspielkost im Abenteuer-Tierpark-Gewand, 18. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: 046/Jagd auf das Dino-Ei (Audio CD)
Inhalt:
Die Reise in den Safaripark auf Conga Island hat es in sich. Ein verrückter Pilot, wilde Tiere und ein Inselgeheimnis bescheren den ??? Kids eines ihrer gefährlichsten Abenteuer. Finden sie heraus, was aus dem rätselhaften Dino-Ei schlüpft?

Handlung:
Ein abenteuerliches Urwaldspektakel geht vor sich und die drei ??? Kids stecken natürlich mittendrin. Autor Ulf Blanck bleibt in "Jagd auf das Dino-Ei" dem gewohnten Schema der Hörspielreihe "Die drei ??? Kids" treu, kreiert ein Abenteuer mitsamt Detektivfall und liefert mit seinem Plot leichte Kost für die Ohren der anvisierten jungen Zuhörerschaft. Dieses Mal steht ein tierischer Abenteuerpark oder vielmehr ein abenteuerreicher Tierpark auf einer Insel vor der Westküste der Vereinigten Staaten für Justus, Peter und Bob auf dem Programm. Als diese am Park eingetroffen sind, begegnen sie auch gleich wie gerufen Krokodilen, Löwen, Affen und Co.. Dass im Park neben all der Tiere ein Geheimnis lauert, liegt für den gewieften Hörspielhörer in der Luft, und spätestens als schriftlich und mündlich ausgesprochene Drohungen kein Ende nehmen und das Detektivtrio aufgeteilt werden soll, ist den drei Hobbyspürnasen klar, dass sie all ihre Kräfte bündeln müssen, um ihren neuen Fall zu lösen. Soweit der spektakuläre und spannende Teil der 46. Folge, die leider Gottes auch einige altbekannte Schwächen aufweist. Zum einen bestehen im Hörspiel enorm viele Längen, sodass beispielsweise anfangs minutenlang die Frage im Raum steht, worin der Fall überhaupt besteht. Zum anderen sind die Handlungsbestandteile einmal mehr arg konstruiert und fernab der Realität angesiedelt. So schieben Justus, Peter und Bob beispielsweise eigenhändig ihr Flugzeug auf die Rollbahn oder sie führen mit ihrem undurchsichtigen Piloten eine gefährliche Wasserlandung auf einer wilden Insel durch, die selbst gelernte Piloten nicht anfliegen möchten. Auch das Vorkommen unentdeckter Echsenarten in der Geschichte verlangt eine gewisse Offenheit für überzogene Handlungsbestandteile von Seiten des Zuhörers. Wer ein Auge zudrücken kann, bekommt letztlich die gewohnt locker-leichte Jugendunterhaltung geboten, alle anderen erleben einmal mehr eine magere Handlung, die insgesamt doch deutlich zu konstruiert ist.

Sprecher:
Einen gewagteren Flugzeugführer als Smitty, gesprochen von Christian Reimer, hat die Medienwelt seit dem TV-Auftritt von Pumponell von Pumpolonien in "Urmel und das Eis" nicht mehr erleben dürfen. Zwar möchte Christian Reimer in der Rolle des Smitty kein Urzeittier fangen, doch geht er ebenso rabiat und geradlinig vor, wenn er seine in die Jahre gekommene, doch weiterhin fliegende "Emma" manövriert. Wenn er mit heiserer und kratzender Stimme spricht, ist ihm zudem die Whiskey-Vergangenheit anzumerken. Insofern gelingt Christian Reimer eine ansprechende Darbietung der ihm zugeordneten Figur. Dem Ruhe ausstrahlenden Ole Jacobsen als Bobs Vater und zugleich Journalist Mr. Andrews stehen mit der kaltherzigen und dominanten Irina von Bentheim als Rebecca sowie dem mit stolzgeschwellter Brust agierenden Thomas Zieler als Professor Dooley, welcher sein Projekt in vollen Zügen und mit Selbstüberzeugung genießt, zwei emotionsgeladene Sprecher gegenüber, was in seiner Mischung ein harmonisches Ganzes ergibt. Dahingegen hätte es mehrmals weniger Emotionen bei den drei Hauptsprechern geben dürfen. In der Flugzeugszene etwa verlassen die allzu jovial agierenden Jannik Schümann, Yoshij Grimm und David Wittmann die Glaubwürdigkeitsebene, da sie in einem inhaltlich angstgeladenen Moment vielmehr lachen als sich zu fürchten. Ingrid Capelle als Tante Mathilda und Achim Schülke als Onkel Titus stehen dieses Mal lediglich kleinere Nebenrollen zu. Erzähler Johannes Steck bekommt hingegen zahlreiche Gelegenheiten dazu, seine charismatische Stimme einzubringen - nicht zuletzt, da der Abenteuerpark genügend Raum für ausgiebige Erklärungen bietet.

Musik und Effekte:
Eklatante Schwächen sind auf Seiten der Effekte zu vermelden. Einige Effekte sind stark überzogen. An einer Stelle kracht ein herunterfallendes Funkgerät, als seien Gebirgsfelsen im großem Umfang auseinandergebrochen. An einer weiteren Stelle surrt ein Pfeil durch die Luft, als würde eine uralte Ringfeder überstrapaziert, ehe sie endgültig ihren Geist aufgibt. Die naturbetonte Kulisse wird ansonsten durch das Rascheln von Schritten im Gras sowie das über weite Strecken vernehmbare Plätschern eines Wasserlaufes in Szene gesetzt. Hier und da grollen, rufen und raufen Tiere herum, wenn die Geschichte danach verlangt. Der Dschungel auf der einsamen Conga Island ist somit durchaus lebendig. Selbst während der Gespräche ertönen Vogelrufe und Wasserplätschern. Leider tragen neben den Effekten auch die Musiken nur wenig zu einer insgesamt gelungenen Untermalung bei. Die reihentypischen Zwischenmusiken grenzen die einzelnen Szenen voneinander ab, die allzu häufig allerdings wie das comicartige Geräusch beim Schwingen eines Zauberstabs mitsamt dazugehörigem Sternschweif klingen. Somit ist weiterhin mehr Variantenreichtum auf Seiten der Musiken wünschenswert.

Fazit:
Die Wurzeln von "Die drei ??? Kids" und der Mutterserie "Die drei ???" liegen im Detektivhörspiel, oftmals gespickt mit einem Hauch Abenteuer. Die 46. Folge mit dem Titel "Jagd auf das Dino-Ei" ist demhingegen mehr ein Abenteuer- als ein Detektivhörspiel. Sie hält zwar einige aufregende, doch ebenso zahlreiche unrealistische Bestandteile parat. Mangelhaft ist die Geräuschkulisse, die einige Male ihr Ziel verfehlt und einer realitätsnahen Kulisse nicht gerecht wird. Auch die musikalische Untermalung bleibt weiterhin eine Schwachstelle der Hörspielreihe. Insgesamt besteht in allen Bereichen eminenter Handlungsbedarf, denn zähe Folgen wie diese werden die Zuhörer nicht allzu positiv quittieren können. "Jagd auf das Dino-Ei" ist alles in allem leider nur magere Durchschnittshörspielkost.


045/Ein Fall Für Superhelden
045/Ein Fall Für Superhelden
Preis: EUR 7,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bodenständiger und unterhaltsamer Fall für Justus, Peter und Bob, 25. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: 045/Ein Fall Für Superhelden (Audio CD)
Inhalt:
Justus tritt als Werbestar einer Cornflakes-Firma auf. Im Superhelden-Kostüm soll er vor laufender Kamera Heldentaten vollbringen. Aber plötzlich geht Einiges schief und die drei ??? Kids sind einem bösen Schwindel auf der Spur. Treibt hier jemand ein falsches Spiel?

Handlung:
"Die drei ??? Kids" stellen seit ihrem Debut eine Ablegerserie von "Die drei ???" dar, die sich besonders auf die jüngsten Zuhörer fokussiert. Mitunter konnte man das am inhaltichen Anspruch festmachen, der in einigen Folgen merklich niedriger ist als bei der Mutterserie. Dennoch beweist Ulf Blanck in "Ein Fall für Superhelden", dass es möglich ist, mit geringen Mitteln auf bodenständiger Ebene ideenreiche und unterhaltsame Fälle zu kreieren. Beim 45. Fall handelt es sich um ein waschechtes Rocky Beach-Abenteuer, das am Küchentisch der Familie Jonas beginnt. Schlemmermaul Justus gewinnt eine Werberolle bei einem Cornflakes-Hersteller und soll im Folgenden an einem drei Abschnitte umfassenden Werbedreh in der Hauptrolle mitwirken. Selbstverständlich lauert dabei ein Fall auf die drei ??? Kids. Sabotage und ein Komplott möchten erklärt, ein Code entschlüsselt werden. Als plötzlich ihr Erzfeind auf die Spielfläche tritt, sind im Grunde genommen alle wichtigen Bestandteile für ein unterhaltsames Detektivhörspiel geboten. Im Duell mit ihrem Widersacher müssen sie dann sogar noch über ihren Schatten springen, um den Tätern ihr Handwerk zu legen. Als Spielorte sind Kulissen in ganz Rocky Beach ausgewählt, beispielsweise der Marktplatz am Brunnen, das örtliche Schwimmbad oder Porters Laden. Als einzige Lernlektion dürfen die jüngsten dazu erfahren, was es mit Palindromen auf sich hat. Leider besteht weiterhin die altbekannte Schwäche, dass einige Szenen für den Handlungsverlauf irrelevant sind. Als Beispiel fungiert die Einstiegsszene. Wie genau Justus an die Rolle gelangt sowie die Gespräche mit seinem Onkel Titus stellen irrelevante Informationen dar. Des Weiteren wird nicht überprüft, ob Justus tatsächlich die Bedingung für den Erhalt des Gewinnes erfüllt, geschweige denn hinterfragt, weshalb seine Tante und sein Onkel anstelle seiner Eltern die juristische Vertretung übernehmen. Außerdem verrät sich ein Protagonist zum Ende hin recht plump, sodass an mehreren Stellen ein Gefühl der Konstruiertheit Einzug ins Hörspiel findet. Ansonsten handelt es sich aber handlungstechnisch schlicht um ein angenehmes Kinderhörspiel, das sehr linear daherkommt, einfach verständlich ist, weitestgehend schlüssige Antworten auf offene Fragen liefert und gänzlich ohne übernatürliche Phänomene auskommt. Buchstäblich rutschen Justus, Peter und Bob von einem Abenteuer ins Nächste, die Inhaltsdichte ist daher verhältnismäßig hoch - jungen Zuhörern dürfte das über die knapp 80 Minuten Spielzeit hinweg große Hörlaune bereiten. Die bodenständige Ebene erweist sich damit unter dem Strich als Schlüssel zum Erfolg.

Sprecher:
Wieder einmal hat Ulf Blanck eine sympathische Sprecherriege zusammengetrommelt. Zum Beispiel sind Volker Brandt und Ralf Spengler in "Ein Fall für Superhelden" mit von der Partie. Ihren Geschäftsinteressen folgend geben sie sich als großzügige, gönnerhafte, teils selbstherrliche Geschäftsmänner, bei denen man jederzeit mit einem freundschaftlich-kollegialen Klaps auf die Schulter rechnen könnte - breites Grinsen ob der sprudelnden Einnahmen in der eigenen Tasche inklusive. Die freundliche Scheinwelt des Fernsehens stellen die beiden damit ausgezeichnet dar. Einzig das ständig wiederholte "ganz vorzüglich, wirklich ganz vorzüglich" nagt an den Nerven, was mitunter gewollt ist, um den Charakteren unsympathische Züge einzustreuen. Ihnen zur Seite steht Lara Trautmann als Liza, die beherzt eine adrette junge Dame einspricht. Auch Tim Kreuer, seit jeher in der Rolle von Erzfeind Skinny Norris zu hören, erhält einen Auftritt und klingt dabei fies-neckisch wie eh und je. Ein Unsympath, wie er im Buche steht. Die Rollen von Gut und Böse sind damit schnell abgesteckt. In den Hauptrollen sind natürlich einmal mehr Yoshij Grimm als Peter Shaw, David Wittmann als Bob Andrews sowie Jannik Schümann als Justus Jonas zu hören. Auch Johannes Steck ist erneut als Erzähler engagiert worden. Kleinere Rollen übernehmen außerdem Carmen Molinar, Tommi Piper, Achim Schülke sowie Ingrid Capelle. Die Sprecherdarbietungen klingen sehr empathisch und motiviert, wenngleich sie auch immer etwas comicartig daherkommen und etwas aufdringlicher als die Darbietungen in der Schwesterserie sind.

Musik und Effekte:
Wer schon einmal ein Hörspiel der "Die drei ??? Kids"-Reihe angehört hat, kennt den Stil der Untermalung bereits. Leicht verträumte Musiken klimpern hier und da zwischen und während den Szenen daher, doch selten greifen sie das aktuelle Spannungsniveau der Handlung auf. So bleibt zu wünschen, dass künftig weitere Musikstücke geschaffen werden, die zum einen einzelnen Hörspielfolgen einen eigenen Klang verleihen, zum anderen noch mehr zur Spannungserregung in dramatischen Momenten beitragen. Die weiteren akustischen Elemente fügen sich stimmig in die Handlungsräume ein und ermöglichen es, der Handlung leicht zu folgen. Unterschiedliche Örtlichkeiten werden angemessen dargestellt, Hall und ähnliches entsprechend variiert. Insofern stimmt dieser Produktionsbereich durchaus zufrieden, doch es könnte weiterhin mithilfe variierender Musiken noch viel mehr Atmosphäre geschaffen werden.

Fazit:
"Ein Fall für Superhelden" gehört wider Erwartens zu den bislang besten Folgen der "Die drei ??? Kids"-Hörspielreihe. Dafür ausschlaggebend sind der bodenständige und weitestgehend lineare Fall sowie die ansprechenden Darbietungen von Seiten der Sprecher. Der Fall kommt ohne größere Logiklücken aus, ist aufgrund seiner inhaltlichen Fülle etwas kurzweiliger als vorangegangene Folgen. Trotz allem sind es noch einige Längen zu viel und vor allem auf musikalischer Ebene könnte das verantwortliche Produktionsteam mithilfe zusätzlicher, unverbrauchter Musiken eine bessere Feinabstimmung schaffen. Gelingt das, steht der Hörspielreihe wohl noch eine rosige Zukunft bevor.


MindNapping 17 MARDI GRAS
MindNapping 17 MARDI GRAS
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Atmosphärisches Hörspiel mit übersinnlichen Elementen und ausgezeichneten Sprecherdarbietungen, 25. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: MindNapping 17 MARDI GRAS (Audio CD)
Inhalt:
Zombies, lebende Leichen - nur ein Mythos? Ein Foto, das ihre tödlich verunglückte Geliebte Camille scheinbar lebendig zeigt, lockt die exzentrische Künstlerin Barbara Knox nach New Orleans ... ein drückend heißer Hexenkessel im Ausnahmezustand. Es ist "Mardi Gras". Mitten im brodelnden Partytreiben nimmt Barbara die Spur auf und kommt dabei einem psychopathischen Mörder, der seinen Opfern das Herz aus dem Leib schneidet, gefährlich nahe. Die Polizei misstraut ihr und nimmt sie ins Visier. Jetzt muss Barbara nicht nur um ihr Leben fürchten, sondern auch noch ihre Unschuld beweisen und gerät dabei in einen Strudel aus Voodoo und dunklen Leidenschaften, dem sie sich nicht mehr entziehen kann ...

Handlung:
Der sagenumwobene Mardi Gras in New Orleans verwandelt die schwer vom Wirbelsturm Katrina gezeichnete US-Südküstenstadt zu einem unwirklich schimmernden Schauplatz der ausgelassenenen Heiterkeit, der Mystik und des Voodoos. Alles scheint erlaubt an diesem Feiertag, denn sämtlichen Formen menschlicher Gelüste wird auf den finsteren Gassen freier Lauf gelassen. Eine im buchstäblichen Sinne eigenartige Kulisse, die wie geschaffen ist für eine Stunde "MindNapping"-Unterhaltung, die stets den ein oder anderen Kniff in Handlungshinsicht verspricht. Verfeinert wird diese Grundsituation der 17. Folge der Hörspielreihe durch eine Horde rabiater Protagonisten, teilweise aus der örtlichen Unterwelt, denen man allesamt rücksichtslose Skrupellosigkeit zutraut. Noch dazu sind Familienverstrickungen reichlich gesät und der Familienfrieden liegt unschwer erkennbar im Argen. Im Kern des Geschehens stehen bei "Mardi Gras" die exzentrische Ich-Erzählerin Barbara Knox, welche nicht an den vermeintlichen Tod ihrer Geliebten glaubt und ihre intimen Gedanken gerne vor der Zuhörerschaft in aller Ausführlichkeit ausbreitet, sowie ihr Künstleragent Gabe Ferrara, ein unterkühlter Geschäftsmann, dem allein an der Markenwirkung seiner Künstlerin gelegen ist. Im Vergleich zu vorherigen "MindNapping"-Folgen geht es dabei in "Mardi Gras" relativ linear zur Sache. Verhältnismäßig vorhersehbar gestaltet sich die Handlung, die eindeutig auf einen finalen Höhepunkt zusteuert, dennoch aufgrund ihrer intensiven Atmosphäre über die gesamte Spielzeit hinweg in ihren Bann zu ziehen vermag. Letztlich handelt es sich um einen Kriminalfall, der das persönliche Schicksal der Barbara Knox beleuchtet und abschließend in mysteriöse Gefilde hineinführt. Markus Duscheks Skript fordert dabei heraus: Nicht nur, dass Protagonisten Toiletten betreten und ihren menschlichen Bedürfnissen vor aller Ohren nachgehen und ganz nebenbei ab und an Fäkalsprache verwenden, nein, auch Splatter-Morde erschüttern New Orleans und vor alldem sind die Zuhörer nicht gefeit. Selbst übersinnliche Vorkommnisse, die stark in Richtung Kubrick-Zitate tendieren, finden Platz in der Geschichte. Einen Hauch Mystik und eine Portion derben Humor muss man als Hörer folglich abkönnen, um sich von "Mardi Gras" bestens unterhalten zu fühlen. Des Weiteren sollte man darüber hinwegsehen können, dass die Protagonisten sehr viel preisgeben, ohne dass sie explizit danach gefragt werden. Dies trübt die Authentizitätsebene. Auf unterhaltender Ebene sind diese Erklärungen allerdings notwendig, um den Szenerien am Rande des Mardi Gras sowie den ausgezeichneten Dialogszenen folgen zu können. Und mit einem Hauch Liebe zur Mystik sorgt "Mardi Gras" als Hörspiel dann auch für großen Gefallen.

Sprecher:
In "Mardi Gras" sind hauptsächlich durchsetzungsstarke Protagonisten mit rauen und bissigen Stimmen gefragt. Dabei gliedert sich die Sprecherriege in zwei Kategorien auf. Zunächst wären da die beiden Hautpsprecher, Katja Brügger und Udo Schenk, die den Bärenanteil an der Produktion tragen. Es ist famos, wie es Katja Brügger gelingt, die zwischen Realität und Wahnsinn hin- und herwankende Figur der Barbara Knox darzustellen. Mal hat sie ihre Emotionen gänzlich unter Kontrolle, dann wieder ist sie in schierer Verzweiflung ob der missgünstigen Lage, in der sie steckt. Udo Schenks Stimme gilt zweifelsfrei als Verkörperung des Bösen. Der eiskalte Charakter des Gabe Ferrara, der den Finger tief in die Wunde steckt und auch keinen Gedanken daran verschwendet, diesen je wieder herauszunehmen, passt zu Schenks Stimme wie die Faust aufs Auge. Die zwielichtige Geschäftsperson erhält damit ebenfalls einen adäquaten Sprecher. Stark ist auch Detlef Bierstedt als Barnabas Noé, ein ehemals Nahestehender der Familie Knox, dessen Rolle in "Mardi Gras" lange Zeit im Unklaren bleibt, zum gefestigten Klang von Bierstedts Stimme jedenfalls sehr gut passt. Angesichts dieser ausgezeichneten Leistungen werden die restlichen Sprecherdarbietungen stark in den Schatten gerückt. Zum Beispiel wären da Katharina von Keller als Barbara Knox' Geliebte Camille mit anfänglich geradezu unschuldig-jungfräulicher Stimme, Uve Teschner als Camilles Cousin Wesley Strode oder Jan Spitzer als Detektiv Jerry Stanton zu erwähnen, deren kurze Auftritte im wahrsten Sinne des Wortes beseelt sind. Übrigens: Fans von Officer Decker kommen auch in "Mardi Gras" voll auf ihre Kosten, denn bereits zum sechsten Mal hat der in dieser Folge einzige sympathiezuträgliche Charakter seine Hände mit im Spiel. Gesprochen wird er einmal mehr auf charismatische Art und Weise von Gordon Piedesack. Einzig Alexandra Doerk als Audrey fällt ein wenig ab, die in ihrem Dialog wenig empathisch und dadurch fehl am Platze wirkt. Weiterhin wirken Alexander Kruuse Mettin, Arianne Borbach und Eva Michaelis mit. Alles in allem treibt das Produktionsteam eine Vielzahl markanter Stimmen zusammen, die es schaffen, der Handlung ihre notwendige Portion Schärfe und Biss zu geben. Eine größtenteils formidable Sprecherriege folglich.

Musik und Effekte:
Marcel Schweder ist aus der "MindNapping"-Hörspielreihe kaum mehr wegzudenken. Schon mehrmals hat der Komponist und Sounddesigner passende Klänge zu den "MindNapping"-Hörspielen beigesteuert. Dieser Linie bleibt er in "Mardi Gras" treu. In New Orleans ertönen beispielsweise typische US-amerikanische Sirenen oder Livemusik, wenn die Handlung in abendliche Baratmosphäre übergeht. Das wuselige Trubeln der Mardi Gras-Veranstaltung ist akustisch bestens vernehmbar, genauso wie Feuerprasseln, das Piepen von Krankenhausgeräten, der Wellenschlag und das Möwenrufen an der Meeresküste. Die Untermalung ist quasi omnipräsent und sorgt stets für stimmungsgeladene Atmosphäre. Einzig die Kampfszenen klingen überzogen, denn die Klingen, welche ins Körperfleisch einstechen, surren nur so herum - etwas zu viel des Guten an dieser Stelle. Musikalisch bestimmen Basstrommeln und industrielle Klänge das Geschehen, die das wilde Treiben der Festivitäten transportieren. Abgesehen von kleinen Ausnahmen stellt die Untermalung einen der Höhepunkte dieser Folge dar. Freunde atmosphärischer Hörspiele kommen bei "Mardi Gras" jedenfalls voll auf ihre Kosten.

Fazit:
"Mardi Gras" lebt einerseits vom herausragenden Zusammenspiel zwischen Katja Brügger und Udo Schenk, die der 17. "MindNapping"-Folge eindeutig ihren Stempel aufdrücken, und andererseits von der besonderen Atmosphäre der "Mardi Gras"-Festivitäten. Die Handlung ist gemessen an den bisherigen Folgen eher auf durchschnittlichem Niveau anzusiedeln und angesichts der Erwartungen zu linear und vorhersehbar gehalten. "MindNapping" erweist sich dennoch einmal mehr als außergewöhnliche Hörspielreihe, von der es nach meinem Empfinden gerne noch viele weitere Folgen geben darf.


176/und der Gestohlene Sieg
176/und der Gestohlene Sieg
Preis: EUR 6,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geradlinig und unterhaltsam, 18. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: 176/und der Gestohlene Sieg (Audio CD)
Inhalt:
Zwei Tore liegen [sic!] das Frauenteam der LA Strikers zurück - zehn Minuten vor Abpfiff. Nicht nur die drei ??? glauben das Fußballspiel gegen die haushoch überlegenen Rochester Ravens sei schon entschieden. Doch plötzlich wendet sich das Blatt und die Strikers nehmen den Pokal mit nach Hause! Ein zweifelhafter Sieg, finden auch die drei Detektive. War Bestechung im Spiel? Anpfiff für die Ermittlungen! Diese bringen Justus, Peter und Bob auf die Spur eines skrupellosen Erpressers...

Handlung:
Das Stilmittel des Zitats genügt, um einen aussagekräftigen Eindruck von "Die drei ??? und der gestohlene Sieg" kundzutun. "Kombinieren wir, Kollegen", heißt es da nämlich an einer Stelle von Justus' Seiten, dem Chefermittler des Jugenddetektivtrios. Und die drei Detektive halten Wort. Glücklicherweise wird endlich wieder jede Menge kombiniert in Marco Sonnleitners Fall. Das anfängliche Fußballspiel führt schnell in eine klassische Erpressung mitsamt anschließender Schatzsuche über, bei der ein lange Zeit im Verborgenen bleibender Täter zur ernsthaften Bedrohung wird. Vom Fußball bleibt im Grunde genommen abgesehen von den einrahmenden Anfangs- und Schlussszenen im Fußballstadion keine Spur übrig. Da es sich beim Fußball zweifelsfrei um ein unbeliebtes Thema unter "Die drei ???"-Anhängern handelt, ist das auch gut so. Zwar herrscht im 176. Fall ein recht mäßiges Spannungsniveau vor, doch ist es erfrischend, dass die typischen Qualitäten aller drei Detektive gefragt sind: Peters Damen- und Sportnetzwerk öffnet die Schleusen zu Informationen, Bob wühlt in den Archiven nach verwertbaren Informationen und Justus führt kompromiss- und umweglos die Fäden zusammen, geht ebenso wie seine Kollegen sogar selbst auf Indizienjagd. Nach einem ersten kurzen Brainstorming entscheiden sich Justus, Peter und Bob zur Aufteilung, wodurch der ansonsten geradlinige Fall durch das entschlossene Wirken der drei Fragezeichen eine unterhaltsame Note erhält. Marginale Unstimmigkeiten (zum Beispiel das tiefenentspannte Zutrauen der Schiedsrichterin zu Peter sowie der Verbleib ihres eigenen Fahrzeuges) sind im besten Sinne erträglich. "Die drei ??? und der gestohlene Sieg" kommt bodenständig daher und zudem ohne skurrile Einfälle aus. Durch geschicktes Befragen und Entschlüsseln wird somit auch Drohanrufen jäh ein Ende bereitet - und genau so möchten Fans das hören. Das Zitat "Ich verstehe kein Wort" (Peter) kann getrost negiert werden, denn dem Fall können Zuhörer zur Abwechslung einmal leicht folgen. Das kurz darauf folgende Peter-Zitat "Okay, okay, Just, wir haben's kapiert. Aber bis du fertig geredet hast, ist [der Täter] über alle Berge", drückt dann allerdings schon eher aus, was die Folge immer noch von den besten Folgen der prestigeträchtigen Hörspielreihe distanziert. Oftmals mangelt es weiterhin am Tempo, brenzlige Szenen werden durch Dialoge unnötig in die Länge gezogen. Desweiteren verlaufen die Ermittlungen fast schon aalglatt. Kaum einmal haben Justus, Peter und Bob länger an den ihnen in den Weg gelegten Steinen zu kniffeln, schnell sind Antworten parat. Dennoch gehört der Fall tendenziell zu den besseren der Hörspielreihe, zumal mit einigen Bezügen zu weltbekannter Jugendliteratur und der Demenz-Thematik rund um eine der Protagonistinnen interessante Handlungsbestandteile im Fall enthalten sind, die man mit etwas Wohlwollen sogar als bildungsanregend bezeichnen kann.

Sprecher:
Passabel fallen die Sprecherleistungen in "Die drei ??? und der gestohlene Sieg" aus. Den Leuchtturm in positiver Hinsicht stellt Ursula Sieg dar. Die Münchener Schauspielerin, seit Jahrzehnten in diversen Rollen für das Hörspiellabel EUROPA aktiv, leiht der im Pflegeheim lebenden Alzheimer-Patientin Beatrice ihre Stimme und vermag es, die Erkrankung ansprechend darzustellen, wenn sie sich beispielsweise ob eines unbekannten Besuches bedroht fühlt. Daneben kann sich auch Jens Wawrczeck als Peter auszeichnen. Dem sportbegeisterten Protagonisten ist sein Faible für die Fußballthematik anzumerken, die es ihm immer wieder erlaubt, in freudisches Haspen auszubrechen. Der in Pforzheim geborene Stephan Schad brilliert zudem mit rustikaler Entschlossenheit. Eher durchschnittlicher Natur sind die Beiträge von Dorothee Sturz und Maureen Havlena als Sidney und Tiffany, zwei kickende Freundinnen des Detektivtrios. Sie füllen ihre Rollen gut aus, doch bleibt von den Charakteren über das Hörspiel heraus nichts hängen. Ihnen fehlt es leider an stimmlicher und charakterlicher Markanz. Tina Eschmann als überwältigte Schiedsrichterin Salma Hutchinson stellt ihre Bestürzung ebenfalls glaubwürdig dar, sodass die mitwirkenden Sprecher grundsolide Auftritte abliefern, aber eben auch nicht mehr. In weiteren Rollen sprechen Thomas Fritsch, Oliver Rohrbeck, Andreas Fröhlich, Ben Hecker, Karin Eckhold sowie Susanne Wulkow. Verglichen mit den markanten Stimmen, die noch in den 1970er-Jahren vors Mikrofon von Heikedine Körting und Andreas Beurmann traten (erinnert sei beispielsweise an Sprechergrößen wie Gottfried Kramer oder Wolf Rahtjen), bleiben die Darbietungen jedoch unter dem Strich blass.

Musik und Effekte:
Praktisch rundum erneuert sind die Musiken, deren Einsatz sehr abwechslungsreich ausfällt. Anfangs geht es auf akustischer Ebene fast schon wie in einem Agentenfilm zu: Reifen quietschen, ein Mob wütet, unterlegt wird das Ganze mit unverbrauchten minimalistischen Musiken im Industrial-Stil. Man könnte glatt meinen, sich mitten in einem Kinoblockbuster à la "Mission Impossible" zu befinden. Glücklicherweise kehrt die Szenerie danach auf die bodenständige Ebene zurück, sodass die weiteren Musiken zwar nicht wie aus einem Guss klingen, sich dennoch stimmungsvoll ins Gesamtbild des Hörspiels einfügen. Während der Schrottplatzszenen dürfen natürlich weiterhin Kreissäge und Papagei (Randnotiz: Blacky erlernt ein neues Wort) ertönen, sodass genug serientypisches Flair aufkeimt. Einziger auffälliger Schwachpunkt ist die Inszenierung der Bewusstlosigkeit, bei der lediglich etwas Hall genutzt wird, um das zu-sich-kommen darzustellen. An dieser Stelle sind die Effekte wenig authentisch. Im restlichen Verlauf des Hörspiels sind die Effekte allerdings ebenfalls grundsolide und machen stets klar, in welcher Kulisse die Protagonisten im jeweiligen Moment agieren. Folglich liegt insgesamt eine zweckdienliche akustische Untermalung vor, die nichtsdestotrotz Schwachstellen aufweist.

Fazit:
Mit "Die drei ??? und der gestohlene Sieg" liegt eine verhältnismäßig bodenständige Folge der traditionsreichen Hörspielreihe vor, der es einerseits an einem klaren Highlight mangelt, die andererseits aber gerade deswegen positiv aus der Masse vorangegangener Produktionen heraussticht, bei denen um jeden Preis mysteriöse Elemente eingebaut wurden, oftmals auf Kosten der Authentizität. Die eingesetzten Musiken überraschen, fügen sich stimmig in den Fall ein. Auf Seiten der Sprecherdarbietungen hätte es zur Bestwertung gerne noch öfters prägende Momente geben dürfen. Dennoch ist der 176. Hörspiel-Fall eine der besten Folgen aus der Feder von Marco Sonnleitner und lässt hoffen, dass "Die drei ???" doch bald einmal wieder an ihre allerbesten Zeiten anknüpfen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 19, 2015 12:36 PM MEST


112/und der Delfin in der Felsenbucht
112/und der Delfin in der Felsenbucht
Preis: EUR 5,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kirrin-Abenteuer mit alten Bekannten und einem Hauch Naturschutz, 1. Juli 2015
Inhalt:
Die Fünf Freunde entdecken in der Felsenbucht einen Delfin, dem es offenbar nicht gut geht. Hier kann nur Mr. Fisher helfen! Doch der ist spurlos verschwunden. Gemeinsam mit seinem Sohn Alf fahren sie aufs Meer, um ihn zu suchen. Dabei geraten sie mit ihrem Motorboot in ein riesiges Fischernetz, das scheinbar herrenlos durchs Wasser treibt. Und das ist erst der Anfang eines aufregenden Abenteuers, in dem die Fünf Freunde viel Mut beweisen müssen. Doch zum Glück können sie sich immer aufeinander verlassen.

Handlung:
EUROPA bietet mit "Fünf Freunde und der Delfin in der Felsenbucht" ein waschechtes Kirrin-Abenteuer auf, in dem alte Seriengrößen wie Alf und dessen Vater Mr. Fisher auftreten. Das gab es schon länger nicht mehr, sodass angesichts dessen die Herzen Herz treuer Serienfans schon einmal höher schlagen dürften. Nebst der Charaktere erweisen sich auch altbekannte Handlungsschauplätze als Schlüssel zum Erfolg, denn Geheimgänge erhalten ebenso Einzug in das Skript wie Abenteuer auf rauschender See. Welche Wünsche bleiben da noch offen? Ein paar wenige sind es dann doch. Gerne dürfte die Geschichte etwas verschlossener präsentiert werden. Leider werden nämlich die Übeltäter reichlich naiv dargestellt, sodass Zuhörer schnell ahnen, welche Protagonisten Dreck am Stecken haben und welche nicht. Ein weiterer Störfaktor sind die immer wieder in Selbstgespräche verfallenden Protagonisten, wenn sie auf sich alleingestellt ihren Abenteuern nachgehen und trotzdem dem Hörer ihre Erlebnisse übermitteln möchten. Dies ist leider wenig authentisch. Damit wären wir dann allerdings schon bei den positiv auffallenden Aspekten, denn alles andere weiß zu gefallen: Während die Fünf Freunde anfangs gemeinsam auf der Suche nach neuen Abenteuern sind, lösen sie bei entsprechender Gegebenheit die Gruppe auf, um fortan die Handlung individuell voranzutrieben, sodass sich mehrere interessante, parallel verlaufende Handlungsstränge ergeben. Dadurch gestaltet sich das Skript sehr abwechslungsreich. Des Weiteren bedient Skriptautorin Katrin McClean die Charakteristika der Abenteurer ansprechend. Als Beispiel sei Dick erwähnt, der einmal mehr unter Beweis stellen darf, dass er tief in sich selbst ein unstillbares Schlemmermaul ist. Selbstverständlich wissen das die anderen Charaktere gleich amüsant aufzunehmen. Bemerkenswert ist außerdem, wie es Katrin McClean gelingt, die Naturschutzthematik rund um Meeresnetze derart zu reduzieren, dass sie in diesem hauptsächlich an Kinder ausgerichteten Hörspiel gut aufgehoben scheint. Im gleichen Zuge liefert sie einige knappe, aber wissenswerte Infos rund um Delfine, doch alles im überschaubaren Maße, sodass der Unterhaltungswert nicht zu kurz kommt. Mit "Fünf Freunde und der Delfin in der Felsenbucht" liegt somit ein bedenkenlos empfehlenswerter, kindgerechter Fall vor, der in dramaturgischer Hinsicht allerdings auch auffällige Schwächen besitzt.

Sprecher:
Für ein Kinderhörspiel à la "Fünf Freunde und der Delfin in der Felsenbucht" sind mitreißende Charaktere, die Kinder und Jugendliche begeisternd abholen und mit auf ihre abenteuerlichen Expeditionen nehmen, unabdingbar. Als einer dieser Charaktere fungiert in der 112. "Fünf Freunde"-Folge Timo Sünnemann in der Rolle des Alf Fisher. Sein energischer Auftritt sprüht eben genau das aus und man nimmt ihn sofort als sympathischen Protagonisten wahr, der mit den Fünf Freunden auf der guten Seite steht. Demgegenüber gibt es gleich mehrere knochige, abweisende Sprecher. Zu ihnen gehören Ben Hecker als Mr. Venloe und Wolfgang Berger als Mr. Patterson, die stur und bockig ihrer kompromisslosen Linie folgen. Schnell ist klar, dass mit solchen Charakteren nicht gut Kirschen essen ist, sodass sie ihre Rollen adäquat ausfüllen. Neuerdings wirkt der sympathische Achim Schülke als Constable Wilbert bei den "Fünf Freunde"-Hörspielen mit. Zwar scheint seine Autorität das ein oder andere Mal untergrabbar, doch ein schusseliger Polizist passt sogar sehr gut zur abgeschiedenen und idyllischen Felseninsel, auf der man vermuten würde, dass Fuchs und Gans sich "Gute Nacht!" sagen. Und natürlich wären da noch Erzähler Lutz Mackensy und die vier Stammsprecher Ivo Möller, Jannik Endemann, Theresa Underberg sowie Alexandra Garcia zu erwähnen, deren Darbietungen wie zuletzt wenig überraschend auf solidem Niveau anzusiedeln sind. In weiteren Rollen spielen Till Huster, Erich Krieg, Tilo Schmitz, Tom Brake und Kai-Hendrik Möller.

Musik und Effekte:
Zur atmosphärischen Stimmung in der Felsenbucht von Kirrin trägt das sanfte Rauschen von Wasser ebenso wie die teils träumerischen, im Wesentlichen aber sehr dynamischen Musikstücke bei. Auf Effektfeuerwerke verzichten die Verantwortlichen glücklicherweise und so geraten die eingesetzten Klänge von Motorbooten und Delfinen sehr glaubwürdig. Verhedderte Motorschrauben sind dabei ebenso zu vernehmen wie stürmisches Türtrommeln - der Handlung lässt sich dank des passenden Einsatzes gut folgen. Insofern ist der Zweck der untermalenden Elemente erfüllt und folglich liegt in diesem Produktionsbereich grundsolide Arbeit der Mitarbeiter des Tonstudios EUROPA vor.

Fazit:
Wer angesichts der tölpelhaften Darstellung der Kriminellen alle Fünfe eine Gerade sein lässt, wird bei "Fünf Freunde und der Delfin in der Felsenbucht" mit einem charmanten Jugendhörspielabenteuer in idyllischer Meeresatmosphäre belohnt. Katrin McClean gelingt es ansonsten sehr gut, den Charme der Serie aufleben zu lassen, der in freundschaftlicher Kollegialität und sympathischen Charakteren seinen Ursprung findet. Der Fall ist in sich schlüssig und nachvollziehbar, wird außerdem von Seiten der technischen Inszenierung ansprechend ausgemalt.


Die drei ??? 175: Schattenwelt
Die drei ??? 175: Schattenwelt
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Über weite Strecken interessante Jubiläumsfolge verliert zum Ende hin die Bodenhaftung, 28. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Die drei ??? 175: Schattenwelt (Audio CD)
Inhalt:
Die drei Detektive bekommen eine einmalige Chance: Sie dürfen an der Universität Ruxton für ein paar Wochen das Studentenleben testen! Doch schnell wird klar, dass hier nicht nur Vorlesungen, Partys und Wohnheimzoff auf sie warten, sondern ein neuer Fall!

Handlung:
Die prestigeträchtigste deutsche Hörspielserie Deutschlands, "Die drei ???", feiern ein weiteres Vierteljubiläum: Auch Folge 175 mit dem mysteriös anmutenden Titel "Schattenwelt" kommt wie schon "Toteninsel" (Folge 100), "Feuermond" (Folge 125) und "Geisterbucht" (Folge 150) als Drei-CD-Folge daher. Hinter jeder der drei CDs verbirgt sich ein anderer Autor: Christoph Dittert führt die Hörer in die Szenerien der Universität Ruxton ein, Kari Erlhoff und abschließend Hendrik Buchna komplettieren das Autorentrio. Eine Besonderheit besteht dabei darin, dass nach jeder CD ein Handlungsstrang beendet ist, sodass jede CD als einzelner Fall fungiert. Die Gesamtbearbeitung des Hörspielskripts übernimmt hierbei wie gewohnt André Minninger. Wie fällt nun also das Urteil über die "Schattenwelt"-Handlung aus? Christoph Dittert eröffnet das Geschehen vielversprechend. Ihm glückt mit "Teuflisches Duell" ein interessanter und humorvoller Einstieg in den Fall. Dass sich die drei Westküstendetektive Justus, Peter und Bob noch nie an einer der so hochgelobten amerikanischen Universitäten aufgehalten haben, überrascht sehr, und dass Peter aufgrund eines Stipendiums noch dazu versehentlich in einen Kurs über experimentelle Lyrik gerät, sorgt dafür, dass dem Fall ein reizvolles Setting zugrunde liegt. Als wiederkehrender Witz eignet sich das natürlich ideal. Das zusätzlich aufkeimende Rätsel um den Teumessischen Fuchs tut sein Übriges dazu, dass die Hörlaune auf hohem Niveau bleibt. Fall eins von drei dreht sich daneben hauptsächlich um die Studentenverbindung "Alpha Lambda Chi", deren Aufnahmeritual dafür sorgt, dass Justus sogar über seinen eigenen Schatten springen muss. Des Weiteren sorgen mysteriöse Vorkommnisse wie die in der Luft stehenden Vögelschwärme für reichlich Beunruhigung auf dem Campus. Welches Geheimnis verbirgt sich bloß hinter all dem? Zugleich wird die Beziehung zu Taylor-Jackson Smith, genannt TJ, aufgebaut. Abwechslungsreich gestaltet sich diese erste CD, da nicht zuletzt zahlreiche undurchschaubare Protagonisten die Spielfläche betreten und Justus, Peter und Bob regelmäßig getrennt agieren, um dann ihre Ermittlungsergebnisse zusammenzutragen. Ein harmonierendes Trio. Angesichts der Vielzahl an Charaktere findet sogar noch ein Ansatz von Erotik seinen Platz im Skript. Nachdem das erste Geheimnis rund um die Studentenverbindung gelüftet ist, setzt Kari Erlhoff mit dem zweiten Teil, "Angriff in der Nacht", an. Erlhoff befeuert die Zuhörer mit einer schier unglaublichen Vielzahl an Handlungsbestandteilen. Direkt geht es wilder zur Sache und die gebannt lauschende Zuhörerschaft erfährt gemeinsam mit den drei Detektiven mehr über die Historie der Universität Ruxton. Selbst eindringliche Warnungen, Drogeninjektionen und gefährliche Tiere können "Die drei ???" dabei nicht davon abhalten, näher an die Mysterien des Schauplatzes heranzutreten. Peters Dietrich-Set erweist sich dabei als goldenes Werkzeug, denn unentdeckte Einbrüche sind notwendig, um der Lösung ein weiteres Puzzlestück hinzuzufügen. Glücklicherweise sind alle drei Ermittler aktiv beteiligt, was launigen Hörspaß bereitet. Leider ist mit der zweiten CD der Höhepunkt bereits überschritten und alles, was danach folgt, ist Wasser, das in den "Schattenwelt"-Wein gegossen wird. Anders formuliert: CD 3 ist eine herbe Enttäuschung. Hendrik Buchna verlässt in "Die dunkle Macht" komplett die bodenständige Ebene. Als Justus, Peter und Bob dem Teumessischen Fuchs auf die Schliche kommen, lüftet Buchna das Geheimnis. Dieses hat es wahrhaftig in sich - in negativer Hinsicht. Handysprengsätze und gezüchtete Tiere sind leider nicht die Welt, in der sich langjährige "Die drei ???"-Hörer wohlfühlen dürften. Die dritte CD alleinstehend wäre wohl als totaler Reinfall zu kennzeichnen, führt sie doch in die fürchterlichsten Sphären der Crimebuster-Ära, die man als langjähriger Hörer längst zu überstanden gehofft hatte. Der begrenzte Handlungsspielraum auf dem Campus bietet somit einerseits eine optimale Ausgangslage, erweist sich andererseits im Nachhinein als große Schwäche, denn die Ausgestaltung der geheimnisvollen Orte gruselt - leider weniger im dramatischen als vielmehr im bestürzenden Sinne. Schade, denn so wird der ursprünglich durchweg positive Eindruck von der Folge gen Ende hin doch wieder stark geschmälert.

Sprecher:
Im Laufe der Zeit hat man sich daran gewöhnt, dass die Stimmen von Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich verständlicherweise nicht mehr zu den allerjüngsten im Synchronbusiness gehören. So sind sie an einer Universität besser aufgehoben als am Schulcollege, an dem sich die drei Teenager für gewöhnlich ihr Wissen aneignen. Auch das immer wieder vorkommende Overacting erweist sich in "Schattenwelt" als positiver Faktor. Besonders sticht Jens Wawrczeck als Peter hervor, dessen zögerlich-ängstliche Stimme oftmals für humorvolle Szenen sorgt. Insbesondere während der schmachtvollen prosaischen Szenen im Lyrik-Kurs ist sein Einsatz zugleich ein absoluter Volltreffer und Hörgenuss. Etwas störend fällt hingegen das Mitgebrabbel der Charaktere in kleineren Dialogpausen auf, sodass unnötige Hektik während der Dialoge entsteht. Natürlich gibt es auch bei den zahlreichen Nebencharakteren Lichtblicke - und leider auch kleinere Schattenwelten. Elga Schütz' durchtriebenes Lachen könnte zum Beispiel einer Comic-Serie entstammen, obwohl sie ihre Rolle ansonsten sehr gut ausfüllt. Mit stolzer, inbrünstiger Stimme gibt sich die Stifterin ansonsten sehr gönnerhaft. Jona Mues ist als Taylor-Jackson Smith im ersten Teil hauptsächlich für die Undurchschaubarkeit der Handlung verantwortlich, da er sich als eitle Persönlichkeit knapp angebunden gibt. Ihm gelingt hierbei eine ansprechende Darbietung. Jürgen Thormanns beliebte und wundersam-warme Stimme ist in der Rolle von Prof. Roalstad ebenfalls zu vernehmen und passt hervorragend zur ihm zugeteilten Rolle. Daneben treten einige Sprecher mit knochiger, abweisender Haltung auf die Spielfläche. Zu ihnen zählt beispielsweise Tim Grobe als Lemuel Garvine, dessen Kooperationsbereitschaft mit Justus, Peter und Bob sich doch stark in Grenzen hält. Weitere namhafte Sprecher in "Schattenwelt" sind unter anderem Wolfgang Völz, Stephan Schad, Henry König, Stephan Benson, Rüdiger Schulzki, Woody Mues, Peter Weis, Heidi Schaffrath, Wolfgang Draeger, Anja Topf und viele, viele mehr.

Musik und Effekte:
Ob Hella von der Osten-Sacken und Alexander Körting in ihrer Sammlung an Effekten bereits das Knurren von Komodowaranen und den Klang von Handysprengsätzen parat hatten? Wenn nicht, so mussten sie diese spätestens bei der Ausgestaltung von "Schattenwelt" kreieren. Zugegeben, im Rahmen der "Die drei ???"-Hörspielreihe sind diese Klänge derart absurd, dass man bei der Ausgestaltung gar nicht viel falsch machen kann: Es würde die Situation ohnehin nicht retten. Insofern kann man die Klänge durchaus als gelungen beurteilen. Anfangs darf sogar Blacky ein wenig krächzen und auf dem Schrottplatz fröhlich mit Werkzeug geklappert werden, ehe es "Die drei ???" dann auf den Campus der Universität Ruxton verschlägt. Musikalisch geht es abwechslungsreich zur Sache: Anfangs prägen Loungemusiken das Geschehen, die sehr gut zur Uni-Campus-Atmosphäre passen. Daneben kommen geheimnisvolle Streichermusiken und Blues-artige Bandarrangements zum Tragen. Gewohnte Samples finden ebenso Einzug ins Hörspiel wie Discomusik, wenn die entsprechenden Szenen dies verlangen. Die musikalische Vielfalt zahlt sich aus, die Musiken von STIL, Betty George, Constantin Stahlberg und Jan-Friedrich Conrad erweisen sich stets als stimmungsvoll.

Fazit:
"Schattenwelt" mit der stolzen Folgenzahl 175 bietet folglich ein ungewohntes, aber begeisterndes Grundsetting: Ein geheimnisvoller historischer Universitätscampus mit allerlei zwielichtigen Gestalten, schlagenden Verbindungen und zahlreichen Mysterien erweist sich über weite Strecken als unterhaltsamer Schauplatz. Im letzten Drittel des Hörspiels nimmt "Schattenwelt" allerdings eine äußerst ungünstige Wendung und so besteht die finale Empfehlung darin, es am besten beim Hören der ersten zwei CDs zu belassen. Danach werden langjährige Hörer lediglich enttäuscht, denn die Auflösung dürfte für einige entsetzte offenstehende Münder bei den Rezipienten sorgen.


192/Feuer auf Gut Ribbeck!
192/Feuer auf Gut Ribbeck!
Preis: EUR 2,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lehrreiches Hörspiel über SOS-Kinderdörfer, doch ein hinter den Möglichkeiten zurückbleibender TKKG-Fall, 26. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: 192/Feuer auf Gut Ribbeck! (Audio CD)
Inhalt:
Eigentlich wollten TKKG nur ein paar ruhige Sommertage bei Gabys Brieffreundin Sabine in einem SOS-Kinderdorf verbringen. Als Tim, Karl, Gaby, Klößchen und Sabine - teils hoch zu Ross, teils auf dem Drahtesel - von einem kleinen Ausflug zum nahen Reitstall zurückkehren, eröffnet sich ihnen ein schreckliches Bild: Gut Ribbeck brennt lichterloh! Ein Unfall oder vielleicht doch Brandstiftung? Wer hätte ein Motiv, die Stallungen auf Gut Ribbeck anzuzünden? TKKG machen sich an die Arbeit, sammeln Indizien und fügen scharfsinnig die einzelnen Puzzleteile zusammen. Sie sind dem möglichen Täter auf der Spur - glauben sie zumindest.

Handlung:
Das deutschlandweit bekannte Hörspiellabel EUROPA wird sich offenkundig seiner gesellschaftlichen Rolle als Bildungsvermittlungsinstanz für junge Zuhörer bewusster. Soziale Themen rücken vermehrt in den Fokus der Hörspiele. Bei dieser 192. Folge von "TKKG" spendet das Label sogar 50 Cent pro verkaufter "Feuer auf Gut Ribbeck!"-CD an das SOS-Kinderdorf Pfalz. Eine begrüßenswerte "Win-win-win"-Situation: Erstens beteiligen sich die Konsumenten als Spender beim Aufbau eines SOS-Kinderdorfes, zweitens generiert das Label mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zusätzliche Verkäufe und drittens profitiert das Kinderdorf mitsamt seiner Bewohner ohnehin von den erwirkten finanziellen Mitteln. Doch profitieren Konsumenten auch hinsichtlich des Hörvergnügens? Neben dem auffälligen SOS-Kinderdorf-Aufkleber auf der Jewelcase-Verpackung und entsprechend ausführlichen Informationen im Inlay setzt sich nämlich auch die Geschichte mit einem SOS-Kinderdorf auseinander, da Autor Martin Hofstetter ein solches mitsamt seiner lebensnahen Bewohner in den Fall einbindet. Im Fall selbst bleibt jedoch alles beim neuerdings gewohnten Bild: Karl und Klößchen verblassen nahezu komplett, Gaby mimt die Querdenkerin, welche Tim ab und an in die Parade fährt, und Tim, weichgekochter als in früheren Folgen, löst letzten Endes den Fall alleine, nachdem er sich ordentlich übertölpeln lässt. Aus reizvollen Szenen, beispielsweise dem Gutsbrand, schlägt das Skript dabei schlichtweg zu wenig Kapital. Statt die Akteure in diesem Moment agieren zu lassen, schildert Erzähler Wolfgang Kaven kurzerhand die Situation, womit das Thema dann auch fast schon wieder abgehakt ist. Dadurch verhindert er an dieser Stelle nahezu gänzlich das Aufkeimen von Spannung. Eine verdächtige Person ist schon kurz nach dem Brand ausgemacht, doch essentielle Indizien bleiben zunächst aus. Weshalb die Polizei nach dem Gutsbrand nicht selbst aktiv wird, den Tatort sichert und entsprechende Beweisstücke aufstöbert oder die entscheidenden Zusammenhänge knüpft, bleibt unverständlich. Ebenso unklar ist, wie ein lapidar eingesprochenes "Brr!" nach einem Feuer ein aufgebrachtes Pferd beruhigt und was eigentlich eine "soziales Netzwerk-Freundschaft" ist. Das Skript fällt somit insgesamt sehr dürftig aus. So wird jedenfalls nach dem Gutsbrand Protagonist nach Protagonist befragt und währenddessen - teilweise sogar in Rückblenden - die Familiengeschichte der Hofbesitzer aufgerollt. In diesem Zuge stellt "Feuer auf Gut Ribbeck!" dann zumindest ein Lehrstück für jüngere Hörer bezüglich der Bedeutung von SOS-Kinderdörfern dar. Dass Kinder durch eine "TKKG"-Folge über Schicksale von SOS-Kinderdorfbewohnern aufgeklärt werden und noch dazu im Zuge dessen das wichtige Thema Kindesmisshandlung aufgegriffen wird, wenn auch knapp und oberflächlich, ist begrüßenswert. So scheitert es einmal mehr weniger an den Inhalten, die an sich bodenständig und lehrreich sind, sondern an der Umsetzung, die viel zu schleppend, konstruiert, vorhersehbar und tempoarm daherkommt, ehe der Täter dann doch nach zahlreichen Gesprächen noch überführt wird.

Sprecher:
Neben Wolfgang Kaven als Erzähler und den vier bekannten Stammsprechern ist es in erster Linie Merette Brettschneider, die dem Hörspiel ihren Stempel aufdrückt. Sie spricht eine Kinderdorfbewohnerin ein und glücklicherweise wirkt ihre Stimme mindestens 20 Jahre jünger als ihr Alter. So leistet die "Die drei !!!"-Stammsprecherin hier einen souveränen Gastauftritt, kann mit viel Herz und Leidenschaft punkten. Auch Oliver Böttcher gehört zu den regelmäßigen Gästen im Tonstudio EUROPA und spricht den Sohn der Gutsfamilie ein. Im Gespräch mit seiner Rollenmutter Elga Schütz offenbaren beide charakterliche Tiefe und gefühlvolle Stimmen. Oliver Böttcher beweist sich zudem aber auch als knochiger Geschäftsmann, für den wirtschaftliche Interessen über lang gehegter Tradition und Werten stehen. So ist ein Antiheld im Hörspiel schnell ausgemacht. Doch auch Förster Alfred Geitner, von Wolfgang Rositzka eingesprochen, sowie Rüdiger Hellmann als Horst Peters brausen ab und an emotional auf, wenn sie ihr Schaffen als nicht ausreichend gewürdigt erachten. So macht es Freude, den Sprecherdarbietungen zu lauschen. Eher unbedeutende Rollen fallen Emma Hellmann und Lino Böttcher als Kinder Lea und Toni zu, die das SOS-Kinderdorf zum Leben erwecken und damit stellvertretend für all jene Kinder stehen, denen im SOS-Kinderdorf eine neue Heimat geboten wird. In kleinen Nebenrollen wirken außerdem Stephan Chreszinski, Tanja Geke und Hans Tennigkeit mit.

Musik und Effekte:
Ist ein tosendes Feuer Kinderohren nicht zumutbar? Brennt ein Gutshof, ginge man doch davon aus, dass Holzbalken knarzen, Fensterglas in Scherben zerspringt, Mauern krachend zusammenbrechen, Feuer lodert und Tiere panisch werden. Von all dem bekommt der Hörer allerdings nur am Rande etwas mit. Zwar ertönen Feuerwehrsirenen und die Rufe des Feuerwehr-Einsatzleiters verhallen im allgemeinen Lärmpegel, doch ein nachvollziehbares Klangbild ergibt sich an dieser Stelle nicht. Besonders hinsichtlich der Tiergeräusche während der Reitszenen und ähnlichen Momenten hätte "Feuer auf Gut Ribbeck!" außerdem mehr Feinarbeit gut zu Gesicht gestanden. Musikalisch begleitet den Zuhörer ein Lounge-artig anmutendes Musikstück durch das gesamte Hörspiel, ehe kurz vor Ende des Hörspiels zwei Stücke erklingen, die an frühere Musiken à la Carsten Bohn erinnern. Das erstgenannte Lounge-Stück passt zwar, nutzt sich allerdings mit jeder weiteren Szene ein wenig mehr ab, sodass die letzten beiden Musikstücke noch einmal neuen Schwung ins Hörspiel bringen. Insgesamt bleibt dadurch ein weiteres Mal ein durchwachsenes Bild von der künstlerischen Untermalung zurück. Es könnte einfach so viel besser sein wie beispielsweise die Hörspielproduktionen von STIL, teilweise ebenfalls im EUROPA-Label erscheinend, zeigen.

Fazit:
Ein Gutsbrand, mehrere potenzielle Täter und diverse charakterliche Verstrickungen bieten eine optimale Ausgangslage für ein temporeiches, spektakuläres Jugendhörspiel. "Feuer auf Gut Ribbeck!" hinterlässt letzten Endes aber einen behäbigen und tempolosen Eindruck. Kernszenen arbeitet das Skript schnell ab, Brisanz ensteht lediglich aufgrund von Tollpatschigkeit einzelner Charaktere. Außerdem sendet Autor Martin Hofstetter an mehreren Stellen Hinweise an die Zuhörer, die die Fallaufklärung schon früh erahnen lassen. Weiterhin bleibt es damit sehr, sehr wünschenswert, dass die Fälle wieder auf eine Spielzeit von 40 bis 50 Minuten gestrafft werden, um unnötige Ausschweifungen zu unterlassen und sich auf die wesentlichen Szenen zu fokussieren - diese aber dann ansprechend und authentisch umzusetzen. So wird viel Inhalt geboten, der oberflächlich abgearbeitet wird, und eine wertvolle Botschaft bezüglich der SOS-Kinderdörfer hinterlassen, doch eine Produktion, die mehrfach in den CD-Spielern der Käufer rotieren wird, ist "Feuer auf Gut Ribbeck!" dennoch eher nicht.


044/Monster in Rocky Beach
044/Monster in Rocky Beach
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solides Hörspiel mit Überraschungsfaktor und altbekannten Schwächen, 25. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: 044/Monster in Rocky Beach (Audio CD)
Inhalt:
In der Schlucht von Rocky Beach soll ein zotteliger Affenmensch unterwegs sein, ein sogenannter Bigfoot. Noch nie hat jemand ein solches Wesen gesehen, doch plötzlich tauchen Fotos auf und verräterische Fußspuren werden entdeckt. Die drei ??? Kids begeben sich auf eine gefährliche Monsterjagd.

Handlung:
Ein unerforschter Canyon unweit von Rocky Beach soll ein Monster beherbergen. Das klingt grundsätzlich ja vielversprechend, wenn nicht allzu häufig bei "Die drei ??? Kids" Irreales vor sich ginge, das sich im Nachhinein als plumpe Massentäuschung herausstellt. Langjährige Fans wissen da schnell einmal am Folgenanfang, wohin der Hase läuft. Doch die Aufregung ist natürlich groß, als die Hobbydetektive und Kryptozoologen Justus, Peter und Bob in freier Wildbahn tatsächlich Indizien für die Existenz eines Monsters finden. So lässt man sich gerne auf ein weiteres Abenteuer mit den drei bekannten Spürnasen ein, das glücklicherweise weniger schnell durchschaubar ist als viele Folgen zuvor. Aus akustischer Sicht scheint es sich beim gesuchten Monster um eine missratene Vermengung eines Bären, der titelgebenden Figur aus "Die drei ??? und der Höhlenmensch" sowie der aggressiven Variante von King Kong zu handeln. Wenn diese Kreatur dann einem der Detektive wie eine hätschelnde Großmutter eine Hand in den Nacken legt, ist das zumindest einmal eine haarige Angelegenheit, jedoch nur begrenzt angsteinflößend, wenn zu keinem Zeitpunkt echte Gefahr entsteht. Trotz allem bleibt lange Zeit ungewiss, wer oder was hinter den seltsamen Erscheinungen steckt. Letzen Endes erweisen sich Justus, Peter und Bob selbstverständlich als erfahrene Detektive, die - wenn auch reichlich spät - erkennen, dass es ökonomische Interessen sind, die - wenn auch nicht anders erwartbar - hinter der Existenz des Monsters stecken. À propos Haare: Zum Haare Raufen ist es, wenn das Monster in den zweiten Handlungsstrang eintritt. Dieser stellt den humorvollen Pol gegenüber der abenteuerlichen Canyonszenen dar und befasst sich mit dem Autor Mr. Blazar, dessen Yeti-Bücher die Verkaufscharts in Rocky Beach anführen. Mr. Blazar ist ein reizvoller Protagonist, an dem sich die Geister scheiden. Einige himmeln ihn an. Stellvertretend für jene agiert Tante Mathilda, die angesichts seines Antlitzes in typisch naiver Manier geradezu dahinschmilzt. Dahingegen steht der Rest dem exzentrischen Literaturstar mit desinteressierter Abneigung gegenüber. Was macht ihn so reizvoll und inwieweit ist er an der Präsenz des Monsters beteiligt? Natürlich greift das Skript neben alldem typische Reihenmomente wie zum Beispiel Justus' Monsterhunger auf, der mit Pizza und heißgeliebtem Kirschkuchen gestillt wird. Inhaltlich kann dies fragliche Stellen nicht verdecken: Warum kümmert sich außer Justus, Peter und Bob niemand ernsthaft um das Monster? Wieso setzen sich die Lesungsbesucher nach dem überraschenden Erscheinen des Monsters einfach wieder ruhig auf ihre Plätze, statt sich um ihr eigenes Wohl zu sorgen oder das Monster zu stellen? Aus welchem Grund gibt Bill Tayler nur angedeutete Informationen preis, wenn er die drei stets zusammen umherstreunenden Detektive vollumfänglich informieren möchte? Weshalb ist der unweit von Millionenstädten liegende Canyon unerforscht? Wieso wird in jeder Folge erneut erklärt, dass der Wassertank die Zentrale der drei Detektive darstellt? Wie soll ein Monster von Holzstöcken eingeschüchtert werden? Desweiteren geraten die Szenen zu ausführlich. Eine Verknappung ist im Sinne der Dramatik mehr als nur wünschenswert, denn weiterhin zerfließt die Spannung in gefühlt endlosen Gesprächen. So ist "Monster in Rocky Beach" ein Schritt vorwärts hinsichtlich der inhaltlichen Komponente, da bis zuletzt Mitratefieber besteht, doch am dramaturgischen Aufbau und hier und da der logischen Komponente bestehen weiterhin Verbesserungsmöglichkeiten.

Sprecher:
Ein Lichtblick von "Monster in Rocky Beach" ist die an beiden Händen abzählbare Sprecherriege. Inbrünstig wie eh und je leitet Achim Schülke als Onkel Titus begeisternd die Geschichte ein. Er selbst scheint an der Existenz des Monsters zunächst kaum zu zweifeln und ist ohnehin einer derjenigen Charaktere, mit denen sich junge wie auch ältere Lauscher leicht identifizieren können. Auch die weiteren Forscher, die der Fährte des Monsters folgen, geben sich selbstüberzeugt. So beispielsweise Crock Krumbiegel als Bill Tayler, den "Die drei ??? Kids" als allererstes aufsuchen, um nähere Informationen zum Aufenthaltsort des Monsters einzuholen. Monty Arnold leiht dem Autor Mr. Blazar seine joviale Stimme und erweist sich dabei als Idealbesetzung. Dem eitlen Paradiesvogel gelingt es, Ingrid Capelle in der Rolle der Tante Mathilda um den Finger zu wickeln. Er macht das tatsächlich ganz "wunderwunderbar", wie er selbst sagen würde. Dass Capelle dem exzentrischen Schrifsteller nicht noch voller Begeisterung um den Hals fällt, muss da fast schon als Überraschung gelten. Steffen Lehmann und Tobias Brecklinghaus übernehmen weitere Rollen. In gewohnt sanfter Erzählweise navigiert Johannes Steck durch die Geschehnisse. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, wie er junge Zuhörer in unverwechselbarer "Komm, ich erzähl euch eine tolle Geschichte"-Manier zum Zuhören begeistern kann. Die Hauptrollen besetzen in gewohnter Manier Jannik Schümann, Yoshij Grimm und David Wittmann.

Musik und Effekte:
Die richtigen Klänge für ein irreales Monster in Rocky Beach zu liefern ist wahrhaftig eine schwierige Aufgabe für Tonmeister Ansgar Döbertin. In der finalen Abmischung sind es dann das Grollen und Knurren eines offenkundig aggressiven Geschöpfs, die hin und wieder zu hören sind, und die einen skurrilen Eindruck vom Monster hinterlassen. Insofern glückt die Umsetzung einerseits auf ansprechende Art und Weise. Wie oben erwähnt verwundert es dann allerdings andererseits, wenn die Massen innerhalb von Sekunden ihre Panik vergessen, um dann in die nächste Szenenpause mit den altbekannten Gute-Laune-Musikstücken entlassen zu werden. Diese sind und bleiben weiterhin zu monoton. Mehr Abwechslung auf musikalischer Seite würde zweifelsohne der "Die drei ??? Kids"-Hörspielreihe mehr Schwung bescheren. Im Canyon liegt übrigens offenbar viel Sand, denn durchgehend sind Fußschritte auf knirschendem Untergrund zu vernehmen, die gut zur Szenerie passen und für die passende Expeditionsstimmung sorgen. Insgesamt ist auch in diesem Teilbereich nicht alles frei von Mängeln, doch im Großen und Ganzen wird auf Seiten der technischen Untermalung zumindest solide Kost geboten.

Fazit:
Langjährigen Detektivhörspielhörern ist bereits beim Blick aufs Cover klar, wohin der Hase laufen wird, und dennoch hält "Monster in Rocky Beach" einige begrüßenswerte Aspekte parat. Unter anderem gibt es gleich mehrere potenzielle Verdächtige sowie eine nachvollziehbare Verstrickung zweier Handlungsstränge, was etwas Abwechslung in den Reihenalltag bringt. Nichtsdestotrotz bleiben die Kritikpunkte die altbekannten. Etliche Längen schleichen sich ins Hörspiel ein. Außerdem bleiben einige Handlungsaspekte unverständlich und das Klangbild insgesamt zu abwechslungslos. Daher steht unter dem Strich eine lediglich durchschnittliche Hörspielproduktion zu Buche, bei der vor allem die Sprecher positive Akzente setzen können. Kernkritik sind und bleiben jedoch die Handlungen, bei denen weiterhin erheblicher dramaturgischer Verbesserungsbedarf besteht.


191/Nord-Nordwest Zum Hexenplatz
191/Nord-Nordwest Zum Hexenplatz
Preis: EUR 6,97

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltsame Folge mit einigen bedeutsamen Schwachstellen, 12. April 2015
Rezension bezieht sich auf: 191/Nord-Nordwest Zum Hexenplatz (Audio CD)
Inhalt:
Tim, Karl, Gaby und Klößchen haben die moderne Art der Schnitzeljagd für sich entdeckt: Geo-Caching. Mit Hilfe eines GPS-Geräts navigieren sie durch die Landschaft am Schwarzweiler Wald und suchen nach kleinen, gut versteckten Dosen - ein schöner Spaß! Aber aus Spaß wird Ernst, als sie einen Mann mit Motorradhelm beobachten, der etwas vom Feld in den Wald schleift. Handelt es sich dabei etwa um eine Leiche? Schon sind TKKG mitten drin in einem mysteriösen Fall... Wer jagt den Schwarzstorch? Und warum? Was hat es mit dem mystischen Kraftplatz am Moor auf sich? Und warum zum Teufel verfolgt ein Sportflugzeug TKKG?

Handlung:
Wenige Filmszenen erlangten derart viel Weltruhm wie die Szene aus dem Hitchock-Film "Der unsichtbare Dritte", in der Cary Grant von einem Doppeldeckerflugzeug über ein Feld gejagt wird. Zweifelsohne zitiert Autor Martin Hofstetter aus eben jenem Hitchcock-Film, wenn er Karl Vierstein selbiges zustoßen lässt. Das deutet bereits daraufhin, wem diese Folge hier zu großen Teilen gehört: dem Computerhirn Karl, obgleich sich TKKG als Einheit präsentieren und fast über die gesamte Spielzeit hinweg gemeinsam vorgehen. Ohnehin ist der Fall "Nord-Nordwest zum Hexenplatz" sehr linear gestaltet. Das im Klappentext angekündigte Geo-Caching streift er nur im Vorbeigehen. Tim, Karl, Klößchen und Gaby halten sich ausnahmslos im Schwarzweiler Wald auf, wo sie auf allerhand finstere Machenschaften stoßen. Unerklärliche Schüsse, tote Schwarzstörche, auf Attacke gemünzte Motorradfahrer und Piloten, Geisterbeschwörungen, ein mysteriöses Haus im Nirgendwo sowie ein Pflanzenfund sorgen für reichlich Abenteuer und lassen nur einen Schluss zu: Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen vor sich. So gelangen TKKG also in zahlreiche Situationen, deren gemeinsame Verbindungen erst noch aufgedeckt werden möchten. Letzten Endes ergibt sich ein schlüssiges Bild, wenngleich Kinder und Jugendliche die präsentierte Auflösung wohl niemals erahnt hätten. Erfreulich ist, dass Tim aus der Angsthasenrolle hinausgelangt und sich wieder offensiver als zuletzt präsentiert. Auch Karl beweist Mut und ist damit ein Aktivposten im Hörspiel. Trübsal bescheren Angsthase Klößchen, der mit dümmlicher Art nunmehr völlig außen vor bleibt, wie auch die teils scharfzüngige Gaby, früher noch ein Inbegriff für Sensibiltät und Feingeist, heute eher ein Schatten ihrer selbst. Ebenso missfällt, dass Erzähler Wolfgang Kaven mehrmals Gedanken der Charaktere einspricht, statt dass diese in Dialoge eingewoben werden. Nichtsdestotrotz ist anhand der vergangenen Folgen erkennbar, dass sich Martin Hofstetter und seine Autorenkollegen wieder mehr den traditionsreichen ersten Folgen nähern, in denen statt großen Verschwörungskomplotten ein eher bodenständiger Fall untersucht wird, bei dem sich die Verstrickungen nach und nach ergeben und dann eben auch logisch aufklären. So wird ein geradezu klassischer Fall mit ein wenig Spektakel geboten - im Großen und Ganzen ist das begrüßenswert.

Sprecher:
Eine reiche Familienerbin tritt in "Nord-Nordwest zum Hexenplatz" auf. Sabine Hahn spricht die Rolle der Theresia von Steinbach und haucht ihr eine sehr besonnene und ruhige, altersmilde Seele ein. Etwas robuster präsentieren sich Robin Brosch als Kurt Fechner, Erkki Hopf als Anton Berger sowie Marion Martienzen als Safira, die allesamt den Wald durchstreifen und ein ums andere Mal für Ärger für TKKG sorgen. Stephan Schad ist als Kommissar Schalavsky bereits das zweite Mal mit von der Partie bei TKKG und ist offenbar ein Nachfolgekandidat für Kommissar Glockner. Er nimmt seine Aufgabe als Ermittler jedenfalls sehr ernst und fackelt nicht lange, wirkt dabei zutraulich und sympathisch. Von den Hauptsprechern wird in der 191. Folge allerhand abverlangt, insbesondere Niki Nowotny als Karl und Sascha Draeger als Tim japsen ein ums andere Mal vor Schreck oder Schmerzen, ohne dabei allzu sehr zu überdrehen. Manou Lubowski als Klößchen rückt in diesem Fall stark in den Hintergrund, Rhea Harder dürfte als Gaby künftig gerne mehr Herz beweisen. Ein insgesamt eher durchschnittliches Leistungsbild auf Seiten der Sprecher.

Musik und Effekte:
Da sich "Nord-Nordwest zum Hexenplatz" größtenteils in der freien Natur abspielt, überrascht es nicht, dass Vogelgezwitscher sowie das Rascheln von Wiese und Laub den Kern der Effekte ausmachen. Diese Geräusche werden ansprechend umgesetzt, der Handlung ist somit leicht zu folgen. Der Motorenlärm von Motorrad und Motorsportflugzeug ist ebenfalls authentisch gestaltet. Höhepunkt der Folge in akustischer Hinsicht ist zweifelsohne die auf dem Cover abgebildete Verfolgung Karls durch ein Flugzeug, dessen Sinkflüge und Richtungsänderungen ausgestaltet werden, was hinsichtlich der Dramatik förderlich ist. Auch musikalisch scheint man sich wieder an früheren Folgen zu orientieren, denn unter anderem ist eine Variation der Titelmelodie zu hören, während anfangs bei einer Entdeckung noch geheimnisvolle, atmosphärische Klänge das musikalische Bild prägen.

Fazit:
In vielerlei Hinsicht weiß "Nord-Nordwest zum Hexenplatz" zu gefallen. Dass TKKG beispielsweise frei durch die Natur streunen und dabei allerhand Entdeckungen machen, die miteinander im Zusammenhang stehen, oder dass einige von ihnen selbst in Gefahr geraten, ohne dabei gleich Sprengstoffanschlägen ausgesetzt zu sein, entspricht dem Serienflair. Dennoch gibt es Schwachstellen: Die Charakteristika der einzelnen Protagonisten werden nur bedingt bedient und vor allem Klößchen als dümmlicher Junge dargestellt. Alles in allem steht mit "Nord-Nordwest zum Hexenplatz" jedoch ein unterhaltsamer Fall zu Buche, der beweist, dass der Serienrahmen genügend Stoff für weitere abenteuerreiche Folgen bietet.


111/und das Geheimverlies im Schloss
111/und das Geheimverlies im Schloss
Preis: EUR 6,97

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kindgerecht, aber: zu vorhersehbare Handlung, zu naive Charaktere, zu wenig Überraschendes, 12. April 2015
Inhalt:
Ferien auf einem Schloss! Während Anne sich am liebsten in eine Prinzessin verwandeln würde, lauschen ihre Freunde gespannt der Legende von Prinz Aldous. Der ist auf einem alten Gemälde zu sehen und soll noch immer in einem geheimen Verlies im Schloss spuken. Als plötzlich zwei der Fünf Freunde verschwinden, wird es richtig unheimlich. Zumal außer ihnen nur noch der alte Butler Gregory auf dem Schloss ist. Nur in letzter Minute können die Fünf Freunde einen gemeinen Betrug verhindern.

Handlung:
Ein Gemälde von Vincent van Gogh im Haus eines Adelspaares: Wie aufregend! Die Fünf Freunde begeben sich in "Fünf Freunde und das Geheimverlies im Schloss" mit ihrem Freund Eddy auf Schloss Hasting und trauen ihren Ohren kaum, als sie davon Wind bekommen, dass womöglich ein echter van Gogh Einzug in das Schloss erhält. Gewiefte Hörer von Abenteuerhörspien dürften bereits erahnen, welche Richtung die 111. Folge rund um Julian, Dick, Anne, George und Timmy, den Hund, damit einschlägt. Doch wie geht das Skript dies an? Nachdem auf einer kurzen Zugfahrt der Besuchsgrund erläutert wird, werden die "Fünf Freunde" nach und nach mit den Bewohnern von Schloss Hasting und den Geheimnissen des Schlosses vertraut gemacht, ehe zwei von ihnen in ernsthafte Gefahr geraten. Leider ist das auch schon alles, was das Skript aufzubieten hat, denn nachfolgend geht es einzig und allein um die Befreiung der beiden Vermissten, bis die Hintergründe des Geheimnisses von Schloss Hasting knapp in einem Dialog erläutert werden. Vielschichtigkeit bleibt aus, denn die Rollenbilder sind schnell gezeichnet und keiner der Charaktere sticht durch eine unscheinbare Art besonders hervor. Noch dazu ist die Auflösung sehr vorhersehbar und die Methoden, mit denen Dick Hilfe ersucht, oder Anne dem Geheimnis auf die Spur kommen möchte ("Wo ist denn das Geheimverlies?") sind zumindest einmal fragwürdig. Aufgrund dessen geht es insgesamt sehr spannungsarm zur Sache. Humor keimt ebenfalls an keiner Stelle auf. Katrin McClean arbeitet folglich ein nachvollziehbares, doch wenig reizvolles Skript aus, das für langjährige Serienfreunde keinerlei Überraschungen aufbietet und insgesamt zu linear vorgeht. Ein wenig mehr Kreativität hätte der Folge gut zu Gesicht gestanden. Leider ist der Wiederhörfaktor dieser Folge deshalb nur gering.

Sprecher:
Süffisant wie eh und je dirigiert Erzähler Lutz Mackensy die Geschehnisse, obgleich der Fokus klar bei den handelnden Protagonisten liegt: Besonders Theresa Underberg, die Anne einspricht, steht im Fokus und muss sich stimmlich mal überrascht, mal vorfreudig und gespannt geben. Der Spagat glückt und man nimmt der Ü20-Sprecherin eine jugendliche Naivität weiterhin ab. Wesentlich beteiligt ist zudem Woody Mues, Sohn von Dietmar und Bruder von Wanja und Jonas Mues, der ebenfalls stimmlich jugendlich klingt und somit ins Altersbild der Serie passt. Dahingegen ist Heinz Lieven als Butler Gregory merklich älter, wird dem Rollenklischee mit seiner höflichen Art gerecht. Stephan Schad verdeutlicht als Baron Hasting seine gehobene Stellung und lässt hier und da eine betätschelnde Art durchklingen. Daneben sind Rüdiger Schulzki, Beate Rysopp, Stephan Benson sowie in einer kleinen Rolle Wolfram Grandezka als Sprecher an der Produktion der 111. Folge beteiligt. Insgesamt gelingt es keinem der Sprecher, sich besonders positiv hervorzutun, doch ebenso fällt keiner der Sprecher leistungsmäßig ab, sodass in "Fünf Freunde und das Geheimverlies im Schloss" alles in allem solide Sprecherleistungen geboten werden.

Musik und Effekte:
Bei einer Adelsfamilie auf einem Schloss läuft - na klar, klassische Musik. Jugendhörspiele von EUROPA zu hören bedeutet immer auch ein Stück weit, sich auf klischeebehaftete Situationen einzulassen und so ertönen eben auch klassische Musiken, als die Fünf Freunde das erste Mal Schloss Hasting betreten. Ansonsten dienen die Musiken eher als Begleitung statt selbst Akzente zu setzen. Leichtes Gitarrenspiel sorgt für eine positive Grundstimmung. Ebenso sind die Effekte unaufdringlich. Einzig das Piepen der Eingabetasten einer Türschließvorrichtung fällt stärker auf. Ansonsten sind es Fußschritte, Türenbewegungen und weitere klassische Alltagssituationen, die Hella von der Osten-Sacken sinnvoll mit Effekten unterlegt.

Fazit:
Kindgerecht ist "Fünf Freunde und das Geheimverlies im Schloss" auf alle Fälle, aber eben nicht überaus spektakulär, sodass die 111. Folge lediglich magerer Durchschnitt in Relation zu anderen "Fünf Freunde"-Folgen ist. Zu schnell wissen Hörer, wohin der Hase läuft. Außerdem sind die Lösungsmethoden altbewährte und die Jugendlichen werden an mancher Stelle sehr naiv dargestellt. Zudem stellen die Musiken und Effekte eher begleitende als spannungsförderliche Elemente dar. Insgesamt stecken also in allen Produktionsbereichen Verbesserungspotenziale, sodass "Fünf Freunde und das Geheimverlies im Schloss" bestenfalls Seriendurchschnitt darstellt.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 16, 2015 12:35 AM MEST


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