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Regine Bacherle "Regine Bacherle" (Berlin)

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Schlimmer als dein Tod - Psycho-Krimi (London Crimes)
Schlimmer als dein Tod - Psycho-Krimi (London Crimes)
Preis: EUR 3,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreißendes Drama am Musicaltheater!, 9. April 2014
Ich liebe Musicals!
Und ich liebe diesen als "Psychothriller" eingestuften psychologischen Roman "Schlimmer als Dein Tod" eines Autoren-Duos namens Kris Benedikt!
Zum Inhalt: Am Musiktheater steht eine große Aufführung eines Shakespears Stückes bevor. Umgewandelt in ein Tanzstück mit Steptänzern zieht es die Aufmerksam von Presse und TV auf sich. Unter den Tänzern brodelt die Anspannung, die Aufregung, aber auch unterschwellig Neid und Missgunst. Und kurz vor dem wichtigsten Auftritt verschwindet Jessica spurlos. Sie ist die Star-Tänzerin mit der die gesamte Aufführung steht und fällt. War der sensiblen, aber auch exzentrischen jungen Frau der Druck und die persönlichen Eheprobleme zu viel? Hatte sie wieder eines ihrer typischen Black outs, die ihr die gesamte Erinnerung ihrer Existenz auslöschen? Oder ist sie Opfer einer Intrige? Ist es ein Racheakt einer Kollegin? Ist der cholerische Ehemann zu weit gegangen?
Wirklich, ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich noch nie zuvor ein so reichhaltig gedecktes Stück an Motiven, Verdächtigen, Alternativen und Möglichkeiten gelesen habe!
Die Figuren sind allesamt liebevoll und detailliert gezeichnet. Jeder Charakter mit Schwächen, lebhafter Vergangenheit, liebenswerten Eigenschaften, aber auch mit unbewältigten Traumen, Verlogenheit und falschen Gesichtern.
Ich kam schon in regelrechten Stress meine Sympathien ständig neu verteilen zu müssen, denn kaum fand ich eine Person wirklich nur unsympathisch, schon erfuhr ich einen Hintergrund, der Mitgefühl und oft auch Mitleid in mir weckte. Es ist einerseits wie im wahren Leben, andererseits viel mächtiger und geballter, gefühlsintensiver, sicher auch bedingt durch das Künstlermilieu, den Stress und den Druck, der zu dem Zeitpunkt herrschte, zu dem ich als Leser Teil dieser Geschichte wurde.
Mir war schon völlig entfallen, dass ich einen Thriller lese -so verstrickt war ich in den psychologischen Studien der Charaktere- als ich doch noch den Ermittler kennenlernte!
Und welch Überraschung! Es ist Frederick London! Und er steht den Charakteren des Theaters in nichts nach! Er hat die Fahigkeit des Serendipitäts-Prinzips!
Kurzum: Neue Ideen, raffinierte Geschichte, viel Tempo und Gefühl, familiärer Anschluss des Lesers ist nicht ausgeschlossen! Ich habe mich wohl gefühlt im Schreibstil, liebte die Spannung und die Atmosphäre und bin jetzt unendlich neugierig auf die weiteren Bände, die in sich alle abgeschlossen sind.
Band 1 und Band 2 stehen beide unabhängig als Start einer neuen Serie!

1 / Näher als du ahnst
2 / Schlimmer als dein Tod
3 / Dunkler als dein Schatten
4 / Nichts lieblicher als du


Das Haus der Medusa
Das Haus der Medusa
Preis: EUR 0,99

3.0 von 5 Sternen Ideale Frauenlektüre für den Urlaub, 9. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Haus der Medusa (Kindle Edition)
"Das Haus der Medusa", geschrieben von Katharina Burkhardt, ist ein lockerer, leicht zu lesender und spannender Frauenroman. Fluffig und flüssig zu lesen, mit interessanten Protagonisten liest man sich schnell im Buch fest, eine leichte unheimliche Atmosphäre schwingt auf jeder gelesenen Seite mit, bis zum Ende hin viele unerwartete Wendungen den Leser erhellen.
Florentine eröffnet in Hamburg in einem alten Haus eine Confiserie, zufällig ist im gleichen Haus eine Wohnung frei und obwohl ihr der Vermieter sehr unsympathisch ist, unterschreibt sie den Vertrag für beide Räumlichkeiten, zieht ein, baut um und beginnt, sich nach der Trennung vom langjährigen Freund, eine eigenen Existenz aufzubauen.
Das Haus ist ein mehrstöckiges Miethaus mit sehr unterschiedlichen Mietern. Und nicht lange nach dem Einzug gibt es den ersten Todesfall.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, dadurch, dass es sehr wenig Anspruch an den Leser stellt, sich sehr schnell lesen lässt und doch niemals langweilig wird, stelle ich mir dieses Buch als ideale Urlaubslektüre vor. Man rätselt über die seltsamen Vorkommnisse im Haus, über die Todesfälle, aber es kommt zu keiner ernsthaften Ermittlung, alles wird nur locker gestreift, bis zum Ende des Romans blieben mir auch viele der Mieter fremd.

Mir persönlich war es oft schon fast zu trivial, zu oberflächlich, zu wenig raffiniert, ich hätte mir an manchen Stellen mehr Tiefe, und Raffinesse gewünscht. Bei dem lockeren Schreibstil gehen sehr ernsthafte Themen fast unter, durch die fehlende Tiefe hat mich kein Schicksal wirklich berührt, daher hatte ich ein komplettes Urlaubsgefühl beim Lesen. Ich blicke von Ferne auf Dramen anderer Menschen, darf teilhaben an vielen Lebenswegen, aber werde nicht unmittelbar konfrontiert.
Das hat was!
Solch ein Buch sollte man sich öfter mal gönnen für eine kleine Auszeit!
Vielen Dank dafür!


Wie deutsch ist das denn?: Die populärsten Irrtümer über Deutschland und die Deutschen
Wie deutsch ist das denn?: Die populärsten Irrtümer über Deutschland und die Deutschen
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen geniale, ausführliche Aufklärung, 15. März 2014
"Wie deutsch ist das denn?!" ist ein von mir oft verwendeter Ausruf, wenn ich mal wieder mit so typischen Paragraphenreitern zu tun habe, diese so strikt ordentlichen und pünktlichen Übermenschen, die überkorrekt und untolerant auf Menschen wie mich herabblicken. Und wie so oft verzweifle ich, weil ich nicht verstehe, wie es passieren konnte, dass ich nicht nur in diesem Land geboren bin, sondern auch leider von gebürtig deutschen Eltern abstamme.
Wie oft habe ich mich im Ausland vor einer Antwort gedrückt, wenn ich neugierig gefragt wurde, wo ich herkomme! Kaum spricht man die ersten Silben des Wortes "Deutschland", schon gilt man als fleissig, ordnungsliebend, steif, pünktlich, überkorrekt und humorlos. Man bekommt Bier, Kartoffeln und Sauerkraut serviert und blickt wehmütig exotischem Essen hinterher.
Man hat es nicht leicht!
Und wie hüpfte mein Herz, als ich das Buch gleichen Titels fand, geschrieben und zusammengetragen von Jürgen Ahrens!
Ich habe es gelesen, gestaunt und mich belehren lassen über viele deutsche Irrtümer, nicht nur die Charaktereigenschaften der "typisch Deutschen" betreffend, sondern um viele Dinge mehr, die ich mit mir persönlich niemals in Verbindung gebracht hätte!
Ob über deutsche Bäume, Autobahnen, Vereinsmeierei oder Frühstücksei, Jürgen Ahrens zieht uns die Zähne! Und zwar gründlich! Als zusammengewürfeltes Land mit vielen Bevölkerungseinwanderungen und -durchwanderungen, mit Grenzen zu allen Seiten, inmitten Europas gelegen, gibt es eigentlich nichts "typisch deutsches".
Und genau das scheint unser "typisches Problem", das Problem, die Wurzeln zu finden, etwas "eigenes" zu haben, einfach mal locker zu akzeptieren, dass wir von allen Seiten beeinflusst werden und Grund hätten bei der Toleranz die Nase vorn zu haben!
Nicht mal eine Landeshymne ist "deutsch" machbar, und -jetzt wird es für viele sehr hart- nicht mal der Gartenzwerg gehört uns!
Ich habe mich wunderbar unterhalten, oft beruhigt und erleichtert durchgeatmet, und vieles gelernt, denn das Buch ist ausführlich recherchiert und mit viel Wissen versehen.
Bleibt nur die Frage: Wer ist deutsch genug, diesem Buch ins Auge zu sehen? Und welche Ausländer bekommen dieses Buch übersetzt? Wo darf ich als "zusammengeramschte Deutsche" zukünftig im Ausland einfach ich sein? Chaotisch, unpünktlich, schlampig und faul?


Zeit der großen Worte
Zeit der großen Worte
von Herbert Günther
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

3.0 von 5 Sternen enttäuschend, 15. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Zeit der großen Worte (Gebundene Ausgabe)
"Zeit der großen Worte" von Herbert Günther, ein Roman pünktlich zum Hundertjährigen des ersten Weltkriegs!
Für mich hat ein Publizieren zum Jubiläum immer ein pragmatsch-kommerzielles Ansinnen im Vordergrund, der mir grade in einem solchen Fall schon etwas schwer im Magen liegt.
Egal. Es ist ein Jugendbuch, das ich in einer Leserunde lesen durfte, und das mir grade gelegen kam, denn ich hatte einige Romane zur Zeit des ersten Weltkriegs gelesen und erhoffte mir hier ein klareres Bild, eine Art Aufklärung, so, wie ich dachte, dass man die Vergangenheit der Ururgrossväter heutzutage Jugendlichen nahebringen würde.
Passenderweise wählte der Autor einen kanpp Zwanzigjährigen, aus dessen Sicht wir hier die Jahre des Krieges nach dessen Beendigung erzählt bekamen.
Paul selbst war nicht "im Krieg", er durfte zu Hause bleiben, da der Onkel einen Antrag auf Befreiung gestellt hatte.
Emotionslos, ohne Hintergründe zu erläutern, erzählt also Paul, wie er die Kriegsjahre erlebte. Der bejubelte Aufbruch, die Ernüchterung, der Hunger, der Mangel, die Verluste, das Ende.
Wer jemals im Leben sich mit dem ersten Weltkrieg beschäftigt hat, der erfährt hier nichts Neues. Eine typische Weltkriegsszene, abgelöst durch eine weitere, längst bekannt aus Fernsehberichten und bekannten Romanen von Zeitzeugen.
Ich war bitter enttäuscht.
Wer einen Kriegsschauplatz als Romanplot wählt, der hat natürlich wenig Möglichkeiten, die Rahmenhandlungen sind vorgegeben, ich kann kaum überraschen, keine unerwarteten Wendungen bringen, wir wissen alle, wie das Drama des Weltkrieges endete. Aber ich kann Stimmung vermitteln, Hintergründe beleuchten, Wissen vermitteln, das ist aber eben das, was ich hier nicht fand.
Da hilft mir dann auch kein Glossar mit Erläuterungen und seitenweise Zeittafeln, die noch nett gemeint die Überschrift tragen "Unvollständige Zeittafel des ersten Weltkriegs".
Ob es am Alter es Autors liegt, kann ich nur raten, es hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eigentlich rumgesprochen, dass Tabellen mit Daten keinen Lerneffekt erzielen. Man liest runter und vergisst.
Ich hatte wirklich gehofft, dass hier umfassend ein Werk für Jugendliche entstand, das vielleicht erstmalig, einmalig und tiefgründig die europäische Gesamtsituation beschreibt, die Gedankengänge der Machthabenden nahebringt, die Stimmung so transportiert, dass ich förmlich Felder, Kartoffeln und Kasernen vor mir sehe, stattdessen las ich klischeehafte Ereignisse, unterbrochen von den unpersönlich geschilderten Höhepunkten des Teenagers Tom, der das Lesen für sich entdeckt, ergänzt durch noch heute gültige Sprüche, dass Buchliebhaber und das Hobby Lesen nichts für die arbeitende Bevölkerung ist. Man muss sich nur mit Nicht-Lesern unterhalten, dann wird man sehen, dass das auch heute noch die durchaus übliche Meinung ist.
Alles in allem, ein Buch, das man nicht lesen muss, weder als Erwachsener, noch als Jugendlicher.


Besser als nix.
Besser als nix.
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Unrealistisch und rührselig, 15. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Besser als nix. (Kindle Edition)
Wo fange ich an?
Dem Buch "Besser als nix", der preisgekrönten Autorin Nina Pourlak konnte ich nicht so viel abgewinnen.
Es war für mich sehr schwer eine Beurteilung abzugeben, die ersten Seiten tendierten zu 4 Sternen, dann fiel das Buch stetig ab auf 2 Sterne, also ich nehme die goldene Mitte, wobei 3 Sterne ein besseres Buch vorgaukeln.
Tom ist Schulabgänger, Halbwaise, nicht sonderlich intelligent, wenig sportlich, eigentlich -für Jungs sehr aussergewöhnlich- ausschliesslich grüblerisch veranlagt. Der Roman ist nur aus seiner Sicht erzählt, in einer Art Gespräch mit Tagebuch, wobei Tom sicher ist, dass siene tote Mutter mitliest, vielleicht auch der Grund, warum er seine Gefühle nicht offenbart.
Die Schule ist aus, Tom gehört zu einer recht grossen Anzahl Jugendlicher, die in einer deutschen Kleinstadt nicht wissen, wie es weitergehen soll. Wenig Interessen, kaum Energie, kein Engagement oder Zukunftsträume, auch nicht wirklich die No-Future-Aktivität, die es ja bei Jugendlichen in den 80igern gab. Man lässt sich eher treiben, ein Zustand, den ich so gar ncith kenne und nur schwer, gradei n dem Alter nachvollziehen kann.
Tom füllt einer jungen Lehrerin zuliebe Formulare aus, die seine Interessen und Eignung berufsmäßig erfassen sollen, und tatsächlich, der Computer ermittelt nicht nur den idealen Job, es sind sogar Ausbildungsplätze frei!
Was humorvoll beginnt und wirklich das Rüstzeug für einen tiefgründigen Roman über das Wesentliche im Leben hatte, verkommt mehr und mehr zu einer völlig unrealistischen und mehr rührseligen Story auf plattem Niveau.
Ich hatte während des Lesens das Bild eines Puzzles im Kopf. Während für mich das Leben aus vielen zusammengewürfelten Puzzle mit Minimum zwanzigtausend Teilen besteht, bei dem es mehr zufällig zum Finden von zwei passenden Stücken kommt, so habe ich hier ein Puzzle von maximal 500 Riesenteilen, die sich nahezu problemlos in ihre Position fügen.
Kurzum: Es war langweilig, vorhersehbar, nicht berührend, ein Buch, das man schnell vergisst und sicher kein zweites Mal lesen wird. Daher sind 3 Sterne eigentlich einer zu viel.


Im Bann der Hexer: Eine indianische Sage
Im Bann der Hexer: Eine indianische Sage
von Florian Biege
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,99

5.0 von 5 Sternen Tolle Zeichentechnik zur Umsetzung einer Sage, 7. März 2014
Der Comicband "Im Bann der Hexer" aus dem Hause ehapa setzt eine indianische Sage bildhaft um.
Die Irokesen sind eine Fluch zum Opfer gefallen, alle Stammesmitglieder werden von einer Krankheit befallen gegen die auch die Schamanen machtlos sind. Sie fallen in eine Art schwere Depression und sind handlungsunfähig. Ein junger Krieger, der nach Hause zurückkehrt sthet fassungslos vor sienen Brüdern und Schwestern, und er macht sich auf, den Bann zu brechen. Welches Opfer er dafür auf sich nehmen muss, das ist Inhalt dieser Geschichte!
Mich hat dieses Buch völlig fasziniert! Hochwertig als Hardcover produziert, wurde es fast ausschliesslich schwarz/weiss vom Zeichner Florian Biege umgesetzt. Wie raffiniert er dabei die Facetten des Schreckens, der Emotionen generell mit Hilfe der Schraffierungen und Schattierungen umsetzt, das hat mich sehr beeindruckt. Sehr wenig Text, sehr düster und unheimlich die Atmosphäre und keine gewöhnlichen Raster, wie man sie sonst von Comics gewohnt ist. Die Bilder laufen ineinander über, wobei man als Leser trotzdem nie in Zeweifel kommt, wo es weitergeht. Raffiniert die Effekte der umkehr des hintergrundes, mal sind die figuren vor dunklem Hintergrund hell hervorgehoben, dann wieder umgekehrt.
Was ich aber unbedingt ebenfalls hervorheben will, das ist die Idee der Geschichte!
Im Anhang findet man Skizzen der Entstehung, aber auch eine kleine Kunde über die Indianer und deren Geschichte, geschrieben von Alexander Berger. Mit kleiner Karte von Noramerika erfahren wir interessante Fakten kurz und knapp, was diesem Comic nicht nur eine unterhaltende, sondern auch eine lehrreiche Funktion gibt.
Ich kann dieses Comic nur empfehlen, ich habe es inzwischen diverse Male gelesen, sitze oft auch einfach nur vor den Zeichnungen und staune immer wieder über die scheinbare Schlichtheit, die Kürze der Geschichte und der langen Freude, die man daran hat.


Öffne dein Herz für ein Wunder: 52 wahre Geschichten -
Öffne dein Herz für ein Wunder: 52 wahre Geschichten -
Preis: EUR 11,99

1.0 von 5 Sternen Propadanda Buch, 7. März 2014
Ich liebe Bücher über Wunder! Besonders, wenn es Schilderungen wahrer Vorkommnisse sind! Ich habe auch schon einige Bücher aus dieser Richtung gelesen und immer uneingeschränkt gestaunt! Und wie entsetzt bin ich, ein Buch wie dieses hier zu lesen! "Öffne Dein Herz für ein Wunder", ich weiß gar nicht, wie und wo ich anfangen soll!
Vielleicht zuerst mit dem Inhalt: Karen Kingsbury hat aus unzähligen ihrer Bücher eine Art Sachbuch zusammengestellt: 52 Geschichten, sozusagen für jede Woche eine, mit Bibelstelle und Bibelspruch unterlegt, sollen den Leser mit Wundern übers Jahr begleiten. Keine der Geschichten ist länger als 4 Seiten. So weit, so gut.
Was ist ein Wunder? Und warum brachte mich dieses Buch zur rasenden Wut?
Ein Wunder ist ein Ereignis, dessen Zustandekommen nicht erklärbar ist, das aber Verwudnerung und Erstaunen auslöst!
Davon habe ich im Buch so gut wie nichts gefunden! Wütend machte mich das Buch aber gleich mehrmals: Ein Buch, das den Anspruch aufweist "wahre Geschichten" zu erzählen, sollte sich nicht in falschen Begriffen und unrichtigen Darstellungen verrennen. Leider nimmt es die Autorin da gar nicht genau, ich hatte den Eindruck, es war ihr beim Erstellen des Buches auch nicht wichtig. Der Leser hat zu schlucken, was sie formuliert, egal ob unsinnig, unlogisch und einfach falsch. Ich mag es nicht, wenn Autoren mir jegliche Intelligenz verweigern. Das macht "wahre Geschichten" komplett unglaubwürdig.
Ein weiteres, schnell zu erkennendes Prinzip des Buches: Es wird oberflächlich, klischeehaft von Situationen erzählt, die einfach auf die Tränendrüse drücken sollen, eine echte Botschaft habe ich nur in ganz wenigen Geschichten gefunden, eigentlich wiederholen sich die Inhalte so oft und immer gleich, dass man das Buch locker auf ein Viertel zusammenkürzen hätte können!
Es geht um Adoptionsgeschichten, unreife Jugendliche, die ungehorsam ihren Dickkopf durchsetzen wollen, um Erbkrankheiten, bei denen durch Wunder ein etwas verlängertes Leben erhalten wird, um reiche Menschen, die durch ein Wunder vom Vermögensverlust bewahrt werden und last, but not least, um das Wunder der wiedergefundenen Freunde - nachdem man diese kontaktiert hat- und um Bewahrung vor Verletzung, Überfall und Tod.
Manchmal hatte ich den Eindruck, es soll eine Werbung für die Adoption sein, eine Contra-Abtreibungs-Kampagne, auch für schwer behinderte Föten, wobei ich hier nur mal nebenbei erwähnen möchte, dass -laut Statistik derzeit 6,6 Millionen Kinder jährlich sterben, viele davon, weil sie keine geeignete Hilfe erhalten! Also welch fantastisches Wunder, dass Eltern in spe händeringend auf ein krankes Kind zur Adoption warten, während vermeintlich gesunde Kinder derweil verrecken!
Und wie wunderbar (!), dass reichen Leuten die Millionenvilla vor dem Feuertod bewahrt wird (natürlich nur durch die Gebete der reichen Freunde im Gebetskreis, nicht etwa durch die unermüdliche Arbeit der Feuerwehrleute, die oft genug ihr Leben einsetzen, damit in den Bergen von Los Angeles die Villen nicht verbrennen!), ich möchte nur kurz erwähnen, dass es auch in Los Angeles viele Obdachlose gibt, die wirklich NICHTS besitzen! Ja, tatsächlich, es ist doch ein Wunder, dass den Reichen geholfen wird, während den Ärmsten nicht mal genug Nahrung zur Verfügung steht!
Und offensichtlich hat sich die Autorin noch nie damit auseinander gesetzt, dass kranke Menschen auch leiden, Schmerzen haben, Erstickungsanfälle (im Fall zystischer Fibrose der Lunge), eine sehr fragwürdige Lebensqualität haben, wo es doch in der Bibel heißt, dass man nach dem Tod gesundet, dass also das Lebensverlängern dieser Betroffenen eigentlich eine Leidensverlängerung darstellt? Also wo bitte ist das Wunder?
Ich könnte Ihnen jetzt zu fast jeder Geschichte eine ähnliche Widerlegung bringen, unterm Strich bleibt die Wut, dass die Autorin mir hier faule Eier präsentiert, wobei grade bei der Geschichte der Millionenvilla im Falle eines Brandes sicher das Ende folgendermaßen ausgelegt werden würde: Die reichen Bewohner hätten erkannt, dass es wichtigeres gibt im Leben als Besitz! Also siehe: Man kann Glauben drehen und zurechtbiegen, wie man ihn grade braucht!
So aber bleibt für mich der Eindruck, es geht hier um einige wenige Individuen, die eh vom Schicksal berücksichtigt wurden, denen man eigene Wunschvorstellungen als Wunder verkauft.
Für mich ist es kein Wunder, wenn ein einzelnes Kind eine Leukämie übersteht, wenn hundert andere daran sterben nur weil ihnen die Medizin und die Behandlung nicht zur Verfügung steht!
Und Sätze wie "..wenn Geschwister sich so sehr ähnlich sahen, musste doch mit ziemlicher Sicherheit auch ihr Knochenmark übereinstimmen. ..", bringen mich so auf die Palme, dass ich mich ernsthaft frage, ob man wirklich verblöden muß, um an Gott glauben zu können!
Allerdings ist mir beim Zuklappen des Buches aufgefallen, dass da tatsächlich steht: Öffne Dein Herz ...", also nicht "Nutze Dein Hirn...", vielleicht ist dies das wirkliche Problem, warum die Autorin den Lesern hier -mit wenigen Ausnahmen- ihre eigene Unwissenheit als "Wunder" verkauft, mich stößt so ein Verhalten komplett ab, grade vor dem Hintergrund, dass es wirklich genügend Wunder gibt, mit denen man ein wundervolles Buch hätte gestalten können.
Schade, wirklich schade!


Schneetreiben: Kriminalroman
Schneetreiben: Kriminalroman
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen raffinierter Krimi, 4. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Schneetreiben: Kriminalroman (Kindle Edition)
"Schneetreiben" ist der bereits dritte Krimi mit der Staatsanwältin Anna und ihrem Freund Ben, der als Kommissar tätig ist.
Ich habe mir sehr viel versprochen, denn die Autorin Sandra Gladow ist selbst Staatanwältin und kennt sich mit dem deutschen Strafgesetzbuch sehr gut aus. Ich wurde nicht enttäuscht, sondern bestens unterhalten, denn es ging in diesem dritten, in sich abgeschlossenen Krimi um eine augenscheinlich recht simple Tat.
Suizid oder doch Mord?
Verdächtig nur zwei Personen, so schlimm kann das nicht sein!
Was dann allerdings im weiteren Verlauf passierte, wie sich das Verhalten der Menschen um die Tote gestaltete, das brachte mich nicht nur zum Nachdenken, Theorien entwickeln, sondern es brachte mich schlitternd auf's Galtteis. Passend zum Titel!
Je tiefer man gräbt, desto grösser die Abgründe. dazu eine bewegende, sehr persönliche Hintegrundgeschichte, absolut facettenreich!
Ich muss gestehen, mein Leben ist zwar seltsam, aber gottlob lange nicht so aufregend und kompliziert. Es war erfrischend, sich mal zurücklehnen zu können und zu sagen, wenigstens blieben mir im Leben all diese privaten Probleme erspart!
Ich war so begeistert, dass ich, während ich noch las und am Täterprofil tüftelte, die beiden vorherigen Krimis bestellte.
So, zum Inhalt: Eine Zwillingsschwester kommt in der Lübecker Innenstadt unweit des Weihnachtsmarktes beim Sturz vom Balkon zu Tode.
Sie ist psychisch erkrankt, bekannt für ihre Labilität, ein psychotischer Schub nicht ausgeschlossen, Motive und Feinde nicht wirklich existent, denn ihr Leben war ruhig, geregelt, wohlhabend, aber ohne erkennbaren Erbvorteil einer Person.
Bis bekannt wird, dass eigentlich die Schwester den Termin in der Innenstadt wahrnehmen wollte, ein ehemaliger, unzufriedener Mitarbeiter des gemeinsam geführten Pferdehofes auftaucht und ein unehrlicher Ehemann?
Ein wunderbarer Roman zum Mitfiebern, dazu raffinierten Einblick in unser Rechtssystem, das mich oft kopfschüttelnd innehalten liess, leichter, subtiler Horror und eine grosse Überraschung am Ende!
Der Täter oder die Täterin ist gefasst, die privaten Probleme ungelöst!
Und schon fieber ich dem vierten folgenden Teil entgegen!
Die richtige Reihenfolge:
Band 1: Eiswind
Band 2: Gewitterstille
Band 3: Schneetreiben


Im Netz der Menschenfischer: Ein Alptraum unter südlicher Sonne
Im Netz der Menschenfischer: Ein Alptraum unter südlicher Sonne
Preis: EUR 2,99

3.0 von 5 Sternen Soziothriller aus dem Altenheim, 4. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Die Autorin Coletta Col erlebte wie in China die alten Menschen, ausgemustert, unerwünscht und überflüssig, zusammengepfercht und allein gelassen wurden. Versorge sich, wer sich noch versorgen kann, die die noch Kraft übrig haben, können den anderen Gebrechlichen helfen, ansonsten folgt der Tod durch Verhungern und Verdursten. Behandelt wird nicht, denn das ist ein Kostenfaktor, den niemand tragen möchte.
Wie ist es im reichen Europa? Nicht nur die Leichen werden für Billigverbrennungen ausser Landes gebracht und anonym beerdigt, auch immer mehr Alten wird nahegelegt, die letzten Tage im Ausland zu verbringen! Da, wo die Rente für die Vollversorgung ausreicht!
Alleine zurückgeblieben, die Kinder haben keine Zeit, wie wäre es in einer wundervollen hotelähnlichen Anlage mit ausgebildetem Personal, Arzt vor Ort und Vollpension!
Eine ähnliche Anzeige findet Regina, Ende 50 in der Zeitung! Am griechischen Strand unter Palmen, Lebensabend wie im Paradies, eigene kleine Appartments für einen überschaubaren Betrag kaufen, einfach Abtreten jeglichen Eigentums, denn das belastet, bei zunehmendem Pflegebedarf einfach umsiedeln in ein elegantes Pflegeheim!
Völlig unabhängig von der Verwandtschaft und den Kindern, die sich eh nie melden, wunderbares Klima, zumindest fern des Hochsommers, für alles wird gesorgt!
Tja, es könnte so schön sein, wenn das nicht auch wieder ein ideales Milieu für Betrug wäre.
Was Regina allerdings mit ihren Senioren-Freunden erleben muss, das sprengt jegliche Vorstellung!
Ist aber durchaus denkbar und gar nicht so fern der Realität!
Ein paar wenige Widersprüche haben sich eingeschlichen und es hätte flüssiger gestaltet sein können, ich hätte mir einen Anhang gewünscht mit Fakten und Tatsachen der heutigen Situation und zukünftigen Tendenz, so freue ich mich, dass ich diesen Soziothriller "Im Netz der Menschenfischer" lesen durfte!
Es hat mich nachdenklich gestimmt. Wenn ich ehrlich bin, so hoffe ich, dass mich vor dem Altwerden doch noch der Blitz trifft.


Hendlmord: Ein Starnberger-See-Krimi
Hendlmord: Ein Starnberger-See-Krimi
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klamauk-Krimi, 4. März 2014
So, jetzt habe ich ewig überlegt, hin und her, her und hin, geflucht, aber es hilft nix!
"Hendlmord" von Ida Ding erhält 5 Sterne!
Selten habe ich eine so sympathische Familie kennengelernt, mich gleich heimisch gefühlt und bin mit Sack und Pack eingezogen, zum Muck und seiner Komissaren-Frau mit den Kindern, den Hühnern, dem Kater, den Schafen, den Leichen.
Ja, die gibt es beim Starnberger-See auch! Es gibt aber auch unzählige Menschen mit Nachnamen Ding, vermutlich Verwandete der Autorin! Es gibt urkomische und kauzige Menschen, endlos strickende Zwillinge beispielsweise und generell haufenweise urtypische Bayern mit Leichen im Keller! Animositäten, Verhaftungen, man kommt nicht raus aus dem Lachen, muss sich damit aber beeilen, denn bei der vielen Action, die in Bayern herrscht, bleibt da nicht viel Zeit!
Nepomuck ist eigentlich "nur" der Mann der intelligenten und sehr sympathischen Kommissarin, Halbritter (halb Bauer) mit Namen, bewirtet einen Bauernhof, ist Hausmann und teilberuflich Schreiner, Vollzeitvater und Vollzeitehemann und letzendlich der, der nie "Nein" sagen kann. Und ausgerechnet er findet die Leiche des Hähnchenstandbesitzers, was -typisch Dorf- dazu führt, dass er natürlich auch der Hauptverdächtige ist! Warum in die Ferne schweifen?
Letztendlich hätte es diesen Druck gar nicht gebraucht, Nepomuck's Hirn arbeitet und arbeitet. Der Leser darf tatsächlich miträtseln, Verdächtige gibt es genug, ich habe allerdings bald die Segel gestrichen, ich kann nicht denken, wenn ich lache.
Ich habe mich jetzt auf 5 Sterne geeinigt, nicht, weil der Krimi literarisch wertvoll, horizonterweiternd oder langjährige Recherchearbeit benötigte, nein, dieser Klamauk-Krimi bekommt 5 Sterne, weil ich mich während der Lesestunden hervorragend unterhalten, endlos gelacht habe und tatsächlich mein eigenes sorgenvolles Leben komplett ausblenden konnte!
So macht Lesen Spass, auch wenn man sich manchmal fragt, was man seinem Verstand grade antut!
Ich möchte mehr davon!


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