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Rezensionen verfasst von
engländerinniedersachsen "Leslie" (Selsingen, Niedersachsen)

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Symphony in C sharp minor: Poems of the Sea
Symphony in C sharp minor: Poems of the Sea
Wird angeboten von Polyphon
Preis: EUR 7,54

5.0 von 5 Sternen Erstaunliche Musik in audiophiler Qualität, 18. Oktober 2014
Ernest Bloch (1880 - 1959): Cis-moll-Sinfonie (1903) und "Poems of the Sea". Ausführende: London Symphony Orchestra, Ltg. Dalia Atlas. Aufgenommen am 14. und 15. November 2011 im Studio Nr. 1, Abbey Road, London. Produzent: James Mallinson; Tonmeister: Arne Akselberg. Erstveröffentlichung 2013 als Naxos 8.573241, Gesamtspieldauer: 68'26".

Auf Ernest Blochs Jugendsinfonie bin ich gestoßen, als ich alte Marco Polo-Aufnahmen aus den 80er Jahren hörte und eine slowakische Aufnahme mit einem verhältnismäßig unbekannten amerikanischen Dirigenten vorfand, die mich zwar von der musikalischen Qualität Blochs, aber nicht vom eigenen Können überzeugen konnte. Ich sah mich nach einer neueren Aufnahme um, die mich eher zufrieden stellen sollte, und stieß bald auf diese Naxos-Neuaufnahme mit der israelischen Dirigentin und ausgewiesenen Bloch-Expertin Dalia Atlas - und dem weltberühmten London Symphony Orchestra. Der Unterschied zu der alten Marco Polo-Aufnahme war wirklich frappierend: Zum einen ergab hier Blochs Musik sehr viel Sinn und wurde liebevoll sowohl von den Orchestermusikern als auch von der Dirigentin im besten Sinne "gepflegt". Der erste Satz der cis-moll-Sinfonie, hier volle sechs Minuten länger als bei der früheren Aufnahme, vermochte mich gleich in seinen Bann zu ziehen; Streicher und Bläser unterhielten sich offenbar, und die Crescendi waren alles andere als "Krach". Dazu trug sicher die exzellente Raumakustik im Abbey Road Studio bei, aber auch das ausgeprägte Können der Musiker sowie der bessere Klang ihrer Instrumente. Die weiteren drei Sätze bestätigten immer wieder diesen Eindruck, so dass ich am Ende mich überwinden musste, überhaupt die Kopfhörer abzusetzen! Dazu kommt, dass die Naxos-CD eine "Zugabe" hat, und zwar die dreizehneinhalb minütigen "Poems of the Sea", in denen Bloch nicht nur musikalische Meereskunde betreibt, sondern zumindest beim "Chanty" und im Schluss-Satz das Meer zu irischen Volkstänzen wirbeln lässt.

Nicht nur musikalisch ist alles hier im Lot, sondern auch aufnahmetechnisch. Der Klang ist wunderbar ausgewogen, und es gibt ein volles, realistisches Stereo-Panorama. Gespart wurde höchstens am dünnen, nur englischsprachigen Booklet, das zwar einen Aufsatz der Dirigentin enthält, der jedoch in einem furchtbar winzigen Schriftbild abgedruckt ist. Farbbilder der Dirigentin wie des Orchesters gleichen diesen Mangel etwas aus.

Tipp: Ich habe mir für ein paar Euro den Luxus erlaubt, die Original-CD, die sich in meinem Marantz-Player SA-8400 nicht abspielen lassen wollte, mit zehnfacher Geschwindigkeit auf eine 24-Karat-Gold CD-R zu übertragen. Das Ergebnis war veblüffend. Der Marantz-Player nahm die Kopie an, ohne sich zu beklagen, und der Klang war noch mal um eine Stufe besser, mindestens! Wenn meine liebe Ehefrau nicht auf einen nachmittäglichen Spaziergang gedrängt hätte, wäre ich vermutlich jetzt noch in die Musik vertieft (Kopfhörer Audio Technica ATH-A 900X LTD trugen sicher ihren Teil dazu bei, dass ich so schwer loskam.)


CD-Rohlinge 24k Gold 25-Pack mit Case+Tray
CD-Rohlinge 24k Gold 25-Pack mit Case+Tray

5.0 von 5 Sternen Verbesserung des CD-Klangs und langfristige Speichermöglichkeit, 18. Oktober 2014
Sieveking Sound Audiophile 24-Karat-Gold CD-R.

Vorausgesetzt, man hat die nötige Hardware, sind diese Gold-CD-Rs die Wucht. Hergestellt in den USA, bieten sie die Möglichkeit, eine normale CD (keine Super-Audio CD oder DVD!) so zu brennen, dass ein CD-Player die Daten leichter auslesen kann. Außerdem sollen sie eine langzeitstabile Datenintegrität von rund 300 Jahren bieten, etwas, was ich naturgemäß nicht überprüfen kann. Voraussetzung: Die Kopie sollte möglichst langsam gebrannt werden, mehr als die 12fache Geschwindigkeit ist nicht drin. Ich konnte eine sehr gut aufgenommene Naxos-CD mit Musik von Ernest Bloch mit 10facher Geschwindigkeit auf eine Gold-CD-R übertragen und habe nachher am Kopfhörer gestaunt, wie klar und deutlich das Abspielen am Marantz SA-8400 klang - noch um einiges besser als die ohnehin recht gute Original-CD, schon fast mit SACD-Qualitäten.

Audiophile CD-Rs wirken im Zeitalter des Streaming möglicherweise etwas "retro"; wer sich aber noch nicht von der CD verabschiedet hat, findet hier eine erstklassige Möglichkeit, seine beliebtesten Aufnahmen gewissermaßen "für die Ewigkeit" und in Topqualität abzuspeichern.


BLOCH: Symphony in C Sharp Minor
BLOCH: Symphony in C Sharp Minor
Preis: EUR 14,69

2.0 von 5 Sternen Eine Aufnahme mit markanten Schwächen, 18. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: BLOCH: Symphony in C Sharp Minor (Audio CD)
Ernest Bloch (1880 - 1959): Cis-moll-Sinfonie (Uraufführung 1903). Ausführende: Slowakische Philharmonie, Ltg. Stephen Gunzenhauser. Aufgenommen vom 18. - 22. Juli 1987 im Konzertsaal der Slowakischen Philharmonie, Bratislava. Produzent (und Toningenieur): Günter Appenheimer. Erstveröffentlichung 1988 als Marco Polo 8.223104. Gesamtspieldauer: 48'32".

Nein, als "gelungen" kann man diese Aufnahme nicht bezeichnen, höchstens als faszinierend. Ich habe sie mir unzählige Male angehört und wurde dadurch animiert, mir eine neuere, wesentliche bessere Aufnahme dieser wunderbaren Sinfonie zukommen zu lassen: die 2013 bei Naxos erschienene von Dalia Atlas und dem London Symphony Orchestra. Der Vergleich beider Aufnahmen offenbart, dass Gunzenhauser und seine slowakischen Musiker, so kompetent sie sonst sein mögen, sich nicht ausreichend mit Blochs Musiksprache vertraut gemacht haben, ehe sie eine Aufnahme wagten, die obendrein an der halligen Akustik und an einem unerträglich pauschalen Klangbild leidet. Gunzenhauser nimmt den ersten Satz ("Lento - Allegro agitato ma molto energico") viel zu schnell und "verschmiert" so die herrlichen Gespräche, die innerhalb des Orchesters stattfinden. Dalia Atlas' Version dieses ersten Satzes gerät ganze 6 Minuten länger, was möglicherweise ein wenig zu lang ist, aber die Herrlichkeiten dieser Musik auf frappierende Weise offenbart. Das Einzige, was mir bei der Aufnahme von Gunzenhauser positiv auffiel, war, dass man das Tam-tam noch heraushören konnte. Bei den drei weiteren Sätzen ("Andante molto moderato" - "Vivace" - "Allegro energico e molto marcato") ist bei den Slowaken nicht unbedingt die Geschwindigkeit ein Problem, sondern die mangelnde Fähigkeit einzelner Musiker, ihre Partien so gestalten, dass der Hörer deren Sinn erkennt. Die Fanfaren am Anfang des Scherzo-Satzes gelingen halbwegs, obwohl auch hier festzustellen ist, dass die neuere Londoner Aufnahme wohl aufgrund besserer Instrumente schöner klingt. Aber bei der abschließenden Fuge scheint Gunzenhauser "energico" mit "Draufhauen" zu verwechseln. Die ausgewiesene Bloch-Expertin aus Israel, Dalia Atlas, versteht es, das innere Wesen dieser wirklich begeisternden Musik freizulegen, was Gunzenhauser leider nirgends richtig gelingt. Im Übrigen: Wer diese Musik noch nicht gehört hat, wird vielleicht darüber stolpern, dass man Bloch nachsagt, seine Musik klinge wie Bruckner, Mahler oder Richard Strauss. Von der Qualität her sowieso, aber einzelne Anklänge sind wohl eher zufällig, denn Bloch wird deren Musik kaum gekannt haben, als er diese Sinfonie komponierte, in der er den Geist des Spätromantischen voll traf - was aber nur bei Dalia Atlas zu hören ist. Diese alte Marco Polo-Aufnahme kann bestenfalls als Appetit-Anreger dienen, hat aber zu viele Schwächen, als dass dieser Zweck wirklich erfüllt würde. Dass man bei Dalia Atlas als "Zugabe" noch Blochs sehr schöne "Poems of the Sea" erhält, dürfte eine "Qual der Wahl" erübrigen.


Sinfonietta / Ouverture, Elegy and Rondo
Sinfonietta / Ouverture, Elegy and Rondo
Preis: EUR 10,81

4.0 von 5 Sternen Zwei relativ unbekannte Werke aus der Zeit zwischen den Weltkriegen, 9. Oktober 2014
Arnold Bax (1883 - 1953): Overture, Elegy and Rondo; Sinfonietta (ursprünglicher Titel: Sinfonische Fantasie). Ausführende: Slowakische Philharmonie Bratislava, Ltg. Barry Wordsworth. Aufgenommen vom 8. - 12. Juni 1987 im Konzertsaal der Slowakischen Philharmonie, Bratislava. Produzent & Toningenieur: Günter Appenheimer. Erstveröffentlichung 1987 als Marco Polo 8.223102. Wiederveröffentlicht 2003 als Naxos 8.555109. Gesamtspielzeit: 45'43".

In den späten 80er Jahren nahm das Label Marco Polo mengenweise Raritäten auf, unbekannte Werke bekannter Komponisten sowie Werke unbekannter Tondichter. Man scheint alphabetisch vorgegangen zu sein: Nach den Alphorn-Konzerten folgte Musik von Bax, Bloch, Bruch, Furtwängler, Glière, Hummel usw. Das ganze Projekt stand, nach dieser Bax-CD zu urteilen, unter einem guten Stern. Wenn sie so brillant wie hier aufgenommen werden, klingen die slowakischen Musiker tatsächlich nach "Spitzenorchester". (Dass nicht alle Aufnahmen so gut waren, habe ich bei Adrian Leapers Bemühungen um Delius festgestellt.) Das englische Energiebündel Barry Wordsworth sorgt zudem für ein sehr aufmerksames, durchhörbares Musizieren, so dass auch jemand wie ich, der mit der Musik der zwischen den beiden Weltkriegen arbeitenden britischen Komponisten noch nicht viel anfangen kann, vor den Lautsprechern (bzw. unter den Kopfhörern) gebannt den etwas ungewohnten Tönen lauschen kann, ohne sich über irgendwelche technischen Mängel zu ärgern.

In seinen Beiheft-Anmerkungen weist Lewis Foreman darauf hin, dass das 1927 entstandene Werk "Overture, Elegy and Rondo" im weitesten Sinne neo-klassizistisch ist. Bax selbst soll gemeint haben, dass die Ouvertüre an ein barockes Concerto grosso erinnert. Das wird nur jemand heraushören, der sehr tief in der Materie drinsteckt. Persönlich habe ich hier zwar eine verhältnismäßig angenehme moderne Musik gehört, aber nichts, wirklich nichts, was an die Barockzeit gemahnt. Das Stück setzt mit gewaltigen Paukenschlägen ein und scheint die rhythmischen Elemente mehr zu betonen als die harmonischen. Die "Elegie" fängt mit geisterhaften Bläsern an, die zumindest teilweise "con sordino" gespielt werden. Anscheinend hat Bax verlangt, dass die zweite Hälfte der "Elegie" "nach Art eines Wiegenliedes" gespielt werde, aber mir persönlich klang das alles viel zu neu und aufregend, um dazu zu schlafen! Lewis Foreman meint, der Schluss-Satz "Rondo" sei im Stil von Eric Coates geschrieben. Vielleicht hat er Recht. Ich kenne die Musik von Coates zu wenig, um das beurteilen zu können. Jedenfalls entpuppt sich der Satz als der lebendigste und mitreißendste auf der Platte.

Die einsätzige (aber dreiteilige) "Sinfonietta" wurde 1932 vom Komponisten erst geschrieben, dann beiseite gelegt. Die Uraufführung fand erst 1986 zur Bax-Jahrhundertfeier statt, und das Notenmaterial für diese Aufnahme wurde von der BBC, die die Uraufführung veranlasst hatte, zur Verfügung gestellt. Das Stück lebt vom schnellen Wechsel, von seinen schillernden Orchesterfarben, vom Klang der geschickt geführten Bläser - und schließt triumphierend im Crescendo ab.

Dass die CD eine Spieldauer von lediglich 45 Minuten hat, ist der Tatsache geschuldet, dass man 1987 noch für LP aufnahm. Allerdings hatte ich nach diesen beiden Werken das Gefühl, dass ich mehr erst mal nicht hören müsste, um zumindest eine kurze, vorübergehende Bekanntschaft mit Bax einzugehen. Dessen bekanntere Werke sind ebenfalls auf Naxos erhältlich. Wer sie hören möchte, der greife zu.


Derek Prince: A Teacher for Our Time
Derek Prince: A Teacher for Our Time
von Stephen Mansfield
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,72

4.0 von 5 Sternen Musste es ein Amerikaner sein, der diese Biographie zu schreiben hatte?, 8. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Stephen Mansfield: Derek Prince. A Biography. Baldock, England: Derek Prince Ministries and Authentic Publishing, 2005. 286 Seiten, gebunden. ISBN 1-901144-29-1.

Derek Prince (1915 - 2003) gehörte zu den bekanntesten Bibellehrern und Predigern der im 20. Jahrhundert aufkommenden Pfingstbewegung bzw. charismatischen Bewegung. Das lag zum einen an seinem Hintergrund als Philosophieprofessor an der Universität Cambridge und seiner dementsprechenden Lehrgabe. Zum anderen aber auch an seiner ungewöhnlichen geistlichen Erfahrung sowie an seinem aufregend wechselhaften Leben. Ich selbst habe ihn in den 1970er Jahren gelegentlich erlebt, und zwar sowohl als Gottesdienstbesucher in einer Londoner Pfingstgemeinde als auch als Redner bei einigen der spannendsten Versammlungen, an die ich mich erinnern kann - als die "Herrlichkeitswolke" schon fast sichtbar wurde, während Derek Prince mit großer Kraft und Autorität aus der Bibel unterrichtete. Erst in späteren Jahren habe ich mich ein wenig von Derek Prince' Ansichten abgesetzt, da er für meinen Geschmack zu sehr die Dämonologie einerseits und den Nationalstaat Israel andererseits betonte. Ich habe jedoch nie aufgehört, ihn als großen Mann Gottes zu ehren und zu respektieren.

Die hier zu besprechende Biographie hinterlässt deshalb einen etwas eigenartigen "Geschmack". Musste man denn wirklich einen so plumpen, offensichtlich taktlosen Amerikaner mit dieser Biographie beauftragen? Er verbringt mehr als ein Drittel des Buches, in Derek Prince' "Vorleben" herumzuwühlen und scheint sich sehr für die sexuellen Abenteuer des werdenden Pfingstpredigers zu interessieren. Das halte ich für geschmacklos. Der Rest des Buches ist zu kurz geraten und fasst viele Ereignisse zusammen, die ich gern ausführlich gelesen hätte, Als Amerikaner geht Mansfield natürlich besonders auf die Jahre ein, die Derek Prince in den USA verbrachte. Er versucht, allerdings ohne großen Erfolg, hinter die Ereignisse zu kommen, die zum Auseinanderfallen von Christian Growth Ministries in Fort Lauderdale führten. Manches schildert er durch Derek Prince' eigene Brille, was man ihm nachsehen muss, doch hätte ich mir einen unabhängigeren Standpunkt mit breiterer Perspektive gewünscht.

Mansfield konzentriert sich insbesondere auf Derek Prince' Familienleben. Die Ehe mit Lydia Christensen sowie das Leben der jüdischen und der einen arabischen, danach der afrikanischen Adoptivtöchter wird mehr aus ausreichend gewürdigt. (Ich habe Dereks arabische "Tochter" in London kennen gelernt und weiß, dass sie und ihr Mann Derek wirklich verehrt haben.) Dereks Neigung zu Einsamkeit sowie seine gelegentlichen Ehekrisen werden erörtert, ebenso die Schwierigkeiten, die ihm seine zweite Ehe mit Ruth, einer Geschiedenen, bereiteten. Insgesamt wird Derek Prince als ein Mann geschildert, der seine Frau und seine Familie über alles - nur nicht über Gott - liebte. Er erscheint als emotionaler Mensch, der auch über einen großen Verstand und eine tiefe Liebe zu den Menschen verfügte. Dass Derek Prince' Beziehungen zu anderen Predigern des Evangeliums nicht immer so innig waren, geht hier fast unter. Sein "Nomadentum" von Land zu Land und, wie es scheint, Berufung zu Berufung wird kommentarlos hingenommen. Die ganze Biographie ist sehr wohlwollend, aber ihr fehlt manchmal der Einblick in die "englische Seele". Dennoch: Die Biographie eines Mannes, der durch seine Predigten auf Londons Straßen und am Hyde Park Corner eine unabhängige Pfingstgemeinde aufbauen konnte und in den Jahren danach erst Kenia, dann die Vereinigten Staaten entscheidend mitprägte, verdient eine aufmerksame Lektüre. Stephen Mansfield hat sein Bestes gegeben.


The Last Days of Dispensationalism: A Scholarly Critique Of Popular Misconceptions
The Last Days of Dispensationalism: A Scholarly Critique Of Popular Misconceptions
von Alistair W. Donaldson
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,10

5.0 von 5 Sternen Eine biblisch-theologische Auseinandersetzung mit den in vielen Gemeinden vertretenen Endzeitlehren, 7. Oktober 2014
Alistair W. Donaldson: The Last Days of Dispensationalism. A Scholarly Critique of Popular Misconceptions. Vorwort von Stephen Sizer. Eugene, Oregon, USA: Wipf and Stock, 2011. 168 Seiten, Paperback. ISBN: 978-1-60899-515-8.

In diesem schlanken, aber inhaltlich reichhaltigen Buch unternimmt der neuseeländische Theologe Alistair Donaldson zweierlei: Zum einen demontiert er mit teils beißender, aber stets am biblischen Text orientierter Ironie das "endzeitliche" System, das in den meisten evangelikalen Gemeinden der USA und insbesondere bei der "republikanischen Rechten" beliebt und unter dem Namen "Dispensationalismus" bekannt ist. Und zum anderen bietet er eine auf sorgfältiger Exegese beruhende Alternative, nach der die biblische Botschaft ganzheitlich ernst genommen wird und pseudochristliche Exzesse (wie z.B. die völlig aus der Luft gegriffene Lehre von der "geheimen Entrückung" und die daraus resultierende Vernachlässigung unserer Haushalterschaft über diese Erde oder die von manchen Christen praktizierte, teils recht fanatische Unterstützung des heutigen Nationalstaates Israel) durch Nachweis ihrer Untauglichkeit zurückgewiesen werden.

Nun könnte man vielleicht meinen, das Buch betreffe eigentlich nur die englischsprachige Welt, insbesondere die USA mit ihren vielen bibelgläubigen Gemeinden und deren teilweise stark vereinfachender Theologie. Mitnichten! Diese "Theologie", die eigentlich keine ist, weil sie die Botschaft der Bibel fehlinterpretiert, ist eine auf die Sonderlehren der Plymouth-Brüder zurückgehende Entwicklung. Und man muss wissen, dass die evangelikalen und pfingstlichen Gemeinden - und insbesondere die evangelikal-pfingstlichen Verlage - in Deutschland sehr stark von der Sondertheologie der Brüderbewegung beeinflusst sind. So muss man nur darauf hinweisen, dass z. B. der Wiedenester Autor Erich Sauer dem Dispensationalismus der Brüderbewegung völlig verfallen war - und dass Verlage wie Schulte+Gerth, Hänssler, Brockhaus, CVG, Leuchter allesamt diese Sicht der Dinge vertreten oder vertreten haben, um zu merken, welchen Einfluss dieses System auch auf Deutschland ausgeübt hat. Auch die "Elberfelder Bibel", vielleicht die genaueste deutsche Übersetzung der Heiligen Schrift, entstand durch Bemühungen innerhalb der Brüderbewegung. Nun geht Donaldson daran, die Denkfehler dieses Systems systematisch darzustellen.

Sich hauptsächlich auf Autoren wie Scofield, Ryrie und Walvoord beziehend, weist Donaldson zunächst nach, dass deren Behauptung, die Bibel im streng wörtlichen Sinn auszulegen, einer ernsthaften Prüfung nicht standhalten kann. Er zeigt auf, sowohl dass eine buchstäbliche Auslegung häufig unangebracht ist und den Prinzipien gesunder Exegese widerspricht, als auch dass neutestamentliche Autoren Stellen aus dem Alten Testament alles andere als "wortwörtlich" auffassten. Darüber hinaus weist Donaldson zur Genüge nach, dass Anhänger einer dermaßen hölzern-buchstäblichen Auslegung sich nicht über die Bedeutung gewisser Bibelstellen einigen können, sondern sich in wichtigen Details widersprechen. Schon allein mit dieser wichtigen Feststellung fällt das ganze System des Dispensationalismus in sich zusammen.

In den darauffolgenden Kapiteln greift Donaldson, weniger mit neuen Gedanken als mit sehr geschickt zusammengestellten Zitaten aus den Schriften anerkannter angelsächsischer Theologen, das theologische System an, das Darbysten aus ihrem Grundsatz der buchstäblichen Auslegung ableiten. Donaldson weist nach, dass die Gesamtbotschaft der Bibel eine strikte Trennung von "Israel" und "Gemeinde" (oder "Versammlung" - gemeint ist die "Ekklesia") verbietet. Die Gemeinde ersetzt nicht Israel, sondern ist in Jesus Christus zum neuen Israel geworden, was Paulus in Galater 6 mit dem Ausdruck "das Israel Gottes" (gemeint sind alle gläubigen Menschen) unterstreicht. Als Nächstes bespricht Donaldson das Wesen des "Gottesreichs" und weist nach, dass die Darbysten Unrecht haben, wenn sie zwischen dem "Himmelreich" und dem "Reich Gottes" unterscheiden. Die Vorstellung, dass Gottes eigentlicher Plan dem Volk Israel gelte und dass dieser Plan durch das Gemeinde-Zeitalter lediglich unterbrochen sei, ist eine offenkundige Travestie der neutestamentlichen Botschaft. In einem weiteren Kapitel entmythologisiert Donaldson die dispensationalistische Lehre von der "geheimen Entrückung", die nirgendwo in der Bibel gelehrt wird und nur auf der Grundlage der bisher entkräfteten Annahmen überhaupt postuliert werden konnte. Und in einem weiteren Kapitel zeigt Donaldson mit geschickter und m. E. recht überzeugender Exegese auf, dass der umstrittene Abschnitt Offenbarung 20,1-10 nicht im Sinne eines irdischen "Tausendjährigen Reichs" zu verstehen ist. Donaldson ist zwar selbst wohl das, was man als "Amillenialist" bezeichnen würde, doch lässt er an dieser Stelle durchaus Raum für andere Interpretationen.

In einem kurzen, zusammenfassenden Kapitel schildert Donaldson seine ganzheitliche Sicht der Eschatologie, die z.B. die Bewahrung der Schöpfung (durch Ökologie) fördert, statt im Namen der Wiederkunft Christi das baldige Ende dieser Welt herbeizusehnen. Er weist darauf hin, dass die US-amerikanische Politik gerade im Hinblick auf ihre Ablehnung von die Umwelt schützenden Maßnahmen von darbystisch-dispensationalistischen Elementen beeinflusst wird.

Sein Buch enthält zwar wenig Neues, aber in dieser Dichte habe ich eine derartige Kritik der in evangelikalen Kreisen gängigen Endzeitlehren noch nie gelesen. Zum weiteren Studium lädt auch sein ausführliches Literaturverzeichnis ein. Ein exzellentes Büchlein, das ich denkenden Christen jeglicher Couleur dringend ans Herz legen möchte.


Alphornkonzerte
Alphornkonzerte
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Zum Nachdenken wie zum Staunen einladender Nebenpfad, 4. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Alphornkonzerte (Audio CD)
Alphorn-Konzerte.
1) Leopold Mozart (1719 - 1787): Sinfonia Pastorella [ursprünglich für "Hirtenhorn und Streicher"].
2) Ferenc Farkas (1905 - 2000): Concertino Rustico für Alphorn und Streichorchester.
Ausführende dieser beiden Werke: Jozsef Molnar, Alphorn; Capella Istropolitana; Ltg. Urs Schneider.
3) Jean Daetwyler (1907 - 1994): Dialogue avec la nature für Alphorn, Piccolo-Flöte und Orchester.
4) Jean Daetwyler: Konzert für Alphorn und Orchester.
Ausführende dieser beiden Werke: Jozsef Molnar, Alphorn; Miroslav Kral, Piccolo-Flöte; Slowakische Philharmonie, Bratislava; Ltg. Urs Schneider.
Aufgenommen vom 3. - 10. Mail 1987 im Moyzes-Saal der Slowakischen Philharmonie, Bratislava.
Produzent: Günter Appenheimer.
Erstveröffentlichung 1988 als Marco Polo 8.223101 (zum Hochpreis). Wiederveröffentlichung 2002 als Naxos 8.555978 (zum Niedrigpreis). Gesamtspielzeit: 61'47".

Kein Wunder, dass diese Wiederveröffentlichung einer ursprünglich bei Marco Polo erschienenen CD begeisterte Rezensionen (beispielsweise bei Musicweb International) auslöste, denn Orchestermusik mit Alphorn ist nicht nur eine Rarität, sondern - zumindest in dieser hervorragenden Qualität - eine wohlklingende noch dazu. Der Solist Jozsef Molnar stammt zwar aus Ungarn, lebte jedoch viele Jahre als Orchestermitglied in der Schweiz und spezialisierte sich auf dieses Instrument, und tatsächlich berichtet der frankophone Schweizer Komponist Daetwyler, dass sein Konzert für Alphorn und Orchester aufgrund einer persönlichen Begegnung zwischen sich und Molnar entstanden ist. Es ist, ohne diese Platte gehört zu haben, schwer vorzustellen, was man mit einem solchen Rieseninstrument mit all seinen Schwächen und Mängeln anstellen kann. Molnar (und Daetwyler) beweisen, dass die Begrenzung auf fünf Töne (die auch nicht immer sauber klingen) kein Grund ist, das Alphorn aus dem Repertoire auszuschließen, und Molnar verwendet Techniken wie "Flatterzunge", um Abwechslung zu schaffen.

Leopold Mozarts "Sinfonia Pastorella" klingt wie ein typisch barockes Stück: drei kurze Sätze, schnell - langsam - schnell, und glatte, eingängige Melodien. Das Konzert wurde ursprünglich für ein heute unbekanntes Instrument geschrieben, passt allerdings wunderbar zum heutigen Alphorn und klingt hier total erfrischend und schön, zumal das begleitende Streichorchester, die Capella Istropolitana, alles aus sich herausholt, um mit Molnar mitzuhalten. Das Stück ist nur knapp 11 Minuten lang, noch eine gute Minute länger als das Concertino Rustico des Ungarn Ferenc Farkas, das ebenfalls als mitreißendes, aber auf eindeutig Modernes verzichtendes Füllsel dienen muss.

Die beiden längeren Kompositionen des d'Indy-Schülers Daetwyler werden vom vollen Orchester begleitet und verraten trotz ihrer Berg-und-Tal-Romantik sehr wohl, dass sie zum 20. Jahrhundert gehören. Der Dialog mit der Natur ist in gewisser Weise ein philosophisches Stück, bei dem das Alphorn die nachdenkliche Stimme des Menschen repräsentiert, während die Piccolo-Flöte Vogelgezwitscher instrumentiert, aber von einer Oboe und einem Englischhorn ergänzt wird, um insgesamt die Stimme der dem Menschen antwortenden Natur darzustellen. Nach einer Weile verwandelt sich der Dialog in einem leicht schief klingenden Bauerntanz, dem ein genüssliches Rondo folgt. Das Jozsef Molnar gewidmete Konzert für Alphorn und Orchester besteht aus vier sehr unterschiedlichen Sätzen. Der "Betruf" am Anfang ist vom Alphorn solo geprägt, darauf folgt ein durchaus humorvoll zu begreifender Hirtentanz, dann eine pastorale Szene, die zunächst mit "Misterioso" überschrieben ist. Der Schluss-Satz ist ein "barbarischer" Totentanz, von einer sehr energisch geschlagenen Pauke begleitet.

Sicher, das ist keine Musik von der Art, die Klassik-Kenner unbedingt hören müssen. Es handelt sich vielmehr um einen sehr angenehmen und zum Nachdenken wie zum Staunen einladenden Nebenpfad der Musikgeschichte. Die Ton- und Aufführungsqualität ist uneingeschränkt zu empfehlen, und auch das dreisprachige, ausführliche Beiheft bietet mehr, als man von Naxos gewohnt ist.


Sinfonie 6/Don Quixote
Sinfonie 6/Don Quixote
Wird angeboten von Polyphon
Preis: EUR 7,44

4.0 von 5 Sternen Witziges Scherzo, trauriger Ritter, 29. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 6/Don Quixote (Audio CD)
Anton Rubinstein: 1) Sinfonie Nr. 6 a-moll, Op. 111 (Moderato con moto - Moderato assai - Allegro vivace - Moderato assai). Ausführende: Philharmonia Hungarica, Ltg. Gilbert Varga. Aufgenommen 16.-18. Juli 1986 in der Stadthalle Oer-Erkenschwick, Nordrhein-Westfalen. 2) Don Quixote - Humoreske für Orchester, Op. 87. Ausführende: Slowakische Philharmonie, Ltg. Michael Halász. Aufgenommen im Juli 1985 im Reduta-Saal, Bratislava. Produzent: Leos Komárek. Erstveröffentlichung: 1985 (Don Quixote) auf Marco Polo 8.220359; 1987 (Sinfonie Nr. 6) auf Marco Polo 8.220489. Gemeinsam wiederveröffentlicht 2013 als Naxos 8.555394. Gesamtspieldauer: 63'39".

Obwohl ich weiterhin nicht überzeugt bin, dass Anton Rubinstein (1829 - 1894) wirklich das verkannte, seiner jüdischen Herkunft wegen verspottete Genie war, als das ihn Keith Anderson in seinen begleitenden Notizen sieht, muss ich eingestehen, dass diese CD einiges für sich hat: Die ursprünglich zum Vollpreis angebotenen Aufnahmen sind exzellent, der Klang überzeugend und sogar die als Beiheft dienende Faltkarte dank der ausführlichen, aktualisierten Künstlerbiographien mit (teilweise) Farbfotos vermochte trotz des winzig geratenen Schriftsatzes für sich einzunehmen. Nur Rubinsteins Kompositionen wirken weniger als erstklassig, auch wenn es hier durchaus sehr schöne Momente gibt. Ich habe mich sowieso schon immer gewundert, dass Anton Rubinstein seine letzte, die sechste, Sinfonie bereits 1866 komponierte und sich nie wieder mit dieser Gattung befasste. Ein Beethoven war er jedenfalls nicht, und nur der dritte Satz der Sechsten, ein mit "Allegro vivace" überschriebenes Scherzo, vermag wirklich zu fesseln - und mit einer witzigen, von Pizzicato-Streichern und Schlaginstrumenten gestalteten Endung zu überraschen.

"Don Quixote" von Miguel Cervantes hat viele Komponisten zu einer Nachdichtung gereizt (man denke nur an Boismortier oder Telemann im 18. Jahrhundert), und Rubinstein erzählt hier mit seinen Mitteln die Geschichte des Ritters von der traurigen Gestalt nach. Immer vermochte ich der Handlung nicht zu folgen, obwohl der "Refrain", bei dem Don Quixote auf Rosinante weiterzieht, sehr deutlich herauszuhören ist. Insgesamt ist das Stück - die Partitur ist bei Hoeflich erhältlich - jedoch sorgfältig durchkomponiert und wird hier von Michael Halász exzellent dargeboten - wer will, kann sich an vielen Einzelheiten ergötzen. Der Schluss, bei dem Don Quixote seine Karriere als Ritter aufgibt, sich zurückzieht und stirbt, ist besonders anrührend und rechtfertigt auf alle Fälle eine Vier-Sterne-Wertung, zumal die CD zum Naxos-Preis wohl unschlagbar ist.


Orchestral Works 4
Orchestral Works 4
Preis: EUR 8,35

4.0 von 5 Sternen Heiter bis plakativ, 27. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Orchestral Works 4 (Audio CD)
Alexander Konstantinowitsch Glasunow: Orchesterwerke Band 4 [Carnaval-Ouvertüre F-Dur, Op. 45; Zwei Stücke, Op. 14: No. 1 "Idylle" und No. 2 "Reverie orientale"; Serenade No. 1, Op. 7; Hochzeitsmarsch, Op. 21; Serenade No. 2, Op. 11; Cortège solennel B-Dur, Op. 91; Scène dansante, Op. 81]. Ausführende: Rumänisches Staatsorchester, Ltg. Horia Andreescu. Aufgenommen im November 1986 in Iassy [Schreibweise des Labels], Rumänien. Produzent: Teije van Geest. Erstveröffentlichung 1988 als Marco Polo 8.220487. Gesamtspieldauer 58'08".

Das damalige Rumänische Staatsorchester (heute: Iasi Moldova Philharmonisches Orchester) hat bereits mit Glasunows Ballettmusik "Ruses d'amour" bewiesen, dass es dem Standard, den man beim Label Marco Polo gewöhnt ist, einhalten kann. Die acht Stücke dieser CD wurden wohl beim selben Anlass wie die Ballettmusik aufgenommen - und klingen ebenso überzeugend. Dass das nicht selbstverständlich ist, erkennt man, wenn man sich die ersten der bei Marco Polo recycelten Enescu-Einspielungen mit demselben Klangkörper anhört. Insofern hat Produzent (und Toningenieur) Teije van Geest gute Arbeit geleistet.

Glasunows kürzere Orchesterstücke zeigen ihn als einen Komponisten, der die Orchesterfarben beherrschte und über ein sehr gutes Empfinden für bestimmte Stimmungen verfügte, aber im Ansatz äußerst konservativ blieb. Als Beispiel nehme man das die CD eröffnende Stück "Carnaval-Ouvertüre". Wie stellen Sie sich Musik zum Karneval vor? Eben! So klingt das hier auch, zumindest am Anfang und am Ende, nur in der Mitte gibt es einen stilleren, nachdenklicheren Abschnitt. Bei der "Idylle" (Nr. 1 von Op. 14) wechseln sich Horn, Streicher und Holzbläser ab, um eine ländliche Stimmung perfekt einzufangen, während Nr. 2, die "Reverie orientale", mit einer arabisch anmutenden Melodie anfängt, ehe das Stück in eher konventionellen Bahnen verläuft. Die beiden Serenaden sind selbstverständlich heiter, ohne mit Brahms konkurrieren zu wollen, und der Hochzeitsmarsch, wiewohl mit russischem Blech durchsetzt, vermag sanftere Akzente zu setzen, als man vielleicht vom Vorbild Mendelssohns erwartet hätte. Dafür sind die beiden Spätwerke am Ende der Platte etwas plakativer.

Das ist Musik der gehobenen Klasse, allerdings solche, an die man sich nur erinnert, wenn man sie sich öfters anhört. Wer den Rumänen - oder der von Amazon produzierten CD-R - nicht traut, findet diese Stücke in neueren Aufnahmen auf dem Naxos-Label, wo die Glasunow-Edition weit über die vier CDs, die bei Marco Polo erschienen, hinausgewachsen ist.


Sounds from Heaven: Lewis Revival 1949-1952: The Revival on the Isle of Lewis, 1949-1952 (Biography)
Sounds from Heaven: Lewis Revival 1949-1952: The Revival on the Isle of Lewis, 1949-1952 (Biography)
von Colin N. Peckham
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,92

4.0 von 5 Sternen Erweckung im 20. Jahrhundert, 26. September 2014
Colin & Mary Peckham: Sounds from Heaven. The Revival on the Isle of Lewis, 1949-1952. Fearn, Ross-shire/Schottland: Christian Focus Publications, 2004. 282 Seiten. Paperback. ISBN 978-1-85792-953-9.

Wer sich für die neuere Kirchengeschichte interessiert, findet hier eine Zusammenstellung von persönlichen Erlebnisberichten aus den Erweckungsjahren 1939 und 1949-1952. Die Zeugnisse wurden von Colin und Mary Peckham bei Besuchen auf Tonband aufgenommen und meistenteils von Mary Peckham aus dem schottischen Gaelic ins Englische übersetzt. Sie geben einen spannenden Einblick in die Arbeit von Duncan Campbell sowie in das geistliche Leben der Hebriden-Inseln. Wer heute dorthin kommt, wird möglicherweise nicht merken, dass es dort jemals eine Erweckung gegeben hat, wird jedoch feststellen, dass die alteingesessenen Insulaner sehr streng calvinistisch geprägt sind. Diese Prägung hat fast sicher einige der Erlebnisberichte in diesem Buch beeinflusst, denn es werden immer wieder typisch calvinistische Lehren als durch die Erweckung bestätigt hervorgehoben. Dass die Berichte trotzdem zu fesseln vermögen, liegt an ihrer Natürlichkeit und an einer gewissen Naivetät - sowie daran, dass die damalige Erweckung wirklich große Kreise zog und weite Teile der Bevölkerung auf eine Weise überwältigte, die wohl nur mit einem übernatürlichen Eingreifen zu erklären ist. So kommen verhältnismäßig häufig Berichte vor, in denen Menschen nicht nur ihrer Sünde wegen weinend zusammenbrechen, sondern auch in denen sie wie tot zu Boden fallen, himmlische Visionen sehen (teilweise so, dass mehrere Personen sie sogar gleichzeitig sehen) und Engelchöre singen hören. Im Mittelpunkt steht jedoch stets die Verkündigung des reinen Evangeliums und die über viele Jahre anhaltende persönliche Hingabe an den Herrn Jesus Christus, die daraus resultierte. Verschwiegen wird indes nicht, dass es seitens einiger freikirchlicher Pastoren Ablehnung und Widerstände gab, weil Duncan Campbell, obwohl Calvinist, für eine Missionsgesellschaft arbeitete, die zum einen nicht eindeutig als calvinistisch zu verorten war und zum anderen mit der schottischen Staatskirche zusammenarbeitete.


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