Profil für AennA > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von AennA
Top-Rezensenten Rang: 6.451
Hilfreiche Bewertungen: 425

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
AennA

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-15
pixel
Mädchenfänger
Mädchenfänger
von Jilliane Hoffman
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Psychologische Spannung..., 5. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Mädchenfänger (Taschenbuch)
Bobby Dees ist verzweifelt.
Lainey Emerson, dreizehn Jahre alt, ist verschwunden.
Der FBI-Agent findet heraus, dass sie sich mit einem Kontakt aus einem Chatroom im Internet verabredet hat, dessen wahre Identität jedoch im Verborgenen bleibt.
Bald meldet sich aber "Picasso" zu Wort.
Er verschickt selbst gemalte Bilder von Mädchen, aus denen hervorgeht, dass ihnen Schreckliches angetan wird.
Und er scheint speziell Bobby im Visier zu haben.
Hat Picasso auch Lainey in seiner Gewalt?
Und was geschah mit Katy, Bobbies eigener Tochter, die vor beinahe einem Jahr verschwand....?

Wer kennt sie nicht, die Angst, die man als Eltern seiner halbwüchsigen Kinder aussteht?
Wer kennt sie nicht, die Antworten, die man von seinen Kindern bekommt, wenn man sie mit ebendieser Angst konfrontiert?
"Mir passiert schon nichts...." ist eine davon.
"In XY mag es ja sowas geben, aber doch nicht hier..." eine weitere von unzähligen anderen, die ich mir als Mutter ebenfalls anhören musste....

In ihrem vierten Roman "Mädchenfänger" , setzt sich die amerikanische Bestsellerautorin Jilliane Hoffman mit einer ganz speziellen, von Kindern und Jugendlichen meist unterschätzten Gefahr auseinander: die des Internets.
Mütter und Väter sehen mit vorliegendem Buch ihre ärgsten Befürchtungen bestätigt, und es hilft auch nichts, sich einreden zu wollen, dass ja alles nur Fiktion ist.
Denn eines merkt man bei dieser Lektüre sehr schnell.
Die Autorin weiß, wovon sie schreibt, als ehemalige Staatsanwältin und Dozentin für Spezialeinheiten der Polizei verfügt sie über einen großen Erfahrungsschatz.
Diesen verpackt sie mit einer sehr spannenden Geschichte, die uns aus mehreren Perspektiven erzählt wird.
Sowohl der Ermittler und seine Ehefrau als auch das Opfer und der Täter kommen zu Wort, was der Spannung sehr zuträglich ist.

Zwar kommen Liebhaber blutiger Details durchaus auf ihre Kosten, die psychologische Spannung während der gesamten Lektüre überwiegt jedoch und ist nicht zu übertreffen!
Grund dafür ist sicherlich ebenfalls, dass uns die Charaktere durch die Darstellung ihre jeweiligen Sichtweisen sehr nahe gebracht werden.
Wir stehen die Ängste von Bobbies Ehefrau LuAnn aus, und wir hegen ihre Hoffnungen.
Wir erleben die Qual von Lainey, spüren ihre Panik und auch ihren Hunger....alles ganz nah.
Wir verfolgen Spuren, ermitteln mit Bobby mit, auch unser Kopf arbeitet auf Hochtouren.
Der Leser fliegt regelrecht durch das in angenehm kurze Kapitel gegliederte Buch bis zum äußerst fulminanten Ende...

Der Täter...tja, der wird hier natürlich nicht verraten, aber ihm hätte ein wenig mehr Farbe sehr gut getan.
Seine Motivation ist mir leider nicht hundertprozentig klar geworden...

Als weiteren Kritikpunkt führe ich die zahlreichen Abkürzungen an, die die Autorin für die jeweiligen Behörden und Polizeieinheiten verwendet und auch erklärt, die aber nur verwirren und in meinen Augen überflüssig sind.

"Mädchenfänger" ist mein erstes Buch von Jilliane Hoffman gewesen und hat sich als durchaus lohnendes Lesevergnügen erwiesen, "Cupido" und "Morpheus" stehen bereits im Regal und warten auf ihren Einsatz.
Ich bin gespannt...


Die wir am meisten lieben: Roman
Die wir am meisten lieben: Roman
von Nicholas Evans
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend und berührend...., 27. Januar 2012
Der kleine Tommy hat eine schwere Kindheit.
Er wächst bei Eltern auf, denen es schwer fällt, ihre Gefühle zu zeigen.
Seine über alles geliebte Schwester Diane, die Schauspielerin werden will, sieht er nur an den Wochenenden.
Schließlich muss er auch noch in ein Internat, wo er dem Spott seiner Mitschüler und den Schlägen mancher Lehrer ausgesetzt ist.
Als Diane in Hollywood Karriere macht und ihn dorthin mitnimmt, beginnt für Tommy ein neues Leben.
Doch sein Glück hält nicht lange an...

Noch als Erwachsener hängt ihm seine leidvolle Vergangenheit nach.
Jetzt, 40 Jahre später, ist er selbst Vater eines Sohnes.
Als dieser in Schwierigkeiten gerät, muss sich Tom seiner Verantwortung und den bösen Geistern seiner Kindheit stellen...

"Die wir am meisten lieben" ist genau der richtige Titel für dieses Buch.
Es erzählt eine Familiengeschichte, beschreibt ein Drama und handelt doch von einer unermesslichen Liebe...

Nicholas Evans , der Autor des Weltbestsellers "Der Pferdeflüsterer", erzählt uns die Geschichte des kleinen Tommy in den 60er Jahren.
Sehr einfühlsam und anrührend gewährt er uns Einblicke in Tommys Welt, legt dessen Gedanken und Gefühle frei, lässt seine Leser eins werden mit dem kleinen Jungen, für den Cowboys und Western das Allergrößte sind.

Parallel dazu offenbart Evans uns die Geschehnisse um den erwachsenen Tom in der Gegenwart.
Er beschreibt einen Mann, der gezeichnet von seiner Vergangenheit ist, die er einst mit übermäßigem Alkoholkonsum zu bewältigen versuchte.
Als Folge davon muss er auf eine gescheiterte Ehe zurückblicken und nicht zuletzt auf das gestörte Verhältnis zu seinem eigenen Sohn Danny.
Nicholas Evans beschreibt seinen Protagonisten mit allen Facetten, manchmal möchte man gar nicht glauben, dass dieser Tom auch der kleine Tommy aus dem letzten Kapitel ist...
Nichtsdestotrotz ist mir auch der große Tom sympathisch, denn Evans gibt ihm viel Herz!

Die anderen Charaktere, wie beispielsweise Diane oder auch ihr späterer Ehemann Ray, werden ebenfalls hervorragend beschrieben. Ich habe sie förmlich vor mir gesehen, so wie sich auch die gesamte Handlung vor meinem inneren Auge abgespielt hat.

Ich las zwei Geschichten, und jede für sich war so fesselnd erzählt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Trotzdem Evans Stil eher ruhig ist, vermag der Autor den Leser in seinen Bann zu ziehen.
Immer wieder hat er eine Überraschung für uns parat...
Sehr geschickt passt er die Ereignisse beider Erzählstränge aneinander an, lässt sie parallel zueinander ihrem jeweiligen Höhepunkt zustreben.
Ich strebte mit und konnte nicht abwarten, das Ende zu erfahren.

Letztendlich präsentiert Evans eine absolut perfekt konstruierte Geschichte, für die ich den Autor nur bewundern kann.
Und sie hat mein Herz berührt....


Die tote Schwester: Kriminalroman
Die tote Schwester: Kriminalroman
von Stephan Brüggenthies
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auch ein Stück Geschichte..., 24. Januar 2012
Der Kölner Polizist Zbigniew Meier ist verzweifelt...
Seine Freundin Lena wurde auf dem Flughafen nach ihrer gemeinsamen Rückkehr aus New York entführt.
Die Fahndung nach den Tätern läuft auf Hochtouren. Ist Lena nur das Zufallsopfer einer terroristischen Organisation, oder hat es jemand bewusst auf sie abgesehen?
Zbigniew muss sich fragen, wie gut er seine Freundin eigentlich kennt, als bekannt wird, dass sie auch politisch aktiv war...
Doch insgeheim vermutet er die Zusammenhänge mit ihrer Bekanntschaft aus New York.
Der pensionierte Polizist Samuel Weissberg bat ihn dort, nach seiner verschollenen und für tot erklärten Schwester Eva zu suchen.
Zbigniew lehnte dies ab...schließlich wird Eva bereits seit über 60 Jahren vermisst...
Lena dagegen war Feuer und Flamme. Und sie erhielt von Samuel einen mysteriösen Schlüssel....

"Die tote Schwester" ist bereits der zweite Roman mit Polizist Zbigniew Meier als Hauptfigur.
Für den 2009 erschienenen ersten Teil "Der geheimnislose Junge", erhielt der Autor Stephan Brüggenthies den Krimi-Publikumspreis des Deutschen Buchhandels und wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.
Diesen ersten Teil kenne ich (noch) nicht, bin also direkt mit Teil zwei eingestiegen, was mich aber nicht sonderlich beeinträchtigt hat.
Zwar wird hin und wieder Bezug zum ersten Buch genommen, dies fand ich aber nicht störend.

Brüggenthies schreibt locker, flüssig, manchmal blitzt auch ein Fünkchen Humor auf, so dass man sich beim Lesen ein Grinsen nicht verkneifen kann.
Sehr angenehm...

Protagonist Zbigniew, dessen Name erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig ist, wird ausreichend charakterisiert, bleibt dem Leser aber immer noch ein bisschen fremd...
Trotzdem er uns oft an seinen Gedanken teilhaben lässt, kann man nicht in ihn hineinschauen, und vor allen Dingen in Hinsicht auf seine Beziehungen zu den Frauen in seinem Umfeld blieb er mir persönlich ein Rätsel.

"Die tote Schwester" ist eine Geschichte, die ich so nicht erwartet habe.
Es ist eine Geschichte, die ihre Anfänge in der Nazi-Zeit findet und bis in die heutige Zeit reicht, eine Geschichte, die nicht nur Krimi ist, sondern uns auch Geschichte vermittelt, uns klar macht, dass die Vergangenheit uns immer noch einholen kann.
Sie ist zuweilen verwirrend, absolut nicht vorhersehbar, aber letztendlich intelligent und gut recherchiert.
Und sie ist eindringlich, auf ihre Art, bleibt im Kopf, auch noch lange nach der letzten Seite...

Brüggenthies legt mit "Die tote Schwester" einen spannenden Krimi vor, der sich wohltuend von seinesgleichen abhebt.
Mal etwas ganz anderes eben.


Höllennacht: Thriller
Höllennacht: Thriller
von Stephen Leather
  Taschenbuch

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Charaktere..., 3. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Höllennacht: Thriller (Taschenbuch)
Seit Jack Nightingale vor zwei Jahren den Polizeidienst quittieren musste, hält er sich mit seiner kleinen Detektei über Wasser.
Da kommt ihm eine Erbschaft gerade recht...
Sein ihm bis dato unbekannter Vater hinterlässt ihm ein riesiges Herrenhaus und eine umfangreiche Bibliothek.
Bei der Gelegenheit erfährt er aber auch, dass sein Vater die Seele seines Sohnes bei dessen Geburt an den Teufel verkauft hat, und der wird sein Eigentum an Jacks 33. Geburtstag einfordern.
Jack glaubt nicht an den Teufel und auch nicht an die Hölle, sondern vielmehr daran, dass sein Vater an einer psychischen Störung litt...schließlich nahm er sich auch selbst das Leben....
Als jedoch ungewöhnliche Dinge geschehen und Menschen aus seinem Umfeld sterben, gerät Jack immer mehr ins Zweifeln.
Und sein Geburtstag rückt immer näher...

Eigentlich bin ich ja nicht unbedingt ein Fan von Mystery-Thrillern.
Von der Leseprobe zu "Höllennacht" war ich aber sofort so angetan, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte.
Mein Instinkt erwies sich als goldrichtig, denn Stephen Leather hält den flüssigen und lockeren Stil, der mir gleich so gut gefallen hat, während der gesamten Lektüre aufrecht und macht sie dadurch regelrecht zum Pageturner.

Außerdem hatte ich auch lange Zeit absolut nicht das Gefühl, Mystery zu lesen...
Leather beginnt seine Geschichte aus dem normalen Leben heraus, und erst allmählich, mit Fortschreiten der Ereignisse, gerät auch der Leser ins Grübeln.

Von Anfang an dominieren die Protagonisten Jack Nightingale sowie Jenny, seine Assistentin, die Story.
Leather hat seine Figuren hervorragend dargestellt, wobei er seine Schwerpunkte eher auf die Beschreibung ihrer Charaktereigenschaften als auf Äusserlichkeiten legt. Aber genau dadurch kommen wir ihnen sehr nahe und lernen zwei sehr interessante Persönlichkeiten kennen.
Ihr Umgang miteinander belebt die Geschichte ungemein und sorgt zuweilen für den einen oder anderen Lacher.
Man hat sie einfach gern, die Beiden!

Die Spannung des Buches sehe ich darin begründet, dass man einfach die ganze Zeit wissen möchte, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt.
Der Leser wird neugierig und muss sich ständig fragen, ob es normale und logische Erklärungen für das Geschehen gibt...oder eben nicht.

Wie die Geschichte letztendlich ausgeht, wird hier nicht verraten, um potentiellen Lesern nicht genau diese Spannung zu nehmen.
Auf jeden Fall lässt das Ende aber die Vermutung zu, dass es eine Fortsetzung geben wird....
Und, was soll ich sagen...?
Ich freue mich darauf!


Ein Herzschlag bis zum Tod: Thriller
Ein Herzschlag bis zum Tod: Thriller
von Sara J. Henry
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannend bis zum Schluss... 4,5 Sterne!!!, 29. Dezember 2011
Die Journalistin Troy sieht, wie ein kleiner Junge von einer Fähre ins Wasser geworfen wird. Beherzt springt sie hinterher und rettet das Kind vor dem Ertrinken.
Statt es der Polizei zu übergeben, nimmt sie es mit zu sich nach Hause, denn sie hat Angst, dass der nur französich sprechende Junge in die falschen Hände zurückgegeben wird.
Schließlich hat sie nicht gesehen, wer den kleinen Paul im See ertränken wollte...
Auf eigene Faust stellt sie Nachforschungen an.
Wer bringt es fertig, ein Kind zu ermorden und warum? Wem kann sie trauen? Stück für Stück erschließt sich Troy die Wahrheit, und sie gerät selbst in große Gefahr...

Die Amerikanerin Sara J. Henry stellt mit "Ein Herzschlag bis zum Tod" ihren ersten Roman vor, der auf dem Cover als "Thriller" deklariert wird.
Ich würde ihn als "Psychothriller" bezeichnen.
Geschickt spielt die Autorin mit den Nerven ihrer Leser und setzt eine enorme Spannung obendrauf, die während der ganzen Lektüre nicht abreißt.
Dabei kommt die Geschichte ohne viel Blutvergießen aus.

Ihre Protagonistin Troy erzählt die Geschichte in der "Ich-Form", wir erfahren sie also aus erster Hand. Auf diese Weise kommt uns Troy wunderbar nah, wir können ihre Emotionen mitempfinden und ihre Handlungen nachvollziehen.
Ebenfalls die sehr sensible Schilderung der immer enger werdenden Beziehung zwischen Troy und dem kleinen Paul tragen ein gutes Teil dazu bei.
Der Leser lernt aber auch eine Frau kennen, die allein durch ihren Humor und ihre Lebenseinstellung Sympathien weckt
Aber auch die Nebencharaktere sind liebevoll ausgedacht, sehr lebendig und lassen keine Fragen offen.

Natürlich darf auch die Liebe nicht zu kurz kommen, und das tut sie auch nicht. Meine anfänglichen Befürchtungen, dass sich dieser Teil der Handlung zu kitschig entwickeln könnte, erwiesen sich zum Glück als unbegründet.

Einmal angefangen, konnte ich "Ein Herzschlag bis zum Tod" nicht mehr aus der Hand legen und habe es somit in einem Rutsch gelesen.
Diese Geschichte, die Krimi, Liebe und Dramatik beinhaltet, hat mich derartig gefesselt, dass ich ständig dem Drang widerstehen musste, vorzublättern, um vorab Informationen zu erhaschen...
Das Ende war für mich so nicht vorhersehbar und kam überraschend, hat mich aber nicht ganz hundertprozentig zufrieden gestellt...

Auf jeden Fall ist Sara J. Henry eine Autorin, die ich im Auge behalten möchte.
Ihr Stil hat mir gut gefallen und ihre zukünftigen Bücher kommen auf meine Wunschliste...


Der Engel von Harlem: Die Lebensgeschichte der ersten farbigen Ärztin in New York
Der Engel von Harlem: Die Lebensgeschichte der ersten farbigen Ärztin in New York
von Kuwana Haulsey
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindrucksvolles Portrait..., 26. Dezember 2011
May Chinn will Ärztin werden.
Aber der Weg dahin ist lang und steinig, denn zum einen kommt sie aus sehr armen Verhältnissen, zum anderen ist ihre Hautfarbe schwarz. Und sie ist eine Frau, in den dreißiger Jahren ein weiteres Handicap.

In dem biographischen Roman "Der Engel von Harlem" erzählt uns die Autorin Kuwana Haulsey von einer Frau, die in Zeiten des ausgeprägten Rassismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts in New York zielstrebig um ihre Rechte kämpft und, allen Vorbehalten zum Trotz, Ärztin wird.

Die Autorin wählt die "Ich-Form", die uns Lesern sehr schön das Gefühl vermittelt, unmittelbar am Geschehen beteiligt zu sein.

Wir bekommen Einblicke in die Kindheit der kleinen May, die geliebt und behütet bei Eltern aufwächst, die selbst noch das Sklavenleben ertragen mussten.
Trotz schlechter Lebensumstände und großer Armut ermöglicht vor allem Mays Mutter Lulu der Tochter eine ordentliche Ausbildung.
Ganz ausgezeichnet versteht es die Autorin, die wirtschaftlichen Verhältnisse sowie die enge Verbindung zwischen Mutter und Tochter zu beschreiben.
Die Beziehung zum Vater dagegen erweist sich als kompliziert.

Mit einer schönen Sprache und nahezu bildhaft führt Haulsey den Leser durch Mays Kindheit und Jugend, die auch geprägt durch Schicksalsschläge wird.
Wir lernen eine junge und sehr kluge Frau kennen, die an den Barrieren, die sich ihr in den Weg stellen, eher zu wachsen scheint.
Sowohl die persönlichen Einschläge in ihrem Leben als auch die politischen Umstände hindern sie nicht daran, ihren Weg unerbittlich zu verfolgen.
Dabei steht allerdings nicht der "Karrieregedanke" im Vordergrund, sondern in erster Linie die Menschen, für die sie Verantwortung fühlt, und die sie oftmals nicht einmal bezahlen können.
Ihr Privatleben stellt sie immer mehr in den Hintergrund...

"Der Engel von Harlem" ist ein sehr beeindruckendes Buch, dem sehr ausführliche Recherchen zu Grunde liegen.
Es ist das Portrait einer Frau, die wohl als erste farbige Ärztin in New York bekannt wurde, den Menschen aber durch ihre Taten, ihr selbstloses Handeln und ihrer Liebe zu Mensch und Beruf im Gedächtnis blieb.
Schließlich wurde May Edward Chinn eine der führenden Spezialistinnen auf dem Gebiet der Krebsfrüherkennung, bevor sie 1980 fast mittellos verstarb.

Kuwana Haulsey hat mich mit der Biographie dieser starken Frau sehr gefesselt.Sie hat es nicht nur geschafft, mir die Persönlichkeit von May Chinn nahe zu bringen, sondern auch perfekt die Zeit "eingefangen", in der sich die Geschehnisse abspielen.
Ein ganz besonderes Buch...


Sterblich: Ein Henning-Juul-Roman
Sterblich: Ein Henning-Juul-Roman
von Thomas Enger
  Broschiert

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 4,5 Sterne für Henning Juul...., 14. November 2011
Eine Studentin wird grausam hingerichtet.
Sie war schön, begabt und äußerst beliebt, vor allen Dingen beim männlichen Geschlecht.
Und sie war mit einem Pakistaner liiert, so dass die Polizei aufgrund gewisser Tatumstände einen Ehrenmord vermutet.

Auch Henning Juul ist an der Geschichte dran.
Als Journalist einer Internet-Zeitung recherchiert er in diesem Mordfall, der für ihn gleichzeitig den Wiedereinstieg ins Berufsleben bedeutet.
Zwei Jahre zuvor musste er einen schweren Schicksalsschlag verkraften, dessen Spuren ihn bis heute verfolgen...
Henning zweifelt an der Ehrenmord-Theorie und stellt auf eigene Faust Nachforschungen an.
Schon bald ist er der Polizei um Längen voraus....

Schon der Untertitel "Ein Henning-Juul-Roman" auf dem Cover lässt vermuten, dass der norwegische Schriftsteller Thomas Enger mit seinem Erstling "Sterblich" gleichzeitig auch den ersten Teil einer Serie vorlegt.
Während der Lektüre verstärkt sich der Verdacht, verwendet der Autor doch viel Energie, seiner Hauptfigur Henning Juul ein Gesicht zu geben.
Mit Erfolg, kann ich nur sagen, denn selten ist mir ein Protagonist in einem Thriller so nahe gekommen wie Juul in "Sterblich".
Enger zeichnet hier einen Charakter mit allen Höhen und Tiefen des Menschseins, eine Figur, die sich aus dem Schatten ans Licht zurückkämpft und den Leser dabei zuweilen mit einem trockenen Humor überrascht.

Hinzu kommt eine schöne Sprache, fast schon an manchen Stellen poetisch, eher ungewöhnlich für eine spannende Lektüre.
Der Autor scheint die Melancholie, die seinen Protagonisten umgibt, förmlich einzufangen.

Diese Sprache war es auch, die mich zunächst an das Geschriebene fesselte, gar nicht mal die Geschichte selbst.
Engers Stil wirkt eher ruhig und bedächtig. Und mit dieser Ruhe setzt er dann, ganz unverhofft, seinen Lesern immer wieder neue und überraschende Fakten vor die Nase.
Die Aufmerksamkeit wird geschärft, und die Spannung steigt mit dem Fortschreiten der Geschichte.
Nach und nach, Schritt für Schritt erkennen wir den genialen Plot...
Ich konnte das Buch letztendlich kaum mehr aus der Hand legen.

Thomas Enger hat eine ganz besondere, ganz eigene Art zu schreiben, die mir sehr gut gefallen hat.
Mit seinem Roman "Sterblich" präsentiert er eine ungewöhnliche, aber gut aufgebaute Story, die mich stark beeindruckt hat.
Bleibt zu hoffen, dass die Folgeromane nicht lange auf sich warten lassen...


Der Augenjäger: Psychothriller
Der Augenjäger: Psychothriller
von Sebastian Fitzek
  Gebundene Ausgabe

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kracher..., 7. November 2011
Dr. Zarin Suker hat sich als Augenchirurg einen Namen gemacht.
Kaum ein anderer weiß so gut mit dem Skalpell umzugehen wie er.

Aber er hat auch eine dunkle Seite...
Er verschleppt junge Frauen, schneidet ihnen die Augenlider ab und missbraucht sie danach brutal.
Die Frauen leiden solche Höllenqualen, dass ihnen ein Weiterleben danach unmöglich erscheint...
Alina, das blinde Medium, soll der Polizei dabei helfen, den Psychopathen zu überführen.
Dabei stößt sie auch wieder auf die Spuren des "Augensammlers", der die Schuld am traurigen Schicksal ihres Freundes Alexander Zorbach trägt ...

Ich bin doch froh, den Rat des Autors Sebastian Fitzek im Vorspann seines Buches "Der Augenjäger" befolgt und den "Augensammler" zuerst gelesen zu haben.
Auch wenn die Geschichten unabhängig voneinander sind, baut der "Augenjäger" doch sehr auf seinen Vorgänger auf...

Wir begegnen den Protagonisten wie alte Bekannte, der Wahnsinn setzt sich fort...

Auch hier wird wieder aus den unterschiedlichen Sichtweisen der Hauptcharaktere erzählt, der Stil passt sich dem des Vorgängers nahtlos an.

Es ist schwierig, eine Rezension zu vorliegendem Buch zu schreiben, ohne zuviel zu verraten und dem potentiellen Leser damit die Spannung zu nehmen.
Denn spannend ist Fitzeks "Neuer" natürlich wieder, ...maßlos spannend und an Rasanz kaum zu überbieten.
Der Autor führt uns gnadenlos in stetem Tempo durch sein Werk, dass ich manchmal schon etwas Mühe hatte, zu folgen und die Spuren des Sammlers und des Jägers nicht durcheinander zu bringen.

Fitzek wartet auch in seinem neuen Thriller wieder mit Überraschungsmomenten auf, die dem Leser den Atem nehmen.
Er beschreibt stellenweise ein Grauen, das mich diesmal förmlich an den Rand der Verzweiflung trieb (Seite 230...menno, Herr Fitzek, musste das sein?)...
Man kann gar nicht anders, als das Buch in einem Rutsch durchzulesen!

Auch wenn die Ereignisse sich manchmal etwas zu gut zu fügen scheinen, sind sie doch niemals vorhersehbar und treffen den Leser unvermittelt.
Kalkulierbar ist bei Fitzek gar nichts...

Selbst die Tatsache, dass er die Protagonisten phasenweise zu Superman bzw -woman mutieren lässt, verzeihen wir dem Autor gerne, gehört seinen Charakteren doch unsere vollste Sympathie.
Wir sind auf ihrer Seite, lieben und leiden mit ihnen.

Der "Augenjäger" ist ein Knaller, Action pur und wie aus einem amerikanischen Film entsprungen.
Ich könnte mir die beiden Augenbücher gut als Vorlage für eine weitere Fitzek-Verfilmung vorstellen.

Und ich bin gespannt, ob es eine Fortsetzung geben wird....
Zu wünschen wäre es uns!

Wie wäre es mit "Der Augenhirte"?


Der Augensammler: Psychothriller
Der Augensammler: Psychothriller
von Sebastian Fitzek
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Psychothriller ganz besonderer Art...., 4. November 2011
Er tötet die Mütter und stiehlt ihre Kinder.
Er setzt ein Ultimatum: werden die Kinder nicht innerhalb von 45 Stunden gefunden, tötet er sie....und schneidet ihnen das linke Auge heraus.
Man nennt ihn den Augensammler....

Ex-Polizist Alexander Zorbach macht sich auf die Jagd nach dem Killer, der mit der Entführung des kleinen Tobias ganz Berlin in Atem hält.
Eigentlich steht ihm, selbst Vater eines Sohnes, nur die Rettung des Kindes im Sinn.
Doch stellt sich bald heraus, dass es auch seine eigene Haut ist, die er retten muss.
Denn plötzlich deutet alles auf ihn selbst als Täter hin...und so wird auch Alex zum Gejagten!

Welches Spiel spielt er, der Augensammler?

Und kann das blinde Medium Alina Licht ins Dunkel bringen?

Eigentlich wollte ich ursprünglich Sebastian Fitzeks aktuelles Buch
"Der Augenjäger" lesen.
Freundlicherweise weist der Autor aber im Vorwort darauf hin, dass es sich bei seinen beiden "Augenbüchern" zwar um voneinander unabhängige Geschichten handelt, man sich aber möglicherweise der Spannung des ersten Romanes "Der Augensammler" beraubt, liest man denn den Augenjäger zuerst....
Das geht natürlich gar nicht!
Also gut, dann eben der Reihe nach (wie ich es auch eigentlich vorziehe...)

Ich habe meine Entscheidung nicht bereut.
"Der Augensammler" las sich so spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Die Kapitel und Seitenzahlen laufen rückwärts, sehr ungewöhnlich und erst einmal auch gewöhnungsbedürftig, später dann befand ich mich aber wie in einem Sog...
Mit dem Kleinerwerden der Seitenzahlen fühlt sich der Leser der Auflösung immer näher...
Das wiederum erhöht die Spannung noch einmal!

Die Geschichte wird aus Sicht der unterschiedlichen Protagonisten dargestellt, wobei ausschließlich Hauptfigur Alex Zorbach in der "Ich-Form" und in lockerer, teils sogar humorvoller Art erzählt.
Desweiteren kommen unter anderem das Medium Alina sowie das Opfer Tobias zu Wort, geben uns Einblick in ihre Gedanken, in ihre Seele.
Diese verschiedenen Erzählperspektiven machen vorliegende Geschichte lebendig und tragen dazu bei, ein sehr genaues Bild der Charaktere zu bekommen.

Die Geschichte selbst ist genial aufgebaut und lässt - von Anfang bis Ende- absolut keine einzige Frage offen.
Die Verwendung eines "Mediums" mag für den eher nüchternen Leser befremdlich und unglaubwürdig sein.
Ich aber gehöre zu den Menschen, die denken, dass es "Nichts gibt, das es nicht gibt".

Fitzek legt ein rasantes Tempo vor, führt seine Leser von einem Schauplatz zum nächsten, lässt sie an der Doppel-Jagd teilnehmen.
Bis zum absolut schockierenden Ende, das für mich völlig unvorbereitet kam....

Natürlich habe ich mich gefragt, wie es dazu kommen konnte, dass ich wirklich bis zum Schluss "unbedarft" blieb.
Abgesehen von seinem großartigen Erzählstil, schreibe ich dies der Sensibilität des Autors zu, der es wie wohl kaum ein anderer versteht, auch die Psyche seiner Leser mit einzubeziehen.

Hat bei mir zumindest funktioniert.....


Im Auge des Feuers
Im Auge des Feuers
von Jorun Thoerring
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nordisch spannend..., 31. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Im Auge des Feuers (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich ist Karl seit fast 40 Jahren tot, verbrannt bei dem großen Feuer im Jahr 1969,....doch nun steht er plötzlich bei seinem Bruder Johan vor der Tür!
Trotzdem löst sein Auftauchen keine Begeisterungsstürme aus, und wenig später findet man Karls Leiche. Und es soll nicht die Einzige bleiben in dem kleinen Städtchen Tromsø.
Für Kommissar Asrak Eira tun sich viele Fragen auf, und die Ermittlungen erweisen sich als schwierig...
Alles hat den Anschein, als ob die Ereignisse von heute mit dem Brand vor fast vier Jahrzehnten zusammenhängen.
Doch keiner will reden....

Die norwegische Schriftstellerin Jorun Thørring legt mit "Im Auge des Feuers" bereits ihren zweiten Krimi mit Ermittler Asrak Eira vor.
Den ersten Band "Glaspuppen" kenne ich noch nicht, doch ist mir Thørrings sympathischer Kommissar so ans Herz gewachsen, dass ich Lust habe, noch mehr von ihm zu lesen.

Dabei ist "Im Auge des Feuers" kein Krimi, bei dem man vor Spannung die Luft anhält.
Es dauert eine ganze Weile, bis der Leser sich an den eher nüchternen und ruhigen Stil der Autorin gewöhnt hat, bei dem er eher unvermittelt mit Mord und Totschlag konfrontiert wird.
Man muss auf jeder Seite auf Alles gefasst sein, und das macht hier die Spannung aus.

Hinzu kommt eine insgesamt gut konstruierte Geschichte, die über kleine Längen hinwegsehen lässt.
Zeitweilig hatte ich schon das Gefühl, dass Eira auf der Stelle tritt.
Aber vielleicht war ich auch deshalb so ungeduldig, weil ich wissen wollte, welches Geheimnis sich hinter dieser Geschichte verbirgt.
Auch über einen kleinen medizinischen Fauxpas bin ich gestolpert...

Jorun Thørring lässt ihre Leser unterschiedliche Spuren verfolgen, bringt immer wieder neue Verdächtige ins Spiel.
Den wahren Täter hatte ich schon ziemlich früh im Visier, muss aber eingestehen, dass es die Autorin geschafft hat, mich immer wieder zu verunsichern.
Letztendlich war die Auflösung für mich aber nicht hundertprozentig schlüssig.

Mit der Lektüre von "Im Auge des Feuers" ist gutes "Kopfkino" garantiert.
Wie schon bereits erwähnt, versteht es die Autorin hervorragend, dem Leser ihre Hauptcharaktere nahe zu bringen.
Die Einblicke in Asraks Privatleben mit den Sorgen um seinen halbwüchsigen Sohn Niillas, der seine erste Liebe erlebt, sowie die Beziehung zu der Psychologin Mona tragen dazu bei, dass sich der Leser ein gutes Bild machen kann.
Auch die Nebenpersonen werden sehr gut charakterisiert und haben ein klare Vorstellung in meinem Kopf erzeugt.

Die gegenseitige Anrede der Protagonisten des Buches war für mich eher gewöhnungsbedürftig.
Im Vorfeld wird von der Übersetzerin darauf hingewiesen, dass auf das in Norwegen übliche "Du" verzichtet wird, außer natürlich im vertraulichen Fall.

Die Ermittler reden sich jedoch mit "Du" und Nachnamen an, das hat mich persönlich schon irritiert.

Letztendlich kann ich sagen, dass mir "Im Auge des Feuers" trotz einiger kleiner Kritikpunkte gut gefallen hat, was hauptsächlich an Thørrings angenehmen, ausgeglichenen Schreibstil sowie der hervorragenden Darstellung sowohl der Schauplätze als auch ihrer Charaktere liegt.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-15