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Reptoid (Mössingen)
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Goa Trance Vol.6
Goa Trance Vol.6

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ausverkauf, 17. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Goa Trance Vol.6 (Audio CD)
Die Serie mit dem Cola-Outfit hat mit Vol. 6 ein Facelift erhalten. Neben kleineren äußerlichen Veränderungen gibt es die Wichtigste auf der Rückseite des Booklets zu lesen: "Compiled by DJ Tulla".

Nachdem sich DJane Rocket mit Vol. 2 dieser Serie ein Denkmal gesetzt hat, waren die nächsten Ausgaben unter ihrer Regie eher durchwachsen geraten. Neben originellen Stücken, hinter denen noch Ideen und Anspruch zu finden waren, fand sich auch ein Gutteil an gesichtsloser Massenware. Und unter dem neuen Mann setzt sich dieser Trend sogar noch beschleunigt fort.

Kaum eines der Stücke auf der ersten CD hat Profil, Wiedererkennungswert oder sonst etwas. Man kann Künstler und Tracks kaum noch unterscheiden, wartet die ganze Zeit, bis sich endlich mal eine Idee zeigt - meist vergeblich. Wo sind die ausgetüftelten Patterns, wo sind die originellen Sounds und Samples, wo sind die Monster-Breakdowns? Und auch von der Stimmung und dem Gefühl, die den Psytrance einmal ausgemacht haben, ist praktisch nichts mehr vorhanden - nach Goa-Vibes fragt man am besten erst gar nicht. Man muss ja nicht ewig gestrig sein und einem Stil seine Weiterentwicklung vergönnen, aber wenn sich das ganze letztlich kaum mehr von x-beliebigem 08/15-Trance unterscheidet, kann irgendwas nicht stimmen. Zumal der Untergrund laufend neue überzeugende Projekte hervorbringt, die vor Kreativität und Klasse nur so strotzen und von denen man hier gerne etwas gehört hätte.

CD2 wechselt dann in die Progressive Trance Richtung. Auch diese Trennung zwischen Full-on Psychedelic und Progressive ist eine Neuerung gegenüber den früheren Ausgaben. Die zweite Scheibe ist klar besser, aber kann auch nicht voll befriedigen. Die besten Progress-Stücke der letzten Zeit wurden offenbar schon für die noch nicht etablierten Serien "Psypod" und "Om Shanti" verbraucht.

Letztlich hat die "Goa Trance" Serie mit diesem Vol 6. ihr eigens Profil innerhalb der zahlreichen Serien aus dem Hause YSE vollends verloren. Sehr enttäuschend!


Goa Beach Vol.6
Goa Beach Vol.6

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein unterhaltsames Strandvergnügen, 31. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Goa Beach Vol.6 (Audio CD)
'Goa Beach', die symphatische Compilation mit 'Sexy Coa Trance und Chill-Out' geht in die sechste Runde. Die Serie bietet als eine der wenigen ein klares Konzept und so erlebt man auch auf diesem neuen Volume keinerlei böse Überraschungen.

CD 1 bietet wieder leicht verdaulichen Psy/Progress Trance, der nirgendwo aneckt. Nicht zu psychedelisch, nicht zu progressiv, nicht zu minimalistisch, nicht zu energetisch, dabei sehr groovy mit warmen und organischen Sounds und vielen melodiösen Parts. Das mag vielleicht langweilig klingen, aber von beliebigen Lounge oder Bar Compilationen kann man sich von Niveau her wie immer klar und deutlich abgrenzen. Dafür sorgen schon Namen wie Vibrasphere und Liquid Soul, die hier beide von Atmos remixed wurden. Bei diesen Kombis schnalzt der Kenner mit der Zunge und in der Tat sind diese beiden Nummern die einsamen Höhepunkte auf CD1 und machen den Kauf fast im Alleingang lohnend. Allerdings haben sich diesmal auch einige nicht ganz so geniale Tracks eingeschmuggelt, dennoch kann der erste Silberling alles in allem überzeugen.

Die heimlichen Highlights von 'Goa Beach' waren aber schon immer die Chill-out Zusammenstellungen, die auf CD 2 geboten werden und die viele Spezialisten-Serien locker in den Schatten stellen. Dies gilt auch für dieses Volume uneingeschränkt. Dabei wird fast das ganze Spektrum abgedeckt. Von sphärischem Elektro-Ambient über verspielte Inditronica, Sitar- und Flötenklängen und Downtempo Beats bis hin zu Trip-Hop wird alles geboten. Das wirkt aber keineswegs zusammengewürfelt, sondern die aufwendig und detailverliebt produzierten, handverlesenen Tracks ergeben einen stimmigen Trip, der den Hörer eine Stunde lang in andere Welten entführt.


Om Shanti
Om Shanti
Preis: EUR 17,62

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Quo Vadis Goa?, 31. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Om Shanti (Audio CD)
Und wieder eine neue Compilation aus dem Hause Yellow Sunshine Explosion. Der Marktführer in Sachen Goa setzt seinen Expansionskurs konsequent fort und der potentielle Hörer fragt sich bange, wo denn all die guten Tracks herkommen sollen, mit denen man die mittlerweile weit über ein Dutzend Compilationsserien füllen möchte.

CD 1 von 'Om Shanti' lässt dann auch die schlimmsten Befürchtungen wahr werden. Mehr als die Hälfte der Tracks kommen einfach nicht auf den Punkt, finden kein Thema, bieten keine interessanten Patterns, Sounds und Samples und haben auch sonst nichts, was irgendwie hängen bleiben könnte. Das ist Psychedelic Trance von der Stange, der zwar handwerklich nicht schlecht gemacht ist aber Zig mal schon gehört wurde und dazu auch noch überaus steril klingt. Wer so etwas abliefert, gehört eine Woche lang eingesperrt und mit Optokopplers 'Bugfix' beschallt, damit er versteht, wie man futuristischen Psytrance interessant und intelligent produziert. Auf einer Compilation mit dem Untertitel 'The Best of Psychedelic Goa Trance' hat dieses generische Zeugs jedenfalls nichts verloren. Versöhnlich stimmen die Tracks von Mahamudra mit Live-Drums und Gitarren und von Psychonaut, die zeigen, dass man auch im Fahrwasser des Mainstreams eigenständig klingen kann.

Auf CD 2 ändert sich die Gangart deutlich, die Schlagzahl geht zurück und die Grooves und Vibes werden progressiver. Und gleichzeitig werden die Sounds vielfältiger, die Kompositionen ausgefeilter und die Tracks bekommen ein individuelles Gesicht. Hier finden sich genügend Killernummern, die den vorherigen Leerlauf vergessen lassen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich der Großteil der kreativen und intelligenten Fraktion der Szene mittlerweile im Progressive Trance tummelt. Dabei fällt auf, dass immer mehr Stilmittel aus dem Psytrance einfließen und dass sich überhaupt die Grenzen zwischen diesen beiden lange unversöhnlichen Subgenres so langsam auflösen - viele Nummern lassen sich nicht mehr eindeutig zuordnen und genau das macht die Sache spannend und interessant.

Vielleicht liegt hierin die Zukunft, die den Mainstream-Goa aus der unüberhörbaren Stagnation herausführen kann. Der Untergrund hat mit der Weiterentwicklung des Darkpsy einerseits und der Rückbesinnung auf True Goa andererseits schon längst Rezepte parat und es wäre eine gute Chance gewesen, mehr davon auf ein solches "Brand New Compilation Concept" zu bringen. Viel mehr von dem überflüssigen Stoff, wie er auf dem größten Teil von CD 1 geboten wird, dürfte der Markt jedenfalls kaum mehr verkraften.


Goa Trance Vol.2
Goa Trance Vol.2
Preis: EUR 41,50

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diese DJane ist eine Rakete, 8. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Goa Trance Vol.2 (Audio CD)
"Goa Trance" ist eine von mehr als einem Dutzend aktueller Compilation-Serien, die das auf Progressive/Psychedelic/Goa Trance spezialisierte Label Y.S.E. (Millennium) im Moment auf dem Markt hat; u.a. "Goa", "Goa 200X", "Progressive Goa Trance", "Goa Trance", "Goa Sound System", "Goa Nation", "Goa Beach", "Goa Girl", "Goa Tribes", "X Goa", "Goa Neo Full On", "Open Air in Goa", "Tantra Trance", "Psychedelic Grooves", "Psypod".
"Goa Trance" erscheint zwei mal im Jahr und verspricht dadurch schon mal ein höheres Qualitätsniveau als die eilig im Zweimonatsrhythmus zusammengezimmerten Serien "Goa" und "Goa 200X".

Es gibt bei Y.S.E. einige Serien, die etwas von allem bieten und andere, die eine mehr oder weniger klare stilistische Linie verfolgen. "Goa Trance" gehört zur zweiten Sorte: Was hier geboten wird, könnte man mit Full-On Psychedelic beschreiben. Das ist nichts für Puristen, die einen repetitiven, minimalistischen und technoiden Ansatz mögen und auch dem Liebhaber von gemütlichem Psytrance im Stil von "Goa Beach" könnte das etwas zu abgedreht sein. Dagegen werden Untergrund-Psy-Jünger die Serie als zu kommerziell abtun und die Verfechter des wahren Goa-Trance werden darauf hinweisen, dass das Ganze mit Goa im ursprünglichen Sinne nur noch wenig zu tun hat.
"Goa Trance" ist eher für Heimhörer geeignet, die vielfältige Einflüsse aus artverwandten Genres (Tribal, Tech, World, Ambient), analog gefärbte Sounds und effektreiche, komplexere Tracks mit reichlich Buildups & Breaks und Twists & Turns zu schätzen wissen.

Jede Compilation steht und fällt logischerweise mit der Titelauswahl und hier hat DJane Rocket auf "Goa Trance Vol.2" ein traumhaftes Händchen bewiesen. Ich habe selten so viele absolute Killernummern auf einer 2CD-Compilation gehört. Auf reines Füllmaterial wartet man vergeblich, wenn auch gegen Schluss beider CDs ein ganz leichtes Nachlassen zu verzeichnen ist. Erstaunlich ist, dass neben bekannten Namen und frisch etablierten Shootingstars auch viele (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung) neue Acts auf diesem Sampler finden sind.

Die Stücke bewegen sich überwiegend im mittleren bis oberen Beats-Per-Minutes Bereich des Trance-Spektrums und sind teilweise sehr perkussiv. Trotz der häufigen Wendungen gibt es genug hypnotisch-repetitive Strecken, die klarstellen, warum diese Musik "Trance" genannt wird. Soundeffekte und Sampler werden reichlich verwendet und mit viel Fingerspitzengefühl eingesetzt. Hier sind keine Knöpfchendrücker am Werk, sondern innovative Spezialisten, die hinter ihren durchdachten Kompositionen ein Konzept und eine Geschichte aufzuweisen haben.
Noch erstaunlicher ist, dass die verschiedenen Tracks atmosphärisch, klanglich und dramaturgisch nahtlos zusammenpassen. DJane Rocket bewiest hier ein nahezu magisches Gespür für eine stimmige Zusammenstellung wie aus einem Guss.

Aus meiner persönlichen Sicht ist dies eines der Highlights im Katalog von Y.S.E. Ich würde schnell zuschlagen, bevor dieser Doppeldecker gestrichen wird und dann wohl nur noch zu alptraumhaften Preisen zu ergattern ist.


Psypod Vol.1
Psypod Vol.1
Preis: EUR 10,25

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Juwel im Irrgarten von Goa, 3. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Psypod Vol.1 (Audio CD)
Mit PSYPOD schickt das fast ausschließlich auf Psychedelic und Progressive Trance spezialisierte Y.S.E (Millenium) Label eine weitere Compilationsserie ins Rennen. Die aktuellen unter dem Goa-Banner firmierenden Best-of Zusammenstellungen des Labels sind kaum noch zu übersehen. Neben den bekannten und erfolgreichen, mehrmals im Jahr erscheinenden Serien "Goa" und "Goa 200X" fallen mir auf Anhieb -ohne Anspruch auf Vollständigkeit- noch die mal mehr, mal weniger regelmäßig erscheinenden "Progressive Goa Trance", "Goa Trance", "Goa Sound System", "Goanation", "Goa Beach", "Goa Girl", "Goa Tribes", "X Goa", "Goa Neo Full On", "Open Air" und "Tantra Trance" ein. Einige dieser Serien bieten von allem etwas, während bei anderen ein gewisser stilistischer Schwerpunkt auszumachen ist. So ist beispielsweise "Goa Trance" eher für den Heimhörer konzipiert, mit komplexen, betont psychedelischen und "organischen" Stücken, während "Progressive Goa Trance" eher auf einfach strukturierte, tanzbare Club-Tracks im Cybersound setzt. Eines haben alle genannten Compilationen gemeinsam, nämlich dass sie mit Goa im traditionellen Sinn so gut wie nichts zu tun haben.
Zu dem bereits vorhandenen Angebot kommen immer wieder neue, in die gleiche Richtung tendierende Einzelcompilationen (vor kurzem etwa: "Trancendental Journey", "Psychedelic Grooves"), die bei entsprechendem Erfolg ebenfalls weitere Volumina nach sich ziehen werden.

Dieses inflationäre Angebot macht es dem Hörer immer schwerer, sich die Rosinen herauszupicken. Zum einen muss der Sammler stets damit rechnen, dass er einen Gutteil des gebotenen Materials bereits im Schrank stehen hat, weil die Spitzentracks in der Regel mehrfach verwertet werden. Zum anderen muss man kein Mathematiker sein, um sich auszurechnen, dass bei dieser Masse nicht alles Qualität sein kann. Besonders die beiden erstgenannten Fließbandprodukte fallen seit einiger Zeit dadurch auf, dass sie neben einigen wenigen Killertracks und ein paar guten Nummern auch einen überproportionalen Anteil an reinem Füllmaterial bieten. Unoriginelle, gesichtslose und austauschbare Tracks mit primitiven, einfallslosen Beat-Patterns, der ewig gleichen Basslinie, 1000fach zuvor gehörten Sequenzerfolgen, uninspirierten Melodiefragmenten sowie ohne Sinn und Verstand eingesetzten Soundeffekten und Samplern. Und auch bei den inhaltlich besseren Zusammenstellungen gelingt es immer weniger DJs, ihren Hauptjob zu befriedigend zu erledigen, nämlich eine in sich stimmige Compilation zu schaffen, bei der die Tracks atmosphärisch und klanglich zusammenpassen, bei der die Folge der Tracks eine übergreifende Dramaturgie ergibt, bei der man das Gefühl hat, dass genau alles am richtigen Platz ist und so und nicht anders sein muss.

PSYPOD schlägt genau in diese Kerbe. Hier hört man, dass die beiden Mixer Montagu and Golkonda sich sehr viel Zeit genommen und Sorgfalt auf die Auswahl und Zusammenstellung verwendet haben - die ganze Doppel-CD entfaltet sich von vorne bis hinten wie aus einem Guss. Die Stücke bewegen sich im unteren Beats-Per-Minute Bereich des Trance-Spektrums, fließen unaufgeregt dahin und sind sehr relaxt, hypnotisch, sparsam (aber nicht minimalistisch) und repetitiv, was hier aber keineswegs mit Langeweile und Einfallslosigkeit gleichgesetzt werden darf. Die Änderungen vollziehen sich sehr subtil als langsame Metamorphosen - dabei wird fast durchgängig auf technoide Cybersounds gesetzt. Der so schwer mit Worten zu beschreibende progressive "Vibe" ist durchgängig vorhanden und sorgt dafür, dass die Elektronik irgendwie warm und "menschlich" rübergebracht wird.
Bei den durchweg hochqualitativen und charakterstarken Tracks, die allesamt ein eigenes Profil und Wiedererkennungswert aufweisen, ist es schwer, Highlights zu nennen. Gleich zu Beginn liefert Cafu nahezu ein Lehrstück dafür, wie Monotonie und Vielfalt zusammengehen, dabei kommen sogar entfernt Anklänge an Steve Reich herübergeweht. Der im Untergrund gefeierte Dualsnag überzeugt mit einem haarscharfen Balanceakt auf der Grenzlinie zwischen Progressive und Psychedelic und die mit gleich zwei Titeln vertretenden Human Traffic zeigen, dass es auch heute noch möglich ist, originell, frisch und unverbraucht zu klingen und dabei dennoch die Erwartungen der Progressive Trance Szene voll und ganz zu erfüllen.
Die Stücke sind ohne Pause zusammengemixt, sehr zur Freude des Heimhörers, der sich damit Nonstop in den subtilen, mit viel Liebe zum Detail gestalteten Soundlandschaften verlieren kann. Die Übergänge sind in einigen Fällen so kunstvoll gelungen, dass man sich auf einmal im nächsten Track befindet und nicht recht weiß, wie man da eigentlich hingekommen ist (- so wie es John Digweed auf seinem Jahrhundertwerk "Transitions" in vollendeter Perfektion vorgeführt hat). Beim Remastering wurde es geschafft, dem Ganzen einen vollen, runden und eher dunklen Sound zu verpassen (vergleichbar mit Tantra Trance Vol. 1), was die beschworenen progressiven "Vibes" noch besser zur Geltung bringt. Wenn man an dieser wunderbaren Doppel-CD unbedingt etwas herummäkeln möchte, dann, dass zwei der Tracks unverändert bereits auf "Progressive Goa Trance Vol. 4" bei Y.S.E. erschienen sind.

PSYPOD ist die beste Compilation, die seit langem aus dem Hause Y.S.E gekommen ist. Hier passt alles zusammen: Titelauswahl, Zusammenstellung, Mix, Atmosphäre, Sound. Mehr braucht es eigentlich gar nicht, um sowohl beim anspruchsvollen Heimhörer als auch beim Clubkonsumenten ein Erfolg zu werden - hoffentlich. Jedenfalls besteht absolut keine Gefahr, dass diese Zusammenstellung wie so manch andere nach ein paar Hördurchgängen in die Ecke fliegt. Einfach großartig!


Loss Angeles
Loss Angeles
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 4,86

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr davon!, 11. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Loss Angeles (Audio CD)
Im Metal-Bereich ist seit einiger Zeit ein Trend zu beobachten, der sich mittlerweile zu einem regelrechten Boom ausgeweitet hat. Fast täglich erscheinen neue (oder weniger neue) Bands auf der Bühne, die es sich anscheinend zur Aufgabe gemacht haben, sämtliche Genre-Grenzen sowohl innerhalb des Metal als auch zu dem Nachbarbereichen einzureißen. Da finden sich Gothic, Black, Death, Power und Prog Metal Elemente auf einer CD zusammen mit orientalischem Folk (Orphaned Land - Mabool) oder vertrackter Prog Metal wird mit atmosphärischem Dark Rock, Alternative/Neo-Metal und Klassik gemixt (Tiles - Window Dressing). Wie immer hat die Medallie zwei Seiten. Viele Bands scheinen zu glauben, es genügt, originell zu klingen, was im Zeitalter des 6895sten Helloween-Klons auch verständlich ist. Doch Originalität heisst noch lange nicht, dass es gute Songs zu hören gibt. Und auch wenn diese vorhanden sind, hat man oft das Gefühl, man lauscht einem willkürlich zusamengebrauten Mix ohne Konzept und Linie. Einen breiten Stilmix schlüssig, bruchlos und geschlossen darzubieten, ist eine Kunst, die nicht viele Gruppen beherrschen. Die oben genannten gehören mit Sicherheit dazu und nun definitiv auch die Finnen TOC.
'Loss Angeles' ist eine jener CDs, bei der man eigentlich nur eines sicher sagen kann: Man weiß nie, was hinter der nächsten Ecke lauert. Da können schon mal treibender Stoner-Rock, Trash-Attacken und eine unverschämt nach Dream Theater klingende Ballade in einem Song vereint sein. Jeder Song ist ein kleines Kunstwerk für sich, oftmals beginnt das Ganze als Pop-Ballade und steigert sich dann zu Power-Metal der besten Sorte. Atmosphärische Düster-Parts und psychedelische Einsprengsel sind gleichfalls vorhanden, ob man die Musik deswegen gleich -wie mancherorts zu lesen- als "Psychedelic Progressive Metal" oder "Freak-Metal" bezeichen kann, ist jedoch fraglich. Vergleichbares gibt es jedenfalls nicht allzuviel, aber ich denke, wer Green Carnation mit 'A Blessing in Disguise' mochte, dürfte sich auch mit TOC anfreunden können.
Eine Band mit einem solchen Ansatz wie TOC braucht einen Sänger mit einem sehr wandlungsfähigen Organ und diesbezüglich bleiben auch absolut keine Wünsche offen. Besonders in den ruhigen Passagen hat die eindringliche und ausdrucksstarke Stimme absolut nichts mit Metal zu tun, während sie in den Power-Parts alle Klischees perfekt bedient - mit Gänsehautgarantie. Hervorheben muss man auch die Keyboards. Sie sind sehr präsent und flächig, klingen modern aber nicht futuristisch oder spacey, passen immer perfekt zum Song und kleistern niemals das Klangbild zu. Viele der zeitgeistigen Melodic-Power-Kitsch Combos könnten sich hier eine dicke Scheibe abschneiden. Auch die gelegentlich etwas schrägen Gitarren-Leads machen einen Höllenspass und können bei intensivem Hören schon mal zu dem Gefühl führen, man hätte gerade einen Knoten ins Hirn verpasst bekommen. Die eigentliche Besonderheit dieses an Intensität kaum zu überbietenden Kunstwerks ist jedoch nicht in adäquate Worte zu fassen. Es gibt einfach immer mal wieder Platten, die das "gewisse Etwas", eine nicht zu greifende "Magie" besitzen. Platten, die einen regelrecht vor die Anlage zwingen, bei denen es einem heiss und kalt den Rücken runterläuft... 'Loss Angeles' gehört für mich zu diesen raren Exemplaren. Mehr davon!


Mabool
Mabool
Wird angeboten von plattenguru, Preise incl. Mwst.
Preis: EUR 35,00

18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt, 4. April 2004
Rezension bezieht sich auf: Mabool (Audio CD)
Wenn einem nach rund 25 Jahren Musikhör-Erfahrung schliesslich das perfekte Album unterkommt, tut man sich schwer damit, eine sachliche und einigermaßen objektive Rezension abzugeben. Also will ich meine erste Begenung mit diesem Album schildern. Die Label-Beschreibung auf dem Sticker ist schon mal perfekt, um einen offenohrigen Metaller so neugierig zu machen, dass er das Teil ungehört einsackt: "A perfect blend of atmospheric Gothic metal and melodic Death metal with Oriental and Middle Eastern influences".
Nachdem ich die CD in den Player geschoben habe, war ich sofort elektrisiert von den Klängen die da zu hören waren ... und nach mehr als einer Stunde saß ich immer noch unbewegt an der gleichen Stelle, wie vom Blitz getroffen, wahrscheinlich mit einem irren Ausdruck im Gesicht, der irgendwo zwischen Grinsen, Fassungslosigkeit und Ungläubigkeit gelegen haben muß. Das also war sie: Die perfekte Platte, die einem wahrscheinlich nur einmal im Leben begegnet. Die einem klarmacht, wieviel man auf der Suche danach investiert hat. Auf einmal wünscht man sich all die Zeit zurück, die man mit dem Hören von minderwertigem Zeugs verschwendet hat.
Sich mit Worten an diesem Album zu versuchen, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Stilistisch gesehen, muss man die obige Beschreibung um einiges erweitern. Zum einen gehen die "Oriental and Middle Eastern influences" weit über bloße Einflüsse hinaus, es gibt streckenweise lange Passagen, in denen sich die Scheibe völlig vom Metal entfernt und total in die geheimnisvollen Welten des orientalischen "Folk" abtaucht. Dann gibt es ausufernde Frickelpassagen, die auch die Großmeister des Prog-Metal nicht besser hinkriegen. Und schließlich wird hier auch mal in bester Powermetal Manier gerifft, dass es einem schier den Nacken bricht, um später gefällige Melodien im AOR Stil zu servieren. Es ist vor allem beeindruckend, wie sicher sich die Band zwischen diesen Stilen bewegt. Mal kommen nur einige arabische Skalen inmitten von Death-Gebolze zum Einsatz, mal gibt es abrupte Brüche mit 100%-em Stilwechsel von Power Metal zu indischem (sic!) Strassengesang, ein andermal gleitet man fast unmerklich von gnadenlosem Black-Metal-Geknüppel in progressive Instrumentalorgien. Doch ist das immer schlüssig und stimmig, das ganze Album ist ein musikalischer Trip, der einen von vorn bis hinten gefangen nimmt.
Das Arsenal an eingesetzen Mittel ist beeindruckend: neben einigen traditionellen arabischen Instrumenten, allen voran der Oud, kommen ein ganzes Orchester und diverse Chöre zum Einsatz. Wer hier sofort Rhapsody-artigen Schund vermutet, liegt weit daneben, den der Einsatz dieser Stilmittel ist immer ökonomisch und absolut passend.
Eine Besonderheit ist auch der Gesang. Der Sänger beherrscht von tiefen Growls bis zum keipfenden Gekreische das ganze Arsenal des Extrem-Metal und beeindruckt genau so mit seinem 'cleanen' Gesang, der ungeheuer viel Emotionen transportiert, ohne dabei auch nur ansatzweise kitschig zu wirken.
Ein im Metal noch nie dagewesener Stilmix, eine beeindruckende Soundvielfalt und guter Sänger nützen aber alleine noch nichts, wenn es keine guten Songs zu hören gibt. Doch diese Befürchtung ist hier völlig unbegründet. Was die Jungs an eingängigen, aber nie banalen Riffs und Melodien aus dem Ärmel schütteln, ist einfach unglaublich. Es gibt massenhaft 'magische' songschreiberische Momente auf dieser Platte, die einen Tag und Nacht verfolgen und einfach nicht mehr aus dem Schädel zu kriegen sind.
"Mabool" ist für mich die beste Platte, die der Metal je hervorgebracht hat. Allerdings setzt sie beim Hörer ein gewisses Maß an Offenheit voraus. Wer bei sich bei "Weltmusik" und/oder Todesblei-Gegrunze eher mit Grausen abwendet, dürfte wahrscheinlich weniger Freude an diesem Juwel haben. Wer Anouar Brahem genau so liebt, wie Dream Theater und Cannibal Corpse, wird schwerlich was Besseres finden.


Fantasy (a New Dimension)
Fantasy (a New Dimension)
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 49,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grotesk unterschätzt, 15. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Fantasy (a New Dimension) (Audio CD)
Die Art und Weise, wie diese Band und vor allem dieses Album von der Fachpresse und damit leider auch von vielen Journalisten-hörigen Fans unterbewertet wird, hat schon fast etwas Groteskes an sich. Sicherlich, wer bei jedem neuem Album nach Innovation und nichts als Innovation schreit, wird hier keine Freude haben, denn einen Originalitätspreis gewinnen die Jungs von Insania bestimmt nicht. Wer hingegen mehr darauf setzt, worauf es wirklich ankonmmt, nämlich auf exzellentes Songwriting, wird hier überreichlich bedient. Fast jeder Vers, jede Bridge und jeder Chorus ist ein absoluter Killer. Drive, Power und Spielfreude sind absolut mitreißend. Die Stücke sind lang, aber nicht langatmig, die zahlreichen Soli sind virtuos, aber songdienlich und die Arrangements sind aufwendig, aber nicht kitschig. Dazu kommt ein weit überdurchschnittlicher Sänger mit auch in Höhenlagen angenehm unpathetischer Stimme. Und die Texte sind meistens sehr tiefsinnig. Die unerträglichen Genre-Klischees werden weitgehend vermieden, dagegen geht es um Fragen nach dem Sinn der menschlichen Existenz und dem Leben nach dem Tod. Welche der Bands, die von Insania angeblich kopiert werden, hat dies schon alles zu bieten?
Wer auf schnörkellosen, kitschfreien Melodic Speed Metal steht, sollte dieser Scheibe unbedingt die Zeit für eine Hörprobe widmen.


Feeding the Flames
Feeding the Flames
Wird angeboten von forever_rock-de
Preis: EUR 12,90

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kommt nicht an das Debut heran, 29. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Feeding the Flames (Audio CD)
Selten durfte man auf eine Produktion aus dem Heavy-Sektor so gespannt sein, wie auf das neue Burning Point Werk. Schließlich haben die Finnen mit ihrem Debut 'Salvation by Fire' bewiesen, dass man auch im 3. Millenium noch eigenständigen und einfallsreichen Power Metal, abseits von jeglichen 'nu'-modischen oder extremen Strömungen spielen kann. Im Gegensatz zu den Heerscharen von anderen klassischen Power Metal Combos fallen einem bei Burning Point nicht sofort tausende von Vorbildern und/oder Songs ein, nach denen das Ganze klingt. So ist die 'offizielle' Label-Beschreibung als Mix zwischen traditionellem Metal der Marke Priest, Accept, Sabbath und Malmsteen sowie der Musikalität und der unbändigen Energie von Children of Bodom eher ein unbeholfener Versuch einer Klassifizierung. Vor allem das grandiose Songwriting mit dem Gespür für eingängige, aber nicht banale Melodien und der gesunde Mix aus Härte, Schwere und Düsterness, der sehr locker und durchsichtig daherkommt, zeichnet die Band aus. Dazu ist Frontman Pete Ahonen ein Sänger/Gitarrist, der mit individueller und völlig klischeefreier Stimme singt und der in der Lage ist, seine Finger mit Lichtgeschwindigkeit ala Shima über das Griffbrett sausen zu lassen. Was will man mehr?
Zum Beispiel noch mehr Abwechslung. Kein Problem, auf dem neuen Werk 'Feeding the Flames' ist das gesamte Spektrum vertreten, das ein gutes Power Metal Album ausmacht. Treibende Speed-Nummern, Stampfer mit Bang-Garantie, melodiöse Parts, epische Einflüsse. Auch ansonsten bietet der Nachfolger einige Vorzüge gegenüber dem Debut: Die Stücke sind clever arrangiert, mit Keyboards, die dezent im Hintergrund als zusätzliche Klangfarbe eingesetzt werden und mit der gelegentlichen Verwendung von akustischen Gitarren. Und auch formal hat man sich diesmal auf mehr Spielraum eingelassen und bei der Melodieführung ist der Wille zu etwas höherem Anspruch deutlich zu erkennen. So wirkt 'Feeding the Flames' alles in allem deutlich reifer und routinierter als der Vorgänger. Und genau hier liegt die Achillesferse, denn das rotzig geradlinige drauflos spielen, das im positiven Sinne primitiv anmutende festhalten an Schema F und die unaufgesetzte Ungeschliffenheit machten gerade den Charme und die Klasse des Debut-Albums aus. Davon ist auf 'Feeding the Flames' doch einiges verloren gegangen. Auch das Songwriting ist trotz konstant hohem Niveau nicht mehr ganz so genial, es fehlen die echten Reißer, die auf 'Salvation by Fire' noch im Überfluss vorhanden waren. Zum Ausgleich erfreut man sich an der enormen Weiterentwicklung von Pete Ahonen, dessen Gesang um einiges variabler und ausdruckstärker geworden ist.
'Feeding the Flames' ist ein weit überdurchschnittliches Power Metal Album, mit dem sich Burning Point nachhaltig in der Szene etablieren dürften. An das grandiose Debut reicht der Neuling allerdings nicht annähernd heran.


Odin
Odin
Preis: EUR 17,90

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompromißloser True Power Speed Metal für Fans, 9. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Odin (Audio CD)
Eine klischeehaftere Produktion aus dem Metal-Genre ist mir in letzter Zeit selten untergekommen. Das fängt bei der Artwork und den Texten an und zieht sich nahtlos durch die musikalischen Inhalte. Die Band weicht um keinen Millimeter vom Pfad der Tugend ab, irgendwelche progressiven oder 'Neo-' Elemente sind weit und breit nicht auszumachen. Daran ist auch nichts auszusetzen, es wird ja explizit damit geworben, dass es sich hier um TRUE Power-Speed-Metal handelt und so weiß der Hörer wenigstens genau was er zu erwarten hat. Allerdings befindet man sich damit auf dünnem Eis, denn die guten Riffs und Hooks sind halt nun mal schon von einem guten Dutzend Weltklassebands abgegrast worden, da ist es schwer innerhalb der engen Genre-Grenzen noch etwas Originelles und Innovatives ins Rennen zu schicken. Und so verwundert es nicht weiter, dass einem bei 'Odin' vieles doch sehr bekannt vorkommt. Besonders Maiden und die deutschen Kollegen der Brainstorm/Symphorce-Ecke drängen sich gelegentlich in die Gedankengänge des Hörers, auffällig oft auch die Finnen Burning Point.

Ist dies nun also ein Wegwerfalbum für den schnellen Konsum? Weit gefehlt: Zum einen haben es Wizard geschafft mit 'The propecy' einen absolut herausragenden Über-Song zu schreiben, der das Zeug zum Klassiker hat und mit 'Dark god' und 'Lokis punishment' sind zwei weitere Überflieger am Start. Dann ist da die astreine Produktion: Druckvoll, voluminös und trotzdem sehr klar rollt das Gewitter aus den Boxen heran, dabei hat man es aber nicht versäumt, dem ganzen eine angemessene, leicht trashige Note zu verpassen. Weiter ist da noch der Sänger, der sich auf oberstem Niveau bewegt und über eine sehr breite Ausdruckspalette verfügt - der Vergleich mit der Klasse von Andy B. Franck ist hier durchaus statthaft. Und manche Songs liefern doch das eine oder andere Überraschungsmoment, durch Tempowechsel hier, unerwartete Einschübe da. Die grandiosen Gitarrensoli setzten dem Ganzen dann noch die Krone auf, mit einem emotional packenden, schneidend-intensiven Sound fressen sich die Läufe mit Höchstgeschwindigkeit direkt in die Eingeweide des Hörers. Alles in allem ein bemerkenswertes Album, das jede Sammlung von Metal-Freaks wirklich bereichern wird. Wer noch die Gelegenheit hat, sollte sich die Ltd. Edition sichern. Diese wartet neben zwei Bonus-Tracks und einem Video (Betrayer) noch mit einem umfangreichen Booklet und einem Poster auf.


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