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Rezensionen verfasst von
Dr. Alexander Unzicker (München)
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Griechenland als Exempel: oder als der Fluch des Neoliberalismus über die Menschen kam
Griechenland als Exempel: oder als der Fluch des Neoliberalismus über die Menschen kam
Preis: EUR 2,99

4.0 von 5 Sternen Ehrliche Empörung über Folgen einer absurden Politik, 26. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Streitschrift des Politikwissenschaftlers und Griechenlandkenners Scheunemann bringt die tragischen Folgen der globalen Finanzkrise speziell für Greichenland auf den Punkt. Mit verständlicher Argumentation wendet er sich gegen einige immer noch propagierte falsche Rezepte. Natürlich gibt es noch größer angelegte Entwürfe zu dem Thema Finanzkrise, und es enthält sicher auch nicht die endgültigen Lösungen. Aber die Passion des Autors, die sich auch in drastischer Sprache niederschlägt, machen das Büchlein doch zu einem wertvollen Mosaikstein für die Bewusstseinsbildung, die einem künftigen, humaneren Wirtschaftssystem als dem jetzigen vorausgehen muss.


Einstein - Einblicke in seine Gedankenwelt: Diese Biografie bietet gemeinverständliche Betrachtungen über die Relativitäts-Theorie und Einsteins Weltsystem
Einstein - Einblicke in seine Gedankenwelt: Diese Biografie bietet gemeinverständliche Betrachtungen über die Relativitäts-Theorie und Einsteins Weltsystem
Preis: EUR 0,99

5.0 von 5 Sternen Aufschlussrieche Gedanken und Fundgrube für Zitate, 26. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Natürlich kauft man dieses Buch aus Interesse an Einstein und erfährt einige wenig bekannte Ansichten von ihm, die den heutigen Physikern zu denken geben müssten. Es macht aber auch Spass, die klugen Fragen Moszkowskis zu verfolgen, den Einstein wohl nicht zufällig als Gesprächspartner geadelt hat. Teils wunderschön poetisch-treffende, wenn auch etwas altertümliche Formulierungen runden das Lesevergnügen ab.


Vom Urknall zum Durchknall: Die absurde Jagd nach der Weltformel (German Edition)
Vom Urknall zum Durchknall: Die absurde Jagd nach der Weltformel (German Edition)
von Alexander Unzicker
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 52 Rezensionen zu diesem Buch (Mittelwert 3.5 von 5), 18. Mai 2014
Neuerdings werden offenbar Neuauflagen - auch wenn Sie unverändert sind - nicht mehr mit den den Kundenrezensionen des Originals verlinkt. Diese sind hier zu finden:

http://www.amazon.de/Vom-Urknall-zum-Durchknall-Weltformel/dp/3642048366
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 2, 2014 10:07 PM MEST


Showdown: Der Kampf um Europa und unser Geld
Showdown: Der Kampf um Europa und unser Geld
von Dirk Müller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein interessantes, kluges und engagiertes Buch, 9. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe es an einem Abend ausgelesen. Nach einem einleitenden Kapitel über die Geschichte des Euro und dessen Zusammenhang mit der Wiedervereinigung, die ja nicht unbekannt ist, legt Müller eine interessante These dar: Am Ausbruch der Griechenland-Krise seien die USA wesentlich beteiligt gewesen, weil der Dollar als Leitwährung durch den Euro bedroht war.

Wieviel an den Öl- und Gasvorkommen Griechenlands wirklich dran ist, muss sich wohl zeigen, aber die Hintergrundinformationen über die Verlechtungen der Regierung Papandreou mit internationalen Finanzinteressen, einschließlich der Aktivität
von Goldmann Sachs, die bei der griechischen Bilanzfälschung mithalf... all dies ergibt schon einen gewissen Sinn, wenn man
wie Müller fragt: Cui bono? Und zu recht wundert er sich, warum Europa sich das trojanische Pferd IWF ins Boot holte, der seine idiotische Politik inzwischen sogar eingestanden hat: man habe sich bei der Auswirkung der harten Einsparungen verrechnet. Sorry.
Dafür also haben Millionen Europäer ihren Arbeitsplatz verloren, empört sich Müller zu Recht und zitiert zwei Aussagen des IWF vom Juni 2012: "IWF fordert von Spanien zusätzliche Sparanstrengungen" und "IWF warnt USA vor einem Sparwahn" Dazu Müller: "Das ist entweder schizophren oder bösartig."

Sein Buch geht aber weit über Wirtschaftspolitik hinaus, er schreibt über europäische Werte, über regenerative Energien,
über Entscheidungsstrukturen in der EU und den dort ausufernden Lobbyismus. Sein Vorschlag eines Infrastrukturfonds ist
gut, alles sind vernünftige Ansichten, die man unterschreiben kann.

Dass er keine Patentlösung für alles hat (einer Kapitalerstragssteuer kann man leider noch ganz gut entkommen) kann man
ihm nicht ankreiden, vielleicht hätte ich mir gewünscht, dass er noch mehr über Nahrungsmittelspekulation und Landgrabbing
schreibt - Dinge, die er auf Youtube anprangert.

Nach der Lektüre google ich die Besprechungen des Buches, und kann mir folgendes nicht verkneifen:Der SPIEGEL fühlt sich veranlasst, Müllers Buch als "voll von Verschwörungstheorien" zu diffamieren. Daraus muss man eher den Schluss ziehen, dass dieses so kritische deutsche Leitmedium trotz aller seiner Qualitäten manchmal auch mehr nachplappert als mitdenkt.


Schluss mit dem Bildungsgerede!: Eine Anstiftung zu pädagogischem Eigensinn
Schluss mit dem Bildungsgerede!: Eine Anstiftung zu pädagogischem Eigensinn
von Michael Felten
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufruf zum pädagogischen Eigensinn - eine Motivationsspritze für Lehrer, 9. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich unterrichte Mathematik und Physik an einem Gymnasium und möchte dem Autor danken für dieses Buch. Ich las es am Anfang des Schuljahres, und im Gegensatz zu Lehrerkonferenzen und Fachsitzungen motivierte es mich außerordentlich. Warum? Weil Felten den Predigern orchideenartiger Methodenvielfalt und der Schwemme von überflüssigen Unterrichtsmaterialien des "pädagogisch-industriellen Komplexes" (herrliche Wortschöpfung) einfache, klare, umsetzbare Prinzipien entgegenhält - witzig und mit erfrischenden Argumenten.

Dem außerordentlich belesenen Autor ist es gelungen, einen pädagogischen Leitfaden zu entwerfen, wie er prägnanter, fundierter und wirksamer kaum sein kann. Anstelle von Checklisten mit Dutzenden von Handlungsanweisungen, die man als Lehrkraft angeblich permanent beachten soll, kann ein Prinzip viel mehr bewirken: Ermutigung. Alfred Adler und andere, die Felten zitiert, sind eben über die Zeiten gültige Pädagogik, anders als didaktische Modeeerscheinungen, die sich oft in mit heißer Nadel gestrickten Reformen wiederfinden. Feltens provokanter Rat: Warum nicht einfach mal Unsinn ignorieren, dessen Wirksamkeit nicht nachgewiesen ist? Auch zur evidenzbasierten Pädagogik von Hattie informiert Felten fundiert und aktuell. Ein angenehm knappes, unbedingt empfehlenswertes Buch.


Freiheit statt Kapitalismus: Über vergessene Ideale, die Eurokrise und unsere Zukunft
Freiheit statt Kapitalismus: Über vergessene Ideale, die Eurokrise und unsere Zukunft
von Sahra Wagenknecht
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

34 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Frage von links oder rechts, 1. September 2012
Sahra Wagenknecht hat ein wichtiges Buch geschrieben. Dass es sich um eine
überzeugende und fundierte Analyse des Weltwirtschaftssystems handelt,
haben kompetente Rezensenten bereits dargelegt. Ich möchte zwei Dinge
hervorheben:

Wagenknecht räumt mit dem Vorteil auf, es handle sich um eine 'Euro'-Krise,
und zeigt, dass im Weltwirtschaftssystem in den letzten Jahrzehnten so
viele Halteschrauben gelockert wurden, dass es nun instabil wird. Überall.

Besonders erhellend war für mich die Darstellung, wie zerstörerisch der
"Raubtierkapitalismus" (Jean Ziegler) sich bereits auf die 'ganz normale'
Wirtschaft auswirkt. Dass durch Nahrungsmittelspekulation Menschen verhungern,
blenden wir gerne aus, aber sogar jeder vernünftige mittelständische
Unternehmer müsste aus purem Eigeninteresse eigentlich auf die Straße gehen,
wenn Banken wieder einmal Staaten erpressen.

Und so ist dieses Buch eben nicht in erster Linie rechts oder links, sondern
klug statt dumm, ehrlich statt korrupt, zeigt eigenes Denken statt Nachplappern,
Mut statt Fraktionsdisziplin, Moral statt Anpassung. Bravo.

Und natürlich ist der Vorwurf nicht durchdacht, Wagenknecht biete keine
Lösungsmöglichkeiten an - es gibt niemand auf der Welt, der diese im Moment
hat, denn auch eine Bundeskanzlerin Wagenknecht könnte das weltweite
Finanzkapital nicht einfach so entmachten.

Das Buch tut also was es kann - eine demokratische Öffentlichkeit informieren,
die noch viel Kräfte sammeln muss, um sich eines Tages eines perversen und
menschenverachtenden Finanzsystems zu entledigen und es durch ein
innovatives, humanes und gerechtes zu ersetzen.


Irrte Einstein?: Skeptische Gedanken zur Relativitätstheorie - (fast immer) allgemeinverständlich formuliert
Irrte Einstein?: Skeptische Gedanken zur Relativitätstheorie - (fast immer) allgemeinverständlich formuliert
von Egbert Scheunemann
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,80

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Querdenker, für die Stromlinie anstrengend zu lesen, 12. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zugegeben, als Physiker kostet es eine gewisse Überwindung, einen solchen Titel mit kontroversen Thesen eines weithin unbekannten Autors nicht gleich wegzuklicken. Und doch handelt es sich insgesamt um ein ernstzunehmendes und lesenswertes Buch.

Zwar würde ich es nicht gerade einem Lernenden als Einstieg empfehlen, obwohl zum Beispiel die Herleitung der Zeitdilatation oder das Myonenexperiment (S. 34) durchaus korrekt dargestellt sind - letztlich eignen sich für diese Zielgruppe Bücher wie das Kleine 1x1 der Relativitätstheorie sicher besser. Obwohl durchaus mit Sachkenntnis und Belesenheit, verbeißt sich Scheunemann zum Beispiel zu sehr in die Diskussion des Zwillingsparadoxons, die ich auch im Ergebnis nicht ganz nachvollziehen kann. Anstrengend macht hier das Lesen auch, dass er bis zu zehnmal pro Seite Literaturstellen mit einem doppelten Ausrufezeichen kommentiert, und dies auch noch in pflichtschuldiger Lektorenart mit seinen Initialen versieht - aber zur Sache: immerhin sind seine Argumente teilweise nicht uninteressant.

Das Problem der heutigen Physik ist schließlich nicht, dass ein paar Querdenker die Relativitätstheorien im Übermaß anzweifeln, sondern dass eine Monokultur der Forschung die allgemeine Relativitätstheorie unter Denkmalschutz stellt, obwohl die Reparatur der Widersprüchlichkeiten mit den neuen Konzepten der Dunklen Materie und Dunklen Energie mehr schlecht als recht gelingt. Erwin Schrödinger hätte wohl hier gesagt: Ist das Problem erst durch eine Ausrede beseitigt, entfällt auch die Notwendigkeit, darüber nachzudenken.

Scheunemann denkt ungeniert nach, belesen, wenn auch nicht immer ganz fundiert, aber manchmal erstaunlich tiefsinnig. Bezeichnend finde ich zum Beispiel, dass Scheunemann einen ziemlich eigenwilligen und heute unbeachteten Gedanken aus der Doktorarbeit von Louis Victor de Broglie aufgreift (S. 106) - ohne dass er sich dessen bewusst ist, und ohne die Konsequenzen, die de Broglie später den Nobelpreis eintrugen, aber immerhin. So dumm ist die Herangehensweise dieses Hamburger Wissenschaftlers nicht.

Dass er als solcher seine eigene Meinung vertritt und sich im Internet den Geschreireflexen von manchen selbsternannten Hütern der Wissenschaft aussetzt, verdient eher Respekt als Herablassung. Es ist schon bizarr, welche Reaktionen eine vielleicht nicht überall korrekte, aber doch nicht unsinnige Kritik an Einsteins Theorien hervorruft, wenn man gleichzeitig sieht, wie widerspruchslos in fast allen populärwissenschaftlichen Büchern die Absurditäten etwa der kosmischen Inflationstheorie nachgebetet werden, die mit ihrer Extrapolation über fünfzig Größenordnungen zurück zu den Sekundenbruchteilen nach dem Urknall jeder wissenschaftlichen Methode Hohn spricht.

So kann dieses Buch, ironischerweise und vom Autor wohl kaum gedacht, auch Anlass einer soziologischen Reflexion über Meinungsbildung in den Naturwissenschaften sein - gerade heute ein unterschätztes Thema, zu dem zum Beispiel Andrew Pickering mit Constructing Quarks, Harry Collins mit Gravity's Shadow und Peter Galison How Experiments End wertvolle Beiträge geliefert haben.

Für Naturwissenschaftler ohne Scheuklappen eine anregende Lektüre.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 17, 2013 10:28 AM CET


Der Hass auf den Westen: Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren
Der Hass auf den Westen: Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren
von Jean Ziegler
  Gebundene Ausgabe

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das muss man wissen über die Welt, 28. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Jean Ziegler, ehemaliger Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung, zeichnet eine erschreckende Momentaufnahme der obszönen Auswirkungen der Globalisierung.

Ziegler berichtet exemplarisch wie es a uf der Welt zugeht: In Nigeria fehlt es der notleidenden Bevölkerung an allem, während das Land, der achtgrößte Erdölproduzent der Welt, von Konzernen ausgeplündert wird, über die eine korrupte Militärjunta die schützende Hand hält. Den damaligen Kopf der Verbrecherbande lud übrigens Bundeskanzlerin Angela Merkel als Ehrengast zum G8-Gipfel nach Heiligendamm ein, und entsprechend heftig ist auch seine Kritik am häufig ignoranten Benehmen des Westens.

Besonderheit des Buches ist die historisch - psychologische Dimension der Ausbeutung der Länder des Südens. Ert macht klar, wie verhängnisvoll Sklavenhandel und Kolonialisierung auch heute noch nachwirken. Exemplarisch kritisiert er den arroganten Umgang von Frankreichs Präsident Sarkozy mit der Vergangenheit in Afrika und nennt die Dinge beim Namen. So bezeichnet es als historische Lüge, wenn Papst Bendikt XVI sagt, die Einheimischen in Südamerika hätten eine stille Sehnsucht zur Bekehrung empfunden, wobei er drastisch von den Grausamkeiten der Conquistadores berichtet.

Ein Positivbeispiel, auf das er näher eingeht, ist Bolivien unter der Regierung Morales, auch hier besticht Ziegler durch detailreiche Sachkenntnis. Er ist gleichzeitig radikal, weil er eine Art von französischer Revolution in anderer Form für notwendig hält, gleichzeitig brilliert seine Argumentation aber durch umfassende historische Bildung und Einsichten in globale Zusammenhänge, auch wenn die Empörung manchmal aus ihm herausbricht: "Für eine Tankfüllung eines Mittelklassewagnes werden 358 kg Mais verbrannt... Davon kann ein Kind ein Jahr lang leben. Sollen die im Süden doch verrecken!"

Ein aufrüttelndes Buch, gerade weil es nur einen Teil der Mißstände beleuchtet - Ziegler könnte sicher noch fünf solche Bücher schreiben, und hoffentlich tut er es. So kann es nicht weitergehen.


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