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Rezensionen verfasst von
"raimund-t"

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Quadrophenia [DVD] [UK Import]
Quadrophenia [DVD] [UK Import]
DVD ~ Franc Roddam
Wird angeboten von FLASH
Preis: EUR 5,18

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toller Film über Subkultur, 28. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Quadrophenia [DVD] [UK Import] (DVD)
Frabk Roddam hat es gut gemeint und THE WHO haben ihn tatkräftig unterstützt, und da sieht man ihm so einige Ungereimtheiten nach, die die ausgewählten Lieder, die Mode und die Ideale der Mods betreffen. Dass Pete Townshends introvertierte Story einer publikumswirksamen Inszenierung weichen musste ist verständlich.
Die Schauspieler sind genial, an der Spitze natürlich Phil Daniels als Jimmy und Sting in einer Cameo-Rolle als Ace.
Alles in allem ein ansprechender, frischer und spannender Film, der allerdings über die Subkultur der späten Siebziger mehr aussagt als über die der Sechziger.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 19, 2010 12:04 PM CET


Quadrophenia
Quadrophenia
Preis: EUR 16,98

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Konzeptalbum, 28. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Quadrophenia (Audio CD)
Mit diesem Album erreichten THE WHO den absoluten Zenit. Pete Townshend, der dieses Meisterwerk schrieb, fand in seinen kongenialen Partnern die ideale Besetzung, seine anspruchsvolle Story über die Identitätskrise eines Jugendlichen musikalisch umzusetzen. Die Band versteht es die durchwegs guten Songs kraftvoll, mit Live-Feeling, rüberzubringen, selbst dann wenn der Synthesizer dominiert. Der Sound: Pete's Gitarre, hart, kompromisslos, John's Bass: ein Soloinstrument, wie immer, Keith's drumming wild und ungezügelt. Leider ist Roger's Gesang an einigen Stellen zu sehr zurückgenommen, denn er ist hervorragend. Die extensiven Synthesizerparts, zusammen mit den musikalischen Leitmotiven verleihen den Instrumentalsstücken (Quadrophenia, The Rock) ein fast "Wagnerianisches" Feeling. Perfekter Hardrock (The Real Me, Punk And Godfather, 5:15, Dr. Jimmy), und langsamere Stücke (I'm One, Sea And Sand, Love Reign) halten sich die Wage, wobei letztere niemals ins seichte, schmalzige abdriften. Genial und ausgiebig auch die Verpackung: Komplett mit Storyline, Texten und "Screen Shots".
Auch wenn's viele nicht gern hören mögen: definitiv besser als Tommy und Who's Next.


Desire/Blood On The Tracks/Street Legal
Desire/Blood On The Tracks/Street Legal

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Drei tolle CDs zum Sonderpreis, 22. Mai 2003
Die beiden besten Dylan Alben der 70er, Blood On The Tracks und Desire, machen dieses Box Set Angebot schon kaufenswert. Als Draufgabe erhält man noch die Street Legal CD, ein ebenfalls schönes Dylan Werk, auch wenn es nicht zu den ganz großen zählt.
1. Blood On The Tracks (1975). Neben Blonde On Blonde das beste Dylan Werk überhaupt. Musikalisch brilliant, dezent instrumentiert, außergewöhnliche Texte, die alle Trennungsschmerz und Abschied thematisieren. Tangled Up In Blue, Idiot Wind und Shelter From The Storm sind nicht nur außergewöhnlich Songs, sondern auch hervorragende Gedichte.
Auf dieser CD gibt es keinen Füller.
2. Desire (1976). Der Nachfolger von Blood, mit einem Großteil der Rolling Thunder Band einspielt. Musikalisch auffällig sind Scarlet Riviera's Violinenspiel und der Backgroungesang von Emmylou Harris. Die Songs sind stürmisch, voller Leidenschaft, Mystik und Emotion. Die besten Songs: Hurricane, Isis, Oh Sister und Sara.
3. Street-Legal (1978)
Aufwendiger instrumentiert als die beiden vorhergehenden Werke, jedoch lasch produziert. Musikalisch nicht ganz so gut, die Texte sind noch verschlüsselter und geheimnisvoller als auf Desire. Changing Of The Guards isr genial, ebenfalls Senor und Where are you tonight? Versteckte Andeutung auf die Hinwendung zum Christentum machen sich bemerkbar. Die letzte "säkuläre" Platte Dylans bis Infidels (1983).


Bringing It All Back Home/Highway 61 Revisited/Blonde On Blonde
Bringing It All Back Home/Highway 61 Revisited/Blonde On Blonde

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Surrealistische Achterbahnfahrt, 18. Mai 2003
Diese drei Alben in einem Box-Set zum absoluten Sparpreis herauszubringen - dafür kann man Sony wahrlich dankbar sein!!!
Nicht nur, dass diese drei zum nesten gehört, was Dylan gemacht hat - sie gehören auch inhaltlich und musikalisch zusammen. Erschienen 1965 (Subterranean Homesick Blues - Bringing It All Back Home / Highway 61 Revisited) und 1966 (Blonde On Blonde) zeigen sie Dylan auf seinem kreativen Höhepunkt, sowohl lyrisch als auch musikalisch.
1. Bringing It All Back Home - Der Folksinger Dylan wird elektirsch - und wie. Subterranean Homesick Blues ist harter R & B vom feinsten, Dylans Sprechgesang nimmt den Rap vorweg. Love Minus Zero/No Limit ist ein feines Liebeslied voller kraftvoller Metaphern ("there's no success like failure-and a failure's no succes at all), Mr. Tambourine Man, Gates of Eden, It's Alright Ma und Baby Blue gehören zu den schönsten Gedichten den amerikanischen Literatur.
2. Highway 61 Revisited
Like A Rolling Stone - Ein Klassiker, der beweist: No one sings Dylan like Dylan. Der Text ist zynisch und höhnisch, und Dylan bringt das absolut gut rüber. Die Band ist klasse - nicht zu unrecht von Rolling Stone zu einer der 10 besten Singles aller Zeiten gewählt. Weitere Highlights: Ballad Of A Thin Man: ein bedrohlicher Anit-Spießer Song, der einen sehr verstörenden Nachgeschmack hinterlässt. Der Titelsong, öberflächlich witzig, aber düster wenn man tiefer schürft "God said to Abraham: Kill me a son" (Dylan Vater hieß Abraham). Desolation Row ist ein apokalyptischer Song, Amerika nach dem Hard Rain.
3. Blonde On Blonde
Sicherlich Dylans Meisterwerk, keine andere PLatte hat je das 3 Uhr früh feeling besser rübergebracht als diese. Abwechsunglsreich, wie keine andere, mit Top Musikern in Naschville eingespielt.
Rainy Day Women 12 & 35: Ein aberwitziger Song offensichtlich über Drogenkonsum mit der message "everybody must get stoned..."
Visions Of Johanna: ein zeitloses Gedicht, "the ghost of electricity howls in the bones of her face, where these visions of Johanna have taken their place"
I Want You: Ein verspieltes Liebeslied, voller surrealistischer Bilder
Stuck Inside Of Mobile: Eine Achterbahnfahrt durch irrwitzige Situationen, die den Erzähler sinnierend zurücklassen "how to get out of going through all these things twice"
Just Like A Woman: Ein bissiges und böses Lied, musikalisch ungeheuer einfallsreich.
Obviously 5 Believers: Genialer R & B, von dem sich die Stones so einiges abschauen können.
Sad Eyed Layd Of the Lowlands: Das schönste und geheimnisvollste Liebeslied, das Dylan je schrieb (für seine Frau Sara), nimmt mit über 11 Minuten die ganze 4 Seite auf der LP für sich in Anspruch.
Hört man diese drei Platten nacheinander an, so bekommt man das Gefühl inmitten eines Malstroms zu sein, der sich immer schneller dreht und einen schließlich zu verschlingen scheint. Dass es Dylan so ging beweist nicht nur die Musik, sondern auch sein Aussehen damals, er magerte zusehends ab, ernährte sich von viel "Medicine" (Pillen, Alkohol, Drogen...) und litte unter ungeheurem Druck (Tourneen, Platten, messianische Verehrung und gleichzeitig offene Feindschaft des Publikums und der Presse). Im Sommer 1966 hatte er einen schweren Motorradunfall, der wohl sein Leben rettete - Dylan zog sich zurück und erschien erst Ende 67 wieder auf der Bildfläche - mit sauber geschnittenen Haaren, gesund und munter dreinblickend und einer Platte mit musikalisch sehr einfachen Songs über das Ausbrechen und des Ausgestoßen werden aus der Gesellschaft...(John Wesley Harding)
Ein Tip: Um zu erfahren wie Dylan 1966 live klingt, unbedingt "Live 1966" kaufen.


Revolver
Revolver
Wird angeboten von Dvd Overstocks UK
Preis: EUR 16,88

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blonde On Blonde der Beatles, 19. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Revolver (Audio CD)
Was für Dylan "Blonde On Blonde" ist, ist für die Beatles "Revolver". Der absolute kreative Höhepunkt ihrer Karriere, ein Meisterwerk, das auch von "Sgt. Pepper" und "Abbey Road" nicht übertroffen wird. Erschienen ist das Album 1966 (genau wie "Blonde On Blonde"), und keine Platte der Beatles ist abwechslungsreicher als diese. Die Achterbahnfahrt beginnt mit
"Taxman" einem zynischen Harrison-Song über die modernen Straßenräuber des Empires. Dominiert wird der Song von einer einprägsamen Bass-Figur (1980 von Paul Weller von The Jam für seinen Song "Start!" wiederentdeckt)und verzerrten Gitarren, komplett mit Feedback Effekten.
"Eleanor Rigby" ist ein Meisterwerk von McCartney, der diesen Song auch singt, begleitet von einem Streichquartett. Thematisiert wird die Einsamkeit der Menschen in der postmodernen Gesellschaft.
"I'm Only Sleeping" ein verträumter Song mit Anspielungen auf Drogenkonsum, genial das rückwärts gespielte Gitarrensolo.
"Love You To": Harrison, komplett mit Sitar und indischen Begleitmusikern.
"Here, There And Everywhere": ein McCartney Ballade mit einer eindrucksvollen Akkordfolge.
"Yellow Submarine": Ein Witz, basierend auf einem Kinderreim. Ringo singt, ein Haufen Samples plus einem Brass-Solo. Alles in allem genial. Inspirierte den gleichnamigen Zeichentrickfilm.
"She Said, she said": Kreischende Gitarren, Feedback. Bedrohlich.
"Good Day Sunshine": Genau das Gegenteil zum vorhergehenden Song. Leichtigkeit und Freude beherrschen dieses musikalisch von Klavierakkorden dominierten Lied.
"And Your Bird Can Sing": Ein schneller Rocksong, diesmal stehen wieder Gitarren im Vordergrund.
"For No One": Eines von McCartneys besten Love-Songs. Relativ schnell und doch sehr melancholisch, nicht so schmalzig wie "Here, There And Everywhere".
"Dr. Robert" Ein witziger up-tempo Song. Ob es sich bei Dr. Robert wirklich um Robert Zimmermann (besser bekannt als Bob Dylan) handelt, sei dahingestellt.
"I Want To Love You" Der dritte Jarrison Song - diesmal ganz komventionell.
"Got To Get You Into My Life" ein McCartney Rocker mit Brass Unterstützung.
"Tomorrow Never Knows" Sicher der advangardistischste Song. Von Ringos hartem Beat dominiert und mit zahlreichen Soundeffekten untermalt. Lennons Gesang ist brilliant.


The Freewheelin' Bob Dylan
The Freewheelin' Bob Dylan
Preis: EUR 11,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Protestsongs - die Erste, 11. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: The Freewheelin' Bob Dylan (Audio CD)
Bedenkt man, dass Dylan eigentlich nur zwei Platten mit politischen "Protestsongs" aufgenommen hat (Freewheelin' 1963 und "The Times They Are A-Changin' 1964), verwundert es einen, dass das Image des linken Folk-Protestsängers ihm immer noch anhängt. Er hat selbst hat sich nie wirklich von der Politik vereinnahmen lassen und sich später auch öfters distanziert, wobei er soweit ging, zu behaupten, er hätte Protestsongs nur aus dem Bewegrund geschrieben, erfolgreich und berühmt zu werden.
Mit Ausnahme eines Songes hört man auf dieser LP nur Bob, seine allgegenwärtige Mundharmonika und eine akustische Gitarre. Nur auf "Corrina, Corrina" wird er von einer Band begleitet. /es gibt zwei Outakes von Freewheelin', wo ebenfalls elektrische Instrumente und Schlagzeug zu hören sind, darunter Dylans erste Single, "Mixed Up Confusion").
Die Songs:
"Blowin' In The Wind": Kennt jeder. Berühmt der Version von Peter, Paul and Mary
"Girl From The North Country": Eine englische Ballade, von Dylan textlich etwas verändert, mit neuer Melodie.
"Masters Of War": Ein zorniges Protestlied, zynisch und sarkastisch. Die Herren des Krieges, die Waffenproduzenten werden angeklagt und in der letzten Strophe wünscht ihnen der Sänger sogar den Tod.
"Down The Highway": Hier zeigt Dylan seine Blueskenntnisse. Ein Abschiedslied.
"Bob Dylan's Blues": Ein weiterer Blues, jedoch schnell und spritzig voller Witz.
"A Hard Rain's A-Gonna Fall": Hier zeigt sich erstmals Dylans poetisches Genie, der Dichter beschreibt die Welt nach einer atomaren Apokalypse (Kuba Krise). Die Bilder sind surreal und beklemmend. Formal erinnert der Song an eine alte schottische Ballade ("Edward").
"Don't Think Twice it's alright": Ein sarkastisches Antiliebeslied mit kommerzieller Melodie.
"Bob Dylan's Dream": Neben "Hard Rain" das Higlight der Platte. Ein besinnliches Lied über Freundschaft zu einer wunderschönen Melodie.
"Oxford Town": Eine Satire über Rassismus an amerkianischen Unis.
"Talking World War III Blues": Ein witziger Talking Blues, aber nicht Dylans bester.
"Corrina, Corrina": Liebeslied mit zurckersüßen Melodie. Zieht nicht wirklich.
"Hoeny, Just Allow Me One More Chance": Ein Füller.Unter den Outtakes finden sich viel bessere Songs (z.B.: Talking John Birch Paranoid Blues).
"I Shall Be Free": Ein Scherz zum Schluss.
Auf dieser, Dylans zweiter LP/CD finden sich die ersten "Klassiker", am bekanntesten "Blowin' in the wind" und "Don't think twice". Die poetische Begabung des Dichters macht sich bemerkbar. Ein Klassiker des "Folk-Protests", jedoch meilenweit entfernt von Dylans ganz großen Werken von 1965-66 und 1975-1976.


The Bootleg Series Vol.5: Live 1975 -- The Rolling Thunder Revue
The Bootleg Series Vol.5: Live 1975 -- The Rolling Thunder Revue
Preis: EUR 14,49

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich!!!, 13. November 2002
Vorweg: Solang der Vorrat reicht unbedingt die limited edition mit der Bonus DVD kaufen!!!(ASIN B00007B5VH)
Endlich gibt's also die nur von Bootlegs und aus dem Film Renaldo und Clara bekannte Rolling Thunder Band offiziell zu hören (einen Vorgeschmack gab's schon auf Biograph, die Versionen auf Hard Rain, erschienen, 1976 unterscheiden sich deutlich von denen der Rolling Thunder Revue von 1975)
Am Aufallendsten hier: die rockigen Versionen von Tonight I'll Be Staying Here With You, It Ain't Me Babe, Hard Rain, Mama, You Been On My Mind und It Takes A Lot To Laugh. Die Rolling Thunder Band (u.a. mit Mick Ronson, Scarlet Riviera, Rob Stoner) verleiht den Songs Feuer, Drive, Leben, Freude. Besonders beeindruckend sind Rivieras Violinenspiel, Mick Ronsons Leadgitarre und Howie Wyeths kraftvolles Schlagzeug. His Bobness ist in Bestform, auch wenn er nicht immer den richtigen Ton trifft ;-). Meine persönlichen Highlights auf dieser CD sind Tangled Up In Blue (mit teilweise modifiziertem Text und Isis, wenn auch die Version hier nicht an die Biograph Version heranreicht).
Kurz noch zum drumherum: Das Booklet ist gut gestaltet, viele neue Fotos, endlich auch mal ein anständiges Coverfoto, das beste seit Hard Rain. (Die Bonus CD der limitierten Auflage beinhaltet DVDs von Tangled Up In Blue und Isis. Unbedingt die limited edition kaufen, so lang es möglich ist!!!)
Einziges kleines Minus: The Water Is Wide ist der einzig "neue" Song, der in die Kompilation aufgenommen wurde.


Subterranean Homesick Blues
Subterranean Homesick Blues
Preis: EUR 12,50

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bringing It All Back Home, 1. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Subterranean Homesick Blues (Audio CD)
Bringing It All Back Home - so lautet der Originaltitel. Der verlorene Sohne, der bereits auf der High School lauten Rock'N'Roll gespielt hat, kehrt heim. Auf der LP war Seite A elektrisch (Track 1-7) elektrisch, der Rest (8-11) akustisch, bzw. mit gedämpfter Bass-/Gitarrenbegeltung. Die elektrischen Songs klingen etwas unsauber und schlecht produziert (ein Manko das auf Highway 61, der folgende LP behoben ist), sind dafür aber spritzig und energiegeladen. Die B-Seite liefert poetische Höhenflüge, die mit Ausnahme der beiden folgende LPs (Highway 61 Revisited, Blonde On Blonde) und Blood On The Tracks nie wieder erreicht wurden.
Subterranean Homesick Blues: mit dieser Single kehrte Dylan zum Rock zurück und erfand nebenbei noch den Rap. Nonsens Lyrik mit einigen Seitenhieben auf das Establishment.
She Belongs To Me: ein bitterböses Antiliebeslied zu zuckersüßer Melodie.
Maggie's Farm: Eine Satire auf die amerikanische Gesellschaft und das politische System. Mitreißende Rockmusik.
Love Minus Zero/No Limit: wunderschöne Melodie, rätselhafte Lyrik.
Outlaw Blues, On The Road Again, Bob Dylan's 115th Dream: witzige R&B Songs, jedoch schwächer als alles was auf Highway 61 geboten wird.
Mr. Tambourine Man: Leider großteils nur durch die Version der Byrds, die den Song kastriert, bekannt. Ein beklemmendes Gedicht, voller transzendentaler Visionen, Sehnsüchte, Verlangen. Die Todesnähe-/sehnsucht, die Highway 61 und Blonde beherrschen tritt hier erstmals stark zutage.
Gates Of Eden: Ein bedrohliches Gedicht mit bedrohlicher Melodie. Einige tolle Metaphern ("friends and other strangers")
It's Alright Ma (I'm Only Bleeding): Eine zynisch-zornige Anklage an die amerikanische Gesellschaft, voller poetischer Gleichnisse. Am Ende seiner Anklage kommt der Dichter zu dem wenig beruhigenden Schluss: "It's alright Ma, it's life and life only".
It's All Over Now, Baby Blue: Hierzulande in der deutschen Version von Falco bekannt. Ein großes Abschiedslied.
Alles in allem eine schöne Platte, es fehlt jedoch an Balance, die elektrischen Songs fallen etwas ab und sind schlampig produziert. Daher nur vier Sterne.


Desire
Desire
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 8,31

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Juwel, 11. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Desire (Audio CD)
Nach "Blood On The Tracks" eine ebenbürtige Platte herauszubringen war eigentlich was unmöglich. Und doch kommt "Desire" "Blood" sehr nahe, und gerade im Kontrast zum Vorgängeralbum liegt der Reiz. War "Blood" voller Schmerz, Wut und Zorn, so zeigte "Desire" eine andere Seite: die Songs sind mystisch, erzählen geheimnisvolle, trag-komische Geschichten, voller erdverbundener Romantik. Musikalisch dominieren akkustische Gitarren, Scarlet Rivieras herrliches Violinenspiel und Emmylou Harris genialer Backgroundgesang. Natürlich ist auch der Rest des Kerns der Rolling Thunder Truppe auf dem Album vertreten.
Die Songs:
Hurricane: Ein aufwühlender Protestsong über den wegen Mordes angeklagten schwarzen Boxer Hurricane Carter. Der Text ist bissig und sarkastisch.("Couldn't help but make me feel ashamed to live in a land / Where justice is a game")
Isis: Eine mystische Geschichte, in welcher der Protagonist Isis heiratet, sich von ihr trennt und sich mit einem geheimnisvollen Gefährten zu den Eispyramiden aufmacht. Schließlich, nachdem das Abenteuer schiefgelaufen ist, kehrt er, trotz ambivalenter Gefühle zu seiner Gattin zurück. Man denkt bei diesem Song natürlich gleich an den Mythos von Isis und Osiris, an die Deutungen von Freud und Jung. Und natürlich an Dylans problematische Beziehung zu seiner Frau Sara ("Isis, oh, Isis, you mystical child. What drives me to you is what drives me insane.")
Mozambique: Ein beschwingter, romantischer Song
One more cup of coffee: Ein Lied über Abschied und gleichzeitig an eine "Gypsy Queen", eine weise Frau, erdverbunden und voller dunkler Geheimnisse. Bestechend das Violinenspiel und der Backgroundgesang. ("But your heart is like an ocean / Mysterious and dark")
Oh Sister: Der bewegendste Song (vielleicht "Sara" ausgenommen) des Albums. Wer ist die "Schwester", die der Sänger bittet, sich nicht von ihm abzuwenden. Sara oder Joan Baez?. Die letzten Zeilen sind beklemmend: " Time is an ocean but it ends at the shore/ You may not see me tomorrow"
Joey: Eine romantische Ballade über einen Outlaw aus little Italy, der im Zuge eines Bandenkriegs ums Leben kommt. Wie in "Hurricane" ist die Gesellschaftskritik sarkastisch. ("His closest friends were black men 'cause they seemed to understand / What it's like to be in society with a shackle on your hand.")
Romance in Durango: Ein tex-mex angehauchter Song. Auch hier ist ein Outlaw der Held, auf der Flucht zusammen mit seiner Geliebten.
Black Diamond Bay: Ein tragi-komischer Song. Ein Haufen "freaks" in einem Hotel auf einer Insel, die im Zuge eines Vulkanausbruchs im Meer versinkt. Die Musik ist fröhlich und beschwingt.
Sara: Der Höhepunkt des Albums und Dylans berührendstes Liebeslied. "Sara, oh Sara / Glamorous nymph with an arrow and bow / Sara, oh Sara / Don't ever leave me, don't ever go.
Alles in allem eins von Dylans besten Platten, frisch und inspiriert, musikalisch und textlixh top. Wenn das Album auch nicht ganz an "Blood On The Tracks", "Blonde und Blonde" und "Highway 61 Revisited", so befindet es sich zumindest auf gleicher Stufe wie "Bringing It All Back Home", "John Wesley Harding" und "Time Out Of Mind"


Highway 61 Revisited
Highway 61 Revisited
Wird angeboten von marvelio-germany
Preis: EUR 7,54

20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker, 9. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Highway 61 Revisited (Audio CD)
Highway 61 unterscheidet sich von seinem Vorgänger Bringing It All Back Home (In Deutschland Subterranaen Homesick Blues betitelt) durch einen deutlich klareren und schärferen Sound, was nicht zuletzt am Wechsel des Produzenten (Bob Johnston kam für Tom Wilson) liegt. Mike Bloomfield an der Leadgitarre sorgt für unaufdringlich geniale fill-ins, Al Koopers genudle auf der Orgel ist klassisch. Daneben sorgen weitere Top-Sessionmusiker für eine tolle Begleitung, Mr. D selbst unterstützt die Band mit Gitarre, Piano und, unvermeidlich, Mundharmonika.
Die einzelnen Songs:
Like A Rolling Stone: Eine klassische Single, 7 Minuten lang. Der Text liest sich fast gehässig, der Gesang ist anklagend und zornig. Oberflächlich gesehen handelt das Lied von jemanden, der wohlbehütet aufgewachsen ist und sich nun plötlich auf der Straße wiederfindet. Unterschwellig sind Anklagen gegen Dylans Kritiker aus der Folk Szene auszumachen: "Now you gonna have to get used to it!" schreit er fast eine Zeile und meint damit den harten Rocksound, mit dem er seine ehemaligen Fans verstört.
Der Refrain ist legendär: "How does it feel? To be own you own? With no direction home? Like a complete unknown? Like a rolling stone?
Tombstone Blues: Hart und schnell. Ein Wasserfall surrealistischer Bilder ("The geometry of innocent flesh on the bone").
It Takes A Lot To Laugh: Ein langsamer Shuffle. Nach der wahnsinnigen Berg- und Talfahrt von Tombstone fast bedächtig und erholsam.
From A Buick 6: Erdiger R & B vom feinsten. Dylan besingt eine eine erdverbundene "Mama", eine "graveyard woman", ein "junkyard angel".
Ballad Of A Thin Man: Auf Vinyl hat dieser Song die erste Seite beendet. Ein bedrohliches Piano-Intro führt in einen düsteren, surrealistischen Song. Hier rechnet Dylan mit Mr. Jones, dem Spießer schlechthin ab. "Well, you walk into the room/Like a camel and then you frown/You put your eyes in your pocket/And your nose on the ground/There ought to be a law/Against you comin' around/You should be made/To wear earphones/Because something is happening here/But you don't know what it is/Do you, Mister Jones?"
Queen Jane: ein etwas seichter Song mit gefälliger Melodie
Highway 61: Wieder ein 1 A R & B Song mit witzigen und gleichzeitig bedrohlichen Zeilen. Genial die Polizeisirene, von Dylan gespielt.
Tom Thumb's Blues: Schleppernder Blues. Der Text ist paranoid und klaustrophobisch zugleich. Der Sänger ist in Juarez gefangen und nichteinmal Alkohol und "harder stuff" können dem Sänger den Aufenthalt erträglich machen. Etwas von All Along The Watchtower ist hier vorweggenommen. Schließlich erlangt der Protagonist hier aber die Chance, zurück nach N.Y. zu gehen.
Desolation Row: Der lyrische Höhepunkt, untermalt von einer bittersüßen spanischen Gitarre. In den 11 Minuten Spielzeit treten auf: Romeo, Cnderella, Ophelia, Quazimodo, Kain und Abel, Einstein, das Phantom der Oper, T.S. Eliott, Ezra Pound u.v.a.
Highway 61 ist ein Klasiker,der eigentlich nur noch von Dylans nächster Platte "Blonde On Blonde" und seiner schmerzvollsten LP aus den 70ern, "Blood On The Tracks" übertroffen wird. Die Todessehnsucht, das Chaos und die verzweifelte Suche nach einem Ausweg die Blonde und Blonde beherrschen sind auf dieser LP bereits vorgezeichnet.


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