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Rezensionen verfasst von
Jonas (Kassel)

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Soehnle 66189 Küchenwaage Digital Page Evolution aus Edelstahl
Soehnle 66189 Küchenwaage Digital Page Evolution aus Edelstahl
Preis: EUR 29,99

1.0 von 5 Sternen Ungenau, macht sich selbstständig - Problem mit Temperatur?, 23. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zunächst das Positive:
Die Waage ist solide verarbeitet und macht einen sehr wertigen Eindruck. Sie ist wirklich super flach und ist so praktisch zu verstauen.
An das leichte Antippen der Touch-Buttons gewöhnt man sich schnell. Dafür einen Stern.

Nun zur Funktionalität:
Vorab muss ich anmerken: Es kann natürlich sein, dass ich ein Montagsmodell erwischt habe, da kein weiterer Rezensierender darauf eingeht.
Schon beim ersten Test (eine Packung Beluga-Linsen) passiert nach dem Einschalten/Tarieren folgendes: Die Waage zeigt das korrekte Gewicht an, in diesem Fall 1000g. Einige Sekunden später sind es 1001g, dann plötzlich 1002, dann 1003 und so weiter. Das Spiel endete bei 1011g und dauerte ca. 2 Minuten.
Meine spontane Vermutung war, dass die Edelstahl-Oberfläche nicht zu 100% plan aufliegt und durch das Gewicht des Linsenbeutels nach unten gedrückt wurde, was wiederum das angezeigte Gewicht veränderte.
Eine zweiten Test habe ich beim Brühen eines Handfilterkaffees gemacht. Hier bestätigte sich meine Vermutung: Nachdem ich das heiße Wasser in das auf der Waage stehende Gefäß eingefüllt hatte und diese zunächst das korrekte Gewicht anzeigte, machte sich die Anzeige wieder selbstständig und stieg nach und nach um ca. 10 - 15g an.

Ich werde die Waage zurückschicken und, um mir weiteren Ärger (Eine Waage, die nicht korrekt wiegt - schönen Dank auch und Grüße an die Damen und Herren vom Red Dot Design Award!) zu ersparen, auf ein anderes Modell ausweichen.


Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil
Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil
von Wolf Schneider
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wege zu KEINEM guten Stil, 26. Januar 2010
Was ich aus diesem Buch mitgenommen habe:
1. Der Spiegel verhunzt die deutsche Sprache
2. Der Duden ist auch nicht das, was er mal war.
3. Knapp und verständlich schreiben.

Dieses Buch soll eine Anleitung zu gutem Schreibstil sein. Leider ist es das nur bedingt. Hauptsächlich behandelt Wolf Schneider in diesem Buch seinen Hass auf schlechten Stil, vermurkste Headlines und den Spiegel. Das Buch ist voll von negativen Beispielen und am Ende findet sich sogar eine 15-seitige Liste von Wörtern, Redewendungen und Begriffen, die ein guter Journalist gefälligst NICHT verwenden soll. Diese Liste ist etwa so sinnvoll wie eine Zutatenliste in einem Rezeptbuch mit Dingen, die nicht in einen Kartoffelsalat gehören. Absolut verschwendete Energie.

Etwa 75% des Buchs sind mit negativen Beispielen gefüllt. Mag ja für einen Sprachkritiker ganz angebracht sein. Das Ganze dann aber als Anleitung "zum guten Stil" zu verkaufen ist mehr als irreführend. Ironischerweise schreibt Herr Schneider in der erwähnten Liste der unnützen Begriffe zu "abgesehen davon, dass" - "Alles, wovon der Leser absehen soll, sollte man schlüssigerweise weglassen." (S. 224) ACHSO!

Herr Schneider leidet an der typisch deutschen Krankheit des Nörgelns und schafft es in seiner Bitterkeit nur selten, die versprochenen Wege zu gutem Stil zu vermitteln. Wo sind die positiven Beispiele? Wo ist der Optimismus? Wo ist der Willen etwas zu vermitteln? Ich habe all das vermisst.

Trotz allem enthält das Buch auch Ratschläge, die dem Schreibenden helfen und zum sensibleren Umgang mit dem geschriebenen Wort anregen. Leider sind positiv formulierte Stellen rar und meist sehr knapp - und völlig überladen mit den (wohl allen) seit der Schulzeit verhassten grammatischen Fachbegriffen.
Sinnvolle Tipps und Hinweise kann der Leser dennoch aus diesem Buch mitnehmen, nur ist es ziemlich anstrengend diese herauszupicken.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 24, 2012 12:00 PM MEST


ÜberSchrift
ÜberSchrift
von Erik Spiekermann
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Typografie in Metaphern, eine lockere Einsteigerlektüre., 3. März 2007
Rezension bezieht sich auf: ÜberSchrift (Gebundene Ausgabe)
Erik Spiekermann, seines Zeichens hochgelobter Typo-Guru, Mitbegründer von MetaDesign und Fontshop und Entwerfer der FF Meta und Officina, versucht in "Über Schrift" dem interessierten Leser das Thema Schrift und deren Verwendung durch einfache Sprache und zahlreiche Beispiele näherzubringen. Dabei wendet er sich hauptsächlich an Neulinge und Einsteiger und bleibt dementsprechend häufig nur an der Oberfläche vieler Themen.

Erfreulich ist dabei, dass Spiekermanns Schreibstil locker und sympathisch ist, dogmatisches Aufstellen von Regeln gehört nicht zu seiner Art. Er behandelt in neun Kapiteln zentrale Themen wie Schrift als Grundlage der Kommunikation, die Geschichte der Schrift und deren Klassifikationen bzw. Einordnung, gibt Tipps zur passenden Schriftauswahl und dem erreichen einer guten Lesbarkeit, reisst kurz die Layoutgestaltung an und zeigt, wie Schrift in verschiedensten Medien funktioniert. Das alles ist mit unzähligen Schriftbeispielen garniert und gerade hier werden gute Alternativen zu überbenutzten Standardschriften empfohlen, was Lust auf Ausprobieren macht.

Einsteiger werden über unzählige Metaphern aus dem alltäglichen Leben in die Thematik eingeführt. (Zeilenabstand und Laufweite - Straßenverkehr, Schuhmode - Schrifttrends, Orchester - Schriftfamilien, verschiedene Raumarten - Layoutmöglichkeiten [z.B. Schlafzimmer - Buchlayout oder Hotellobby - Magazinlayout]) Das macht Sinn und ist für viele greifbarer als bloße Fachtermini.

Als störend empfindet der etwas versiertere Typografie-Interessierte die Oberflächlichkeit mit der die verschiedenen Themen behandelt werden. Jede Doppelseite wird links von einem seitenfüllenden Foto oder einem Anwendungsbeispiel gefüllt. Der eigentliche Text it pro Seite nie länger als drei Absätze und wird größtenteils von den oben beschriebenen Metaphern gefüllt anstatt inhaltlich wirklich gehaltvoll zu sein. Viele wirklich wichtige Inhalte werden häufig enttäuschend knapp in Marginalien behandelt. Leute deren Wissen über Typografie bereits über die Grundlagen hinausgeht, werden in einigen Passagen gelangweilt sein.

Dazu kommt, dass durch die vielen Elemente die auf einer Seite untergebracht werden (Fließtext, Schriftbeispiele, kleine Grafiken, zwei Arten von Marginalien) selbige ein wenig unruhig wirken und somit nicht besonders zum gemütlichen Lesen einladen. Alles ist in kleine Häppchen aufgeteilt und fliegt, so dass man häufig nicht weiß, welchen Text man jetzt zuerst lesen soll.

"Über Schrift" von Erik Spiekermann eignet sich hauptsächlich für Einsteiger und dazu Typo-Bewusstsein bzw. den Appetit auf gute Typografie anzuregen. Es werden viele zentrale typografische Themen behandelt, allerdings nicht besonders tiefgehend beschrieben. Das Buch selbst ist robust in einem festen Einband gebunden und eignet sich vom Format und inhaltlichem Aufbau somit perfekt als Lektüre für Unterwegs.


Don't Panic! Der Praktikantenguide
Don't Panic! Der Praktikantenguide
von René Gebhardt
  Broschiert

17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der deutsche Kreativalltag und wie man einsteigt., 18. Januar 2007
Das Buch "Don't Panic!" gibt Einblicke in 32 Werbe-/Kreativ-/Design- Agenturen aus Deutschland. Darunter finden sich die Platzhirsche der Werbung wie Jung von Matt, Metadesign und Scholz&Friends genauso wie kleinere Büros (Moccu, Strichpunkt, Büro Uebele, Krieger des Lichts) und auch drei Mann Betriebe wie das Studio Florian Lambl, Zitromat oder das Kernteam der Novum. Dabei wird jede Agentur mit einem kurzen Profil samt vollformatigem Blick in die Arbeitsräume, Schwerpunkt (Grafik, Werbung Web und Motion), Mitarbeiterzahl, durschnittlicher Praktikantenvergütung und Visitenkarte vorgestellt. Dazu werden die Agenturen zu ihrem Umgang mit Praktikanten befragt und Praktikanten berichten von ihren Erfahrungen.

Der Untertitel des Buchs ist durchaus treffend, denn Profil, Interview und Berichte geben mehr als nur einen groben Einblick in die Philosophie, Arbeitsweise, Schwerpunkt und vor allem auch die Atmosphäre der Agenturen. Diest ist nicht nur für die Entscheidungsfindung bei der Wahl eines Praktikumsplatzes hilfreich sondern auch für die Zusammenstellung einer spezifischen Mappe.

Viel interessanter allerdings als der Aspekt angehenden Praktikanten bei der Wahl ihrer Traumagentur zu helfen ist der eigentliche Röntgenblick hinter die Kulissen im deutschen Kreativalltag. Ich bin zwar selbst Praktikant in einer Agentur, aber das präsentierte Arbeitspensum von 80% aller vorgestellten Betriebe liegt jenseits von Gut und Böse. Zehn bis Zwölf Stunden am Tag sind der Durschnitt. Dazu arbeitet der Praktikant meist voll mit und macht die Arbeit eines angestellten Grafikers oder bei genügend Engagement die eines Art Directors. Für 200-500€ im Monat. Und während die AD und CD Maschinen nachts um zwei an Goldideen schrauben, hätte eine harmlose Frage des Interviewers sie bestimmt völlig überfordert: "Was machen Sie eigentlich in Ihrer Freizeit?".

Nach der Lektüre des Buchs hat sich meine Meinung über die Zweischneidigkeit eines Kreativberufs verstärkt. Dadurch, dass Designer und Kreative nicht von neun bis fünf irgendwelche Arbeit für irgendwen machen, sondern ihren Traum verwirklichen, ihren Expressionszwang ausleben oder das beinahe autistische Aufgehen im Selbstausdruck genießen, wird eine Trennung zwischen Arbeit und Privatem unmöglich. Dafür kann das Buch zwar nichts, aber der Kreis der bekannten und mir sympathischen Agenturen hat sich durch dieses Buch stark verringert.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Buch selbst neue Perspektiven in meinem bereits laufenden Praktikum eröffnet hat und ich mich durch die Berichte aus anderen Agenturen dort wohler fühle als vorher. "Don't Panic!" hilft auf jeden Fall bei der Wahl zwischen Selbstverbrennung bei Jung von Matt, Pappenkleben bei Metadesign, intellektuell gefordert werden bei Martin et Karczinski, Webentwicklung machen bei Scholz&Volkmer, das große Geschäft als kleines Rädchen kennelernen bei Ogilvy&Mather, Serviceplan oder DDB oder kreative Selbstfindung in kleinen Büros.

Interessant für alle die sich für das Kreativgeschäft interessieren und schon immer mal einen Blick hinter die Kulissen werfen wollten. Wie an meiner inhaltlichen Kritik sichtbar wird, ist "Don't Panic" ein sehr gehaltvolles Buch, auch wenn in den Interviews immer dieselben Fragen gestellt und selben Antworten gegeben werden "Ja klar, der arbeitet sofort voll mit... Vor einer Präsentation kann es schonmal bis 22 Uhr gehen... natürlich kann man um 18 Uhr gehen, aber ob das so gut ist? ...".


The Book of Independece: Heartbeat-Moments-Diary No. 3
The Book of Independece: Heartbeat-Moments-Diary No. 3
von Papierfabrik Scheufelen
  Gebundene Ausgabe

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen jahreskalender / werbeobjekt / buchkunst / effekthascherei, 31. August 2006
eigentlich kann man dieses buch gar nicht über das internet verkaufen, man muss es einfach anfassen, riechen und erleben können. das wusste auch die kunst- und designbuchhandlung meines vertrauens und in dem moment als ich den geprägten leinenbuchrücken auf mich zuzog und den edlen einband sah, verliebte ich mich sofort in diese ästhetische publikation.

rein technisch handelt es sich hierbei um einen jahreskalender (den die papierfabrik scheufelen nun schon in der dritten ausgabe herausbringt), der durch die im buch enthaltenen datumssticker (und natürlich noch jede menge anderem klebbaren schnickschnack) frei angefangen, eingeteilt und aufgehört werden kann. dazu gibt es noch seiten für notizen und adresseinträge.

der erste teil des buchs ist illustrativ und beschreibt mit fotos, illustrationen und typografie sowie mehr oder weniger abegenutzten zitaten die stationen geburt - schule - arbeit und unendlichkeit. gestaltet wurde das buch von der stuttgarter agentur strichpunkt und gerade im illustrativen bereich gehen die gestalter massiv in die vollen. von sonderfarben über lacke, siebdruck, stanzungen und gold/silberfolien-prägungen finden sich zahlreiche veredelungsmethoden des modernen drucks, die nicht nur schön anzusehen sind sondern auch dazu einladen das buch taktil zu genießen. auch in der optischen gestaltung wurde viel wert auf details gelegt und somit ist der erste teil des buchs auch zum schwelgen im eyecandy und der inspirationsfindung zuträglich.

negativ bewerte ich allerdings die überall im buch auftauchenden verweise auf scheufelen papiere, die wie sublime anzeigen mikrotypografisch versteckt sind und erst beim zweiten durchblättern auffallen. diese erwecken bei mir den starken eindruck hier nur ein merchandise-objekt in den händen zu halten, dass die hippen designkids von heute ansprechen soll, um sie für scheufelen papiere zu begeistern. mich stört dementsprechend auch, dass dieses buch der einfachheit halber auch als werbung betrachtet werden kann, dass dazu dient der agentur strichpunkt ein paar awards (beim ADC oder sonstwo...) einzubringen, den roster von hermann schmidt mainz um ein ästhetisches objekt zu erweitern und die papierfabrik scheufelen zu bewerben. die industrie beweihräuchert und verdaut sich selbst, der kreislauf ist geschlossen, alles passt. ausserdem nerven die ganzen freiheits- und unabhängigkeitsbekundungen im buch ziemlich schnell, ausser man ist 14 und trägt südamerikanische rebellen auf dem t-shirt rum...

trotz allem ist "the book of independence" ein ästhetisches und künstlerisch durchaus wertvolles buch und gerade für bibliophile, denen beim befingern von prägungen und dem hin- und herwackeln des buches um die leuchtenden HKS sonderfarben zur geltung kommen zu lassen (fast schon) einer abgeht, sehr interessant.


Zeichnen im Kopf: An der Quelle Ihrer Bilder
Zeichnen im Kopf: An der Quelle Ihrer Bilder
von Peter Jenny
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,80

45 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rauhfasertapete kann so inspirierend sein!, 31. Dezember 2005
In diesem handlichen Buch zeigt Peter Jenny, dass sich Inspiration fast überall finden lässt: zerknittertes Papier, Muster in Holzmaserungen, Tapeten oder auf Laub, in Wolkenformationen, Schattenspielen, Kaffeeflecken und zufälligen Tintenklecksen. Durch verweilendes Betrachten und selektive Beobachtungen entstehen Formen, Landschaften, Muster, Gegenstände und Figuren.
Die im Buch gut bebilderten beschriebenen 22 Techniken oder Lektionen haben dabei einen nicht nur auf das Gestalterische bezogenen meditativen Charakter und regen dazu an, den Blick auf, ansonsten als belanglos betrachteten, Dingen verweilen zu lassen. Jenny nennt dies "Bildung ihrer Sehweide" und rät auch dazu, sich ein fotografisches Archiv von Wolken, Mauern, Schattenbildern und zerknitterten Stoffen anzulegen, auf welches man jederzeit bei der Inspirationssuche zurückgreifen kann. Sein Schreibstil ist differenziert und sympathisch.
Auch vom Verlag Hermann Schmidt Mainz ist das 215 Seiten starke Buch im Taschenformat überzeugend umgesetzt, feines 120g/m² Papier und gute Typografie machen das Lesen angenehm. Einzig die Bindung ist teilweise zu eng und doppelseitige Bilder somit etwas schwierig in ihrer Gesamtheit zu betrachten.
Insgesamt ist "Zeichnen im Kopf" ein phantasieschulendes, aufforderndes und wahrnehmungsschärfendes, nützliches Buch, dass sich nicht nur zum durchlesen sondern zum immer wieder nachschlagen eignet. Diese Art der Wahrnehmungsschulung sollte in jedes Zeichenlehrbuch aufgenommen werden, wertvoll!


Hort
Hort
von Robert Klanten
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,90

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bilderbuch Portfolio, 25. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Hort (Taschenbuch)
Das Hortbuch ist ein 176 Seiten starkes, zusammenfassendes Portfolio des innovativen Designstudios aus Frankfurt.
Der Fokus liegt dabei vor allem auf Plattencovern und Booklets aus dem Bereich Electronic/Dance (u.a. Mauro Picotto, Tim Deluxe, Yves Deruyter, Headroom und Teen Planet), dazu gibt es noch Fotoserien zu dem von Eike König und Team gestalteten Raum im Fox Hotel und ein Projekt für die ESPN, bei welchem Extrem- und Funsportarten mit Puppen nachgestellt wurden und mehr. Für sich zeigt diese Werkschau nicht nur inspirierende Typografie, Illustrationen und Fotografie, sondern auch viel handgemachtes und gute Konzepte. So wird aus Zuckerwürflen Typografie, Steckperlenbilder zu Plattencovern und Plattenhüllen zu Skulpturen und so zeigt sich, dass gutes Grafikdesign auch heute noch nicht nur ausschließlich an Mac und PC entstehen muss.
So innovativ und inspirierend die Hort-Arbeiten auch sein mögen, es fehlt dem Buch rein konzeptionell an Umfang und Inhalt. Beschreibungen zu den einzelnen Arbeiten und Projekten fehlen komplett, nicht mal die Eckdaten (Klient, Jahr, Grundidee, geschweige denn Seitenzahlen etc.) finden sich in diesem Bilderbuch, was ich persönlich ein wenig enttäuschend finde. Zwar sprechen die Bilder und Arbeiten auch für sich, allerdings interessiert mich auch immer die Philosophien die hinter einem Designstudio stehen oder mit welchen Ansätzen die Kreativen von heute arbeiten.
Wer sich für die Arbeiten von Hort selbst interessiert und eine Ansammlung selbiger in gedruckter Form durchblättern und anfassen möchte, ist dieses Buch durchaus empfehlenswert. Für den Inspirationssuchenden empfehle ich allerdings "A Book designed to Help", welches ca. 1000 Arbeiten von über 200 Künstlern und Designern enthält und zudem einem guten Zweck dient, es enthält genauso ausschließlich Eyecandy, allerdings zeigt es ein viel größeres Spektrum des heutigen Grafikdesigns und ist einfach umfangreicher.


Transatlanticism
Transatlanticism
Preis: EUR 20,94

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Poesie und Melodie...., 26. April 2004
Rezension bezieht sich auf: Transatlanticism (Audio CD)
Das vierte Album des Quartetts aus Seattle beginnt direkt laut, begrüßt das neue Jahr und den Neubeginn, nimmt sich dann aber zusammen, wird leiser, melancholischer, gemächlicher Gitarrenpop dringt an das Ohr das Zuhörers und lädt zum Träumen ein, dann lebt es wieder auf, lässt die Sonne aufgehen, zeigt die guten Seiten des Lebens und bald darauf wieder Wehmut und Sehnsucht, die natürlich auch Teil des ausbalancierten Ganzen sind.
Überhaupt ist Transatlanticism ein wunderbar emotionales sowie melodisches Stück Musik, durchwoben von Melodiebögen und Zeilen, die dir von der Schönheit der kleinen Dinge erzählt, von Beziehungen, der Ironie des Lebens, Sehnsucht, der Schönheit einer im Nebel liegenden Vorstadt um 5 Uhr Morgens, wenn die Morgensonne den Tag mit sanftem Licht einläutet und du dies allein oder mit deiner Liebe an der Hand erleben darfst.
Zwar dauert es ein wenig, bis man sich in die subtilen und melodischen Kompositionen reingehört hat, denn rein oberflächlich könnte man dieses Album als belanglosen Gitarrenpop abtun, aber zwei bis drei Hördurchgänge später beginnt man instrumentale oder lyrische Details zu entdecken, verliebt sich in Melodieperlen oder lässt sich von den emotionalen Songs einfach mitreißen.
Highlights des Albums sind:
„Expo '86", welches ruhig beginnend, zum Refrain hin zu einem schönen Rocksong anwächst während Ben Gibbards mit einer wohltuenden Ironie das Warten auf einen Wechsel, das Ende des Kreislaufs abwartet und besingt. „And I have waited, the anticipation's got me glued, I am waiting for something to go wrong".
Der monumentale, achtminütige Titelsong "Transatlanticism" wird getragen von ruhigen, melancholischen Klavierklängen, der Atlantik entsteht in einem Lied, schafft Distanz zwischen den Menschen, trotzdem dringt nach und nach das Licht der Hoffnung in Form einer Gitarrenmelodie in den Song und Ben Gibbards singt von Sehnsucht „I need you so much closer".
In „We looked like Giants" wird mal der Verzerrer angeschaltet, von Gitarrenklängen und leichten Pianotupfern und vor allem Ben Gibbards außergewöhnlicher Stimme getragen, ist der vorletzte Song des Albums einer der rockigsten und mitreißendsten.
Alles in allem ein schönes Werk aus Gitarrenpop, leisem Rock, Emotionen, mitreißenden Melodien und Zeilen zum Nachdenken und Mitsummen. Wessen Popherz geht bei dem motivierten „Baa-baah"'s in „The Sound of Settling denn nicht auf? Musik für den Herbst... und für Frühling, Sommer und Winter eigentlich auch.


Music By Cavelight
Music By Cavelight
Preis: EUR 19,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Minimalistisch-melancholische Beatkonstruktionen mit Tiefe, 14. April 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Music By Cavelight (Audio CD)
Blockhead ist noch ein relativer Neuling im Gefilde der Beat-Bastler und dennoch versteht er wie kein Zweiter, melancholische Melodien, egal ob Klavier, Gitarre, Saxophon, Violine oder Oboe, mit minimalistischen aber dennoch druckvollen Beat-Teppichen verschmelzen zu lassen, um diese tief atmosphärischen Kompositionen dabei entstehen zu lassen, welche „Music by Cavelight" ausmachen.
Ein wenig unsicher ist er ja noch, so lässt er Omega One an die Turntables, um ihn die Scratches einspielen zu lassen. Aber einem Produzenten, der selbst von sich sagt, dass sein Studio aus einem Plattenspieler, einem Sampler und einem CD-Brenner besteht, kann man so etwas nicht übel nehmen. Immerhin hat er schon für Slug von Atmosphere und Aesop Rock produziert (Einige Tracks auf „Labor Days" und der „Daylight" EP, von denen eine Auswahl, u.a. Daylight & Nightlight, auf der Bonus-CD von „Music by Cavelight" zu finden sind)
Zudem zupft Damien Paris auf einigen Tracks, mal vorsichtig und melancholisch (Carnivores Unite) und auch mal rockig und funky (Better Place), an der Klampfe oder an einem wunderbar tief durch die Lautsprecher rumpelnden Bass, der perfekt die Pianotupfer von „Triptych Pt. 3" untermalt.
„Music by Cavelight" ist als Blockheads kleines Portfolio zu betrachten. Auf dem Album sind keine großen Kollaborationen mit etablierten MC's oder Künstlern zu finden, sondern nur aufeinander abgestimmte, atmosphärische und melancholische Hiphop Instrumentals. Mal mit fernöstlichen Melodien, an DJ Shadow erinnernde Pianopassagen, jazzigen Vibraphontupfern oder melancholischen Violinen.
Blockheads Verwendung von Vocal Samples ist ab und an zwar durchaus passend zu Beat und Melodie (You've got Maelstrom), aber die gepitchten Chipmunk-Vocals (Triptych Pt. 1) müssten eigentlich nicht mehr sein und stellen für mich den größten Minuspunkt des Albums dar. Aber er ist Anfänger und wenn man die richtigen Maßstäbe anlegt und eine Vorliebe für melancholische aber auch entspannte Melodien mitbringt, wird man dieses Album dennoch lieben.
Zusammengefasst ist „Music by Cavelight" ein bescheidenes, simples und hochmelodisches Beatkonstrukt bestehend aus 12 Songs, die bis auf wenige Ausnahmen vollends überzeugen. Trotz kleiner Schwächen versteht Blockhead sein Handwerk und wer den Minimalismus von DJ Shadow'schen Beats, atmosphärisch-verwobene Melodien oder die Beats von Aesop Rocks „Labor Days" mag, sei „Music By Cavelight" wärmstens empfohlen.
Anspieltipps: „Insomniac Olympics", „You've got Maelstrom", „Triptych Pt. 3" (Dieser Bass, mmh) und "Jet Son"


Every Day
Every Day
Wird angeboten von Side Two
Preis: EUR 15,28

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefgehendes Klangkino, 31. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Every Day (Audio CD)
Das Cinematische Orchester macht loungige, entspannte Musik, schafft atmosphärische Songs zwischen sechs bis elf Minuten Länge und erhebt Klangwelt und Stimmungen, in die Musik den Zuhörer versetzen kann, zur wohligen Maxime, die über der ganzen Platte zu schweben scheint. Gekonnt und homogen lässt Jason Swinscoe, der Mann hinter dem Cinematic Orchestra, Jazz, Lounge und das DJ-Handwerk zu stimmigen Klangteppichen und Kompositionen, die sich wohltuend vom Lounge und Chillout Einheitsbrei abheben, zusammenfließen. Mal minimalistisch, mal komplex, mal entspannt, mal melancholisch und auch mal verwirrend wie das urbane Leben selbst, ein Spiel wie mit Licht und Schatten. „Every Day is dark and a little twisted..." wie Gilles Peterson in den Liner Notes treffend formuliert.
Erstes Highlight der Platte ist der Opener "All that you Give", dem die Soul Sängerin Fontella Bass die Seele verlieht. Auch „Man with the Movie Camera" weiß mit einer perfekten Mischung aus Jazz-Instrumentierung (Saxofon und Rhythmus-Sektion), Sampling und elektronischen Klängen mitzureißen. Dunkel beginnend ist es als ob man durch schlecht beleuchtete Gassen schlendert, die Drums bilden den Takt des Schrittes, bis man dann langsam in das hektische und bunte Leben einer Stadt eintaucht, improvisiert wirkendes Saxofonspiel und unterstützende Perkussion verschmelzen dann zu einer ruhigeren Songpassage die von breiteren aber ruhigen Saxofontönen und Pianoklängen getragen wird über, um danach das Tempo wieder zu erhöhen und zum nächsten Schauplatz zu rennen.
Ähnlich atmosphärisch, interessant und dennoch entspannend geht es auf dem Rest der Platte zu. In „All Things to all Men" kann der Zuhörer 11 Minuten lang Roots Manuva, von seinem Leben erzählend, auf einem langsamen 4/4 Takt und breiten Piano und Saxofon Klängen zuhören.
In „Flite" trumpft Drummer Luke Flowers voll auf und tobt sein Talent auf Samples und homogen eingewobener Elektronik aus. Der letzte Song und 10 minütige Titeltrack „Everyday" ist tatsächlich dunkel und von einer melancholischen Tiefe, die bei den restlichen Songs nicht zu finden ist. Bassgezupfe, dass den ganzen Song durchwebt, leitet das an ein pianoähnliche Moogspiel von John Ellis ein und so spinnt der Song einen immer tiefer werdenden Tunnel durch das Gehör. Verfremdete Stimmsamples, die an den Gesang von Naturvölkern erinnern und Chorpassagen, die wirken als hätten sie sich nur aus der Ferne in den Song geschlichen. Ein wunderbar tiefgehender Abschluss einer durchweg stimmigen Platte.
Die Fusion aus elektronischer Handarbeit, DJ-Handwerk, Jazz-Instrumentierung und atmosphärischer Loungeelemente in Verbindung mit den Gesangsfeatures von Fontella Bass und Roots Manuva funktioniert und alles scheint nur der Tiefe und Atmosphäre der Klangwelten zu dienen.
Großes Klangkino!


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