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Rezensionen verfasst von
lancelot

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Le Nozze di Figaro (Gesamtaufnahme) (ital.)
Le Nozze di Figaro (Gesamtaufnahme) (ital.)
Preis: EUR 32,65

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es geht nicht besser, 5. April 2011
In der Tat ist dies eine der besten Aufnahmen des "Figaro", die ich kenne. Keine Produktion (außer vielleicht die Giulini-Produktion von 1959) erreicht meines Erachtens ein dermaßen gleichbleibend hohes Niveau.
Alle Haupt- und Nebenrollen sind nahezu perfekt besetzt.
Hervorragend Kiri Te Kanawas Gräfin, die ihre beiden Arien mit wunderbarer Genauigkeit und berückend schöner Stimme singt. Zwar ist sie keine aktiv agierende Contessa, wie etwa Jessye Norman oder Schwarzkopf, aber ihre Interpretation der Figur als passiver, elegischer Charakter hat seine volle Berechtigung und steht in großer Tradition.

Nicht weniger überzeugend ist Lucia Popp, die Susanna nicht nur überzeugend spielt, sondern sich vor allem durch ihren glitzernden, runden und warmen Stimmklang von all den kecken Soubretten der 50er und 60er Jahre absetzt (Streich, Peters, Rothenberger).
Am großartigsten unter den Damen ist meiner Ansicht nach die Leistung Frederica von Stades. Ihr Cherubino hat alles, wonach die Partie verlangt, Sehnsucht und Passion im Ausdruck und Wärme und Entschiedenheit in der Stimme.

Auch die Herren Allen, Ramey und Moll (Bartolo) sind exzellent besetzt. Vor allem Thomas Allens Graf ist exemplarisch in seiner Bewältigung der Verzierungen der Arie und im musikalisch-gestischen Spiel der Rezitative. Kurt Molls Bartolo mag wegen der nicht idiomatischen Aussprache ein wenig teutonisch wirken - man vergisst dieses winzige Defizit angesichts des pompösen Wohlklangs, den seine Stimme verbreitet.
Samuel Ramey schließlich erweist sich als einer der besten Figaros der Plattengeschichte. Sein Porträt ist so scharf konturiert und glanzvoll gesungen, daß ihm ein Platz im Olymp der großartigsten Sänger dieser Partie, neben Taddei, Siepi und van Dam gesichert ist.

Solti dirigiert wie gewohnt zügig und prägnant, gelegentlich wünscht man sich allerdings ein wenig mehr Wärme und Zartheit (das bieten Kleiber (1955) und Karajan (1978)). Trotzdem bleibt das Dirigat auf seine Weise mustergültig.

Ein hervorragender Figaro, eine Sternstunde der Plattengeschichte!


Le Nozze di Figaro (Ga)
Le Nozze di Figaro (Ga)
Preis: EUR 35,28

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hervorragender Figaro aus London, 5. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Le Nozze di Figaro (Ga) (Audio CD)
Seltsamerweise standen und stehen die in den Siebzigern gemachten Mozart-Aufnahmen unter dem damaligen Leiter der Covent Garden Opera, Colin Davis, immer im Schatten der Produktionen Soltis, Karajans, Marriners und Mutis. Zu unrecht, wie vor allem dieser "Figaro" aus dem Jahr 1971 beweist. Die Aufnahme zeichnet sich durch ein hohes Maß an Ensemblearbeit, Musikalität, Spielfreude und dramatischer Spannung aus.

Davis favoriert einen weniger wuchtigen Orchesterklang als etwa Leinsdorf, Karajan, Solti oder Muti, wodurch Mozarts Musik ihre wunderbare Leichtigkeit zurückgewinnt, ohne (wie wie viele HIP-Aufnahmen) gewollt transparent und schwachbrüstig zu klingen.

Unter den Sängern stechen vor allem die noch junge Jessye Norman als Contessa und Mirella Freni als Susanna heraus. Obwohl sie gegen schier übermächtige Konkurrenz (Schwarzkopf, della Casa, Janowitz, Te Kanawa) antritt, gelingt Norman ein außergewöhnliches Porträt ihrer Figur. Anders als etwa Lisa della Casa oder Kiri Te Kanawa ist ihre Contessa keine passive, elegisch den Verlust der Liebe beklagende Betrogene, sondern ein im dramatischen Spiel agierender Charakter. Sie weiß sich durchaus gegen die Untreue ihres Mannes zu wehren und behält die ganze Zeit über die Fäden in der Hand. Vielleicht mögen manche eine weniger ausladende Stimme in dieser Rolle vorziehen, ich finde sie großartig. Vor allem ihre zweite Arie ("Dove sono i bei momenti") taucht Jessye Norman in alle Farben der Sehnsucht, der Liebe und der Bereitschaft, um diese verlorengegangenen Gefühle zu kämpfen. Dabei malt sie stets in vollen, satten Farben und nicht in Pastell, wie die meisten anderen.
Mirella Frenis Susanna ist nicht weniger beeindruckend. Sie singt Mozarts Musik genau und ausdrucksvoll und stets außgesprochen stimmschön.

Dem gegenüber fällt ihr Figaro (Wladimiro Ganzarolli) ein wenig ab. Leider weiß der Sänger nicht, Komik und Witz durch musikalische Mittel, wie unterschiedliche Stimmfarben etc., darzustellen, sondern verfällt in allzu biedere und oberflächlich grimassierende Effekte. Giuseppe Taddei, Siepi, Sesto Bruscantini und José van Dam sind ihm deutlich überlegen. An Ingvar Wixell hingegen habe ich wenig auszusetzen, sein Graf wirkt solide, autoritär und in den entscheidenden Momenten durchaus verführerisch. Ohnehin halte ich den Schweden für allgemein unterschätzt.

Die übrige Besetzung verzeichnet keine Ausfälle, Yvonne Minton singt als Cherubino nicht ganz mit der perfekten Mischung aus passioniertem Drängen und heißer Sehnsucht wie Sena Jurinac, Christa Ludwig oder Frederica von Stade, aber sie ist gut bei Stimme und stets präsent.

Insgesamt eine unterschätzte Aufnahme, die viele schöne Stunden bereitet!


Aida
Aida
Preis: EUR 14,88

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tebaldi als Aida, 30. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Aida (Audio CD)
Es ist nicht ganz leicht, ein Urteil über diese unausgewogene Einspielung von Verdis vielleicht populärster Oper zu fällen. Auf der einen Seite haben wir hier Renata Tebaldi, die eine wundervolle Aida gibt. Sie hat nicht nur die Stimme, um diese Partie zu bewältigen (im Gegensatz zu Mirella Freni und Katia Ricciarelli), sondern bietet hier auch ungewöhnlich viel dramatische Phantasie auf (im Gegensatz zu vielen anderen Einspielungen). Vielleicht singen Maria Callas und Leontyne Price dramatischer und das Pianissimo einer Milanov oder Caballé mag noch eine Spur klangschöner strömen, in der Summe ist Tebaldis Aida dennoch nahezu perfekt.

Ihr zur Seite gestellt ist mit Mario del Monaco ein reichlich heldischer Radames. Betrachtet man die Figur des ägyptischen Heerführers in erster Linie als Feldherr, geht del Monacos Konzept voll auf. Sein Radames strotzt vor Kraft und Volumen. Doch sein Vortrag in "Celeste Aida" erklingt bar jeder verhaltenen Leidenschaft und Zärtlichkeit. Wie die meisten Sänger (und anders als Pavarotti und interessanterweise Corelli) ignoriert del Monaco das eigentlich in der Partitur vorgeschriebene Decrescendo am Ende der Arie.

Wichtiger erscheint jedoch folgender Umstand: Daß hier ein heimlich Liebender seiner verbotenen Angebeteten eine intime Ode singt, haben Bergonzi, Carreras, Pavarotti glaubhaft dargestellt. Die Herren scheitern allerdings da, wo del Monaco triumphiert: in den ausladenden Massenszenen der Aktfinali und der erregten Konfrontation mit Amonasro im letzten Akt. Offensichtlich kann man nicht alles haben.

Aldo Protti gibt einen reichlich groben Äthiopierkönig, sein Vortrag ist musikalisch ungeau, dramatisch einseitig und mit rauher Stimme dargeboten. Kein Vergleich zum überragenden Tito Gobbi, kein Vergleich auch zu Warren, Merrill, Cappuccilli, MacNeil oder Sereni.

Hervorragend ist die Amneris von Ebe Stignani. Zwar fehlt ihr der dramatische Akzent einer Barbieri, Simionato oder Cossotto, aber sie singt musikalisch exakt und kontrastiert mit Tebaldi sehr gut.

Die Nebenrollen sind mit den Comprimarii der Scala sehr gut bestzt, leider dirigiert Erede wie üblich allzu spannungslos und gezügelt.

Insgesamt ist dies eine Aufnahme, die sich hören lassen kann, und der Kauf lohnt wegen Tebaldi in einer ihrer größten Rolle. Ansonsten fällt die Produktion neben denen unter Toscanini, Perlea, Serafin, Karajan, Solti, Leinsdorf und Muti doch ein wenig ab.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 24, 2011 3:21 PM MEST


Giuseppe Verdi: Aida (Gesamtaufnahme)
Giuseppe Verdi: Aida (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von Hagewitt
Preis: EUR 12,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tebaldi als Aida, 30. März 2011
Es ist nicht ganz leicht, ein Urteil über diese unausgewogene Einspielung von Verdis vielleicht populärster Oper zu fällen. Auf der einen Seite haben wir hier Renata Tebaldi, die eine wundervolle Aida gibt. Sie hat nicht nur die Stimme, um diese Partie zu bewältigen (im Gegensatz zu Mirella Freni und Katia Ricciarelli), sondern bietet hier auch ungewöhnlich viel dramatische Phantasie auf (im Gegensatz zu vielen anderen Einspielungen). Vielleicht singen Maria Callas und Leontyne Price dramatischer und das Pianissimo einer Milanov oder Caballé mag noch eine Spur klangschöner strömen, in der Summe ist Tebaldis Aida dennoch nahezu perfekt.

Ihr zur Seite gestellt ist mit Mario del Monaco ein reichlich heldischer Radames. Betrachtet man die Figur des ägyptischen Heerführers in erster Linie als Feldherr, geht del Monacos Konzept voll auf. Sein Radames strotzt vor Kraft und Volumen. Doch sein Vortrag in "Celeste Aida" erklingt bar jeder verhaltenen Leidenschaft und Zärtlichkeit. Wie die meisten Sänger (und anders als Pavarotti und interessanterweise Corelli) ignoriert del Monaco das eigentlich in der Partitur vorgeschriebene Decrescendo am Ende der Arie.

Wichtiger erscheint jedoch folgender Umstand: Daß hier ein heimlich Liebender seiner verbotenen Angebeteten eine intime Ode singt, haben Bergonzi, Carreras, Pavarotti glaubhaft dargestellt. Die Herren scheitern allerdings da, wo del Monaco triumphiert: in den ausladenden Massenszenen der Aktfinali und der erregten Konfrontation mit Amonasro im letzten Akt. Offensichtlich kann man nicht alles haben.

Aldo Protti gibt einen reichlich groben Äthiopierkönig, sein Vortrag ist musikalisch ungeau, dramatisch einseitig und mit rauher Stimme dargeboten. Kein Vergleich zum überragenden Tito Gobbi, kein Vergleich auch zu Warren, Merrill, Cappuccilli, MacNeil oder Sereni.

Hervorragend ist die Amneris von Ebe Stignani. Zwar fehlt ihr der dramatische Akzent einer Barbieri, Simionato oder Cossotto, aber sie singt musikalisch exakt und kontrastiert mit Tebaldi sehr gut.

Die Nebenrollen sind mit den Comprimarii der Scala sehr gut bestzt, leider dirigiert Erede wie üblich allzu spannungslos und gezügelt.

Insgesamt ist dies eine Aufnahme, die sich hören lassen kann, und der Kauf lohnt wegen Tebaldi in einer ihrer größten Rolle. Ansonsten fällt die Produktion neben denen unter Toscanini, Perlea, Serafin, Karajan, Solti, Leinsdorf und Muti doch ein wenig ab.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 6, 2011 10:59 PM MEST


Verdi: Aida (Erede)
Verdi: Aida (Erede)
Preis: EUR 13,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tebaldi als Aida, 30. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Aida (Erede) (MP3-Download)
Es ist nicht ganz leicht, ein Urteil über diese unausgewogene Einspielung von Verdis vielleicht populärster Oper zu fällen. Auf der einen Seite haben wir hier Renata Tebaldi, die eine wundervolle Aida gibt. Sie hat nicht nur die Stimme, um diese Partie zu bewältigen (im Gegensatz zu Mirella Freni und Katia Ricciarelli), sondern bietet hier auch ungewöhnlich viel dramatische Phantasie auf (im Gegensatz zu vielen anderen Einspielungen). Vielleicht singen Maria Callas und Leontyne Price dramatischer und das Pianissimo einer Milanov oder Caballé mag noch eine Spur klangschöner strömen, in der Summe ist Tebaldis Aida dennoch nahezu perfekt.

Ihr zur Seite gestellt ist mit Mario del Monaco ein reichlich heldischer Radames. Betrachtet man die Figur des ägyptischen Heerführers in erster Linie als Feldherr, geht del Monacos Konzept voll auf. Sein Radames strotzt vor Kraft und Volumen. Doch sein Vortrag in "Celeste Aida" erklingt bar jeder verhaltenen Leidenschaft und Zärtlichkeit. Wie die meisten Sänger (und anders als Pavarotti und interessanterweise Corelli) ignoriert del Monaco das eigentlich in der Partitur vorgeschriebene Decrescendo am Ende der Arie.

Wichtiger erscheint jedoch folgender Umstand: Daß hier ein heimlich Liebender seiner verbotenen Angebeteten eine intime Ode singt, haben Bergonzi, Carreras, Pavarotti glaubhaft dargestellt. Die Herren scheitern allerdings da, wo del Monaco triumphiert: in den ausladenden Massenszenen der Aktfinali und der erregten Konfrontation mit Amonasro im letzten Akt. Offensichtlich kann man nicht alles haben.

Aldo Protti gibt einen reichlich groben Äthiopierkönig, sein Vortrag ist musikalisch ungeau, dramatisch einseitig und mit rauher Stimme dargeboten. Kein Vergleich zum überragenden Tito Gobbi, kein Vergleich auch zu Warren, Merrill, Cappuccilli, MacNeil oder Sereni.

Hervorragend ist die Amneris von Ebe Stignani. Zwar fehlt ihr der dramatische Akzent einer Barbieri, Simionato oder Cossotto, aber sie singt musikalisch exakt und kontrastiert mit Tebaldi sehr gut.

Die Nebenrollen sind mit den Comprimarii der Scala sehr gut bestzt, leider dirigiert Erede wie üblich allzu spannungslos und gezügelt.

Insgesamt ist dies eine Aufnahme, die sich hören lassen kann, und der Kauf lohnt wegen Tebaldi in einer ihrer größten Rolle. Ansonsten fällt die Produktion neben denen unter Toscanini, Perlea, Serafin, Karajan, Solti, Leinsdorf und Muti doch ein wenig ab.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 24, 2011 3:22 PM MEST


Don Giovanni (Ga)
Don Giovanni (Ga)
Wird angeboten von Bessere_Musik
Preis: EUR 39,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Exzellenter Don Giovanni, 30. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (Ga) (Audio CD)
Dies ist Cesare Siepis zweite Studio-Aufnahme des Don Giovanni. Vier Jahre zuvor, 1955, hatte er die Partie schon einmal aufgenommen, gleichfalls mit den Wiener Philharmonikern, damals unter Josef Krips. Hier, unter Erich Leinsdorf, singt er die Partie mit gleicher Eleganz und Verve, ein großer Unterschied in der Anlage der Figur kann ich nicht erkennen. Umso wichtiger ist ein Blick auf die Partner.
Wie unter Krips ist Fernando Corena der Leporello der vorliegenden Aufnahme. Auch hier gibt es wenig zu mäkeln und viel zu loben. Corena singt den Diener des Don prägnant und lebendig, das Zusammenspiel mit Siepi funktioniert perfekt.
Der zweite große Star neben der Titelfigur ist die Donna Elvira von Leontyne Price. Die Amerikanerin singt klangvoll und ausdrucksstark, weiß ihre Stimme durch geschickte Modulation der jeweiligen dramatischen Situation anzupassen und hat nur mit den Verzierungen gelegentlich kleinere Schwierigkeiten. Trotzdem wünsche ich sie mir eigentlich eher als Donna Anna. Diese Rolle hatte sie ein Jahr nach dieser Aufnahme unter Karajan bei den Salzburger Festspielen gesungen, und der Mitschnitt zeigt, wie wunderbar ihr dunkler, in der Höhe warm leuchtender Sopran zum Charakter der undurchsichtigen und untergründig hocherotischen Figur passt.
Leider hat die Rolle der Donna Anna in der vorliegenden Produktion die schwedische Walküre vom Dienst Birgit Nilsson übernommen. So sehr ich sie als Wagnersängerin und auch als Lady Macbeth oder Turandot schätze - hier ist sie definitiv fehl am Platz. Die Koloaturen der Anna sind noch mörderischer als die der Elvira, und Nilssons metallisch schwere Stimme kann in den schwierigen Läufen nur kapitulieren.
Ihr an die Seite gestellt ist der Ottavio Cesare Siepis - ein wundervoller Tenor; leider bleibt er, wie die meisten Sänger in dieser Partie, zu passiv.
Eugenia Ratti gibt eine kompetente Zerlina, bleibt allerdings im Vergleich zu Hilde Güden, Graziella Sciutti oder Mirella Freni eher blaß. Die übrigen Partien sind rollendeckend besetzt. Van Mills Commendatore hat nicht ganz die dämonische Wucht Gottlob Fricks, dafür ist sein Italienisch weit idiomatischer.
Leinsdorf dirigiert spannungsvoll und mit Gespür für die Kostbarkeiten der Partitur.

Ein sehr beachtlicher Don Giovanni, der eine Neuauflage unbedingt verdient hätte.


Otello
Otello
Preis: EUR 19,35

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Del Monacos bester Otello, 29. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Otello (Audio CD)
Diese Aufnahme ist außerordentlich bemerkenswert. Das liegt zunächst an der sensationellen Tonqualität, wir hören nämlich eine Live-Aufnahme aus dem Jahr 1959 in nahezu rauschfreiem und komplexen Stereo! Zum anderen ist hier del Monacos bei weitem bester Otello zu erleben. Anders als in den Studio-Aufnahmen unter Erede und Karajan, singt der Italiener die Partie weitgehend klangvoll und differenziert und erhält sich wohltuend jeglichen Gebrülls, das viele seiner Aufnahmen beeinträchtigt.
Wundervoll ist auch Tito Gobbis herrlich verschlagener und bestialisch grausamer Iago, er wirkt noch lebendiger und engagierter als in der ohnehin schon großartigen Serafin-Aufnahme, wo er allerdings sorgfältiger und musikalisch genauer singt.
Gabriella Tucci singt nicht ganz in der gleichen Liga wie ihre Kolleginnen Renata Tebaldi, Margaret Price oder Mirella Freni, aber ihre Desdemona ist klangvoll und ausdrucksreich gesungen.
Für die dritte Überraschung sorgt der Dirigent Alberto Erede, ansonsten ein eher langweiliger Musiker mit dem Hang zu schleppenden Tempi und nicht sonderlich differenzierter Partiturauslegung. Hier macht er einmal richtig Feuer, Iagos Trinklied hat Verve und Kontur und auch ansonsten wächst Erede hörbar über sich hinaus.

Insgesamt der beste Live-Otello!


Decca Recordings [Ltd.Edition]
Decca Recordings [Ltd.Edition]
Preis: EUR 153,02

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mario del Monaco - Urlatore, 29. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Decca Recordings [Ltd.Edition] (Audio CD)
Während seiner ersten Saisons an der Metropolitan Opera in New York (ab 1950) wurde Mario del Monaco harsch dafür kritisiert, permanent zu laut zu singen und über lediglich provinzielle schauspielerische Fähigkeiten zu verfügen. Dass er gleichwohl über eine erregende, großartige Stimme verfügte, wurde niemals bestritten, lediglich ihr Gebrauch sorgte für Mißfallen.

Doch nicht überall. Ein zeitgenössischer New Yorker Kritiker schrieb anläßlich einer Aufführung von "Forza del Destino" im Jahr 1953:
"His performance was in every respect one of the best he has given this year. The young tenor made the aria 'Oh, tu che in seno agli'angeli' a marvel of vocal colouring and interpretation, and he maintained the same high level of execution in what followed. Mr. del Monaco revealed, above all, a most remarkable stylistic affinity to the vivid drama of Verdi's music and to the severe emotional demands of the role".

In der Tat fallen die Berichte derjenigen, die den Sänger live erlebten, wesentlich positiver aus als die, die ihn "nur" von der Tonkonserve her kennen. Vor allem die Kritiker des britischen Magazins "Gramophone", seit 1923 die maßgebliche Musikzeitschrift Englands, bemängeln oft del Monacos Mangel an Musikalität, an Geschmack, an der Fähigkeit, die Stimme dem jeweiligen Charakter anzupassen. Del Monacos Radames, so ist zu lesen, gleiche seinem Canio, seinem Otello, seinem Pinkerton - ein eigentlich vernichtendes Urteil. Auch das mehrbändige (leider momentan vergriffene) Standardwerk "Opera on record" erwähnt del Monaco kein einziges Mal positiv.

Warum?

Wie so oft ist der Vergleich zu anderen Künstlern erhellend: Anders als Björling, Bergonzi oder Domingo weiß del Monaco nicht, sein Stimmaterial korrekt einzusetzen. Er singt oft unerträglich laut, monoton, fast brüllend und ist kaum in der Lage, modulierend der Stimme unterschiedliche Farben und Nuancen abzugewinnen. Björling beispielsweise klingt in der Tonproduktion wesentlich freier, leichter, wiewohl seine Stimme nicht weniger durchschlagskräftig und tragfähig ist. Del Monaco aber klingt in vielen seiner Aufnahmen, vor allem aus den frühen 50er Jahren, merkwürdig verquetscht und steif.
Bedingt wird dies durch eine spezielle, hochkomplizierte und gleichwohl ungewöhnliche Gesangstechnik:
Del Monaco stellt den Kehlkopf während des Singens künstlich extrem tief. Dadurch gewinnt die Stimme an Volumen, an dunkel-bronzenem, baritonalem Klangfundament, es ist aber unmöglich, sanftere, leisere, verhaltenere Töne zu produzieren.

In den späteren Jahren jedoch verlor die Stimme an 'Gewicht', sie wurde leichter und musste künstlich aufgehellt werden (was der Sänger in einem Interview aus dem Jahr 1966 unumwunden zugab). So klingt sein Otello unter Karajan wesentlich dünner als der sieben Jahre zuvor aufgenommene unter Erede. Ob es nur an diesem physischen Umstand lag, oder ob Karajan auf den Sänger einwirkte, verhaltener zu singen - das Ergebnis ist wesentlich überzeugender. Gerade wegen dieser erzwungenen Aufhellung nuanciert del Monaco in seinen Aufnahmen ab etwa 1958 erheblich stärker als zuvor und zeichnet sorgfältigere Porträts. Sein Cavaradossi unter Molinari-Pradelli, Otello unter Karajan und auch der Maurizio (in Adriana Lecouvreur) unter Capuana sind gerundete, gut gesungene Gestalten.

In der vorliegenden Recital-Sammlung dominiert jedoch der frühe del Monaco und bellt sich durch seine Arien. Kurios, geradezu grotesk sind die Aufnahmen deutscher Werke. Sein Lohengrin und Siegmund können kaum standhalten, vor allem wegen der mangelnden Sprachkenntnisse des Sängers. Er weiß offensichtlich nur vage, was er singt. Selbst der in diesem Reprtoire vielgescholtene Placido Domingo singt Wagners Musik (und Text!) wesentlich differenzierter und musikalischer als der (hier) hilflose, überforderte Italiener. Er hätte sich gründlicher vorbereiten oder die Finger von Wagner lassen sollen.
Kommentar Kommentare (25) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 9, 2014 3:23 PM MEST


Verdi: Aida
Verdi: Aida

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr hörenswerte Aida aus Tokio, 29. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Aida
Wie auch der 1959 entstandene Livemitschnitt des Otello unter Alberto Erede, bietet diese Aida aus Tokio hervorragenden Stereoklang und ein homogenes, gutes Sängerensemble.
Mario del Monaco singt den Radames differenzierter und edler als in der Studioaufnahme. Lediglich seine Seufzer und Schluchzer stören ein wenig (etwa in "Celeste Aida").
Gabriella Tucci ist nicht Renata Tebaldi, nicht Leontyne Price oder Monserrat Caballé. Dennoch singt sie Aida überwiegend klangschön und nuanciert und bildet in "O patria mia" ein wunderschönes, piano angesetztes dann in crescendo übergehendes C.
Aldo Protti ist gewohnt grob und fahrig, sein Amonasro kann neben Warren, Gobbi, Merrill oder Cappuccilli nicht bestehen.
Großartig ist Giulietta Simionato als Amneris, etwas weniger strahlend als zwei Jahre zuvor unter Karajan, aber immer noch beeindruckend und glanzvoll.
Capuana dirigiert solide, manchmal etwas schleppend, aber insgesamt kompetent.

Einziges Manko ist der in einigen Szenen überdeutlich zu hörende Soffleur. Ansonsten bietet diese Aufnahme Verdi vom Feinsten


Aida (UK Import)
Aida (UK Import)

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr hörenswerte Aida aus Tokio, 29. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Aida (UK Import) (Audio CD)
Wie auch der 1959 entstandene Livemitschnitt des Otello unter Alberto Erede, bietet diese Aida aus Tokio hervorragenden Stereoklang und ein homogenes, gutes Sängerensemble.
Mario del Monaco singt den Radames differenzierter und edler als in der Studioaufnahme. Lediglich seine Seufzer und Schluchzer stören ein wenig (etwa in "Celeste Aida").
Gabriella Tucci ist nicht Renata Tebaldi, nicht Leontyne Price oder Monserrat Caballé. Dennoch singt sie Aida überwiegend klangschön und nuanciert und bildet in "O patria mia" ein wunderschönes, piano angesetztes dann in crescendo übergehendes C.
Aldo Protti ist gewohnt grob und fahrig, sein Amonasro kann neben Warren, Gobbi, Merrill oder Cappuccilli nicht bestehen.
Großartig ist Giulietta Simionato als Amneris, etwas weniger strahlend als zwei Jahre zuvor unter Karajan, aber immer noch beeindruckend und glanzvoll.
Capuana dirigiert solide, manchmal etwas schleppend, aber insgesamt kompetent.

Einziges Manko ist der in einigen Szenen überdeutlich zu hörende Soffleur. Ansonsten bietet diese Aufnahme Verdi vom Feinsten


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