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Rezensionen verfasst von
lancelot

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Don Giovanni (Ga)
Don Giovanni (Ga)
Wird angeboten von jensverkauft
Preis: EUR 19,50

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viel Licht, viel Schatten, 8. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (Ga) (Audio CD)
Mit dieser Aufnahme des Don Giovanni aus dem Jahr 1978 war Solti selbst nie ganz zufrieden. Nicht umsonst spielte er kurz vor seinem Tod das Werk noch einmal ein.

In der Tat weist diese Produktion zahlreiche Schwachstellen auf. Da ist zunächst einmal der Don selbst. Bernd Weikl besitzt eine wirklich schöne Stimme, doch produziert er oft einen gaumigen Klang, der leicht verquollen und verquetscht und niemals frei und gelöst klingt. Ebenso ärgerlich ist sein over-acting, dass einfach unauthentisch wirkt. Dass ein weniger machohaftes Auftreten der Figur keinerlei Abbruch tut, hat Thomas Allen in der wenig später entstandenen Aufnahme unter Haitink gezeigt.
Ärgernis Nummer Zwei der vorliegenden Aufnahme ist die Elvira von Sylvia Sass. Sie produziert trotz ihrer klangvollen Stimme ständig scharfe Töne und Intonationsfehler am laufenden Band.

Das übrige Ensemble der Produktion wiederum ist sehr überzeugend. Margaret Price gibt wieder einmal ein wundervolles Rollenporträt. Zwar ist sie weniger agil als Joan Sutherland, weniger dramatisch als Elisabeth Grümmer, Julia Varady oder Edda Moser, aber summa summarum gefällt sie mir als Donna Anna am allerbesten. Ich finde ihre Stimme zum Sterben schön und ihr Rollenkonzept sehr eindringlich. Anna erscheint als zerbrechliche Figur, deren Passivität ihre Libido zwar verdecken, aber nicht völlig unterdrücken kann.
Auch Lucia Popp erweist sich als Zerlina beinahe außer Konkurrenz. Sie singt überaus klangvoll und doch zart und wirkt nicht so naiv wie die üblichen Soubretten.

Stuart Burrows und Gabriel Bacquier machen ihre Sache gleichfalls sehr gut - letzterer gefällt mir als Leporello bedeutend besser als in der Titelpartie, die er unter Bonynge gesungen hat.

Hervorragend auch Kurt Moll. Mit Gottlob Frick und Martti Talvela teilt er sich den Rang des besten Commendatore der Plattengeschichte. Endlich wird diese Partie nicht nur ausladend gedröhnt, sondern geradezu belcantesk und trotzdem klangvoll und imponierend autoritär gesungen - eine Sternstunde.

Alles in allem ein durchwachsener Don Giovanni, aber allein wegen Price und Moll lohnt die Anschaffung!


Otello (Ga)
Otello (Ga)
Preis: EUR 16,96

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Aufnahme - immer noch, 7. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Otello (Ga) (Audio CD)
Mich fasziniert diese Aufnahme immer wieder aufs Neue. Keine andere Produktion des "Otello" ist derart intensiv, spannungsgeladen und authentisch musiziert. Toscanini straffes Dirigat und seine schier unglaubliche Fähigkeit, einer Partitur jede nur denkbare dramatische Spannung abzugewinnen, ohne gleichzeitig den musikalischen Fluß aus den Augen zu verlieren, ist tief beeindruckend und einzigartig.

Dabei ist diese Aufnahme sängerisch nicht einmal wirklich herausragend. Ramon Vinay ist ein Otello, der mehr durch Charakterisierung glänzt als durch sorgfältiges Musizieren. Er hat erhebliche Intonationsschwierigkeiten und wirkt in der Höhe oftmals angestrengt (er wechselte vom Bariton- für einige Jahre ins Tenorfach und dann wieder zurück). Aber sein Porträt hat alle Facetten und Schattierungen, die die Partie verlangt. Mal ist er triumphierender Held, dann leidenschaftlicher Liebhaber und getriebenes Tier. Gleiches gilt für Giuseppe Valdengos sadistischen Iago: Auch er hat gelegentlich vokale Probleme, weiß aber diese Schwächen mehr als wettzumachen durch sein verschlagenes, dämonisches Spiel.

Einzig Herva Nelli wirkt neben diesen beiden Singschauspielern etwas blaß. Ihr leicht hauchiger, eher weißlicher Sopran passt zwar zur Zebrechlichkeit der Figur Desdemona, aber ihr fehlt jede Wärme im Ton und vor allem die Tragfähigkeit der Stimme, die Tebaldi, Scotto und Rysanek mitbringen.

Dass der staubtrockene, leicht rauschende und wenig resonierende Klang dieser Aufnahme jedermanns Sache ist, wage ich zu bezweifeln. Wer auf orchestrale Opulenz und stereophone Effekte nicht verzichten kann, soll zu Karajan, Solti oder Levine greifen. Ihm geht aber die bis heute modernste und intelligenteste Interpretation dieses einzigaritgen Werkes.


Verdi: Othello (Gesamtaufnahme ital.)
Verdi: Othello (Gesamtaufnahme ital.)
Wird angeboten von Music-CD-Connect-recordStore_Germany
Preis: EUR 29,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Aufnahme - immer noch, 7. April 2011
Mich fasziniert diese Aufnahme immer wieder aufs Neue. Keine andere Produktion des "Otello" ist derart intensiv, spannungsgeladen und authentisch musiziert. Toscanini straffes Dirigat und seine schier unglaubliche Fähigkeit, einer Partitur jede nur denkbare dramatische Spannung abzugewinnen, ohne gleichzeitig den musikalischen Fluß aus den Augen zu verlieren, ist tief beeindruckend und einzigartig.

Dabei ist diese Aufnahme sängerisch nicht einmal wirklich herausragend. Ramon Vinay ist ein Otello, der mehr durch Charakterisierung glänzt als durch sorgfältiges Musizieren. Er hat erhebliche Intonationsschwierigkeiten und wirkt in der Höhe oftmals angestrengt (er wechselte vom Bariton- für einige Jahre ins Tenorfach und dann wieder zurück). Aber sein Porträt hat alle Facetten und Schattierungen, die die Partie verlangt. Mal ist er triumphierender Held, dann leidenschaftlicher Liebhaber und getriebenes Tier. Gleiches gilt für Giuseppe Valdengos sadistischen Iago: Auch er hat gelegentlich vokale Probleme, weiß aber diese Schwächen mehr als wettzumachen durch sein verschlagenes, dämonisches Spiel.

Einzig Herva Nelli wirkt neben diesen beiden Singschauspielern etwas blaß. Ihr leicht hauchiger, eher weißlicher Sopran passt zwar zur Zebrechlichkeit der Figur Desdemona, aber ihr fehlt jede Wärme im Ton und vor allem die Tragfähigkeit der Stimme, die Tebaldi, Scotto und Rysanek mitbringen.

Dass der staubtrockene, leicht rauschende und wenig resonierende Klang dieser Aufnahme jedermanns Sache ist, wage ich zu bezweifeln. Wer auf orchestrale Opulenz und stereophone Effekte nicht verzichten kann, soll zu Karajan, Solti oder Levine greifen. Ihm geht aber die bis heute modernste und intelligenteste Interpretation dieses einzigaritgen Werkes.


Mozart: Die Zauberflöte (Gesamtaufnahme).
Mozart: Die Zauberflöte (Gesamtaufnahme).
Wird angeboten von all my music
Preis: EUR 46,46

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsene Zauberflöte, 5. April 2011
Angesichts der Flut an Aufnahmen (Beecham, Toscanini, Furtwängler, Karajan, Böhm, Fricsay, Klemperer, Solti, Levine, Davis etc.) ercheint die Frage berechtigt, weshalb man diese Version kaufen soll. Marriner hat, anders als die HIP-Vertreter der jüngeren Vergangenheit keinen fundamental neuen Blick auf das Werk zu bieten.

Einige Sänger (Araiza, Te Kanawa, Ramey) singen keineswegs akzentfrei, was angesichts eines Werks wie der Zauberflöte schon etwas störend ist. Trotzdem sind die Sängerleistungen insgesamt gut. Araiza gibt einen edlen Prinzen, nicht so glanzvoll wie Wunderlich, nicht so nobel wie Gedda, Schreier oder Burrows, aber immer noch gut (unter Karajan gefällt er mir aber besser). Kiri Te Kanawa singt die Pamina schön, ihre Atemkontrolle und Phrasierung sind mustergültig, aber es fehlt etwas Herzblut und Passion, was etwa Margaret Price oder auch Ruth Ziesak (unter Solti) mitbringen.
Olaf Bär ist ein hervorragender Papageno, Ramey etwas zu leicht für Sarastro.

Die beste Sängerin der Aufnahme ist meines Erachtens Cheryl Studer. Ihre Königin der Nacht ist brillant, dramatisch und makellos gesungen.

Marriner dirigiert transparent und gefällig, ohne Solti (2. Aufnahme) oder Davis auszustechen. Die haben eine exaktere Vorstellung von dem Werk und wissen die Partitur individueller und überzeugender auszulegen.


Don Giovanni (Ga)
Don Giovanni (Ga)
Preis: EUR 33,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Karajans Salzburger 'Don Giovanni', 5. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (Ga) (Audio CD)
Wie wunderbar, dass dieser Mitschnitt in technisch einwandfreier Bearbeitung vorliegt! Wer an die Kombination Karajan-Don Giovanni denkt, hat meist die üppige, späte Studioaufnahme mit Samuel Ramey im Ohr (1985). Das ist schade, denn diese fünfzehn Jahre zuvor entstandene Live-Produktion verdient mindestens genausoviel Aufmerksamkeit, überragt sie doch in ihren musikalischen Leistungen den späten Versuch bei weitem.

Nicolai Ghiaurov ist ein großartiger Don Giovanni. Ausladend und kraftvoll strömt sein mächtiger Baß und verleiht der Figur dunkle Sinnlichkeit und eine fast mythische Größe. Zwar leistet er sich hier und da einige Intonationsungenauigkeiten und verpasst im Duett mit Leporello im Zweiten Akt einen Einsatz, dennoch überzeugt mich Ghiaurov als Don Giovanni voll und ganz.
Geraint Evans' Mätzchen, mit denen er seine komischen Rollen auszustaffieren pflegt, sind meine Sache zwar nicht, aber er ist dennoch ein akzeptabler Leporello.

Stuart Burrows hat den Ottavio zweimal im Studio gesungen, unter Colin Davis und Solti - stets erweist er sich als Musterbeispiel für Eleganz und Stilsicherheit, so auch hier. Seine Donna Anna, Gundula Janowitz, hinterläßt einen schon eher zwiespältigen Eindruck. Ihr hoher, vibratoarmer Sopran passt zwar zum Charakter der Figur, aber Janowitz gibt der Figur nicht jene dunkle, geheimnisumwobene Undurchdringlichkeit, die Anna zu einer wirklich interessanten Persönlichkeit werden läßt Janowitz' Interpretation wirkt auf mich unbeteiligt und technisch wegen mangelnder Agilität in den Verzierungen der großen Arie im Zweiten Akt unsicher.

Herausragend ist wiederum Teresa Zylis-Gara, die Elvira nicht nur kompetent und schön, sondern auch dramatisch überzeugend singt. Olivera Miljakovic hat im Vergleich zu Mirella Freni oder Lucia Popp nur eine zweitklassige Stimme, fällt aber ansonsten keineswegs negativ auf. Die übrigen Rollen sind gut bis hervorragend (Panerai als Masetto) besetzt.

Karajan läßt die Wiener Philharmoniker wie gewohnt wuchtig und klangprächtig aufspielen, ohne jedoch in die Extreme des Ausdrucks zu verfallen, die seiner späten Aufnahme jede Leichtigkeit und Finesse des 'dramma giocoso' nehmen und einen brucknerartigen Mischklang provozieren, mit dem ich mich nicht anfreunden kann.

Hier haben wir jedoch einen wirklich guten Don Giovanni von Karajans Hand.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 17, 2012 1:13 PM MEST


Le Nozze di Figaro (Gesamtaufnahme) (ital.)
Le Nozze di Figaro (Gesamtaufnahme) (ital.)
Preis: EUR 35,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es geht nicht besser, 5. April 2011
In der Tat ist dies eine der besten Aufnahmen des "Figaro", die ich kenne. Keine Produktion (außer vielleicht die Giulini-Produktion von 1959) erreicht meines Erachtens ein dermaßen gleichbleibend hohes Niveau.
Alle Haupt- und Nebenrollen sind nahezu perfekt besetzt.
Hervorragend Kiri Te Kanawas Gräfin, die ihre beiden Arien mit wunderbarer Genauigkeit und berückend schöner Stimme singt. Zwar ist sie keine aktiv agierende Contessa, wie etwa Jessye Norman oder Schwarzkopf, aber ihre Interpretation der Figur als passiver, elegischer Charakter hat seine volle Berechtigung und steht in großer Tradition.

Nicht weniger überzeugend ist Lucia Popp, die Susanna nicht nur überzeugend spielt, sondern sich vor allem durch ihren glitzernden, runden und warmen Stimmklang von all den kecken Soubretten der 50er und 60er Jahre absetzt (Streich, Peters, Rothenberger).
Am großartigsten unter den Damen ist meiner Ansicht nach die Leistung Frederica von Stades. Ihr Cherubino hat alles, wonach die Partie verlangt, Sehnsucht und Passion im Ausdruck und Wärme und Entschiedenheit in der Stimme.

Auch die Herren Allen, Ramey und Moll (Bartolo) sind exzellent besetzt. Vor allem Thomas Allens Graf ist exemplarisch in seiner Bewältigung der Verzierungen der Arie und im musikalisch-gestischen Spiel der Rezitative. Kurt Molls Bartolo mag wegen der nicht idiomatischen Aussprache ein wenig teutonisch wirken - man vergisst dieses winzige Defizit angesichts des pompösen Wohlklangs, den seine Stimme verbreitet.
Samuel Ramey schließlich erweist sich als einer der besten Figaros der Plattengeschichte. Sein Porträt ist so scharf konturiert und glanzvoll gesungen, daß ihm ein Platz im Olymp der großartigsten Sänger dieser Partie, neben Taddei, Siepi und van Dam gesichert ist.

Solti dirigiert wie gewohnt zügig und prägnant, gelegentlich wünscht man sich allerdings ein wenig mehr Wärme und Zartheit (das bieten Kleiber (1955) und Karajan (1978)). Trotzdem bleibt das Dirigat auf seine Weise mustergültig.

Ein hervorragender Figaro, eine Sternstunde der Plattengeschichte!


Le Nozze di Figaro (Ga)
Le Nozze di Figaro (Ga)
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 30,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hervorragender Figaro aus London, 5. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Le Nozze di Figaro (Ga) (Audio CD)
Seltsamerweise standen und stehen die in den Siebzigern gemachten Mozart-Aufnahmen unter dem damaligen Leiter der Covent Garden Opera, Colin Davis, immer im Schatten der Produktionen Soltis, Karajans, Marriners und Mutis. Zu unrecht, wie vor allem dieser "Figaro" aus dem Jahr 1971 beweist. Die Aufnahme zeichnet sich durch ein hohes Maß an Ensemblearbeit, Musikalität, Spielfreude und dramatischer Spannung aus.

Davis favoriert einen weniger wuchtigen Orchesterklang als etwa Leinsdorf, Karajan, Solti oder Muti, wodurch Mozarts Musik ihre wunderbare Leichtigkeit zurückgewinnt, ohne (wie wie viele HIP-Aufnahmen) gewollt transparent und schwachbrüstig zu klingen.

Unter den Sängern stechen vor allem die noch junge Jessye Norman als Contessa und Mirella Freni als Susanna heraus. Obwohl sie gegen schier übermächtige Konkurrenz (Schwarzkopf, della Casa, Janowitz, Te Kanawa) antritt, gelingt Norman ein außergewöhnliches Porträt ihrer Figur. Anders als etwa Lisa della Casa oder Kiri Te Kanawa ist ihre Contessa keine passive, elegisch den Verlust der Liebe beklagende Betrogene, sondern ein im dramatischen Spiel agierender Charakter. Sie weiß sich durchaus gegen die Untreue ihres Mannes zu wehren und behält die ganze Zeit über die Fäden in der Hand. Vielleicht mögen manche eine weniger ausladende Stimme in dieser Rolle vorziehen, ich finde sie großartig. Vor allem ihre zweite Arie ("Dove sono i bei momenti") taucht Jessye Norman in alle Farben der Sehnsucht, der Liebe und der Bereitschaft, um diese verlorengegangenen Gefühle zu kämpfen. Dabei malt sie stets in vollen, satten Farben und nicht in Pastell, wie die meisten anderen.
Mirella Frenis Susanna ist nicht weniger beeindruckend. Sie singt Mozarts Musik genau und ausdrucksvoll und stets außgesprochen stimmschön.

Dem gegenüber fällt ihr Figaro (Wladimiro Ganzarolli) ein wenig ab. Leider weiß der Sänger nicht, Komik und Witz durch musikalische Mittel, wie unterschiedliche Stimmfarben etc., darzustellen, sondern verfällt in allzu biedere und oberflächlich grimassierende Effekte. Giuseppe Taddei, Siepi, Sesto Bruscantini und José van Dam sind ihm deutlich überlegen. An Ingvar Wixell hingegen habe ich wenig auszusetzen, sein Graf wirkt solide, autoritär und in den entscheidenden Momenten durchaus verführerisch. Ohnehin halte ich den Schweden für allgemein unterschätzt.

Die übrige Besetzung verzeichnet keine Ausfälle, Yvonne Minton singt als Cherubino nicht ganz mit der perfekten Mischung aus passioniertem Drängen und heißer Sehnsucht wie Sena Jurinac, Christa Ludwig oder Frederica von Stade, aber sie ist gut bei Stimme und stets präsent.

Insgesamt eine unterschätzte Aufnahme, die viele schöne Stunden bereitet!


Aida
Aida
Preis: EUR 16,96

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tebaldi als Aida, 30. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Aida (Audio CD)
Es ist nicht ganz leicht, ein Urteil über diese unausgewogene Einspielung von Verdis vielleicht populärster Oper zu fällen. Auf der einen Seite haben wir hier Renata Tebaldi, die eine wundervolle Aida gibt. Sie hat nicht nur die Stimme, um diese Partie zu bewältigen (im Gegensatz zu Mirella Freni und Katia Ricciarelli), sondern bietet hier auch ungewöhnlich viel dramatische Phantasie auf (im Gegensatz zu vielen anderen Einspielungen). Vielleicht singen Maria Callas und Leontyne Price dramatischer und das Pianissimo einer Milanov oder Caballé mag noch eine Spur klangschöner strömen, in der Summe ist Tebaldis Aida dennoch nahezu perfekt.

Ihr zur Seite gestellt ist mit Mario del Monaco ein reichlich heldischer Radames. Betrachtet man die Figur des ägyptischen Heerführers in erster Linie als Feldherr, geht del Monacos Konzept voll auf. Sein Radames strotzt vor Kraft und Volumen. Doch sein Vortrag in "Celeste Aida" erklingt bar jeder verhaltenen Leidenschaft und Zärtlichkeit. Wie die meisten Sänger (und anders als Pavarotti und interessanterweise Corelli) ignoriert del Monaco das eigentlich in der Partitur vorgeschriebene Decrescendo am Ende der Arie.

Wichtiger erscheint jedoch folgender Umstand: Daß hier ein heimlich Liebender seiner verbotenen Angebeteten eine intime Ode singt, haben Bergonzi, Carreras, Pavarotti glaubhaft dargestellt. Die Herren scheitern allerdings da, wo del Monaco triumphiert: in den ausladenden Massenszenen der Aktfinali und der erregten Konfrontation mit Amonasro im letzten Akt. Offensichtlich kann man nicht alles haben.

Aldo Protti gibt einen reichlich groben Äthiopierkönig, sein Vortrag ist musikalisch ungeau, dramatisch einseitig und mit rauher Stimme dargeboten. Kein Vergleich zum überragenden Tito Gobbi, kein Vergleich auch zu Warren, Merrill, Cappuccilli, MacNeil oder Sereni.

Hervorragend ist die Amneris von Ebe Stignani. Zwar fehlt ihr der dramatische Akzent einer Barbieri, Simionato oder Cossotto, aber sie singt musikalisch exakt und kontrastiert mit Tebaldi sehr gut.

Die Nebenrollen sind mit den Comprimarii der Scala sehr gut bestzt, leider dirigiert Erede wie üblich allzu spannungslos und gezügelt.

Insgesamt ist dies eine Aufnahme, die sich hören lassen kann, und der Kauf lohnt wegen Tebaldi in einer ihrer größten Rolle. Ansonsten fällt die Produktion neben denen unter Toscanini, Perlea, Serafin, Karajan, Solti, Leinsdorf und Muti doch ein wenig ab.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 21, 2015 8:54 PM MEST


Giuseppe Verdi: Aida (Gesamtaufnahme)
Giuseppe Verdi: Aida (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 18,73

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tebaldi als Aida, 30. März 2011
Es ist nicht ganz leicht, ein Urteil über diese unausgewogene Einspielung von Verdis vielleicht populärster Oper zu fällen. Auf der einen Seite haben wir hier Renata Tebaldi, die eine wundervolle Aida gibt. Sie hat nicht nur die Stimme, um diese Partie zu bewältigen (im Gegensatz zu Mirella Freni und Katia Ricciarelli), sondern bietet hier auch ungewöhnlich viel dramatische Phantasie auf (im Gegensatz zu vielen anderen Einspielungen). Vielleicht singen Maria Callas und Leontyne Price dramatischer und das Pianissimo einer Milanov oder Caballé mag noch eine Spur klangschöner strömen, in der Summe ist Tebaldis Aida dennoch nahezu perfekt.

Ihr zur Seite gestellt ist mit Mario del Monaco ein reichlich heldischer Radames. Betrachtet man die Figur des ägyptischen Heerführers in erster Linie als Feldherr, geht del Monacos Konzept voll auf. Sein Radames strotzt vor Kraft und Volumen. Doch sein Vortrag in "Celeste Aida" erklingt bar jeder verhaltenen Leidenschaft und Zärtlichkeit. Wie die meisten Sänger (und anders als Pavarotti und interessanterweise Corelli) ignoriert del Monaco das eigentlich in der Partitur vorgeschriebene Decrescendo am Ende der Arie.

Wichtiger erscheint jedoch folgender Umstand: Daß hier ein heimlich Liebender seiner verbotenen Angebeteten eine intime Ode singt, haben Bergonzi, Carreras, Pavarotti glaubhaft dargestellt. Die Herren scheitern allerdings da, wo del Monaco triumphiert: in den ausladenden Massenszenen der Aktfinali und der erregten Konfrontation mit Amonasro im letzten Akt. Offensichtlich kann man nicht alles haben.

Aldo Protti gibt einen reichlich groben Äthiopierkönig, sein Vortrag ist musikalisch ungeau, dramatisch einseitig und mit rauher Stimme dargeboten. Kein Vergleich zum überragenden Tito Gobbi, kein Vergleich auch zu Warren, Merrill, Cappuccilli, MacNeil oder Sereni.

Hervorragend ist die Amneris von Ebe Stignani. Zwar fehlt ihr der dramatische Akzent einer Barbieri, Simionato oder Cossotto, aber sie singt musikalisch exakt und kontrastiert mit Tebaldi sehr gut.

Die Nebenrollen sind mit den Comprimarii der Scala sehr gut bestzt, leider dirigiert Erede wie üblich allzu spannungslos und gezügelt.

Insgesamt ist dies eine Aufnahme, die sich hören lassen kann, und der Kauf lohnt wegen Tebaldi in einer ihrer größten Rolle. Ansonsten fällt die Produktion neben denen unter Toscanini, Perlea, Serafin, Karajan, Solti, Leinsdorf und Muti doch ein wenig ab.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 6, 2011 10:59 PM MEST


Verdi: Aida (Erede)
Verdi: Aida (Erede)
Preis: EUR 13,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tebaldi als Aida, 30. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Aida (Erede) (MP3-Download)
Es ist nicht ganz leicht, ein Urteil über diese unausgewogene Einspielung von Verdis vielleicht populärster Oper zu fällen. Auf der einen Seite haben wir hier Renata Tebaldi, die eine wundervolle Aida gibt. Sie hat nicht nur die Stimme, um diese Partie zu bewältigen (im Gegensatz zu Mirella Freni und Katia Ricciarelli), sondern bietet hier auch ungewöhnlich viel dramatische Phantasie auf (im Gegensatz zu vielen anderen Einspielungen). Vielleicht singen Maria Callas und Leontyne Price dramatischer und das Pianissimo einer Milanov oder Caballé mag noch eine Spur klangschöner strömen, in der Summe ist Tebaldis Aida dennoch nahezu perfekt.

Ihr zur Seite gestellt ist mit Mario del Monaco ein reichlich heldischer Radames. Betrachtet man die Figur des ägyptischen Heerführers in erster Linie als Feldherr, geht del Monacos Konzept voll auf. Sein Radames strotzt vor Kraft und Volumen. Doch sein Vortrag in "Celeste Aida" erklingt bar jeder verhaltenen Leidenschaft und Zärtlichkeit. Wie die meisten Sänger (und anders als Pavarotti und interessanterweise Corelli) ignoriert del Monaco das eigentlich in der Partitur vorgeschriebene Decrescendo am Ende der Arie.

Wichtiger erscheint jedoch folgender Umstand: Daß hier ein heimlich Liebender seiner verbotenen Angebeteten eine intime Ode singt, haben Bergonzi, Carreras, Pavarotti glaubhaft dargestellt. Die Herren scheitern allerdings da, wo del Monaco triumphiert: in den ausladenden Massenszenen der Aktfinali und der erregten Konfrontation mit Amonasro im letzten Akt. Offensichtlich kann man nicht alles haben.

Aldo Protti gibt einen reichlich groben Äthiopierkönig, sein Vortrag ist musikalisch ungeau, dramatisch einseitig und mit rauher Stimme dargeboten. Kein Vergleich zum überragenden Tito Gobbi, kein Vergleich auch zu Warren, Merrill, Cappuccilli, MacNeil oder Sereni.

Hervorragend ist die Amneris von Ebe Stignani. Zwar fehlt ihr der dramatische Akzent einer Barbieri, Simionato oder Cossotto, aber sie singt musikalisch exakt und kontrastiert mit Tebaldi sehr gut.

Die Nebenrollen sind mit den Comprimarii der Scala sehr gut bestzt, leider dirigiert Erede wie üblich allzu spannungslos und gezügelt.

Insgesamt ist dies eine Aufnahme, die sich hören lassen kann, und der Kauf lohnt wegen Tebaldi in einer ihrer größten Rolle. Ansonsten fällt die Produktion neben denen unter Toscanini, Perlea, Serafin, Karajan, Solti, Leinsdorf und Muti doch ein wenig ab.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 29, 2015 10:38 PM CET


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