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Rezensionen verfasst von
lancelot

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La Boheme (Ga)
La Boheme (Ga)
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Referenz mit kleinen Abstrichen, 5. August 2011
Rezension bezieht sich auf: La Boheme (Ga) (Audio CD)
Gewiß ist dies eine große Aufnahme (1958) dieses wunderbaren Werkes. Bergonzi singt elegant, klangschön und mit exemplarischer Technik, Ettore Bastianini veredelt die eigentlich etwas undankbare Partie des Marcello mit seinem herrlichen, wunderbar strömenden Bariton und Renata Tebaldi gibt eine sehr schöne und ergreifende Mimì. Auch Cesare Siepi ist als Colline allererste Wahl. Nicht ganz optimal erscheint mir Gianna d'Angelos etwas schrille und harte Musetta.
Auch das Orchester spielt unter dem großen Tullio Serafin (m.E. der bedeutendste italienische Operndirigent nach Toscanini) exemplarisch.

Dennoch scheint mir diese Aufnahme summa summarum ein wenig hinter den Produktionen Beechams (1956, mit de los Angeles/Björling/Merrill/Tozzi/Amara) und Karajans (1972, mit Freni/Pavarotti/Panerai/Ghiaurov/Harwood) zurückzustehen. Warum?

So sehr ich Renata Tebaldi schätze und bewundere - als Mimì sind ihr sowohl de los Angeles als auch Freni überlegen. Tebaldi wirkt in ihren Aufnahmen ab Ende der 50er Jahre für mich immer ein wenig matronenhaft, ein wenig zu reif für die jugendlichen Charaktere, die sie darstellt. Das gilt nicht nur für die vorliegende "Bohème", sondern auch für die fast gleichzeitig entsandenen "Madama Butterfly" unter dem gleichen Dirigenten, für die "Aida" unter Karajan und auch für die Minnie in Capuanas "Fanciulla del West".
Als Mimì klingt Freni einfach juveniler und frischer und de los Angeles berührt mich stärker, weil sie authentischer wirkt. Selbstverständlich ist ein solcher Eindruck rein subjektiv und im Vergleich mit Moffo, Caballé und Netrebko kann Tebaldi nach wie vor ohne weiteres bestehen.

Wer Tebaldis Mimì jedoch in Vollendung hören will, greift besser zur früheren Einspielung unter Erede (1950), die zwar keine Stereo-Aufnahme ist und unter einem einfallslosen und schleppenden Dirigat leidet, die Tebaldi aber auf der Höhe ihrer Kunst zeigt. Die Stimme entfaltet sich freier, erreicht die Höhe müheloser und hat einen samtigeren Klang. In Giancinto Prandelli, Giovanni Inghilleri und Raffaele Arié hat Tebaldi dort gute Partner, die leider nicht an das Ensemble Serafins heranreichen, aber eine mehr als akzeptable Leistung liefern.


Puccini, G.: Boheme (La) (Callas, Di Stefano, La Scala, Votto) (1956)
Puccini, G.: Boheme (La) (Callas, Di Stefano, La Scala, Votto) (1956)
Preis: EUR 15,98

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Callas als Mimì, 5. August 2011
Seit ihrem Erscheinen ist diese Aufnahme der "Bohème" eher etwas für hartnäckige Fans der Callas (wie mich). Die Mimì der Griechin hat harsche Ablehnung und Kritik erfahren, und ich kann die vorgebrachten Argumente gut nachvollziehen.

Verglichen mit den großen Mimì-Interpretinnen der LP-Ära (de los Angeles, Tebaldi, Freni) fehlt Callas Mimì der seidige Schmelz in der Stimme, die Weichheit und Zärtlichkeit, die die Szenen der Figur so berührend machen.
In der Tat gelingen Callas die unendlichen Melodiebögen weniger eindringlich als ihren Kolleginnen, und wer sich daran stört, mag zu den zu recht gerühmten Einspielungen Beechams, Serafin, Schippers' und Karajans greifen.

Auf der anderen Seite kann und will ich Callas' Interpretation nicht gänzlich verdammen, gelingt ihr doch auch hier, aus der etwas eindimensionalen Figur einen wirklichen Charakter zu formen. Ihre Mimì wirkt erwachsen, eigenständig und leidenschaftlich. Damit eröffnet Callas den Blick für Facetten der Rolle, die von anderen Sängerinnen nicht erschöpft worden sind. Meines Erachtens ist dies eine Bereicherung der Interpretationsgeschichte des Werks.

Was die übrige Besetzung angeht, muss sich die Aufnahme nicht hinter der Konkurrenz verstecken. Di Stefano ist ein wunderbarer Rodolfo, technisch nicht ganz so einwandfrei wie Björling, Bergonzi, Gedda oder Pavarotti, aber nicht weniger authentisch und klangschön.
Rolando Panerai klingt wesentlich frischer und klangvoller als in der späteren Karajan-Aufahme. Dennoch ziehe ich Bastianini vor. Zaccaria ist kein besonders eindrucksvoller Colline, aber Anna Moffo ist für mich die verführerischste Musetta aller Aufnahmen, auch wenn sie wenig genau singt.

Votto dirigiert ein wenig spannungslos und ohne Esprit.

Für Bewunderer der Callas ein must have, für alle anderen eine interessante Bereicherung der Sammlung.


Puccini: La Bohème (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Mailand 1956)
Puccini: La Bohème (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Mailand 1956)
Preis: EUR 35,58

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Callas als Mimì, 5. August 2011
Seit ihrem Erscheinen ist diese Aufnahme der "Bohème" eher etwas für hartnäckige Fans der Callas (wie mich). Die Mimì der Griechin hat harsche Ablehnung und Kritik erfahren, und ich kann die vorgebrachten Argumente gut nachvollziehen.

Verglichen mit den großen Mimì-Interpretinnen der LP-Ära (de los Angeles, Tebaldi, Freni) fehlt Callas Mimì der seidige Schmelz in der Stimme, die Weichheit und Zärtlichkeit, die die Szenen der Figur so berührend machen.
In der Tat gelingen Callas die unendlichen Melodiebögen weniger eindringlich als ihren Kolleginnen, und wer sich daran stört, mag zu den zu recht gerühmten Einspielungen Beechams, Serafin, Schippers' und Karajans greifen.

Auf der anderen Seite kann und will ich Callas' Interpretation nicht gänzlich verdammen, gelingt ihr doch auch hier, aus der etwas eindimensionalen Figur einen wirklichen Charakter zu formen. Ihre Mimì wirkt erwachsen, eigenständig und leidenschaftlich. Damit eröffnet Callas den Blick für Facetten der Rolle, die von anderen Sängerinnen nicht erschöpft worden sind. Meines Erachtens ist dies eine Bereicherung der Interpretationsgeschichte des Werks.

Was die übrige Besetzung angeht, muss sich die Aufnahme nicht hinter der Konkurrenz verstecken. Di Stefano ist ein wunderbarer Rodolfo, technisch nicht ganz so einwandfrei wie Björling, Bergonzi, Gedda oder Pavarotti, aber nicht weniger authentisch und klangschön.
Rolando Panerai klingt wesentlich frischer und klangvoller als in der späteren Karajan-Aufahme. Dennoch ziehe ich Bastianini vor. Zaccaria ist kein besonders eindrucksvoller Colline, aber Anna Moffo ist für mich die verführerischste Musetta aller Aufnahmen, auch wenn sie wenig genau singt.

Votto dirigiert ein wenig spannungslos und ohne Esprit.

Für Bewunderer der Callas ein must have, für alle anderen eine interessante Bereicherung der Sammlung.


Puccini: La bohème (Gesamtaufnahme(ital.))
Puccini: La bohème (Gesamtaufnahme(ital.))
Preis: EUR 11,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Referenz mit kleinen Abstrichen, 5. August 2011
Gewiß ist dies eine große Aufnahme (1958) dieses wunderbaren Werkes. Bergonzi singt elegant, klangschön und mit exemplarischer Technik, Ettore Bastianini veredelt die eigentlich etwas undankbare Partie des Marcello mit seinem herrlichen, wunderbar strömenden Bariton und Renata Tebaldi gibt eine sehr schöne und ergreifende Mimì. Auch Cesare Siepi ist als Colline allererste Wahl. Nicht ganz optimal erscheint mir Gianna d'Angelos etwas schrille und harte Musetta.
Auch das Orchester spielt unter dem großen Tullio Serafin (m.E. der bedeutendste italienische Operndirigent nach Toscanini) exemplarisch.

Dennoch scheint mir diese Aufnahme summa summarum ein wenig hinter den Produktionen Beechams (1956, mit de los Angeles/Björling/Merrill/Tozzi/Amara) und Karajans (1972, mit Freni/Pavarotti/Panerai/Ghiaurov/Harwood) zurückzustehen. Warum?

So sehr ich Renata Tebaldi schätze und bewundere - als Mimì sind ihr sowohl de los Angeles als auch Freni überlegen. Tebaldi wirkt in ihren Aufnahmen ab Ende der 50er Jahre für mich immer ein wenig matronenhaft, ein wenig zu reif für die jugendlichen Charaktere, die sie darstellt. Das gilt nicht nur für die vorliegende "Bohème", sondern auch für die fast gleichzeitig entsandenen "Madama Butterfly" unter dem gleichen Dirigenten, für die "Aida" unter Karajan und auch für die Minnie in Capuanas "Fanciulla del West".
Als Mimì klingt Freni einfach juveniler und frischer und de los Angeles berührt mich stärker, weil sie authentischer wirkt. Selbstverständlich ist ein solcher Eindruck rein subjektiv und im Vergleich mit Moffo, Caballé und Netrebko kann Tebaldi nach wie vor ohne weiteres bestehen.

Wer Tebaldis Mimì jedoch in Vollendung hören will, greift besser zur früheren Einspielung unter Erede (1950), die zwar keine Stereo-Aufnahme ist und unter einem einfallslosen und schleppenden Dirigat leidet, die Tebaldi aber auf der Höhe ihrer Kunst zeigt. Die Stimme entfaltet sich freier, erreicht die Höhe müheloser und hat einen samtigeren Klang. In Giancinto Prandelli, Giovanni Inghilleri und Raffaele Arié hat Tebaldi dort gute Partner, die leider nicht an das Ensemble Serafins heranreichen, aber eine mehr als akzeptable Leistung liefern.


Verdi:Don Carlos
Verdi:Don Carlos
Preis: EUR 25,25

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erste Einspielung der fünfaktigen Modena-Fassung, 4. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Verdi:Don Carlos (Audio CD)
Gut, dass diese Aufnahme des "Don Carlo" wieder erhältlich ist, handelt es sich doch um die erste Einspielung der fünfaktigen Modena-Fassung des Werkes und eine Produktion, die sich neben den berühmteren Versionen unter Solti und Giulini nicht verstecken muss.

Santini dirigiert solide und kompetent, das Orchester der Mailänder Scala spielt inspiriert und klangvoll.

Flaviano Labò ist sicher kein Sänger in der Klasse Carlo Bergonzis oder Domingos, aber seine Stimme klingt schön und voluminös. Sein Porträt des innerlich zerrissenen Infanten überzeugt. Antonietta Stella und Boris Christoff waren schon in Santinis erster Einspielung des Don Carlo (vieraktige Version; mit Fillipeschi, Gobbi, Nicolai) zu hören. Stella kann ihren Erfolg wiederholen, auch wenn Caballé klangschöner und freier singt und Tebaldi die Figur reicher gestaltet. Boris Christoff als Philipp II. ist einmal mehr großartig, seine etwas rauhe, sehr individuelle Stimmfarbe ist wie geschaffen für den einsamen, strengen König. Auch die blutjunge Fiorenza Cossotto kann als Prinzessin Eboli überzeugen.
Einen weiteren Höhepunkt der Aufnahme stellt Ettore Bastianinis Marquis Posa dar. In keiner anderen Aufnahme wird diese Partie so schön, so klangvoll und strömend gesungen. In dieser Hinsicht deklassiert er nicht nur Fischer-Dieskau und Sherill Milnes, sondern auch Gobbi und Cappuccilli.
Ein Schwachpunkt ist leider Ivo Vincos wenig furchteinflößender Großinquisitor.

Alles in allem eine gute Aufnahme ohne Schwachpunkt.


Il Barbiere di Siviglia (Ga)
Il Barbiere di Siviglia (Ga)
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 13,60

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Dumpfer Almaviva trifft altjüngferliche Rosina, 1. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Il Barbiere di Siviglia (Ga) (Audio CD)
Es hat seine Gründe, dass diese Aufnahme seit langem nicht mehr erhältlich ist. Die Hauptrollen der Produktion sind nicht optimal besetzt, das Orchester spielt unter der Leitung Eredes ledern und langweilig.
Ettore Bastianini singt den Figaro mit seiner prachtvollen Stimme durchaus solide, leider fehlt ihm die schauspielerische Präsenz, die etwa Gobbi, Bruscantini oder Thomas Allen mitbringen. Zudem ist er mit der verzierten Musik, den zahlreichen Koloraturen und Trillern, überfordert.
Letzteres gilt nicht für Alvinio Misciano, der allerdings müde, dumpf und ohne jede Spielfreude seine Partie durchtaumelt.
Simionato ist als Rosina zwar nicht musikalisch überfordert, sondern singt ihre Partie technisch weitgehend einwandfrei, aber die zum damaligen Zeitpunkt 46jährige Italienerin klingt einfach zu alt als Rosina.

Aus dem Ensemble ragen allerdings Fernando Corena als herrlich trotteliger und flexibel singender Bartolo heraus. Und in Cesare Siepi hat die Aufnahme den besten aller Basilios.

Insgesamt eine Enttäuschung, vor allem mit den glänzenden Aufnahmen unter Gui und Galliera kann diese Einspielung nicht mithalten und auch gegenüber Marriner, Abbado und Chailly fällt sie deutlich ab.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 20, 2013 8:18 PM CET


Gioacchino Rossini: Il Barbiere di Siviglia (Gesamtaufnahme)
Gioacchino Rossini: Il Barbiere di Siviglia (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von Bessere_Musik
Preis: EUR 54,99

4.0 von 5 Sternen Referenzaufnahme, 1. August 2011
Trotz der lieblicheren Victoria de los Angeles und der geschmeidigeren Teresa Berganz ist mir Callas' Rosina am Liebsten. Sie bringt Biß und Temperament mit, ist frech und keck und singt einfach wunderschön. All das Gerede von der Häßlichkeit der Stimme der Callas läßt sich zumindest an dieser Aufnahme nicht bestätigen.

Leider ist die übrige Besetzung nicht mehr als ordentlich. Gobbi erweist sich zwar wieder einmal als exzellenter Sing-Schauspieler und macht aus Figaro eine facettenreiche Charakterstudie. Doch mit Rossinis vielen Verzierungen hat der Sänger erhebliche Probleme, zum Teil singt er einfach darüber hinweg. Auch Luigi Alva ist kein ganz idealer Almaviva. Seine Stimme ist doch ziemlich dünn und ein wenig ausdruckslos.
Die beiden Schurken Bartolo und Basilio werden von Fritz Ollendorf und Nicolo Zaccaria zwar kompetent gesungen, aber an das Duo Corena-Siepi oder Corena-Ghiaurov reichen sie nicht heran. In Enzo Dara, dem Bartolo der ersten Abbado-Aufnahme hat Ollendorf einen weiteren überragenden Konkurrenten, neben dem sein sehr teutonischer Dottore verblaßt.

Das zweite Highlight neben Callas ist ohne Zweifel das Spiel des sensationellen Philharmonia Orchestras unter der Leitung des viel zu unbekannten und seinerzeit von der Plattenindustrie vernachlässigten Alceo Galliera. In keiner anderen Aufnahme findet der Hörer eine vergleichbare Ausgewogenheit der Spannung, eine so detailreiche, meisterhafte Ausleuchtung der Partitur und eine ähnlich meisterhafte Begleitung der Sänger.

Eine hervorragende Aufnahme mit kleinen Schwächen.


Il Barbiere di Siviglia (Ga)
Il Barbiere di Siviglia (Ga)
Wird angeboten von AZALEE-KLASSIK-DE
Preis: EUR 33,99

4.0 von 5 Sternen Referenzaufnahme, 1. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Il Barbiere di Siviglia (Ga) (Audio CD)
Trotz der lieblicheren Victoria de los Angeles und der geschmeidigeren Teresa Berganz ist mir Callas' Rosina am Liebsten. Sie bringt Biß und Temperament mit, ist frech und keck und singt einfach wunderschön. All das Gerede von der Häßlichkeit der Stimme der Callas läßt sich zumindest an dieser Aufnahme nicht bestätigen.

Leider ist die übrige Besetzung nicht mehr als ordentlich. Gobbi erweist sich zwar wieder einmal als exzellenter Sing-Schauspieler und macht aus Figaro eine facettenreiche Charakterstudie. Doch mit Rossinis vielen Verzierungen hat der Sänger erhebliche Probleme, zum Teil singt er einfach darüber hinweg. Auch Luigi Alva ist kein ganz idealer Almaviva. Seine Stimme ist doch ziemlich dünn und ein wenig ausdruckslos.
Die beiden Schurken Bartolo und Basilio werden von Fritz Ollendorf und Nicolo Zaccaria zwar kompetent gesungen, aber an das Duo Corena-Siepi oder Corena-Ghiaurov reichen sie nicht heran. In Enzo Dara, dem Bartolo der ersten Abbado-Aufnahme hat Ollendorf einen weiteren überragenden Konkurrenten, neben dem sein sehr teutonischer Dottore verblaßt.

Das zweite Highlight neben Callas ist ohne Zweifel das Spiel des sensationellen Philharmonia Orchestras unter der Leitung des viel zu unbekannten und seinerzeit von der Plattenindustrie vernachlässigten Alceo Galliera. In keiner anderen Aufnahme findet der Hörer eine vergleichbare Ausgewogenheit der Spannung, eine so detailreiche, meisterhafte Ausleuchtung der Partitur und eine ähnlich meisterhafte Begleitung der Sänger.

Eine hervorragende Aufnahme mit kleinen Schwächen.


Il Barbiere di Siviglia (Ga)
Il Barbiere di Siviglia (Ga)
Preis: EUR 19,48

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Referenzaufnahme, 1. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Il Barbiere di Siviglia (Ga) (Audio CD)
Trotz der lieblicheren Victoria de los Angeles und der geschmeidigeren Teresa Berganz ist mir Callas' Rosina am Liebsten. Sie bringt Biß und Temperament mit, ist frech und keck und singt einfach wunderschön. All das Gerede von der Häßlichkeit der Stimme der Callas läßt sich zumindest an dieser Aufnahme nicht bestätigen.

Leider ist die übrige Besetzung nicht mehr als ordentlich. Gobbi erweist sich zwar wieder einmal als exzellenter Sing-Schauspieler und macht aus Figaro eine facettenreiche Charakterstudie. Doch mit Rossinis vielen Verzierungen hat der Sänger erhebliche Probleme, zum Teil singt er einfach darüber hinweg. Auch Luigi Alva ist kein ganz idealer Almaviva. Seine Stimme ist doch ziemlich dünn und ein wenig ausdruckslos.
Die beiden Schurken Bartolo und Basilio werden von Fritz Ollendorf und Nicolo Zaccaria zwar kompetent gesungen, aber an das Duo Corena-Siepi oder Corena-Ghiaurov reichen sie nicht heran. In Enzo Dara, dem Bartolo der ersten Abbado-Aufnahme hat Ollendorf einen weiteren überragenden Konkurrenten, neben dem sein sehr teutonischer Dottore verblaßt.

Das zweite Highlight neben Callas ist ohne Zweifel das Spiel des sensationellen Philharmonia Orchestras unter der Leitung des viel zu unbekannten und seinerzeit von der Plattenindustrie vernachlässigten Alceo Galliera. In keiner anderen Aufnahme findet der Hörer eine vergleichbare Ausgewogenheit der Spannung, eine so detailreiche, meisterhafte Ausleuchtung der Partitur und eine ähnlich meisterhafte Begleitung der Sänger.

Eine hervorragende Aufnahme mit kleinen Schwächen.


La Traviata (New York 1957)
La Traviata (New York 1957)
Preis: EUR 14,35

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tebaldi auf der Bühne der MET, 31. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: La Traviata (New York 1957) (Audio CD)
Tebaldi ist keine ideale Traviata, ihre Stimme ist zu schwer und nicht beweglich genug. Dennoch bringt sie ein schönes Timbre mit und singt auf der Bühne der Met freier und gelöster als in der Studio-Aufnahme unter Molinari-Pradelli.
Zudem hat sie besser Partner zur Verfügung: Giuseppe Campora ist ein eleganter Alfredo, reicht aber nicht an die großen Interpreten der 50er und 60er Jahre heran (Valletti, Bergonzi, Raimondi, Tucker). Warren ist ein hervorragender Germont, ausdrucksstark und kraftvoll, auch wenn die Stimme nicht mehr ganz so frei und mühelos klingt wie einst. Fausto Cleva dirigiert sehr kompetent und detailfreudig.
Eine alles in allem ordentliche Traviata-Aufführung, die jedoch wegen der Besetzung der Titelpartie mit einem dramatischen Sopran ohne Koloraturfähigkeit antiquiert wirkt.


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