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Rezensionen verfasst von
Katrina
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Odessa ... wie Champagner. Spüren Sie es prickeln! Neu 2013
Odessa ... wie Champagner. Spüren Sie es prickeln! Neu 2013
von Brigitte Schulze
  Broschiert
Preis: EUR 18,95

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schräges Bild, 16. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Schlimmste an diesem Buch ist eigentlich der Titel. Odessa ist eine bunte, laute, schmutzige, oft heiße und staubige Stadt - aber "wie Champagner" ist sie nicht. Definitiv nicht. Das Buch zeigt ein Odessa, wie die Autorin es gerne hätte. Und wie man die Stadt sicher sehen kann, wenn man selber Geld hat und Menschen kennt, die dort leben und auch Geld haben. Odessa hat aber auch eine unglaubliche Armut. Die versteckt sich nicht, die sieht man, riecht man, fühlt man. Man sieht die armen, dreckigen Menschen, die in halbverfallenen Häusern leben. Die in Mülltonnen nach Essen suchen und auf der Straße betteln. Und man sieht die krassen Kontraste zur Welt der Reichen und Schönen. Viel, viel stärker, als irgendwo in Westeuropa.
Dieses Buch zeigt: schöne Häuser, teure Restaurants, exklusive Hotels, charmante Strände, Routen für Autofahrer, Ausflüge für Autofahrer... Es ist ein Buch von wohlhabenden Menschen für wohlhabende Touristen.
Ich mag so etwas nicht lesen.

Die Stadt ist groß. Restaurantempfehlungen beziehen sich eigentlich fast alle auf das kleine Zentrum. Und sind alles teure Adressen. Nur wenige Straßen von der Deribasowskaja entfernt gibt es oft sehr schöne, aber viel unspektakulärere Restaurants und Cafés. So etwas kommt hier leider nicht vor. Wahrscheinlich, weil es nicht genügend prickelt.

Odessa hat viele Strände. Erwähnt werden sie nicht, nur der am Zentrum und das rummelige Arkadija - sowie die "noch teureren" Strände weiter südlich.
Ganz schlimm fand ich das dreiseitige Kapitel über die soziale Situation. Da werden drei von Deutschland bzw. Deutschen unterstützte Hilfsprojekte vorgestellt und jedes Mal wird der Leser aufgefordert, dort doch mal vorbeizuschauen, um einen Blick hinter die glitzernde Fassade der Stadt zu werfen.
Vielleicht mögen die Leute dieser Projekte es ja, wenn reiche Deutsche vorbei kommen, die vielleicht auch Spenden da lassen. Aber bitte: wo werden denn Touristen aufgefordert, sich Straßenkinder oder arme Rentner anzusehen, um mal ein Kontrastprogramm zu den Sehenswürdigkeiten zu bekommen. Das finde ich geschmacklos.

Etwas schade: es gibt zwar einen kleinen Sprachführer, aber den hat Frau Schulze nicht sehr Odessa-spezifisch ausgerichtet. So steht man auf dem Markt und in Restaurants einer Vielzahl von Fischen gegenüber, die hier alle nicht aufgeführt werden. Brigitte Schulze mag ganz offenkundig auch keinen Fisch, sie empfiehlt in einer Hafenstadt am Schwarzen Meer genau ein Fischrestaurant. Dabei kann man dort überall Fisch essen, an Straßenstände werden unzählige Krabbensorten angeboten, auf dem Mark ist die Fischhalle riesig. Für Fischfreunde ein Paradies...

Der Reiseführer ist in diesem Jahr herausgekommen. Schon vor einiger Zeit hat die Bahn die Direktverbindungen von Deutschland nach Odessa gestrichen, so dass man die Stadt nur noch mühsam mit Umsteigen (z.B. in Kiew) erreicht. Frau Schulze kommt aber mit Auto oder Flugzeug. Und deshalb hat sie vom Bahnfahren keine Ahnung und will das auch gar nicht wissen. "Wer mehr Zeit hat, kann auch mit der Bahn anreisen. Die Fahrt dauert ca. 35 Stunden". Und dann gibt es einen Hinweis auf bahn.de
Dabei wäre es hier ein Leichtes, als Autorin eben dort zu recherchieren, wie die wenigen Verbindungen funktionieren. Wo und wie man in Odessa Tickets für die Weiter- oder Rückfahrt kauft, wird natürlich auch nicht erwähnt.

Umfangreich in der Stadt ist ein System von kleinen Minibussen (so gen. "Marschrout-Bussen"), die für 25 Cent pro Person und Fahrt die Passagiere schnell und bequem von a nach b bringen. Hier wäre es schön gewesen, ein paar Routen zu beschreiben und die entsprechenden Busnummern zu erwähnen. WEnn man kein Russisch kann und keine Ortskenntnisse hat, ist man sonst völlig verloren.

Für jüngere Leute (Studenten) ist in diesem Reiseführer so gut wie nichts von Interesse. Und für Reisende mit Kindern (ja! nicht alle sind begüterte Mittfünfziger) bietet der Führer auch nur sehr verstreut Informationen. Das ist ein Manko vieler Reiseführer. Ein Kapitel "Odessa mit Kindern" wäre nicht sehr aufwändig gewesen, hätte uns aber viel Suchen, Lesen, selber-ausprobieren erspart. Ist ja o.k. Aber dann brauch ich auch keinen Reiseführer.

Wunderbar, die Ausflugsziele außerhalb der Stadt. Alle sind aber so beschrieben, dass man schon ein eigenes Auto braucht, um sie zu erreichen. Ob da wohl auch Busse? Oder VOrortbahnen? Oder... Halt! Hinten steht ja noch drin, dass man sich ein Auto mit Fahrer mieten kann, wenn man nicht selber fährt. Dazu gibt es eine Telefonnummer. Wen erreiche ich da? Sprechen die nur Russisch oder auch Fremdsprachen? Was kostet wohl eine Stunde? Ach was. Solche Infos braucht man doch nicht.

Hinweise auf bekannte Schriftsteller und ihrer Werke - Katajew, Paustowski, Ilf und Petrow, Jabotinski? Fehlanzeige. Ein kleiner Exkurs zum Eisenstein-Film "Panzerkreuzer Potemkin"? Nein. Musik aus Odessa, Leonid Utjossow? Pjotr Leschenko? Nix, nix, nix.

Jüdisches Odessa? Ja, auch. Aber nicht so viel. Es gibt auch ein Holocaust-Mahnmal - aber das ist so weit ab von den Touristen-Routen, das erwähnt man lieber nicht.

Für Kinder: Lohnt sich ein Besuch im Zirkus? Im Zoo? Ist das Puppentheater auch schön, wenn man kein Russisch spricht? Welcher Strand ist für Kinder gut geeignet? Wo gibt es kinderkompatibles Essen?
Und über allem die Frage: nach was ist dieses Buch bloß geordnet? Eigentlich weiß ich nur so viel: man muss es von vorne bis hinten durchlesen und sich dann einen eigenen Index anlegen. Dann schafft man es vielleicht sogar, Dinge, die man gestern gelesen hat, bei Bedarf heute noch mal nachzusehen.

Ich finde dieses Buch als Reiseführer unübersichtlich, anstregend, snobistisch und unbrauchbar. Und rate vom Kauf ab!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 20, 2013 9:49 AM MEST


Ukraine: ... wie ich sie liebe. Kommen Sie mit!
Ukraine: ... wie ich sie liebe. Kommen Sie mit!
von Brigitte Schulze
  Broschiert
Preis: EUR 24,80

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mit Suchbildern ..., 16. Juli 2013
Ich bin ein bisschen entsetzt über dieses Buch, muss ich ehrlich sagen. Brigitte Schulze ist sicher eine große Kennerin der Ukraine und hat viele persönliche Erlebnisse, die mit Land und Leuten verbunden sind. Einzig, das interessiert mich wirklich eher wenig, wenn ich einen Reiseführer lese. Ich möchte nicht wissen, wie Frau Schulze zu ihrer Sprachkursbekanntschaft Sergej nach Kiew reiste, noch welche Probleme sie beim Kauf ihrer Wohnung in Odessa hatte. Auch, wie sie einem Studenten half, ein erfolgreicher Geschäftsmann zu werden - sorry, das geht mich nichts an. Und dass sie eine "Tschernobyltschanka" ist, weil sie mal eine Exkursion durch die Zone von Tschernobyl mitgemacht hat, finde ich etwas anmaßend. Ein Tagesausflug in die "Zone" bedarf keines eigenen Kapitels.

Das Buch macht eines sehr gut: es zeigt, dass die Ukraine vielerorts ein wunderschönes Land mit gastlichen, freundlichen Menschen ist. Das finde ich auch. Es zeigt das Land als ein normales, europäisches und nimmt sicher vielen "westlichen" Menschen die Angst vor einer Reise dorthin. Das ist ein Verdienst.
Ich fand das Buch trotzdem großteils einfach unbrauchbar.

Frau Schulze reist gewöhnlich mit dem Auto an. Ihre Routen zeichnet sie nach. Für alle, die sich diese mehrtägige strapaziöse Autofahrt nicht antun wollen, bleibt daher schon vieles der hier aufgeführten Routen unerreichbar. Denn wie man mit Bussen und Bahnen vorankommt, das wird hier nicht erklärt. Wie so oft bei Autofahrern, die keine Ahnung davon haben, wie man sich ohne Auto fortbewegt. Am irritierendsten fanden wir aber bei der Lektüre die Fotos, auf denen fast immer irgendwo Brigitte Schulze mit drauf ist (s. Titelbild). Es ist ein Buch mit Suchbildern - "wo ist Brigitte Schulze"? Das haben wir mit dem Buch am Ende gespielt.

Ich weiß, dass es keinen guten Ukraine-Reiseführer gibt. Aber das ist kein Grund, dieses Buch zu kaufen. Es sei denn, man ist an den sehr persönlichen Erlebnissen, Empfindungen und Vorlieben der Autorin besonders interessiert. Wir waren mehr des Landes wegen unterwegs und fanden es gut, eigene Erfahrungen machen zu dürfen. Deshalb haben wir Brigitte Schulzes Buch nach erfolgreich beendetem Suchbild-Spiel im Koffer gelassen.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 3, 2014 3:03 PM CET


Die Kinder von Arden
Die Kinder von Arden
von Edith Nesbit
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Klassiker - very british, 15. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Kinder von Arden (Gebundene Ausgabe)
"Die Kinder von Arden" ist ein Kinderbuchklassiker. Als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, war ich sicher schon zwölf.Das ist sehr lange her. Ich hatte nur noch wenig Erinnerungen daran, als ich es jetzt wieder aus dem Regal nahm. Jetzt habe ich es noch mal gelesen, vorgelesen, meinem buch-affinen Siebenjährigen. Es hat uns gut gefallen.
Edred und Elfrieda gelangen mit Hilfe eines Maulwurfes in zurückliegende Zeiten, sie reisen in die englische Geschichte und erkunden so nach und nach die Geschichte ihrer Familie und des familieneigenen Schlosses.
Das Buch liest sich sehr schön, die Geschichte ist spannend. Mein Sohn hatte schon das Hörspiel gehört, deshalb ist er mit der sehr komplexen Geschichte auch schon klar gekommen, obwohl man wirklich eher 10 sein sollte, wenn man das Buch liest.

Ich fand den Plot der Handlung, das Hin- und Herspringen zwischen den Zeiten, und vor allem die Andeutung von historischen Ereignissen sehr kompliziert. Wenn man nicht sehr bewandert in englischer und europäischer Geschichte ist, ist einiges schlicht nicht zu verstehen. Das ist schon für Erwachsene schwierig, für Kinder sind die beschriebenen Ereignisse schlicht nicht nachvollziehbar, finde ich. Ich habe das als Kind nicht durchblickt und ich hatte auch jetzt noch Verständnisschwierigkeiten.

Auch nicht ganz leicht für Kinder finde ich z.B. scheinbare Nebensächlichkeiten. So heißt eins der Kinder "Richard", aber immer wieder ist von "Dick" die Rede. Dass das zweite die Koseform vom ersten ist, weiß ein deutsches Kind in der Regel nicht. Elfrieda und ihr Vater sind im "Tower" gefangen. Kein Kind weiß, was das ist. Hier so wie bei vielen Begriffen, englischen Sitten etc. wären Fußnoten oder kurze Erklärungen schön gewesen. Auch ein kurzer Überblick darüber, was in den entsprechenden Jahren wirklich passiert ist, wäre hilfreich gewesen. Ich weiß noch, dass ich mich als Kind immer gefragt habe, was von der ganzen Geschichte eigentlich ausgedacht und was wirklich passiert ist (Verschwörung gegen den König, Angst vor einem Überfall Napoleons). Und dann wäre es natürlich auch interessant zu erfahren, in welcher "Jetztzeit" Edred und Elfrieda eigentlich leben. Geschrieben wurde das Buch (sagt Wikipedia) 1908. Dafür kommt es ungeheuer modern daher. So leben die Kinder zwar nach Aussagen des Buches in eher verarmten Verhältnissen, haben aber selbstverständlich einen eigenen Fotoapparat und entwickeln ihre Bilder selber. Diese sehr moderne Kinderwelt, die hier beschrieben wird, hat mich sehr überrascht beim erneuten Lesen eines doch schon hundert Jahre alten Buches.

Alles in allem ein schönes Stück Kinderliteratur, auch wenn der Verlag mit ein paar Erklärungen, Fußnoten und/oder einem erklärenden Vorwort jungen Lesern sicher einen Gefallen täte.


Anonyme Alkoholiker: Selbsthilfe gegen die Sucht
Anonyme Alkoholiker: Selbsthilfe gegen die Sucht
von Horst Zocker
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Buch, etwas veraltet, 11. Juni 2013
Ich habe dieses Buch mit Gewinn gelesen. Es beschreibt die Selbsthilfegruppen der Anonymen Alkoholiker detailliert,erklärt, wann und wie sie entstanden sind, was sich im Laufe der Jahre verändert hat. Meetings werden ebenso geschildert wie die Möglichkeiten der Hilfe, die diese Gruppen alkoholkranken Menschen und ihren Angehörigen bieten können. Es beschäftigt sich auch mit der Kritik an AA (zu unwissenschaftlich, zu laienhaft) und mit den Grenzen der Hilfe.
Dazwischen berichtet der Autor, der unter Pseudonym schreibt, von seinen eigenen Erfahrungen mit AA.
Manchmal war mir v.a. der historische Teil etwas zu lang und detailliert, im Großen und Ganzen aber war alles sehr gut, informativ und lesbar geschrieben. Der Autor ist (oder war) Journalist beim Spiegel, was sicherlich viel zur Lesbarkeit des Textes beigetragen hat.

Man merkt beim Lesen aber, dass das Buch schon von Ende der 80er Jahre ist. Und das ist manchmal etwas seltsam. So hat man z.B. den Eindruck, dass die DDR im Prinzip noch besteht, viele politische Ereignisse, die im Buch erwähnt werden, liegen schon sehr lange zurück und ich war mir beim Lesen entsprechend nicht sicher, ob sich auch in der Geschichte und Gegenwart von AA mittlerweile vielleicht einiges geändert hat, ohne dass dies im Buch erwähnt wird.

Im Klappentext steht, dass diese Ausgabe von 2006 überarbeitet wurde, und das glaube ich unbesehen. Aber trotzdem scheint mir vieles einfach ergänzt, nicht wirlich neu geschrieben. So kommen z.B. im Anhang mit Kontaktadressen so gut wie keine ostdeutschen Städte vor - außer Frankfurt/Oder und "Sachsen-Anhalt". Es fehlen Internet-Angaben.
Und vielleicht ist ja sonst alles, was AA betrifft, auf dem neusten Stand, aber vieles erschien mir doch recht antiquiert. Mir scheint, die Überarbeitung ist nicht wirklich gründlich gemacht worden,

Wer sich mit AA beschäftigen möchte, sollte dieses Buch trotzdem auf jeden Fall lesen.


Millie an der Nordsee
Millie an der Nordsee
von Dagmar Chidolue
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Witzig und lehrreich, 10. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Millie an der Nordsee (Gebundene Ausgabe)
Wir haben schon einige Millie-Bücher gelesen. Manche sind echt witzig, manche ein bisschen albern. Millie an der Nordsee ist ein "reifes" Werk: es ist witzig, macht Spaß beim Vorlesen und sowohl Kinder als auch Erwachsene lernen eine Menge über Nordfriesland, Schleswig-Holstein, die Nordsee und das Wattenmeer. Das ist kein albernes Wortwitzeln mehr, wie noch bei "Millie in Berlin", was ich persönlich ein wenig zuu albern fand. Hier ist das anders: im Vordergrund steht die Reise, die Millie mit ihren Eltern und der kleinen Schwester Trudel an die Nordsee macht und all das, was sie sehen und erleben. Detailliert wird eine Wattwanderung beschrieben, inklusive der Tiere, die man dabei kennen lernt. Die Nordsee-Inseln werden besucht, eine Hallig, Husum und Theodor Storm finden ebenso Erwähnung wie das Legoland in Dänemark. Die Familie bleibt - wie es im Millie-Sprech heißt - bei den "Nordfiesen", die "Ostfiesen" wären dann doch zu weit weg.

Millie an der Nordsee ist ein schönes Buch zum Mitnehmen und Unterwegs-Lesen, man kann die Orte auf Millies Spuren erkunden, aber dabei natürlich auch Eigenes entdecken. Und auch für Erwachsene ist das witzig zum Lesen - und lernen tun sie sicher auch noch was dabei (immer dann, wenn Millies Eltern was erklären und es heißt "Da hat Mama/Papa in der Schule aber gut aufgepasst")-so ging es mir jedenfalls, obwohl ich selber schon Urlaub bei den Nordfiesen gemacht habe.

Millie an der Nordsee: schönes Ferien-Buch für Kinder zwischen 6 und 8 - auch, wenn sie zu Hause geblieben sind (denn auch dort macht Millie Spaß)


Das kurze Leben der Sophie Scholl
Das kurze Leben der Sophie Scholl
von Hermann Vinke
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Menschen ab 14 - empfehlenswert!, 8. Juni 2013
"Das kurze Leben der Sophie Scholl" habe ich zu meinem 14. Geburtstag bekommen. Es hat mich literarisch durch meine Jugendjahre begleitet und dazu geführt, dass ich mich auch in der Folgezeit mit der"Weißen Rose" beschäftigt habe und sehr viele der im Folgenden erschienenen Werke dazu gelesen habe.
Ich halte dieses Buch von Hermann Vinke für junge Leser nach wie vor für eines der besten Bücher zum Thema "Weiße Rose".

Es bietet Jugendlichen eine interessante Vergleichsmöglichkeit. Da ist jemand so alt wie man selber - und obwohl er in einer anderen Zeit und einem anderen System lebt, sind die Fragen und Probleme doch den heutigen oft sehr ähnlich. Erste Liebe zum Beispiel - und wie man sich verhält, wenn der/die Geliebte etwas tut, was man eigentlich ablehnt (so wie im Fall von Sophies Freund, der Offizier ist, und Sophie als Pazifistin dies vehement ablehnt).
Die Zwänge von Schule und Elternhaus. Die Frage nach dem Studium. Religiöse und weltanschauliche Überlegungen, Fragen nach dem Sinn des Lebens.

Und irgendwann die Frage nach der politischen Einmischung.

Als Jugendlicher sieht man: da ist jemand, der so alt ist wie sie selber, und der in einem anderen politischen System aufwächst. Ein System, von dem sie heute lernen, dass es falsch war. Und bei der Lektüre begreift man, dass dieses System selbst gebildeten, denkenden Menschen nicht unbedingt von Anfang an falsch erschienen sein muss. Vinke beschreibt gut, wie begeistert die Scholl-Kinder anfangs von der Hitler-Jugend waren, und wie und wodurch die Zweifel am System kamen: der Pomp beim Reichsparteitag, den Hans Scholl 1935 erlebt und als verlogen empfunden hat. Das Wissen um die Verfolgung der Juden, die die eigenen Bekannten und Freunde betraf, die bei der HJ nicht mitmachen durften und später "abgeholt" wurden". Die Verhaftung der Geschwister wegen "bündischer Umtriebe" und ihre Haftzeit - nur weil sie noch in einer anderen Jugendgruppe waren. Das sind Dinge, bei denen man auch als Teenager versteht, warum plötzlich nicht mehr alles so positiv gesehen wird.
Später muss Sophie Scholl zum Reichsarbeitsdienst, zum Kriegshilfsdienst und einen zweimonatigen Einsatz im einem Rüstungsbetrieb ableisten, zwangsweise natürlich. Die Brüder müssen als Soldaten nach Russland, der Krieg ist ausgebrochen, der Freund ist Offizier.
Vinke nennt die wichtigen historischen Daten im Text: Januar 33, Reichsparteitag in Nürnberg 1935, "Reichspogromnacht" 1938, Kriegsausbruch 1939, Überfall auf die Sowjetunion 1941, Stalingrad 1943. Damit versteht man natürlich nicht die gesamte Zeit 1933-45, aber man kann das Leben von Jugendlichen darin einordnen. Finde ich.

Ich denke, man sollte schon mindestens 14 Jahre alt sein, wenn man dieses Buch liest. Zum einen, um die NS-Zeit schon ein bisschen verstanden zu haben. Und zum anderen auch, weil sehr viele religiöse und philosophische Fragen darin vorkommen, die man als jüngerer Mensch schwer versteht. Das könnte dann die Lektüre mühsam und langweilig machen. Ebenso wie die Beziehungs-Fragen, die man sich in jüngeren Jahren so einfach nicht stellt - Nähe vs. Distanz, Einengung, Freiheit, das sind alles Fragen, für die man einfach eine gewisse Reife haben muss.

Ansonsten: uneingeschränkte Leseempfehlung für ein Buch, das einem den Menschen Sophie Scholl und die Ideen der Weißen Rose nahe bringt.


Fern von der Rosinkawiese
Fern von der Rosinkawiese
von Gudrun Pausewang
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte erlebbar gemacht, 30. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Fern von der Rosinkawiese (Taschenbuch)
Gudrun Pausewang hat mit Hilfe der alten Tagebuchnotizen ihrer Mutter die Flucht ihrer Familie aus dem Sudetenland nach Niedersachsen im Jahr 1945 geschildert. Es ist ein sehr bewegendes Buch, auch wenn es ohne große Sentimentaliäten auskommt und sich um eine eher sachliche Darstellung bemüht.

Die 17jährige Gudrun, ihre fünf jüngeren Geschwister und die Mutter verlassen ihr Dorf im Mai 1945 nur mit einem Handwagen und machen sich zu Fuß auf den Weg durch Schlesien, über die die Neiße, durch Cottbus, das Havelland bis in die Prignitz und nach Mecklenburg. Die Wanderung dauert fast zwei Monaten. Hunger, Erschöpfung, Angst vor den russischen und später auch polnischen Soldaten dominieren diese Flucht. Einige Monate später gelingt es ihnen, die innerdeutsche Grenze zu überqueren und zu ihren Verwandten in die Nähe von Hamburg zu gelangen.

Auf dem Weg beginnt Gudrun auch darüber nachzudenken, ob das, was bis zum Kriegsende durch die Deutschen getan wurde, wirklich so gut und richtig war, wie sie, ein von der Hitler-Zeit geprägtes Kind, immer gedacht hat. Sie ist verzweifelt über Hitlers Tod und fassungslos darüber, dass sie, die sich noch bis vor kurzem als "Herrenmenschen" gesehen haben,nun völlig entrechtet und besitzlos sind.

Das Buch ist als Jugendbuch bei Ravensburger erschienen und für Jugendliche ist hier sehr gut nachvollziehbar, was eine Flucht aus der Heimat, in so einer chaotischen Zeit, für die Menschen wirklich bedeutet hat. Da das Buch nicht aus der Erinnerung und auch nicht als Belletristik, sondern als Erlebnisbericht basierend auf Tagebucheinträgen geschrieben wurde, ist es sehr authentisch.

Für erwachsene Leser ist darüber hinaus natürlich auch sehr spannend, welche Rolle der Nationalsozialismus und seine Ideologie bei der Familie gespielt hat. Gerade, wenn man das erste Buch der Rosinka-Wiese-Trilogie gelesen hat und sich schon ein wenig wundert, dass Politik und Ideologie dort komplett ausgeklammert wird (es ist von Gudrun Pausewangs Mutter in Briefform als Erinnerung geschrieben)- obgleich z.B. die Kinder alle germanische Namen bekommen (Gudrun, Freya, Sieglinde, Siegfried, Gotlinde und Volker - geht es noch deutscher?)Gudrun Pausewang versucht zu erklären, wie ihre Eltern zum Nationalsozialismus standen, aber ich hatte den Eindruck, sie sei sich selbst noch nicht ganz darüber im Klaren, wie sie ihre Eltern diesbezüglich bewerten solle. Denn einerseits sind es Menschen, die sie sehr geliebt hat, besonders den Vater, andererseits kommt auch in diesem Buch schon durch, dass deren völkischen Ideale nicht die sind, die die Tochter 50 Jahre später gutheißen kann und will.
Dieser Aspekt ist mir unklar geblieben. Das Buch ist Ende der 80er Jahre geschrieben. Ich glaube, mittlerweile hat sich Gudrun Pausewang hier sehr viel klarer positioniert.

Sich selber nimmt die Autorin weit weniger in Schutz als ihre Eltern und erwähnt mehrfach, wie stark ihr Glaube an Hitler und seine Ideologie war, wie sehr sie den Nationalsozialismus verinnerlicht hatte und wie schwer es ihr gefallen ist, zu erkennen, dass sie an eine falsche Sache geglaubt hat.

"Fern von der Rosinkawiese" ist ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die sich das Thema Nachkriegsdeutschland, Flucht und Vertreibung nicht als mediales Groß-Ereignis erschließen wollen, sondern etwas Authentisches erfahren möchten.


Mein Esel Benjamin
Mein Esel Benjamin
von Hans Limmer
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Alt, aber schön, 30. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Mein Esel Benjamin (Gebundene Ausgabe)
Der Esel Benjamin ist ein altes Bilderbuch. Das hatte ich schon vor vierzig Jahren. Kinder heute erkennen das Alter aber nicht - denn: das, was da gezeigt und beschrieben wird, ist zeitlos. Ein kleines Mädchen lebt mit seiner Eltern auf einer Insel im Mittelmeer. Auf einem Spaziergang mit ihrem Vater finden sie einen Esel und nehmen ihn mit nach Haus. Eines Morgens läuft der Esel davon und das kleine Mädchen hinterher. Erst, als sie den Weg nach Hause alleine nicht mehr findet, merkt sie, dass sie etwas Dummes getan hat. Zum Glück bringt der Esel sie wohlbehalten zurück.

Schön an dem Buch sind vor allem die klaren Schwarz-Weiß-Fotos, die das Mädchen mit dem Esel zeigen. (Erwachsene erfreuen sich sicher auch an dem idyllisch-ursprünglichen Fischerdorf - und an der 70er Jahre-Frisur der Mutter...).

Der Verlag schreibt "für Kinder ab 24 Monate". Das finde ich nicht. Zum einen, weil die Texte weder kurz noch kleinkindgerecht sind. Zum anderen, weil auch das Bild, wie die kleine Susi weinend am Strand sitzt, für sensible Kinder beängstigend sein könnte.
Ich würde es für Kinder ab 3,5 - 4 Jahre empfehlen.

Und man sollte wissen, dass es dieses Buch in verschiedenen Ausgaben gibt. Meiner Meinung nach sollte ein Bilderbuch für kleine Kinder, gerade mit so wunderschönen Bildern, groß genug sein. Deshalb würde ich nicht die Mini-Ausgabe kaufen, auch nicht "zum Verschenken" (weil: auch andere Kinder finden große Bilder sicher schöner...).
Aber das ist natürlich Ansichtssache.

Sicher auch nicht ganz falsch, vorm Kauf darüber nachzudenken, ob das beschenkte Kind sehr auf bunte Bilderbücher steht. Denn es gibt sicher nicht wenige Kinder, die von schwarz-weiß-Bildern enttäuscht sind - einfach, weil das in ihrer Medienwelt sonst gar nicht mehr vorkommt. Dann könnte man enttäuscht sein von so einem Buch.

Ansonsten: schönes Geschenk und macht zum Vorlesen und Ansehen auch Erwachsenen Freude.


Ferien mit Oma
Ferien mit Oma
von Ilse Kleberger
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Oma-Favoriten-Band, 27. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Ferien mit Oma (Taschenbuch)
Alt, aber gut!
Band 2 der Oma-Bücher und wie ich finde, ein besonders witziger. Der Einbrecher, den Jan nachts in der Küche erwischt, ist eigentlich vom Zirkus. Aber das Leben hat es nicht gut mit ihm gemeint. Oma verarztet seine Wunden, bringt ihn ins Krankenhaus und kümmert sich um seinen grünen Wohnwagen - bis ihr die Idee kommt, in eben diesem mit ihren drei Enkeln eine Urlaubsfahrt zu machen - das Pferd muss ja auch bewegt werden.

Es ereignet sich so einiges unterwegs: ein Schloss wird besichtigt, sie landen auf einem Camping-Platz, auf dem abends ein Gewitter tobt, sie lernen ein elegantes junges Paar kennen, mit dem sie später am Lagerfeuer Würstchen grillen werden und -besonders witzig - die Kinder übernehmen jeder einmal das Kochen, was ihnen (und dem Leser) zeigt, dass es gar nicht so einfach ist, etwas auf den Tisch zu bringen, was dann auch noch allen schmeckt und was man selber gut hinbekommt. An diese letzte Geschichte hab ich oft gedacht, wenn ich als Kind am Essen rumgenörgelt habe.

Ich finde dieses Buch besonders schön, es hat einen Hauch von Abenteuergeist, ist eigentlich immer lustig und jedes Kapitel macht Spaß beim Vorlesen.
Vorleseempfehlung: für Kinder ab 6. Ab der 2. Klasse kann man das auch schon selber lesen.


Villa Oma
Villa Oma
von Ilse Kleberger
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Oma zum Dritten - immer wieder schön zu lesen, 23. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Villa Oma (Taschenbuch)
Auch den dritten Oma-Band habe ich jetzt durch. Ich fand ihn nicht ganz so eingängig und lustig zu lesen, wie die ersten beiden, aber schon immer noch sehr witzig. Oma übernimmt eine Villa und richtet ein Heim für Tiere, Tierfreunde, Musikfreunde... ein. Auch ein Museum entsteht mithilfe der Enkel. In dem Buch geht es verstärkt um Toleranz und Vorurteile - das fand ich jetzt beim Wiederlesen nach über 30 Jahren interessant.
Die Kinder machen sich über eine neue Nachbarin lustig, weil die so dick ist. Die Nachbarin fühlt sich durch die Kinder gestört. Irgendwann merken alle, wie nett die jeweils anderen eigentlich sind und warum sie sich anfangs so verhalten haben.
Auch ein langhaariger Trompeter wird zuerst von den älteren Mitbewohnern abgelehnt (wegen der langen Haare und dem Krach), später haben ihn alle liebgewonnen und er hat sich prächtig integriert.
Das kommt nicht belehrend daher und liest sich witzig, auch wenn hier, anders als bei den ersten beiden Bänden, die zeitliche Einordnung (Anfang der 70er - Probleme mit Langhaarigen) leichter fällt. Mich hat das komischer Weise ein bisschen gestört - ich glaube, Grundschulkindern fällt das nicht besonders auf, dass das Buch Dinge problematisiert, die heute eigentlich kein Problem mehr sind.
Manche Geschichten fand ich ein bisschen zäh zum Vorlesen - mein Sohn hat aber bei allen gleich aufmerksam zugehört, so dass ich auch hier denke, dass das eher ein Erwachsenenproblem war.

Villa Oma: zum Vorlesen für 6-9Jährige empfehlenswert, kurzweilig, witzig, durchaus lehrreich, sprachlich anspruchsvoll, wenn auch zum Teil etwas altmodische Wortwahl (weil eben schon älteres Buch).
Unbedingt aber vorher die ersten beiden Bände lesen, dann ist man mit der Familie schon vertraut und kann diese skurrile Wendung mit der Villa besser einordnen.


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